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Creolen: der Leitfaden für Auswahl und Styling

Creolen: der Leitfaden für Auswahl und Styling

Seefahrer trugen einen goldenen Ring im Ohr als eine Art Versicherungsprämie: Spülte die See ihren Körper an den Strand, reichte das Gold für ein anständiges Begräbnis. Seitdem hat der Kreis am Ohrläppchen einen weiten Weg zurückgelegt, vom tragbaren Kapital bis zum bürotauglichen Schmuckstück, und seine Form nie verändert. Ägypter, Nubier und Griechen trugen Ringe aus Gold und Kupfer, lange bevor es das Wort Mode überhaupt gab. Heute werden sie im Konferenzraum genauso getragen wie am Strand.

Das Wertvollste an Creolen ist gerade ihre Schlichtheit: eine Form, ein Metall, ein Durchmesser. Alles wird auf einen Blick gelesen. Genau diese Schlichtheit macht sie zum verlässlichen Schmuckstück für jede Situation, sofern man ein paar Auswahlkriterien verstanden hat.

Im Folgenden geht es sachlich zur Sache: Größen, Verschlüsse, Gesichtsform, Kombinationen mit anderem Schmuck, Pflege und häufige Fehler. Ohne Romantik über den unvergleichlichen Kreislauf des Lebens.

Anatomie einer Creole

Bevor wir auswählen, schauen wir uns an, woraus ein Ring besteht.

Der Außendurchmesser bestimmt, wie groß die Creole wirkt. Genau diesen Wert gibt die Produktbeschreibung an: 20 mm, 40 mm und so weiter. Der Außendurchmesser wird von der äußeren Kante des Rings bis zur gegenüberliegenden Außenkante gemessen.

Der Innendurchmesser ist beim Knorpelpiercing entscheidend: Dort braucht man einen kleineren Durchmesser, damit der Ring eng anliegt. Beim Ohrläppchen ist der Unterschied zwischen Außen- und Innendurchmesser beim Tragen meist unerheblich, beim Knorpel jedoch grundlegend: Ein Ring mit großem Innendurchmesser baumelt am Stichkanal und bleibt überall hängen.

Die Rohrstärke oder der Querschnitt beeinflusst Gewicht und optisches Volumen. Dünne Ringe von 0,8 bis 1,2 mm wirken luftig und zart. Breite Rohre von 3 bis 6 mm schaffen Volumen und einen skulpturalen Charakter. Beide Varianten funktionieren, die Wahl hängt davon ab, wie auffällig das Schmuckstück sein soll.

Der Verschluss kommt in mehreren Bauarten vor. Genau die Art des Verschlusses bestimmt, wie man die Creole an- und ablegt, und das ist die häufigste Frage von Neueinsteigern. Wir gehen das weiter unten im Detail durch.

Beschichtung und Metall: Gold 585 und 750, Vergoldung auf Silber 925, rhodiniertes Silber, Edelstahl mit PVD. Jede Variante hat eigene Pflegeregeln und eine unterschiedliche Lebensdauer bei aktivem Gebrauch.

Die Form des Rings variiert: der perfekte Kreis, ein vertikal oder horizontal gestrecktes Oval, ein Vieleck, eine Tropfenform. Alle zählen zur Kategorie Creole, obwohl die optische Wirkung sich deutlich unterscheidet.

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Größen: von winzig bis riesig

Die Größenspanne von Creolen reicht von fünf Millimetern bis hundert und mehr. Die Orientierung fällt leichter, wenn man sie in einige Gruppen aufteilt.

Die kleinsten (5 bis 10 mm). Sie liegen eng am Ohrläppchen oder Knorpel an. Fast unsichtbar, werden als zartes Detail wahrgenommen, nicht als eigenständiges Schmuckstück. Gut für obere Knorpelpiercings, den Tragus, den Antitragus. Im Ohrläppchen wirken sie wie ein Punkt am Satzende: da, aber nicht überladen. Kleine Ringe setzt man gut in einen Stapel aus mehreren Schmuckstücken an einem Ohr, wo sie die oberen Positionen einnehmen.

Kleine (10 bis 16 mm). Das klassische Maß für den täglichen Gebrauch. Sie sitzen am Ohrläppchen oder knapp darunter. Sichtbar, aber sie ziehen keine ständige Aufmerksamkeit auf sich. Passen zu jeder Kleiderordnung, auch zum strengen Büro. Das ist die sicherste Wahl beim Kauf des ersten Paares.

Mittlere (16 bis 25 mm). Die beliebteste Spanne. Der Ring reicht etwas über das Läppchen hinaus und erzeugt eine spürbare Wirkung ohne unnötige Theatralik. Funktionieren bei der Arbeit, beim Abendspaziergang und beim Treffen im Café. Genau diese Spanne nennt man üblicherweise den Allrounder unter den Creolen.

Mittelgroße (25 bis 40 mm). Ein auffälliges Schmuckstück. Sie reichen unter das Läppchen und erzeugen beim Gehen Bewegung. Wirken gut bei kurzem Haarschnitt oder zusammengebundenem Haar: Bedecken die Haare die Ohren, geht ein Großteil der Wirkung verloren. Verlangen ein leichtes Metall: schwere Ringe dieses Durchmessers dehnen das Läppchen mit der Zeit.

Große (40 bis 60 mm). Ein auffälliges Schmuckstück mit klarer Akzentwirkung. Für Abende, Fotosessions, besondere Anlässe. Schwer mit einer großen Halskette oder anderem lautem Schmuck zugleich zu kombinieren: Sie konkurrieren um Aufmerksamkeit.

Riesige (60 mm und mehr). Das Terrain von Mode und Bühne. Im Alltagskleiderschrank brauchen sie einen bewussten Kontext: Konzert, Party, Shooting. Zum Pullover im Laden passen sie nur, wenn der ganze Look durchdacht ist.

Die Praxis der Größenwahl

Wer gerade erst anfängt, Creolen zu tragen, startet am besten in der Spanne 16 bis 25 mm. Sie ist universell, belastet das Läppchen nicht mit Gewicht und harmoniert mit den meisten Frisuren und Kleidungsstücken. Hat man dieses Format gemeistert, fällt der Schritt in jede Richtung leichter: hin zu einem Stapel kleiner Ringe im Knorpel oder zu einem großen Abendring.

Размеры серёг-колец: что выбрать под задачу
Размер (диаметр)Как читаетсяГде и когдаНагрузка на мочку
Micro (5-10 мм)Почти незаметны, точечный акцентХрящ, трагус, верх стопкиМинимальная
Small (10-16 мм)Видны, но не громкиеКаждый день, строгий офисНизкая
Medium (16-25 мм)Заметный эффект без театральностиУниверсал: работа, прогулка, кафеНизкая при лёгком металле
Medium-large (25-40 мм)Опускаются ниже мочки, дают движениеСобранные волосы, короткая стрижкаСредняя, нужен лёгкий металл
Large (40-60 мм)Выраженное заявление стиляВечер, фотосессии, событияВысокая, не на каждый день
Oversized (60 мм и больше)Сцена и fashion, читаются только в продуманном образеКонцерт, вечеринка, съёмкаВысокая, только осознанно

Verschlussarten: wie man Creolen öffnet und schließt

Der Verschluss einer Creole bestimmt sowohl den Tragekomfort als auch die Sicherheit. Wir gehen die vier Haupttypen durch.

Scharnierverschluss (Hinge/Snap)

Der verbreitetste im Massensegment. Die beiden Ringenden sind auf einer Seite über ein Metallscharnier verbunden. Auf der anderen Seite fährt ein Stift in eine kleine Öffnung oder Nut.

So öffnet man ihn: Nimm den Ring mit beiden Händen, ertaste mit den Daumen die Verbindungsstelle und führe ein Ende behutsam vom anderen weg, mit einer Bewegung nach unten und zur Seite, nicht in der Ringebene. Beide Enden wie einen Draht in verschiedene Richtungen zu ziehen ist tabu: das verformt die Form.

So schließt man ihn: Führe den Stift über die Nut und drücke bis zum Klick. Klickt der Ring nicht, sind die Enden nicht ausgerichtet oder der Verschluss ist abgenutzt.

Dieser Verschlusstyp punktet durch Zuverlässigkeit und verlangt nach etwas Übung keine besondere Fingerfertigkeit. Die meisten Huggies und mittleren Ringe nutzen genau den Scharnierverschluss.

Klappverschluss (Latch-Back)

Findet sich am häufigsten an Ringen mittleren und großen Durchmessers. Eine Ringseite wird zu einem beweglichen Klapphebel. Zum Öffnen führt man den Hebel vom Ringkörper weg (meist durch Druck auf eine kleine Nase), fädelt den Ring durch den Stichkanal und klappt den Hebel wieder zu.

Das ist eine der zuverlässigsten Varianten: Der Ring öffnet sich nicht versehentlich, selbst wenn er an Haaren oder Kleidung hängen bleibt. Empfohlen für große Ringe, die man ausgeht: der Verlust einer teuren Creole durch ein zufällig geöffnetes Schloss ist ärgerlich.

Creole mit Stecker (Hoop with Post)

Sieht aus wie ein klassischer Stecker, doch der Ring ist an einem Stift befestigt, der in den Stichkanal kommt, und das Ende wird mit einem Verschlussstopfen fixiert. Praktisch für alle, die Stecker gewohnt sind und mit offenen Ringen schlecht zurechtkommen. Nachteil: Geht der Stopfen verloren, fällt der Ring heraus. Es empfiehlt sich, Ersatzstopfen bereitzuhalten.

Sleeper (Sleeper / Endless Hoop)

Ein dünner Ring aus Draht ohne sichtbaren Verschluss. Das Drahtende fährt in ein Röhrchen am gegenüberliegenden Ende und hält durch Reibung oder eine kleine Feder.

Den Sleeper öffnet man mit einer Bewegung zur Seite, nicht durch ein Vor- und Zurückbiegen der Enden: die zweite Methode verformt die runde Form. Gibt der Ring nicht nach, dreh ihn leicht um die Achse: das hilft, den Punkt zu finden, an dem die Feder freigibt. Sleeper sind für das Dauertragen gemacht: Man trägt sie bei einem abheilenden oder bereits verheilten Stichkanal bequem mehrere Wochen, ohne sie abzunehmen.

Was tun, wenn der Verschluss klemmt

Vor allem: keine Gewalt. Klemmt ein Scharnierverschluss, benetze die Verbindungsstelle mit einem Tropfen Schmucköl oder Babyöl und lass es fünf Minuten einwirken. Rastet der Klappverschluss nicht mehr ein, ist vermutlich die Feder verschlissen: das ist Sache eines Goldschmieds. Das Metall von Hand zu biegen heißt, einen verformten Ring mit demselben kaputten Verschluss zu bekommen.

Gesichtsform und Creolen

Empfehlungen zur Gesichtsform sind keine starre Regel, sondern ein Hinweis. Wer souverän trägt, was ihm gefällt, lässt sich von keiner Geometrie des Gesichts einschränken. Wer aber noch sucht und einen Anhaltspunkt möchte, dem hilft dieses Schema.

Ovales Gesicht

Das universellste. Die Gesichtslänge übertrifft die Breite leicht, die Wangenknochen sind etwas breiter als Stirn und Kinnpartie. Es passt jede Größe und Form: von winzigen Ringen bis zu riesigen. Mit der Ringgröße zu experimentieren dient hier dem Effekt, nicht dem Korrigieren.

Rundes Gesicht

Breite und Länge sind etwa gleich. Ringe mittleren und großen Durchmessers mit vertikal gestreckter oder ovaler Form verleihen dem Gesicht Länge. Dünne Ringe wirken besser als breite Rohre: breite Rohre wiederholen die Horizontale des Gesichts und verstärken den Eindruck von Rundheit. Empfohlen sind Tropfenringe oder gestreckte Ovalformen statt des perfekten Kreises. Huggies sitzen beim runden Gesicht am besten in den oberen Piercings, nicht im Läppchen.

Quadratisches oder rechteckiges Gesicht

Kantiger Unterkiefer. Runde Ringe mittleren Durchmessers mildern die Geometrie. Meide harte, eckige Vieleckringe: Sie geraten in Streit mit der Kieferlinie. Gut funktionieren Ringe mit Anhängern, die Bewegung hinzufügen und den Blick von den Ecken weglenken.

Herzförmiges Gesicht

Breite Stirn, die sich zum Kinn verjüngt. Creolen mittlerer und großer Größe, die sich unter dem Läppchen weiten, verleihen der unteren Gesichtshälfte optisch mehr Volumen. Hoops mit Anhängern und größeren Elementen an der Basis funktionieren hier besonders gut.

Langes oder gestrecktes Gesicht

Die Länge überwiegt die Breite deutlich. Breite, nicht zu lange Ringe oder Huggies mit breitem Rohr fügen Horizontale hinzu. Große Tropfenringe strecken das Gesicht umgekehrt noch weiter. Die optimale Spanne: 15 bis 30 mm mit Betonung auf die Rohrbreite, nicht auf die Länge des Anhängers.

Kleidungsstil und Ringwahl

Büro und Geschäftstermine

Kleine und mittlere Ringe (10 bis 25 mm) aus Gold oder Silber. Dünnes Rohr, schlichter Verschluss. Ringe mit Steinen sind angebracht, wenn sie klein sind und bei Bewegung nicht baumeln. Riesige Ringe bleiben zu Hause.

Das Geschäftsumfeld akzeptiert Creolen in Gold oder weißem Metall in der Regel, sofern sie gepflegt und proportioniert sind. Verbogene oder angelaufene Creolen jeder Größe wirken schlechter als polierte Ringe größeren Durchmessers.

Lässiger Stadtlook

Mittlere und mittelgroße Ringe (20 bis 40 mm). Hier kommt schon die Textur ins Spiel: Ringe mit gerillter Oberfläche, leicht gedreht, mit matter Ausführung. Gemischtes Metall ist erlaubt und wirkt oft interessant.

Der Alltagsstil erlaubt mehr Freiheit bei der Form: Ovale, leicht asymmetrische Ringe, Ringe mit kleinen Anhängern.

Sport und Aktivurlaub

Schmuck nimmt man besser ab. Ist das Abnehmen unmöglich (frischer Stichkanal), nutze Sleeper oder ganz kleine Ringe im Knorpel: Sie bleiben nicht an Maske, Helm oder Kragen hängen. Große Ringe sind im Fitnessstudio gefährlich: Bleiben sie an Gerät oder Kleidung hängen, können sie das Läppchen verletzen.

Abend und besondere Anlässe

Große und riesige Ringe (40 mm und mehr). Das ist der Moment für einen Ring, den man nicht jeden Tag trägt. Gold wirkt satt. Silber und Weißgold fügen kühlen Glanz hinzu. Ringe mit Steinen entfalten sich bei Abendlicht spürbar interessanter als bei Tageslicht.

Urlaub und Strand

Dünne mittlere Ringe aus Stahl, aus Vergoldung mit guter PVD-Beschichtung oder aus massivem Gold. Meerwasser und Chlor schaden vielen Beschichtungen: Edelstahl und massives Gold vertragen das am besten. Mehr zum Verhalten von Metallen im Wasser findest du im Leitfaden zu den Ohrring-Typen.

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Metallfarbe und Hautton

Das ist keine Regel, sondern ein grober Hinweis.

Warmer Hautunterton (gelbliche, pfirsichfarbene Nuancen): Gelbgold 585 oder 750 wirkt organisch. Roségold betont die Wärme.

Kühler Unterton (rosig, bläulich): Silber, Weißgold, Rhodium.

Neutraler Unterton: Gelb und Weiß stehen gleich gut.

Das sind Durchschnittswerte. In Wahrheit hängt vieles vom Kontrast ab: Bei dunkler Haut erzeugt Gelbgold einen kraftvollen Kontrast, der bei großen Formen wirkt. Bei heller Haut leistet Silber denselben Effekt.

Das Mischen von Metallen (goldene Ringe und silberne Kette) ist in den letzten Jahren zur Norm geworden. Die Hauptbedingung: Eines der Metalle muss als dominierend gelesen werden, das zweite als Akzent.

Dünne und dicke Ringe: worin der Unterschied liegt

Ein Rohr von 1 bis 1,5 mm wird als zartes Detail gelesen. Ein Rohr von 4 bis 6 mm ist bereits skulptural und hat einen eigenständigen Charakter.

Dünne Ringe:

Dicke Ringe:

Rohrstärke und Ringgröße arbeiten zusammen. Ein dicker kleiner Ring wirkt kompakt und knapp: genau so sieht der klassische Huggie aus. Ein dünner riesiger Ring wirkt wie eine Linie in der Luft: leicht, fast schwerelos. Beide Varianten funktionieren, hinterlassen aber einen völlig anderen Eindruck.

Creolen in Kombination mit anderem Schmuck

Ringe und Kette oder Collier

Die Hauptregel: dupliziere den Maßstab nicht. Ringe in den Ohren und Anhänger am Hals konkurrieren um Aufmerksamkeit. Sind die Creolen groß, sollte die Kette dünn und leise sein. Sind die Ringe ganz klein oder klein, lässt sich ein massives Collier ergänzen.

Zum Metall: Ein gleicher Ton (beide Gold oder beide Silber) erzeugt einen strengen, gesammelten Look. Das Mischen funktioniert, wenn eine bewusste Logik dahintersteckt: etwa goldene Ringe und eine silberne Kette mit goldenem Anhänger.

Ringe und Armbänder, Ringe an den Händen

Sind die Ohren aktiv, übernehmen die Hände meist eine unterstützende Rolle. Ein dünnes Kettenarmband oder ein einzelner Fingerring stützt den Look, ohne ihn zu überladen. Tragen die Ohren große Ringe, erzeugen mehrere breite Armbänder ein Gefühl von Überfluss.

Ringe in einer Komposition aus mehreren Ohrringen an einem Ohr

Die Komposition baut sich nach dem Prinzip der Abnahme auf: die größten Schmuckstücke unten (im Läppchen), die kleinsten oben (Knorpel). Eine Creole im Läppchen, ein Stecker im ersten Knorpel und ein kleiner Ring im Helix bilden ein funktionierendes Drei-Punkte-Schema. Über die Prinzipien des Kombinierens erzählt ausführlicher der Leitfaden wie man eine Ohrring-Komposition an einem Ohr aufbaut.

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Zweites Loch und Kombinationen mit Ringen

Bei zwei Löchern im Läppchen sieht das typische Schema so aus: das untere Loch bekommt einen Ring (mittel, 20 bis 30 mm), das obere einen Stecker oder einen kleinen Ring (8 bis 12 mm). Zwei Ringe in einem Läppchen funktionieren, wenn sie unterschiedlichen Durchmesser haben: gleiche nebeneinander wirken zufällig, nicht beabsichtigt.

Eine weitere Variante: das untere Loch bekommt einen eng anliegenden Ring, das obere einen mittleren Ring. Dann wirkt das Piercing gesammelt und ordentlich.

Die Kombination dreier Löcher im Läppchen hat ihre eigene Logik. Unteres Loch: großer oder mittlerer Ring, er gibt den Maßstab der ganzen Reihe vor. Mittleres Loch: ein Stecker mit Stein oder ein kleiner, eng sitzender Ring. Oberes Loch: ein dünner kleiner Ring oder ein schlichter Stecker. Der Abstand zwischen den Löchern muss bei diesem Schema gleichmäßig sein, sonst zerfallen die Proportionen.

Ein eigenes Thema: das zweite Loch mit Ringen unterschiedlichen Metalls. Gold im unteren Loch und Silber im oberen wird als bewusster Kunstgriff gelesen, besonders wenn man als drittes Element ein Armband im gegensätzlichen Metall am Handgelenk hinzufügt. Das Prinzip: jedes Metall an mindestens zwei Punkten des Looks wiederholen, sonst wirkt der Kontrast wie ein Fehler und nicht wie eine Entscheidung.

Wer das zweite Loch erst ausprobiert und sich beim Schema unsicher ist, beginnt mit dem Einfachsten: ein mittlerer Ring unten, ein Stecker oben. Diese Variante funktioniert bei jedem Gesicht, jeder Frisur und jedem Kleidungsstil. Danach kann man die Elemente einzeln austauschen und sich daran orientieren, was in der Praxis gefällt. Die Prinzipien der Arbeit mit mehreren Ohrringen an einem Ohr behandelt ausführlich der Leitfaden zu den Ohrring-Typen.

Ringe mit Anhängern und wechselbaren Charms

Manche Creolen tragen Anhänger: Steine, Herzchen, Blätter, geometrische Figuren. Technisch ist das schon kein reiner Hoop mehr, doch die Form der Basis bleibt der Ring.

Ein Ring mit Anhänger hat den zusätzlichen Effekt der Bewegung: der Anhänger schwingt und zieht den Blick an. Dieser schwingende Anhänger verwandtschaftet eine solche Creole mit den klassischen Tropfen-Ohrringen, nur dass die Stütze hier kein Stecker ist, sondern ein geschlossener Kreis. Das ist gut für den Abend-Look und macht das Schmuckstück festlicher, ohne den Durchmesser des Rings selbst zu vergrößern.

Ringe mit wechselbaren Charms erlauben es, die Anhänger auf einer Basis zu tauschen. Ist der Grundring hochwertig, lässt sich daran ein kleiner Charm, Kristall oder ein Symbol befestigen. Das ist ein praktisches System: eine Creole, mehrere Looks je nach Stimmung oder Anlass.

Anhänger gibt es fest und wechselbar. Ein fester Anhänger ist an den Reif gelötet: er geht nicht verloren und verrutscht nicht zur Seite. Ein wechselbarer hält an einer Miniaturklammer oder einem Verbindungsring: man kann ihn abnehmen und durch einen anderen ersetzen. Für aktives Tragen ist der feste zuverlässiger. Für alle, die den Look gerne nach Stimmung wechseln, ist das wechselbare Format vorteilhafter.

Die Größe des Anhängers steht im Verhältnis zum Durchmesser des Rings. Auf einem Ring von 20 bis 25 mm wirkt ein kleiner Anhänger von 6 bis 8 mm proportioniert. Auf einem großen Ring von 40 bis 50 mm darf ein gewichtigerer Anhänger sitzen. Ist der Anhänger größer als der halbe Ringdurchmesser, wird der Ring optisch nicht mehr als Ring gelesen und verwandelt sich in einen Anhänger-Ohrring mit rundem Element. Das ist kein Fehler, nur ein anderer Charakter des Schmucks.

Ringe mit Anhängern funktionieren gut im Paar mit einem schlichten Stecker im oberen Loch oder im Knorpel. Der Anhänger erzeugt unten Bewegung, der Stecker hält den oberen Punkt ruhig. Ein solches Paar wirkt abgeschlossen, ohne zu überladen.

Beim Kauf eines Rings mit Anhänger ist wichtig zu prüfen, wie dieser befestigt ist. Ein gelöteter Anhänger ist zuverlässiger als ein einfacher Stift im Ring: der Stift kann sich bei einem zufälligen Hängenbleiben aufbiegen.

Huggies: Ringe dicht am Läppchen

Huggie (vom englischen Wort für umarmen) meint einen kleinen Ring, der fast ohne Spalt am Läppchen anliegt. Der Durchmesser liegt meist bei 8 bis 14 mm, das Rohr ist häufig breit, von 2 bis 5 mm. Das macht den Huggie zu einer unverhältnismäßig auffälligen Creole: das Volumen des Rohrs ist stärker ausgeprägt als der Durchmesser selbst.

Huggies sind gut in mehrschichtigen Kompositionen: man setzt sie ins untere Loch und ergänzt in den oberen Löchern oder im Knorpel klassische Ringe oder Stecker. Der Unterschied in Form und Nähe zum Ohr schafft Interesse ohne Hektik.

Ein Huggie mit Pavé-Steinen oder gerillter Textur gibt bei kleiner Größe mehr Glanz. Ein glatter, polierter Huggie wirkt minimalistisch und edel.

Was die Belastung des Läppchens angeht, ist der Huggie eine der besten Varianten für den täglichen Gebrauch: kleiner Durchmesser bedeutet kleiner Hebel, kleiner Hebel bedeutet minimale Belastung des Stichkanals.

Ringe für den Knorpel: Helix, Concha, Tragus

Ringe für den Knorpel zeichnen sich durch kleinen Durchmesser (6 bis 12 mm), dünnes Rohr (meist 16G oder 18G) und einen zuverlässigen Verschluss aus, der nicht an Haaren und Kleidung hängen bleibt. Für einen frischen Stichkanal sind Ringe nicht zu empfehlen: besser mit einem Stecker beginnen und erst nach vollständiger Abheilung zum Ring wechseln.

Der Helix (die äußere Krümmung der Ohrmuschel) nimmt dünne Ringe von 8 bis 10 mm auf. Die Concha (die zentrale Ohrmuschel) verlangt größeren Durchmesser: 10 bis 14 mm. Der Tragus (der Vorsprung vor dem Gehörgang) nimmt Ringe von 6 bis 8 mm auf.

Das Material ist beim Knorpel wichtig. Empfohlen sind die Titanlegierung ASTM F136, massives Gold oder Niob. Chirurgenstahl (Standard ASTM F138) ist ebenfalls akzeptabel, sofern keine Allergie gegen die Legierung vorliegt. Mehr zu den Piercing-Arten und Pflegeregeln liest du im Leitfaden zu den Arten von Ohrpiercings.

Bei der Wahl eines Rings für den Knorpel sollte man auf die Verschlussart achten: ein Scharnier- oder Lobster-Clip ist vorzuziehen, weil sie nicht über die Ringebene hinausstehen und nicht an Kleidung hängen bleiben. Sleeper sind gut für den Knorpel, verlangen aber Übung beim Öffnen.

Wann man Ringe ablegt

Schlaf. Üblicherweise rät man zum Ablegen. In der Praxis tragen viele Sleeper und kleine Ringe bei verheilten Stichkanälen jahrelang ohne Abnehmen, und das ist in Ordnung, wenn das Metall hochwertig ist. Große Ringe legt man besser ab: sie bleiben am Kissen hängen und können sich im Schlaf verformen oder den Stichkanal beschädigen.

Sport. Abnehmen oder durch kleine ersetzen. Schweiß beschleunigt die Oxidation der Vergoldung. Körperkontakt mit Geräten ist bei großen Ringen riskant.

Dusche und Schwimmbad. Chlor zerstört die Vergoldung und beschleunigt das Anlaufen von Silber. Massives Gold und Edelstahl vertragen Wasser problemlos. Silber läuft durch Chlor schneller an als durch Luft.

Arbeit mit Chemie. Unbedingt ablegen: Haushaltschemie, Bleichmittel, Aceton und Haarfärbemittel fügen jeder Beschichtung und vielen Metallen unwiderruflichen Schaden zu.

Bei Entzündung oder Allergie. Schwillt das Ohr an oder juckt es an der Stelle des Stichkanals, legt man den Ring besser ab, bis sich die Lage klärt. Weiterzutragen bei aktiver Reaktion verschärft die Reizung.

Creolen und Sport: Helm, Cap, Training

Die allgemeine Regel für Sport ist einfach: Schmuck vor dem Training abnehmen. Doch das Leben spielt so, dass es nicht immer gelingt oder gewollt ist. Darum ist es nützlich zu wissen, was genau Risiken erzeugt und wie man sie verringert.

Helm. Fahrrad-, Inliner- und Skihelme haben Seitenriemen, die vor den Ohren verlaufen. Beim Schließen liegt der Riemen eng an Wange und Läppchen an. Ein großer Ring, der unter das Läppchen baumelt, klemmt sich in diesem Szenario zwischen Riemen und Haut. Das ist unangenehm und erzeugt Druck auf den Stichkanal. Nimmt man den Helm mehrmals pro Training ab, bleibt der Riemen jedes Mal hängen. Fürs Fahren mit Helm taugen nur eng anliegende kleine Ringe bis 12 mm oder flache Stecker. Ringe mit 20 mm Durchmesser und mehr verstaut man vor der Fahrt besser in der Tasche.

Cap und Baseballcap. Die Cap selbst stört die Creolen nicht. Schwierigkeiten entstehen beim Abnehmen: Gleitet das Ohr über die Kante des harten Schirms, kann ein großer Ring hängen bleiben. Creolen mit glatter Oberfläche und einem Verschluss ohne Vorsprünge lassen sich unter der Cap problemlos abnehmen. Scharfe Dekorelemente und nicht abgedeckte Stifte bleiben häufiger hängen.

Krafttraining. Hantelstange, Seilzüge, Bankränder: nichts davon bedroht die Ohren bei standardgemäßer Technik. Das Risiko entsteht bei Übungen, in denen der Kopf nah an Metallflächen oder Gerät ist. Ringe stören bei Kniebeugen mit der Langhantel überhaupt nicht. Beim Bankdrücken liegt die Creole im Ohr ebenfalls abseits der Last. Das Hauptproblem: große Ringe schwingen bei Bewegungen und lenken ab, besonders bei schnellem Tempo.

Kampfsport, Kontaktsport, Mannschaftsspiele. Jeder direkte Kontakt mit dem Ohrbereich erzeugt ein Risiko. Ringen, Boxen, Rugby, Basketball: Schmuck jeder Größe wird ausnahmslos abgenommen. Die Regeln der meisten Sportverbände verbieten Schmuck bei Wettkämpfen ausdrücklich.

Schwimmen und Wassersport. Chlor im Becken ist aggressiv gegenüber Vergoldung und Silber. Meerwasser ist neutral gegenüber Edelstahl und massivem Gold, doch Salz beschleunigt die Oxidation von Silber. Wer ständig mit Ringen schwimmt, wählt Edelstahl oder massives Gold ohne Beschichtung. Nach dem Baden sofort abtrocknen.

Laufen und Cardio. Leichte kleine Ringe stören beim Laufen am wenigsten. Sind die Ringe klein und der Verschluss zuverlässig, kann man sie vor dem Lauf durchaus anbehalten. Große Ringe schwingen beim Laufen und können gegen den Hals schlagen, was auf langen Distanzen unangenehm ist.

Qualität: worauf man beim Kauf achtet

Naht und Schweißstelle. Bei einem hochwertigen Ring ist die Verbindungsstelle der Naht mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Steht die Naht hervor oder spürt man sie mit dem Finger, kann das Metall die Haut des Stichkanals reizen und Irritationen auslösen.

Verschlussart. Der beste Qualitätsindikator: öffne und schließe den Ring zehnmal. Der Verschluss muss klar klicken und ohne Spiel sitzen. Wackelt der Riegel schon beim fünften Schließen, kündigt das einen baldigen Defekt an.

Metallstärke. Zu dünnes Metall verformt sich durch die Kraft beim Öffnen. Ein guter Ring gibt bei leichtem Druck in der Hand nicht nach.

Beschichtung. Prüfe die Kanten: genau dort reibt sich die Beschichtung zuerst ab. Sind an einem neuen Ring schon graue Flecken am Rand zu sehen, ist das ein Mangel.

Gewicht. Ein Ring mit 40 mm Durchmesser aus dünnem, beschichtetem Metall ist leicht und kann sich unbeständig anfühlen. Ein optisch gleicher Ring aus massivem, vergoldetem Silber ist spürbar schwerer und hält länger. Bei großen Durchmessern ist das der Unterschied zwischen einem gedehnten Läppchen nach einem Jahr und normalem Tragen.

Punze oder Kennzeichnung. Suche die Markierung am Verschluss oder an der Innenseite: 925, 585, 750, Steel, Titanium. Eine fehlende Markierung bedeutet nicht immer schlechte Qualität, doch mit Markierung weißt du genau, was du bekommst.

Pflege von Creolen

Gold 585 und 750. Reinigt man mit warmem Wasser, milder Seife und einer weichen Bürste. Getrennt von anderen Metallen aufbewahren: Gold ist weich und zerkratzt an Silber. Einmal im Jahr mit einem weichen Schmucktuch polieren.

Silber 925. Läuft an der Luft an, besonders bei feuchter. Nach dem Tragen mit einem weichen Tuch abwischen. In einem luftdichten Beutel oder einer Schachtel mit Silikagel aufbewahren. Bei starkem Anlaufen: Silberputzpaste oder ein Poliertuch.

Vergoldung auf Silber. Die empfindlichste Variante. Nicht in der Dusche und im Schwimmbad tragen. Nicht mit Scheuermitteln reiben. In einem eigenen Fach aufbewahren, damit sie nicht zerkratzt. Die Beschichtung reibt sich mit der Zeit ab: bei Bedarf erneuert man sie beim Goldschmied (Neuvergoldung).

Edelstahl mit PVD. Die pflegeleichteste Variante für aktives Tragen. Ein Abwischen mit dem Tuch genügt. Kratzt bei Kontakt mit harten Flächen, ist aber praktisch korrosionsbeständig.

Allgemeine Regel. Lege die Creolen zuletzt an, nach Parfüm, Haarspray und anderen Mitteln. Nimm sie zuerst ab vor der Hausarbeit. Bewahre mehrere Paare nicht ohne Trenner in einem Fach auf.

Creolen als Geschenk

Ringe sind eine der sichersten Wahlen als Geschenk, weil die Größe nicht so kritisch ist wie bei einem Fingerring. Einige Anhaltspunkte.

Wenn du den Stil der Person nicht kennst: kleine oder mittlere Ringe (16 bis 20 mm) aus Gelbgold oder Silber, ohne Steine und Anhänger. Das ist die universelle Variante, die zu jedem Kleiderschrank passt.

Wenn du weißt, dass die Person Ringe im Knorpel trägt: ganz kleine, 6 bis 10 mm, Material Chirurgenstahl oder massives Gold.

Für einen Teenager: Ringe aus Stahl oder vergoldet in der Spanne 15 bis 25 mm, leicht, mit Scharnierverschluss. Stahl verträgt einen aktiven Lebensstil.

Für einen festlichen Anlass: vergoldet mit dicker Goldschicht oder massives Gold, mittelgroßer Durchmesser, gegebenenfalls mit Stein.

Über die Auswahl von Ohrringen als Geschenk und die Bedeutung von linkem und rechtem Ohr liest du im Leitfaden Ohrringe im linken und rechten Ohr: Bedeutung und Geschichte.

Häufige Fehler

Um Creolen herum haben sich viele halbe Schablonenbehauptungen angesammelt: über Größe, Gewicht, Verschlüsse und Gesichtsform. Bevor wir konkrete Patzer durchgehen, lohnt es, einige gängige Vorstellungen auf Festigkeit zu prüfen.

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Zu schwere Ringe für jeden Tag. Eine Creole ab 5 Gramm dehnt den Stichkanal beim täglichen Tragen langsam, aber unausweichlich. Das ist ohne chirurgischen Eingriff irreversibel. Für das Dauertragen wähle Ringe leichter als 3 bis 4 Gramm.

Billige Legierung mit unbekannter Zusammensetzung. Nickel in der Metallzusammensetzung löst Kontaktdermatitis aus: Juckreiz, Rötung, Schuppung an der Stelle des Stichkanals. Trat die Reaktion bei neuen Ohrringen auf, tausche zuerst das Metall, statt die Symptome zu behandeln.

Ring mit zu kleinem Durchmesser für die Ohrdicke. Drückt der Ring auf den Stichkanal, ist das kein Gewöhnungsproblem. Das ist schlicht ein kleiner Durchmesser. Man braucht einen Ring mit etwas größerem Innendurchmesser.

Verschluss durch Aufbiegen in der Ebene öffnen. Der häufigste technische Fehler: die Ringenden in der gleichen Ebene in verschiedene Richtungen ziehen. Das verformt die runde Form, und der Ring schließt nicht mehr sauber. Öffnen muss man senkrecht zur Ringebene.

Beide Ohren gleich tragen bei asymmetrischer Komposition. Asymmetrie funktioniert, wenn sie beabsichtigt ist: ein großer Ring in einem Ohr, ein Stapel im anderen. Ein zufälliger Unterschied (eine Creole ist herausgefallen) wird anders gelesen. Entweder baut man Asymmetrie bewusst auf, oder beide Ohren gleich. Die Prinzipien des asymmetrischen Tragens beschreibt der Leitfaden zu den Ohrring-Kompositionen an einem Ohr.

Pflege ignorieren. Vergoldete Ohrringe laufen durch Parfüm und Creme an, wenn man sie darüber anlegt. Trage Parfüm vor den Ohrringen auf, nicht danach.

Viele Elemente ohne Logik mischen. Ein Stapel Ohrringe, Collier, Armbänder und Ringe an den Händen zugleich funktionieren nur bei strenger Auswahl. Wirkt alles auffällig, wird allein der Lärm auffällig.

Creolen und Frisur

Die Frisur verändert, wie Creolen wirken, und das sollte man bei der Größenwahl beachten.

Zusammengebundenes Haar. Dutt, Pferdeschwanz, hoher Bob, Pixie, kurzer Haarschnitt, freier Hals: die Creolen sind voll sichtbar. Das ist der beste Kontext für große und mittelgroße Ringe. Sind die Haare hochgesteckt, wird ein Ring von 30 bis 40 mm Durchmesser voll gelesen und wirkt als Hauptakzent des Looks.

Offenes Haar. Bei langem und mittellangem Haar können sich die Creolen teils hinter Strähnen verbergen. Ringe bis 20 mm Durchmesser gehen oft verloren. Die optimale Größe bei offenem Haar: mittelgroße ab 25 mm aufwärts oder ein Huggie mit voluminösem Rohr, der am Läppchen sichtbar bleibt. Ein dünner kleiner Ring verschwindet bei dichtem Haar schlicht.

Bob und Long Bob. Hier sind die Creolen gut sichtbar und wirken als strukturierendes Element des Looks. Mittlere Ringe von 20 bis 30 mm ergänzen die Geometrie des Schnitts. Riesige Ringe wirken bei einem kurzen Bob sehr ausdrucksstark.

Seitenscheitel. Beim Seitenscheitel ist eine Creole besser sichtbar als die andere. Das ist ein guter Anlass für bewusste Asymmetrie: ein großer Ring auf der offenen Seite, ein kleiner oder ein Stecker auf der verdeckten.

Zöpfe und aufwendige Frisuren. Feine Zöpfe, Dreadlocks, Geflechte: kleine Ringe können sich in den Haaren verfangen. Wähle Ringe mit glattem Verschluss ohne Vorsprünge oder einen Huggie mit Scharnierschluss.

Geschichte der Creolen: kurz gefasst

Ein Paar goldener Creolen mit Eroten auf Tauben, antikes Griechenland, 3. Jahrhundert v. Chr.
Griechische Goldschmiede trieben die Form des Rings schon in der hellenistischen Epoche zur Eleganz. Pair of gold hoop earrings with Erotes riding doves, Griechenland, 3. Jahrhundert v. Chr. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0).Pair of gold hoop earrings with Erotes riding doves, 3rd century BCE. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

Um Creolen zu tragen, braucht man keine Geschichte, doch den Kontext zu kennen ist mitunter interessant.

Die ersten Funde von Creolen werden auf das dritte Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung datiert. Man fand sie in Grabstätten Mesopotamiens, Ägyptens und Nubiens. Schon damals hatte das Material Bedeutung: Gold zeigte hohen Status an, Kupfer trug man breit, Bronze war die Zwischenvariante.

Im antiken Griechenland trugen Männer in der klassischen Zeit selten Ohrringe, Frauen dagegen nutzten Ringe mit Anhängern rege. Bei griechischen Goldschmieden finden sich Ringe in Form einer Schlange, die sich in den Schwanz beißt, also der Uroboros im Ohr.

Die Römer erbten die griechische Tradition und fügten Steine hinzu. Diese Linie der Nachfolge reicht bis in unsere Tage, durch die Werkstätten der Apenninen, in denen sich die unverkennbare italienische Schule der Creolen mit ihrer Vorliebe für dichtes Gold und klare Geometrie herausbildete. In Rom trug man goldene Ringe in den Ohren breit. Sklaven trugen eine Creole in einem Ohr als Zeichen der Zugehörigkeit. Seefahrer trugen eine goldene Creole als tragbares Kapital.

Im mittelalterlichen Europa kamen Creolen vorübergehend aus der Mode: hohe Kragen und Kopfbedeckungen verdeckten die Ohren. Die Rückkehr erfolgte in der Renaissance.

Im 20. Jahrhundert wurden Creolen abwechselnd zum Symbol verschiedener Subkulturen. In den 1960er und 1970er Jahren trugen Frauen der Bürgerrechtsbewegung große goldene Ringe als Zeichen kultureller Zugehörigkeit. In den 1980ern machte die Punk- und Rockszene Ringe im Knorpel unter Männern populär.

Heute tragen Creolen keinen einheitlichen symbolischen Code: tragen kann sie jeder, und sie sind kein Merkmal einer bestimmten Gruppe.

Creolen für Männer

Creolen für Männer unterscheiden sich von denen für Frauen vor allem in den Proportionen, nicht in den Auswahlprinzipien.

Größe. Männer wählen häufiger kleine und mittlere Ringe (10 bis 25 mm), wenngleich das eine Frage des Stils ist und keine Regel. Ein kleiner Ring in einem Ohr wird als zurückhaltender Akzent gelesen. Ein Ring im Knorpel (Helix oder Tragus) ist längst Teil des gewöhnlichen Looks geworden.

Metall. Gelbgold, Silber, Stahl: alle drei Varianten sind verbreitet. Der männliche Look neigt häufiger zu dünneren Ringen oder Ringen im Knorpel, obwohl auch große Ringe im Läppchen bewusst eingesetzt werden.

Ein Ohr oder zwei. Beide Varianten sind normal. Ein Ring in einem Ohr wird als Akzent gelesen. Ringe in beiden Ohren sind neutral. Asymmetrie (ein Ring im Läppchen auf der einen Seite und ein Ring im Knorpel auf der anderen) schafft einen komplexeren Look.

Creolen mit Farbsteinen und Einsätzen

Klassische Creolen ohne Steine sind universell, doch Versionen mit Einsätzen erweitern die Möglichkeiten.

Pavé-Ringe. Ein Ring, über dessen Außenfläche kleine Steine in Krappenfassung verlaufen. Sie erzeugen den Effekt eines funkelnden Bandes. Wirken bei Tageslicht und bei Abendlicht gut, bei dem sich der Glanz verstärkt. Ein Huggie mit Pavé ist besonders beliebt.

Ringe mit einem einzelnen Stein. Ein einzelner Akzentstein auf dem Ring: in Form eines Tropfens, eines Kreises oder eines Marquise. Weniger festlich als Pavé, hat aber Charakter. Gut in der Alltagsvariante. Dasselbe Prinzip des einzelnen Steins, das dem klassischen Solitär zugrunde liegt, überträgt sich auch auf die Creole: ein klarer Akzent wirkt edler als ein Streuwerk kleiner Einsätze.

Ringe mit farbiger Emaille. Der Trend der letzten Jahre: ein dünner Ring mit einem Band farbiger Emaille. Fügt Farbe hinzu ohne die Grellheit von Steinen. Harmoniert gut mit einem einfarbigen Look.

Ringe mit Perlen. Eine Perle auf dem Ring (als Anhänger oder am Reif befestigt): ein Klassiker, der im Alltags- und im Abend-Look funktioniert. Süßwasserperlen sind günstiger, Meeresperlen teurer, der Effekt ist ähnlich.

Bei der Wahl eines Rings mit Steinen ist wichtig, die Fassung zu prüfen: der Stein muss sicher fixiert sein und darf bei leichtem Druck nicht wackeln.

Creolen zu Stoff und Ausschnitt

Größe und Metall sind oben schon nach Look-Typen behandelt. Ein paar Striche zur Kleidung selbst, die leicht zu übersehen sind.

Ausschnitt. Ein freier Hals oder ein U-Boot-Ausschnitt geben der Creole Raum. Unter einem hohen Kragen wähle den Durchmesser etwas größer, sonst geht die Creole im Kragen verloren. Ein tiefer Ausschnitt verbindet sich abends mit einem großen Ring ohne Collier, damit der Schmuck nicht in Streit gerät.

Beschaffenheit. Warmes Metall liegt gut auf Strick in beigen, sandfarbenen und olivfarbenen Tönen. Glatter Stoff ohne Druck, Satin, Samt, Spitze verlangen daneben nach klarer Metallgeometrie, hier ist ein Ring mit einem einzelnen Stein oder glattes massives Gold angebracht. Unter ein Hemd oder einen Blazer strenger Linien passen kleine Ringe mit dünnem Rohr: sie werden als gepflegtes Detail gelesen.

FAQ

Welcher Ringdurchmesser gilt als Standard?

Der Standard für das Läppchen liegt in den meisten Schmuckbeschreibungen bei 20 bis 25 mm. Das ist der mittlere Ring, den die meisten Menschen im Alltag tragen. Für Knorpelpiercings ist der Standard ein anderer: 8 bis 10 mm.

Wie erkenne ich, dass der Ring vom Durchmesser zu meinem Stichkanal passt?

Kaufe den Ring mit etwas Spielraum: einen Tick größer, als es nötig scheint. Ein zu enger Ring drückt auf das Gewebe des Stichkanals, besonders wenn das Läppchen morgens etwas anschwillt. Es sollte ein Spalt von 2 bis 4 mm zwischen Hautoberfläche und Metall beim bequemen Tragen bleiben.

Kann man Creolen dauerhaft tragen, ohne sie abzunehmen?

Sleeper und kleine Ringe aus inertem Metall (Titan, massives Gold, Chirurgenstahl) vertragen das Dauertragen bei verheiltem Stichkanal problemlos. Silber läuft bei dauerhaftem Kontakt mit Haut und Feuchtigkeit schneller an. Ringe mit Klappverschluss legt man besser ab: die Feder im Verschluss verschleißt bei ständiger Belastung.

Warum läuft der Ring an der Haut schneller an?

Schweiß enthält Salze und Säuren, die die Oxidation des Metalls beschleunigen. Dazu Kosmetik, Seife, Feuchtigkeitscreme. Die Innenfläche des Rings im Kontakt mit der Haut läuft spürbar schneller an als die äußere. Wisch nach jedem Tragen mit einem weichen Tuch nach.

Was bedeutet G in den Eigenschaften eines Knorpelrings?

G steht für Gauge, also die Drahtstärke. 20G ist dünner als 16G: je kleiner die Zahl, desto dicker. Für das Läppchen liegt die Standardstärke des Stichkanals bei 20G oder 18G. Für den Knorpel nutzt man häufiger 16G, das ist etwas dicker für die Festigkeit. Wichtig ist, den Ring auf die Größe deines Stichkanals abzustimmen.

Wie erkenne ich, dass das Metall zu meiner Haut passt?

Trage einen neuen Ohrring an einem Tag einige Stunden. Treten Juckreiz, Rötung oder Brennen auf, nimm ihn ab. Die Reaktion deutet auf Nickel oder einen anderen Allergen in der Zusammensetzung hin. Frag den Verkäufer nach der genauen Zusammensetzung oder wähle Ohrringe mit dem Vermerk nickelfrei oder aus massivem Gold.

Können Creolen das Läppchen dehnen?

Ja, beim systematischen Tragen schwerer Ohrringe. Das Ohrläppchen ist elastisch, besitzt aber kein Formgedächtnis: bei dauerhafter Belastung dehnt es sich langsam. Das beschleunigt sich mit dem Alter, wenn die Haut an Spannkraft verliert. Für das tägliche Tragen wähle Ringe bis 3 bis 4 Gramm.

Wie reinige ich Ringe mit Steinen richtig?

Das hängt vom Stein ab. Harte Steine (Diamant, Saphir, Rubin) vertragen eine sanfte feuchte Reinigung mit der Bürste. Weiche Steine (Perle, Opal, Malachit) verlieren durch Wasser und Seife den Glanz: sie wischt man nur mit einem trockenen weichen Tuch ab. Bergkristall und Glas reinigt man mit einem feuchten Tuch ohne Scheuermittel.

Worin unterscheiden sich Huggies von gewöhnlichen kleinen Ringen?

Der Hauptunterschied liegt darin, wie der Ring am Ohr sitzt. Ein eng anliegender Ring berührt das Läppchen fast ohne Spalt. Ein gewöhnlicher kleiner Ring baumelt frei um den Stichkanal. Dabei erzeugen Ringe mit breitem Rohr bei kleinem Durchmesser ein voluminöses, strukturiertes Aussehen.

Kann man Creolen während der Schwangerschaft tragen?

Das Tragen von Ohrringen während der Schwangerschaft ist an sich nicht kontraindiziert. Die Frage ist, dass sich der Körper verändert: die Haut wird empfindlicher, Reaktionen auf Metalle, die zuvor problemlos vertragen wurden, können sich verstärken. Trat im ersten Trimester eine Reizung durch Ohrringe auf, die man vor der Schwangerschaft problemlos getragen hat, sollte man auf ein hypoallergenes Metall wechseln. Ohrringe legt man unmittelbar vor operativen Eingriffen ab, daher trägt man sie an Tagen geplanter Prozeduren bequemer nicht. Im Übrigen gibt es keine Einschränkungen.

Warum dreht sich der Ring im Ohr und rutscht nach unten?

Das ist ein normales Verhalten eines Rings mit glatter Oberfläche beim Tragen im Läppchen: die Schwerkraft dreht ihn so, dass der Verschluss unten landet. Ist der Verschluss auffällig oder unschön, suche Ringe mit einem Scharnier seitlich statt an der Basis. Manche Ringe macht man absichtlich mit einem Dekorelement unten, das auf diese Drehung ausgelegt ist. Eine andere Möglichkeit: Ringe mit gerillter Innenfläche halten etwas fester im Stichkanal und drehen sich weniger. Bei glatten Ringen lässt sich das nicht vollständig beseitigen: das ist Physik, kein Defekt.

Was tun, wenn der Stichkanal zuzuwachsen begann, aber noch nicht geschlossen ist?

Heilt der Stichkanal nach einer langen Pause zu, darf man den Ohrring nicht mit Gewalt einsetzen: das verletzt das Gewebe. Versuche, die Stelle des Stichkanals mit sauberen Händen und einem Tropfen Öl (Sheabutter, Kokos) einige Minuten zu massieren. Hat sich der Stichkanal verengt, beginne mit einem dünnen Ring oder Draht 20G. Lässt sich der Ring nicht ohne Anstrengung einsetzen, wende dich an ein Piercingstudio: ein Profi weitet den Stichkanal richtig, ohne das Gewebe zu beschädigen.

Fazit

Creolen funktionieren in jedem Kleiderschrank gerade deshalb, weil sie keinen Anspruch auf Komplexität erheben. Der Durchmesser bestimmt den Maßstab, das Rohr bestimmt den Charakter, das Metall bestimmt den Ton, und die ganze Information wird auf einen Blick gelesen.

Die Wahl eines konkreten Paares fällt leichter, wenn man die Prioritäten je nach Situation im Kopf behält. Fürs tägliche Tragen zählt das Gewicht mehr als die Schönheit. Für den Abend zählt der Effekt. Fürs Knorpelpiercing zählt das Metall mehr als die Größe. Fürs Geschenk zählt die Universalität, nicht der persönliche Geschmack des Schenkenden.

Wer gerade erst beginnt, eine Sammlung an Ohrschmuck aufzubauen, dem werden Ringe von 20 bis 25 mm aus Gelbgold oder Silber zur universellen Basis, der man Stecker, eng anliegende Ringe und Ear Cuffs nach und nach hinzufügen kann. Über Ear Cuffs und Schmuck ohne Piercing erzählt ausführlicher der Leitfaden zu den Ohrmanschetten.

🛍 Zevira Katalog

Creolen in verschiedenen Durchmessern, Huggies, Ringe für den Knorpel und Modelle mit Anhängern in Silber 925 und Gold.

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Über Zevira

Zevira fertigt Schmuck von Hand in Albacete, Spanien. Creolen sind eine unserer Grundformen: wir halten eine Reihe von eng anliegenden Huggies bis zu großen Ausgeh-Ringen vor, weil gerade die einfache Form des Kreises in jedem Kleiderschrank funktioniert.

Was du bei uns an Creolen findest:

Jedes Schmuckstück wird von einem Meister von Hand gefertigt, mit der Möglichkeit einer persönlichen Gravur. Silber 925 und Gold 14 bis 18K.

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