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Die Sonne im Tarot: Bedeutung von Arkanum 19, Geschichte und Schmuck

Die Sonne im Tarot: Bedeutung von Arkanum 19, Geschichte und Schmuck

Es gibt diesen Moment im Leben, in dem etwas in einem einfach loslässt. Nicht weil man beschlossen hat loszulassen, nicht weil man das richtige Buch gelesen oder mit einem Therapeuten gesprochen hat. An einem ganz gewöhnlichen Dienstag tritt man vor die Tür, das Licht fällt anders als sonst, und man merkt, dass es einem endlich gut geht. Nicht "es geht", nicht "ich komme zurecht", sondern richtig gut.

Ein Kind, das zum ersten Mal Fahrrad fährt, ohne dass jemand den Sattel festhält. Der Morgen nach einer langen Krankheit, wenn der Kopf wieder klar ist. Der erste Tag, nachdem man ein riesiges Projekt abgegeben hat und einfach nach Hause gehen kann, ohne an irgendetwas zu denken. Diese Momente brauchen keine Erklärung. In ihnen gibt es nichts, was man sich erst verdienen oder verstehen müsste. Sie sind einfach da.

Genau darum geht es bei Arkanum 19.

Die Sonne ist die eindeutigste positive Karte unter den Großen Arkana. Es ist die Karte, die professionelle Kartenleger den besten Zug im ganzen Deck nennen. Erfolg. Klarheit. Reine Freude. Das innere Kind, das sich weder vor dem Abgrund noch vor dem grauen Himmel fürchtet.

Im Folgenden der Reihe nach: woher die Karte kommt, was jedes Symbol bedeutet, welchen Platz sie im System der Arkana einnimmt, mit welchen Mythen und Archetypen sie sich verbindet. Und, was uns am meisten interessiert, welcher Schmuck mit dieser Energie arbeitet und warum Sonnenmotive seit Jahrtausenden zu den gefragtesten in der Goldschmiedekunst gehören.

Platz in den Arkana: aus der Dunkelheit ins Licht

Die Großen Arkana sind wie eine Route aufgebaut. Sie beginnt mit dem Narren (0), einem Menschen an der Schwelle, der noch nicht weiß, wohin er geht. Sie endet mit der Welt (21), dem Schlusspunkt des Zyklus, an dem alles zusammenkommt. Dazwischen liegen gut zwanzig Stationen, von denen jede etwas hinzufügt.

Arkanum 19 hat einen sehr genauen Platz auf dieser Route. Davor steht der Mond (18), die Karte der Illusionen, der nächtlichen Ängste, des Nebels über dem Wasser. Danach kommt das Gericht (20), der Ruf zum Erwachen, zu einem neuen Leben. Die Sonne steht genau zwischen diesen beiden: Sie ist der Ausgang aus der Nacht und zugleich der Vorbote der Erneuerung.

Nach dem Mond mit seiner Doppeldeutigkeit und seinen beunruhigenden Bildern vertreibt die Sonne den Nebel buchstäblich. Alles, was in der Dunkelheit beängstigend wirkte, erweist sich bei Tageslicht als ganz gewöhnlich. Das ist keine Magie, das ist einfach Sichtbarkeit. Die Sonne gibt, was in der Phase des Mondes fehlte: Klarheit, Bestimmtheit, die Möglichkeit, die Dinge so zu sehen, wie sie sind.

In der Tradition der "Reise des Narren", der Vorstellung, nach der der Narr als Protagonist durch alle Großen Arkana hindurchgeht, ist Arkanum 19 der Moment, in dem nach allen Prüfungen, nach dem Tod (13), nach dem Turm (16), nach der Nacht des Mondes (18) endlich die Morgendämmerung anbricht. Keine metaphorische, eine echte: Du bist herausgekommen, und das Licht wärmt dich.

Die Zahl 19 reduziert sich in der Numerologie zu 1+9=10, dann 1+0=1. Die Eins, die Zahl eines neuen Anfangs, des ersten Schritts, des reinen Potenzials. Die Sonne trägt trotz ihrer hohen Ordnungszahl die Energie eines Anfangs in sich: Sie ist nicht das Ende des Weges, sondern sein erleuchteter Moment.

Um das Ausmaß dieses Übergangs zu begreifen, sieh, was der Sonne im System vorausgeht. Die Arkana 15 (der Teufel) und 16 (der Turm) tragen die Themen Bindung und Zerstörung. Arkanum 17 (der Stern), der erste Hoffnungsschimmer nach der Katastrophe des Turms. Arkanum 18 (der Mond), der lange, beunruhigende nächtliche Weg voller Illusionen und Zweifel. Und nach all dem Arkanum 19. Ein Kind auf einem Pferd, vier Sonnenblumen, eine riesige strahlende Sonne über allem.

Dieser strukturelle Zusammenhang erklärt, warum die Sonne so kraftvoll gelesen wird: Sie kommt nach einer besonders schweren Abfolge. Ohne den Mond gäbe es keine solche Morgendämmerung. Deshalb sagt ein Kartenleger bei Legungen, in denen der Mond neben der Sonne liegt, gewöhnlich: "Die schwere Zeit geht zu Ende, es wird gut." Nicht weil die Karten magisch wären, sondern weil dieser Übergang in der Logik des Systems angelegt ist.

Es gibt auch eine interessante Frage der Symmetrie innerhalb der Großen Arkana. Teilt man die 22 Karten in zwei Gruppen zu elf, landet die Sonne im oberen Teil der zweiten Gruppe, jener, die oft als "überweltlich" oder "geistig" bezeichnet wird. Die ersten elf (0-10) arbeiten mit der Erfahrung der Welt: der Magier, die Hohepriesterin, die Herrscherin, der Eremit, das Rad des Schicksals. Die zweiten elf (11-21) sind mit innerer Wandlung verbunden: Gerechtigkeit, der Gehängte, der Tod, die Mäßigkeit, der Teufel, der Turm, der Stern, der Mond. Und an der Spitze dieser zweiten Reihe steht eine Dreiheit: die Sonne, das Gericht, die Welt. Drei Karten, die in jeder Legung als die besten möglichen Ergebnisse gelesen werden.

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Geschichte: von Visconti bis Crowley

Die Geschichte der Sonnenkarte im Tarot lässt sich über mehrere Schlüsseldecks verfolgen, von denen jedes etwas Eigenes zur Ikonografie beitrug.

Visconti-Sforza: zwei Kinder

In einem der ältesten erhaltenen Tarotdecks, dem Visconti-Sforza (Norditalien, um 1450), zeigt die Karte Il Sole zwei Kinder. Sie stehen nebeneinander, umarmen sich oder halten Hände, unter einer großen Sonnenscheibe. Die Szene trägt einen ausgesprochen freudigen Ton: zwei Wesen, denen es gemeinsam unter diesem Licht gut geht.

Die Verdopplung der Figur wird unterschiedlich gedeutet. Einige Forscher sehen die Dioskuren, Kastor und Pollux aus der griechischen Mythologie, die himmlischen Zwillinge. Andere einfach zwei Kinder als Bild von Gelassenheit und Eintracht. So oder so liegt der Akzent schon hier: Die Sonne ist gut, sie ist Sorglosigkeit, sie ist der kindliche Zustand der Welt.

Das Marseille-Deck: Kinder oder Putten

In der Marseille-Tradition (17. bis 18. Jahrhundert), dem Deck, das zum Standard der französischen Kartenmacher wurde und in großen Auflagen erschien, hieß die Karte Le Soleil. Wieder Kinder: kleine Putten oder zwei Jungen unter einer strahlenden Sonne. Die Ausführung ist standardisierter, das Bild weniger fein als bei Visconti, doch die Bedeutungslinie ist dieselbe: Jugend und Freude unter dem Sonnenlicht.

Ein Detail ist bemerkenswert: In einer Reihe von Marseille-Decks steht hinter den Kindern eine Mauer. Eine Grenze, die überschritten wurde, ein Hindernis, das man hinter sich gelassen hat. Dieses Detail sollte später im System von Waite als vollwertiges Symbol festgeschrieben werden.

Waite-Smith 1909: ein Kind auf einem Pferd

1909 deutete die Künstlerin Pamela Colman Smith, die im Auftrag von Arthur Edward Waite an den Illustrationen für das Deck arbeitete, das Bild neu. Aus zwei Kindern wurde eines, ein nacktes Kind auf einem weißen Pferd. Das Kind hält ein rotes Banner, die Arme weit ausgebreitet. Hinter ihm eine Steinmauer mit Sonnenblumen, und über allem eine riesige Sonnenscheibe mit einem Gesicht.

Dieses Bild wurde kanonisch. Es ist jenes, das Hunderte späterer Decks wiedergeben, zitieren und neu deuten. Die Symbolsprache ist hier äußerst durchdacht: Jedes Element trägt eine bestimmte Bedeutung, die Waite in seinem Buch "Der Bildschlüssel zum Tarot" ausführlich beschrieb.

Thoth, Crowley-Harris: die Kinder tanzen wieder

Das Thoth-Deck (Aleister Crowley und die Künstlerin Lady Frieda Harris, gemalt 1938-1943, erstmals veröffentlicht 1969) kehrte zum Bild mehrerer Kinder zurück, aber in völlig anderer Deutung. Tanzende Kinder im Sonnenlicht, ein Bild der Erleuchtung durch Freude, durch Bewegung, durch Vitalität. Harris malte im Geist der projektiven Geometrie, und ihre Sonne ist von einer Dynamik durchdrungen, die dem Bild von Waite fremd ist.

Crowley benannte im Thoth-System mehrere Karten um und änderte eine Reihe von Zuordnungen, doch die Sonne blieb die Sonne: strahlend, positiv, kompromisslos hell.

Die Ikonografie der Waite-Karte: jedes Symbol

Die Ikonografie der Waite-Karte ist am gründlichsten ausgearbeitet, deshalb gehen wir sie im Detail durch. Jedes Element trägt hier eine Bedeutung.

Die riesige Sonne mit Gesicht

Das Zentrum der Karte, eine Sonnenscheibe mit menschlichem Gesicht. Die Sonne blickt geradeaus, ohne den Blick abzuwenden. Das ist kein abstraktes Gestirn, sondern ein bewusstes Wesen, das dich sieht. Daher die Bedeutung von Klarheit und Durchsichtigkeit: Unter der Sonne versteckst du dich nicht, lügst du nicht. Sie beleuchtet alles gleich.

Das Gesicht der Sonne geht in der europäischen Ikonografie auf antike Darstellungen von Helios und Apollon zurück. Die personifizierte Sonne, eine Sonne, die denkt und schaut, ist eine Sonne der Vernunft, eine Sonne des Bewusstseins.

Einundzwanzig Strahlen: eine verschlüsselte Zahl

Die Strahlen der Sonne auf der Karte sind keine zufällige Anzahl. Es sind einundzwanzig: elf gerade und zehn gewellte. Zusammen ergeben sie 21, genau die Zahl der Großen Arkana, wenn man den Narren nicht mitzählt.

Das ist einer der seltenen Fälle, in denen ein visuelles Element die Struktur des ganzen Systems verschlüsselt. Die Sonne enthält buchstäblich die Anzahl aller übrigen Großen Arkana in sich, wie eine Energiequelle, die den ganzen Weg erhellt.

Die beiden Strahlenarten, gerade und gewellte, werden oft als Symbol zweier Energiearten gelesen: der aktiven und gerichteten (gerade) und der intuitiven und fließenden (gewellte). Männliches und weibliches Prinzip, die Logik der Vernunft und die Logik des Gefühls, beide Aspekte zugleich in einer einzigen Lichtquelle.

Das nackte Kind

Das Kind auf der Karte ist nackt, und das ist Absicht. Nacktheit bedeutet in der Tarotsymbolik das Fehlen von Verstellung: nichts zu verbergen, nichts zu verteidigen. Das Kind legt keine Rüstung an, versteckt sich nicht hinter Rollen und Masken, es ist einfach.

Das ist sowohl der Archetyp des inneren Kindes (mehr dazu unten) als auch das buchstäbliche Bild davon, wie ein freudiger Zustand aussieht: offen, ungeschützt, ohne Bedarf an Schutz, weil es keine Bedrohung gibt.

Das weiße Pferd

Das Kind reitet auf einem weißen Pferd ohne Sattel und ohne Zügel. Die Arme sind zur Seite erhoben, keine Kontrolle, keine Lenkung. Das Pferd bewegt sich von selbst. Das ist ein Bild des Vertrauens: Wenn alles gut ist, lässt man die Kontrolle los. Nicht weil die Lage unbeherrschbar wäre, sondern weil man nicht steuern muss, man kann einfach reiten.

Das weiße Pferd trägt in der westlichen Symbolik die Bedeutung von Reinheit, Kraft und Edelmut. In der christlichen Ikonografie, der Triumph. Im Tarotkontext, Kraft ohne Gewalt, Macht ohne Zwang.

Das rote Banner

In der rechten Hand des Kindes ein rotes Banner auf weißem Grund. Rot, die Farbe der Lebenskraft, der Vitalität, des Handelns. Die Fahne des Siegers, doch kein Sieger über jemanden: ein Sieger im Sinne dessen, der ins neue Licht getreten ist, der die Nacht durchschritten hat.

Das Banner spiegelt das Bild des Turms: Dort fällt die Fahne herab, hier ist sie erhoben. Das ist eines der vielen Spiegelbilder innerhalb des Waite-Systems.

Vier Sonnenblumen hinter der Mauer

Hinter der Steinmauer stehen vier hohe Sonnenblumen, die sich zur Sonnenscheibe recken. Vier, die Zahl der Farben in den Kleinen Arkana: Kelche, Schwerter, Münzen, Stäbe. Vier Elemente, vier Himmelsrichtungen, vier Aspekte des Lebens.

Die Sonnenblume, eine Pflanze, die ihren Kopf der Sonne nachdreht. Heliotropismus als Verhaltensprinzip: Ausrichtung auf die Lichtquelle, Streben nach ihr. Vier Sonnenblumen bedeuten, dass sich alle vier Dimensionen des Lebens dem Licht zuwenden.

Außerdem ist die Sonnenblume eine Pflanze der Neuen Welt. Ihre Heimat ist Nordamerika; in Europa tauchte sie erst nach 1492 auf. Dass Pamela Colman Smith die Sonnenblume in eine Karte von 1909 aufnahm, deutet auf ein Bild des "Neuen", des "gestern noch Unbekannten, das schon Teil des Lebens geworden ist".

Die graue Mauer: die Grenze ist überschritten

Die Steinmauer ist die Grenze zwischen der Vergangenheit (Dunkelheit, Schwere, Ungewissheit) und der Gegenwart (offener Raum, Sonnenlicht). Die Mauer ist nicht eingestürzt, sie steht noch. Sie wurde nur überschritten.

Dieses Bild ist wichtig als Gegengewicht zum Turm (16): Dort stürzte die Mauer katastrophal ein. Hier ist sie einfach hinter einem, nicht zerstört, sondern zurückgelassen. Die Vergangenheit ist nicht verschwunden, doch du bist schon auf der anderen Seite.

Der Archetyp: was die Sonne in der menschlichen Erfahrung bedeutet

Die Sonnenkarte arbeitet mit mehreren sich überschneidenden archetypischen Bedeutungen.

Klarheit nach Verwirrung. Die Sonne ist der Moment, in dem eine Situation plötzlich verständlich wird. Nicht weil sich äußerlich etwas geändert hätte, sondern weil sich der Nebel gelichtet hat. Jede Entscheidung, die in Klarheit getroffen wird, hat eine andere Qualität als eine, die in Panik oder Ungewissheit getroffen wird.

Erfolg ohne Vorbehalt. Die meisten "positiven" Tarotkarten tragen eine Bedingung: Der Stern verlangt Hoffnung nach der Prüfung, die Liebenden verlangen eine Wahl, die Welt den Abschluss eines Zyklus. Die Sonne ist eine der wenigen, die einfach gut ist, ohne Einschränkung. Sie ist ein Ja ohne Komma dahinter.

Das innere Kind. Das nackte Kind auf der Karte ist nicht wörtlich ein Kind. Es ist jener Teil der Persönlichkeit, der sich einfach so freuen kann, ohne Anlass und ohne Begründung. Nicht weil man es sich verdient hätte, nicht weil alles nach Plan läuft. Einfach weil es jetzt gut ist.

Kompromisslose Ehrlichkeit. Sonnenlicht beleuchtet alles. Im Sonnenlicht versteckt man sich nicht. Die aufrechte Sonne verweist oft auf einen Moment, in dem die Wahrheit ans Licht kommt, und es sich zeigt, dass sie befreit.

Neues Leben. Bei Legungen zu Schwangerschaft und Geburt ist die Sonne eine der stärksten Karten. Buchstäblich neues Leben, ein Ankommen in der Welt.

Anerkennung. Die Sonne erscheint nicht selten in dem Moment, in dem die Mühe endlich bemerkt wird. Es ist eine Karte, die Kartenleger mit öffentlicher Anerkennung verbinden, nicht im Sinne von Berühmtheit, sondern im Sinne von "deine Arbeit wird gesehen und geschätzt". Das Kind reitet mit erhobenem Banner: Es versteckt sich nicht, es ist hier, es ist sichtbar.

Einfachheit als Tugend. Einer der weniger offensichtlichen Aspekte von Arkanum 19 ist die Erinnerung daran, dass Komplexität nicht immer ein Zeichen von Tiefe ist. Das Kind auf der Karte löst keine philosophischen Probleme, es reitet einfach und freut sich. Manchmal ist die richtige Antwort genau das: direkt, einfach, ohne doppelten Boden. Die Sonne sagt: Lass die Situation genau so sein, wie sie ist, erfinde keine verborgenen Bedeutungen, wo es keine gibt.

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Aufrecht und umgekehrt: selbst Verzögerung ist keine Absage

Aufrecht liest sich die Sonne einfach: Erfolg, Freude, Klarheit, Vitalität. Was auch gefragt wird, die Antwort ist positiv. Das ist ein seltener Fall im Tarot, in dem der Kontext die Bedeutung kaum verändert: In jeder Legung ist die aufrechte Sonne gut.

Umgekehrt wird die Sonne nicht zur schlechten Karte. Das ist wichtig: Die umgekehrte Sonne bleibt die Sonne. Ihr Licht ist nur leicht gedämpft oder verzögert. Der Schlüsselsatz: Verzögerung, nicht Absage.

Die konkreten Nuancen der umgekehrten Sonne:

Merke: Selbst im anspruchsvollsten Tarotsystem bleibt die Sonne in jeder Lage im oberen Teil der Skala. Es ist eine Karte, die eine Legung erleichtert, statt sie zu beschweren.

Es gibt ein eigenartiges Detail in der Ikonografie der umgekehrten Sonne. Dreht man die Waite-Smith-Karte um, steht das Kind auf dem Kopf. Das ist das Bild eines Menschen, der den Boden unter den Füßen verloren hat, nicht im Sinne einer Katastrophe (das ist der Turm), sondern im Sinne leichter Desorientierung. Immer noch fröhlich, immer noch hell, doch irgendwie aus dem Tritt. Es ist eine genaue Metapher für den Zustand "alles ist gut, aber irgendetwas stimmt nicht": Der Erfolg ist da, doch aus irgendeinem Grund fehlt die Freude daran. Oder sie ist da, aber nicht so, wie erwartet.

Eine weitere Deutung der umgekehrten Sonne, eine "Sonnenfinsternis". Das Licht ist nicht verschwunden, es ist vorübergehend verdeckt. Eine Finsternis bedeutet nicht das Ende des Tages, sie bedeutet einige Minuten Dunkelheit mitten am Tag. Ungewöhnlich, seltsam, ein wenig beunruhigend, doch in wenigen Minuten kehrt alles zurück.

Der Löwe und die Sonne in der Astrologie

Im westlichen astrologischen System des Tarot ist jedem Großen Arkanum ein Planet oder ein Tierkreiszeichen zugeordnet. Der Sonne ist die Sonne zugeordnet. Und über sie das Zeichen Löwe.

Der Löwe ist das einzige Zeichen, das von der Sonne beherrscht wird. Es ist ihr Domizil: der Ort, an dem die Sonne in voller Kraft steht, alle Mittel hat und mit größter Freiheit handeln kann. Die Eigenschaften des Löwen in der Astrologie: Stärke, Großzügigkeit, Schöpferkraft, die Fähigkeit zu leuchten, und die Fähigkeit, im Zentrum zu sein, ohne es zu erzwingen.

Die Sonne regiert in der Astrologie die Vitalität, das Ich im gesunden Sinne des Wortes (nicht die Eitelkeit, sondern das Selbstgefühl), die Lebenskraft. Es ist der Planet, der die Frage "Wer bin ich?" beantwortet, nicht im Sinne einer Rolle, sondern im Sinne des Kerns der Persönlichkeit.

Die Verbindung von Arkanum 19, Löwe und Sonne bildet eine dreifache Struktur: Die Karte spricht von demselben, von dem der Planet spricht, und von demselben, von dem das Zeichen spricht. Großzügigkeit, Vitalität, Klarheit, Führung durch Ausstrahlung statt durch Macht.

Interessant ist auch, dass die Sonne im Widder erhöht ist, einem weiteren Zeichen, das mit neuem Anfang und direktem Handeln verbunden ist. Das verstärkt den Aspekt des "ersten Schritts in Klarheit", den Arkanum 19 besonders deutlich trägt.

Astrologisch regiert der Löwe das fünfte Haus des Geburtshoroskops, das Haus der Schöpferkraft, der Freuden, der Romantik und der Kinder. Wieder: Die drei Themen von Arkanum 19 (Freude, Vitalität, Kind) decken sich mit dem Bereich, den dieses Haus regiert. Wenn die transitierende Sonne durch das fünfte Haus läuft oder wenn Direktionen den Löwen im Horoskop aktivieren, beschreiben Astrologen diese Zeit oft mit denselben Worten, die Kartenleger für Arkanum 19 benutzen: eine Zeit schöpferischen Selbstausdrucks, der Freude, sichtbarer Ergebnisse.

Der Löwe als Tier des Zeichens wird durch die Farbe seiner Mähne (golden, sonnenhaft) mit dem Sonnenlicht verbunden. Im Schmuck ist der Löwe eines der ältesten königlichen Symbole, in der Heraldik der meisten europäischen Monarchien gegenwärtig. Ein Ring mit einem Löwen, ein Löwenanhänger, ist zugleich königliches Symbol, Sonnensymbol und Arkanum 19. Dreifache Sonnensymbolik in einem einzigen Stück.

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Apollon und Helios: die griechischen Sonnengötter

Apollon lenkt den Sonnenwagen, der in einer Wolke aus Licht und Gold in den Himmel steigt
Eben jener Sonnenwagen, den Helios jeden Morgen lenkt und der Phaethon zugrunde richtete: das Bild, das der Ikonografie von Arkanum 19 zugrunde liegt. The Chariot of Apollo, Odilon Redon, 1905 - 16. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0).The Chariot of Apollo, Odilon Redon, 1905 - 16. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

In der griechischen Mythologie stehen hinter der Sonne zwei verschiedene Götter, die oft verwechselt werden.

Helios, buchstäblich die Sonne als Himmelskörper. Jeden Morgen spannte er seinen feurigen Wagen an und fuhr ihn von Ost nach West über das Firmament. Am Abend erwartete ihn ein goldenes Boot, das ihn über den Ozean zurück nach Osten brachte. Helios ist die physische Sonne: Bewegung, Wärme, Licht. Er ist allsehend; keine Tat unter freiem Himmel entgeht ihm. Es war Helios, der Demeter berichtete, dass Hades Persephone geraubt hatte, weil er alles sah, was bei Tag auf Erden geschieht.

Apollon, ein Gott des Lichts, aber schon im übertragenen Sinn. Das Licht der Vernunft, der Weissagung, der Musik, der Heilkunst. Das Orakel von Delphi ist seines. Die Leier ist seine. Die Gabe der Vorausschau ist seine. In der Spätantike begannen die Bilder von Apollon und Helios zu verschmelzen: Apollon übernahm solare Attribute und wurde zum Sonnengott im weiteren Sinn.

Beide Gestalten sind in der Ikonografie von Arkanum 19 gegenwärtig, Helios als physisches Strahlen und Allsicht, Apollon als Klarheit des Denkens und schöpferische Vitalität.

Bezeichnend ist die Geschichte des Phaethon, des Sohnes des Helios, der seinen Vater bat, den Sonnenwagen lenken zu dürfen. Helios willigte ein, obwohl er vor der Gefahr warnte. Phaethon wurde der Pferde nicht Herr, der Wagen kam vom Kurs ab und begann die Erde zu versengen, und Zeus musste ihn mit einem Blitz treffen, um die Katastrophe zu verhindern. Dieser Mythos wird oft als Warnung vor dem Unterschied zwischen dem Besitz von Macht und dem Vermögen, sie anzuwenden, gedeutet: Sonnenenergie ist gewaltig, doch sie verlangt Meisterschaft.

Hier liegt der Unterschied zwischen Arkanum 19 aufrecht (der Sonne) und umgekehrt: Aufrecht reitet das Kind sicher, ohne Zügel, in Einklang mit dem Pferd. Umgekehrt ist es eher Phaethon: zu viel zu schnell, ein Missverhältnis zwischen Wunsch und Vermögen.

Die Pythischen Spiele zu Ehren Apollons in Delphi fanden alle vier Jahre statt und umfassten musische, dichterische und sportliche Wettkämpfe. Der Lorbeerkranz des Pythischen Siegers ist eines der ersten Bilder in der Geschichte des "Triumphs" als öffentlicher Anerkennung des Erfolgs. Apollon als Schirmherr dieser Spiele ist die Sonne in der Rolle dessen, der das Beste sieht und belohnt. Eine weitere Parallele zu Arkanum 19: eine öffentliche, anerkannte, erleuchtete Leistung.

Sol Invictus und Ra: die Sonne als Staatskult

Der römische Kult des Sol Invictus, der "Unbesiegten Sonne", wurde unter Kaiser Aurelian im Jahr 274 n. Chr. offiziell eingeführt. Die Sonne wurde zum obersten Gott Roms, zum Sinnbild der ewigen Kraft des Reiches. Der Tag der Sonne (Dies Solis) wurde zum staatlichen Feiertag. Das Fest der Geburt der Unbesiegten Sonne wurde am 25. Dezember begangen, ein Datum, das wegen der Wintersonnenwende gewählt wurde, wenn die Tage wieder länger werden.

Das ist ein wichtiger historischer Punkt: Sonnensymbolik war politisch aufgeladen. Ein Sonnensymbol im Rom des dritten und vierten Jahrhunderts zu tragen, bedeutete etwas Konkretes: Du stehst auf der Seite der Kraft, du bist Teil der Reichsordnung, dich wärmt die Unbesiegte Sonne.

Ra, der ägyptische Sonnengott, eine der wichtigsten Gottheiten des ägyptischen Pantheons. Seine Tagesfahrt über den Himmel und seine Nachtfahrt durch die Unterwelt gehören zu den zentralen mythologischen Erzählungen Ägyptens. Am Morgen erschien Ra als Skarabäus Chepri (die junge aufgehende Sonne), am Mittag als Falke Re-Harachte, am Abend als Widder Atum. Drei Gestalten eines einzigen Sonnenzyklus.

Horus, die Falkensonne, deren rechtes Auge die Sonne und deren linkes Auge der Mond war. Sein täglicher Sieg über Seth (den Gott des Chaos) ist eine Metapher des Sonnenaufgangs: Jeden Morgen besiegt Horus das nächtliche Dunkel. Das Auge des Horus als Symbol der solaren Sicht kam schon im alten Ägypten in den Schmuck und bleibt bis heute darin.

Surya, Mithra, Inti: die Sonne auf drei Kontinenten

Die Sonnenmythologie ist eine der universellsten. Auf jedem bewohnten Kontinent wurde die Sonne zum Gegenstand der Verehrung und der Personifikation.

Surya, der indische Sonnengott, einer der Adityas (Götter des himmlischen Raums). Seine Darstellung in zwölf Erscheinungsformen entspricht den zwölf Monaten des Jahres. Surya fährt auf einem Wagen, gezogen von sieben Pferden, den sieben Farben des Regenbogens oder den sieben Tagen der Woche. Surya Namaskar ("der Sonnengruß") ist eine der grundlegenden Übungsfolgen im Yoga. Eine jahrtausendealte Tradition der bewussten Hinwendung zur Sonnenenergie als Quelle der Vitalität.

In der vedischen Tradition trägt Surya mehrere Bedeutungsschichten, die sich genau mit Arkanum 19 decken. Sein Beiname "Savitar" bedeutet "der Antreiber", "der Beleber", jener, der die Dinge zum Beginnen bewegt, aus dem Schlaf weckt, Bewegung in Gang setzt. Das Gayatri-Mantra, eines der wichtigsten vedischen Gebete, ist an Savitar gerichtet: eine Bitte um die Erleuchtung des Geistes, um Klarheit, um Verständnis. Jahrtausendelang begrüßen Menschen den Sonnenaufgang mit diesem Gebet: die Bitte, dass das Sonnenlicht sowohl in den Körper als auch in das Denken eintrete.

Mithra, der persische Gott des Lichts, einer der am meisten verehrten im iranischen Pantheon. Der Mithraismus, der sich im ersten bis vierten Jahrhundert n. Chr. im Römischen Reich verbreitete, wurde zu einer der größten Mysterienreligionen. Mithra wurde aus einem Felsen geboren und tötete den heiligen Stier, aus dessen Körper alles Lebende entstand. Sein Geburtstag fiel mit der Wintersonnenwende zusammen. Mithraismus und frühes Christentum wetteiferten in etwa derselben Epoche in denselben römischen Provinzen um ihr Publikum.

Im Mithraismus gab es eine siebenstufige Hierarchie der Einweihung, und eine der höchsten Stufen hieß "Vater" (Pater). Bemerkenswert ist, dass das Bild des Vater-Sonne, der alle erleuchtet, ohne Bindung an einen bestimmten Sohn, an Jungs Beschreibung des Selbst erinnert: eine Quelle, die nicht wählt, sondern einfach scheint.

Inti, der Sonnengott der Inka, der als Urahn der herrschenden Dynastie galt. Die Inka nannten sich "Kinder der Sonne". Gold war das Metall des Inti, und genau deshalb war der Schmuck der Inka fast ausschließlich golden. Die großen Ritualobjekte der Inka waren Abbilder der Sonnenscheibe. Moderner Schmuck mit einer Sonnenscheibe trägt diese jahrtausendealte Tradition der Verehrung in sich, auch wenn der Träger nicht daran denkt.

Der Coricancha der Inka, der "Goldene Hof", war der Sonnentempel in Cusco, dessen Wände buchstäblich mit Goldblech ausgeschlagen waren. Als spanische Konquistadoren den Tempel im 16. Jahrhundert plünderten, staunten sie über die Menge des Goldes. Für die Inka war das kein Reichtum in unserem Verständnis, sondern die buchstäbliche Verkörperung des Sonnenlichts im Metall. Gold zu tragen bedeutete, ein Stück Inti zu tragen.

Amun-Re in der ägyptischen Tradition, die Verschmelzung von Amun (dem verborgenen Gott) und Ra (dem Sonnengott), wurde zum obersten Gott des Neuen Reiches. Amun-Re verkörperte sowohl das Verborgene (das Nächtliche, das Unbewusste) als auch das Offenbarte (das Solare, das Klare) in einer Gestalt. Das ist eine genaue Parallele zum System Jungs und zum Paar der Arkana 18 (der Mond) und 19 (die Sonne): zwei Pole, die in ihrer Fülle das Ganze sind.

Alle Traditionen treffen sich in einem: die Sonne, die Quelle des Lebens, die Quelle der Ordnung, die Quelle dessen, was die Dinge wachsen lässt. Schmuck mit einem Sonnensymbol ist Schmuck, der allen Kulturen zugleich gehört.

Jung: das Selbst und das Solare in der Individuation

Carl Gustav Jung arbeitete mit der Sonnensymbolik als Bild des Selbst, des zentralen Archetyps der Psyche, der das Bewusste und das Unbewusste zu einem Ganzen vereint.

Im System Jungs ist das Ich das Zentrum des bewussten Teils der Persönlichkeit. Das Selbst ist das Zentrum der ganzen Persönlichkeit, einschließlich dessen, was wir nicht über uns wissen. Die Individuation ist der Prozess der allmählichen Annäherung an das Selbst, wenn sich die Fragmente der Psyche zu etwas Ganzem zu sammeln beginnen.

Die Sonne ist in diesem System ein Symbol des Selbst: Sie scheint auf alles gleich, bevorzugt nichts, wirft keinen Schatten mit Absicht. Es ist keine Ich-Sonne, die nur sich selbst bescheint. Es ist die Sonne im Sinne eines Zentrums, das das ganze Feld der Psyche erhellt.

Der Moment, in dem Arkanum 19 in einer Legung erscheint, wird von jungianisch gestimmten Analytikern oft als der Moment gelesen, in dem das Selbst direkt "spricht", ohne die symbolischen Umwege des Mondes und des Turms. Es ist ein seltener und wertvoller Zustand.

Das Kind auf der Karte ist auch im jungianischen Wortschatz gegenwärtig: Puer Aeternus (der ewige Jüngling), der Archetyp ewiger Jugend und des schöpferischen Anfangs. In der positiven Variante Frische der Wahrnehmung, die Fähigkeit, neu zu beginnen. In der negativen Infantilismus, die Weigerung erwachsen zu werden. Arkanum 19 steht für den positiven Pol: das innere Kind als Quelle der Freude, nicht als Ausweichen vor Verantwortung.

In "Psychologie und Alchemie" (1944) schrieb Jung über den "filius philosophorum", den Sohn der Philosophen, das geheimnisvolle Kind, geboren im alchemistischen Prozess der Vereinigung der Gegensätze. Das ist kein wörtliches Kind, sondern ein Symbol dessen, was geboren wird, wenn das dunkle und das helle Prinzip der Psyche zu wechselwirken beginnen, statt zu kämpfen. Das nackte Kind auf der Sonnenkarte ist dasselbe Bild in der Tarotikonografie: geboren am Ende eines langen Weges, unschuldig nicht aus Unwissenheit, sondern aus dem Durchschreiten des Wissens.

Es gibt auch eine Verbindung des solaren Archetyps zu dem, was Jung in alchemistischer Terminologie "rubedo" (Röte) nannte, der abschließenden Stufe des alchemistischen Werks, wenn sich alles synthetisiert und aufgeleuchtet hat. Im System der Vier Stufen der jungianischen Alchemie: nigredo (Schwärze, Dunkelheit), albedo (Weiße, Läuterung), citrinitas (Gelbe, die Übergangsstufe), rubedo (Röte, solare Vollendung). Arkanum 19 entspricht genau dem rubedo: brennend, strahlend, vollendet.

Positive Psychologie: was die Wissenschaft über Freude weiß

Martin Seligman, der Begründer der Positiven Psychologie, benannte mehrere Bestandteile des menschlichen Wohlbefindens im PERMA-Modell: Positive emotions (positive Emotionen), Engagement (Vertieftsein), Relationships (Beziehungen), Meaning (Sinn), Accomplishment (Erreichtes).

Positive Emotionen sind in diesem System nicht "einfach gute Laune". Es sind Zustände, die Aufmerksamkeit und Denken weiten (Barbara Fredricksons Theorie des "broaden and build"): Wenn es uns gut geht, bemerken wir mehr, denken weiter, knüpfen mehr Verbindungen. Freude macht uns buchstäblich klüger und geselliger.

Mihaly Csikszentmihalyi beschrieb den Zustand des Flow: das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit, wenn die Zeit verschwindet, Anstrengung sich nicht mehr wie Anstrengung anfühlt und nur das da ist, was man gerade tut. Genau in diesem Zustand erlebt ein Mensch, was die Sonnenkarte als Freude symbolisiert: nicht als äußeres Ereignis, sondern als Qualität der Gegenwart.

Das Kind auf dem weißen Pferd ohne Zügel ist ein Bild des Flow. Es gibt keine Kontrolle, nicht weil sie verloren wäre, sondern weil sie nicht gebraucht wird. Die Bewegung geschieht von selbst.

Viele beschreiben diesen Zustand auf ihre eigene Weise. Wenn ein Mensch Freude in ihrer echten, unmittelbaren Form erlebt, nicht die Euphorie eines Aufputschmittels, sondern eben jene stille heiße Klarheit, die Arkanum 19 trägt, wird das nicht nur als "angenehm" empfunden, sondern als Gefühl der Richtigkeit, das Gefühl, dass die getroffene Wahl die richtige war. Eben diese Qualität unterscheidet den Moment der Sonne von einer zufälligen guten Laune.

In Untersuchungen der 2000er Jahre fand Barbara Fredrickson das sogenannte "Positivitätsverhältnis": Menschen, die etwa dreimal mehr positive als negative Erfahrungen hatten, zeigten eine deutlich höhere Funktionsfähigkeit, in Beziehungen, im Beruf, in der Gesundheit. Wenn Arkanum 19 in einer Legung erscheint, ist das eine "gute Nachricht". Es ist ein Signal, dass die Ressource für ein hohes Funktionsniveau gerade verfügbar ist. Es lohnt, diesen Moment nicht zur Erholung, sondern zur Bewegung zu nutzen.

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In Literatur und Kino: Momente des Sonnenlichts

Einige Szenen der Weltkultur vermitteln den Zustand von Arkanum 19 genauer als jede Beschreibung.

"Der Alchimist" von Paulo Coelho. Der Moment, in dem Santiago den Schatz findet, nicht den, den er suchte, sondern den, der die ganze Zeit in seiner Nähe war. Es ist kein Gold. Es ist das Verstehen, dass die Reise selbst der Schatz war, dass der Sinn in der Bewegung lag. Die Sonnenkarte ist die Karte eben dieses Verstehens: nicht dass man endlich das Äußere bekommt, sondern dass im Innern endlich etwas klar wird.

"Das Leben ist schön" von Roberto Benigni. Die Schlussszene, in der Guidos Sohn sieht, dass er überlebt hat, dass der Krieg vorbei ist, dass der Vater nicht gelogen hat, dass das Leben doch ein Spiel war, und auch ein Grauen. Ein Strahl Morgenlicht durch die Luke des Panzers. Der Moment, in dem das Dunkelste durchschritten ist und eine echte Morgendämmerung anbricht. Arkanum 19 nach Arkanum 18 ist genau das.

"Die Verurteilten". Die Szene, in der Andy im Regen aus dem Abwasserrohr tritt, die Arme zum Himmel erhoben. Kritiker sind sich einig, dass diese Szene wie ein Bild der Geburt wirkt: aus dem Dunkel ins Licht, aus der Gefangenschaft in die Freiheit. Dann, am Ende, der Strand, helle Sonne, ein Wiedersehen nach dem Dunkel. Regisseur Frank Darabont beendet den Film nicht ohne Grund mit diesem Bild: Sonnenlicht als Sinnbild für Freiheit und Klarheit.

"Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Der Prinz kommt in der Wüste zu dem Piloten, zu einem sterbenden, erschöpften Mann, der die Orientierung verloren hat. Und durch seine bloße Gegenwart, durch seinen unmittelbaren kindlichen Blick gibt er dem Erwachsenen die Fähigkeit zurück, zu sehen, was wichtig ist. Der Prinz ist das innere Kind als Funktion: Er löst nicht das Problem des Flugzeugs, er erinnert daran, wozu man überhaupt lebt. Goldenes Haar, ein goldener Schal, Lachen, all das ist die Sonne.

"Der Duft der Frauen" (Scent of a Woman, 1992) mit Al Pacino. Die Schlussszene, in der der erblindete Colonel Slade, der den Sinn des Lebens verloren hat, in die Mitte des Saals tritt, einen Tango tanzt und eine Rede hält. Das ist nicht dieselbe Lage wie in "Die Verurteilten": Hier kommt die Sonne nicht nach dem Dunkel draußen, sondern nach dem Dunkel im Innern. Ein Mensch hat wieder etwas Lebendiges in sich gefunden. Der Saal sieht es und applaudiert. Öffentliche, erleuchtete, freudige Vitalität, Arkanum 19 in genauer Gestalt.

Die Dichtung Pablo Nerudas, "Ode an die Sonne". Neruda schrieb Oden auf einfache Dinge: auf die Zwiebel, auf Socken, auf die Tomate, und auf die Sonne. Seine Ode an die Sonne ist nicht feierlich, nicht theologisch. Es ist ein Gespräch mit einem heißen Fleck auf dem Boden, mit der Wärme auf der Schulter, mit dem, was jeden Morgen kommt und nie um Dank bittet. "Du verlangst nichts, du gibst nur" ist eine genaue Beschreibung der aufrechten Arkanum 19. Kein Geschäft. Nur Licht.

In all diesen Geschichten, verschieden nach Gattung, Epoche und Kultur, gibt es einen gemeinsamen Moment: wenn ein Mensch aufhört zu kämpfen und einfach beginnt zu sein. Das Kind auf der Karte kämpft nicht mit dem Pferd und nicht mit der Sonne. Es reitet einfach. Das ist der Zustand, den Arkanum 19 symbolisiert: kein Sieg über etwas, sondern der Moment, in dem der Kampf nicht mehr nötig ist.

Schmuck mit Sonnensymbolik: was und warum

Die Sonne ist eines der ältesten und am weitesten verbreiteten Motive im Schmuck. Das ist keine Mode und keine flüchtige Schwärmerei. Es ist eine Gegenwart, die in keiner Epoche unterbrochen war.

Funde von Sonnenscheiben und Sonnenrädern aus Gold stammen aus der Bronzezeit (dem zweiten Jahrtausend v. Chr.), in Dänemark, Irland, Mitteleuropa. Die goldenen Sonnenscheiben der ägyptischen Pharaonen. Inti-Masken der Inka aus reinem Gold. Mittelalterliche Reliquiare mit Sonnenstrahlen. Silberne Sonnenanhänger des 20. Jahrhunderts. Die feinen goldenen Sonnenanhänger, die heute in jedem Land der Welt getragen werden.

Warum ist dieses Motiv so beständig? Mehrere Gründe.

Erstens ist die Sonnenscheibe eines der wiedererkennbarsten geometrischen Bilder. Ein Kreis mit Strahlen wird in jeder Kultur sofort verstanden.

Zweitens ist die Bedeutung eindeutig positiv: Die Sonne bringt Wärme, Leben, Wachstum. Anders als der Mond oder die Sterne, deren Symbolik mehrdeutig ist (der Mond ist sowohl mit Geheimnis als auch mit Illusion verbunden), ist die Sonne in den meisten Traditionen direkt und hell.

Drittens funktioniert Sonnenschmuck mit jedem Metall gut: Gelbgold unterstreicht das Solare buchstäblich, Silber schafft einen kühlen mondhaften Kontrast, Roségold fügt Wärme ohne Schwere hinzu.

Sonne und Mond: das Paar

Eines der gefragtesten Motive im Schmuck, Sonne und Mond zusammen. Im Tarot sind Arkanum 18 (der Mond) und Arkanum 19 (die Sonne) ein Paar, das als Übergang aufgebaut ist: Nacht und Tag, Dunkel und Licht, Illusion und Klarheit. Sie zusammen als Schmuck zu tragen heißt, mit beiden Polen der Erfahrung zu arbeiten: mit dem, was im Dunkeln geschieht, und mit dem, was alles erhellt.

Himmlischer Schmuck: der Kontext

Ein Sonnenanhänger fügt sich natürlich in ein weiteres himmlisches Thema ein, Schmuck mit Mond, Sternen, Sternbildern. Himmlische Symbolik erlebt gerade einen Aufschwung: eine Ästhetik, die zugleich schön anzusehen ist und eine Bedeutungsschicht trägt. Die Sonne ist hier der zentrale Gegenstand des gesamten himmlischen Pantheons, alles Übrige ordnet sich um sie.

Die Feder: Leichtigkeit

Schmuck mit einer Feder trägt die Symbolik von Freiheit und Leichtigkeit, Eigenschaften, die sich gut mit dem Archetyp der Sonne reimen. Das Kind auf der Karte ist unbelastet: Es trägt keine Last der Vergangenheit, keine Furcht vor der Zukunft. Die Verbindung eines Sonnenanhängers mit einer Feder ist eine Verbindung von Klarheit und Leichtigkeit.

Die Biene: Sonnenenergie

Die Biene im Schmuck ist eines der interessantesten Symbole im Zusammenhang mit der Sonne. Bienen sind bei Tageslicht aktiv, und ihre Geselligkeit und Schaffenskraft werden in vielen Traditionen mit Sonnenenergie verbunden. In Ägypten war die Biene ein Symbol der Pharaonenmacht, der Macht der Sonne. Die Verbindung von Sonne und Biene im Schmuck wirkt auf der Ebene eines natürlichen Archetyps: zwei Bilder von Vitalität und Schöpfung.

Die Sonnenblume als Motiv

Die Sonnenblume von der Waite-Karte ist ein Motiv, das im Schmuck fast nie direkt vorkommt, doch ihre symbolische Bedeutung lohnt zu kennen. Heliotropismus (das Drehen der Sonne nach) als Prinzip: Schmuck mit einer Sonnenblume, oder mit einem darauf anspielenden Bild, trägt die Bedeutung der Ausrichtung auf das Licht, des Folgens der Quelle der Vitalität.

Anhänger mit Sonnenscheibe

Unter allen Formen des Sonnenschmucks ist der Sonnenanhänger mit Strahlen die direkteste Anspielung auf die Ikonografie von Arkanum 19. Eine runde Scheibe mit Strahlen (gerade, gewellt oder kombiniert) in Gold oder Silber. Eine einfache Form mit jahrtausendealter Geschichte.

Ein wichtiges Detail bei der Wahl: Die Strahlen können gleich oder verschieden sein. Die Waite-Karte zeigt beide Arten, gerade und gewellte. Schmuck mit abwechselnd geraden und gewellten Strahlen ist der Ikonografie der Karte näher. Doch auch gleiche Strahlen tragen ihre eigene Bedeutung: die Gleichförmigkeit des Sonnenlichts, das für alle gleich scheint.

Ohrringe mit Sonnenmotiven

Ohrstecker mit Sonnenscheiben sind eine der vielseitigsten Varianten für den Alltag. Ein kleiner Durchmesser (8 bis 12 mm) überlädt das Bild nicht, doch die Gegenwart des Symbols schafft das Gefühl einer kleinen, beständigen Sonne neben dem Gesicht, buchstäblich.

Ohrhänger mit Sonnenscheiben an einer feinen Kette geben Bewegung: Beim Drehen des Kopfes fangen sie das Licht ein. Auf ihre Weise geben sie das Verhalten einer echten Sonne wieder, beständig, beweglich, lebendig.

Asymmetrische Ohrringe mit einer Sonne und einem Mond tragen das Thema der Arkana 18 und 19 direkt: zwei Pole, einer an jedem Ohr. Dunkel und Licht nicht als Gegensätze, sondern als Paar.

Sonnenringe

Ein Ring mit einer Sonnenscheibe im Zentrum ist eine sichtbarere Aussage als ein Anhänger. In der westlichen Schmucktradition sind Ringe mit Sonnensymbolen seit der Bronzezeit gegenwärtig: keltische Sonnenräder, römische Ringe mit Sol Invictus, goldene Inka-Ringe mit der Scheibe des Inti.

Ein feiner goldener Ring mit einer kleinen reliefartigen Sonnenscheibe ist ein alltägliches, unaufdringliches Sonnensymbol. Du blickst auf die Hand und siehst es. Eine Erinnerung, die nicht auf der Ebene der Vernunft, sondern auf der Ebene des Blicks wirkt.

Vier positive Arkana: was jedes gibt
ArcanumWas es gibtQualitat der FreudeSchmuck
Die Sonne (XIX)Klarheit, Vitalitat, bedingungsloser Erfolg, das innere KindAktiv, hell, real genau jetztSonnenscheibe in Gold, Sonnen- und Mond-Set
Der Stern (XVII)Hoffnung nach Prufung, Heilung, Vertrauen in die ZukunftRuhig, friedvoll, wiederherstellendSternanhanger, Himmelsthema in Silber
Die Welt (XXI)Abschluss eines Zyklus, Integration von Erfahrung, VollstandigkeitReif, abschliessend, feierlichRundes Medaillon, Ring, Symbol eines vollendeten Weges
Die Liebenden (VI)Verbindung, Wahl, herzliche Einheit mit einem anderenZweideutig, eine Entscheidung fordernd, leidenschaftlichPaarschmuck, Herz, Symbol zu zweit

Die Sonne im Tarot und die Sonnensymbolik in der Schmuckgeschichte

Bevor wir über konkrete Stücke sprechen, klären wir, warum die Sonnensymbolik in der Goldschmiedekunst so beständig ist. Es ist einer jener seltenen Fälle, in denen ein visuelles Motiv und seine Bedeutung über Jahrhunderte nicht auseinanderdriften.

Die Himmelsscheibe von Nebra (um 1600 v. Chr., Deutschland) ist eines der ältesten erhaltenen Bilder des Firmaments. Sie zeigt die Sonne, den Mond und die Sterne. Es ist kein Schmuck, sondern ein Ritualgegenstand, doch die Form der Goldscheiben auf ihr geht direkt dem voraus, was man später zu tragen begann. Die Sonnenscheibe als Symbol erschien lange bevor jemand das Tarot erdachte.

Keltische Torques und Sonnenräder aus Bronze und Gold, aus dem zweiten und ersten Jahrtausend v. Chr. Ein Speichenrad als Symbol der Sonne: Speichen, Strahlen, ein Reif, das Firmament. Keltische Sonnenräder finden sich in ganz Europa, von Irland bis zum Balkan. Ein solches Stück zu tragen bedeutete buchstäblich, "die Sonne mit sich zu tragen", in einer Zeit, in der der Sonnenkult im religiösen Leben zentral war.

Ägyptische goldene Sonnenscheiben waren unter den Pharaonen ein Vorrecht der Könige und Priester. Der Uräus (die Kobra) und die Sonnenscheibe bildeten zusammen das oberste königliche Symbol Ägyptens. Gold hieß in Ägypten "Fleisch der Götter", eben weil es die Farbe des Ra hatte.

Mittelalterliche Reliquiare in Form einer Sonnenscheibe mit Strahlen waren eine der wichtigsten Arten kirchlichen Geräts. Das ist das Ostensorium, die Monstranz, das Gefäß zur Aufbewahrung der geweihten Hostie, umgeben von goldenen Strahlen. Die Sonnenscheibe gewann im Christentum eine neue Bedeutungsschicht, ohne die alte zu verlieren: das Licht als solches, die Quelle des Lebens.

Der Stil des "Sonnenkönigs" des 17. Jahrhunderts unter Ludwig XIV. (Roi Soleil, der Sonnenkönig) führte die Sonnensymbolik als offizielles höfisches Zeichen ein. Das Schloss von Versailles ist entlang der Achse Sonnenaufgang-Sonnenuntergang ausgerichtet. Die Sonnenscheibe auf Wappen, Medaillen, Schmuck ist buchstäblich die Gleichsetzung des Herrschers mit dem Sonnengott. Die Werkstätten von Versailles fertigten Tausende von Stücken mit Sonnenmotiv.

All das deutet auf eines: Wenn heute jemand einen Anhänger mit einer Sonnenscheibe wählt, tritt er in eine Tradition ein, die mehrere Jahrtausende alt ist. Nicht weil er daran denkt, sondern weil die Form so beständig und so bedeutungsgeladen ist, dass die Kultur sie mühelos von Generation zu Generation weitergibt.

Wie man Schmuck für die Energie von Arkanum 19 wählt

Wenn man "Schmuck für die Sonne im Tarot" sagt, meint man nicht, "eine Karte mit einem Bild an einer Kette zu kaufen". Man meint, ein Symbol zu wählen, das mit dem mitschwingt, was die Karte trägt: Klarheit, Vitalität, Offenheit, Freude ohne Bedingungen.

Metall. Gelbgold ist die naheliegendste Wahl für Arkanum 19. Seine Farbe wiederholt buchstäblich die Farbe der Sonnenscheibe. Doch auch Silber funktioniert, besonders wenn man einen mond-solaren Kontrast in einem Stück möchte. Roségold fügt Wärme und eine menschliche Weichheit hinzu. Für Schmuck mit Sonnenmotiv gibt es kein "falsches" Metall; die Form ist wichtiger.

Form. Eine Scheibe mit Strahlen ist eine direkte Anspielung auf die Ikonografie der Karte. Ein Ring (ein Kreis ohne Strahlen) trägt eine andere Bedeutung, Vollendung, die Welt. Eine Träne oder ein Tropfen ist der Mond. Strahlen sind die Sonne. Wenn man gerade Arkanum 19 möchte, wähle einen Kreis mit Strahlen: gerade, gewellt oder (wie auf der Karte) abwechselnd.

Größe. Ein kleiner, dezenter Anhänger ist Schmuck "für sich selbst". Du weißt, was du trägst, die anderen bemerken es vielleicht nicht. Ein großer zentraler Anhänger ist eine Aussage nach außen: "Ich bin in einer Zeit der Klarheit und verberge das nicht." Für Arkanum 19 sind beide Varianten passend. Die Karte verlangt keine Bescheidenheit: Das Kind auf ihr reitet mit erhobenem Banner.

Steine. Wenn das Stück Einlagen enthält, wählt man für das Thema der Sonne traditionell warme, sonnenhafte Steine: Citrin (gelb, sonnenhaft), Bernstein (buchstäblich erstarrtes Sonnenlicht), Sonnenstein (Heliolith, sein Name spricht für sich), goldener Rutilquarz (goldene Fäden im Kristall). Unter den durchsichtigen schafft Bergkristall in einer goldenen Fassung den Effekt "gebündelten Lichts". Labradorit funktioniert für mond-solare Kompositionen, in denen beide Arkana erscheinen.

Kombinationen. Wenn man ein kleines "Sonnenensemble" zusammenstellen möchte: ein zentraler Anhänger mit einer Sonnenscheibe, ergänzt durch ein feines Armband mit einer Sonnenblume oder einer Biene, beide Sonnenmotive wirken natürlich zusammen. Ohrstecker mit kleinen Sonnenscheiben passen gut zu einem größeren Anhänger, ohne mit ihm zu konkurrieren.

Als Geschenk. Schmuck mit Sonnensymbolik schenkt man passend: zum Ausgang aus einer schweren Zeit ("endlich klar"), zur Geburt eines Kindes oder zur Schwangerschaft (der buchstäbliche Kontext der Karte), zum Abschluss eines großen Projekts oder zur Verteidigung einer Doktorarbeit, zum Geburtstag im Sommer (Löwe, das Zeichen der Sonne, der Höhepunkt des Sommers). Wichtig sind sowohl das Stück als auch die Worte: "Ich habe das gewählt, weil du durch das Dunkel gegangen bist und es nun hell ist" ist weit genauer, als nur eine Schachtel zu überreichen.

Mythen uber die Sonnenkarte
Die Sonne ist in jeder Legung immer eine gute Karte
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Die Kinder auf der Sonnenkarte sind buchstablich eine Vorhersage von Kindern oder Schwangerschaft
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Die 21 Strahlen auf der Sonnenkarte sind ein zufallig dekoratives Detail
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Sol Invictus ist das erste Weihnachten: das Fest wurde erfunden, um mit dem heidnischen Kult zu konkurrieren
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Die Sonnenblumen auf der Tarot-Karte sind eine traditionelle europaische Pflanze mit einer tausendjahrigen Geschichte
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In den Legungen: wie die Karte gelesen wird

Die Sonne bringt ein einfaches und klares Signal in eine Legung, doch der Kontext fügt Nuancen hinzu.

Fragen zu Arbeit und Karriere. Erfolg, Anerkennung, ein gut abgeschlossenes Projekt. Die aufrechte Sonne in der Position des Ergebnisses oder der nahen Zukunft ist einer der besten Züge für Fragen dieser Art.

Fragen zu Beziehungen. Freude, Gegenseitigkeit, Offenheit. Gab es Schwierigkeiten, eine Zeit der Klärung und Erwärmung. Nicht unbedingt "die perfekte Beziehung", aber gewiss ein guter Moment.

Fragen zur Gesundheit. Traditionell liest sich die Sonne in Gesundheitslegungen positiv: Genesung, Besserung, Rückkehr der Energie.

Fragen zu Plänen und Entscheidungen. Grünes Licht. Jetzt ist eine gute Zeit zu handeln.

In der Position Rat. Sei offen, wie das Kind auf der Karte. Verteidige dich nicht, wo es nichts zu verteidigen gibt. Erlaube dir, dich einfach über das zu freuen, was ist.

In der Position Hindernis. Umgekehrt oder in der Position der Herausforderung: blinder Optimismus, der Unwille, die echten Probleme zu sehen, eine "Sonnenbrille", die hindert, das zu bemerken, was Aufmerksamkeit braucht.

Kombinationen mit anderen Arkana

Die Karten wirken im Kontext zueinander, und die Sonne entfaltet sich in Kombinationen unterschiedlich.

Mond (18) + Sonne (19): die Route durch die Nacht. Eine der bedeutendsten Abfolgen im Deck. Der Mond ist eine Zeit der Ungewissheit, der Illusionen, der Ängste. Die Sonne ist der Ausgang aus ihr. Diese beiden Karten zusammen in einer Legung zu sehen, ist ein Signal: Die Nacht geht zu Ende, die Morgendämmerung ist nah.

Sonne (19) + Gericht (20): der Ruf zum Neuen. Nach der Klarheit kommt das Erwachen. Das Gericht ruft zu einer neuen Etappe, doch dafür braucht es eben die Klarheit, die die Sonne gibt. Dieses Paar erscheint oft in Momenten, in denen ein Mensch an der Schwelle einer großen Entscheidung steht und die Antwort schon kennt, sie nur noch nicht laut ausgesprochen hat.

Narr (0) + Sonne (19). Der Narr beginnt den Weg, die Sonne erhellt ihn. Sind diese Karten in einer Legung, geht der Mensch in die richtige Richtung, trotz der scheinbaren Naivität des Starts. Das Kind auf dem Pferd ohne Zügel und der Narr am Rand des Abgrunds sind zwei Bilder desselben Vertrauens in den Prozess.

Sonne (19) + Stern (17). Beide Arkana sind positiv. Der Stern trägt Hoffnung und Heilung nach der Prüfung. Die Sonne ist konkreter Erfolg und Klarheit. Zusammen sagen sie: sowohl die Hoffnung als auch das Ergebnis, beides ist da.

Turm (16) + Sonne (19). Eine schwere Abfolge hat zu etwas Gutem geführt. Die Zerstörung hat Raum für etwas Echtes geschaffen. Dieses Paar erscheint oft bei Menschen, die eine ernste Krise durchschritten und entdeckt haben, dass das Leben danach ehrlicher wurde.

Magier (1) + Sonne (19). Der Magier ist gezieltes Handeln mit Werkzeugen. Die Sonne ist das Ergebnis dieses Handelns, seine Erleuchtung. Der Magier weiß, was zu tun ist; die Sonne sagt: Tu es, jetzt ist eine gute Zeit. Zusammen sind sie eines der besten Paare für Fragen "Lohnt es sich zu beginnen?".

Gerechtigkeit (11) + Sonne (19). Gleichgewicht plus Klarheit. Das liest sich oft als: Die Situation ist gerecht eingerichtet, und sie wird ans Licht kommen. Manchmal das Ende eines langen Verfahrens (eines rechtlichen, persönlichen, beruflichen), das zugunsten des Fragenden endet.

Tod (13) + Sonne (19). Der Tod ist im Tarot Wandlung, kein Ende. Die Sonne nach dem Tod ist die Morgendämmerung nach der Wandlung. Es ist eines der ermutigendsten Paare in Legungen über Veränderung: Etwas ist gestorben, doch das Neue strahlt bereits.

Umgekehrte Sonne in der Position Rat. Oft gelesen als: "Erlaube dir ein wenig Trübe." Man muss nicht immer im Aufschwung sein, man braucht nicht immer höchste Vitalität. Manchmal ist ein stiller grauer Tag kein Problem, das man lösen müsste. Es ist einfach ein grauer Tag.

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Wie man Sonnenschmuck trägt: Saison, Stil, Anlass

Ein Sonnenmotiv im Schmuck wirkt je nach Kontext unterschiedlich.

Nach der Saison. Im Sommer, Gold, freie Hautpartien, größere Formen. Der Höhepunkt der Sonne verlangt einen spiegelnden Höhepunkt im Schmuck: eine große Sonnenscheibe auf dem Höhepunkt des Juli ist nicht übertrieben, sie ist genau. In der kalten Jahreszeit trägt ein Sonnenanhänger unter dem Mantel eine andere Bedeutung: eine persönliche Quelle der Wärme, die von außen nicht sichtbar ist. Schmuck "für sich selbst", eine Erinnerung, dass die Sonne nicht fort ist, sie ist nur tiefer geworden.

Nach Metall und Bild. Gelbgold im Sommer, eine direkte, helle, offene Wahl. Silber mit einer Sonnenscheibe schafft einen interessanten Kontrast: ein kühles Metall mit einem heißen Symbol. Es ist das Paar Mond-Sonne, Nacht und Tag in einem Stück. Für jene, die nicht buchstäblich "sonnenhaft" wirken wollen, ist eine silberne Sonnenscheibe feiner und vieldeutiger.

Nach der Kleidung. Ein Sonnenanhänger funktioniert gut mit neutralen Tönen: Weiß, Beige, Creme, dort liest er sich als Hauptakzent. Mit Schwarz, kontrastreich und ausdrucksvoll: dunkler Grund, heller Mittelpunkt. Mit anderen kräftigen Farben nur, wenn der Anhänger selbst groß genug ist, um nicht verloren zu gehen.

Schichtung. Eine Sonnenscheibe plus ein Mond plus ein Stern an Ketten verschiedener Länge sind ein himmlisches System, am Körper getragen. Es funktioniert, wenn alle Stücke aus einem Metall oder bewusst aus verschiedenen sind. Das Mischen zufälliger Stücke verschiedener Länge schafft Chaos statt System.

Nach dem Anlass. Zum Schulabschluss, zur Verteidigung, zum ersten Arbeitstag an einem neuen Ort, zum Geburtstag eines Menschen, der etwas Schweres durchgemacht hat, überall, wo ein Zeichen "jetzt ist es gut" gebraucht wird. Man muss dem Beschenkten die Tarotsymbolik nicht erklären: Es genügt zu sagen "Ich habe das gewählt, weil du nach langer Dunkelheit ins Licht getreten bist." Das ist ohne besonderes Wissen verständlich.

Für Männer. Ein Sonnensymbol im Schmuck kennt keine Geschlechtergrenzen. Eine feine goldene Kette mit einer Sonnenscheibe für einen Mann ist ein Klassiker, der seit Jahrtausenden besteht (von den ägyptischen Pharaonen bis zum heutigen Herrenschmuck). Eine münzartige Scheibe mit einer reliefartigen Sonne ist ein männliches Format, das ernst gelesen wird.

Die Sonne trägt man in Gold, auf nackter Haut, basta. Eine silberne Sonne ist ein grauer Dienstag, den könnt ihr behalten.
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Womit man Sonnenschmuck trägt

Die Sonnenscheibe hat auf meinen Shootings dutzende Looks durchlaufen, und sie klingt am besten, wenn sie nicht mit der Kleidung streitet, sondern das Licht am Gesicht einfängt. Hier, was wirklich funktioniert, nach Anlass.

Womit trage ich eine Sonne im Alltag? Für den Alltagslook empfehle ich einen kleinen Scheibenanhänger an einer kurzen Kette über einem weißen T-Shirt, einem Leinenhemd oder cremefarbenem Strick. Der helle Stoff wirkt wie ein Himmel, vor dem die Scheibe sofort lesbar ist. Einem warmen Hautunterton rate ich zu Gelbgold, einem kühlen zu Silber. Man kann sie tragen, ohne sie abzunehmen, und erinnert sich erst am Spiegel an sie.

Passt ein Sonnenanhänger ins Büro? Ja, wenn man zurückhaltend bleibt. Ich empfehle einen klaren Ausschnitt, einen V-förmigen oder einen flachen runden, unter einem einfarbigen Oberteil in Beige, Grau oder Marineblau. Die Scheibe legt sich ins Dekolleté und wirkt als einziger Akzent, ohne mit der Businesskleidung zu streiten. Ich wähle eine kleine bis mittlere Größe, ohne lange Anhänger.

Wie baue ich einen Abendlook auf? Für den Abend rate ich zu einer großen Form und einem dunklen Grund: freie Schultern, ein glatter Stoff, Schwarz oder Bordeaux. Eine große goldene Scheibe auf nackter Haut gibt einen Kontrast von Dunkel und Licht, eben jenes Paar Mond-Sonne direkt am Körper. Ich füge Ohrhänger hinzu, die beim Drehen des Kopfes das Licht einfangen.

Und wenn ich schichten möchte? Dann stelle ich ein himmlisches System bewusst zusammen: eine Sonne, ein Mond und ein feiner Stern an Ketten verschiedener Länge in einem Metall. Ich empfehle einen klaren Abstand zwischen den Längen, 5 bis 7 cm, sonst verheddern sich die Ketten und aus dem System wird ein Stapel. Ein durchdachtes Set schlägt immer eine zufällige Handvoll Anhänger.

Wem steht Sonnenschmuck? Fast jedem, besonders jenen, die klare, offene Looks lieben und keine Scheu vor einem warmen Glanz am Gesicht haben. Zwei Regeln, die mich nie im Stich lassen. Erstens passe ich die Länge an den Ausschnitt an: Eine kurze Kette (40 bis 45 cm) bringt die Scheibe zu den Schlüsselbeinen, eine lange (50 bis 60 cm) führt sie tiefer, unter die Kleidung. Zweitens wähle ich das Metall nach dem Hautunterton, nicht nach der Laune, Gold für warm, Silber für kühl, und Roségold legt sich am weichsten auf helle Haut.

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Die Sonne in verschiedenen Tarot-Traditionen: wie sich die Deutung wandelte

Es ist interessant zu verfolgen, wie sich dieselbe Karte je nach dem System, das ein Kartenleger verwendet, unterschiedlich liest.

Waite-Smith (1909), das am weitesten verbreitete System. Die Sonne handelt hier vor allem von Vitalität, Erfolg und Erleuchtung. Der Akzent liegt auf der körperlichen Freude (das Kind, das Pferd, die Bewegung) und auf dem Ausgang aus der Dunkelheit (die Mauer dahinter).

Die Marseille-Tradition, in einer Reihe von Deutungen strenger. Die zwei Kinder werden als Symbol einer Doppelheit gelesen, die endlich Harmonie gefunden hat: männlich und weiblich, bewusst und unbewusst, oder einfach zwei Menschen im Frieden miteinander. Weniger Akzent auf persönlicher Freude und mehr auf Eintracht.

Das Thoth, Crowley, Arkanum XIX ist hier mit dem Sonnen-Geist als Sol (alchemistisches Gold) verbunden. Die Symbolik ist esoterischer, der Akzent liegt auf der Erleuchtung als geistiger Qualität. Die tanzenden Kinder, ein Bild nicht naiver Sorglosigkeit, sondern des Tanzes des Lebens selbst: Vita.

Das Thoth-Tarot (in anderen Lesarten) deutet die Sonne durch das Prisma des Horus, des ägyptischen Falken-Sonnengottes. Crowley war überzeugt, dass seine Epoche (der "Äon des Horus") die vorige (den "Äon des Osiris") ablöste, und die Sonnenkarte trägt in seinem System diese eschatologische Ladung: Es ist gut, und zwar auf neue Weise gut.

Das Gnomon-Tarot (eines der modernen akademischen Systeme) deutet die Sonne durch ein Modell von Archetypen: das Kind, das keine Scham kennt. Ein psychologischer Akzent, der Moment, in dem ein Mensch sich einen Teil seiner selbst zurückholt, den er einst aus Furcht vor Verurteilung versteckte. Sich laut zu freuen, ohne Rechtfertigung, ist auch eine Fertigkeit.

Was alle Systeme verbindet: Keines deutet die Karte als negativ. Die Abweichungen liegen im Detail, der Akzent auf dem Erfolg, auf der Harmonie, auf der geistigen Klarheit, auf der psychologischen Befreiung, doch das Fazit ist immer dasselbe: Es ist gut. Eben diese einhellige Positivität macht die Sonne unter den Großen Arkana einzigartig.

FAQ

Ist die Sonne im Tarot buchstäblich eine gute Karte?

Aufrecht, ja, sie ist eine der wenigen Karten, die sich fast immer positiv lesen. Nuancen fügen die umgekehrte Lage und die Nachbarkarten hinzu, doch im Ganzen bleibt die Sonne in jeder Legung im oberen Teil der Skala. Kartenleger nennen gewöhnlich drei Karten, die ohne Vorbehalt gut sind: die Sonne, den Stern und die Welt. Unter ihnen ist die Sonne die hellste und unmittelbarste.

Sind die einundzwanzig Strahlen auf der Karte ein Zufall?

Nein. Es ist eine bewusste Wahl Pamela Colman Smiths (oder ihres Lehrers Waite). 21 Strahlen = 21 Große Arkana ohne den Narren. Die Sonne enthält buchstäblich die Zahl aller übrigen Arkana des Weges. Die 11 geraden Strahlen werden oft als aktive, bewusste Energien gelesen, die 10 gewellten als intuitive, unbewusste.

Handeln die Kinder auf der Karte buchstäblich von Kindern?

Das Kind auf der Karte ist vor allem der Archetyp des inneren Kindes, der Fähigkeit zu offener Freude. In Legungen kann die Karte tatsächlich auf Kinder oder Schwangerschaft verweisen, doch das ist nicht die einzige und nicht die hauptsächliche Lesart. Die Regel im Tarot: Eine wörtliche Lesart eines Symbols ist dann zutreffend, wenn die Frage wörtlich gestellt ist. Fragt man "Werde ich Kinder haben?", ist die Sonne in der Position der Antwort ein positives Zeichen. Fragt man "Wie läuft mein Projekt?", handelt die Sonne von Erfolg und Vitalität, nicht von Kindern.

Ist die umgekehrte Sonne schlecht?

Nein. Es ist eine vorübergehende Verzögerung, gedämpftes Licht, kleine Hindernisse auf dem Weg zum Guten. Die umgekehrte Sonne bleibt eine positive Karte, nur weniger bedingungslos. Eine gute Analogie: ein trüber Tag, keine Nacht. Die Sonne ist hinter den Wolken, sie ist da, man kann sie gerade nur nicht direkt sehen.

Worin unterscheidet sich die Sonne vom Stern und von der Welt?

Der Stern (17) ist Hoffnung und Heilung, ein stilles Leuchten nach dem Dunkel. Eine ruhige Gewissheit, dass es gut wird. Die Welt (21) ist der Abschluss eines Zyklus, die Integration der Erfahrung, der Tanz am Ziel. Die Sonne (19) ist Klarheit und Vitalität in einem bestimmten Moment, aktive Freude. Alle drei sind positiv, doch auf verschiedene Weise: Der Stern ist still, die Welt abschließend, die Sonne hell und gegenwärtig. Wenn der Stern sagt "du wirst genesen" und die Welt sagt "du hast es geschafft", dann sagt die Sonne "jetzt gerade ist es gut".

Welcher Schmuck passt zur Energie von Arkanum 19?

Anhänger und Ohrringe mit einer Sonnenscheibe in Gelbgold oder Vergoldung. Die Verbindung von Sonne und Mond, um mit den Polen der Erfahrung zu arbeiten. Das himmlische Thema im Ganzen. Die Sonnenblume als Motiv. Feine goldene Ketten mit einer schlichten Sonnenscheibe sind eine der zurückhaltendsten Arten, diese Energie ohne die buchstäbliche Symbolik des Tarot zu tragen. Für jene, die eine klarere Verbindung zur Karte wünschen, gibt Schmuck mit abwechselnd geraden und gewellten Strahlen die Ikonografie Waites direkt wieder.

Sind die Sonne und der Löwe in der Astrologie dasselbe?

Nicht dasselbe, aber eng verbunden. Die Sonne beherrscht den Löwen, es ist ihr Domizil. Die Eigenschaften des Löwen und der Sonne überschneiden sich: Großzügigkeit, Vitalität, Schöpferkraft, die Fähigkeit, für andere zu leuchten. Hat ein Mensch die Sonne im Löwen im Geburtshoroskop, schwingt Arkanum 19 für ihn besonders mit. Das Zeichen Löwe regiert die Zeit von Ende Juli bis Ende August, den Höhepunkt des Sommers auf der Nordhalbkugel, die Zeit der größten Sonnenaktivität. Das ist kein zufälliges Zusammentreffen.

Wie nutzt man die Symbolik der Sonne im Schmuck als persönliches Zeichen?

Ein Sonnenanhänger eignet sich gut als Stück für den Moment des Austritts aus einer schweren Zeit, für einen neuen Anfang im Zeichen der Klarheit, als Geschenk zum Abschluss eines wichtigen Abschnitts. Eine eingravierte Datumsangabe auf der Rückseite verwandelt das Stück vom Symbol in eine persönliche Markierung: "An diesem Tag wurde es klar." Man kann auch ein Wort oder die Koordinaten eines Ortes gravieren, an dem etwas Wichtiges geschah, ein konkreter Punkt auf der Karte einer persönlichen Geschichte.

Sind die Sonnenblumen auf der Karte eine europäische Pflanze?

Nein, und das ist eine interessante Tatsache. Die Sonnenblume stammt aus Nordamerika. Nach Europa kam sie nach 1492. Pamela Colman Smith nahm 1909 beim Zeichnen der Karte eine Pflanze auf, die für die europäische Tradition verhältnismäßig neu war, was sich symbolisch mit dem Thema der Sonne als des Neuen, Offenen, noch nicht Vertrauten deckt. Mehr dazu im Mythen-Widget.

Muss man ein Sonnenschmuckstück "aktivieren"?

Es bedarf keinerlei Rituale. Das Stück trägt seine Bedeutungsschicht durch die Wahl des Symbols und durch die Absicht des Trägers. Wenn du einen Sonnenanhänger in einem bestimmten Moment deines Lebens gewählt hast, trägt er diesen Moment, ohne zusätzliche Handgriffe. Das Symbol wirkt durch das Gedächtnis und durch den Blick: Jedes Mal, wenn du es ansiehst, erinnert es dich an diesen Moment und diesen Zustand.

Kann man Sonnenschmuck ständig tragen oder nur an "guten" Tagen?

Ständig. Gerade an schweren Tagen wirkt ein Stück mit der Sonne am stärksten: Es erinnert daran, dass das Licht da ist, auch wenn es vorübergehend nicht zu sehen ist. Das ist kein Talisman, der "die Sonne anzieht". Es ist ein Anker, der die Erinnerung daran bewahrt, wie es ist, wenn es gut ist.

Schluss

Das Kind auf dem weißen Pferd unter der riesigen Sonne weiß nicht, dass das Bild über Jahrhunderte erhalten bleibt. Es reitet einfach, die Arme erhoben, das Banner in der Luft, ohne Zügel.

Arkanum 19 ist so gebaut, dass seine Bedeutung kaum einer Erklärung bedarf. Von allen zweiundzwanzig Großen Arkana ist eben die Sonne die direkteste: Freude bedarf keiner Auslegung. Erfolg bedarf keiner Rechtfertigung. Gut heißt gut.

Hinter dieser Einfachheit steht eine jahrtausendealte Tradition. Ra und Helios, Sol Invictus und Inti, Apollon und Surya, alle Sonnengötter aller Kulturen sprachen von einem: Es gibt eine Quelle, die scheint, die Leben gibt, die alles ohne Schatten sieht. Die Tarotkarte von 1909 verdichtete diese Tradition zu einem einzigen Bild.

Die Struktur der Arkana sorgte dafür, dass die Sonne genau dann kommt, wenn sie gebraucht wird: nach dem Mond, nach dem nächtlichen Nebel, vor dem Gericht, vor einem neuen Anfang. Das ist kein zufälliger Platz im Deck. Es ist eine architektonische Entscheidung: Die Morgendämmerung steht genau dort, wo sie stehen soll, nach der längsten Nacht.

Der Moment, in dem man ein Sonnenschmuckstück nicht wählt, weil es schön ist, sondern weil es mit etwas Innerem zusammentraf, eben solche Momente verwandeln ein Stück von einem Gegenstand in ein Zeichen. Nicht magisch, ohne Bedarf an Ritualen. Einfach ein stilles, persönliches Zeichen: Jetzt ist es klar, jetzt ist es gut.

Manchmal genügt es, eine kleine goldene Scheibe an einer Kette anzusehen, um sich zu erinnern: Dieser Zustand war da. Er ist möglich. Er kommt wieder.

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Zevira fertigt Schmuck von Hand in Albacete, Spanien. Das Sonnenmotiv ist eines der beständigsten in unseren Kollektionen: von feinen Scheibenanhängern für den Alltag bis zu ausdrucksvollen himmlischen Sets mit Sonne und Mond.

Was du bei uns findest:

Jedes Stück wird von einem Meister von Hand gefertigt, mit der Möglichkeit persönlicher Gravur. Wir arbeiten mit 925er Silber und 14- bis 18-karätigem Gold.

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