
Grossular: der durchsichtige Granat, von Honiggelb bis Smaragdgrün
Die meisten sind überzeugt, Granat gebe es nur in dunklem Rot. Dabei ist Grossular ein Granat in Gelb, Orange, Rosa und sogar einem dichten Waldgrün, so klar, dass man die besten grünen Steine mit Smaragd verwechselt. Der Name kommt vom lateinischen grossularia, der Stachelbeere: die ersten beschriebenen Kristalle waren gelbgrün, genau wie die unreife Beere.
Was Grossular ist
Grossular ist eine der Varietäten des Granats, eines Minerals aus der Gruppe der Silikate. Granat ist kein einzelner Stein, sondern eine ganze Familie eng verwandter Minerale: Almandin und Pyrop (rot), Spessartin (orange), Andradit (gelbbraun und grün) und Grossular. Sie alle teilen ein kubisches Kristallgitter, unterscheiden sich aber in der Chemie und damit in der Farbe.
Grossular hebt sich unter seinen Verwandten durch Klarheit und eine unerwartete Palette hervor. Reiner Grossular wäre farblos; die Farbe kommt von Spurenelementen. Eisen färbt den Stein gelb und orange, Chrom und Vanadium machen ihn grün, Mangan gibt das Rosa dazu. Die Anteile dieser Elemente sind winzig, höchstens ein paar Prozent, und doch verändert sich die Farbe dadurch grundlegend.
Es gibt einen eigenen Beitrag darüber, wie Granat in Schmuck verwendet wird und welche Geschichte und Symbolik man ihm zuschreibt.
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Chemie und Physik des Steins
Zusammensetzung und Kristallstruktur
Die chemische Formel von Grossular lautet Ca₃Al₂(SiO₄)₃: Calcium, Aluminium und Silikatgruppen. In der Praxis kommt reiner Grossular in der Natur kaum vor, meist mischt er sich mit anderen Granaten, weshalb die Zusammensetzung schwankt, und mit ihr die Farbe.
Grossular kristallisiert im kubischen System. Kubische Symmetrie bedeutet, dass der Stein optisch isotrop ist: Licht durchdringt ihn in allen Richtungen gleich, ohne Doppelbrechung. Daher ein sauberer, gleichmäßiger Glanz ohne Regenbogenzerlegung. Gut ausgebildete Kristalle nehmen oft die Form eines Rhombendodekaeders an, eines zwölfflächigen Körpers, der bei Granaten als der klassische Schliff der Natur selbst gilt.
Härte, Dichte, Optik
- Mohshärte: 7 bis 7,5. Härter als Glas und Quarz, aber weicher als Topas (8), Korund (9) und erst recht Diamant. Für Schmuck ein guter Wert, doch kein unbegrenzter: Der Stein lässt sich von den harten Teilchen gewöhnlichen Hausstaubs zerkratzen, der oft Quarz enthält.
- Dichte: etwa 3,4 bis 3,7 g/cm³. Grossular ist deutlich schwerer als Glas desselben Volumens, einer der Hinweise zur Unterscheidung von einer Fälschung.
- Brechungsindex: rund 1,72 bis 1,75. Höher als bei Quarz und den meisten Halbedelsteinen, weshalb ein geschliffener Grossular heller funkelt, als man es von einem günstigen Stein erwartet.
- Dispersion (die Zerlegung des Lichts ins Spektrum, das sogenannte Feuer): mäßig, deutlich schwächer als bei Diamant oder Demantoid. Grossular punktet mit reiner Farbe und Glanz, nicht mit Regenbogenblitzen.
- Pleochroismus fehlt bei Grossular praktisch; er ist aus jedem Winkel gleichmäßig gefärbt, was für ein kubisches Mineral folgerichtig ist. Einen schwachen Farbwechsel beobachtet man bisweilen an einzelnen orangen Steinen, doch das ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Manche Tsavorithe (die grüne Varietät) zeigen unter Ultraviolett eine schwache Fluoreszenz. Das ist kein Leuchten im Dunkeln, sondern eine Reaktion eben auf die UV-Lampe.
Wie er in der Natur entsteht
Grossular entsteht durch Metamorphose, die Umkristallisation von Gestein unter Druck und hoher Temperatur. Das Ausgangsmaterial sind kalkreiche Kalksteine und Mergel, dazu Tonerde und Kieselsäure. Geraten solche Gesteine in eine Zone, in der Erdplatten zusammenstoßen, kilometertief, bei Temperaturen von Hunderten Grad, ordnen sich die Minerale neu, und aus ihnen wachsen Granatkristalle.
Der Vorgang dauert Jahrmillionen und verläuft äußerst langsam. Darum sind große durchsichtige Kristalle selten: häufiger trifft man auf kleine Körner und Verwachsungen. Grossular liegt meist neben anderen metamorphen Mineralen, Vesuvianit, Diopsid, Calcit, und eine Verwachsung mit ihnen schätzen Sammler gesondert.
Geologie und Lagerstätten
Grossular findet man dort, wo alte Kalksteine die Metamorphose durchlaufen haben. Die Geographie des Abbaus ist recht überschaubar, und jede Region hat ihre charakteristische Farbe.
- Kenia und Tansania. Die Grenze beider Länder im Bereich des Tsavo-Nationalparks ist die Hauptquelle für grünen Grossular, den Tsavorit. Die Lagerstätte wurde Ende der 1960er Jahre entdeckt, und von dort kam der smaragdgrüne Stein auf den Markt. Die Vorkommen sind begrenzt, große reine Kristalle selten.
- Madagaskar. Die Insel ist für orange Grossulare und viele andere Granate bekannt.
- Namibia und Uganda. Sie liefern gelbe und grünlichgelbe Steine guter Durchsichtigkeit.
- Mexiko. Klassische Verwachsungen von Hessonit und grünem Grossular auf Muttergestein, Mineraliensammlern seit langem vertraut.
- Kanada, der Ural, Italien, Sri Lanka, Pakistan. Sie liefern Hessonit und Sammlerstücke.
Sri Lanka war seit alters eine Quelle für Hessonit; von dort verbreitete sich der braunorange Grossular über die Handelswege, lange bevor der Stein einen wissenschaftlichen Namen hatte.
Geschichte
Durchsichtige Granate in warmen Tönen nutzte man in Schmuck und Siegeln seit grauer Vorzeit. Im alten Rom und in der hellenistischen Welt schnitt man Hessonit, die honigbraune Varietät des Grossulars, zu Gemmen und Intaglien, winzigen geschnittenen Steinen mit Bildnissen und Szenen. Der Stein war hart genug, um die Schnitzerei zu halten, und leuchtete angenehm im Durchlicht.
In Indien und auf Sri Lanka kannte man Hessonit unter einem Namen, der ihm sein Etikett in der Sanskrit-Tradition gab, und schätzte ihn als einen der Edelsteine, die die örtliche Astrologie mit bestimmten Himmelskräften verband. Diese Tradition lebt bis heute, hat aber mit der Mineralogie und dem Kauf eines Schmuckstücks nichts zu tun.
In Europa trennte man Grossular lange nicht von den übrigen Granaten: Das Auge sah einen Granat, und die feinen Unterschiede in der Zusammensetzung blieben dem Wissen verschlossen. Die Varietäten zu unterscheiden gelang erst mit dem Aufstieg der Mineralogie. Den wissenschaftlichen Namen gab dem Grossular zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im Jahr 1808, der deutsche Mineraloge Abraham Gottlob Werner, wegen der Ähnlichkeit der grünen sibirischen Kristalle mit der Stachelbeere (grossularia auf Latein).
Grüner Grossular, der Tsavorit, ist nach geschichtlichem Maßstab sehr jung: Er wurde erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entdeckt und in den Schmuckhandel gebracht. Eine große Geschichte in Kronen und Insignien hat er deshalb nicht; sein ganzer Ruhm fällt in die Neuzeit.
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Die Varietäten des Grossulars
Tsavorit, grüner Grossular
Die bekannteste und wertvollste Varietät. Die Farbe reicht von frischem Minzgrün bis zu einem tiefen Grasgrün, hervorgerufen von Chrom und Vanadium. Benannt ist er nach dem Tsavo-Park an der Grenze von Kenia und Tansania. Durchsichtige Steine über wenige Karat sind selten, daher ist ein guter Tsavorit hoch geschätzt.
Der Tsavorit ist nicht der einzige grüne Granat. Einen ähnlichen Ton, doch mit eigenem Charakter, gibt der Demantoid: in seinem Inneren flammt ein feuriges Spiel dank hoher Dispersion auf, was dem Tsavorit fehlt. Diese beiden Varietäten vergleicht man oft bei der Wahl eines grünen Granats.
Hessonit, braunorange
Die häufigste Varietät, gefärbt von Eisen und Mangan. Die Farbe reicht von Honiggelb bis Braunorange, oft mit leichter Trübung und den charakteristischen öligen Wirbeleinschlüssen, an denen man Hessonit unter der Lupe leicht erkennt. Ein erschwinglicher Stein mit warmem, bernsteinfarbenem Leuchten.
Gelber und oranger Grossular
Reine Gelbtöne und satte Orangetöne werden über dem trüben Hessonit geschätzt. Ein leuchtend oranger Grossular ist eine beachtliche Seltenheit und ein begehrter Stein bei Sammlern.
Rosa und seltene Töne
Manganspuren ergeben einen rosa Grossular. Bekannt ist auch eine dichte grüne, undurchsichtige Varietät (mitunter Granat-Jade genannt, wegen der äußeren Ähnlichkeit mit Nephrit), die man zu Cabochons schleift und in der Steinschneidekunst verwendet. Ein völlig farbloser Grossular ist eine museale Seltenheit.
Wie man Grossular von ähnlichen Steinen und Fälschungen unterscheidet
Grossular verwechselt man bald mit Topas und Citrin (gelbe Töne), bald mit Smaragd (grüner Tsavorit), bald mit gewöhnlichem Glas. Ein paar einfache Anhaltspunkte.
- Das Gewicht in der Hand. Grossular ist dicht, deutlich schwerer als Glas derselben Größe. Ein leichter "Stein" ist Grund, Glas oder Kunststoff zu vermuten.
- Glanz ohne Regenbogen. Grossular hat mäßige Dispersion. Zerfällt ein Stein in helle Regenbogenfunken wie ein Diamant, ist es entweder ein Diamant, beschichtetes Glas oder ein synthetischer Zirkonia, aber kein Grossular.
- Gleichmäßige Farbe aus jedem Winkel. Ein kubisches Mineral wechselt beim Drehen nicht den Ton (kein Pleochroismus). Ein deutliches Spiel zweier Farben weist auf einen anderen Stein hin.
- Einschlüsse. Bei natürlichem Grossular, besonders Hessonit, sieht man unter der Lupe jene charakteristischen öligen Wirbel und Kristalleinschlüsse. Vollkommen reines Glas hingegen verrät sich durch runde Gasbläschen.
- Härte. Grossular (7 bis 7,5) ritzt Glas, lässt sich aber von Glas nicht ritzen. Eine solche Prüfung sollte man nur an einer unauffälligen Stelle vornehmen und besser einem Fachmann überlassen.
Ein Hinweis zu Tsavorit und Smaragd: Smaragd ist fast immer dicht von Rissen und Einschlüssen "durchzogen" und meist geölt, während Tsavorit in der Regel reiner ist und kein Öl braucht. Synthetischer Grossular ist auf dem Markt praktisch nicht zu finden, sein Anbau ist teuer und unrentabel, sodass fast alle Steine natürlich sind. Gelbe Grossulare werden bisweilen leicht erhitzt, um die Farbe zu verbessern; ein redlicher Verkäufer gibt jede Behandlung an. Bei einem teuren Stein ist es sinnvoll, ein Gutachten eines unabhängigen gemmologischen Labors zu verlangen.
Die Falle der Handelsnamen
Um die Namen des Grossulars herrscht auf dem Markt Verwirrung, und darin lässt sich bequem ein Aufschlag oder ein Austausch verstecken.
- "Tsavorit" klebt man jedem grünen Granat an. Grün sein können auch Andradit (Demantoid) und ein grünlicher Hessonit. Echter Tsavorit ist grüner Grossular, gefärbt von Chrom und Vanadium. Hat die Farbe einen klaren gelben oder braunen Stich, ist es eher grüner Hessonit, und ihn als Tsavorit zu bezahlen lohnt nicht.
- "Granat-Jade" oder "Transvaal-Jade" ist weder Nephrit noch Jadeit, sondern ein dichter, undurchsichtiger grüner Grossular. Der Name spielt mit der Ähnlichkeit, doch der Stein ist ein anderer: billiger als Jadeit und anders geschliffen.
- "Smaragd" von einem unredlichen Verkäufer entpuppt sich bisweilen als Tsavorit, und umgekehrt. Das sind verschiedene Minerale zu verschiedenen Preisen; ein Laborgutachten klärt die Frage.
Eine sichere Gewohnheit: den Verkäufer nach der konkreten mineralogischen Varietät fragen (Grossular, und welcher), nicht bloß nach einem hübschen Handelsnamen. Ein ehrlicher Verkäufer nennt sie ohne Zögern.
Wie man einen Grossular auswählt: worauf zu achten ist
Grossular hat keine einheitliche Qualitätsnorm wie die 4C beim Diamant, doch die Logik ist ähnlich, nur die Gewichtung der Kriterien fällt anders aus.
- Die Farbe entscheidet fast alles. Beim Tsavorit zählt ein gesättigtes Grasgrün ohne grauen oder gelblichen Unterton: je reiner und tiefer das Grün, desto teurer der Stein. Ein zu dunkles Exemplar verliert ebenso an Wert wie ein zu blasses. Bei orangen und gelben Grossularen gewinnen hingegen die hellen, reinen Töne, während die bräunliche Trübung des Hessonits den Stein im erschwinglichen Segment hält.
- Die Reinheit hängt von der Varietät ab. Vom Tsavorit erwartet man Durchsichtigkeit, sichtbare Einschlüsse drücken den Preis stark. Hessonit trägt dagegen fast immer jene Wirbel, und das ist die Norm, kein Mangel: einen vollkommen reinen Hessonit zu suchen ist sinnlos.
- Schliff und Glanz. Der hohe Brechungsindex (1,72 bis 1,75) gibt dem Grossular einen guten Glanz, aber nur bei sachkundigem Schliff. Ein zu flacher oder im Gegenteil zu tiefer Stein löscht das Licht in der Mitte. Drehen Sie das Schmuckstück unter einer Lampe: ein gut geschliffener Grossular spielt mit gleichmäßigem Licht über die ganze Tafel, ohne dunkles Loch in der Mitte.
- Stimmen Sie die Größe auf die Varietät ab. Hessonit und gelbe Steine kommen mühelos groß vor, während ein reiner Tsavorit über zwei oder drei Karat schon eine Seltenheit ist. Bietet man Ihnen einen großen und zugleich billigen grünen Granat an, werden Sie misstrauisch: entweder ist die Farbe schwach, oder es ist überhaupt kein Tsavorit.
Eine einfache Regel für den Käufer: Beim Tsavorit darf man nicht an der Farbe sparen, besser einen kleineren Stein mit einem ehrlichen, gesättigten Grün. Beim gelben und orangen Grossular ist die Priorität umgekehrt, zuerst Reinheit und Durchsichtigkeit, und die Größe lässt sich dort leichter erreichen.
Warum ein großer Tsavorit so unverhältnismäßig teuer ist
Bei den meisten Edelsteinen steigt der Preis pro Karat mit der Größe, doch beim Tsavorit ist diese Kurve besonders steil. Der Grund ist geologisch: Der Stein kristallisiert im zerklüfteten metamorphen Gestein von Tsavo, und ein großes Stück erweist sich meist als gerissen oder mit Einschlüssen behaftet. Einen reinen, durchsichtigen Kristall, aus dem auch nur ein zweikarätiger geschliffener Stein wird, finden die Schürfer selten.
Daraus die praktische Lehre. Ein einkarätiger Stein und ein dreikarätiger derselben Farbe unterscheiden sich im Preis pro Karat um ein Vielfaches, nicht um Prozente. Darum verwendet Schmuck mit Tsavorit oft nicht einen großen Stein, sondern eine Streuung kleiner: So erhält man einen leuchtend grünen Farbfleck ohne die Seltenheit und die Kosten eines großen Solitärs. Für Ohrringe und einen Anhänger wirkt eine Reihe kleiner Tsavorithe oft lebendiger als ein einzelner Stein und kommt vernünftiger.
Bei Hessonit und gelbem Grossular ist die Sache milder: große reine Kristalle kommen häufiger vor, und der Aufschlag für die Größe ist nicht so schroff. Wer einen großen warmen Stein für vernünftiges Geld will, bekommt ihn mit Hessonit oder gelbem Grossular leichter als mit Tsavorit.
Die Pflege von Grossular-Schmuck
Eine Härte von 7 bis 7,5 macht Grossular für das tägliche Tragen tauglich, verlangt aber Augenmaß. Der Stein ist robust, doch nicht unzerstörbar: ein scharfer Schlag auf die Schliffkante oder Kontakt mit einem härteren Schleifmittel hinterlässt eine Spur.
Wo die Härte am meisten zählt, ist bei Ringen. Der Finger stößt ständig irgendwo an, daher nimmt man einen Ring mit Grossular besser für die Zeit von Handarbeit, Putzen und Sport ab. In Anhängern, Ohrringen und Broschen ist der Stein weit besser geschützt, dort fühlt sich Grossular beim täglichen Tragen wohl.
Die Reinigung ist einfach: warmes Wasser, ein Tropfen milde Seife, eine weiche Bürste, dann abspülen und mit einem weichen Tuch trockentupfen. Ultraschallreinigung verträgt Grossular im Großen und Ganzen, doch wenn er innen Risse hat oder es ein Hessonit mit reichlich Einschlüssen ist, kann Ultraschall sie erweitern, dann ist Handwäsche die sicherere Wahl. Aggressive Chemie (Säuren, Lösungsmittel, Rohrreiniger) schadet dem Stein, ebenso schroffe Temperaturwechsel: tauchen Sie keinen warmen Stein in kaltes Wasser.
Bewahren Sie das Schmuckstück getrennt von anderen auf, in einem weichen Beutel oder einem Fach der Schatulle, damit härtere Steine (etwa Saphir oder Diamant) den Grossular nicht zerkratzen.
Symbolik, kurz und ohne Mystik
Verschiedene Traditionen schrieben dem Grossular und den Granaten überhaupt viele Eigenschaften zu: Hessonit verband man in der indischen Kultur mit astrologischen Kräften, grünen Steinen gab man überall einen Sinn von Wachstum und Erneuerung, allein der Farbe wegen. Das gehört zur Kulturgeschichte des Steins, und man sollte es eben als Folklore nehmen.
Grossular hat keine nachgewiesene körperliche oder heilende Wirkung. Der Stein heilt nicht und beeinflusst weder Schlaf noch Blutdruck noch Stimmung durch irgendeine "Energie". Wenn ein warmes Gelb oder ein frisches Grün Ihre Laune hebt, ist das eine normale Reaktion auf eine schöne Farbe, nicht die Magie eines Minerals. Und dabei sollte man es belassen.
Wozu man Grossular trägt
Grossular ist angenehm, weil er sich der Stimmung des Tages anpasst, statt sie zu diktieren. Für den Alltag nehmen Sie einen Anhänger mit gelbem Stein an einer feinen Kette: er liest sich wunderbar auf einem schlichten T-Shirt, einer Bluse oder einem Leinenkleid, vor allem wenn der Ausschnitt den Hals frei lässt und dem Stein Raum gibt. Warmes Gelb verträgt sich mit cremefarbenen, sandfarbenen und terrakottafarbenen Stoffen, während grüner Tsavorit auf Weiß, Grau und Khaki frisch wirkt. Im Büro genügt ein einziges Stück: ein Ohrstecker oder ein dezenter, unter dem Kragen verborgener Anhänger lesen sich als Geschmack, nicht als Ruf nach Aufmerksamkeit.
Für den Abend kehrt sich die Logik um. Ein dunkles Kleid, eine tiefblaue oder weinrote Seide machen aus dem grünen Grossular den Akzent, für den man auf jeden anderen auffälligen Schmuck verzichten kann. Hier wirkt der Kontrast des Metalls: ein oranger Stein in Weißgold oder Silber klingt schärfer als in Gelbgold, während ein gelber Grossular in Gelbgold umgekehrt das Ganze in einer einzigen warmen Tonreihe sammelt. Für einen besonderen Anlass stellen Sie ein kleines Set zusammen: ein Anhänger und ein Paar feiner Armbänder im selben Metallton, ohne bunte Edelsteine daneben, damit die Farbe des Grossulars die Hauptrolle behält.
Bei der Länge richten Sie sich nach dem Zweck. Eine kurze Kette hält den Blick nahe am Gesicht und passt zum geschäftlichen und tagsüber getragenen Format; eine lange streckt die Silhouette und eignet sich für einen romantischen Abend. Der Rat ist einfach: ein auffälliger Grossular wirkt stärker als drei kleine, und Metalle mischt man besser bewusst als aufs Geratewohl.
Grossular im Schmuck: Fassungen und Formate
Die Farbe des Steins legt das Metall nahe. Gelber Grossular fügt sich natürlich in Gelbgold, die Töne antworten einander und sammeln sich in einer einzigen warmen Reihe. Orange und Grün gewinnen in Weißgold, Platin oder Sterlingsilber: das kühle Metall gibt Kontrast und lässt die Farbe heller wirken.
In den Formaten ist Grossular vielseitig. Ringe sind schön und bequem, verlangen aber wegen der Härte von 7 bis 7,5 Sorgfalt, besonders beim täglichen Tragen. Anhänger und Ohrringe sind die unkomplizierteste Wahl: der Stein ist geschützt und riskiert kaum einen Abplatzer. Durchsichtige Steine schleift man klassisch (rund, oval, Kissen, Smaragdschliff), während Hessonit und dichte grüne Steine mit Einschlüssen häufiger als Cabochon geschliffen werden, eine glatte, gewölbte Form, die die Farbe sanft zeigt.
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Vergleich mit ähnlichen Steinen
Grossular und gewöhnlicher (roter) Granat. Beide sind Granate, in der Struktur verwandt. Die roten Almandin und Pyrop sind dunkler und vertrauter; Grossular ist heller, klarer und in der Farbe vielfältiger, und grüne und orange Grossulare sind merklich seltener und teurer.
Tsavorit und Smaragd. Die Farbe ist ähnlich, doch der Smaragd ist weicher im "Charakter": stark gerissen, geölt, er verlangt Schonung. Tsavorit ist robuster in der Struktur, meist reiner und braucht kein Öl. Smaragd ist dabei teurer und dem Markt vertrauter.
Tsavorit und Demantoid. Beide grüne Granate. Der Demantoid hat hohe Dispersion und ein deutliches Feuerspiel; der Tsavorit eine gleichmäßige, reine Farbe ohne Blitze. Die Wahl zwischen ihnen ist Geschmackssache: ruhige Farbe oder inneres Feuer.
Grossular und Topas/Citrin. In der gelben Reihe verwechselt man sie leicht. Topas ist etwas härter (8) und gut für Ringe; Citrin ist billiger und kann in der Sonne ausbleichen. Grossular hält seine Farbe, funkelt dank hoher Brechung heller und kommt seltener vor.
Unter den grünen Edelsteinen gibt es auch sanftere Rivalen im Ton, etwa den Hiddenit, einen zart grünen Spodumen mit einem Frühlingston. Grossular schlägt ihn in Härte und Glanz.
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Über Zevira
In der Zevira-Kollektion ist Grossular der Stein für alle, die Seltenheit suchen, ohne einem lauten Namen nachzujagen. Wir wählen Stücke von guter Durchsichtigkeit und reiner, gesättigter Farbe, von warmem Gelb bis zu tiefem Grün, und stimmen auf jeden Ton das Metall ab, das den Stein am besten zur Geltung bringt.
Grossular wählen jene, die Schönheit im Unscheinbaren sehen und den Charakter eines Steins über die Mode um ihn herum stellen.
Häufige Fragen zum Grossular
Sind Grossular und Granat dasselbe? Grossular ist eine Varietät des Granats. Granat ist eine Gruppe verwandter Minerale: Almandin und Pyrop (rot), Spessartin (orange), Andradit, Grossular. Grossular gehört also zur Familie der Granate.
Sind Tsavorit und Grossular verschiedene Steine? Nein. Tsavorit ist ein Handelsname für grünen Grossular, gefärbt von Chrom und Vanadium. Alle Tsavorithe sind Grossulare, aber nicht alle Grossulare sind Tsavorithe.
Welcher Grossular ist der wertvollste? In der Regel der gesättigt grüne Tsavorit und ein leuchtend reines Orange. Hessonit und blasse gelbe Steine sind erschwinglicher.
Taugt Grossular für einen Alltagsring? Technisch ja, eine Härte von 7 bis 7,5 genügt, doch am Finger streift der Stein häufiger Oberflächen und riskiert einen Abplatzer oder Kratzer. Fürs tägliche Tragen sind Anhänger und Ohrringe ruhiger.
Kann Grossular in der Sonne ausbleichen? Er ist stabiler als Amethyst oder Rosenquarz. Über sehr lange Zeit kann starkes Ultraviolett die orangen Töne leicht dämpfen, doch beim gewöhnlichen Tragen ist das kein Problem.
Gibt es Grossular synthetisch? Auf dem Markt fast nie. Der Anbau ist teuer und unrentabel, sodass die überwältigende Mehrheit der Steine natürlich ist.
Wird Grossular irgendwie behandelt? Manche gelben Steine werden leicht erhitzt, um die Farbe zu verbessern. Anders als Smaragd wird Grossular nicht mit Öl oder Harz getränkt. Ein redlicher Verkäufer gibt jede Behandlung an.
Ist Grossular radioaktiv oder schädlich? Nein. Er enthält keine radioaktiven Elemente und ist völlig sicher zu tragen.
Kann man Grossular mit Ultraschall reinigen? Im Großen und Ganzen ja, doch wenn er innen Risse hat oder es ein Hessonit mit reichlich Einschlüssen ist, kann Ultraschall sie erweitern. Sicherer sind warmes Wasser, milde Seife und eine Bürste.
In welchen Ländern wird der beste Grossular abgebaut? Grüner Tsavorit von der Grenze Kenias und Tansanias (Bereich des Tsavo-Parks). Orange aus Madagaskar. Gelbe aus Namibia und Uganda. Hessonit aus Sri Lanka und vielen anderen Orten.
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Ein durchsichtiger Granat von warmem Gelb bis tiefem Grün, ein seltener Stein mit reiner Farbe und hellem Glanz. Wählen Sie Ihren Ton und die Fassung, die ihn zur Geltung bringt.
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