
Karneol: der Stein, seine Chemie, Geschichte und Pflege
Ein Karneol-Siegel lag dreieinhalbtausend Jahre in einem ägyptischen Grab und kam mit unversehrter Gravur wieder ans Licht: scharf, ohne Absplitterungen, ohne Verblassen. Das ist keine Magie, das ist Geologie. Mikrokristalliner Quarz mit einer Härte von 7 auf der Mohs-Skala widersteht dem Abrieb und hält feines Relief mit erstaunlicher Treue. Genau deshalb schnitt man über Jahrhunderte persönliche Siegel daraus, und genau deshalb fiel der Abdruck im Wachs scharf und fälschungssicher aus. Von hier aus ein ehrlicher Blick auf den Stein: woraus er besteht, woher er kommt, wie er sich von ähnlichen unterscheidet und wie man ihn pflegt.
Was Karneol ist: Zusammensetzung, Struktur, Physik
Karneol ist eine Varietät des Chalcedons, also kryptokristalliner Quarz. Seine chemische Formel ist Siliciumdioxid, SiO2. Anders als beim Bergkristall oder Amethyst, wo große durchsichtige Kristalle zu sehen sind, besteht Chalcedon aus winzigen Quarzfasern von Bruchteilen eines Mikrons. Sie verwachsen dicht miteinander, sodass der Stein gleichmäßig, dicht und gut polierfähig wird, was ihn bequem für Cabochons schneiden lässt.
Die orangerote Farbe kommt vom Eisen. Genauer von fein verteilten Eisenoxiden und Hydroxiden: Hämatit (Fe2O3) zieht die Farbe ins Bräunlichrote, Goethit (FeO·OH) in ein gelberes Orange. Je mehr Eisen vorhanden und je stärker es oxidiert ist, desto satter der Ton, von blassem Pfirsich bis fast Ziegelrot.
Wichtige Eigenschaften von Karneol:
- Klasse: Chalcedon, kryptokristalline Varietät des Quarzes.
- Formel: SiO2 mit Spuren von Eisenoxiden und Hydroxiden.
- Kristallsystem: trigonal (wie Quarz); faseriges Aggregat.
- Härte: 6,5 bis 7 auf der Mohs-Skala.
- Dichte: etwa 2,58 bis 2,64 g/cm3.
- Spaltbarkeit: keine; muscheliger Bruch.
- Glanz: wachsartig, beim Polieren glasartig werdend.
- Transparenz: durchscheinend bis halbdurchscheinend.
- Optik: einachsig, Brechungsindex um 1,53 bis 1,54, schwache Doppelbrechung. Chalcedon zeigt kaum Pleochroismus, die Farbe wirkt in jede Richtung gleich.
Diese Durchscheinkeit ist eine praktische Alltagsprobe. Hält man eine dünne Kante guten Karneols an eine Lampe, leuchtet sie warm orange. Die Grenze zwischen Karneol, Sard (der dunkleren, bräunlichroten Varietät) und Sardonyx (dem gebänderten mit weißen Streifen) ist fließend: Es ist alles derselbe eisenhaltige Chalcedon, getrennt nur durch den Ton und das Vorhandensein von Bändern.
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Wie Karneol in der Natur entsteht
Chalcedon fällt bei recht niedrigen Temperaturen aus kieselsäurereichen Lösungen in Hohlräumen des Gesteins aus. Das klassische Szenario spielt sich in vulkanischem Gestein ab. Lava kühlt ab und hinterlässt Gasblasen (Mandeln und Geoden). Später zirkuliert Grundwasser, beladen mit Kieselsäure und gelöstem Eisen, durch das Gestein. Schicht für Schicht setzt sich die Kieselsäure an den Hohlraumwänden ab und baut konzentrische Krusten auf. So entstehen Achate, und die einfarbigen, vom Eisen getönten Zonen sind der Karneol.
Die Bänderung des Steins ist die Aufzeichnung aufeinanderfolgender Lösungsschübe unterschiedlicher Zusammensetzung. Wo sich zwischen den Chalcedonschichten mehr oxidiertes Eisen absetzte, ist das Band röter; wo der Chalcedon rein blieb, ist es weißer. Daher kommt auch der Sardonyx mit seinen kontrastreichen Schichten.
Natürlicher Karneol hat selten eine vollkommen gleichmäßige Farbe. Schlieren, hellere Zonen, feine weißliche Äderchen: Das ist normal und ein Zeichen der Echtheit. Ein flacher, vollkommen gleichmäßiger, grell oranger Stein ist häufiger gefärbter Achat oder gefärbtes Glas.
Geologie und Lagerstätten
Die größten Karneolquellen hängen mit alten vulkanischen Provinzen Südamerikas zusammen.
- Brasilien ist der wichtigste Lieferant. Die Lagerstätten im Bundesstaat Rio Grande do Sul liegen in Basaltlavadecken, wo Chalcedon die Geoden füllt. Das Material wird in großen Mengen abgebaut, die Farbe reicht von blass bis satt.
- Uruguay teilt denselben geologischen Gürtel jenseits der Grenze, in der Region Artigas. Uruguayisches Material wird für seinen tieferen, röteren Ton geschätzt.
- Indien (Gujarat) gab der Welt sowohl Lagerstätten als auch, vor allem, ein altes Zentrum für Schliff und Gravur. Chalcedon wird dort seit Jahrtausenden verarbeitet; viel Rohware wird angeliefert und vor Ort geschnitten.
- Madagaskar, Botswana, Namibia, die USA (der Westen des Landes) sowie Deutschland (die Region Idar-Oberstein, das historische Zentrum der Achatverarbeitung). Die Mengen schwanken, die Qualität ebenso.
Die alten ägyptischen Quellen am Roten Meer und auf dem Sinai haben heute eher historische als industrielle Bedeutung.
Natürliche Farbe und Erhitzen
Ein beträchtlicher Teil des leuchtenden Karneols auf dem Markt ist erhitztes Material. Viel Rohware kommt blassgelb oder gräulich aus der Erde. Auf etwa 300 bis 450 °C erhitzt, wandeln sich die Eisenhydroxide in Hämatit um und der Stein rötet sich dauerhaft. Der Vorgang ist unumkehrbar, die Farbe stabil, die Festigkeit leidet nicht.
Das Erhitzen ist eine seit Langem anerkannte und zulässige Behandlung für Chalcedon, gleichrangig mit dem Polieren. Im Kern beschleunigt es das, was unterirdische Hitze in Jahrmillionen leistet. Einen erhitzten Stein von einem tief in der Erde vom Eisen getönten zu unterscheiden, ist ohne Labor kaum möglich, und es ändert nichts am Tragen des Steins. Das Färben mit Farbstoffen ist eine andere Sache: Das ist Imitation, kein Erhitzen, und es ist weit weniger haltbar.
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Geschichte: Siegel, Insignien, Kulturen
Karneol ist einer der ältesten Schmucksteine der Geschichte. Perlen und Amulette daraus tauchen an bronzezeitlichen Fundstätten auf; im Industal fertigte man Karneolperlen schon vor mehreren Jahrtausenden, manche mit eingeätzten weißen Mustern.
Das alte Ägypten
In Ägypten kam Karneol in Schmuck, Grabbeigaben und Amuletten vor. Man schnitt Skarabäen und Anhänger daraus, oft kombiniert mit Gold, Lapislazuli und Türkis. Die warme orange Farbe verband man mit der Sonne und der Lebenskraft, weshalb der Stein gern in die Grabausstattung gelegt wurde. Stücke mit Karneol wurden in Gräbern des Neuen Reichs gefunden; gerade die Haltbarkeit des Materials ließ die Gravur bis in unsere Zeit überdauern.
Die Antike: Griechenland und Rom
Rund um das Mittelmeer wurde Karneol zum führenden Stein für Intaglien, Siegel mit eingravierten Bildern. Der Abdruck in Wachs oder weichem Metall fiel scharf und kontrastreich aus, und das Siegel selbst galt als Unterschrift und als Echtheitsgarantie eines Dokuments. Der griechische Gelehrte Theophrast und der römische Schriftsteller Plinius der Ältere beschrieben Karneol und Sard in ihren Werken über Steine, ordneten ihn den Chalcedonen zu und betonten seinen Wert für die Steinschneider. Plinius selbst gab Überlieferungen über die „beruhigenden“ Kräfte des Steins wieder, behandelte sie aber mit Vorsicht.
Der Orient und das Mittelalter
In der islamischen Kultur trug man Siegelringe mit Karneol weithin; in der schiitischen Tradition wird der Stein besonders verehrt. Im Orient gravierte man Inschriften auf Karneol und trug ihn als persönlichen Siegelring. Das mittelalterliche Europa bevorzugte helle, durchsichtige Steine, doch das Interesse am Karneolschnitt verschwand nie.
Das 18. und 19. Jahrhundert
Die Vorliebe für antike Gemmen brachte den Karneol zurück in die europäische Juwelierkunst. Aus ihm und aus Sardonyx schnitt man Kameen und Intaglien und fasste sie in Ringe, Broschen und Petschafte. Im 19. Jahrhundert war Karneol ein gängiger Stein für Monogramm-Siegelringe. In Deutschland verarbeiteten ihn die Edelsteinschleifer in Idar-Oberstein für ein aufstrebendes Bürgertum, das ein eigenes Siegel zum Versiegeln von Briefen und Dokumenten wollte.
Arten und Varietäten
- Karneol: orangefarbener und orangeroter durchscheinender Chalcedon.
- Sard: dasselbe Material in dunklerem, bräunlichrotem Ton. Die Grenze zum Karneol ist fließend.
- Sardonyx: geschichteter Stein, in dem sich rotorange und weiße (graue, schwarze) Bänder abwechseln. Dank dieser kontrastreichen Schichten ist er für Kameen geschätzt: Das Relief wird in die rote Schicht geschnitten, der Grund bleibt weiß.
- Karneol / Carneol: lediglich Schreibvarianten desselben Steins. Im Deutschen meinen „Karneol“ und „Carneol“ dasselbe.
Wie man Karneol von ähnlichen Steinen und Fälschungen unterscheidet
Unter den warmen rotorangen Steinen ist die Verwechslung häufig. Einige verlässliche Anhaltspunkte.
Roter Jaspis
Jaspis ist ebenfalls eisenhaltig, aber undurchsichtig und körniger. Die wichtigste Probe ist die Lichtprobe: Eine dünne Karneolkante lässt ein warmes oranges Leuchten durch, während Jaspis selbst vor einer hellen Lampe matt bleibt. Die Härte ist ähnlich, aber die Struktur des Jaspis ist lockerer und er bröckelt unter dem Werkzeug des Schneiders stärker.
Sardonyx
Das ist kein anderes Mineral, sondern Karneol mit weißen (grauen, schwarzen) Bändern. Ist der Stein einfarbig, ist es Karneol; hat er kontrastreiche Schichten, ist es Sardonyx.
Koralle
Orange Koralle ist organisch, das Skelett eines Meerespolypen und kein Mineral. Sie ist deutlich weicher (Härte 3 bis 4), lässt sich leicht kratzen, reagiert auf Säure und fühlt sich leichter an. Karneol ist härter, schwerer und gegenüber schwachen Säuren träge.
Roter Spinell
In satten roten Tönen hält man Karneol manchmal für den teureren roten Spinell, der jahrhundertelang mit Rubin verwechselt wurde. Spinell ist durchsichtiger, hat mehr Feuer und ist deutlich härter (8 auf der Mohs-Skala).
Gefärbter Achat und Glas
Die häufigste Imitation ist gefärbter grauer Achat. Die Anzeichen: eine zu gleichmäßige, aggressiv leuchtende Farbe, mit Farbstoff entlang von Rissen und Schichtgrenzen, unter der Lupe sichtbar. Glas verrät sich durch Luftbläschen im Inneren und den für den Guss typischen Glanz; Glas ist außerdem leichter und erwärmt sich in der Hand schneller.
Praktische Prüfungen: das Licht im Gegenlicht einer Lampe betrachten, die natürliche Ungleichmäßigkeit unter einer 10x-Lupe suchen, das Stück abwägen (der Stein ist deutlich dichter als Kunststoff) und an die Härte von 7 denken: Karneol lässt sich mit einem Stahlmesser aus der Küche nicht kratzen, das nur eine Metallspur hinterlässt.
Wie man Karneol auswählt: worauf zu achten ist
Karneol wird nicht nach der Reinheit seiner Einschlüsse beurteilt, wie durchsichtige Edelsteine, sondern nach der Gleichmäßigkeit des Tons und der Qualität seines Leuchtens. Ein nützliches Bündel an Merkmalen für die Auswahl.
- Farbe und ihre Tiefe. Die besten Steine haben ein gleichmäßiges, gesättigtes Orange oder Rotorange ohne graue oder trübe Zonen. Blasses Pfirsich ist günstiger; ein tiefes Ziegelrot (näher am Sard) wird höher geschätzt. Ein grell leuchtender, an einen Verkehrshütchen-Ton erinnernder, flach wirkender Ton verrät meist gefärbten Achat.
- Leuchten. Guter Karneol ist durchscheinend: An der dünnen Kante eines Cabochons sieht man ein warmes oranges Licht durchscheinen. Eine matte, völlig undurchsichtige Masse liegt näher am Jaspis und ist weniger wert.
- Gleichmäßigkeit. Natürliche Schlieren und eine leichte Zonierung sind normal, aber große weißliche Flecken und graue Wolken in der Mitte des Steins verderben den Anblick. Für Ring oder Ohrringe nimmt man einen Stein mit möglichst wenigen solcher Zonen in der Ansichtsfläche.
- Politur. Der wachsartige Glanz sollte gleichmäßig sein, ohne Orangenhaut-Struktur und ohne matte Stellen. Eine gute Politur zeigt, dass der Schleifer sich Zeit ließ.
- Risse. Drehen Sie den Stein unter einer Lampe: Reflexe verraten innere Haarrisse. Für einen Anhänger ist ein kleiner Riss am Rand nicht kritisch; für einen Ring nimmt man besser einen Stein ohne.
Cabochon oder Facettenschliff
Karneol wird meist als Cabochon (glatte Kuppel) oder als flache Einlage geschnitten: Durchscheinendes Material spielt nicht über Facetten wie ein Diamant, daher zählen gleichmäßige Farbe und ein ruhiger Glanz mehr. Facettierter Karneol ist seltener und wird für ein leichtes Lichtspiel am Abend gewählt, kostet aber wegen der aufwendigeren Bearbeitung mehr. Für Intaglien und Kameen verwendet man flaches oder geschichtetes Material: Das Bild wird eingeschnitten oder im Relief belassen, statt eine Kuppel zu polieren.
Was den Wert beeinflusst
Karneol ist ein erschwinglicher Stein, und für „Karat“ muss man hier nicht zu viel zahlen. Dennoch gibt es innerhalb der Kategorie einen gewissen Preisunterschied, und er setzt sich so zusammen.
- Ton und Sättigung. Ein tiefes, gleichmäßiges Rotorange ist mehr wert als ein blasses, trübes. Der historisch geschätzteste Ton ist der Sard, ein dunkles Bräunlichrot mit gutem Leuchten.
- Größe und Reinheit der Rohware. Ein großes Stück gleichmäßiger Farbe ohne Risse ist seltener als ein kleines, daher kommt eine große Einlage pro Einheit teurer.
- Schnitt. Der wesentliche Mehrwert ist die Arbeit. Eine Intaglie, eine Kamee oder ein graviertes Siegel werden für die Hand des Meisters geschätzt, nicht für den Stein selbst. Eine antike Gemme ist unvergleichlich mehr wert als derselbe Karneol ohne Schnitt.
- Behandlung, ehrlich. Ein erhitzter Stein ist die Marktnorm und beeinflusst den Preis kaum. Gefärbter Achat dagegen sollte deutlich weniger kosten als natürlicher Karneol, und ihn als „natürlichen Karneol“ zu verkaufen ist nicht redlich.
In einem Schmuckstück wird der Preis häufiger vom Metall der Fassung und von der Arbeit des Meisters bestimmt als vom Stein selbst. Das bedeutet, dass ein Silberanhänger mit gutem Karneol erschwinglich bleibt und der Sinn in der Ausführung steckt, nicht in der Seltenheit des Minerals.
Pflege von Schmuck mit Karneol
Eine Härte von 7 bedeutet einen Arbeitsschmuckstein: nicht heikel, aber auch kein Diamant. Er hat keine Spaltbarkeit, also spaltet er nicht entlang einer Ebene, doch ein harter Schlag gegen eine harte Fläche kann ihn absplittern oder reißen lassen. Daraus ergeben sich die Trageregeln.
Reinigung
- Wischen Sie ihn im Alltag mit einem weichen, trockenen Tuch ab (Mikrofaser, Flanell).
- Einmal im Monat oder alle zwei Monate waschen Sie ihn mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen milder Seife und gehen mit einer weichen Bürste behutsam über Fassung und Fugen. Gut abspülen und sofort trocken reiben.
- Meiden Sie aggressive Chemie: Säuren, Bleichmittel, Silberreiniger und Aceton sind überflüssig. Sie schaden der Fassung und können gefärbten Imitationen zusetzen, und auch dem natürlichen Stein nützen sie nichts.
- Karneol verträgt Ultraschall im Allgemeinen, doch bei verborgenen Rissen kann die Schwingung sie öffnen. Bei einem Stein unbekannter Zusammensetzung riskiert man es besser nicht.
Aufbewahrung
- Bewahren Sie ihn getrennt von härteren Steinen auf (Quarz, Topas, Saphir, Diamant), die Karneol beim Reiben verkratzen.
- Ein Stoffbeutelchen oder ein Fach im Kästchen ist besser als eine gemeinsame Schublade.
- Lange, direkte UV-Strahlung über Jahre kann die Farbe etwas dämpfen, besonders bei gefärbten Exemplaren. Den Stein bewahrt man nicht im Schaufenster in der Sonne auf.
Alltagstauglichkeit
Eine Härte von 7 reicht für einen alltäglichen Anhänger, Ohrringe und ein Armband mit Reserve. Am schnellsten verschleißt der Ring: Der Stein am Finger stößt häufiger irgendwo an. Legen Sie den Schmuck vor dem Putzen, dem Sport, der Handarbeit und dem Kontakt mit Haushaltschemie ab. Eine Absplitterung am Cabochon lässt sich meist beheben, der Schleifer poliert die Kante nach.
Symbolik: was man dem Stein zuschreibt
In verschiedenen Traditionen schrieb man dem Karneol Mut, Tatkraft und schöpferische Energie zu und verband seine warme orange Farbe mit Sonne und Feuer. In der Steinheilkunde ordnet man ihn den „Steinen der Tat“ zu. Man sollte es offen sagen: Der Stein hat keine nachgewiesene körperliche oder heilende Wirkung. Das ist kulturelle Symbolik und eine angenehme warme Farbe, keine Medizin. Wenn ein oranger Stein Ihre Stimmung hebt, ist das ein völlig guter Grund, ihn zu tragen, ohne Versprechen von „Heilung“ oder „Energie“.
Womit man Karneol trägt
Orange ist eine selbstbewusste Farbe, und darin liegt ihre Stärke im Outfit. Karneol löst sich nicht im Gewand auf, er wird zum warmen Akzent, deshalb hält man die Kleidung besser ruhig, damit der Stein im Mittelpunkt bleibt.
Im Alltag liegt ein Anhänger von 20 bis 25 mm an einer feinen Silberkette gut auf einem weißen Hemd, einem beigen Strick, einer Leinenbluse oder Jeansstoff. Karneol ist besonders schön an einem Rundausschnitt und einem V-Ausschnitt, wo er sich in die Mulde zwischen den Schlüsselbeinen legt. Kühle Kleidungstöne (Milchweiß, Graublau, Smaragd, Marine) verstärken das Orange durch Kontrast, während eine warme Palette (Terrakotta, Senf, Schokolade) den Auftritt geschlossen und erdig macht.
Fürs Büro funktioniert Schlichtheit: ein winziger Anhänger oder ein nüchterner Silberring mit glattem Stein. Für den Abend nimmt man ein größeres Stück oder einen facettierten Karneol, der das Licht einfängt, und trägt ihn solo, ohne weitere Ketten. Warmes Orange auf dunklem Stoff wirkt edel und scheint im Kerzenlicht von innen zu leuchten.
Beim Metall verträgt sich Karneol mit warmen Tönen: Gelbgold, Messing und Kupfer unterstreichen seine Sonnenhaftigkeit, Silber gibt einen kühleren, grafischen Kontrast. Am Handgelenk steht ein Perlenarmband harmonisch neben Holzperlen, dunklen Achaten und schmalen Metallreifen. Zu gebräunter, olivfarbener Haut passen dunklere rotbraune Töne; auf heller Haut wirken Pfirsich und gewöhnliches Orange sanfter. Ein praktischer Tipp: Wählen Sie eine Form pro Auftritt (Anhänger, oder Ohrringe, oder Ring) und halten Sie die Kettenlänge um 42 bis 45 cm, damit der Stein am Halsansatz liegt.
Aus derselben warmen Palette wählt man, wenn man einen Ton näher am Gelb möchte, den Heliodor, goldenen Beryll; und in einem röteren, kühneren Register den Rubellit, roten Turmalin.
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Häufige Fragen zu Karneol
Sind Karneol und Carneol dasselbe?
Ja. Karneol und Carneol sind zwei Schreibweisen desselben Steins, des orangen Chalcedons. Die dunklere, bräunlichrote Varietät nennt man gewöhnlich Sard, die gebänderte Sardonyx.
Ist Karneol natürlich oder wird er gefärbt?
Der größte Teil des leuchtenden Karneols auf dem Markt ist natürlicher Stein, der erhitzt wurde: Beim Erhitzen oxidiert das Eisen und die Farbe rötet sich dauerhaft. Das ist eine zulässige Behandlung und die Farbe verblasst nicht. Daneben gibt es mit Farbstoff gefärbten Achat, der eine Imitation ist und sich durch einen zu gleichmäßigen, grellen Ton und Farbstoff entlang der Risse verrät.
Wie prüfe ich die Echtheit?
Betrachten Sie den Stein im Gegenlicht: Echter Karneol lässt an seiner dünnen Kante ein warmes Orange durch, während eine undurchsichtige, matte Masse eher Jaspis ist. Suchen Sie unter der Lupe die natürliche Ungleichmäßigkeit; eine gleichmäßige, künstliche Farbe und Bläschen im Inneren sind Anzeichen für Glas oder gefärbtes Material. Karneol mit einer Härte von 7 lässt sich mit einem gewöhnlichen Stahlmesser nicht kratzen.
Wie hart ist Karneol und scheut er Wasser?
6,5 bis 7 auf der Mohs-Skala, ein robuster Schmuckstein. Wasser scheut er nicht, mit lauwarmem Wasser darf man ihn waschen. Vor Stößen, Scheuermitteln und aggressiver Chemie sollte man ihn schützen.
Worin unterscheidet sich Karneol von rotem Jaspis?
Jaspis ist undurchsichtig und körniger; Karneol ist durchscheinend. Das ist die wichtigste Probe: Halten Sie eine dünne Kante an eine helle Lampe.
Ist Karneol teuer?
Nein, er ist ein erschwinglicher Halbedelstein. Der Preis eines Schmuckstücks bestimmt sich vor allem aus dem Metall der Fassung und der Arbeit des Meisters, nicht aus dem Stein selbst.
Kann man Karneol jeden Tag tragen?
Ja. Für Anhänger, Ohrringe und Armband reicht die Härte mit Reserve. Der Ring verschleißt schneller, ihn legt man beim Putzen, Sport und bei Handarbeit besser ab.
Kann Karneol verblassen?
Als Mineral ist er stabil. Sehr lange, direkte UV-Strahlung über Jahre kann den Ton etwas dämpfen, besonders bei gefärbten Exemplaren, doch bei normalem Tragen und Aufbewahren im Schatten bleibt das unbemerkt.
Wo wird Karneol abgebaut?
Die Hauptquellen sind Brasilien und Uruguay (vulkanische Basalte), mit Indien als großem Schleifzentrum. Er kommt auch auf Madagaskar, in Namibia, Botswana, den USA und Deutschland vor.
Kurzübersicht
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Klasse | Chalcedon (kryptokristalliner Quarz) |
| Formel | SiO2 mit Spuren von Eisenoxiden und Hydroxiden |
| Kristallsystem | Trigonal, faseriges Aggregat |
| Härte | 6,5 bis 7 auf der Mohs-Skala |
| Dichte | 2,58 bis 2,64 g/cm3 |
| Brechungsindex | etwa 1,53 bis 1,54 |
| Spaltbarkeit | Keine, muscheliger Bruch |
| Transparenz | Durchscheinend bis halbdurchscheinend |
| Farbe | Von blassem Pfirsich bis Bräunlichrot |
| Lagerstätten | Brasilien, Uruguay, Indien, Madagaskar, Deutschland |
| Pflege | Lauwarmes Wasser und weiches Tuch, ohne Säuren oder Scheuermittel |
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