
Morganit: der rosa Beryll, seine Chemie, Geologie, Geschichte und wie man eine Fälschung erkennt
Einen rosa Stein im Schaufenster verwechselt man leicht mit Rosenquarz oder rosa Topas. Doch wenn man die Umrisse der Hand hindurchsieht und die Facetten kühl und klar funkeln, hat man höchstwahrscheinlich einen Beryll vor sich, dasselbe Mineral wie Smaragd und Aquamarin, nur von Mangan rosa gefärbt. Sein Name ist Morganit. Gemmologen haben ihn zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eigene Varietät abgegrenzt, und seither zählt er zu den bekanntesten rosa Edelsteinen.
Nachfolgend nehmen wir den Morganit ehrlich auseinander: woraus er besteht, wie er entsteht, wo er abgebaut wird, wie man ihn von ähnlichen Steinen und von Glas unterscheidet und wie man ihn pflegt. Die Symbolik streifen wir ebenfalls, aber ohne Versprechen, denn ein Stein bleibt ein Stein.
Was Morganit ist: von Mangan gefärbter Beryll
Morganit ist die rosa Varietät des Berylls, eines Minerals aus der Gruppe der Beryllium-Aluminium-Silikate. Die chemische Formel des Berylls lautet Be₃Al₂Si₆O₁₈. Im Kristallgitter bilden Ringe aus Silizium und Sauerstoff offene Kanäle, und gerade dorthin sowie auf die Aluminiumplätze schleichen sich die Beimengungen, die die Farbe bestimmen.
Für den rosa und pfirsichfarbenen Ton des Morganits ist das Mangan verantwortlich (Mn²⁺ und, in geringerem Maße, Mn³⁺). Das Manganion verschluckt einen Teil des sichtbaren Spektrums, und der Stein erscheint rosa. Je mehr Mangan vorhanden ist und je stabiler dessen Oxidationsstufe, desto satter die Farbe. Blasse Steine werden oft durch sanftes Erhitzen veredelt: Mäßige Wärme treibt den gelben und orangen Unterton vom Eisen aus und lässt ein klares Rosa zurück. Diese Behandlung gilt als zulässig und stabil.
Eine häufige Verwechslung gehört zudem aufgeklärt: Manchmal verbindet man rosa Beryll mit einer Lithiumbeimengung. Lithium begleitet die Berylllmineralisation in Pegmatiten tatsächlich (Spodumen und Lepidolith finden sich in der Nähe), doch die Farbe des Morganits liefert das Mangan, nicht das Lithium.
Physikalische Eigenschaften des Morganits
- Klasse: Silikat (Ringsilikat, Zyklosilikat).
- Kristallsystem: hexagonal.
- Mohshärte: 7,5 bis 8. Das ist viel, härter als Quarz (7) und vergleichbar mit den übrigen Beryllen.
- Dichte: etwa 2,7 bis 2,9 g/cm³.
- Brechungsindex: rund 1,57 bis 1,60.
- Doppelbrechung: schwach, in der Größenordnung von 0,004 bis 0,008.
- Dispersion: gering (etwa 0,014), deshalb gibt der Morganit kein „Feuer“ wie ein Diamant; er punktet mit Reinheit und Farbe, nicht mit Lichtspiel.
- Pleochroismus: deutlich, meist zweifarbig, von blassem Rosa zu einem satteren Rosa oder rosaviolett, je nachdem, wie man den Stein dreht.
- Glanz: glasartig. Transparenz, von durchsichtig bis durchscheinend.
Die hohe Härte ist eine gute Nachricht fürs Tragen: Morganit zerkratzt nicht so leicht wie Feldspäte oder Opal. Aber Härte ist nicht dasselbe wie Zähigkeit. Beryll hat eine Spaltrichtung, und ein harter Schlag auf eine Facette kann den Stein abplatzen lassen. Tragen kann man ihn jeden Tag; auf einen Fliesenboden fallen lassen sollte man ihn lieber nicht.
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Wie Morganit entsteht: die Geologie der Pegmatite
Beryll, Morganit eingeschlossen, kristallisiert vor allem in Granitpegmatiten, grobkörnigen Ganggesteinen, die in der Spätphase der Abkühlung eines Granitmagmas entstehen. Ist die Hauptmasse des Granits bereits erstarrt, bleibt eine heiße Restlösung zurück, reich an Wasser, seltenen Elementen und flüchtigen Bestandteilen. Sie kühlt langsam in Spalten und Hohlräumen ab, und aus ihr wachsen große, gut ausgebildete Kristalle: Quarz, Feldspäte, Glimmer und Beryll.
Zum Wachsen braucht Beryll Beryllium, ein Element, das in der Erdkruste ohnehin selten ist. Deshalb finden sich gute Berylllkristalle genau dort, wo die Geochemie eines Pegmatits es angereichert hat. Morganit verlangt zusätzlich Mangan in der passenden Form. Das Zusammentreffen dieser Bedingungen, Beryllium plus Mangan plus eine ruhige, langsame Kristallisation, macht durchsichtigen Morganit in Edelsteinqualität zu einem verhältnismäßig seltenen Fund.
Seltener tritt Beryll in manchen hydrothermalen Gängen und metamorphen Gesteinen auf, doch Morganit für den Schmuck ist fast immer ein Pegmatitstein.
Vorkommen des Morganits
Morganit wird in mehreren Regionen der Welt abgebaut, und die Herkunft prägt das typische Aussehen des Steins.
- Madagaskar. Eine der historisch wichtigsten Quellen und der Ort, an dem rosa Beryll zuerst als eigene Varietät beschrieben wurde. Madagassische Steine zeigen oft ein klares, lebendiges Rosa bei guter Transparenz.
- Brasilien (Minas Gerais). Ein klassisches Pegmatitgebiet, das große Kristalle liefert. Brasilianischer Morganit hat häufig einen ruhigeren, zarteren Ton und eignet sich gut für große Schliffe.
- USA (Maine, Kalifornien). Die Pegmatite Neuenglands und Kaliforniens brachten berühmte Funde von rosa Beryll hervor.
- Afghanistan und Pakistan. Die Pegmatitfelder der Region liefern Beryll, darunter rosa und pfirsichfarbene Töne.
- Namibia, Mosambik, Simbabwe. Afrikanische Pegmatite, eine weitere regelmäßige Quelle.
Die Liste ist bewusst knapp gehalten: Es sind die allgemein bekannten Pegmatitprovinzen. Der konkrete Steinbruch auf dem Zertifikat eines Steins zählt weniger als dessen tatsächliche Merkmale, also Farbe, Reinheit und Schliff.
Die Beryll-Familie: wo der Morganit unter seinen Verwandten steht
Beryll ist eine ganze Gruppe von Farbvarietäten eines einzigen Minerals. Was sie trennt, ist die farbgebende Beimengung:
- Smaragd grün, gefärbt durch Chrom oder Vanadium.
- Aquamarin blau und blaugrün, gefärbt durch Eisen.
- Heliodor gelb und goldgrün, ebenfalls Eisen.
- Morganit rosa und pfirsichfarben, gefärbt durch Mangan.
- Bixbit (roter Beryll) sehr selten, von kräftigem Rot.
- Goshenit farbloser Beryll ohne nennenswerte Farbträger.
Aquamarin und Morganit sind also buchstäblich dasselbe Mineral mit gleicher Formel und Struktur und unterscheiden sich allein durch die färbende Beimengung. Das ist nützlich beim Vergleich: Ihre Eigenschaften (Härte, Brechung, Dichte) liegen nah beieinander.
Die Geschichte des Morganits: der Name eines Bankiers und eine Museumssammlung
Rosa Beryll wurde in den 1910er Jahren als eigenständige Varietät herausgestellt. Benannt wurde er nach John Pierpont Morgan, dem amerikanischen Finanzier und einem der größten Sammler von Mineralien und Edelsteinen seiner Zeit. Morgan finanzierte wissenschaftliche Ankäufe und trug eine Sammlung zusammen, von der ein großer Teil mit dem American Museum of Natural History in New York verbunden ist. Ein Mineral nach einem Menschen statt nach einer Farbe oder einem Ort zu benennen, ist in der Gemmologie ungewöhnlich, und das festigte den Ruf des Morganits als „Sammlerstein“.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zur Zeit des Art déco, wurde rosa Beryll im Schmuck neben anderen Farbedelsteinen verwendet. Große durchsichtige Exemplare galten als Rarität. Einige besonders große Morganite gelangten später in Museumssammlungen; manche naturkundlichen Museen bewahren etwa geschliffene Steine von mehreren hundert Karat.
Streicht man die späteren Legenden, bleibt die schlichte historische Tatsache: Morganit ist nach dem Datum seiner Beschreibung ein verhältnismäßig junger Stein, der den Namen eines Sammlers und den Ruf eines seltenen rosa Berylls erhielt.
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Arten und Farbtöne des Morganits
Die Farbe des Morganits reicht von blassem Rosa über pfirsichrosa bis rosalila. Auf dem Markt kursieren beschreibende Bezeichnungen, die man kennen sollte, ohne dass sie eine strenge Einteilung bilden:
- Reines Rosa. Der bekannteste Ton, ohne gelben Unterton. Oft erreicht nach behutsamem Erhitzen.
- Pfirsich. Ein warmer rosa-oranger Ton aus dem Zusammenspiel von Mangan und Eisen.
- Rosalila. Ein kühleres Rosa mit violettem Schimmer, besonders sichtbar in Steinen mit starkem Pleochroismus.
Die Größe wirkt sich stark darauf aus, wie die Farbe wahrgenommen wird: Die Manganfärbung ist nicht intensiv, deshalb wirkt Morganit in kleinen Steinen fast farblos, während sich die Farbe in großen Schliffen „aufbaut“. Darum macht man Schmuckmorganite meist recht groß und mit offenen Schliffen (Oval, Tropfen, Smaragd, Kissen), die Reinheit und Ton zur Geltung bringen.
Wie man Morganit auswählt: worauf man beim Kauf achtet
Morganit kauft man mit den Augen, und dabei zählt die Reihenfolge. Die Farbe steht an erster Stelle, die Reinheit an zweiter, der Schliff an dritter, die Größe bildet den Schluss.
Farbe. Morganit schätzt man für die Sättigung, nicht für die Leuchtkraft. Der teuerste Ton ist ein reines Rosa oder Rosalila ohne gelb-orangen Unterton. Warmes Pfirsich kostet weniger, doch das ist Geschmackssache, kein Mangel. Betrachten Sie den Stein bei Tageslicht und unter einer warmen Lampe: Pfirsich verstärkt sich unter der Glühbirne, reines Rosa bleibt gleichmäßiger. Ein Ton, der so blass ist, dass er nur aus einem bestimmten Winkel sichtbar wird, wirkt im Schaufenster vorteilhaft, an der Hand aber oft fast farblos.
Größe und Farbe hängen zusammen. Wegen der schwachen Manganfärbung zeigt sich satte Farbe nur in einem großen Stein, gewöhnlich ab etwa zwei Karat. Ein winziger, tiefrosa Morganit ist deshalb fast immer gefärbt oder gar kein Morganit. Eine realistische Erwartung: Je kleiner der Stein, desto heller der Ton, und man sollte ihn wie einen hellen Stein bezahlen.
Schliff. Ein guter Schliff für Morganit ist einer, der Farbtiefe hinzufügt und nicht in Blitzen zerfällt. Die Steine schleift man etwas tiefer als üblich, damit das Licht einen längeren Weg nimmt und Ton aufnimmt. Offene Formen (Oval, Tropfen, Kissen, Smaragdtreppenschliff) zeigen Reinheit und gleichmäßige Farbe. Ist der Pavillon zu flach, entsteht in der Mitte ein helles Fenster, die Farbe fällt ab und der Stein wirkt wässrig.
Reinheit. Ein guter Schmuckmorganit ist augenrein. Beryll wächst oft durchsichtig, deshalb senken sichtbare Einschlüsse im rosa Beryll den Preis stärker als etwa bei einem Smaragd, wo man sie verzeiht. Die Norm für Morganit ist das Fehlen mit bloßem Auge erkennbarer Mängel auf Armlänge.
Einschlüsse und Behandlung des Morganits: was man ehrlich wissen sollte
Unter der Lupe zeigt Morganit charakteristische natürliche Einschlüsse: dünne hohle, röhrenförmige Kanäle entlang der Kristallachse, Nadeln, flache verheilte Risse in Federform und mitunter Flüssigkeits-Gas-Bläschen. Das sind keine Fehler, sondern Zeichen natürlichen Ursprungs, und der Gemmologe unterscheidet daran den Stein von Synthese und Glas. Das Warnsignal ist das Gegenteil: ein makelloser Hohlraum zusammen mit einer verdächtig gleichmäßigen, satten Farbe in einem kleinen Stein.
Nach der Behandlung sollte man direkt fragen, und der Verkäufer ist verpflichtet, sie offenzulegen. Die häufigste und anerkannte ist mäßiges Erhitzen: Es entfernt den gelben und orangen Unterton vom Eisen und lässt ein reines Rosa. Diese Farbe ist stabil und vergeht beim normalen Tragen nicht; sie gilt nicht als Makel. Daneben gibt es bestrahlten Beryll in sattem Rosa oder Orange: Solch eine erzeugte Farbe kann instabil sein und am Licht verblassen (der Effekt ist beim sogenannten Beryll vom Maxixe-Typ bekannt). Ein unnatürlich grelles Rosa zu verdächtig niedrigem Preis ist daher ein Grund, nach der Herkunft der Farbe zu fragen. Die ehrliche Auskunft auf dem Zertifikat: natürliche Farbe oder Erhitzen, ja; eine dauerhafte Bestrahlung ist beim Morganit selten und muss angegeben werden.
Was den Wert des Morganits bestimmt
Der Preis des Morganits setzt sich aus vier Dingen zusammen, und die Reihenfolge ist genau diese.
- Farbsättigung. Der Hauptfaktor. Ein dichtes, gleichmäßiges Rosa oder Rosalila ist deutlich mehr wert als ein blasses. Ein gelber Unterton verbilligt den Ton.
- Größe. Da sich die Farbe mit der Masse aufbaut, werden große gesättigte Steine überproportional geschätzt: Verdoppelt man das Gewicht bei gleicher Farbe, steigt der Preis um mehr als das Doppelte.
- Reinheit. Ein augenreiner Stein ist spürbar mehr wert als ein eingeschlossener, weil Beryll grundsätzlich sehr durchsichtig sein kann und der Markt das erwartet.
- Schliff. Ein präziser Schliff ohne helles Fenster und mit gleichmäßiger Farbe steigert den Preis; eine schiefe Handarbeit mit totem Zentrum mindert ihn.
Morganit bleibt erschwinglicher als Smaragd oder Aquamarin vergleichbarer Qualität, und das gehört zu seinem Reiz: Ein großer, reiner rosa Beryll lässt sich wirklich jeden Tag tragen, ohne ihn wie einen Tresorschatz zu behandeln.
Wie man Morganit von ähnlichen Steinen und Fälschungen unterscheidet
Viele Materialien gibt es in Rosa, und hier verwechselt man häufiger, als man fälscht. Was man prüfen kann:
- Rosenquarz. Quarz ist weicher (7 gegen 7,5 bis 8 beim Beryll), fast immer trüb oder schleierig durchscheinend, ohne ausgeprägten Pleochroismus. Morganit ist meist klarer und ändert beim Drehen leicht den Ton.
- Rosa Topas. Topas ist dichter (rund 3,5 g/cm³) und hat eine vollkommene Spaltbarkeit, mit anderem Brechungsindex. Mit bloßem Auge sind sie schwer zu unterscheiden; eine gemmologische Prüfung entscheidet zuverlässig.
- Kunzit (rosa Spodumen). Ebenfalls rosa und stark pleochroitisch, aber weicher, mit sehr leichter Spaltbarkeit und spröder.
- Rosa Turmalin (Rubellit). Ein anderes Mineral mit anderen Konstanten; die Doppelbrechung des Turmalins ist deutlich stärker. Über seinen Charakter schreiben wir gesondert, der Rubellit-Turmalin und sein feuriges Rot.
- Glas und Strass. Glas ist weicher, oft mit Luftbläschen im Inneren und runden „Wirbel“-Schlieren, erwärmt sich langsamer und seine Facetten sind leicht abgestumpft.
Praktische Merkmale natürlichen Morganits: mäßige Dichte, Härte auf Beryllniveau, deutlicher zweifarbiger Pleochroismus, glasartiger Glanz und oft kleine natürliche Einschlüsse. Synthetischen Beryll gibt es, gemmologisch nah am natürlichen, und man unterscheidet ihn im Labor anhand des Charakters seiner Einschlüsse und Spektren. Bei einem bedeutenden Kauf ist es klug, sich auf den Bericht eines unabhängigen gemmologischen Labors zu stützen, der die Varietät, das Gewicht und die Behandlung festhält.
Pflege des Morganits
Eine Härte von 7,5 bis 8 macht Morganit angenehm für den täglichen Gebrauch: Er widersteht Kratzern besser als die meisten Farbsteine. Dennoch sollte man ihn wie ein Schmuckstück behandeln.
- Reinigung. Warmes Wasser, milde Seife, weiche Bürste. Das genügt. Abspülen und mit einem weichen Tuch trockenwischen.
- Ultraschall und Dampf. Besser vermeiden, vor allem wenn der Stein Einschlüsse oder Risse hat: Die Spaltbarkeit des Berylls macht ihn anfällig für Schwingungen und plötzliche Temperaturwechsel.
- Hitze und Sonne. Starke Hitze (über mehrere hundert Grad) ändert die Farbe des Berylls, doch das ist Ofentemperatur eines Juweliers, keine im Haushalt. Lange direkte Ultraviolettstrahlung und Wärme nahe einer Heizquelle sollte man dem Stein lieber ersparen; die Manganfärbung ist empfindlicher als die des farblosen Berylls.
- Aufbewahrung. Getrennt von härteren Steinen (Topas, Saphir, Diamant zerkratzen den Morganit) und von dem, was er selbst zerkratzen kann. Ein weiches Säckchen oder ein Fach im Schmuckkasten.
- Abnehmen sollte man ihn vor dem Sport, vor dem Putzen mit aggressiven Mitteln und vor Handarbeit, bei der ein Schlag auf eine Facette möglich ist.
Die Symbolik des Morganits, mit Skepsis
In der Tradition der Steinheilkunde zählt man Morganit zu den „Steinen des Herzens“: Man schreibt ihm einen Bezug zu Liebe, Zärtlichkeit, Annahme und Vergebung zu. Neben ihm nennt diese Symbolik oft den Rhodonit als rosa-schwarzen Stein der Vergebung und den Rosenquarz als „ersten“ rosa Stein.
Man sollte die Dinge beim Namen nennen: Das ist kulturelle Symbolik, keine Eigenschaft des Minerals. Morganit hat keine nachgewiesene physische oder medizinische Wirkung, und man muss ihn nicht wie eine Arznei tragen. Wenn ein rosa Stein gefällt und die Stimmung hebt, ist das schon Grund genug, ohne ihm Energien zuzuschreiben.
Wozu man Morganit trägt
Morganit hat das Schöne, dass er keinen Anlass braucht. Für jeden Tag verbirgt sich ein Solitäranhänger an einer feinen Kette im Ausschnitt eines Pullovers oder Hemds und wirkt als feiner Akzent: Man bemerkt ihn nicht sofort, sondern wenn Sie sich vorbeugen oder den Kopf drehen und er das Licht einfängt. Im Büro fügt derselbe Anhänger oder ein kleiner Ring einem strengen Blazer Weichheit hinzu. Das ist der Fall, in dem ein zartes Rosa einem sachlichen Auftritt die Härte nimmt, ohne ihn leichtfertig zu machen. Für den Abend entfaltet sich Morganit mit nackten Schultern und tiefem Ausschnitt: Ohrhänger nah am Gesicht erzeugen ein sanftes Schimmern, während ein Stein auf der Brust den Blick zum Gesicht zieht. Für einen besonderen Anlass (ein Geburtstag, ein Jahrestag) passt am besten ein größerer Stein in einem Ring, als Mittelpunkt des ganzen Looks.
In der Farbe verträgt sich Morganit mit allem, was seine Transparenz betont. Altrosa, Creme, Sand, Graublau, Bordeaux, Smaragdgrün und Schwarz halten den Stein im Fokus. Unter den Stoffen stehen ihm fließende Materialien (Seide, Viskose, feiner Strick, Leinen): Sie greifen seine Leichtigkeit auf, während schwerer Denim und Leder einen reizvollen Gegensatz aus Zartheit und Charakter schaffen. Unter den Metallen ist Morganit dem Roségold am nächsten (Rosa zu Rosa, ein einziger warmer Ton) sowie dem Weißgold oder Platin, die die kühle Transparenz des Steins verstärken. Gelbgold mit Bedacht: Der Kontrast kann hart ausfallen.
Lagen lassen sich leicht aufbauen. Eine feine Kette mit Morganit reiht sich in einen Verbund aus ein, zwei Ketten unterschiedlicher Länge; wichtig ist, dem Stein Luft zu lassen und den Ausschnitt nicht zu überladen. In einem Ringstapel setzen Sie den Morganit in die Mitte und halten die Nachbarn schlicht, ohne Steine, damit sie ihn stützen statt mit ihm zu wetteifern. Ein Hinweis zur Länge: Ein Anhänger von 42 bis 45 cm liegt am Schlüsselbein für den Alltag, 50 bis 60 cm fällt tiefer in den Ausschnitt für den Abend. Und die Regel der Luft: Ein markanter Morganit ist fast immer stärker als eine Streuung von Steinen daneben.
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FAQ: häufige Fragen zum Morganit
Worin unterscheidet sich Morganit von Rosenquarz?
Es sind verschiedene Minerale. Morganit ist Beryll (Härte 7,5 bis 8), meist durchsichtig, mit deutlichem Pleochroismus. Rosenquarz ist Quarz (Härte 7), fast immer leicht trüb und ohne Pleochroismus. Beryll ist härter und klarer.
Welche Härte hat Morganit und kann ich ihn täglich tragen?
Die Härte liegt bei 7,5 bis 8 auf der Mohsskala. Für den täglichen Gebrauch ist sie verlässlich und kratzfest. Doch Beryll hat eine Spaltbarkeit, schützen Sie den Stein also vor Schlägen auf eine Facette.
Ist Morganit ein natürlicher oder ein gefärbter Stein?
Natürlich. Die rosa Farbe liefert das Mangan im Beryll. Viele Morganite werden mäßig erhitzt, um den gelben Unterton zu entfernen und das Rosa reiner zu machen; das ist eine übliche und stabile Behandlung, keine Färbung.
Kann Morganit verblassen?
Die Manganfärbung ist im Alltag stabil, aber empfindlicher als die des farblosen Berylls. Starke Hitze ändert die Farbe, und sehr lange, intensive Ultraviolettstrahlung könnte sie theoretisch schwächen. Beim normalen Tragen behält der Stein seine Farbe.
Wie reinige ich Morganit zu Hause?
Warmes Wasser, ein Tropfen milde Seife, eine weiche Bürste, dann mit einem Tuch abwischen. Ultraschall und Dampfreiniger lässt man besser weg, vor allem wenn der Stein Einschlüsse hat.
Woraus besteht Morganit?
Es ist Beryll, ein Beryllium-Aluminium-Silikat mit der Formel Be₃Al₂Si₆O₁₈. Die rosa Färbung liefert eine Manganbeimengung.
Woher kommt der Morganit?
Aus Pegmatitgebieten: Madagaskar, Brasilien (Minas Gerais), USA (Maine, Kalifornien), Afghanistan, Pakistan und mehreren Ländern Afrikas.
Warum wirkt kleiner Morganit fast farblos?
Die Manganfärbung ist nicht intensiv, und die Farbe „baut sich auf“ mit der Größe und der Länge des Lichtwegs durch den Stein. Darum macht man Schmuckmorganite meist groß und mit offenen Schliffen.
Sind Morganit und Aquamarin dasselbe?
Es ist ein Mineral, der Beryll, aber verschiedene Varietäten. Aquamarin färbt das Eisen blau, den Morganit das Mangan rosa. Struktur und Grundeigenschaften sind ihnen gemeinsam.
Wie vermeide ich den Kauf einer Fälschung?
Glas verraten Bläschen und Weichheit, Rosenquarz Trübung und geringere Härte. Bei einem ernsthaften Kauf stützen Sie sich auf den Bericht eines unabhängigen gemmologischen Labors, in dem Varietät, Gewicht und das Vorliegen einer Behandlung angegeben sind.
Anhänger, Ringe und Ohrringe mit Morganit und verwandten Beryllen: rosa Beryll in handwerklichem Schliff in 925er Silber und Gold.
Über Zevira
Zevira arbeitet mit Farbsteinen mit Bedacht: Für uns wiegen die realen Merkmale eines Steins (Varietät, Farbe, Reinheit, Schliff) schwerer als die hübschen Legenden um ihn. Den Morganit lieben wir für seine ehrliche Natur: rosa Beryll, von Mangan gefärbt, hart, durchsichtig, von einer sanften, edlen Farbe.
Jedes Morganitstück im Katalog ist ein konkreter Stein in einer Fassung aus 925er Silber oder Gold, ausgewählt nach Farbe und Reinheit, nicht nach Versprechen. Wer einen rosa Edelstein sucht, der den täglichen Gebrauch übersteht und dabei teuer und ruhig wirkt, ist mit Morganit bestens beraten.
Zum Schluss
Morganit ist rosa Beryll: dasselbe Mineral wie Smaragd und Aquamarin, gefärbt von Mangan. Eine Härte von 7,5 bis 8, gute Transparenz, deutlicher Pleochroismus und eine zarte Farbe machen ihn zu einem angenehmen und schönen Edelstein. Er wächst in Granitpegmatiten, wird auf Madagaskar, in Brasilien, den USA und etlichen weiteren Regionen abgebaut und erhielt seinen Namen von einem Mineraliensammler des frühen 20. Jahrhunderts.
Vom Rosenquarz unterscheiden ihn Transparenz und Härte, vom Glas Dichte und Glanz, von anderen rosa Edelsteinen ein Satz gemmologischer Konstanten. Die Pflege ist einfach: sanftes Reinigen, kein Ultraschall und keine starke Hitze, Aufbewahrung getrennt von härteren Steinen. Und die Liebessymbolik, die man ihm anhängt, gehört zur Tradition, nicht zu den Eigenschaften des Steins.















