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Rhodinieren: was es ist, wozu es dient und wie man die Schicht erneuert

Rhodinieren: was es ist, wozu es dient und wie man die Schicht erneuert

Der spiegelnde Glanz von Weißgold ist nicht das Gold selbst. Darunter verbirgt sich eine hauchdünne Schicht Rhodium, weniger als ein Mikrometer stark, und dieses Metall kostet pro Gramm mehr als Gold. Ritzt man es mit einer Nadel an der Kante eines Rings an, kommt unter dem kühlen silbernen Glanz die warme Gelblichkeit der Legierung zum Vorschein. Die meisten Menschen tragen das Rhodium jahrelang am Finger und ahnen nicht einmal, dass ihr Weißgold ein unsichtbares Hemd trägt, das sich irgendwann abnutzt.

Rhodinieren ist kein Trick und keine Fälschung. Es ist ein Standard der Schmuckbranche, so alt und vertraut, dass fast jedes Weißgold in den Vitrinen ab Werk mit Rhodium beschichtet ist. Ohne diese Schicht würde das Metall anders aussehen: nicht blendend weiß, sondern gräulich, leicht gelblich, näher an Stahl. Rhodium verleiht jene platinhelle Weiße, schützt Silber vor dem Anlaufen, trennt die Haut vom Kontakt mit der Legierung und macht die Oberfläche härter. Und es nutzt sich mit der Zeit ab, weil die Schicht hunderte Male dünner ist als ein menschliches Haar.

Dieser Artikel handelt vom Rhodium selbst und von der Technik dahinter: was das für ein Metall aus der Platingruppe ist, wie die Galvanik funktioniert, worauf man Rhodium aufbringt und warum, wie lange die Schicht hält, wie man erkennt, dass sie abgenutzt ist, ob man sie zu Hause oder nur in der Werkstatt erneuern kann, und worin sich rhodiniertes Silber von Argentium, gewöhnlichem Silber und Platin unterscheidet.

Was ist Rhodium und was ist Rhodinieren

Rhodium: ein Metall aus der Platingruppe

Rhodium ist ein chemisches Element, ein silbrig-weißes Metall aus der Platingruppe. Zu dieser gehören außerdem Platin, Palladium, Iridium, Osmium und Ruthenium. Alle sind selten, hochschmelzend und korrosionsbeständig, doch Rhodium sticht selbst unter ihnen hervor. Es läuft an der Luft nicht an, reagiert mit den meisten Säuren nicht, behält seinen spiegelnden Glanz über Jahrzehnte und reflektiert Licht besser als fast jedes andere Metall. Genau deshalb fertigt man daraus keine Barren und keine kompletten Ringe, sondern hauchdünne Schutz- und Zierschichten.

In der Natur kommt Rhodium äußerst verstreut vor. Es wird nicht in einer eigenen Mine abgebaut, sondern fällt als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Platin- und Nickelerzen an, hauptsächlich in Südafrika. Auf eine Tonne Ausgangsgestein kommen Bruchteile eines Gramms Rhodium, deshalb zählt es beständig zu den teuersten Metallen des Planeten, pro Gramm teurer als Gold, in manchen Jahren sogar um ein Vielfaches.

Rhodinieren: Galvanik einfach erklärt

Rhodinieren ist das Aufbringen einer dünnen Rhodiumschicht auf die Oberfläche eines anderen Metalls mittels Galvanik, also mithilfe von elektrischem Strom. Das klingt kompliziert, das Prinzip stammt aber aus dem Schulunterricht. Das Schmuckstück taucht man in ein Bad mit einer Lösung aus Rhodiumsalz und leitet Gleichstrom durch die Lösung. Das Stück wird mit dem Minuspol verbunden, und die Rhodiumionen aus der Lösung lagern sich Atom für Atom in einer gleichmäßigen Schicht darauf ab. Je länger der Vorgang dauert und je stärker der Strom, desto dicker wird die Schicht.

Vor dem eigentlichen Bad steht eine lange Vorbereitung, und genau sie entscheidet, ob die Schicht ein Jahr hält oder nach einem Monat verschwindet. Das Stück wird gründlich poliert, weil Rhodium das Relief der Oberfläche nachzeichnet und Kratzer nicht verbirgt, sondern betont. Danach wird das Metall entfettet, gebeizt und manchmal mit einer dünnen Zwischenschicht aus Nickel oder Palladium für besseren Halt versehen. Erst danach folgt das Rhodium selbst. Jedes Staubkorn, jeder Fettfilm vom Finger oder eine schlechte Politur führen zu Ausschuss: matte Flecken, Abplatzungen, ungleichmäßige Farbe.

Wie dick ist die Rhodiumschicht

Die Schichtdicke misst man in Mikrometern, tausendstel Millimetern. Für Schmuck ist sie winzig. Die dekorative Rhodinierung, die nur für den Glanz zuständig ist, liegt meist im Bereich von einem Zehntel bis zu einem halben Mikrometer. Das ist hunderte Male dünner als ein menschliches Haar. Eine Schutzschicht, die auf Verschleiß ausgelegt ist, fertigt man dicker, bis zu einem Mikrometer und mehr, doch auch sie bleibt ein praktisch unsichtbarer Film.

Aus dieser Rechnung folgt die wichtigste Eigenschaft des Rhodinierens: es hält nicht ewig. Die Schicht ist so dünn, dass sie sich unmöglich für immer verschleißfest machen lässt. Jede Reibung trägt sie langsam ab. Das ist kein Mangel eines bestimmten Rings, sondern Physik dünner Schichten, und das sollte man vor dem Kauf wissen, nicht erst nach der ersten vergilbten Kante.

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Was siehst du an den Ringkanten oder abgenutzten Stellen?

Wozu man Schmuck mit Rhodium beschichtet

Weiße: der berühmte platinhelle Glanz

Antike Libellenbrosche aus Gold mit Diamanten, kühler weißer Glanz der Steine
Libellenbrosche mit Diamanten, Edgar Bense, um 1890. Das kühle, funkelnde Leuchten der Steine ist genau jener platinhelle Effekt, für den man Schmuckstücke mit Rhodium beschichtet. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)Dragonfly brooch, Edgar Bense, ca. 1890. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

Der Hauptgrund für das Rhodinieren ist die Farbe. Weißgold ohne Beschichtung ist nicht weiß. Gold ist von Natur aus gelb, und um die Gelblichkeit zu nehmen, mischt man ihm aufhellende Legierungsmetalle bei: Palladium, Nickel, Silber. Sie hellen die Legierung auf, aber nicht ganz. Reines Weißgold ohne Rhodium wirkt gräulich, leicht warm, mit einem zarten gelblichen oder stählernen Unterton. Für manche ist das edel, doch der Markt hat das Auge über Jahrzehnte an die blendende platinhelle Weiße gewöhnt, und genau die liefert das Rhodium.

Rhodium ist hellweiß und spiegelnd. Eine dünne Schicht verwandelt die gräuliche Legierung in ein Schmuckstück in Platinfarbe. Deshalb ist fast jedes Weißgold im Handel ab Werk rhodiniert, und der Käufer sieht nicht die echte Farbe des Metalls, sondern die Farbe der Beschichtung. Dasselbe gilt für viele Silberstücke: Rhodium macht Silber kühler, heller und festlicher.

Schutz von Silber vor dem Anlaufen

Silber läuft an. Das liegt in seiner Natur: In der Luft sind immer Spuren von Schwefelverbindungen vorhanden, Silber reagiert mit ihnen und überzieht sich mit einem dunklen Belag, dem Silbersulfid. Davon werden Ketten, Ringe und das Familiensilber dunkel. Den Mechanismus selbst und das Reinigen behandelt ein eigener Beitrag, warum Schmuck anläuft und wie man ihn reinigt.

Rhodium reagiert mit Schwefel nicht. Die Rhodiumschicht auf dem Silber wirkt wie ein Schild: Sie schließt das Silber von Luft und Schweiß ab, und das Anlaufen verschwindet entweder ganz oder verlangsamt sich stark. Rhodiniertes Silber bleibt länger weiß und hell und braucht weniger Reinigung. Solange die Schicht intakt ist, sieht das Stück aus wie neu. Beginnt sie sich abzunutzen, liegt das Silber darunter wieder an der Luft frei, und an den verschlissenen Stellen kehrt das alte vertraute Schwarz zurück.

Schutz der Haut vor der Legierung und vor Allergien

Weißgold enthält oft Nickel als aufhellendes und festigendes Metall. Nickel ist das häufigste Kontaktallergen: Bei manchen Menschen rötet sich die Haut unter dem Schmuck, juckt, nässt mitunter. Das ist nicht selten, und ein eigener Beitrag widmet sich der Nickelallergie bei Schmuck.

Die Rhodiumschicht trennt die Haut physisch von der Legierung. Solange die Beschichtung intakt ist, kommt das Nickel aus der Legierung nicht mit der Haut in Kontakt, und die Reaktion bleibt aus. Für Allergiker ist das ein echter Nutzen, allerdings mit einer Einschränkung: Der Schutz wirkt nur, solange das Rhodium an Ort und Stelle ist. Nutzt sich die Schicht an der Innenseite des Rings ab, wo die Reibung am Finger am stärksten ist, trifft die Haut wieder auf das Nickel. Deshalb fahren Menschen mit ausgeprägter Allergie sicherer, wenn sie nickelfreie Legierungen oder hypoallergene Metalle wählen, statt sich auf die Beschichtung als ewige Barriere zu verlassen.

Härte und Widerstandsfähigkeit der Oberfläche

Rhodium ist härter als Gold und Silber. Eine dünne Schicht macht die Oberfläche eines Stücks widerstandsfähiger gegen feine Kratzer: Solange die Beschichtung intakt ist, fängt sie den Alltagsverschleiß ab, und das weiche Metall darunter bleibt glatt. Der Effekt ist bescheiden, denn die Schicht ist dünn, aber er ist vorhanden. Besonders deutlich zeigt sich das bei Silber, das von sich aus weich ist und leicht ein Netz aus Mikrokratzern bekommt.

Genau hier liegt aber auch die Kehrseite. Hartes Rhodium schleift sich mit der Zeit nicht gleichmäßig ab, sondern platzt und reibt sich an den am stärksten beanspruchten Stellen ab: an den Kanten, an der Innenseite des Rings, an den Verschlüssen. Dort verschwindet die Beschichtung zuerst, und genau dort kommt die Farbe der Basis als Erstes zum Vorschein.

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Worauf man Rhodium aufbringt

Weißgold

Weißgold ist der Hauptkunde der Rhodinierung. Fast alle Stücke daraus werden ab Werk rhodiniert, um den gelblichen Unterton der Legierung zu nehmen und eine reine Platinfarbe zu erhalten. Der Käufer ahnt oft nicht einmal, dass der Glanz seines Rings nicht die Farbe des Goldes ist, sondern die Farbe der Beschichtung. Nutzt sich das Rhodium ab, kommt der wahre Ton des Weißgoldes zum Vorschein, leicht warm und gräulich, und viele halten das für einen Mangel, obwohl es normal ist. Worin sich Weißgold von Gelb- und Rotgold unterscheidet und warum es sich gerade so verhält, behandelt ein vollständiger Überblick: Weißgold, Gelbgold und Rotgold.

Gelb- und Roségold rhodiniert man in der Regel nicht: Ihre Farbe ist ohnehin Teil der Gestaltung. Doch manchmal macht man das Gegenteil und bringt eine Rhodiumschicht auf Gelbgold auf, um es vorübergehend in Weiß zu verwandeln, oder man kombiniert beides und lässt einen Teil gelb, während man einen anderen für einen zweifarbigen Effekt mit Rhodium beschichtet.

Silber

Silber rhodiniert man gleich aus zwei Gründen: für eine helle, kühle Weiße und für den Schutz vor dem Anlaufen. Rhodiniertes Silber wirkt festlicher als gewöhnliches, bleibt länger weiß und braucht seltener eine Reinigung. Viele zierliche Silberketten, Ohrringe und Ringe im Handel sind tatsächlich rhodiniert, auch wenn das Etikett es nicht immer angibt. Wer verstehen möchte, was die Punze überhaupt bedeutet und wie das Silber unter der Beschichtung aufgebaut ist, findet das im Überblick Silber 925: was das bedeutet.

Der Nachteil von rhodiniertem Silber ist derselbe wie bei Weißgold. Nutzt sich die Beschichtung ab, liegt das Silber wieder an der Luft frei und beginnt an den verschlissenen Stellen anzulaufen. Es entsteht ein scheckiges Bild: Wo das Rhodium intakt ist, strahlt die Weiße, wo es abgenutzt ist, kommt die nachgedunkelte Basis zum Vorschein. Abhilfe schafft eine erneute Beschichtung, von der weiter unten die Rede ist.

Modeschmuck und unedle Basis

Rhodium bringt man auch auf unedle Träger auf: Messing, Neusilber, versilberten Modeschmuck. Hier hat die Beschichtung eine doppelte Aufgabe. Erstens soll sie dem billigen Metall ein teures, platinhelles Aussehen geben. Zweitens soll sie die Basis abdecken, die sonst rasch anläuft, die Haut grün färbt oder eine Nickelreaktion auslöst. Hochwertig rhodinierter Modeschmuck kann fast wie Silber oder Weißgold aussehen und recht lange halten.

Doch gerade bei Modeschmuck ist die Beschichtung am verletzlichsten. Die Schicht hält man aus Kostengründen dünn, die Basis darunter wird schlechter poliert, an der Haftschicht wird gespart. Deshalb nutzt sich Rhodium auf billigem Modeschmuck am schnellsten ab, manchmal binnen weniger Wochen beim aktiven Tragen, und darunter kommt sofort das gelbe Messing oder das nachgedunkelte Metall zum Vorschein. Solchen Modeschmuck neu zu beschichten lohnt sich meist nicht: Einfacher ist es, die Stücke selbst zu erneuern.

Schwarze und farbige Rhodinierung

Schwarzes Rhodium: dunkle Zier

Rhodium gibt es nicht nur in Weiß. Es existiert die schwarze Rhodinierung, bei der man der Lösung besondere Bestandteile zusetzt, und die Beschichtung legt sich in einem tiefen graphitschwarzen Farbton mit spiegelndem Glanz an. Hier geht es nicht mehr um Weiße, sondern um einen dekorativen Effekt. Schwarzes Rhodium nutzt man, um eine Fassung abzudunkeln, Diamanten durch Kontrast hervorzuheben und einem Stück ein strenges, grafisches, fast metallisch düsteres Aussehen zu verleihen. Auf dunklem Grund lesen sich helle Steine und Gravuren schärfer.

Schwarzes Rhodium ist dünner und heikler als weißes. Es ist effektvoll, nutzt sich aber genauso ab wie jede dünne Beschichtung, und der Verschleiß fällt deutlicher auf: Unter der schwarzen Schicht kommt helles Metall zum Vorschein, und der Kontrast sticht stärker ins Auge als bei weißer Rhodinierung. Deshalb liebt man schwarzes Rhodium bei Ohrringen und Anhängern, die weniger reiben, und macht es seltener auf Ringen, die sich am schnellsten abnutzen.

Farbige und Ruthenium-Zier

Neben Schwarz spielen Goldschmiede auch mit anderen dunklen und farbigen Beschichtungen aus der Platingruppe. Dem Rhodium im Effekt nahe verwandt ist Ruthenium, das dunkelgraue, anthrazitfarbene, rauchige Töne liefert. Man nennt es oft in einem Atemzug mit schwarzem Rhodium, obwohl es ein anderes Metall ist. Solche Beschichtungen nutzt man für Designerkollektionen, Herrenschmuck und Stücke in strenger dunkler Palette.

Die Logik aller dekorativen Beschichtungen ist dieselbe. Es ist ein Weg, die Oberfläche des Metalls mit einem dünnen Film in der gewünschten Farbe umzufärben, ohne die Legierung selbst zu verändern. Der Vorteil ist eine reiche Palette und ein effektvolles Aussehen. Der Nachteil ist derselbe ewige: Die dekorative Schicht ist dünn, sie nutzt sich ab, und die Farbe muss man von Zeit zu Zeit erneuern, genau wie die gewöhnliche weiße Rhodinierung.

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Wie lange die Schicht hält und wovon sie sich abnutzt

Wovon die Lebensdauer abhängt

Eine allgemeingültige Frist gibt es nicht, und jede ehrliche Antwort ist eine Spanne. Rhodium auf Ohrringen oder einem Anhänger, die kaum reiben, kann über Jahre halten und den Besitzer überdauern. Dasselbe Rhodium auf einem Ring, den man täglich trägt und mit dem man alles Mögliche anpackt, verliert mitunter schon nach wenigen Monaten seinen Glanz. Die Streuung ist enorm, und sie hängt von drei Dingen ab: der Schichtdicke, der Art des Stücks und der Lebensweise des Besitzers.

Dickere Schicht, längere Lebensdauer. Weniger Reibung am Stück, längere Lebensdauer. Sorgsamerer Besitzer, längere Lebensdauer. Ein Ring an der Arbeitshand eines Menschen, der viel schreibt, tippt, Geschirr spült und mit den Händen arbeitet, verschleißt die Beschichtung um ein Vielfaches schneller als Ohrringe bei jemandem, der sie nur zu Festtagen anlegt.

Die größten Feinde des Rhodiums: Reibung und Schweiß

Der Hauptfeind der Beschichtung ist mechanische Reibung. Sie, nicht die Chemie, trägt das Rhodium ab. Der Kontakt mit Tastatur, Lenkrad, Tasche, anderen Ringen, das ständige Ab- und Aufstecken, die Gewohnheit, den Ring am Finger zu drehen, all das schleift den Film langsam ab. Deshalb verschleißen vor allem die Kanten, der untere Bogen des Rings und alle vorstehenden Teile.

Der zweite Feind sind Schweiß und Hautfett. Schweiß ist salzig und leicht sauer, bei verschiedenen Menschen unterschiedlich aggressiv. Bei den einen ist die Haut nahezu neutral, und die Beschichtung hält lange. Bei anderen ist der Schweiß saurer, und das Rhodium verliert schneller seinen Glanz, besonders im Sommer und beim aktiven Tragen. Das ist individuell: Derselbe Ring lebt bei zwei Menschen unterschiedlich lange.

Chemie: Aceton, Chlor, Kosmetik, Haushaltsreiniger

Rhodium ist säurebeständig, doch die Beschichtung ist dünn, darunter liegt eine weiche Basis, und aggressive Chemie schadet trotzdem. Gechlortes Schwimmbadwasser, Meersalz, Reinigungsmittel mit aktiven Stoffen, alkoholische Handdesinfektionsmittel, all das beschleunigt Verschleiß und Trübung. Aceton und Nagellackentferner sind besonders tückisch: Sie lösen weniger das Rhodium selbst, als dass sie alles ringsum austrocknen und angreifen, und die Gewohnheit, mit Ringen am Finger Lack zu entfernen, tötet allmählich ihren Glanz.

Kosmetik, Cremes, Parfüm und Haarspray legen sich als dünner Film auf die Oberfläche, machen den Glanz trüb und setzen das Relief zu. Sie lösen das Rhodium zwar nicht von sich aus, doch zusammen mit Reibung und Schweiß beschleunigen sie seine Ermüdung. Eine einfache Regel, die der Beschichtung das Leben verlängert: Schmuck legt man als Letztes an, nach Creme, Parfüm und Make-up, und nimmt ihn als Erstes ab, vor Putzen, Dusche und Sport.

Wie man erkennt, dass das Rhodium abgenutzt ist

Gelblichkeit an den Kanten und am Ringschoulder

Das deutlichste Anzeichen bei Weißgold ist Gelblichkeit. Die Beschichtung verschwindet zuerst an den am stärksten beanspruchten Stellen: an den Kanten des Rings, am unteren Bogen, an den vorstehenden Facetten. Dort kommt unter dem kühlen silbrig-weißen Ton die warme gelbliche Farbe der Basis zum Vorschein. Der Ring wird zweifarbig: oben noch weiß, an den Rändern schon gelblich. Das bedeutet nicht, dass das Gold gefälscht ist oder verdorben. Es bedeutet, dass sich das Rhodium an diesen Stellen abgenutzt hat und das wahre Gesicht des Weißgoldes zum Vorschein kam.

Bei Silber ist das Bild ein anderes. Dort kommt an den verschlissenen Stellen statt Gelblichkeit ein Nachdunkeln zum Vorschein: Das Silber trifft wieder auf die Luft und wird genau dort schwarz, wo das Rhodium verschwunden ist. Das Stück wird fleckig, hell an den geschützten Bereichen und dunkel an den abgeriebenen.

Mattigkeit, Grauschleier und Flecken

Nicht immer sieht der Verschleiß wie eine klare Gelblichkeit aus. Oft zeigt er sich früher, als allgemeiner Glanzverlust. Ein Stück, das spiegelnd war, wird matt, gräulich, wie beschlagen. Das Licht wirft es weicher zurück, ohne die frühere Schärfe. Das ist das erste Stadium: Die Schicht ist noch da, aber dünner und trüb geworden. Es entstehen matte Zonen an den am stärksten beanspruchten Stellen, dann breiten sie sich aus, dann kommt durch sie hindurch die Farbe der Basis zum Vorschein.

Erwischt man den Moment im Stadium der Mattigkeit, reicht mitunter eine gute professionelle Politur und Reinigung, um den Glanz ohne komplette Neubeschichtung zurückzuholen. Ist die Farbe der Basis schon zum Vorschein gekommen, hilft nur noch eine neue Rhodinierung.

Ein einfacher Test im Gegenlicht

Den Verschleiß kann man auch selbst prüfen. Halten Sie das Stück ins helle Licht und drehen Sie es langsam, während Sie die Kanten, die Innenseite des Rings und die vorstehenden Facetten betrachten. Dort, wo das Rhodium intakt ist, ist die Farbe gleichmäßig, kühl, spiegelnd. Dort, wo es verschwunden ist, zeigt sich bei Weißgold eine warme Gelblichkeit, bei Silber Dunkelheit oder ein Grauschleier. Vergleichen Sie die Innenseite des Rings, die am Finger reibt, mit der Oberseite, die durch einen Stein oder ein Relief geschützt ist, und der Farbunterschied zeigt Ihnen, wie viel Beschichtung schon verschwunden ist.

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Lässt sich die Beschichtung erneuern und wie

Neubeschichtung in der Werkstatt: was das ist und wie es abläuft

Die gute Nachricht: Rhodium lässt sich erneuern. Diese Leistung heißt Neubeschichtung oder erneutes Rhodinieren und gibt es in fast jeder Werkstatt, die mit Galvanik arbeitet. Man bringt das Stück hin, der Goldschmied beurteilt den Zustand und durchläuft den ganzen Zyklus von Neuem. Die alte abgeriebene Beschichtung und der Schmutz werden entfernt, das Stück gründlich poliert, entfettet und gebeizt. Dann taucht man es in ein galvanisches Bad mit Rhodiumlösung, leitet Strom durch, und auf die saubere polierte Oberfläche legt sich eine frische spiegelnde Schicht. Nach dem Spülen und Trocknen kommt das Stück wie neu heraus.

Der Vorgang ist schnell: Das Bad selbst dauert Minuten, die meiste Zeit geht für Vorbereitung und Politur drauf. Oft erledigt man die Neubeschichtung an einem Tag oder sogar in ein paar Stunden. Die Leistung kostet so viel wie eine kleine Alltagsausgabe, besonders im Vergleich zum Preis des Stücks selbst, und meist legt man sie auf die turnusmäßige Schmuckreinigung.

Wie oft eine Wiederholung nötig ist

Die Häufigkeit hängt vom Gleichen ab wie die Lebensdauer: von der Art des Stücks und der Lebensweise. Einen Ring für den täglichen Gebrauch an der Arbeitshand erneuern viele etwa einmal im Jahr oder alle anderthalb Jahre. Ohrringe, Anhänger und Stücke für besondere Anlässe leben zwischen den Neubeschichtungen weit länger, mitunter über Jahre. Einen allgemeingültigen Zeitplan gibt es nicht: Man orientiert sich nicht am Kalender, sondern am Aussehen des Stücks. Sind Gelblichkeit an den Kanten oder eine allgemeine Mattigkeit aufgetaucht, ist es Zeit für die Neubeschichtung.

Eine wichtige Einzelheit zur Politur. Jede Neubeschichtung beginnt mit einer Politur, und die Politur trägt eine winzige Schicht des Metalls selbst ab. Bei Weißgold ist das über Jahrzehnte nicht zu bemerken, doch bei Stücken mit feinen Elementen, zarter Gravur und Punzen glättet eine zu häufige Politur das Relief allmählich. Deshalb sollte man ohne Not nicht neu beschichten: Klüger ist es, auf echten Verschleiß zu warten, statt alle paar Monate dem perfekten Glanz hinterherzujagen.

Warum es zu Hause nicht geht

Die Versuchung, ein Set für die häusliche Rhodinierung zu finden, ist da, doch das Vorhaben ist fast immer schlecht. Die Galvanik braucht eine Lösung aus Rhodiumsalz, die für sich genommen teuer und nicht ungefährlich ist, eine Stromquelle mit präziser Regelung, die richtige Oberflächenvorbereitung, das Entfetten und mitunter eine Zwischenschicht. Ohne professionelle Politur legt sich das Rhodium auf Kratzer und Schmutz und betont sie. Ohne Kontrolle von Strom und Zeit wird die Schicht ungleichmäßig, trüb, mit Flecken und Schlieren.

Rechnet man die Giftigkeit der Reagenzien und Dämpfe bei der Arbeit hinzu, wird klar, warum man die Neubeschichtung in einer Werkstatt mit Absaugung und Ausrüstung macht. Zu Hause lässt sich ein Stück durchaus reinigen und bis zum Glanz aufpolieren, die vorhandene Beschichtung am Leben halten, doch neues Rhodium aufbringen kann man nicht. Das ist Arbeit für den Fachmann.

Pflege, damit die Beschichtung länger hält

Was man im Alltag meiden sollte

Dem Rhodium das Leben zu verlängern ist einfacher, als es scheint, und fast die ganze Pflege läuft darauf hinaus, das Stück vor dem Kontakt mit Aggressivem abzulegen. Nehmen Sie Ringe und Armbänder vor dem Putzen, dem Geschirrspülen und der Handarbeit ab. Baden Sie damit nicht im Schwimmbad und im Meer: Chlor und Salz beschleunigen den Verschleiß. Entfernen Sie keinen Nagellack und arbeiten Sie nicht mit Lösungsmitteln, während Sie Schmuck tragen, Aceton ist besonders schädlich. Meiden Sie alkoholische Desinfektionsmittel und aggressive Haushaltschemie auf der Haut unter dem Ring.

Gesondert zu Parfüm und Kosmetik. Parfüm, Cremes und Lacke legen sich auf die Oberfläche und trüben den Glanz. Deshalb legt man Schmuck als Letztes an, wenn die Creme eingezogen, das Parfüm getrocknet und das Make-up fertig ist, und nimmt ihn als Erstes ab, vor Dusche und Sport. Diese eine Gewohnheit spart mehr als eine Neubeschichtung.

Sanfte Reinigung zu Hause

Ein rhodiniertes Stück muss man behutsam reinigen. Keine Scheuermittel, kein Zahnpulver, kein Natron, keine harten Bürsten und schon gar kein Ultraschall ohne Sachkenntnis: Sie zerkratzen die dünne Schicht und tragen sie schneller ab als den Schmutz. Es genügt ein weiches Mikrofasertuch, um das Stück nach dem Tragen abzuwischen und Schweiß und Hautfett zu entfernen.

Für eine tiefere Reinigung eignet sich warmes Wasser mit einem Tropfen milder Seife und ein weiches Tuch oder ein Wattestäbchen für das Relief. Danach spült man mit klarem Wasser ab und reibt mit einem weichen Tuch trocken, ohne Schlieren zu hinterlassen. Keine Säure, keine Putzpasten für Silber: Mittel, die den Schwarzbelag von gewöhnlichem Silber lösen, sind für eine rhodinierte Oberfläche zu aggressiv. Die allgemeinen Grundsätze der schonenden Reinigung zu Hause finden Sie in einem eigenen Überblick, wie man Schmuck zu Hause reinigt, doch für Rhodium gilt vor allem eine Regel: sanft und ohne Scheuermittel.

Richtige Aufbewahrung

Auch die Aufbewahrung verlängert der Beschichtung das Leben. Bewahren Sie die Stücke getrennt auf, in weichen Beuteln oder Fächern der Schatulle, damit sie nicht aneinander reiben. Metall an Metall im gemeinsamen Haufen bedeutet Kratzer und Abrieb, besonders bei einer empfindlichen Beschichtung. Ein trockener Ort ohne Feuchtigkeitsschwankungen ist ebenfalls von Vorteil: Für Silber unter Rhodium ist das ein zusätzlicher Schutz vor dem Anlaufen an den Rändern, wo die Schicht dünner ist.

Eine einfache Logik: weniger Reibung und Kontakt mit Aggressivem, länger lebt das Rhodium. Sorgfältige Aufbewahrung und die Gewohnheit, Schmuck rechtzeitig abzulegen, schieben die Neubeschichtung um Monate, mitunter um Jahre hinaus.

Wie man rhodinierten Schmuck trägt und schont

Auf welchen Stücken sich Rhodium unterschiedlich verhält

Rhodium begegnet einem auf Weißgold, Silber, rhodinierten Ketten, Ringen und Ohrringen, und von der Art des Stücks hängt ab, wie lange die Schicht im Tragen lebt. Ohrringe und Anhänger reiben kaum, deshalb hält die platinhelle Weiße auf ihnen am längsten, und man kann sie getrost selbst täglich tragen. Ketten verschleißen an den Gliedern und an den Stellen, wo das Stück auf der Haut liegt und an der Kleidung reibt, deshalb trägt man eine dünne rhodinierte Kette schonender über dem Kragen als unter dichtem Stoff. Ringe leiden am stärksten: Der innere Bogen und die Kanten reiben am Finger und an allem, was die Hand berührt. Gehören zum Set Ohrringe und ein Ring, ist es sinnvoll, gerade den Ring zu schonen, während die Beschichtung auf den Ohrringen von selbst lange hält.

Wie man der Beschichtung im Tragen das Leben verlängert

Die wichtigste Regel ist einfach: Schmuck legt man als Letztes an und nimmt ihn als Erstes ab. Zuerst Creme, Parfüm, Make-up, und erst danach der Ring oder die Kette, damit sich die Kosmetik nicht auf dem Rhodium ablegt und den Glanz trübt. Abgenommen wird umgekehrt zuerst, vor Dusche, Sport, Putzen und Schlaf. Ringe und Armbänder legt man besser vor dem Geschirrspülen, der Handarbeit, dem Schwimmbad und dem Meer ab, weil Reibung, Chlor und Salz die dünne Schicht am schnellsten abtragen. Lassen Sie die Gewohnheit, den Ring am Finger zu drehen und Nagellack direkt mit getragenem Schmuck zu entfernen: Beides tötet den Glanz unmerklich. Diese Kleinigkeiten schieben die Neubeschichtung um Monate hinaus.

Weißer Glanz zum Hautton und zur Garderobe

Antike goldene Brosche, dicht mit Diamanten besetzt, weißes funkelndes Leuchten
Brosche mit Diamanten, 18. Jahrhundert. Das durchgehende weiße Leuchten der Steine zeigt, welchen kühlen Glanz eine Rhodiumbeschichtung einem Stück verleiht. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)Brooch, 18th century. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

Die weiße Rhodinierung verleiht eine kühle platinhelle Weiße, und sie steht fast jedem, spielt aber unterschiedlich. Auf einem kühlen, rosigen Hautton wirkt das weiße Metall besonders rein und klar. Auf warmer, goldiger Haut setzt der kühle Glanz einen schönen Kontrast und frischt das Bild auf. In der Kleidung verträgt sich die weiße Rhodinierung mit der kühlen Palette (Grau, Blau, Schwarz, Weiß) und mit der warmen, wo sie als heller Akzent wirkt. Zu Business- und Abendgarderobe wirkt die kühle Weiße streng und edel, deshalb greifen viele zu rhodinierten Stücken als vielseitige Basis für jede Garderobe.

Schwarze und farbige Rhodinierung zum Look

Schwarzes Rhodium und dunkle Ruthenium-Beschichtungen sind keine Sache der Weiße mehr, sondern eine des Charakters. Der graphitschwarze Glanz steht strengen, grafischen, gotischen und androgynen Erscheinungsbildern, wirkt gut in Herrenschmuck und als scharfer Akzent in einer minimalistischen Garderobe. Eine schwarze Fassung hebt helle Steine durch Kontrast hervor, deshalb liebt man diese Rhodinierung bei Ohrringen und Anhängern. Auf Ringen tragen Sie die dunkle Schicht vorsichtiger: Sie nutzt sich deutlicher ab als die weiße, und unter dem Schwarz kommt sofort helles Metall zum Vorschein. Schonen Sie die schwarze Zier vor Reibung, dann hält der düstere Glanz länger.

Kombination mit unbeschichtetem Schmuck und wann man erneuert

Rhodinierte Stücke vertragen sich gut mit Weiß-, Gelb- und Roségold, und der Mix aus kühlem und warmem Metall wirkt heute stimmig. Tragen Sie mehrere Ringe an einer Hand, trennen Sie sie wenigstens durch einen anderen Finger oder ein Fingerglied, damit Metall nicht an Metall reibt und die Beschichtung an den Kanten abträgt. Bewahren Sie rhodinierte Stücke in der Schatulle getrennt auf, in weichen Beuteln oder Fächern, fern von scharfen Verschlüssen und groben Ketten. Die Beschichtung ist zu erneuern, wenn an den Kanten Gelblichkeit aufkam, auf Silber Schwarz zum Vorschein trat oder der Glanz matt und gräulich wurde. Für einen Ring im aktiven Tragen ist das meist einmal alle ein bis anderthalb Jahre, für Ohrringe und Anhänger weit seltener.

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Rhodinieren, Argentium, gewöhnliches Silber und Platin

Rhodiniertes Silber gegen gewöhnliches Silber

Gewöhnliches Silber 925 läuft an, das liegt in seiner Natur. Rhodiniertes Silber ist dasselbe Silber, aber im Schutzhemd: Solange die Schicht intakt ist, ist es heller, weißer und läuft kaum an. Der Unterschied liegt in der Pflege: Gewöhnliches Silber reinigt man vom Schwarz, rhodiniertes bleibt lange von selbst weiß. Doch das Rhodium hat eine Frist. Verschwindet die Beschichtung, beginnt rhodiniertes Silber an den verschlissenen Stellen anzulaufen und braucht eine Neubeschichtung, während man gewöhnliches Silber ein Leben lang mit üblichen Mitteln reinigen kann. So ergibt sich die Wahl zwischen Bequemlichkeit ohne Pflege bis zum ersten Verschleiß und einer ewigen, aber regelmäßigen Reinigung.

Rhodinieren gegen Argentium

Argentium ist eine besondere Silberlegierung, der statt eines Teils des Kupfers Germanium beigemischt ist. Germanium bildet an der Oberfläche eine unsichtbare Schutzschicht, und Argentium läuft von sich aus kaum an, ganz ohne Beschichtung. Diese Legierung behandelt ein eigener Überblick im Detail, Argentium: Silber, das nicht anläuft.

Der Unterschied ist grundlegend. Bei rhodiniertem Silber liefert die äußere Schicht Weiße und Beständigkeit, und sie nutzt sich ab und muss erneuert werden. Bei Argentium ist die Beständigkeit im Metall selbst angelegt und wirkt durch und durch: Nutzt sich die Oberfläche ab, liegt darunter dieselbe beständige Legierung. Argentium braucht keine Neubeschichtung, liefert aber auch nicht jenen blendenden platinhellen Glanz, den das Rhodium gibt. Grob gesagt steht Rhodium für Helligkeit und Schutz von außen auf Zeit, Argentium für maßvolle Beständigkeit von innen für immer.

Rhodinieren gegen Platin

Platin verwechselt man dem Aussehen nach oft mit Rhodium: Beide sind kühl-weiß und spiegelnd. Doch das sind verschiedene Dinge. Platin ist ein Edelmetall, aus dem man ein Stück durch und durch fertigt, in voller Stärke. Sein weißer Ton ist keine Beschichtung, sondern die eigene Farbe des Metalls, und sie nutzt sich niemals ab. Ein Platinring wird mit der Zeit nicht gelb und nicht grau: Er überzieht sich nur durch Mikrokratzer mit einer weichen matten Patina, die man bei Wunsch bis zum Glanz poliert.

Rhodium ist nur eine hauchdünne Schicht derselben Platinfamilie über einem anderen Metall. Frische Rhodinierung und Platin sind farblich kaum zu unterscheiden, doch Platin hält die Weiße für immer, während Rhodium sich abnutzt. Deshalb ist Platin teurer und braucht keine Neubeschichtung, während Weißgold mit Rhodium günstiger ist, aber eine regelmäßige Erneuerung verlangt. Wer zwischen Weißgold und Platin gerade nach dieser Logik wählt, dem hilft ein eigener Vergleich, Platin oder Weißgold.

Rhodium und weiße Metalle: worin sie sich unterscheiden
VarianteHerkunft des WeißPflegeErneuerung nötigBeständigkeit des Weiß
Weißgold mit RhodiumÄußere RhodiumschichtSanfte Reinigung, Reibung meidenJa, Neubeschichtung etwa jährlich
Rhodiniertes SilberÄußere RhodiumschichtSanfte Reinigung, keine ScheuermittelJa, wenn Dunkelung erscheint
Normales SterlingsilberEigenfarbe des MetallsRegelmäßige Reinigung des AnlaufsKeine Schicht, aber häufig zu reinigen
ArgentiumDie Legierung selbst, Schutz von innenLäuft kaum an, minimale PflegeNein, durchgehend beständig
PlatinEigenes Weiß, für immerPatina nach Wunsch polierenNein, die Farbe nutzt sich nie ab

Nachteile des Rhodinierens: was man ehrlich wissen sollte

Die Beschichtung nutzt sich ab und hält nicht ewig

Der größte und unausweichliche Nachteil des Rhodinierens ist seine Vergänglichkeit. Jede dünne Beschichtung verschleißt, und Rhodium ist keine Ausnahme. Was der Verkäufer auch verspricht, eine Schicht von Bruchteilen eines Mikrometers kann unter täglicher Reibung physisch nicht ewig halten. Beim Kauf eines rhodinierten Stücks, besonders eines Rings für den täglichen Gebrauch, plant man die Neubeschichtung am besten gleich als turnusmäßige Maßnahme ein, etwa einmal alle ein bis anderthalb Jahre beim aktiven Tragen. Das ist kein Defekt und kein Betrug, sondern Teil des Lebens eines solchen Schmuckstücks, wie das Waschen des Autos oder das Wechseln der Saiten an der Gitarre.

Zu Hause nicht zu erneuern, ein Fachmann ist nötig

Der zweite Nachteil ergibt sich aus dem ersten: Die Beschichtung selbst zu erneuern geht nicht. Das vorhandene Rhodium zu reinigen, zu schonen und zu Hause aufzupolieren ist möglich, doch eine neue Schicht aufzubringen gelingt nur in einer Werkstatt mit Galvanik. Für den einen ist das eine Kleinigkeit, für den anderen eine Unbequemlichkeit: Man muss einen Fachmann finden, das Stück hinbringen, warten, bezahlen. Wer nicht von Werkstätten abhängen möchte, dem liegen Metalle näher, die keine Beschichtung brauchen: Platin, Argentium, Stahl oder gewöhnliches Silber mit der vertrauten häuslichen Reinigung.

Die verborgene Farbe der Basis und der falsche Eindruck

Der dritte feine Nachteil ist psychologisch. Rhodium verbirgt die echte Farbe des Metalls, und der Käufer sieht nicht das Gold, sondern die Beschichtung. Verschwindet die Schicht und kommt die warme Gelblichkeit des Weißgoldes oder die Dunkelheit des Silbers zum Vorschein, erschrickt man nicht selten und meint, das Stück sei verdorben oder eine Fälschung. In Wirklichkeit ist alles in Ordnung, es kam einfach die Basis zum Vorschein. Doch der Effekt ist unangenehm, und ein ehrlicher Verkäufer weist im Voraus darauf hin, damit die Gelblichkeit an der Kante nach einem Jahr kein Schock wird.

Rhodium und Allergie: ein seltener Fall

Eine echte Allergie gegen das Rhodium selbst ist äußerst selten. Dieses Metall aus der Platingruppe ist chemisch träge, gibt kaum Ionen an die Haut ab, und genau deshalb nutzt man das Rhodinieren häufiger als Schutz für Allergiker, denn als Reaktionsquelle. Die Rhodiumschicht trennt die Haut vom Nickel in der Legierung des Weißgoldes und hilft in der Regel denen, die auf billige Legierungen reagieren.

Zwei Einschränkungen gibt es. Erstens wirkt der Schutz, solange die Beschichtung intakt ist: Nutzt sich das Rhodium an der Innenseite des Rings ab, trifft die Haut wieder auf das Nickel darunter, und die Reaktion schreibt man dem Rhodium zu, obwohl die Legierung schuld ist. Zweitens legt man unter das Rhodium mitunter eine dünne Zwischenschicht aus Nickel für den Halt, und in seltenen Fällen ist über Verschleiß oder Poren auch ein Kontakt mit dieser Zwischenschicht möglich. Deshalb fahren Menschen mit starker Nickelallergie sicherer, von vornherein Stücke mit hypoallergener Zwischenschicht oder ganz ohne Nickel zu wählen, statt auf die Beschichtung als ewige Barriere zu zählen. Das Rhodium selbst als Allergen ist eine Seltenheit, an die die meisten Menschen nicht denken müssen.

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Wie sich das Rhodinieren auf den Preis des Stücks auswirkt

Das Rhodinieren fügt dem Wert eines Stücks wenig hinzu, und im Preis des fertigen Schmucks geht dieser Zuschlag meist unter. Das Metall selbst ist pro Gramm teuer, doch die Schicht ist so dünn, dass auf einen Ring nur wenige Milligramm Rhodium entfallen. Der Hauptanteil am Wert der Leistung ist nicht das Metall, sondern die Arbeit: Politur, Vorbereitung, der Einsatz der Galvanik. Deshalb schlägt sich die werkseitige Rhodinierung kaum im Preisschild nieder, und spätere Neubeschichtungen kosten so viel wie eine kleine Alltagsausgabe.

Weit wichtiger ist es, die Kosten des Besitzes zu rechnen, nicht nur die des Kaufs. Rhodiniertes Weißgold verlangt von Zeit zu Zeit eine Neubeschichtung, und über die Jahre des Tragens summieren sich diese kleinen Beträge. Platin ist beim Einstieg teurer, braucht aber keine Farberneuerung. Argentium und gewöhnliches Silber sind günstiger und kommen ebenfalls ohne Beschichtung aus, wobei man Silber reinigen muss. Betrachtet man den Horizont von zehn Jahren, können das beim Start günstige Weißgold mit Rhodium und das teure Platin näher zusammenrücken, als es das Preisschild in der Vitrine vermuten lässt. Das ist kein Grund, auf Weißgold zu verzichten, sondern ein Grund, mit offenen Augen zu kaufen und die Pflege vorab ins Budget einzuplanen.

Fakten, die überraschen

Rhodium ist teurer als Gold, mitunter um ein Vielfaches. Es zählt beständig zu den teuersten Metallen des Planeten. In manchen Jahren stieg der Börsenpreis von Rhodium pro Unze um ein Vielfaches über Gold und stellte Rekorde unter allen Edelmetallen auf. Und mit diesem Rekordhalter ist Ihr alltägliches Weißgold als hauchdünner Film überzogen.

Der größte Teil des Weltrhodiums geht nicht in den Schmuck, sondern in Auspuffrohre. Der Hauptabnehmer von Rhodium sind Autokatalysatoren. Im Katalysator hilft Rhodium, die Abgase zu entgiften, indem es schädliche Stickoxide in harmlosen Stickstoff verwandelt. Der Anteil des Schmucks an der Weltnachfrage nach Rhodium ist gering im Vergleich zur Autoindustrie.

Rhodium wird nicht als eigenständiges Metall abgebaut. Eigene Minen hat es nicht. Man gewinnt es nebenbei bei der Verarbeitung von Platin- und Nickelerzen, hauptsächlich im Süden Afrikas. Auf eine Tonne Gestein kommen Bruchteile eines Gramms, und genau diese Verstreutheit hält den Preis so hoch.

Rhodium läuft kaum an und korrodiert nicht. Es ist eines der oxidationsbeständigsten Metalle bei normaler Temperatur. Eine spiegelnde Rhodiumschicht kann über Jahrzehnte hell bleiben, wenn man sie nicht mechanisch abträgt. Das Rhodium trägt die Reibung ab, nicht die Chemie der Luft.

Mit Rhodium veredelt man Auszeichnungen und Prunkstücke. Wegen der blendenden Weiße und der Beständigkeit gegen Anlaufen nutzt man Rhodium zur Beschichtung besonders wertvoller Gegenstände, von Prunksilber und Elementen von Auszeichnungen, damit sie über Jahrzehnte ihren Glanz nicht verlieren und in den Vitrinen nicht anlaufen.

Die Rhodiumschicht ist dünner, als Sie sich vorstellen können. Die dekorative Beschichtung liegt im Bruchteil eines Mikrometers, hunderte Male dünner als ein menschliches Haar. Sie tragen eines der teuersten Metalle der Welt am Finger, und davon ist dem Gewicht nach weniger vorhanden als Tinte in einem Punkt eines Kugelschreibers.

Mythen über die Rhodinierung
Wenn Weißgold am Rand vergilbt, ist es gefälscht
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Man kann zu Hause selbst rhodinieren
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Rhodium und Platin sind dasselbe
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Rhodium löst oft Allergien aus
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Je teurer das Stück, desto länger hält das Rhodium
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Häufige Fragen

Was ist Rhodinieren einfach erklärt? Es ist das Aufbringen einer hauchdünnen Rhodiumschicht, eines weißen Metalls aus der Platingruppe, auf die Oberfläche eines anderen Metalls mithilfe von elektrischem Strom. Die Schicht gibt eine spiegelnde platinhelle Weiße, schützt Silber vor dem Anlaufen und die Haut vor der Legierung. Die Dicke ist winzig, Bruchteile eines Mikrometers, deshalb nutzt sich die Beschichtung mit der Zeit ab und muss erneuert werden.

Warum wird Weißgold mit der Zeit gelb? Weil Sie nicht die Farbe des Goldes sehen, sondern die Farbe des Rhodiums darüber. Weißgold ist von Natur aus leicht warm und gräulich, die blendende Weiße gibt ihm die Beschichtung. Nutzt sich das Rhodium an den Kanten und der Innenseite des Rings ab, kommt der wahre Ton der Legierung zum Vorschein. Das ist kein Mangel und keine Fälschung, sondern normaler Verschleiß der Beschichtung, den man mit einer Neubeschichtung behebt.

Kann man ein Stück zu Hause rhodinieren? Nein. Die Galvanik braucht eine Lösung aus Rhodiumsalz, eine präzise Stromquelle, professionelle Politur und Entfettung, und die Reagenzien sind giftig. Zu Hause lässt sich ein Stück durchaus reinigen und aufpolieren, der vorhandenen Schicht das Leben verlängern, doch neues Rhodium aufbringen kann man nur in einer Werkstatt mit Ausrüstung.

Wie lange hält eine Rhodiumbeschichtung? Unterschiedlich. Auf Ohrringen und Anhängern, die kaum reiben, über Jahre. Auf einem Ring für den täglichen Gebrauch mitunter wenige Monate. Die Frist hängt von der Schichtdicke, der Art des Stücks und der Lebensweise ab: Reibung, Schweiß, Chemie und Trageweise nutzen die Beschichtung ab. Einen Ring im aktiven Tragen erneuern viele etwa einmal alle ein bis anderthalb Jahre.

Womit ist rhodiniertes Silber besser als gewöhnliches? Es ist heller, weißer und läuft kaum an, solange die Beschichtung intakt ist, deshalb braucht es weniger Reinigung. Der Nachteil ist, dass das Silber wieder anläuft, wenn das Rhodium verschwindet, und an den verschlissenen Stellen eine Neubeschichtung nötig wird. Gewöhnliches Silber läuft sofort an, lässt sich aber jahrelang zu Hause reinigen, ohne einen Fachmann aufzusuchen.

Löst Rhodium Allergien aus? Das Rhodium selbst als Allergen ist eine große Seltenheit: Das Metall ist träge und gibt kaum Ionen an die Haut ab, deshalb schützt man damit im Gegenteil Allergiker vor dem Nickel in der Legierung. Die Reaktion gibt in der Regel nicht das Rhodium, sondern das Nickel aus der Legierung unter der Beschichtung, das der Haut zugänglich wird, wenn die Schicht sich abnutzt. Menschen mit starker Nickelallergie fahren sicherer mit Stücken ohne Nickel.

Worin unterscheidet sich Rhodium von Platin? Platin ist ein Metall, aus dem man ein Stück durch und durch fertigt, in voller Stärke, und sein weißer Ton nutzt sich niemals ab. Rhodium ist nur eine hauchdünne Schicht über einem anderen Metall, farblich fast wie Platin, doch es nutzt sich ab und muss erneuert werden. Deshalb ist Platin teurer und verlangt keine Farbpflege, während Weißgold mit Rhodium günstiger ist, aber eine Neubeschichtung braucht.

Schadet die Neubeschichtung dem Stück? Das Aufbringen des neuen Rhodiums selbst nicht, es holt den Glanz wie neu zurück. Doch jede Neubeschichtung beginnt mit einer Politur, und die Politur trägt eine Mikroschicht des Metalls ab. Über Jahrzehnte kann eine zu häufige Politur eine zarte Gravur und Punzen glätten. Deshalb beschichtet man nach echtem Bedarf neu, wenn Gelblichkeit oder Mattigkeit aufkam, und jagt nicht alle paar Monate dem Ideal hinterher.

Kurz und bündig

Rhodium ist ein silbrig-weißes Metall aus der Platingruppe, pro Gramm teurer als Gold, und man bringt es als hauchdünnen Film mittels Galvanik auf. Dieser Film ist für die spiegelnde platinhelle Weiße von Weißgold und Silber zuständig, schützt Silber vor dem Anlaufen, trennt die Haut vom Nickel in der Legierung und verleiht Härte. Der Preis dafür ist immer derselbe: Die Beschichtung ist dünn und hält nicht ewig. Sie nutzt sich an den Kanten und im Inneren des Rings durch Reibung, Schweiß und Chemie ab, kommt als Gelblichkeit auf Gold und als Dunkelheit auf Silber zum Vorschein, und erneuern kann man sie nur in der Werkstatt durch Neubeschichtung, etwa einmal alle ein bis anderthalb Jahre beim aktiven Tragen. Das Rhodium selbst löst kaum Allergien aus und schützt im Gegenteil davor. Wer Weiße ohne Pflege der Beschichtung möchte, dessen Wahl ist Platin oder Argentium, während rhodiniertes Gold und Silber Helligkeit und Schutz im Austausch gegen eine regelmäßige Erneuerung bieten. Das vor dem Kauf zu wissen ist ehrlicher, als sich nach einem Jahr über die gelbe Kante zu wundern.

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Über Zevira

Zevira ist eine spanische Marke aus Albacete, der Stadt der Metallhandwerker. Wir mögen Dinge mit Charakter und ein ehrliches Gespräch über Metalle: Die Weiße von Weißgold ist die Arbeit des Rhodiums, und davon weiß man besser im Voraus. Wer sich mit weißen Metallen beschäftigt, beginnt am besten mit dem Überblick Silber 925: was das bedeutet, und von der Legierung, die ganz ohne Beschichtung nicht anläuft, erzählt der Überblick zu Argentium.

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