
Schmuck zur Taufe: was dem Kind schenken
Einführung: die kleine Schatulle und die große Verantwortung
Anna bereitet sich darauf vor, zum ersten Mal Patin zu werden. Eine Woche vor der Taufe ertappt sie sich dabei, drei Abende hintereinander dieselben Schaufenster in der Münchner Innenstadt anzuschauen: ein Silberkreuz mit Emaille, ein goldener Schutzengel, eine feine Kette mit kleinem Anker-Anhänger. Eine bekannte Verkäuferin im Geschäft fragt, wie alt das Kind ist. "Drei Monate", antwortet Anna. Die Verkäuferin legt die Goldkette zurück: "Die Kette lieber später, wenn das Kind größer ist. Jetzt soll das Kreuz in der Schatulle liegen, zur Weihe machen wir Ihnen ein Seidenband".
Dieses kurze Gespräch ist mehr wert als jeder Ratgebertext. Die Taufe ist der Eintritt des Kindes in eine familiäre und geistliche Tradition, kein einmaliger Kauf eines schönen Stücks. Das Kreuz, das an diesem Tag geschenkt wird, bleibt sein Leben lang: in der Kindheit am Bändchen, in der Jugend an einer Silberkette, auf der Hochzeit unter dem Brautkleid, in der Schatulle der Enkel als Familienerinnerung.
Dieser Ratgeber ist als praktische Spickzettel für Paten, Eltern und Verwandte angelegt. Ohne religiöse Debatten, ohne Moralisieren: nur Praxis. Was kaufen, welches Metall wählen, wie die Kettenlänge für einen Säugling bestimmen, was als Gravur passend ist. Und das Wichtigste: wie das erste Schmuckstück im Leben des Kindes sicher wird.
Wenn du zum ersten Mal ein Taufgeschenk vorbereitest, beginn mit der Basis: der Geschenkratgeber nach Anlass erklärt die allgemeinen Auswahlprinzipien. Wenn dich die Symbolik beschäftigt, lies die Bedeutung des Halskreuzes. Zu Punzen gibt es einen eigenen Text: Punzen 925, 585, 750. Wenn das Kind zu Allergien neigt oder du auf Nummer sicher gehen willst, schau in den Artikel über Nickelallergie.
Warum man zur Taufe Schmuck schenkt
Das Taufgeschenk ist eine alte Tradition, deren Wurzeln in die ersten Jahrhunderte des Christentums reichen. Im Byzanz und im frühen Rom brachten Paten Gold- oder Silbermünzen zur Kirche, um das Sakrament zu bezahlen. Später wurden diese Münzen oft zu einem Halskreuz für das Patenkind umgearbeitet. Über die Jahrhunderte wurde aus der Münze ein Kreuz, die Tradition blieb: das erste Halskreuz im Leben eines Menschen wird zur Taufe geschenkt, und es schenken die Menschen, die vor Gott für das Kind verantwortlich sind.
Die Bedeutung des Geschenks hat mehrere Ebenen. Im Alltag ist es Symbol der Aufnahme in Familie und Gemeinde: das Kind bekommt den ersten Gegenstand, der nur ihm gehört. Geistlich ist es Schutzzeichen: das Kreuz am Hals des Kindes von Säuglingsalter an markiert seinen Glauben. Psychologisch ist es ein Identitätsanker: der Jugendliche, der von den Eltern erfährt "diese Taufkette hat dir Patin Anna geschenkt, als du zwei Monate alt warst", erlebt Kontinuität der Familie.
Deshalb darf man bei der Wahl nicht patzen. Billiger Modeschmuck aus unbekannter Legierung passt nicht: das Kind trägt das Kreuz jahrelang, das Metall muss sicher und langlebig sein. Zu auffälliger Schmuck mit großen Steinen passt auch nicht: das ist kein weltliches, sondern ein sakrales Geschenk, und die Form muss zum Sinn passen.
Wer was schenkt: Pate, Patin, Eltern, Verwandte
Die Aufteilung der Aufgaben unterscheidet sich nach Ländern und Gemeinden, aber es gibt eine gemeinsame Logik.
Der Pate kauft in der katholischen Tradition oft die Taufkerze und ein Geschenk wie einen Schutzengel-Anhänger oder eine Taufmedaille. In der evangelischen Tradition gibt es weniger feste Regeln, aber Pate und Patin teilen sich oft Taufkette/Kreuz und Taufkerze. In manchen Regionen Deutschlands ist es Brauch, dass der Pate die "größere" Sache schenkt (Schutzengel-Kette mit Anhänger), die Patin den feineren symbolischen Schmuck (Armband mit Namen, kleines Medaillon).
Die Patin schenkt in vielen deutschen Gemeinden ein Taufkleid (wenn nicht von der Familie gestellt) oder ein Taufgewand-Set, manchmal auch das Kreuz oder den Anhänger. Wenn die Patin etwas Materielles in Schmuckform schenken möchte, ist das oft eine Kette mit Schutzengel-Anhänger, eine Taufkette mit Kreuz oder ein Armband mit Namensgravur.
Die Eltern schenken zur Taufe in der Regel nicht das Kreuz, weil diese Rolle den Paten zugeordnet ist. Aber Eltern schenken oft etwas Langfristiges: Ohrstecker für die Tochter (jetzt kaufen, bis 5-7 Jahre aufbewahren), Kinder-Armband mit Anhänger, silberner Babylöffel. Der Silberlöffel "zum ersten Zahn" ist kein Schmuck, aber ein traditionelles Geschenk, das ins Taufset passt.
Großeltern, Tanten, Onkel können alles Zusätzliche schenken: Haus-Ikone, silbernes Medaillon, Schutzengel. Hier gibt es keine harte Regel, wichtig ist nur die Abstimmung mit den Eltern (damit nicht drei Kreuze auf einmal landen).
Wenn du Pate oder Patin bist und nicht sicher, wer was kauft, ein einfacher Rat: frag die Eltern direkt. Lieber ein peinliches Gespräch einen Monat vor der Taufe als drei identische Kreuze am Tag der Zeremonie.
Katholische Tradition: Kreuz und Kette
Die katholische Tradition ist in Bayern, im Rheinland und in Süddeutschland besonders verankert, ebenso in Österreich. Das Taufkreuz in der katholischen Tradition ist meist einfach, ohne dekorative Übertreibungen. Ein lateinisches Kreuz (vierarmig) mit minimalistischer Darstellung des Gekreuzigten oder ganz ohne. In katholischen Regionen tragen Kinder Kreuz und Medaillon parallel an einer Kette.
Taufmedaille in der katholischen Tradition ist ein rundes Medaillon 1,5-2 cm mit dem Bild der Jungfrau Maria oder eines Schutzengels. Oft wird auf der Rückseite das Taufdatum graviert. Wird wie das Kreuz an der Kette getragen.
Schutzpatron in der katholischen Tradition wird nach dem Namen des Kindes oder nach dem Taufdatum gewählt. Die Medaille mit diesem Heiligen wird zum geistlichen Anker fürs Leben. Ein Kind namens Anton erhält eine Medaille mit dem heiligen Antonius, ein Mädchen Therese eine Medaille mit der heiligen Therese.
Marien- oder Engelsdarstellungen sind beliebt für Mädchen, Schutzengel und Heilige wie der heilige Nikolaus oder der heilige Christophorus für Jungen.
Weihen lassen ist obligatorisch. Wenn das Kreuz in der Goldschmiede gekauft wurde, segnet der Priester es vor der Zeremonie. Viele Geschäfte bieten bereits gesegnete Kreuze an, aber die Weihe im Rahmen der Taufe ist vorzuziehen.
Evangelische Tradition: Kreuz, Medaillon, Schutzengel
Die evangelische Tradition (lutherisch oder reformiert) in Deutschland ist regional in Norddeutschland, in Mitteldeutschland und in der Schweiz stark verbreitet. Sie ist liturgisch zurückhaltender als die katholische, aber das Taufgeschenk hat einen ähnlichen Platz.
Taufkreuz in evangelischer Tradition ist meist einfach, ohne den Gekreuzigten. Klares lateinisches Kreuz, schlicht. Manchmal mit der Gravur einer Bibelstelle oder eines Taufspruchs.
Schutzengel-Anhänger ist in der evangelischen Tradition besonders verbreitet, vor allem für Kinder. Ein kleiner Engel in Silber oder Gold, oft mit Flügeln und betendem Gestus. Die Symbolik der Begleitung "der Engel des Herrn ist um euch" entspricht der evangelischen Sensibilität.
Medaillon ist seltener als in der katholischen Tradition, aber möglich. Kleines Medaillon mit Bibelstelle oder Taufspruch graviert.
Taufspruch: in evangelischen Familien wählen Eltern oder Paten einen Bibelspruch, der das Kind im Leben begleiten soll. Dieser Spruch kann auf der Rückseite des Anhängers graviert werden (kurze Version) oder in einem begleitenden Brief beigelegt sein.
In Deutschland herrscht in evangelischen Familien oft eine kulturelle Präferenz für bescheidenere symbolische Geschenke. Ein schlichter Silberanhänger mit Gravur wird oft höher geschätzt als ein auffälliges Goldstück mit Steinen.
Orthodoxe Tradition in deutschsprachigen Gemeinden
In Deutschland gibt es russisch-orthodoxe, griechisch-orthodoxe, serbische, rumänische und andere orthodoxe Gemeinden. Die orthodoxe Taufe (in einigen Traditionen "mkrtutyun" für die armenisch-apostolische) hat einen eigenen Charakter.
Orthodoxes Kreuz hat eine erkennbare Form: vier Enden, am Schnittpunkt oft die Kreuzigung oder das Monogramm IC XC NIKA (Jesus Christus siegt). Auf der Rückseite das Gebet "Errette und bewahre" oder das Bild der Gottesmutter. Achtarmiges Kreuz mit zusätzlichen oberen und unteren Querbalken ist für die russische Orthodoxie traditionell.
Die Größe des Kreuzes für einen Säugling beträgt meist 1,5-2 cm ohne Öse. Ein kleines Kreuz ist leichter, stört nicht beim Liegen, hängt nicht an der Kleidung. Kreuze von 2,5 cm und mehr sind ab 3-5 Jahren angemessen.
Die Kette in orthodoxer Tradition wird oft durch ein Seiden- oder Leinenband ersetzt, besonders für Säuglinge. Das Band ist weicher, kratzt nicht, lässt sich leicht waschen, ist sicherer beim Hängenbleiben. Die Kette kommt später, wenn das Kind 1-3 Jahre alt ist.
Armenische, serbische, griechische Besonderheiten: Armenische Kreuze haben sich aufweitende Enden (sogenannte "blühende" Form) und tragen oft Ornament. Granat-Symbolik ist in armenischen Taufen häufig (Granat ist nationales Symbol für Fruchtbarkeit und Segen).
Kreuze: Formen und Arten
Das Kreuz scheint eine einfache Form, doch es gibt mehr Varianten, als viele denken. Sich auszukennen ist nützlich, denn die Formwahl ist eine ästhetische Entscheidung für Jahrzehnte.
Vierarmiges lateinisches Kreuz klassische Form mit einem Querbalken und längerem unterem Ende. Schlicht, erkennbar, lakonisch. Passt für Säuglinge und Alltag, in katholischer und evangelischer Tradition.
Vierarmiges orthodoxes Kreuz mit einer Querstange, manchmal mit IC XC NIKA. Einfach, würdig.
Achtarmiges orthodoxes Kreuz mit oberer INRI-Tafel und unterem schrägen Balken. Detailliertere Form, wird häufiger von älteren Familien gewählt. Für Säuglinge manchmal zu groß.
Strahlenkranz-Kreuz mit aus der Mitte strahlenden Strahlen. Dekorative Variante, häufiger in katholischer Tradition.
Anker-Kreuz mit sich aufweitenden Enden. Hat regionalen und kulturellen Bezug.
Armenisches "blühendes" Kreuz: bereits beschrieben, sich aufweitende Enden, Ornament.
Kreuz mit oder ohne Gekreuzigten ist eine feine Entscheidung. Für Säuglinge raten viele Geistliche zu einem Kreuz ohne Gekreuzigten (vereinfacht), damit die kleine Form nicht mit Details überladen ist.
Emaille-Kreuze sind schön, brauchen aber mehr Vorsicht. Die Emaille kann beim Stoß abplatzen, für ein aktives Kind ist glattes Metall besser.
Kette für Säuglinge: Länge und Verschluss
Die Kette ist das umstrittenste Element des Taufgeschenks. Für ein ganz kleines Kind ist sie oft gar nicht nötig: das Bändchen ist sicherer. Wenn die Eltern aber die Kette ab 1-2 Jahren nutzen wollen, ist die richtige Wahl wichtig.
Länge für Säuglinge: gar nicht nötig. Band 25-30 cm.
Länge für 1-Jährige: 30-35 cm. Die Kette muss hoch am Hals sitzen, nicht hängen.
Länge für 2-3 Jahre: 35-38 cm.
Länge für 4-6 Jahre: 38-40 cm.
Länge für Schulkind 7-10 Jahre: 40-42 cm.
Länge für Teenager 12+: 42-45 cm.
Geflechtsart soll einfach und stabil sein. Anker, Erbskette, Singapur passen. Sehr feine Geflechte wie Schlangen- oder Venezianerkette sind für aktive Kinder weniger geeignet: sie reißen beim Hängenbleiben.
Stärke für eine Kinderkette 0,8-1,2 mm. Zu dick wirkt seltsam mit kleinem Kreuz, zu fein reißt.
Verschluss soll Karabinerverschluss (Lobster) sein. Federringverschluss (Spring Ring) geht auch, der Karabiner ist aber sicherer. Keine Schraubverschlüsse an Kinderketten: das Kind könnte ihn aufdrehen und schlucken.
Gleitende Kette ohne Verschluss ist für ein kleines Kind gefährlich: Strangulationsgefahr. Kette zwingend mit Verschluss.
Die Kettenlänge wird oft zur Überraschung für Paten. Wer eine schöne 50-cm-Kette "auf Wachstum" kauft, hat ein Stück, das zehn Jahre in der Schatulle liegt. Besser kurz kaufen und ersetzen, wenn das Kind größer wird, oder beim Goldschmied mit Kürzungsmöglichkeit bestellen.
Schutzengel-Anhänger und Medaillon
Der Schutzengel-Anhänger ist in deutschen Familien das beliebteste Taufgeschenk neben dem Kreuz. Ein kleiner Engel in Silber oder Gold, oft mit Flügeln und betendem Gestus. Größe 1,5-2,5 cm für Säuglinge.
Schutzengel mit Stein trägt manchmal einen kleinen Geburtsstein oder einen Diamanten als zentralen Akzent. Für Mädchen häufig mit kleiner Perle, für Jungen mit blauem Stein (Aquamarin, Saphir).
Medaillon ist eine flachere Variante. Kleines Medaillon 1-1,5 cm mit graviertem oder Emaille-Bildnis. In Süddeutschland und Österreich sind Medaillons mit Maria, mit dem Christkind oder mit dem Schutzpatron beliebt.
Medaillon mit Schutzpatron (nach Vornamen des Kindes) ist ein sehr persönliches Geschenk, das ein Leben lang bleibt.
Schutzengel und Medaillons werden meist aus Sterlingsilber 925, manchmal aus Gold 14 Karat gefertigt. Emaille-Medaillons sind schöner, aber weniger langlebig für ein aktives Kind.
Welche Metalle sind sicher für Säuglinge
Das ist der wichtigste technische Abschnitt des Ratgebers und nicht zu überspringen. Die Haut eines Säuglings ist mehrfach dünner als die Erwachsenenhaut, die Barrierefunktion schwächer, die Allergenität von Metallen zeigt sich schneller und heftiger.
Sterlingsilber 925 ist der Goldstandard für Kinderschmuck. Reines Silber mit minimaler Kupferbeimischung für Festigkeit. Hypoallergen, sicher, preislich erschwinglich. Alle Taufkreuze und -ketten in seriösen Geschäften sind aus 925er Silber.
Reinsilber 999 ist weich, aber absolut hypoallergen. Selten verwendet wegen Weichheit (Ketten verformen sich schnell), für einen Kreuz-Anhänger aber ideal.
Gold 585 (14 Karat) ist für Säuglinge sicher, enthält aber Legierungsmetalle (Kupfer, Silber, manchmal Nickel). Beim Kauf eines goldenen Kreuzes für Säuglinge beim Verkäufer nachfragen: das Gold soll ohne Nickel sein. In der EU begrenzt die Richtlinie EN 1811 den Nickelgehalt, trotzdem prüfen.
Gold 750 (18 Karat) enthält mehr Reingold und weniger Legierungsmetalle, ist also hypoallergener als 585. Teurer, aber sicherer für empfindliche Haut.
Chirurgischer Stahl 316L wird für Kinderohrringe beim Stechen verwendet, ist aber nicht klassisch für Taufschmuck. Hypoallergen, sehr stabil, ästhetisch aber unterlegen für geistliche Gegenstände.
Medizinisches Titan analog zum chirurgischen Stahl: hypoallergen, aber ästhetisch keine Klassik für ein Kreuz.
Was vermeiden: Modeschmuck aus unbekannten Legierungen, versilbertes Messing, vernickelte Legierungen. Auch wenn das Kreuz "schön glänzt" und Pfennige kostet, das Risiko von Allergie und Hautverfärbung ist zu hoch. Zur Taufe nur echtes Edelmetall mit Punze.
Mehr zur Nickelallergie und wie man sie vermeidet.
Entschlüsselung der Punzen 925, 585, 750 im eigenen Artikel.
Silber oder Gold: was wählen
Die ewige Frage der Paten. Eine rein ästhetische Regel gibt es nicht: beides ist traditionell für Taufen. Aber ein paar praktische Überlegungen.
Für Silber: erschwinglicher Preis, klassischer Silberton passt zu jeder Kleidung des Kindes, das Anlaufen des Silbers wird von vielen Eltern als Schutzzeichen gewertet (Volksglaube: Silber wird dunkel, wenn es Schlechtes auf sich nimmt; wissenschaftlich Oxidation mit Schwefelwasserstoff), leicht zu erneuern.
Für Gold: läuft nicht an (wenn ohne Nickel), wirkt würdiger auf Festfotos, das goldene Kreuz wird in der Familie als Erbstück weitergegeben, wird psychologisch als "ernsteres" Geschenk wahrgenommen.
Regional: in Süddeutschland und Österreich wird häufiger Gold gewählt (besonders in katholischen Familien), im Norden und in evangelischen Familien öfter Silber. In Italien und Griechenland ist Gold üblicher. In Deutschland kombiniert man oft: silbernes Kreuz und goldene Kette, oder umgekehrt.
Familienkontinuität: gibt es in der Familie die Tradition, jedem Neugeborenen ein goldenes Kreuz zu schenken, halte dich an die Tradition. Gibt es sie nicht, wähle nach Budget und Vorliebe.
Budget-Rat: lieber ein qualitatives silbernes Kreuz aus 925er Silber mit echter Punze als ein billiges vergoldetes aus unbekannter Legierung. Goldimitat ist kein Taufgeschenk.
Ratgeber zum Schutz vor Fälschungen beim Edelmetallkauf.
Emaille, Steine, Schwärzung: was passend ist
Die Dekoration des Taufkreuzes ist traditionell zurückhaltend, Varianten gibt es aber.
Schwärzung (Oxidation) auf einem Silberkreuz betont das Relief der Kreuzigung oder die Gebets-Gravur. Klassisch für ein orthodoxes Kreuz, besonders für ein männliches. Schwärzung ist langlebig, sicher, pflegeleicht.
Emaille auf Kreuzen kann heiß (cloisonné) oder kalt sein. Heiße Emaille ist traditionell für russische Goldschmiede, besonders der Fabergé-Schule. Emaille-Kreuze sind schön, brauchen aber Vorsicht: beim Stoß kann die Emaille absplittern. Für Säuglinge besser glattes Metall, Emaille passt für ein Kreuz eines älteren Kindes.
Steine an einem Kinderkreuz sind umstritten. Diamant, Zirkonia oder Granat als zentraler Punkt findet sich in katholischer Tradition häufig, in orthodoxer selten. Wenn du ein Kreuz mit Stein wählst, prüfe die sichere Fassung (geschlossene Fassung) gegen Herausfallen.
Perle an einem Taufmedaillon ist für Mädchen in französischer und italienischer Tradition üblich. Eine kleine Perle in der Mitte des Medaillons symbolisiert die Reinheit des Säuglings.
Granat in armenischer und georgischer Tradition ist nationaler Stein. Granat-Schutzengel oder Granat-Medaillon passt als ethnisches Geschenk.
Türkis in osteuropäischer und zentralasiatischer Tradition gilt als Schutzstein. Eine kleine Türkis-Cabochon in der Mitte des Kreuzes kommt vor.
Hauptregel: je jünger das Kind, desto einfacher der Schmuck. Ein nacktes Silberkreuz für ein Drei-Monate-altes Baby ist das ideale Geschenk. Reich verzierte Kreuze mit Steinstreuung lieber bis 7-10 Jahre warten lassen, wenn das Kind bewusst Schmuck trägt.
Altersunterschiede: Neugeborenes, Einjähriges, Vorschulkind
Das Alter zum Taufzeitpunkt bestimmt die Wahl mehr als alles andere. Die Hauptschwierigkeit: Taufen können in jedem Alter sein, von 8 Tagen (russische Tradition) bis zu mehreren Jahren (wenn Eltern später taufen).
Neugeborenes (0-3 Monate): nur Kreuz am Seidenband. Kette gefährlich (Erstickungsgefahr). Kreuzgröße 1,5-2 cm, ohne Steine, ohne Emaille. Gravur des Namens und des Datums auf der Rückseite zulässig. Nach der Zeremonie in der Schatulle, an religiösen Festtagen angelegt.
Säugling (3-12 Monate): Kreuz am Band. Kette nur in Ausnahmen unter ständiger Aufsicht (zum Beispiel auf Festfotos). Ein kleines Medaillon 1-1,5 cm kann hinzukommen.
Einjähriges (1-2 Jahre): feine Kette 30-35 cm kann beginnen. Kreuz 2 cm. Zusätzliches Geschenk: silbernes Armband mit Namens-Anhänger, silberner Löffel "zum ersten Zahn".
Vorschulkind (3-6 Jahre): Kette 35-38 cm. Kreuz 2-2,5 cm. Emaille und kleine Steine möglich. Set-Geschenk passt: Kreuz mit Schutzengel oder Kreuz mit Medaillon.
Schulkind (7-10 Jahre): Kette 38-42 cm. Kreuz 2,5-3 cm oder detaillierter. Vollschmuck mit dekorativen Elementen möglich. Für Mädchen passende Ohrstecker (falls Ohren gestochen), für Jungen männliches Kreuz mit Schwärzung.
Sicherheit: die Checkliste für Eltern
Diesen Abschnitt lohnt es sich zu speichern oder auszudrucken. Wenn der Säugling auf dem Arm und 200 Organisationsaufgaben im Kopf sind, ist eine solche Checkliste nützlich.
Vor dem Sakrament:
- Kreuz beim Priester segnen lassen, falls beim Kauf nicht geweiht.
- Prüfen, dass das Kreuz bequem am Hals liegt, nicht drückt, nicht hängen bleibt.
- Ersatzband bereitstellen, falls das Original reißt.
- Keine Kette für ein Kind unter 1 Jahr.
Während und nach der Taufe:
- Keine Kette am Hals des schlafenden Säuglings. Zum Schlafen abnehmen.
- Keine Kette beim Baden. Abnehmen.
- Keine Kette bei Gymnastik, Massage, Umziehen.
- Einmal täglich Verschluss und Band auf Unversehrtheit prüfen.
- Einmal wöchentlich den Hals auf Rötung oder Reizung kontrollieren.
Alarmzeichen (zum Kinderarzt):
- Rötung unter dem Kreuz, die nach einem Tag ohne nicht weggeht.
- Grünliche Flecken auf der Haut (Silberoxidation kommt vor, aber reichliche Reaktion ist ein Kontaktreaktionszeichen).
- Juckreiz, an dem das Kind kratzt.
- Ausschlag entlang der Kettenkontur.
Langfristig:
- Band alle 3-4 Monate wechseln. Seidenband nutzt sich ab.
- Kettenlänge alle 1-2 Jahre nach Wachstum anpassen.
- Kreuz einmal wöchentlich mit weichem Tuch reinigen.
Sicherheit bedeutet nicht Angst, sondern Bewusstheit. Millionen Kinder tragen Kreuze ab dem Säuglingsalter ohne ein einziges Problem, und deins wird auch so, wenn du Grundregeln einhältst.
Gravur: Name, Datum, Segenswunsch
Die Gravur verwandelt jedes Kreuz aus der Massenproduktion in einen einzigartigen persönlichen Gegenstand. Eine der besten Möglichkeiten, das Geschenk denkwürdig zu machen.
Name des Kindes auf der Rückseite des Kreuzes ist klassische Gravur. Auf einem kleinen Kreuz passt ein kurzer Name oder Initialen. Voller Name ("Maximilian") passt manchmal nicht, dann wird abgekürzt ("M.A." oder einfach "Max").
Taufdatum wird meist neben dem Namen oder anstatt graviert. Format: 19.05.2026 oder 19. Mai 2026. Für langfristige Erinnerung besser das ganze Datum mit Jahr, denn nach 30 Jahren erinnert sich der Enkel vielleicht nicht an den Tag seiner Taufe.
Segenswunsch oder Taufspruch: in evangelischer Tradition oft eine kurze Bibelstelle. "Sei behütet" oder die Anfangsworte des Taufspruchs aus dem Gottesdienst. Auf kleinem Kreuz oft eine Seite Segenswunsch, andere Name und Datum.
Name des Schutzpatrons in katholischer Tradition wird oft auf dem Medaillon neben dem Bildnis graviert. "Anton" oder "Therese" unter der Darstellung des entsprechenden Heiligen.
Frist für die Gravur beim Goldschmied beträgt 3-7 Tage. Bei Taufe in einer Woche das Kreuz frühzeitig bestellen. In zwei Tagen: Geschäft wählen, das die Gravur am Kauftag mit Laser ausführt.
Kosten der Gravur sind im Vergleich zum Kreuzpreis gering. An der Gravur sparen geht nicht: das Detail macht aus einem Kreuz ein Erbstück.
Geschenkverpackung und Schmuckschatulle
Die Verpackung des Taufgeschenks ist ein eigenes Thema. Es ist ein sakrales Geschenk, und Packpapier mit Comic-Bären passt weniger als eine schlichte Samtschachtel.
Samtschachtel ist klassische Taufkreuz-Verpackung. Tiefblauer, bordeauxroter, cremefarbener Samt. Innen Satinunterlage. Diese Schachtel wird jahrzehntelang aufbewahrt, und das erwachsene Kind nimmt das Kreuz daraus.
Silberne oder hölzerne Schmuckschatulle ist Premium-Variante. Die Schatulle überlebt das Kreuz, und in sie kann man zusätzliche Erinnerungsstücke legen: Foto von der Taufe, Haarlocke, ersten Milchzahn, Kalenderblatt mit dem Datum.
Geschnitzte Holz-Ikone oder kleines Holz-Triptychon passt als Rahmen für die häusliche Aufbewahrung des Kreuzes zwischen den Trageeinsätzen.
Gravierte Plakette auf dem Schatulle-Deckel mit dem Namen des Kindes und dem Taufdatum verwandelt die Schatulle in ein Familienerbstück. Nach 60 Jahren sehen die Enkel diese Schatulle und verstehen sofort die Geschichte.
Was nicht nötig ist: Cartoon-Verpackung, Heliumballons, Karten mit Blümchen, Papiertüten. Das ist kein Geburtstag, der Ton ist ein anderer.
Wenn du das Kreuz online kaufst, frag vorher nach der Verpackung. Viele Online-Shops senden Schmuck in einfachen Plastik-Blistern, das passt nicht zur Taufe.
Was noch außer dem Kreuz passend ist
Wenn das Kreuz schon gekauft ist (von Eltern oder anderen Paten), du aber deinen materiellen Beitrag leisten willst, gibt es mehrere traditionelle Optionen.
Silberner Löffel "zum ersten Zahn" alte deutsche und europäische Tradition. Kleiner Silberlöffel mit graviertem Namen. Es heißt, wenn der erste Zahn durchbricht, soll man "auf Glück" mit dem Löffel daran klopfen. Heute Souvenir, Löffel geht mit 5-6 Jahren ins Besitz des Kindes.
Silbernes Armband mit Anhänger kleines Kinder-Armband mit graviertem Namen oder Sternzeichen-Anhänger. Größe 12-14 cm für Säuglinge, mit Verlängerungsmöglichkeit.
Ohrstecker für Mädchen wenn die Familie früh Ohrlöcher stechen lässt. Kleine silberne oder goldene Stecker mit Zirkonia. Bis zum Piercing-Alter aufbewahrt.
Hausikone klein, für die Zimmerecke des Kindes. Nicht zum Tragen, sondern für die Wand. Madonna mit Kind, Schutzengel, Schutzpatron.
Erinnerungsfotorahmen silbern oder hölzern mit graviertem Taufdatum. Kein Schmuck, aber traditionelles Geschenk.
Geldgeschenk in schönem Umschlag pragmatische Variante. Geld fließt in Kinderbedarf, der Umschlag bleibt als Erinnerungskarte. In manchen Traditionen wird Geld auf ein "Sparkonto des Kindes" gelegt, das am Tauftag eröffnet wird und bis zur Volljährigkeit gefüllt wird.
Buch mit graviertem Exlibris kleine Kinderbibel oder Gebetssammlung mit Unterschrift des Paten auf dem Vorsatz. Kein Schmuck, aber geistliches Taufset-Geschenk.
Budget: von bescheiden bis Familienschatz
Das Taufgeschenk-Budget verteilt sich auf Segmente.
Bescheidenes Segment: einfaches Silberkreuz 925 Punze 1,5-2 cm, Seidenband, einfache Verpackung. Gegenwert eines bescheidenen Cafébesuchs zu zweit. Passt, wenn die Paten jung sind und wenig Mittel haben. Daran ist nichts beschämend: Hauptsache echtes Edelmetall, keine Fälschung.
Mittleres Segment: Kreuz 925 Silber 2-2,5 cm mit Gravur und Emaille, feine Silberkette für späteres Tragen, Samtschatulle. Gegenwert eines guten Restaurantbesuchs mit vollem Menü. Standard für die meisten Familien.
Premium-Segment: Goldkreuz 585 mit Gravur, passende Goldkette, hölzerne oder silberne Schatulle mit gravierter Plakette. Gegenwert eines kurzen Urlaubs. Großeltern-Geschenk oder Geschenk wohlhabender Paten.
Familienschatz-Segment: Gold 750 mit Diamanten oder Handarbeit eines Goldschmieds mit Familiengravur, plus langfristiges Set (Kreuz, Schutzengel, Kette, Ohrstecker für Mädchen, alles im Design einer Kollektion). Gegenwert einer ernsten Familienanschaffung. Seltene und bewusste Wahl, meist für das erste Kind in einer Familie mit Tradition der Erbstücke.
Die Budget-Größe ist nicht entscheidend. Entscheidend ist die Übereinstimmung des Geschenks mit der Beziehung und dem Familienstatus. Ein bescheidenes Silberkreuz von einer jungen Patin wird warm empfangen. Ein reiches Goldkreuz von jemandem, der die Familie kaum kennt, kann verlegen machen. Denk das Geschenk als Beziehungszeichen, nicht als Vermögensdemo.
Wann es dem Kind übergeben wird und wann in der Schatulle bleibt
Einer der weniger offensichtlichen Punkte: Kreuz und Kette werden nicht immer ständig getragen. Besonders in modernen Familien.
Ständig getragen: wenn in der Familie üblich, das Kreuz von Säuglingsalter als religiöses Zeichen zu tragen. Dann wird das Kreuz nach der Taufe angelegt und nur zum Baden, zum Schlafen bei Säuglingen, im Sportunterricht beim Schulkind abgenommen.
Zu Feiertagen getragen: bei säkulareren Eltern. Das Kreuz bleibt in der Schatulle, wird zu Weihnachten, Ostern, Namenstag, Geburtstagen, Familienfesten angelegt. Im Alltag nicht.
Bis zum Entscheidungsalter aufbewahrt: manche Eltern entscheiden, dass das Kind das Kreuz tragen wird, wenn es groß ist und selbst wählt. Dann liegt das Taufgeschenk bis 7-10 Jahre in der Schatulle, dann wird es dem Kind mit der Geschichte übergeben "Tante Anna hat dir das zur Taufe geschenkt, jetzt ist es deins".
Zu Schlüssel-Lebensereignissen übergeben: Übergabe des Kreuzes am ersten Schultag, zur Erstkommunion (katholisch), zur Konfirmation (evangelisch), zur Firmung, zum 18. Geburtstag, zur Hochzeit unter dem Brautkleid.
Jedes dieser Szenarien ist normal. Wichtig ist nur, dass das Kreuz nicht verloren geht oder in einer entlegenen Schatulle vergessen wird. Nach 20 Jahren soll das Kind wissen, wo sein Taufkreuz liegt, und es als lebendigen Gegenstand seiner Biografie sehen.
Pflege: wie Kindersilber reinigen
Kindersilber läuft genauso an wie Erwachsenensilber, manchmal schneller wegen Feuchtigkeit der Säuglingshaut und Speichelkontakt (wenn das Kind alles in den Mund zieht). Man kann und soll reinigen.
Weiches Poliertuch (jewellery polishing cloth) ist sicherste Methode. Imprägnierte Tücher gibt es in Goldschmieden, günstig. Einfach Kreuz und Kette 30 Sekunden abreiben, alles glänzt.
Zahnpasta und Bürste alte Hausmethode. Kleine Menge Paste, weiche Zahnbürste, sanft abreiben, mit warmem Wasser abspülen, trocknen. Geeignet für glattes Kreuz ohne Emaille und Steine.
Natron und Folie für starkes Anlaufen. Mit heißem Wasser und Natron in mit Folie ausgelegter Schale übergießen, Kreuz 5-10 Minuten eintauchen. Funktioniert, braucht aber Vorsicht: nicht für Kreuze mit Emaille.
Professionelle Reinigung in der Goldschmiede einmal im Jahr ist nicht überflüssig, besonders bei teuren Goldkreuzen. Ultraschallreinigung bringt den Glanz zurück.
Was nicht tun: kein Chlor verwenden, kein Ammoniak auf Emaille, Silber nicht im Wasser stehen lassen, nicht mit Metallbürste kratzen.
Aufbewahrung zwischen den Trageeinsätzen: in Samtschatulle, getrennt von anderen Schmuckstücken (damit sich Ketten nicht verheddern), an trockenem Ort. Nicht im warmen feuchten Badezimmer.
Was man zur Taufe NICHT schenken sollte
Dieser Abschnitt hilft, peinliche Situationen zu vermeiden.
Schwarze Perlen oder schwarze Steine. Schwarze Farbe ist in der Taufsymbolik unpassend. Perle als Reinheitssymbol nur weiß oder cremefarben.
Ringe mit Steinen. Ein Ring ist kein Taufgeschenk, er wird später getragen und hat andere Konnotationen (Verlobung, Status). Kinderringe sind generell unpassend.
Zu große Kreuze. Kreuz 4-5 cm für einen Säugling wirkt unproportional und ist unsicher (schwer, kann beim Fall verletzen).
Modeschmuck aus unbekannten Legierungen. Jeder "Goldoptik"- oder "Silberoptik"-Schmuck aus unklarem Material. Nur echtes Edelmetall mit Punze.
Religiös unpassende Symbole. Sternzeichen, Runen-Anhänger, okkulte Symbole, Blumen mit heidnischen Assoziationen. Die Taufe ist ein christliches Sakrament, die Symbolik muss passen.
Gebrauchter Schmuck ohne Absprache. Wenn du ein Familienkreuz schenken willst (zum Beispiel von deiner Großmutter), frag erst die Eltern. Viele werden zustimmen, aber die Entscheidung soll gemeinsam sein.
Zu kurze Kette (unter 25 cm). Lässt sich nicht anlegen.
Geschenk ohne Schachtel. Taufgeschenk ohne Verpackung wirkt unernst.
Geldgeschenk ohne Karte oder ohne persönliche Notiz. Wenn du Geld schenkst, begleite es mit warmen Worten unter Erwähnung des Kindesnamens.
Was generell nicht zu schenken ist, im allgemeinen Geschenkratgeber.
Wenn die Taufe schon vorbei ist: Nachgeschenk
Manchmal klappt es nicht, zur Taufe zu kommen: Dienstreise, Krankheit, weite Entfernung. Das Nachgeschenk ist auch Tradition, es gibt keine strengen Regeln.
Übergabezeitraum: innerhalb von 40 Tagen nach der Taufe (in orthodoxer Tradition) oder bis zum ersten Geburtstag. Nach einem Jahr ist es schon "Geschenk zum Namenstag" oder zum Geburtstag.
Was passend ist: Kreuz oder Schutzengel (wenn das Kind noch keines von anderen hat), Silberarmband, Silberlöffel, Hausikone.
Wie überreichen: persönlicher Besuch, mit warmen Glückwünschen an die Eltern und der Geschenkgeschichte ("ich wollte genau dieses Kreuz schenken, weil die Gravur..."). Wenn persönlich nicht geht, per Kurier mit schriftlicher Notiz.
Sonderfall: wenn das Kind längst getauft ist und du erst jetzt davon erfährst oder erst jetzt der Familie nah genug stehst. Dann wird das Nachgeschenk als "Namenstag-Geschenk" oder "einfach weil ich es schon lang wollte" formuliert. Ohne Anspruch auf Taufstatus.
Geldgeschenk-Nachgeschenk ist passend, wenn du weit weg bist und kein physisches Geschenk rechtzeitig schaffst. Überweisung auf die Karte mit warmer Nachricht "das ist auf das Kinderkonto von mir, herzlichen Glückwunsch zur Taufe" funktioniert normal.
Familienerbstück: Weitergabe von Generation zu Generation
Das Taufkreuz ist eines der Dinge, die buchstäblich vererbt werden. Materieller Faden, der vier bis fünf Generationen einer Familie verbindet.
Wer wem weitergibt: meist gibt die Großmutter Enkel oder Enkelin ihr Taufkreuz. Manchmal gibt der Pate seinem Patenkind das Kreuz, das er selbst zur Taufe bekam. Manchmal gibt die Mutter der Tochter ihr Kreuz am Tag der Hochzeit.
Wann weitergegeben: zur Taufe der nächsten Generation, zum 18. Geburtstag, zur Hochzeit, zur Erstkommunion, beim Auszug zum Studium in eine andere Stadt ("damit du es bei dir hast").
Aufbewahrung zwischen Generationen: in einer Schatulle mit Geschichte. Wenn es ein Foto der Taufe und schriftliche Daten gibt (Datum, wer getauft hat, wer Pate war), kommen sie in die Schatulle zum Kreuz. Nach 50 Jahren nimmt der Urenkel die Schatulle heraus und sieht nicht ein separates Schmuckstück, sondern eine Biografie.
Restaurierung eines alten Kreuzes: wenn das Urgroßmutter-Kreuz angelaufen, abgegriffen, verbogen ist, kann der Goldschmied es wiederherstellen. Restaurierung eines alten Kreuzes für einen neuen Patensohn ist eine sehr warme Geste.
Wenn das Kreuz verloren geht: das ist bitter, aber keine Katastrophe. Familiengedächtnis überträgt sich durch Gegenstände und durch Geschichten. Erzähl dem Kind vom Kreuz der Urgroßmutter, auch wenn es nicht erhalten ist: verbale Kontinuität funktioniert auch.
Wenn das Kreuz wechselt: manchmal wird das Taufkreuz im Teenageralter bewusst gegen ein neues "erwachsenes" getauscht. Das alte Kinderkreuz wird nicht weggeworfen: es kommt in die Schatulle der Familienerbstücke, und in Zukunft geht es an den Enkel.
Häufige Fragen
Was schenkt die Patin traditionell?
In deutscher evangelischer Tradition schenkt die Patin oft ein Taufgewand oder ein Set (wenn nicht von der Familie gestellt). In katholischer Tradition kann die Patin Kreuz und Kette schenken oder einen Schutzengel-Anhänger. Will sie zusätzlich etwas materielles, passt eine feine Kette unters Kreuz (auf später, wenn das Kind groß ist) oder ein Silberarmband mit Namensgravur.
Was schenkt der Pate traditionell?
In deutscher Tradition oft die Taufkerze und das Kreuz oder den Anhänger. Manchmal teilen sich Pate und Patin diese Aufgaben. In jedem Fall echtes Edelmetall mit Punze.
Kann man einem Säugling ein goldenes Kreuz schenken?
Ja, wenn das Gold geprüfte Qualität ohne Nickel ist. Besser 750er Gold (18 Karat), es enthält mehr Reingold und weniger Legierungsmetalle. 585er Gold (14 Karat) geht auch, aber beim Verkäufer nach Nickel im Sortiment fragen.
Welche Kettenlänge braucht man für einen Säugling?
Für Säuglinge die Kette lieber durch ein Seidenband 25-30 cm ersetzen. Die Kette beginnt mit 1-2 Jahren, Länge 30-35 cm. Lange Ketten sind gefährlich (Erstickungsgefahr beim Schlafen oder Hängenbleiben).
Kann man das Kind mit Kreuz baden?
Lieber abnehmen. Wasser beschleunigt das Anlaufen des Silbers, Seife bleibt in den Kettengliedern, das Band wird nass und verliert Festigkeit. Vor dem Baden ab, nach dem Baden an, 30 Sekunden Aufwand.
Was tun, wenn auf der Haut unter dem Kreuz eine Reizung auftaucht?
Schmuck für 1-2 Tage abnehmen und die Reaktion beobachten. Wenn die Haut sich klärt, liegt die Ursache am Metall (möglicher Nickel in der Legierung): Kreuz gegen geprüftes 925er Silber oder 750er Gold tauschen. Wenn sich die Haut nicht klärt, zum Kinderarzt.
Kann man das Kreuz vom älteren Kind ans jüngere weitergeben?
Ja, aber nicht statt eines Geschenks der Paten. Familienkontinuität ist wertvoll, aber das neue Kind braucht auch sein Geschenk. Oft bleibt das ältere Kreuz als Erbstück, ein neues wird speziell gekauft.
Was tun, wenn die Taufe in zwei Tagen ist und das Geschenk nicht gekauft?
In den nächsten geprüften Goldschmied gehen (nicht auf den Markt, nicht in den Untergeschossladen), Silberkreuz 925 Punze mit Werksgravur "Sei behütet" nehmen und Express-Gravur des Namens bestellen. Viele Geschäfte machen Lasergravur in einer Stunde. Keine Panik: Hauptsache echtes Edelmetall.
Kreuz zu Hause oder in der Kirche weihen?
In der Kirche während des Sakraments ist vorzuziehen. Wenn das Kreuz im Voraus gekauft ist, kann man es eine Woche vor der Taufe in die Kirche bringen und segnen lassen. Wenn bei der Taufe Weihe stattfindet, ist eine vorherige Weihe nicht nötig.
Wenn die Eltern nicht sehr religiös sind, braucht es überhaupt ein Kreuz?
Wenn die Familie das Sakrament der Taufe vollzieht, braucht es das Kreuz: es ist Teil der Zeremonie. Auch wenn die Eltern säkular sind und "für die Großeltern" oder "aus Tradition" taufen lassen, bleibt der Schmuck als kulturelles Artefakt. Wenn die Familie ganz unreligiös ist und keine Taufe stattfindet, schenke statt eines Kreuzes ein Namensarmband oder einen Löffel.
Kann man ein Kreuz mit oder lieber ohne Gekreuzigten schenken?
Beide Varianten sind traditionell. Für Säuglinge bevorzugen viele ein Kreuz ohne Gekreuzigten (vereinfacht), weil die kleine Form mit dem Gekreuzigten überladen ist. Für ältere Kinder ist der Gekreuzigte passend.
Welche Kreuzgröße für einen Drei-Monate-alten Säugling?
1,5-2 cm ohne Öse. Kleines Kreuz ist leichter und sicherer. Kreuze ab 2,5 cm für 3-5 Jahre.
Was ist besser: teures Kreuz oder schöne Verpackung?
Besser echtes Edelmetall in bescheidener Verpackung als Fälschung in luxuriöser Schachtel. Qualitatives 925er Silber in einfacher Samtschachtel ist ein normales Taufgeschenk. Goldimitat in reicher Schatulle ist kein Geschenk.
Kann man einen Kreuz-Anhänger schenken, der nicht speziell für die Taufe gemacht wurde?
Lieber nicht. Ein Taufkreuz hat religiöse Symbolik (Gekreuzigter, Monogramm, Gebet auf der Rückseite). Ein dekorativer Kreuz-Anhänger ohne religiöse Last passt nicht zum Sakrament. Kauf in der Abteilung für kirchliche Gegenstände oder in der Goldschmiede in der Kategorie "Kreuze und Anhänger".
Was tun, wenn das Kind am Kreuz kratzt und versucht abzunehmen?
Mögliche Ursachen: Kette zu eng (gegen längere tauschen), Kreuz bleibt an der Kleidung hängen (Form ersetzen), Haut reagiert auf Metall (abnehmen und Material prüfen), einfach spielerisches Verhalten (normal für 4-8 Monate).
Fazit
Das Taufgeschenk ist der erste Schmuck im Leben des Kindes, und seine Wahl braucht Bewusstheit. Die Hauptregeln passen in drei Punkte. Erstens: echtes Edelmetall mit Punze, kein Modeschmuck. Zweitens: Sicherheit für den Säugling (kurzes Band statt langer Kette, kleines Kreuz, keine scharfen Elemente). Drittens: Gravur von Namen und Datum, die ein Standardschmuckstück in ein Familienerbstück verwandelt.
Wenn du wenige Stunden vor der Taufe hast, geh in den geprüften Goldschmied und nimm Silberkreuz 925 Punze 1,5-2 cm mit Seidenband und bestellter Namensgravur. Das funktioniert immer.
Wenn du mehrere Wochen und ein ernstes Budget hast, denk an ein Taufset: Kreuz, Schutzengel, Kette auf Wachstum, Schatulle mit gravierter Plakette. Dieses Set überlebt mehrere Generationen.
Und zuletzt. Nach dreißig Jahren erinnert sich das Kind nicht daran, wie viel sein Taufkreuz gekostet hat und aus welchem Geschäft es kam. Es erinnert sich an das Foto, auf dem die Großmutter es auf den Armen hält, und die Patin daneben mit dem Seidenbündel in den Händen. Das Geschenk ist Teil der Geschichte, nicht der Gegenstand selbst.
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