
Septum und Nasenschmuck: von vedischen Riten bis zum Ring im Nasensteg
Das Durchstechen der Nase ist in indischen Texten beschrieben, lange bevor es zur westlichen Mode wurde: Die vedische Heilkunde verband das linke Nasenloch der Frau mit der reproduktiven Gesundheit und einer leichteren Geburt. Im Nahen Osten war der Nasenring Teil der Brautgabe, Tausende Jahre vor den ersten Modemagazinen. Was viele bis heute für jugendliche Rebellion halten, ist in Wahrheit eine der ältesten Traditionen des Körperschmucks überhaupt.
Die Nase bietet gleich mehrere verschiedene Stellen für ein Piercing, und jede hat ihren eigenen Charakter, ihren eigenen Schmerz, ihre eigene Heilungsdauer und ihren eigenen Schmuck. Der Ring im Nasensteg, der feine Stein im Nasenflügel, das gebogene Hufeisen, die Schraube, die ganz ohne Verschluss hält, und der Fake-Aufsatz für alle, die noch kein Loch stechen lassen wollen. Hier ist alles aufgedröselt: die Geschichte von den Nomaden bis zu den Subkulturen, die Arten von Piercings, die Arten von Schmuck und worin sie sich unterscheiden, Metalle fürs Abheilen und fürs dauerhafte Tragen, Größen, die Wahl der Form passend zum Gesicht, Pflege und kultureller Kontext.
Woher der Nasenschmuck kommt: eine Geschichte über Jahrtausende
Naher Osten und Nomaden: der Ring als Teil der Hochzeit
Die früheste schriftliche Erwähnung von Nasenschmuck findet sich im Buch Genesis: Der Knecht Abrahams schenkt der zukünftigen Braut Rebekka einen goldenen Nasenring, und das ist Teil der Brautgabe. Bei den Nomadenvölkern Nordafrikas und Arabiens hatte der Nasenring einen unmittelbaren materiellen Sinn. Größe und Gewicht des goldenen Rings zeigten den Wohlstand der Familie des Bräutigams, und der Schmuck selbst blieb persönliches Eigentum der Frau, ihre Absicherung im Fall von Scheidung oder Witwenschaft. Bei Berbern und Beduinen wurden große Ringe über die weibliche Linie weitergegeben und waren Teil der Mitgift, die stets bei der Besitzerin blieb.
Indien: der Nath, das Nasenloch und die Verbindung zur Ehe
In Indien wurde das Nasenpiercing zu einer Frauentradition mit tiefen Wurzeln. Der Nath, ein großer Ring im linken Nasenloch, oft durch eine feine Kette mit dem Haar oder dem Ohr verbunden, ist in vielen Regionen bis heute Teil des Brautschmucks. Eine verheiratete Frau ließ sich an diesem Schmuck auf den ersten Blick erkennen, so wie am Ehering in der europäischen Tradition. In den verschiedenen Bundesstaaten hat der Nath jeweils eine eigene Form: In Maharashtra ist er riesig, in Gestalt einer Mondsichel mit Perlen und Steinen, im Süden bescheidener und näher am Nasenflügel. Das Loch wurde oft vor der Hochzeit gestochen, und der Schmuck wurde zum Zeichen des neuen Status.
Ayurveda und das linke Nasenloch
Die ayurvedische Medizin verband gerade das Durchstechen des linken Nasenlochs mit der Gesundheit der Frau. Nach traditioneller Vorstellung verlaufen an dieser Stelle Kanäle, die für das Fortpflanzungssystem zuständig sind, und das Piercing sollte Menstruationsschmerzen und Geburten erleichtern. Die moderne Wissenschaft bestätigt diese Behauptungen nicht, und man sollte sie als Teil der Kultur betrachten, nicht als medizinische Tatsache. Doch die Tradition erwies sich als zählebig: Für Millionen Frauen hat die Wahl gerade der linken Seite nichts mit Mode zu tun, sondern damit, wie es Mütter und Großmütter taten.
Westliche Subkultur des 20. Jahrhunderts
Nach Europa und Amerika kam das Nasenpiercing spät und auf ganz anderem Weg. In den 1960er und 1970er Jahren brachten es Hippies mit, die von Reisen durch Indien zurückkehrten, für sie war der Ring im Nasenflügel ein Zeichen des Interesses an östlicher Spiritualität. Danach übernahm der Punk den Staffelstab: Das Piercing wurde zur Geste des Protests gegen den Anstand, besonders das Stechen des Nasenstegs, das herausfordernd wirkte. Zur Jahrhundertwende fand die Nase endgültig Eingang in die allgemeine Kultur des Körperschmucks, und heute trägt einen feinen Stein im Nasenflügel die Studentin ebenso wie die Abteilungsleiterin, ganz ohne den Beiklang der Rebellion.
Der Nasensteg bei Kriegern und Stämmen
Das Durchstechen des Nasenstegs ist eine eigene und sehr alte Geschichte. Bei vielen Stammeskulturen Neuguineas, des Amazonasgebiets und der pazifischen Inseln zog man Knochen, Reißzahn oder ein Holzstäbchen durch den Steg. Für den Krieger war das ein Zeichen von Stärke und Einschüchterung: Der Schmuck machte das Gesicht breiter und furchteinflößender. Bei manchen Völkern wuchs die Größe des Einsatzes mit dem Status des Mannes. Was heute wie ein feines goldenes Hufeisen aussieht, stammt aus einer Tradition, in der der Schmuck im Nasensteg alles andere als Sanftheit bedeutete.
Arten von Nasenpiercings: wohin man überhaupt Schmuck setzen kann
Nasenflügel: das häufigste und naheliegendste Piercing
Das Piercing des Nasenflügels, des Nostrils, ist das verbreitetste und bekannteste. Die Nadel durchsticht das weiche Gewebe des Flügels, meist im oberen gebogenen Bereich, und man setzt einen kleinen Stein oder Ring ein. Es heilt verhältnismäßig schnell, im Schnitt in zwei bis vier Monaten, weil der Nasenflügel von Gefäßen durchzogen und gut durchblutet ist. Das ist ein bequemer Startpunkt für alle, die sich zum ersten Mal die Nase stechen lassen: Der Schmuck ist klein, genau so sichtbar, wie es die Trägerin möchte, und lässt sich bei Bedarf leicht verbergen.
Septum: das Piercing des Nasenstegs
Das Septum, das Piercing des Nasenstegs, verläuft nicht durch den Knorpel, sondern durch einen dünnen weichen Gewebestreifen direkt an dessen Basis, den Piercer den Sweet Spot nennen. Trifft der Piercer diese Stelle, ist das Piercing nahezu schmerzfrei und heilt in zwei bis vier Monaten. Der größte Vorzug des Septums liegt darin, dass man den Schmuck verstecken kann: Hufeisen oder Ring lassen sich leicht mit den Enden nach oben drehen, ins Naseninnere, und das Piercing wird unsichtbar. Deshalb wählen das Septum auch jene, denen es wichtig ist, bei Bedarf seriös auszusehen.
Bridge: das Piercing auf dem Nasenrücken
Der Bridge, das Piercing des Nasenrückens, wird waagerecht durch die Hautfalte zwischen den Augenbrauen gesetzt, am Ansatz der Nase. Es ist ein oberflächliches Piercing: Die Nadel geht nicht durch die Nase, sondern nur unter der Haut, deshalb dient als Schmuck ein gerader oder gebogener Stab mit Kugeln an den Enden. Der Bridge ist heikler als Nostril und Septum, er wandert häufiger und wird leichter abgestoßen, weil die Haut an dieser Stelle dünn und beweglich ist. Die Heilung dauert länger, und er eignet sich nicht für jeden, vieles hängt von der Anatomie des Nasenrückens ab.
Hohes Nasenflügel-Piercing
Das hohe Nostril-Piercing wird höher als gewöhnlich gesetzt, näher am Nasenrücken, dort, wo der Flügel bereits in festeres Gewebe übergeht. Es wirkt eindrucksvoll und kommt seltener vor, heilt aber auch schwerer: Das Gewebe ist dort dicker und schlechter durchblutet. Für ein solches Piercing nimmt man eher keinen Ring, sondern einen kleinen Stein auf gebogenem Stab, weil ein Ring an dieser Stelle unbequem sitzt. Das ist eine Variante für alle, die schon Erfahrung mit Piercings haben und wissen, worauf sie sich einlassen.
Septril: ein anspruchsvolles Piercing für Erfahrene
Das Septril ist das seltenste und technisch anspruchsvollste der Nasenpiercings. Es wird durch den unteren Teil des Nasenstegs gesetzt, wobei der Kanal nach unten zur Nasenspitze gerichtet wird, und in der Regel ist es nur bei jenen möglich, die das Septum lange und stark gedehnt haben. Es heilt schwer und langsam, verlangt einen erfahrenen Piercer und einen realistischen Umgang mit den Risiken. Für die allermeisten Menschen ist das eine Exotik, von der man wissen darf, zu der aber fast niemand gelangt.
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Arten von Nasenschmuck: Ringe, Hufeisen, Schrauben und Fakes
Clicker-Ring mit Schnappverschluss
Der Clicker ist ein Ring, bei dem sich ein Teil des Bogens an einem winzigen Scharnier öffnet und mit einem leisen Klick einrastet, daher der Name. Einsetzen und Herausnehmen ist bequem, nichts geht verloren und nichts schraubt sich auf, und das Segment mit dem Verschluss hält fest. Clicker gibt es für das Septum wie für den Nasenflügel, oft mit kleinen Steinen entlang des Bogens verziert. Das ist wohl der praktischste Ring für die Nase: zuverlässig, sauber und beim Wechseln ohne Fingerfertigkeit zu handhaben.
Circular und Hufeisen
Der Circular, oder das Hufeisen, ist ein offener Ring in Form des Buchstabens U mit zwei abnehmbaren Kugeln an den Enden. Am häufigsten trägt man ihn im Nasensteg, weil sich ein Hufeisen sehr leicht verstecken lässt: Man dreht es einfach mit den Enden nach oben, ins Naseninnere. Die Kugeln kann man gegen farbige oder welche mit Steinen tauschen, und das Hufeisen selbst nach Stärke und Durchmesser auswählen. Das ist der Klassiker des Septums, eine schlichte und bekannte Form, mit der viele ihren Einstieg ins Nasensteg-Piercing finden.
Nostril-Schraube und Stecker für den Nasenflügel
Für den Nasenflügel hat man Schmuck ersonnen, der ohne Verschluss hält. Die Nostril-Schraube ist ein Stein auf einem Stab, dessen unteres Ende zu einer kleinen Spirale gebogen ist: Sie wird mit leichtem Eindrehen eingesetzt und hält im Naseninneren von selbst, nichts muss verschlossen werden. Daneben gibt es den geraden Stecker mit Fixierung oder mit umgebogener Ecke und die Form des Buchstabens L, die ebenfalls für den Flügel beliebt ist. Sie alle zeigen nach außen nur einen kleinen Stein oder eine Kugel, und die Mechanik bleibt im Inneren verborgen.
Labret: der Stecker mit flacher Basis
Der Labret ist ein Stab mit einer flachen Scheibe als Basis auf der einen Seite und einem aufschraubbaren oder einsteckbaren Teil auf der anderen. Ursprünglich wurde er für das Piercing unter der Lippe ersonnen, daher der Name, doch die flache Basis erwies sich auch für die Nase als ideal: Sie drückt nicht von innen aufs Gewebe, hakt nicht und ist beim Abheilen angenehm. Viele Piercer setzen gerade den Labret in das frische Nostril-Piercing als sichersten und bequemsten Schmuck für die Heilungsphase.
Fake ohne Piercing
Der Fake ist Schmuck für alle, die kein Loch stechen lassen wollen oder können. Für den Nasenflügel macht man winzige Magnetsteine: Zwei Teile mit Magneten halten sich durch das Gewebe des Flügels hindurch und ahmen ein echtes Piercing nach. Für den Nasensteg gibt es Aufsteckringe und Hufeisen mit Feder oder mit weicher Klemme, die einfach ohne jede Nadel auf den Steg geschoben werden. Der Fake erlaubt es, den Look anzuprobieren, herauszufinden, ob einem Nasenschmuck steht, und ihn dabei in jeder Sekunde abzunehmen.
Kundenstimmen
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Woraus der Schmuck sein sollte: Materialien fürs Abheilen und fürs dauerhafte Tragen
Titan: der Goldstandard fürs frische Piercing
Titan, besonders die medizinische Implantatlegierung, gilt als beste Wahl fürs frische Piercing. Es enthält kein Nickel in einer Form, die ins Gewebe austreten könnte, ist sehr leicht, löst selbst bei empfindlicher Haut keine Reaktion aus und verträgt sich gut mit der Wunde. Hochwertiges Titan lässt sich zudem anodisieren und so golden, blau oder schillernd färben, ganz ohne Beschichtung, die sich abreiben könnte. Wenn der Piercer fürs Abheilen Titan anbietet, ist das ein gutes Zeichen.
Chirurgenstahl 316L
Chirurgenstahl der Sorte 316L ist ein vertrautes und günstiges Material für Körperschmuck. Er ist robust, hält die Politur und passt den meisten Menschen. Eine wichtige Einschränkung: Im Stahl steckt Nickel, und obwohl es in der Legierung gebunden ist und im Normalfall kaum austritt, kann er einem Menschen mit ausgeprägter Nickelallergie nicht passen. Fürs dauerhafte Tragen im abgeheilten Piercing funktioniert Stahl in der Regel hervorragend, für die frische Wunde aber bevorzugen viele Piercer doch Titan. Mehr zu den Eigenschaften verschiedener Metalle gibt es im ehrlichen Vergleich von Messing, Edelstahl und Silber.
Gold: was passt und was man meiden sollte
Gold für die Nase sollte hochwertig und von ausreichend hohem Feingehalt sein, mindestens vierzehn Karat, ohne fragwürdige Zusätze. Reines Gold ist zu weich, deshalb setzt man der Legierung andere Metalle zu, und hier lauert die Falle: Billiges Gold von niedrigem Feingehalt oder mit Nickel in der Zusammensetzung kann die Haut reizen. Gelb- und Roségold von hohem Feingehalt werden meist gut vertragen, Weißgold enthält mitunter Nickel, deshalb sollte man es genauer prüfen. Eine Vergoldung gehört nicht ins frische Piercing: Die dünne Schicht reibt sich am Gewebe ab und legt den Untergrund frei.
Was man im Nasenpiercing meiden sollte
Ins frische Piercing und in jedes Piercing, das zur Entzündung neigt, gehört kein billiger Modeschmuck, kein Messing, kein Neusilber und kein Silber. Silber oxidiert in der Wunde und kann einen dunklen Fleck hinterlassen, die sogenannte Argyrose, Messing und Neusilber enthalten Kupfer und Nickel und reizen häufig. Wer schon einmal eine Reaktion auf Metall erlebt hat, sollte ihren Mechanismus verstehen, dazu gibt es einen eigenen Beitrag über die Nickelallergie. Die Regel ist einfach: Je frischer das Piercing, desto reiner muss das Metall sein.
Wie das Metall mit dem Hautton zusammenhängt
Wenn das Piercing abgeheilt ist und man tragen kann, was man will, wird die Wahl des Metalls zur Frage der Ästhetik. Warme goldene Töne harmonieren meist mit einem warmen Hautunterton, kühles Silber und Weißgold mit einem kühlen. Das ist kein striktes Gesetz, sondern ein Ausgangspunkt, und vielen stehen beide Varianten. Was Ihnen näher liegt, klärt der Ratgeber zum Metall passend zum Hautton.
Größen: Stärke und Durchmesser, bei denen man leicht durcheinanderkommt
Stärke des Stabs
Die Stärke des Nasenschmucks wird in Gauge und Millimetern gemessen. Für den Nasenflügel beträgt die übliche Stärke etwa 0,8 Millimeter, mitunter dünner, fürs Septum nimmt man häufig etwas dicker, um die 1,0 bis 1,2 Millimeter. Die Stärke gibt der Piercer beim Stechen vor, und sie danach eigenmächtig zu ändern, ist nicht möglich: Schmuck, der dünner als der Kanal ist, schlackert, dickerer passt nicht ohne Dehnung und Schmerz hinein. Wenn Sie einen neuen Ring anstelle des alten kaufen, muss die Stärke genau mit dem übereinstimmen, was gerade steckt.
Durchmesser von Ring und Hufeisen
Der Durchmesser ist das Maß des Rings oder Hufeisens quer, ebenfalls in Millimetern. Für den Nasenflügel passen meist kleine Ringe mit einem Durchmesser um die 6 bis 8 Millimeter, fürs Septum ist die Spanne breiter, weil man das Hufeisen oft drehen und verstecken möchte und dafür Spielraum braucht. Ein zu kleiner Ring drückt, ein zu großer steht ab und hakt sich ein. Im Zweifel klärt man den nötigen Durchmesser lieber mit der Person, die das Piercing gestochen hat, oder probiert einen Fake ähnlicher Größe an.
Länge des Stabs bei Stecker und Labret
Beim geraden Stecker, der Schraube und dem Labret zählt nicht der Durchmesser, sondern die Länge des Stabs: Er muss der Dicke des Nasenflügels plus einem kleinen Spielraum für die Schwellung in den ersten Wochen entsprechen. Ein zu langer Stab wackelt und hakt, ein zu kurzer drückt von zwei Seiten aufs Gewebe und behindert die Heilung. Deshalb setzt man ins frische Piercing Schmuck mit Längenspielraum, und wenn die Schwellung abklingt, tauscht man auf einen kürzeren und gefälligeren.
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Fake-Septum und Aufsteckringe: Nasenschmuck ohne Nadel
Aufsteck-Septum mit Klemme
Der Aufsteckring für den Nasensteg ist die einfachste Art, ein Septum ohne Piercing anzuprobieren. Er hält an einer weichen Klemme oder Feder, wird in Sekunden auf den Steg geschoben und ebenso wieder abgenommen. Ein hochwertiger Fake aus Titan oder Stahl sitzt zuverlässig und ist von außen kaum von echtem Schmuck zu unterscheiden. Das ist die ideale Variante für alle, die herausfinden wollen, ob ihnen ein Ring im Nasensteg steht, bevor sie sich für die Nadel entscheiden.
Magnetstein für den Nasenflügel
Für den Nasenflügel macht man Magnet-Fakes: Zwei kleine Teile mit Magneten ziehen sich durch das Gewebe hindurch an, und von außen sieht man einen Stein wie bei einem echten Piercing. Ein solcher Fake hält schlechter als ein Ring mit Klemme, er kann bei einer ruckartigen Bewegung abfallen, dafür verletzt er die Haut überhaupt nicht. Das ist eine Art, den Schmuck für einen Abend anzulegen und vor dem Schlafen oder der Arbeit wieder abzunehmen.
Wem der Fake besser passt als das Piercing
Der Fake ist keine Notlösung für Unentschlossene, sondern eine vollwertige Wahl für eine ganze Reihe von Situationen. Er hilft dort, wo ein Piercing unmöglich oder unerwünscht ist: strenger Dresscode im Beruf, Berufe mit Anforderungen ans Erscheinungsbild, eine Hautneigung zu Narben, der Wunsch, die Heilung zu umgehen. Angelegt, wann man mag, abgenommen, wann es nötig ist, ohne Spuren und ohne Wundpflege. Für viele ist das die vernünftigste Art, ein Leben lang Nasenschmuck zu tragen.
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Wie man den Schmuck zur Gesichts- und Nasenform auswählt
Große oder breite Nase
Bei einer großen Nase kann ein kleiner einzelner Stein am Flügel untergehen, ein dezenter Ring oder ein etwas auffälligerer Stein hingegen gleichen die Züge aus. Ein Ring im Nasensteg wirkt auf einer breiten Nase harmonisch, weil er eine waagerechte Linie in der Mitte hinzufügt. Die Hauptsache ist, es nicht ins Extrem zu treiben: Zu großer Schmuck zieht die Aufmerksamkeit an sich und stört die Balance. Das Ziel ist, dass die Gesichtszüge und der Schmuck einander tragen.
Kleine oder schmale Nase
Auf einer kleinen feinen Nase gewinnt die Miniatur: ein winziger Stein im Flügel, ein dünner Ring, ein zierliches Hufeisen. Massiver Schmuck wirkt auf einer kleinen Nase fremd und macht älter. Hier gilt das Prinzip der Verhältnismäßigkeit: Je feiner die Züge, desto zarter der Schmuck. Der dünne Goldfaden eines Rings oder ein einzelner heller Stein unterstreichen die Zartheit, statt sie zu verbergen.
Rundes und ovales Gesicht
Die Gesichtsform beeinflusst die Wahl nicht weniger als die Nasenform. Auf einem runden Gesicht streckt Schmuck mit vertikalem Akzent, etwa ein Stein am Flügel oder ein kleiner Anhänger, die Züge ein wenig. Das ovale Gesicht gilt als das universellste, ihm steht praktisch alles, vom winzigen Stecker bis zum ausdrucksstarken Ring. Wer tiefer in die Logik der Auswahl nach Gesichtszügen einsteigen möchte, findet einen eigenen Ratgeber zu Schmuck nach Gesichtsform.
Kombination mit Ohrringen und dem übrigen Look
Nasenschmuck lebt selten für sich allein, er ist Teil des Gesamtbilds mit Ohrringen und Ketten. Eine praktische Regel: Entweder spielen Nase und Ohren in Metall und Stil zusammen, oder die Nase bleibt der einzige Akzent im Gesicht, und die Ohrringe treten ganz in den Hintergrund. Gold an der Nase und Silber an den Ohren mischen kann man, aber bewusst, nicht zufällig. Wer den Look als Ganzes zusammenstellt, dem hilft der Ratgeber zu Ohrringen und Gesichtsform.
Wie und wozu man das Septum trägt
Zu welchem Look und Stil
Das Septum hat den Vorzug, sich dem Charakter der Trägerin anzupassen, statt ihr den Stil zu diktieren. Ein feines goldenes Hufeisen oder ein Clicker mit kleinem Stein vertragen sich mit dem Bürohemd und dem Business-Blazer, hier wirkt der Schmuck als zurückhaltendes Detail, das nicht mit der Kleidung streitet. Zum Street-, Rock- und Punk-Look nimmt man einen dickeren Ring, mit Spikes oder einem facettierten Segment, damit er von weitem zu erkennen ist. Mit dem festlichen Auftritt vertragen sich Gold von hohem Feingehalt und ein Hufeisen mit weißen Steinen entlang des Bogens: Im Licht spielt es mit Ohrringen und Kette zusammen. Das wichtigste Prinzip ist einfach: Je strenger die Kleidung, desto feiner und ruhiger das Metall im Nasensteg, und umgekehrt.
Ring, Hufeisen oder Fake: was zu welchem Anlass
Für den Alltag ist der Clicker am bequemsten: Er sitzt fest, hakt sich nicht am Schal oder Rollkragen ein, geht nicht verloren. Das Circular-Hufeisen hilft dort, wo man den Look schnell ändern muss: Die Enden mit den abnehmbaren Kugeln lassen sich nach oben drehen, ins Naseninnere, und in Sekunden verbirgt man das Piercing vor einem strengen Termin. Für Anlässe, bei denen Fotogenität zählt, nimmt man einen Ring mit Steinen oder farbig anodisiertes Titan, das den Ton hält und nicht ausbleicht. Und wenn kein Piercing da ist oder es gar nicht gezeigt werden darf, hilft der Aufsteck-Fake mit Klemme: angelegt zum Ausgehen, abgenommen zu Hause, ohne Spuren und ohne Heilung.
Kombination mit anderem Gesichts- und Ohrschmuck
Ein Gesicht ist leicht überladen, deshalb stimmt man Septum und Ohrringe besser vorab ab. Praktische Regel: ein Akzent. Steckt im Nasensteg ein ausdrucksstarker Ring, treten die Ohrringe in den Hintergrund, kleine Stecker oder dünne Ringe im selben Ton. Will man dagegen große Ohrringe, setzt man in die Nase ein nahezu unauffälliges feines Hufeisen. Das Metall hält man besser im ganzen Gesicht einheitlich: Gold zu Gold, Stahl und silbriges Titan untereinander. Das absichtliche Mischen von Warm und Kühl funktioniert, aber nur als bewusstes Mittel, nicht als Zufall. Mit Ohr- und Augenbrauen-Piercing verträgt sich das Septum nach demselben Gesetz der Balance: Akzente im Gesicht sollten ein bis zwei sein, nicht mehr.
Wann es angebracht ist und wann man es besser verbirgt
Die Stärke des Septums ist die Umkehrbarkeit auf den Tag. Ein strenges Vorstellungsgespräch, Verhandlungen mit einem konservativen Kunden, ein offizielles Familienereignis, eine Uniform mit Anforderungen ans Aussehen: In all diesen Fällen dreht man Hufeisen oder Ring mit den Enden nach oben, und das Piercing verschwindet in Sekunden im Naseninneren, ohne Herausnehmen und ohne Gefahr des Zuwachsens. Beim Date, Fotoshooting, auf der Party, beim Treffen mit Freunden zeigt man den Schmuck dagegen voll, hier arbeitet er für den Look. Praktisch ist es, sowohl einen Clicker für jeden Tag als auch einen Fake griffbereit zu haben: Dann bleibt das Septum genau dann sichtbar, wenn Sie es selbst wollen.
Für Männer und Frauen
Der Nasensteg ist historisch ein universeller Schmuck: Bei den Stammesvölkern trugen ihn Krieger, in Indien und im Nahen Osten Frauen. Heute steht das Septum allen gleichermaßen, nur die Akzente ändern sich. Männern steht häufiger ein Hufeisen oder ein etwas dickerer Ring, mattes Titan oder Stahl ohne Steine, schlichte Geometrie. Frauen spielen freier mit Form und Glanz: feines Gold, Steine entlang des Bogens, farbig anodisiertes Titan, abgestimmt auf die Ohrringe. Das ist keine starre Aufteilung, sondern ein Ausgangspunkt: Größe und Stärke gibt ohnehin das Piercing vor, und Form und Metall wählt man passend zum Gesicht und zum eigenen Geschmack, nicht nach fremden Erwartungen.
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Pflege: die ersten Wochen und danach
Womit man das frische Piercing spült
In der Heilungsphase spült man das Nasenpiercing mit milder Salzlösung, meist eine sterile physiologische Kochsalzlösung oder ein spezielles Piercing-Spray aus der Apotheke. Man macht das ein paarmal am Tag, entfernt vorsichtig die Krusten und unbedingt mit sauberen Händen. Aggressive Mittel wie Alkohol, Wasserstoffperoxid und Jod eignen sich nicht fürs frische Piercing: Sie trocknen das Gewebe aus und reizen es, was die Heilung verzögert. Das genaue Pflegeschema holt man sich immer besser bei der Person, die das Piercing gestochen hat, als aus allgemeinen Ratschlägen.
Was man nicht tun darf, solange das Piercing heilt
Ein frisches Piercing mag es nicht, wenn man es anfasst, dreht und den Schmuck vor der Zeit wechselt. Bis zur Heilung sollte man den ersten Schmuck nicht herausnehmen, nicht in öffentlichen Gewässern und Schwimmbädern baden, nicht mit dem Gesicht auf der Seite des Piercings ins Kissen schlafen. Kosmetik und Cremes hält man von der Wunde fern. Treten starke Rötung, Schmerz, Schwellung oder Ausfluss auf, ist das ein Anlass, sich nicht selbst zu behandeln, sondern dem Piercer oder Arzt vorzustellen. Und das Wichtigste: Die Pflege eines frischen Piercings ist keine medizinische Anleitung aus einem Artikel, sondern Verantwortungsbereich einer Fachkraft.
Pflege des abgeheilten Piercings
Wenn das Piercing abgeheilt ist, muss man es kaum noch pflegen, doch die Gewohnheiten bleiben nützlich. Den Schmuck nimmt man von Zeit zu Zeit heraus und wäscht ihn, den Kanal selbst spült man mit warmem Wasser, besonders wenn eine Neigung zur Ansammlung von Ausfluss besteht. Schmuck im abgeheilten Piercing kann man frei wechseln, die Hauptsache ist, auf die Sauberkeit der Hände und des Stücks selbst zu achten. Hochwertiges Metall im abgeheilten Piercing kann man jahrelang ohne jedes Problem tragen.
Wann man den ersten Schmuck wechselt
Den ersten Schmuck, den der Piercer beim Stechen gesetzt hat, wechselt man erst nach vollständiger Heilung, nicht dann, wenn von außen alles abgeheilt aussieht. Von außen kann das Piercing weit früher fertig wirken, als der Kanal innen ausgebildet ist. Eilt man mit dem Wechsel, kann man eine Infektion einschleppen oder das Gewebe verletzen. Die Dauer hängt von der Stelle des Piercings ab: Der Flügel heilt schneller, das hohe Piercing und das Septril länger. Der beste Ratgeber zur Dauer ist die Person, die das Piercing gestochen hat.
Praktische Fragen zum Tragen
Nasenpiercing, Sport, Schwimmbad und Sauna
Ein frisches Piercing und das gechlorte Wasser des Schwimmbads vertragen sich schlecht: öffentliche Gewässer, offenes Wasser und heiße Bäder bergen in den ersten Wochen das Risiko, eine Infektion in die nicht abgeheilte Wunde einzuschleppen. Für die Zeit der Heilung verschiebt man das Schwimmen im Becken und das Baden im See besser, und wenn es ohne Wasser nicht geht, schützt man das Piercing mit einem wasserfesten Piercing-Pflaster. Sauna und Dampfbad sind in der Heilungsphase ebenfalls unerwünscht: Hitze und Schweiß reizen die Wunde. Im abgeheilten Piercing vertragen Titan und Stahl gelassen Schwimmbad, Sauna und den Schweiß des Trainings, die Hauptsache ist, den Schmuck danach mit warmem Wasser zu spülen.
Septum, Erkältung und Schnupfen
Wovor man selten vorher warnt: Ein frisch gestochenes Septum und ein starker Schnupfen sind eine unbequeme Kombination. In den ersten Wochen ist das Piercing empfindlich, und kräftiges Schnäuzen wirkt sich auf den Nasensteg aus, während das Taschentuch den Schmuck verfängt. Erfahrene Piercer raten, das Septum nicht im Höhepunkt der Erkältungssaison stechen zu lassen, wenn man sich leicht erkältet. Schnäuzen sollte man beim frischen Piercing sanft, einzeln pro Nasenloch, und den Schmuck selbst nicht unnötig mit schmutzigen Händen berühren.
Sollte man den Schmuck vor MRT und Operation abnehmen
Vor einer Magnetresonanztomographie und einer geplanten Operation bittet man üblicherweise, den Körperschmuck abzunehmen. Modernes Implantat-Titan ist unmagnetisch und stört das MRT in den meisten Fällen nicht, doch das entscheidet der Arzt und das Protokoll der Klinik, nicht der Besitzer des Piercings. Stahl und Schmuck unbekannter Zusammensetzung nimmt man eindeutig ab. Das Problem ist, dass man ein frisches Piercing nicht lange ohne Schmuck lassen darf, sonst wächst der Kanal zu. Bei einem geplanten Eingriff sollte man daran rechtzeitig denken und mit dem Piercer die Variante mit einem zeitweiligen nichtleitenden Einsatz aus Bioplast besprechen.
Wie man Piercer und Studio auswählt
Eine Piercingstelle, besonders das Septum, verzeiht wenig Fehler, deshalb ist der Piercer wichtiger als der Preis. Die Merkmale eines guten Studios sind einfach: eine sterile Einwegnadel, die vor Ihren Augen geöffnet wird, statt einer Pistole, Handschuhe, Flächendesinfektion, ein Autoklav fürs Instrument und die Bereitschaft, Nachweise zu zeigen. Der Piercer muss den Sweet Spot des Septums ertasten können, statt die Nadel durch den Knorpel zu treiben. Ein billiges Piercing mit der Pistole in einem zufälligen Salon ist eine häufige Ursache für schiefe Kanäle, Wanderung und lange Heilung. Beim Nasenpiercing sollte man nicht sparen.
Kann man den Schmuck selbst wechseln
Im abgeheilten Piercing kann und sollte man den Schmuck selbst wechseln können: saubere Hände, sauberes Stück, ruhige Bewegungen ohne Ruck. Der Clicker öffnet sich am Scharnier, beim Hufeisen nimmt man die Kugeln ab, die Schraube dreht man entlang der Spirale heraus. Am schwersten ist der erste eigene Wechsel, danach ist es eine Sache der Gewohnheit. Im frischen Piercing aber darf man den Schmuck bis zur vollständigen Heilung nicht selbst wechseln: Der Kanal ist noch nicht ausgebildet, und der Versuch, den Schmuck herauszuziehen und einzusetzen, verletzt das Gewebe und trägt Schmutz ein. Den ersten Wechsel überlässt man dem Piercer.
Schwangerschaft und Stillzeit
Ein frisches Nasenpiercing und Schwangerschaft zu verbinden, wird nicht empfohlen, und der Grund liegt nicht im Schmuck selbst, sondern in der Heilung. Der Körper ist in dieser Zeit mit anderem beschäftigt, das Immunsystem arbeitet anders, und jede Wunde heilt langsamer und heikler, und ein zusätzliches Entzündungsrisiko braucht die werdende Mutter nicht. Zudem ist ein Teil der Mittel zur Wundpflege in dieser Zeit unerwünscht. Einem abgeheilten Piercing steht die Schwangerschaft nicht im Weg: Bei Schwellungen kann man den Schmuck gegen einen etwas lockerer sitzenden tauschen. Ein neues Piercing macht man vernünftigerweise davor oder schon danach, nicht mittendrin.
Brille, Maske und Sport-Mundschutz
An die Kleinigkeiten des Alltags denkt man nicht sofort. Der Nasensteg der Brille verläuft genau dort, wo das hohe Piercing oder der Bridge sitzt, und kann in den ersten Wochen scheuern und den Schmuck verfangen, weshalb man ein frisches Piercing besser danach plant, ob man dauerhaft eine Brille trägt. Eine medizinische Maske drückt und reibt beim frischen Septum weniger als beim Flügel-Piercing, doch auch hier sollte man achtgeben, dass Gummiband und Maskenrand den Schmuck nicht verschieben. Diese alltäglichen Reibungen sind für ein abgeheiltes Piercing nicht gefährlich, in der Heilungsphase aber geben sie Anlass zur Vorsicht.
Mythen und kultureller Kontext
Ein Nasenpiercing ist für immer
Ein Piercing im Nasenflügel wächst in vielen Fällen zu, besonders wenn man den Schmuck nur kurz trägt und ihn in den ersten Monaten oder Jahren herausnimmt. Nach langem Tragen kann ein kleiner Punkt oder eine kaum sichtbare Spur bleiben, doch das ist nicht die Unumkehrbarkeit, mit der man Angst macht. Auch das Septum, im weichen Gewebe gestochen, wächst oft zu. Vollständig vorhersagen, ob eine Spur bleibt, lässt sich nicht, vieles hängt von der Haut ab, aber die Vorstellung, ein Nasenpiercing sei ein unwiderruflicher Schritt, ist stark übertrieben.
Nasenschmuck ist nicht seriös
Die Idee, dass ein Ring in der Nase mit dem Erwachsenenleben und einer seriösen Arbeit unvereinbar sei, stammt aus einem schmalen Abschnitt der westlichen Geschichte des 20. Jahrhunderts. In den meisten Kulturen der Welt trugen verheiratete Frauen, Mütter und Menschen von hohem Status über Jahrhunderte Nasenschmuck. Heute kommt ein feiner Stein im Flügel gut mit dem Büro-Dresscode aus, und das Septum verbirgt sich bei Bedarf in einer Sekunde nach innen. Die Unseriosität liegt hier nicht im Schmuck, sondern im Klischee.
Die linke oder rechte Seite bedeutet etwas
In der indischen Tradition ist das linke Nasenloch mit der Gesundheit der Frau verbunden, und viele wählen es gerade aus diesem Grund. Doch einen universellen geheimen Sinn hat die Seite des Piercings nicht: In manchen Kulturen ist die linke bedeutsam, in anderen ist die Wahl rein ästhetisch, nach der bequemeren oder schöneren Gesichtsseite. Wenn Ihnen eine bestimmte Tradition nicht nahe ist, wählen Sie die Seite danach, wie sie Ihnen im Spiegel besser gefällt, und suchen Sie darin keine verborgene Botschaft.
Das Nasenpiercing ist eine westliche Erfindung
Das ist wohl der hartnäckigste Mythos. Im Westen wurde Nasenschmuck erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Massenerscheinung, und deshalb wirkt er wie eine junge Mode. In Wahrheit sind die Traditionen des Nasenpiercings im Nahen Osten, in Indien und bei den Stammesvölkern Tausende Jahre alt. Der Westen hat den Nasenschmuck nicht erfunden, sondern entlehnt, und das ziemlich spät.
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Fakten, die überraschen
Der Nasenring als weibliches Bankkonto
Bei den Nomadenvölkern war der goldene Nasenring kein Schmuck in unserem Sinn, sondern persönliches Kapital der Frau. Er blieb bei jedem Ausgang der Ehe ihr Eigentum, und in einem schweren Jahr ließ sich der Ring verkaufen. Im Grunde war das ein tragbares Bankkonto und eine Absicherung zugleich, die sich nicht entreißen ließ, weil sie buchstäblich im Gesicht der Besitzerin saß.
Das Septum hat einen Sweet Spot
Der Nasensteg fühlt sich hart an, und es scheint, als müsse das Piercing durch den Knorpel gehen. In Wahrheit gibt es ganz an der Basis einen dünnen weichen Gewebestreifen, den Piercer den Sweet Spot nennen. Trifft der Piercer ihn, tut das Piercing kaum weh, obwohl es furchteinflößend aussieht. Der Schmerz des Septums ist stark übertrieben, gerade weil sich die Leute die Nadel im Knorpel vorstellen.
Der Bridge ist kein durchgehendes Piercing
Das Piercing des Nasenrückens wirkt am verwegensten, als ginge die Nadel quer durch die Nase. Tatsächlich ist der Bridge oberflächlich: Der Schmuck verläuft nur unter der Haut der Falte zwischen den Augenbrauen, ohne Knorpel und Knochen zu berühren. Deshalb ist er auch heikel, die Haut an dieser Stelle ist beweglich und stößt den Schmuck oft aus. Die Schaulust des Bridge ist umgekehrt proportional zu seiner tatsächlichen Tiefe.
Ein Nath kann so viel wiegen wie ein Ohrring
Der Hochzeits-Nath ist in manchen Regionen Indiens so groß, dass man sein Gewicht über eine feine Kette aufs Haar oder Ohr verteilt, sonst würde der Ring den ganzen Tag am Piercing ziehen. Im Grunde ist das eine kleine ingenieurtechnische Aufgabe: das Gesicht so zu schmücken, dass es das Gewicht des Goldes vom Morgen bis zum Ende der Zeremonie trägt.
Das Anodisieren färbt Titan ohne Beschichtung
Farbiges Titan erhält seinen Ton nicht von Farbe und nicht von einer Bedampfung, die sich abreibt, sondern von einer dünnen Oxidschicht, die man mit elektrischem Strom aufbringt. Die Dicke der Schicht bestimmt die Farbe, von Gold über Blau bis Violett. Das heißt, farbiger Titanschmuck für die Nase bleicht nicht am Gewebe aus, anders als eine Vergoldung, weil es dort nichts zu färben gibt.
Ohrringe, Ketten, Symbolik, reine Metalle für die Haut: Titan, Stahl, Gold von hohem Feingehalt.
Häufige Fragen
Was tut mehr weh, den Flügel oder das Septum zu stechen?
Anders als erwartet wird das Septum bei einem Treffer in den Sweet Spot meist leichter ertragen als der Flügel. Das Stechen des Flügels gibt einen kurzen scharfen Schmerz und oft reflexartig Tränen, doch alles ist in Sekunden vorbei. Das Septum, von einem erfahrenen Piercer im weichen Gewebe gesetzt, beschreiben viele als starken Druck und das Verlangen zu niesen, nicht als scharfen Schmerz. In beiden Fällen entscheiden die Hand und die Erfahrung der Person, die das Piercing setzt.
Wie lange heilt ein Nasenpiercing?
Der Nasenflügel heilt im Schnitt in zwei bis vier Monaten, das Septum etwa genauso lange oder ein wenig länger. Das hohe Nostril-Piercing und das Septril heilen länger und schwerer, weil sie durch festeres Gewebe gehen. Von außen kann das Piercing früher abgeheilt wirken, als der Kanal innen ausgebildet ist, deshalb sollte man mit dem Wechsel des Schmucks nicht eilen. Die genaue Dauer hängt von Ihrer Haut und der Stelle des Piercings ab.
Aus welchem Metall wählt man den Schmuck fürs frische Piercing?
Fürs frische Piercing ist die beste Wahl Titan in Implantatqualität: Es ist leicht, rein und wird selbst von empfindlicher Haut gut vertragen. Chirurgenstahl 316L ist ebenfalls verbreitet und passt den meisten, doch einem Menschen mit Nickelallergie liegt Titan näher. Gold taugt fürs frische Piercing nur in hohem Feingehalt und ohne fragwürdige Zusätze. Billiger Modeschmuck, Messing, Silber und Vergoldung eignen sich nicht für die frische Wunde.
Kann man einen Nasenring bei der Arbeit tragen?
Das hängt vom Dresscode ab, aber es gibt mehr Möglichkeiten, als es scheint. Ein feiner Stein im Flügel widerspricht meist selbst strengen Anforderungen nicht. Das Septum hat den Vorteil, dass man Hufeisen oder Ring mit den Enden nach oben drehen kann, ins Naseninnere, und das Piercing wird für den Arbeitstag unsichtbar. Wenn ein Piercing grundsätzlich nicht erlaubt ist, hilft der Fake: angelegt nach der Arbeit, abgenommen am Morgen.
Wächst das Piercing zu, wenn man den Schmuck nicht mehr trägt?
Oft ja, besonders wenn das Piercing frisch ist oder Sie den Schmuck nur kurz getragen haben. Der Kanal im weichen Gewebe des Flügels oder des Septums neigt zum Zuwachsen, wenn man den Schmuck lange herausnimmt. Nach jahrelangem Tragen kann ein kleiner Punkt oder eine kaum sichtbare Spur bleiben. Vollständig garantieren, dass es verschwindet, lässt sich nicht, alles hängt von der Haut ab, doch ein Nasenpiercing ist längst nicht immer unumkehrbar.
Worin unterscheidet sich ein Clicker von einem Hufeisen?
Der Clicker ist ein geschlossener Ring mit aufklappbarem Segment am Scharnier, das einrastet, er ist bequem ein- und herauszusetzen und geht nicht verloren. Das Hufeisen, oder der Circular, ist ein offener Ring in U-Form mit abnehmbaren Kugeln an den Enden, es lässt sich leicht verstecken, indem man die Enden ins Naseninnere dreht. Der Clicker ist praktischer in der Handhabung, das Hufeisen universeller fürs Kaschieren des Septums. Viele halten beides für verschiedene Anlässe bereit.
Kann man die Nase ganz ohne Piercing schmücken?
Ja, dafür gibt es Fakes. Für den Nasensteg macht man Aufsteckringe und Hufeisen mit weicher Klemme oder Feder, die in einer Sekunde aufgesetzt werden. Für den Nasenflügel gibt es Magnetsteine: Zwei Teile halten sich durch das Gewebe des Flügels hindurch dank Magneten. Ein hochwertiger Fake ist von außen kaum von echtem Schmuck zu unterscheiden und lässt sich in jeder Sekunde ohne Spuren abnehmen.
Was ist der Sweet Spot des Septums?
Der Sweet Spot ist ein dünner weicher Gewebestreifen direkt an der Basis des Nasenstegs, zwischen dem harten Knorpel und dem unteren Rand. Führt der Piercer die Nadel gerade durch ihn, wird das Piercing nahezu schmerzfrei und sauber. Ein Piercing außerhalb dieser Stelle, durch den Knorpel, ist schmerzhafter und heilt schlechter. Die Fähigkeit, den Sweet Spot zu finden, zeichnet einen erfahrenen Piercer aus, deshalb sollte man die Wahl des Piercers fürs Septum besonders ernst nehmen.
Fazit
Nasenschmuck hat den Weg vom Hochzeitsgold der Nomaden und den vedischen Riten bis zum feinen Stein zurückgelegt, den heute jeder ganz ohne Beiklang trägt. Zwischen Flügel und Septum, Ring und Stecker, Titan und Gold, Piercing und Fake gibt es eine Wahl für jeden Charakter, jede Arbeit und jede Bereitschaft zur Nadel. Wichtig sind zwei Dinge: reines Metall fürs frische Piercing und ein guter Piercer statt Ratschlägen aus dem Internet. Der Rest ist eine Sache des Geschmacks und der Gesichtsform.
Über Zevira
Zevira stellt Schmuck zusammen, den man jeden Tag trägt und weitergibt, statt ihn zu Feiertagen im Kästchen zu verstecken. Wir setzen auf ehrliche Materialien und Formen, die nicht aus der Mode kommen: reines Titan und Chirurgenstahl dort, wo das Metall die Haut berührt, Gold von hohem Feingehalt dort, wo Langlebigkeit zählt. In unserem Verständnis steht Nasenschmuck in einer Reihe mit Ohrringen und Ketten, als Teil eines durchdachten Looks, nicht als zufälliges Detail. Wenn Sie zwischen Piercing und Fake, zwischen Ring und Stein wählen, schreiben Sie uns, wir helfen, Größe, Metall und Form passend zu Ihrem Gesicht zu finden.

















