
Die Auszeichnungsmedaille als Schmuck: ein Zeichen des Verdienstes an Brust und Hals
Die Medaille war ursprünglich nicht für die Schatulle gedacht, sondern für die Brust. Ein Stück Metall am Band zeigte jedem Fremden in Sekunden: dieser Mensch hat sich verdient gemacht. Aus derselben Idee des tragbaren Zeichens wuchs später die Mode runder Medaillon-Anhänger. So wurde Verdienst zum Schmuck, bevor Schönheit es wurde.
Heute führt die Auszeichnungsmedaille ein Doppelleben. Die einen bewahren sie in einer Schachtel samt Verleihungsurkunde auf und holen sie zu besonderen Anlässen hervor. Die anderen hängen die Medaille des Großvaters an eine Kette, fassen sie in einen Rahmen, tragen sie als Anhänger mit Familiengeschichte. Darum ranken sich viele Fragen: Darf man eine Medaille überhaupt als Schmuck tragen, gehört es sich, eine fremde anzulegen, worin unterscheidet sich die Medaille von der Münze und vom Medaillon, die ebenfalls rund sind und ebenfalls an der Brust hängen.
Gehen wir der Reihe nach vor: was eine Auszeichnungsmedaille ist und warum sie weder Münze noch Medaillon ist, woher die Tradition stammt, Verdienst am Körper zu tragen, was die Medaille für die Familie bedeutet, wo die ethische Grenze einer fremden Auszeichnung verläuft, woraus Medaillen gefertigt werden und wie man ein metallenes Rund behutsam in tragbaren Schmuck verwandelt.
Was eine Auszeichnungsmedaille ist (Medaille, Münze, Medaillon und Orden)
Das Wort Medaille dehnt der Alltag auf alles Runde und Metallene aus. In Wahrheit sind es vier verschiedene Dinge mit unterschiedlicher Logik, und die Verwechslung untereinander erzeugt die gute Hälfte aller Fragen rund ums Tragen.
Die Medaille ist ein Zeichen des Verdienstes
Die Auszeichnungsmedaille ist ein Ehrenzeichen. Man kauft sie nicht und tauscht sie nicht, man verleiht sie für eine bestimmte Tat: für Arbeit, für Dienst, für einen sportlichen Sieg, für lange Treue, für die Teilnahme an einem Ereignis. Der Wert der Medaille liegt nicht im Metall, sondern im Grund der Verleihung. Ein silbernes Rund für einen Marathon und ein genau gleiches silbernes Rund aus dem Pfandhaus sind zwei verschiedene Dinge, obwohl sie im Metallgewicht gleich sind.
Eine Medaille hat fast immer drei Teile: die Scheibe selbst mit dem Relief (Avers und Revers), die Spange oder Öse für die Aufhängung und das Band. Das Band ist kein Schmuck um der Schönheit willen, es ist ein Code. An der Farbe des Bandes liest der Kundige, um welche Auszeichnung es sich handelt, ohne die Scheibe selbst anzusehen.
Die Münze ist Geld
Die Münze entsteht als Zahlungsmittel. Der Staat prägt sie, sie hat einen Nennwert, sie geht als Wert von Hand zu Hand. Eine antike Münze im Schmuck ist als Splitter der Geschichte und als numismatisches Stück wertvoll: wichtig ist, wer darauf abgebildet ist, aus welchem Jahrhundert sie stammt, aus welcher Münzstätte. Dieses Thema vertiefen wir im Beitrag über die antike Münze im Schmuck.
Der zentrale Unterschied: Die Münze handelt vom Tausch und vom Geld, die Medaille vom Verdienst und vom Menschen. Eine Münze konnte über zweitausend Jahre jeder in der Hand halten. Eine Medaille hielt ein einziger, bestimmter Geehrter in der Hand.
Das Medaillon ist eine Kapsel oder ein runder Anhänger
Das Medaillon (vom französischen médaillon) ist ein tragendes Schmuckstück. In klassischer Form ist es eine flache Kapsel auf Scharnieren, in die man ein Porträt, eine Haarsträhne, einen winzigen Zettel legt. Es gibt auch massive Medaillons ohne Hohlraum, schlicht runde Anhänger mit Relief oder Gravur. Das Medaillon ist von Anfang an als Schmuck und als Behältnis der Erinnerung gedacht. Dazu haben wir einen eigenen Leitfaden über das silberne Medaillon.
Der Unterschied zur Medaille ist einfach. Das Medaillon füllen Sie selbst mit Sinn: Sie legen das Foto eines geliebten Menschen hinein, gravieren ein Datum. Die Medaille kommt bereits mit einem Sinn zu Ihnen, den ihr die verleihende Organisation zugewiesen hat. Das Medaillon ist ein leeres Gefäß für Ihre Erinnerung, die Medaille ein fertiges Zeugnis fremder Anerkennung.
Der Orden ist ein anderes Auszeichnungsformat
Der Orden steht neben der Medaille, ist aber eine eigene Kategorie. Historisch ist der Orden zugleich Zeichen (Stern, Kreuz, Schärpe über die Schulter) und Mitgliedschaft: Der Geehrte wurde in eine Ordensgemeinschaft aufgenommen. Die Medaille ist schlichter: ein Ehrenzeichen ohne Eintritt in eine Gemeinschaft. In der Rangordnung der Auszeichnungen steht der Orden meist über der Medaille. Äußerlich gestaltet man den Orden häufiger als Stern, Kreuz oder figürliches Zeichen mit Email, die Medaille ist überwiegend eine runde oder ovale Scheibe.
Merken kann man es sich leicht. Die Münze ist Wert. Das Medaillon ist Erinnerung, die Sie selbst hineinlegen. Der Orden ist ein hohes Ehrenzeichen mit figürlicher Form und einer Geschichte der Bruderschaft. Die Medaille ist ein Zeugnis des Verdienstes in Form einer Scheibe am Band.
Avers, Revers und Spange
Die Auszeichnungsmedaille hat ihr eigenes Vokabular, und es hilft, das Stück in der Hand zu verstehen. Der Avers ist die Vorderseite, meist mit dem Hauptbild: einem Profil, einem Wappen, einer Figur, einer Szene. Der Revers ist die Rückseite, wo am häufigsten eine Inschrift, das Jahr, der Name des Geehrten oder ein Wahlspruch steht. Der Rand ist die Kante der Scheibe, auf ihr steht manchmal die Punze oder eine Nummer.
Die Spange ist eine Metallleiste über der Scheibe, mit Band bespannt, durch die man die Medaille an der Kleidung befestigt. Bei alten Auszeichnungen ist die Spange fünfeckig, bei anderen rechteckig oder figürlich. An der Form der Spange und am Band ordnet ein geübtes Auge die Medaille sofort einem bestimmten Auszeichnungssystem und einer Epoche zu. Wird die Medaille in einen Anhänger verwandelt, bewahrt man die Spange meist gesondert auf, denn gerade sie trägt die Hälfte der Erkennungsinformation.
Was die beiden Seiten bedeuten: die Symbolik von Avers und Revers
Die beiden Seiten der Medaille sind keine zufällige Vorder- und Rückseite, sie haben verschiedene Rollen, und darin liegt eine eigene Logik. Der Avers beantwortet die Frage nach dem Wer und in wessen Namen: hier das Profil des Herrschers, das Wappen, die Figur des Schutzpatrons, das Hauptbild der Auszeichnung. Das ist die Seite der Macht und der Herkunft des Zeichens, sie sagt, wer dem Ding die Kraft der Anerkennung verliehen hat. Der Revers beantwortet die Frage nach dem Wofür und Wem: hier die Inschrift mit dem Grund der Verleihung, das Jahr, der Wahlspruch, manchmal der Name des Geehrten selbst. Das ist die Seite des Menschen und seiner Tat.
Diese Aufteilung macht die Medaille zu einer kleinen zweiseitigen Erzählung. Eine Seite gewendet, liest man von der Quelle der Ehre, die andere gewendet, liest man vom Verdienst. Auf vielen Auszeichnungen sprechen die Bilder miteinander: auf dem Avers eine geflügelte Siegesgestalt, auf dem Revers eine schlichte Inschrift über lange Treue, und gemeinsam sagen sie, dass auch alltägliche Arbeit geflügelten Ruhm verdient. Verwandelt man die Medaille in einen Anhänger, sollte man vorab entscheiden, welche Seite nach außen getragen wird, und häufig wählt man den Revers mit Name und Datum, weil für die Familie gerade das konkrete Wofür kostbar ist und nicht das allgemeine Paradeprofil.
Stufen und Punzen von Auszeichnungen
Viele Medaillen erschienen in mehreren Stufen, und das Metall verwies unmittelbar auf den Rang: die goldene Stufe steht über der silbernen, die silberne über der bronzenen. Das ist dieselbe Logik wie im Sport, und sie stammt aus tiefer Vorzeit, in der sich der Wert des Metalls augenblicklich ablesen ließ. Hält man also eine Familienauszeichnung in der Hand, lässt sich am Metall ungefähr erkennen, wie hoch die Ehrung war.
Was eine Medaillon-Medaille ist und warum man sie zusammenführt
Manchmal sagt man Auszeichnungsmedaillon, und das ist kein Versprecher. So nennt man eine Scheibe, die in Form einer Medaille gefertigt ist, aber von Anfang an dazu bestimmt war, am Hals zu hängen statt mit einer Spange an der Uniform zu sitzen. Ein solches Medaillon prägt man zum Jubiläum, zu einem Gedenktag, zum Abschluss, und versieht es gleich mit einer Öse für die Kette. Es verbindet zwei Welten: äußerlich eine Medaille mit Relief auf Avers und Revers, in der Trageweise bereits ein Anhänger. Familienwerkstätten fertigten oft gerade Medaillon-Medaillen zur Hochzeit oder Geburt, damit man Verdienst oder Ereignis vom ersten Tag an am Herzen tragen konnte, ohne Umbau. Halten Sie eine runde Scheibe mit Öse und ohne Spange in der Hand, haben Sie höchstwahrscheinlich genau diesen Zwitter vor sich: Medaille der Form nach, Medaillon dem Zweck nach.
Worin sich die Medaille von Jeton und Abzeichen unterscheidet
Neben der Medaille leben Jeton und Abzeichen, und auch sie sollte man auseinanderhalten. Der Jeton ist ein kleines metallenes Rund, das man für die Teilnahme oder als Eintrittsmarke ausgab, ihm fehlt das Gewicht des Verdienstes, das die Medaille hat, er steht dem Erinnerungssouvenir näher. Das Abzeichen ist ein flaches Zeichen der Zugehörigkeit: zu einem Verein, zu einer Schule, zu einem Beruf, es sagt ich gehöre hierher und nicht ich habe das verdient. Die Medaille wiegt im Sinn schwerer: bei ihr geht es um den konkreten Grund der Verleihung. Darum trägt man Jeton und Abzeichen leicht und ohne Vorbehalte, während die Medaille, zumal eine fremde, ein ganzer Kreis von Fragen über Recht und Angemessenheit umgibt.
Trage das Symbol, lies nicht nur darüber. Jetzt verfügbar:
Geschichte: von den römischen Phalerae bis zum sportlichen Gold
Die Geschichte der Medaille ist die Geschichte einer einzigen Idee: Verdienst sichtbar zu machen. Das Metall wechselte, die Form wechselte, der Sinn aber hielt über Jahrtausende.
Antike: Phalerae auf der Rüstung des Römers
Der direkte Vorfahr der Auszeichnungsmedaille ist die römische Phalera (phalerae). So nannte man metallene Scheiben, meist aus Bronze oder Silber, die man an den Brustriemen über der Rüstung befestigte. Phalerae verlieh man Legionären und Centurionen für Tapferkeit und Auszeichnung im Kampf. Getragen wurden sie nicht in der Schatulle, sondern unmittelbar am Körper, bei Paraden und in Reih und Glied.
Die Logik war genau dieselbe wie heute: ein Blick auf die Brust des Kriegers, und man sah, was er wert war. Je mehr Phalerae, desto verdienter der Kämpfer. Archäologen finden ganze Garnituren von Phalerae am Riemenwerk, mitunter mit Bildnissen der Kaiser. Daher stammt übrigens auch das Wort Phaleristik, mit dem man heute die Wissenschaft von den Auszeichnungen bezeichnet.
Die Griechen ehrten ihre Sieger vor den Römern anders: mit dem Olivenkranz bei den Olympischen Spielen, ohne metallenes Zeichen. Doch die Idee einer tragbaren Auszeichnung am Körper des Athleten ist ebenfalls ein Keim der künftigen Sportmedaille.
Renaissance: die Porträtmedaille als Kunst
Die eigentliche Medaille in vertrauter Gestalt, als zweiseitige Reliefscheibe, wurde im Italien des 15. Jahrhunderts geboren. Der Künstler Pisanello goss um 1438 eine Medaille mit dem Bildnis des byzantinischen Kaisers Johannes VIII. Palaiologos. Das gilt als Geburtsstunde des Genres. Auf dem Avers das Profil eines Menschen, auf dem Revers eine allegorische Szene oder ein Wahlspruch.
Die Renaissancemedaille war keine Auszeichnung, sondern eine Statusansage. Herrscher, Humanisten und Bankiers gaben ihre Porträtmedaillen in Auftrag, wie man heute ein Paradeporträt bestellt. Man verschenkte, sammelte und versenkte sie im Fundament von Bauwerken als Botschaft an die Nachwelt. Genau damals wurde die Medaille zu einem kleinen Kunstwerk, in dem jeder Millimeter Relief Bedeutung hatte.
Es ist bemerkenswert, dass die runde Porträtscheibe der Renaissance auch dem Schmuckmedaillon das Leben schenkte. Die Mode, ein rundes Relief mit einem Gesicht an der Brust zu tragen, brachte die Meister dazu, Kapselanhänger zu fertigen. So gingen die Linie der Auszeichnung und die des Schmucks aus einer Wurzel auseinander.
Hinzu kommt, dass die Idee der Auszeichnung älter ist als Rom. Schon in der griechischen Welt erhielt der Sieger bei den Wettkämpfen einen Kranz statt Metall, und dieses Bild ging so tief in die Kultur ein, dass es bis in unseren Schmuck überlebte: davon handelt der Lorbeerkranz. Kranz und Phalera sind zwei alte Zweige eines Gedankens: Verdienst am Körper sichtbar zu machen. Der eine Zweig ging über Grün und Vergänglichkeit, der andere über Metall und Dauer, und mit der Zeit siegte das Metall, weil der Kranz welkt und die Scheibe bleibt.
Auch das Profilbildnis auf der Renaissancemedaille kam nicht aus dem Nichts. Die Meister ahmten bewusst antike Münzen mit den Profilen von Herrschern und Göttern nach, jene strenge Komposition, die über Jahrhunderte die antike Skulptur ausgearbeitet hatte. Diese Verbindung der Medaille mit der großen bildhauerischen Tradition ist kein Zufall: Der Medailleur dachte wie ein Bildhauer, nur in winzigem Maßstab. Das Profil ist praktisch, weil es sich augenblicklich erkennen lässt und sich schön in den Kreis fügt, darum wurde es auf der Medaille beinahe zur Pflicht.
Neuzeit: die Geburt der Kampf- und Auszeichnungsmedaillen
Zum 17. und 18. Jahrhundert kehrte die Medaille aus dem Sammlerkabinett zurück an die Brust, nun als Massenauszeichnung. Die Staaten begriffen, dass ein billiges metallenes Zeichen den Soldaten stärker motiviert als Geld, denn Geld wird ausgegeben, ein Ehrenzeichen aber bleibt für immer beim Menschen.
Es entstanden Gedenkmedaillen zu Ehren von Schlachten, Krönungen und Siegen. Allmählich bildete sich ein System: ein Band bestimmter Farbe, eine Spange, Stufen der Auszeichnung. Die Medaille wurde öffentlich getragen, auf der Uniform, nach strengen Regeln. Das Recht, sie zu tragen, war geregelt, die Fälschung wurde bestraft.
Im 19. Jahrhundert formte sich endgültig die Idee der Massenauszeichnungsmedaille für alle Teilnehmer eines Feldzugs aus, nicht allein für die Helden. Das demokratisierte die Auszeichnung: Das Ehrenzeichen war kein Vorrecht der Offiziere mehr.
Damals entstand auch die Gewohnheit, Medaillen mit der Spange an der linken Brustseite zu tragen, näher am Herzen. Es kamen Rangregeln auf: Welche Auszeichnung höher steht, die hängt man weiter rechts oder höher. Auch Verleihungsbücher entstanden, ein Dokument, das das Recht eines Menschen bestätigte, ein bestimmtes Zeichen zu tragen. Ohne dieses Buch verwandelte sich die Medaille in ein bloßes Stück Metall, mit ihm wurde sie zur Beglaubigung des Verdienstes. Diese Bindung von Scheibe und Dokument überlebte bis in unsere Tage und ist wichtig, wenn es ums Erbe geht: Zur echten Auszeichnung in der Familie wird oft auch ihr Papier verwahrt.
Zivile und Verdienstmedaillen für Arbeit
Neben den Kampfauszeichnungen erschienen zivile Auszeichnungen: für Arbeit, für Rettung, für Wissenschaft, für Kunst, für langjährigen Dienst. Die Arbeitsmedaille veränderte die Idee der Auszeichnung selbst: Nun erkannte man sowohl die Heldentat an einem Tag an als auch langen Fleiß, lange Treue, Verbundenheit mit dem Werk. Solche Medaillen verwandelt man besonders gern in Familienreliquien, weil hinter ihnen das ganze Arbeitsleben eines Menschen steht und nicht eine einzelne Episode. Die Medaille des Großvaters für dreißig Jahre im selben Betrieb sagt über den Charakter nicht weniger als eine Kampfauszeichnung.
Sportmedaillen: die Wiedergeburt der antiken Idee
Als man Ende des 19. Jahrhunderts die Olympischen Spiele wiederbelebte, gab man den Siegern das tragbare Ehrenzeichen zurück, nun in Gestalt einer Medaille statt eines Kranzes. Gold, Silber und Bronze für die ersten drei Plätze sind eine moderne Erfindung, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts festsetzte.
Die Sportmedaille ist interessant, weil sie die antike Idee (die Auszeichnung am Körper des Athleten) und die Auszeichnungsform (eine Scheibe am Band) verbindet. Heute hängt man jedem, der einen Marathon zu Ende läuft, eine Zielmedaille um den Hals, und darin liegt ein direkter Widerhall der Phalera: Du hast es geschafft, und die Brust zeigt es.
Gedenk- und Familienmedaillen
Ein eigener Zweig sind die Erinnerungsmedaillen. Man prägt sie zu Ehren von Jubiläen, Jahrestagen, verstorbenen Menschen, von Ereignissen, die für eine Familie oder Gemeinschaft wichtig sind. Eine solche Medaille setzt von vornherein voraus, dass man sie bewahrt und weitergibt, statt sie in Reih und Glied zu tragen.
Gerade Gedenk- und Auszeichnungsmedaillen treten am häufigsten in den Rang von Schmuck über. Der Enkel hängt die Medaille des Großvaters nicht an die Kette, weil er mit einer Auszeichnung prunken will, sondern weil er die Erinnerung an die Familie näher bei sich halten möchte. Dieses Motiv verbindet die Medaille mit dem Trauer- und Erinnerungsschmuck, von dem wir im Beitrag über den Gedenkschmuck nach dem Verlust eines geliebten Menschen schreiben.
Erinnerungs- und Jubiläumszeichen
Gesondert stehen die Erinnerungs- und Jubiläumsmedaillen, die man zu runden Daten prägt, zur Einweihung von Denkmälern, zu Jahrestagen von Städten und Vereinen. Sie zeichnen kein persönliches Verdienst aus, sondern halten ein Ereignis fest. Solche Zeichen verteilte man oft an die Teilnehmer einer Feier, und heute findet man sie besonders häufig in Familienschatullen. Sie lassen sich leichter ohne ethische Zweifel in Schmuck verwandeln: Hinter ihnen steht keine fremde Heldentat, sondern die Erinnerung an einen Tag. Die Jubiläumsmedaille einer Stadt oder eines Vereins, in dem ein Vorfahr lebte, ist eine sanfte, unaufdringliche Art, die Geografie der Familie an der Brust zu tragen.
Bedeutung: Verdienst, Erinnerung, Erbe, Stolz auf die Familie
Die Medaille ist verdichteter Sinn. Auf der kleinen Scheibe halten sich gleich mehrere Sinnschichten, und jede macht sie auf ihre Weise besonders.
Verdienst und Anerkennung
Die erste und wichtigste Schicht ist die Anerkennung des Verdienstes. Die Medaille sagt: Deine Tat wurde bemerkt, gewürdigt, in Metall festgehalten. Anders als ein Lob in Worten verflüchtigt sich die Medaille nicht. Sie ist greifbar, man kann sie nach zwanzig Jahren in die Hand nehmen und jenen Tag wieder spüren.
Diese Schicht erklärt, warum man Auszeichnungen so sorgsam aufbewahrt. Es geht nicht ums Metall, sondern darum, dass die Medaille ein dinglicher Beweis durchlebter Anstrengung ist. Der Mensch blickt sie an und sieht keine Scheibe, sondern den eigenen Weg.
Erinnerung an Mensch und Ereignis
Die zweite Schicht ist die Erinnerung. Die Medaille ist an einen konkreten Augenblick gebunden: an einen Kampf, an einen Zieleinlauf, an ein Jubiläum, an einen Menschen. Sie wirkt wie ein Anker der Erinnerung. Darum verkauft man Familienmedaillen selbst in schweren Zeiten so ungern: Es geht nicht das Metall, es geht ein Teil der Familiengeschichte.
Erbe und Bindung der Generationen
Die dritte Schicht ist das Erbe. Die Medaille überlebt den, dem sie verliehen wurde. Sie geht an Kinder und Enkel über und wird zum Faden, der die Generationen verbindet. Hält man die Auszeichnung des Urgroßvaters in der Hand, spürt man eine unmittelbare körperliche Verbindung zu jemandem, den man vielleicht nie gesehen hat.
Genau darum verwandelt man die Medaille so oft in tragbaren Schmuck. Eine Kette oder ein Rahmen erlauben es, diesen Faden der Erinnerung bei sich zu tragen, statt ihn in der Schreibtischschublade einzuschließen.
Die Medaille als Medaillon mit Erinnerung
Wenn die Medaille an die Kette umzieht, beginnt sie wie ein Medaillon zu wirken, nur ist die Erinnerung in sie bereits eingelegt. Ein gewöhnliches Medaillon füllen Sie selbst: Sie legen ein Foto, eine Strähne, einen Zettel hinein. Die Medaille kommt gefüllt mit einem fremden Schicksal, und darin liegt ihre besondere Kraft als tragbares Zeichen. Der Enkel, der die Auszeichnung des Großvaters um den Hals legt, trägt keinen Schmuck, sondern eine in Metall gefaltete Biografie: eine Scheibe hält den Tag der Verleihung, den Charakter des Menschen und eine ganze Epoche hinter seinem Rücken. Gedächtnisforscher sagen, dass ein Ding, das man berühren und an den Körper führen kann, die Erinnerung fester hält als eine Fotografie: Gewicht, Temperatur, die Gewohnheit, an der Brust zu liegen, machen die Erinnerung körperlich und nicht allein sichtbar. Darum deckt die Medaille als Anhänger dasselbe Bedürfnis wie das Porträt im Medaillon, oft sogar stärker: Zum Foto kommt das Gewicht eines echten Gegenstands, durch dessen Hand der ging, an den man sich erinnert.
Familienerinnerung näher am Körper
Es gibt auch einen stillen, beinahe körperlichen Grund, die Auszeichnung an der Brust zu tragen statt in der Schatulle. Eine Reliquie in der Schublade existiert getrennt vom Menschen, man kommt zu ihr an bestimmten Tagen. Eine Reliquie am Hals lebt den ganzen Tag mit Ihnen, bewegt sich mit dem Atem, wärmt sich an der Körperwärme. Viele, die eine Familienmedaille an die Kette übertragen haben, beschreiben es gleich: Die Erinnerung hörte auf, ein Ereignis an Feiertagen zu sein, und wurde zu einem ständigen Hintergrund, einer ruhigen Gegenwart der Familie an der Seite. Das ist kein lauter Stolz und keine Herausforderung an die Umgebung, sondern ein inneres Gespräch, das ein Mensch mit sich selbst führt, indem er hin und wieder die Scheibe unter dem Hemd berührt.
Stolz auf die Familie ohne Prahlerei
Die vierte Schicht ist zart: der Stolz. Hier kommt es auf die Grenze an. Eine fremde Kampfauszeichnung als Trophäe zu tragen ist Prahlerei. Eine Familienmedaille als Zeichen der Achtung vor der Familie zu tragen ist natürlich und würdig. Der Unterschied liegt im Beweggrund: zeigen seht her, was ich bin oder bewahren ich erinnere mich, wer die Meinen waren.
Dieselbe Logik von Ehre und Würde lebt in der Symbolik anderer tragbarer Zeichen, etwa im Schwert als Symbol für Ehre und Gerechtigkeit.
Persönlicher Meilenstein und Beweis für sich selbst
Es gibt eine fünfte, sehr persönliche Schicht. Manchmal geht es bei der Medaille gar nicht um fremde Anerkennung, sondern um den Beweis für sich selbst. Die Zielmedaille des ersten Marathons ist für den Läufer kein Anlass, vor anderen zu prahlen, sondern ein dingliches ich habe es geschafft. Eine solche Medaille trägt man als Erinnerung an die eigene Grenze, die zu überschreiten gelang. Dieses Motiv erklärt, warum Menschen Sportmedaillen in alltägliche Anhänger verwandeln: Es ist ihnen wichtig, den Beweis bei sich zu tragen, dass das Schwere getan wurde.
Kundenstimmen
Zevira ist ein echter Schmuckshop. Echte Zahlungen, Lieferungen und Dankesnachrichten von Kunden.
Soll man eine fremde oder geerbte Medaille tragen
Das ist die heikelste Frage des Themas, und ein eindeutiges Ja oder Nein gibt es hier nicht. Es gibt Grenzen des Anstands, kulturelle Normen und den gesunden Menschenverstand.
Die eigene Medaille: tragen Sie sie unbesorgt
Die eigene Auszeichnung dürfen Sie tragen, wie Sie wollen: auf der Uniform nach den Regeln, an der Brust an einem besonderen Tag, an der Kette im Alltag. Das ist Ihr Verdienst und Ihr Recht, über das Zeichen zu verfügen. Eine Sportmedaille trägt man ohnehin gleich nach dem Zieleinlauf, daran ist nichts strittig.
Die geerbte Familienmedaille: eine Frage des Beweggrunds
Die Medaille des Großvaters oder Urgroßvaters, die durch Erbschaft an Sie kam, nimmt einen besonderen Platz ein. Sie als Schmuck zu tragen ist zulässig, wenn Sie es aus Achtung und Erinnerung tun und nicht als Requisit für ein Erscheinungsbild. Eine gute Praxis: zu wissen, wofür die Auszeichnung verliehen wurde, und bereit zu sein, es zu erzählen. Wenn Sie die Medaille des Großvaters tragen und ihre Geschichte kennen, ist das ein Akt der Erinnerung. Wenn Sie sie nur anlegen, weil sie schön glänzt, sollten Sie noch einmal nachdenken.
Kampfauszeichnungen verlangen besondere Feinfühligkeit. In den meisten Kulturen gilt es als unzulässig, fremde Kampforden und Medaillen als die eigenen anzulegen und so zu tun, als seien sie Ihre. Eine Familienauszeichnung als Reliquie zu bewahren und zu tragen, ohne sie als eigenes Verdienst auszugeben, ist dagegen etwas anderes und wirft gewöhnlich keine Fragen auf.
Eine fremde Medaille vom Markt: nur als Gegenstand
Eine Medaille, die man bei einem Sammler oder auf dem Flohmarkt gekauft hat, ist kein Zeugnis Ihres oder eines familiären Verdienstes mehr, sondern ein historisches Artefakt. Ein solches Stück kann man als Gegenstand des Interesses tragen, als Stückchen fremder Geschichte, doch ehrlicher ist es, sich ihm genau so zu nähern, ohne die Heldentat anzueignen. Viele Sammler tragen solche Medaillen überhaupt nicht, sondern bewahren und erforschen sie.
Wann man sie besser gar nicht trägt
Es gibt Situationen, in denen man die Medaille besser zu Hause lässt. Geltende staatliche Auszeichnungen mit Trageregeln legt man nach den Regeln an und nicht als Anhänger zur Jeans. Medaillen, die mit einer Tragödie oder mit Schmerz verbunden sind, bewahrt man bisweilen besser auf, statt sie zur Schau zu stellen. Hier gilt eine einfache Regel: Wenn Zweifel bestehen, fragen Sie die Älteren in der Familie oder hören Sie schlicht auf Ihr Taktgefühl.
Wie man ein Erbe angemessen trägt
Wenn Sie sich entschieden haben, eine Familienmedaille zu tragen, machen einige sanfte Kniffe das würdig. Tragen Sie sie ruhig, ohne Herausforderung, wie ein gewöhnliches Schmuckstück und nicht wie ein Zeichen, das Aufmerksamkeit verlangt. Seien Sie bereit, kurz zu beantworten, wessen Auszeichnung das ist und wofür, falls man fragt, ohne Prahlerei und ohne lange Rede. Legen Sie sie nicht dort an, wo sie falsch klingt: Auf eine laute Feier passt eine fremde Kampfauszeichnung nicht, an einen familiären Gedenktag passt sie ideal. Und schonen Sie das Original: Ist das Stück kostbar, tragen Sie eine Kopie oder bewahren die Scheibe in einer Schutzkapsel auf, damit die Reliquie die nächste Generation erreicht.
Wann man die Auszeichnung besser weitergibt, als sie zu tragen
Manchmal ist das Achtungsvollste, die Medaille nicht selbst zu tragen, sondern sie dem zu geben, für den sie mehr bedeutet. Gibt es in der Familie einen Menschen, der die Erinnerung an den Geehrten besonders sorgsam hütet, ist es bisweilen folgerichtiger, ihm die Medaille zu überlassen. Eine Auszeichnung sucht, wie jede Reliquie, einen Hüter und keinen Besitzer. Tragen sollte man sie dann, wenn man wirklich zum Fortsetzer jener Erinnerung wird und nicht bloß eine schöne metallene Scheibe erbt und sonst nichts.
Kamera einschalten, Ohrringe, Anhänger oder Ring wählen, und das Stück in Echtzeit an sich sehen.
Modell mit einem Tippen wechseln.
Alles läuft im Browser: kein Foto und kein Video wird hochgeladen.
Materialien: woraus man Medaillen fertigt
Das Material der Medaille verrät ihren Rang, ihre Epoche und ihre Bestimmung. Das Verständnis der Legierungen hilft sowohl bei der Einschätzung eines Erbes als auch bei der Wahl der Trageweise.
Gold und Vergoldung
Die höchste Stufe der Auszeichnung verbindet man traditionell mit Gold. Doch reines Gold ist weich und teuer, darum sind selbst die goldenen olympischen Medaillen überwiegend Silber mit dünner Goldauflage. Historisches Auszeichnungsgold ist oft vergoldete Bronze oder Silber. Beim Umbau in Schmuck muss man eine vergoldete Medaille vor Abrieb schützen: Die Auflage ist dünn.
Silber
Silber ist das klassische Auszeichnungsmetall: edler Glanz, gute Beständigkeit, angenehmes Gewicht. Viele Gedenk- und Sportmedaillen prägt man aus Silber oder versilbert sie obenauf. Eine silberne Medaille steht prächtig neben einer silbernen Kette, und der Umbau in einen Anhänger wirkt stimmig. Wenn Sie verstehen wollen, ob das Silber im Erbe echt ist, hilft unser Beitrag über Silber 925.
Bronze und Tombak
Bronze ist das Hauptmaterial der Massenauszeichnungs- und Gedenkmedaillen. Sie ist fest, preiswert und patiniert mit der Zeit schön. Den warmen Bronzeton mögen viele lieber als das kühle Silber. Eine Messingart mit hohem Kupfergehalt (Tombak) verwendet man oft für gestanzte Gedenkmedaillen: Sie hält das Relief gut.
Neusilber und Kupfer-Nickel-Legierungen
Kupfer-Nickel-Legierungen (Neusilber) setzte man im Auszeichnungswesen des 20. Jahrhunderts breit ein. Sie sind billig, fest und ähneln äußerlich dem Silber. Ein Nachteil fürs Tragen am Körper: Nickel ruft bei einem Teil der Menschen Hautreizungen hervor, das sollte man bedenken, wenn man eine solche Medaille als Anhänger tragen will.
Email und Bänder
Farbiges Email findet man häufiger auf Orden und Zeichen als auf Medaillen, doch auch Medaillenspangen sind mitunter emailliert. Email ist spröde, fürchtet Stöße und Absplitterungen. Das Band ist Seide oder Moiré in einer bestimmten Farbgebung. Alte Bänder bleichen aus und werden brüchig, darum ersetzt man sie beim Umbau in Schmuck oft oder nimmt sie ab und bewahrt das Original gesondert.
Wie man das Metall beim Erbe liest
Wenn die Medaille durch Erbschaft zukommt, verrät das Metall vieles noch vor der Begutachtung. Kühler weißer Glanz ohne Gelbstich und angenehme Schwere deuten meist auf Silber oder eine Kupfer-Nickel-Legierung. Ein warmer rötlich-goldener Ton und deutliche Patina deuten auf Bronze. Ein leichter Gelbstich über weißem Metall, besonders abgerieben an den erhabenen Stellen des Reliefs, deutet auf vergoldetes Silber, wo sich die Auflage zuerst abnutzt. Ein Magnet haftet an einer echten Auszeichnungsmedaille fast nie, weil Edel- und Buntmetalllegierungen unmagnetisch sind, doch billige spätere Kopien verraten sich bisweilen durch Anziehung. Diese Anzeichen ersetzen keinen Gutachter, geben aber ein erstes Verständnis, womit Sie es zu tun haben.
Was man für den Umbau in Schmuck wählt
Geht die Medaille in einen Anhänger, diktiert das Material die Pflege. Eine silberne Medaille ist die freundlichste: Sie lässt sich reinigen, polieren und hält lange an der Kette. Eine bronzene poliert man besser nicht bis zum Glanz, ihre Schönheit liegt in der Patina, darum trägt man sie, wie sie ist. Eine vergoldete schont man vor Reibung, sonst nutzt sich die dünne Auflage an den Kanten ab. Eine Medaille aus einer Nickellegierung sollte man vor dem ständigen Tragen auf der Haut an sich selbst prüfen: Reagiert die Haut, setzt man die Scheibe in eine Kapsel oder auf einen Träger, der den Körper nicht berührt.
Prägung mit dem Stempel: wie das Relief entsteht
Die meisten Auszeichnungsmedaillen werden geprägt. Der Meister schneidet einen Stahlstempel mit umgekehrtem, vertieftem Relief und drückt dieses Relief dann unter gewaltigem Druck in den metallenen Rohling. Der Schlag des Stempels verdichtet das Metall, darum fühlt sich eine geprägte Medaille fest und klingend an. Je tiefer und komplexer das Relief, desto mehr Schläge braucht es, mitunter führt man den Rohling mehrfach unter die Presse und glüht ihn zwischen den Schlägen aus, damit das Metall nicht reißt. Das Hauptkennzeichen der Prägung ist ein vollkommen ebener Grund und scharfe Kanten der Buchstaben: Der Stempel wiederholt die Zeichnung auf jedem Exemplar gleich, darum gleichen sich Massenauszeichnungen so sehr.
Guss: die in eine Form gegossene Medaille
Renaissance-Porträtmedaillen wurden öfter nicht geprägt, sondern gegossen. Der Künstler formte ein Modell aus Wachs, danach fertigte man danach eine Form und goss geschmolzene Bronze hinein. Der Guss ergibt ein weicheres, malerischeres Relief mit leichter Körnung der Oberfläche, und jeder Abguss unterscheidet sich ein wenig vom nächsten, weil man die Form beim Herauslösen oft zerstörte. Eine gegossene Medaille ist gewöhnlich größer und schwerer als eine geprägte, ihr fehlt jene spiegelnde Glätte des Grundes, dafür hat sie eine handgemachte Wärme. Sieht man auf einer alten Scheibe feine Poren, weiche Übergänge und keine vollkommene Symmetrie, haben Sie eher einen Guss als eine Prägung vor sich.
Gravur und namentliche Inschrift
Die Gravur ist ein von Hand oder maschinell ausgeführter Schnitt in das fertige Metall. Die Prägung gibt das allgemeine Bild der Medaille vor, gleich für alle Geehrten, mit der Gravur fügt man das Persönliche hinzu: Name, Datum, Nummer. Darum ist die namentliche Inschrift auf dem Revers für die Familie oft kostbarer als das Relief selbst, denn sie ist der einzige wirklich einzigartige Teil des Zeichens. Eine alte Gravur erkennt man an der unregelmäßigen, lebendigen Linie und daran, wie sie den bereits vorhandenen geprägten Grund durchschneidet. Beim Umbau der Medaille in einen Anhänger kann man die Gravur behutsam auffrischen oder das eigene Datum hinzufügen, doch historische Inschriften berührt man besser nicht, sie sind Teil der Echtheit des Stücks. Mehr dazu im Beitrag über die Gravur auf Schmuck.
Patina und edles Altern
Patina ist der dünne Film, mit dem sich Metall durch Zeit und Luft überzieht. Auf Bronze geht sie in einen warmen braunen, grünlichen oder fast schwarzen Ton über, auf Silber in ein rauchiges Grau. Sammler schätzen eine gleichmäßige alte Patina und versuchen, sie nicht abzutragen, weil sie das Metall schützt und zugleich als Altersnachweis dient: Eine frische, bis zum Glanz polierte Scheibe wirkt jünger und verliert an Echtheit. Darum ist die kluge Pflege einer alten Medaille keine Rückkehr zum Fabrikglanz, sondern der Erhalt des edlen Belags. Man reinigt nur Schmutz und aktive dunkle Flecken, die das Metall angreifen, alles Übrige lässt man als Spur der gelebten Jahre.
CAPAORA Navaja-Anhänger aus Handwerksfertigung
Eine 40-mm-Navaja aus Edelstahl mit echtem Klappmechanismus und Palanquilla-Verschluss. Ein erschwingliches Geschenk, das in Erinnerung bleibt.
Ein Code für Blog-Leser:
−10% auf die erste Bestellung
Original · Herstellergarantie · Versand aus Spanien
Wie und womit man die Medaille trägt
Eine Auszeichnungsscheibe lässt sich auf mehrere Arten in tragbaren Schmuck verwandeln, von der schonendsten bis zur freiesten. Die Wahl hängt davon ab, wie kostbar die Medaille selbst ist und ob Sie bereit sind, sie zu verändern.
An der Kette als Anhänger
Die häufigste Art. Hat die Medaille eine Öse, fädelt man die Kette gleich durch. Fehlt die Öse, lötet ein Goldschmied behutsam ein Öschen an oder setzt, was schonender ist, einen abnehmbaren Bügel, der die Scheibe nicht beschädigt. Dicke und Länge der Kette wählt man nach dem Gewicht: Eine schwere Medaille braucht eine kräftige Kette, sonst scheuert das dünne Glied durch.
Eine solche Medaille als Anhänger trägt man mittig an der Brust, wie einen großen Anhänger. Schön wirkt sie auf einfarbiger Kleidung, die nicht mit dem Relief streitet. Die Gravur auf dem Revers kann man auffrischen oder um ein Datum ergänzen.
Im Kapselrahmen ohne Umbau
Wenn man die Medaille nicht berühren darf, etwa weil es eine echte Auszeichnung ist, die man unangetastet bewahren möchte, setzt man sie in eine durchsichtige Kapsel oder einen Schmuckrahmen. Die Kapsel aus Glas oder Acryl schützt die Scheibe, und der Rahmen ist mit einer Öse für die Kette versehen. So tragen Sie die Medaille, ohne sie zu bohren oder zu löten. Für Sammler- und Kampfauszeichnungen ist das der einzig richtige Weg.
Umbau in einen Anhänger mit Bearbeitung
Die radikalere Variante für Medaillen ohne historischen oder Sammlerwert, etwa für ein Duplikat einer Sportauszeichnung oder eine Souvenirmedaille. Die Scheibe kann man polieren, eine Fassung hinzufügen, einen Stein einsetzen, sie in einen vollwertigen Anhänger verwandeln. Mit echten Auszeichnungen geht man so nicht um, doch die eigene Marathonmedaille kann man durchaus zu einem Alltagsschmuck umbauen.
An Nadel, Brosche und Spange
Die klassische Art, eine Medaille zu tragen, ist die Spange an der Kleidung, nach den Auszeichnungsregeln. Für den Alltag überträgt man die Scheibe bisweilen auf einen Broschenträger, und dann kann man sie an Jackett oder Mantel stecken, ohne Löcher in die Medaille selbst zu machen. Die Broschenvariante ist praktisch, weil sie sich leicht abnimmt und den Hals nicht belastet.
Womit man sie kombiniert
Die Medaille ist ein großes grafisches Objekt, darum liebt sie ein zurückhaltendes Umfeld. Wenig anderer Schmuck am Hals, ruhige Kleidung, ein Akzent. Eine silberne Medaille stützen silberne Ringe oder Ohrringe, eine bronzene wärmen goldfarbene Beschläge. Die Hauptregel: Die Medaille führt, das Übrige begleitet. Das Bild mit einem zweiten großen Anhänger zu überladen ist nicht ratsam, zwei Hauptfiguren an der Brust streiten miteinander.
Kettenlänge und Sitz
Das Gewicht der Medaille bestimmt, auf welcher Länge sie schön liegt. Eine schwere Scheibe zieht die Kette nach unten, darum sitzt eine kurze Kette hoch und wirkt gesammelt, eine lange lässt die Medaille auf der Brust liegen und ganz lesbar werden. Unter Hemd oder Pullover wählt man häufiger eine Länge, bei der sich die Scheibe verbirgt und nur durch eine Bewegung zum Vorschein kommt. Über der Kleidung hängt man die Medaille kürzer, damit sie sichtbar ist. Eine große, schwere Scheibe braucht eine kräftige Kette mittlerer oder grober Gliederung: Eine dünne Kette verdreht sich unter dem Gewicht und scheuert an der Befestigung schnell durch.
Pflege der Medaille als Anhänger
Eine getragene Medaille verschmutzt schneller als eine im Museum. Eine silberne wischt man mit einem weichen Tuch, bei Anlaufen reinigt man sie mit einem speziellen Mittel für Silber, nicht mit einem Scheuermittel. Eine bronzene und patinierte berührt man nicht mit aggressiver Chemie, um den edlen Belag nicht abzutragen. Emailpartien wäscht man nur mit Wasser und einem weichen Pinsel, weil Email durch Stöße absplittert und durch Temperaturwechsel reißt. Über Nacht nimmt man die Medaille als Anhänger besser ab: Schweiß und Cremes beschleunigen das Anlaufen, und im Schlaf kann eine schwere Scheibe die dünne Öse verbiegen.
Geben Sie Ihre E-Mail an, wir senden Ihren Rabattcode. Kein Spam, Abmeldung mit einem Klick.
Der Code kommt per E-Mail, gültig für Ihre erste Bestellung.
Medaillen, die in Geschichte und Kunst eingingen
Die Medaille ist Familienreliquie und Teil der großen Kultur zugleich. Einige Erzählstränge zeigen, wie weit dieses Thema reicht.
Die Medaille als Genre der Kunst
Die Porträtmedaille der Renaissance ist eine vollwertige Kunstgattung, die man Malerei und Bildhauerei gleichgestellt studiert. Die Medailleure signierten ihre Werke, man schätzte sie als Künstler. Das kleine zweiseitige Relief verlangte nicht weniger Talent als ein großes Porträt: den Charakter eines Menschen in einen Kreis vom Durchmesser einer Münze zu fassen ist eine besondere Meisterschaft.
Medaillen in der Malerei und auf Porträts
Auf alten Paradeporträts sind vornehme Menschen oft mit Medaillen und Ordenszeichen an der Brust dargestellt. Für den Maler war das eine Möglichkeit, dem Betrachter in Sekunden Status und Verdienste des Modells mitzuteilen. Die Medaille auf dem Porträt wirkte wie eine Unterschrift zur Biografie: Man blickte auf die Brust und verstand, wer vor einem stand. Die Maler arbeiteten den Glanz des Metalls und die Farbe der Bänder sorgfältig aus, weil der Auftraggeber wollte, dass die Nachwelt seine Verdienste so klar sähe wie die Zeitgenossen. Anhand solcher Porträts rekonstruieren Historiker heute, welche Auszeichnungen es gab und wie man sie trug, denn die Malerei bewahrte, was das Metall selbst nicht bewahrte.
Die bekanntesten Auszeichnungsformate
Ohne Marken und moderne Institutionen zu nennen, lässt sich von Formaten sprechen, die zum Gattungsbegriff wurden. Olympisches Gold, Silber und Bronze für die ersten drei Plätze sind ein weltweit erkennbares Bild. Die Medaille für lange Treue ist ein jedem vertrautes Format der Arbeitsauszeichnung. Die Gedenkmedaille zu Ehren eines Jubiläums oder Ereignisses ist ein eigenes Genre, das Städte, Vereine und Familien prägen.
Medaillen, die in die Geschichte eingingen
Manche Medaillen überlebten ihre Zeit und wurden zu Denkmälern der Epoche. Die Porträtscheibe Pisanellos mit dem Profil des byzantinischen Kaisers ist die erste Medaille der Neuzeit und zugleich ein Museumsexponat, mit dem jede Erzählung über das Genre beginnt. Renaissancemedaillen italienischer Herrscher, die sie an Verbündete versandten, sind als kleine Paradeporträts einer ganzen Epoche auf uns gekommen, anhand deren Historiker die Gesichter von Menschen rekonstruieren, von denen sich keine gemalten Bildnisse erhalten haben. Gedenkmedaillen zu Ehren großer See- und Landschlachten des 17. und 18. Jahrhunderts liest man heute wie eine Chronik der Kriege: auf ihren Reversen Allegorien der Siege und genaue Daten. Ein eigener berühmter Zweig sind Medaillen zu Ehren großer Bauwerke und Entdeckungen, die man in Fundamente legte, damit die Nachwelt sie beim Abriss fände. Allen diesen berühmten Medaillen ist eines gemeinsam: Man dachte sie als Botschaft, als Art, durch Metall mit der Zukunft zu sprechen.
Götter und Helden auf der Auszeichnungsscheibe
Die Bildsprache der Medaille stützte sich über Jahrhunderte auf die antike Mythologie. Die geflügelte Victoria mit dem Kranz, Minerva mit dem Helm als Schutzherrin kluger Arbeit, Herkules als Symbol der Kraft und Überwindung, diese Gestalten wandern von Jahrhundert zu Jahrhundert über die Reverse der Auszeichnungen. Die Medailleure wählten sie, weil man dem Betrachter nichts erklären muss: Eine geflügelte Jungfrau mit Kranz ist der Sieg, ein mächtiger Held mit Löwenfell die Tapferkeit. Dieses ganze Pantheon der Bilder kam aus der griechischen Mythologie, über die wir ausführlich im Beitrag über die olympischen Götter und das griechische Pantheon schreiben. Hält man also eine alte Auszeichnungsmedaille mit einer geflügelten Gestalt oder einem Helden mit Löwenfell in der Hand, hält man ein Stückchen derselben antiken Symbolik in der Hand, die in Schmuck und Skulptur lebt.
Die Medaille als Botschaft an die Nachwelt
In der Renaissance legte man Medaillen als Zeitkapsel in die Fundamente entstehender Gebäude. Die Bauleute rechneten damit, dass man das Haus eines Tages abtragen würde und die Medaille der Nachwelt erzählen sollte, wer es wann errichtete. Das ist ein seltener Fall, in dem man eine Auszeichnung erklärtermaßen nicht zum Tragen fertigte, sondern für die Zukunft, für Augen, die sie nach Jahrhunderten sehen würden.
Warum es Menschen wichtig ist, Verdienst am Körper zu tragen
Hinter der ganzen Geschichte der Medaille steht eine einfache Psychologie. Dem Menschen genügt es nicht zu wissen, dass er etwas getan hat, ihm ist wichtig, dass es sichtbar ist und dass es bleibt. Worte werden vergessen, Gefühle verblassen, eine metallene Scheibe aber hält die Erinnerung in der Hand. Das tragbare Ehrenzeichen deckt gleich zwei Bedürfnisse: von anderen anerkannt zu werden und die Verbindung zum eigenen früheren Ich nicht zu verlieren, zu dem, der durch das Schwere ging. Darum wandert die Medaille selbst nach Jahrzehnten so beharrlich aus der Schatulle an die Brust. Die Brust ist der ehrlichste Ort für ein Zeichen: Der Gegenüber sieht es, es ist am Herzen, es bewegt sich mit dem Atem. Der antike Römer mit den Phalerae und der heutige Läufer mit der Zielmedaille am Hals tun im Grunde dasselbe, sie antworten auf das alte menschliche Bedürfnis, unsichtbaren Verdienst sichtbar zu machen.
Medaille gegen Münze und Medaillon: eine klare Abgrenzung
Weil alle drei Dinge rund sind und an der Brust hängen, verwechselt man sie ständig. Klären wir den Unterschied endgültig, damit Sie genau wissen, was Sie haben und wie man es trägt.
Medaille und Münze: Verdienst gegen Geld
Die Münze ist ein Zahlungsmittel mit Nennwert, bei ihr geht es um Tausch und Wert. Ihr Wert liegt in der Numismatik: wer sie prägte, in welchem Jahrhundert, in welchem Erhaltungszustand. Die Medaille ist ein Zeichen des Verdienstes ohne Nennwert, man brachte sie nicht in Umlauf, man verlieh sie einem Menschen für eine Tat. Hatte Ihre runde Scheibe als Geld Umlauf, ist es eine Münze, und über sie liest man besser den Leitfaden zur antiken Münze im Schmuck. Ist die Scheibe für ein Verdienst verliehen und war nie Zahlungsmittel, ist es eine Medaille.
Medaille und Medaillon: fertiger Sinn gegen leere Kapsel
Das Medaillon ist ein tragendes Schmuckstück, meist eine Kapsel, in die Sie selbst ein Foto oder eine Strähne legen und sie mit Ihrem Sinn füllen. Die Medaille kommt mit einem Sinn, der bereits von der verleihenden Organisation zugewiesen ist. Das Medaillon beschriften Sie selbst, die Medaille wird Ihnen verliehen. Wenn Sie die Erinnerung an einen geliebten Menschen, die Sie selbst wählen, an der Brust bewahren wollen, ist Ihr Format das silberne Medaillon. Wenn Sie das Zeichen eines fremden oder eigenen Verdienstes tragen wollen, ist es eine Medaille.
Medaille und Orden: Scheibe gegen figürliches Zeichen
Der Orden steht historisch über der Medaille und ist gewöhnlich als Stern, Kreuz oder figürliches Zeichen gestaltet, oft mit Email, und mit der Idee der Mitgliedschaft in einer Ordensgemeinschaft verbunden. Die Medaille ist eine Scheibe oder ein Oval am Band, ein Ehrenzeichen ohne Eintritt in eine Gemeinschaft. Eine grobe Regel: eine runde glatte Scheibe am Band ist eine Medaille, ein figürlicher emaillierter Stern oder ein Kreuz ist ein Orden.
Der schnelle Spickzettel
Fragen Sie sich drei Dinge. Wofür hat der Mensch das Ding: für Geld im Umlauf (Münze), für persönlich eingelegte Erinnerung (Medaillon), für ein Verdienst (Medaille oder Orden). Welche Form: eine runde Scheibe am Band (Medaille) oder ein figürlicher Stern, ein Kreuz mit Email (Orden). Gibt es einen Nennwert: gibt es einen, ist es eine Münze, gibt es keinen, ist es eine Auszeichnung. Drei Fragen decken fast alle Fälle ab.
Senden Sie einem Freund einen Rabattcode, er spart bei der ersten Bestellung.
Fakten, die überraschen
Das Thema Medaillen steckt voller unerwarteter Einzelheiten. Hier einige, die den Blick auf das vertraute Stück Metall verändern.
Olympisches Gold ist fast kein Gold. Moderne Goldmedaillen fertigt man überwiegend aus Silber mit dünner Goldauflage, reines Gold steckt nur sehr wenig darin. Die letzten vollständig goldenen olympischen Medaillen verlieh man vor mehr als einem Jahrhundert.
Das Wort Phaleristik, die Wissenschaft von den Auszeichnungen, stammt von den römischen Phalerae, jenen Brustscheiben der Legionäre. So tragen die Sammler von Medaillen den Namen einer altrömischen Kriegsauszeichnung.
Das Band ist wichtiger als die Scheibe. Ein erfahrener Phalerist erkennt eine Auszeichnung oft allein an der Farbe des Bandes, ohne das Metall selbst anzusehen. Das Band ist ein Code, an dem sich die ganze Geschichte des Zeichens ablesen lässt.
Als erste Porträtmedaille der Neuzeit gilt das Werk Pisanellos von 1438 mit dem Profil des byzantinischen Kaisers. Mit ihr begann die Medaille als Kunst, und mittelbar ging von ihr auch die Mode runder Porträtanhänger aus.
In der Renaissance versteckte man Medaillen in Mauern. Man legte sie als Botschaft an die Zukunft in die Fundamente von Gebäuden, in der Erwartung, dass die Nachwelt die Scheibe beim Abriss fände und die Erbauer erkennte.
Die Sportmedaille hängt man dem Sieger erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit um den Hals. In der Antike erhielt der Meister einen Kranz, und die uns vertraute Zeremonie mit dem Band über den Kopf ist eine Erfindung des modernen Sports.
Bronze altert schöner als Silber. Mit der Zeit überzieht sich die bronzene Medaille mit einer Patina, die Sammler schätzen und nicht abzutragen versuchen: Die Patina ist der Altersnachweis des Stücks.
Medaille und Medaillon wuchsen aus einer Wurzel. Die Renaissancemode, ein rundes Porträtrelief an der Brust zu tragen, brachte die Meister dazu, Kapselanhänger zu fertigen, und die Linie der Auszeichnung und die des Schmucks gingen aus gemeinsamer Quelle auseinander. So hat die Verwechslung zwischen beiden tiefe historische Gründe und ist kein Zufall.
Medaillen konnte man so lange fälschen, wie man sie verlieh. Sobald das Ehrenzeichen Ehre verschaffte, traten jene auf, die Ehre ohne Verdienst wollten, darum bestrafte man in vielen Ländern das Tragen einer fremden oder gefälschten Auszeichnung streng. Das Recht auf das Zeichen schützte man mit dem Verleihungsbuch, und den Rand der Scheibe markierte man bisweilen mit einer Nummer, um das Original von der Kopie zu unterscheiden.
Das Profil auf der Medaille blickt häufiger nach links. Die Gewohnheit, ein Porträt im Profil mit Wendung in eine Richtung darzustellen, reicht noch zu den antiken Münzen zurück, und die Medailleure hielten über Jahrhunderte dieselbe Komposition, weil sich das Profil augenblicklich erkennen lässt und sich schön in den Kreis der Scheibe fügt.
Der Revers erzählt mehr als der Avers. Die Paradevorderseite ist bei vielen Auszeichnungen gleich, die Rückseite mit Inschrift, Jahr und Namen aber ist einzigartig. Darum ist für die Familie gerade der Revers kostbarer: Auf ihm steht das konkrete Wofür und Wem, eben das, was Ihre Medaille von Tausenden gleichen unterscheidet.
Häufige Fragen
Darf man eine Auszeichnungsmedaille als Schmuck tragen?
Die eigene Medaille darf man tragen, wie man will, das ist Ihr Recht. Eine geerbte Familienmedaille darf man als Reliquie tragen, aus Erinnerung und Achtung, und im Wissen um ihre Geschichte. Eine fremde Kampfauszeichnung als eigene auszugeben, ist nicht zulässig, das gilt in vielen Kulturen als unschicklich.
Worin unterscheidet sich die Medaille vom Medaillon?
Das Medaillon ist ein Schmuckkapsel, in die Sie selbst ein Foto oder ein Erinnerungsstück legen und sie mit Sinn füllen. Die Medaille ist ein Zeichen des Verdienstes, das bereits mit einem Sinn zu Ihnen kommt, den der zuwies, der sie verlieh. Das Medaillon beschriften Sie selbst, die Medaille wird Ihnen verliehen.
Sind Medaille und Münze dasselbe?
Nein. Die Münze ist Geld mit Nennwert, sie war im Umlauf, ihr Wert ist numismatisch. Die Medaille ist ein Zeichen des Verdienstes ohne Nennwert, sie war nie Zahlungsmittel, man verlieh sie einem Menschen für eine Tat.
Wie verwandelt man eine Medaille in einen Anhänger, ohne sie zu verderben?
Die schonendste Art ist, die Medaille in eine durchsichtige Kapsel oder einen Schmuckrahmen mit Öse zu setzen, dann berührt man die Scheibe selbst gar nicht. Ist die Medaille nicht von Sammlerwert, kann ein Goldschmied eine Öse anlöten oder einen abnehmbaren Bügel setzen. Bei echten und Kampfauszeichnungen wendet man nur den Rahmen ohne Umbau an.
Aus welchem Metall fertigt man Auszeichnungsmedaillen?
Am häufigsten aus Bronze und Silber, seltener aus vergoldetem Silber oder Bronze. Im Auszeichnungswesen des 20. Jahrhunderts liefen Kupfer-Nickel-Legierungen (Neusilber) breit. Reines Gold ist in Auszeichnungen wegen seiner Weichheit und seines Werts selten.
Gehört es sich, die Medaille des Großvaters zu tragen?
Ja, wenn Sie sie als Erinnerung an den Großvater tragen und wissen, wofür sie verliehen wurde. Das ist ein Akt der Achtung vor der Familie und keine Aneignung einer fremden Heldentat. Wichtig ist, die Auszeichnung nicht als eigenes Verdienst auszugeben.
Was ist eine Phalera?
Die Phalera ist eine altrömische Auszeichnungsscheibe, die man an den Brustriemen über der Rüstung befestigte und Kriegern für Auszeichnung verlieh. Sie ist der direkte Vorfahr der modernen Auszeichnungsmedaille, und von ihr stammt auch das Wort Phaleristik.
Kann man eine Medaille täglich an der Kette tragen?
Ja, wenn die Medaille es nach Wert und Zustand erlaubt. Eine Sport- oder Souvenirmedaille trägt man unbesorgt an der Kette. Eine echte Auszeichnung schont man besser und trägt sie in einer Schutzkapsel, das Band bewahrt man gesondert auf, um es nicht zu zerschleißen.
Fazit
Die Auszeichnungsmedaille ist ein seltener Gegenstand, bei dem das Metall zweitrangig ist. Das Wichtigste an ihr ist der Grund, der Mensch und der Tag, an die sie gebunden ist. Genau darum verwandelt sich die Medaille so natürlich in Schmuck: an der Kette oder im Rahmen hält sie bei Ihnen nicht den Glanz, sondern die Erinnerung und den Verdienst. Sie von Münze und Medaillon zu unterscheiden ist nicht schwer: Die Münze ist Geld, das Medaillon eine Kapsel für Ihre Erinnerung, die Medaille ein Zeugnis der Anerkennung, das einem einzigen, bestimmten Menschen zukam. Tragen kann und soll man sie mit Achtung vor dem, dessen Name hinter ihr steht.
Erinnerung, die man an der Brust trägt
Im Katalog von Zevira gibt es Anhänger, Rahmen und silberne Anhänger, die eine Familienauszeichnung oder ein Erinnerungszeichen in einen Alltagsschmuck verwandeln. Behutsam, ohne den Verlust der Geschichte.
Katalog öffnenÜber Zevira
Zevira fertigt Schmuck, in dem der Sinn wichtiger ist als der Glanz. Wir lieben Dinge mit Geschichte: Zeichen, Symbole, Reliquien, die ein Mensch nicht zur Schau, sondern für sich trägt. Wenn Sie eine Medaille oder eine Erinnerungsscheibe behutsam in tragbaren Schmuck überführen möchten, haben wir Rahmen, Fassungen und silberne Anhänger für diese Aufgabe, dazu Meister, die das tun, ohne das Original zu beschädigen.













