
Chandelier-Ohrringe und Kaskaden-Ohrringe: Lichtetagen direkt am Gesicht
Chandelier-Ohrringe tragen ihren Namen wegen der unmittelbaren Ähnlichkeit mit einem mehrstöckigen Kristallkronleuchter, und sie erblühten in derselben prunkvollen Epoche wie die Deckenleuchter selbst, im 18. Jahrhundert. Mehrere waagerechte Stege, an jedem hängt eine Reihe beweglicher Anhänger, und bei jeder Kopfbewegung lodert die ganze Konstruktion auf und zittert im Licht. Eine Ohrringform, geschaffen nach dem Vorbild einer Lichtquelle.
Ein Chandelier ist nicht jeder lange Ohrring und nicht jeder hängende Schmuck am Stück. Ein Chandelier ist Architektur: Etagen, Verzweigungen, Reihen schwingender Elemente, die das Licht aus einem Dutzend Punkten gleichzeitig einfangen. Eine Kaskade arbeitet anders, sie strömt nach unten wie ein Wasserfall, ohne starre Etagen. Ein Tropfen hängt an einem einzigen Pendel, ein Stecker sitzt am Ohrläppchen. Chandelier und Kaskade stehen für Volumen, Bewegung und Schauspiel direkt am Gesicht.
Im Folgenden klären wir, wodurch sich ein Chandelier von einer Kaskade, einem hängenden Ohrring und einer Quaste unterscheidet, woher der Name stammt und wie die Form die barocken Girandolen, indische Hochzeiten, das Art déco und die Bollywood-Leinwand überlebt hat. Wir besprechen, wem sie nach Gesichtsform und Hals steht, wie man sich das Ohrläppchen nicht durch Gewicht überdehnt, mit welchen Frisuren und Ausschnitten man sie trägt, für welche Anlässe man sie aufhebt und wie man als Braut das passende Paar wählt. Und natürlich folgt ein eigener Abschnitt mit Fakten, die überraschen.
Was Chandelier-Ohrringe sind und wodurch sie sich von Kaskaden, hängenden Ohrringen und Quasten unterscheiden
Der Begriff hängender Ohrring ist ein weiter Oberbegriff. Darunter fällt alles, was unterhalb des Ohrläppchens herabhängt: der Tropfen mit einem einzigen Pendel, die Quaste aus Fäden, die Kaskade und der Chandelier. Einen Chandelier schlicht hängend zu nennen ist daher technisch richtig, aber das ist, als nennte man eine Eiche einfach Baum. Der genaue Name hilft zu verstehen, wie sich das Schmuckstück am Gesicht verhält und zu welchem Anlass es passt. Eine vollständige Übersicht aller Ohrringtypen haben wir im Ratgeber zu Ohrringtypen und Gesichtsform ausgebreitet; hier geht es nur um den etagenförmigen und den kaskadenförmigen Zweig.
Der Chandelier-Ohrring: Etagenarchitektur
Das Hauptmerkmal eines Chandeliers sind waagerechte Stege oder Bögen, die in Etagen einer unter dem anderen angeordnet sind, und von jeder Etage hängt eine Reihe beweglicher Anhänger herab. Der oberste Punkt befestigt sich am Ohrläppchen, dann folgt die Verbreiterung nach unten, und die Gesamtsilhouette wird dreieckig oder fächerförmig, schmal oben, breit unten. Die Anhänger schwingen auf mehreren Achsen gleichzeitig, deshalb schillert der Chandelier bei jeder Kopfbewegung wie ein Deckenleuchter im Luftzug, statt still in einer Linie zu wippen.
Die Größe eines Chandeliers ist beachtlich. Meist beginnt die Länge bei vierzig Millimetern und mehr, und die Breite der untersten Etage übertrifft mitunter das Ohrläppchen selbst. Das ist ein Schmuckstück, das durch den ganzen Raum hindurch sichtbar ist, und es ist bewusst dafür geschaffen, bemerkt zu werden.
Der Kaskaden-Ohrring: Strom nach unten ohne Etagen
Die Kaskade ist nach einem anderen Prinzip aufgebaut. Hier gibt es keine starren waagerechten Stege, die Elemente fließen in einem freien Strom nach unten wie ein kleiner Wasserfall. Das Wort Kaskade bedeutet eben Wasserfall, ein stufenweises Herabstürzen von Wasser. Kettchen unterschiedlicher Länge, eine Reihe von Steinen, Perlenfäden, Anhänger, die einer nach dem anderen hinabfallen, all das erzeugt den Eindruck strömender Bewegung statt eines etagenförmigen Gitters.
Die Grenze ist fein, und an den Übergängen ist ein Ohrring zugleich beides. Lassen sich am Schmuckstück klare waagerechte Ebenen ablesen, liegt es näher am Chandelier. Fließen die Elemente ohne Stufen nach unten, als eine einzige Schleppe, ist es eine Kaskade. Die Kaskade ist meist weicher und beweglicher, der Chandelier üppiger und geometrischer.
Wodurch sich Chandelier und Kaskade von Tropfen und Quaste unterscheiden
Ein Tropfen ist ein einziges Pendel unterhalb des Ohrläppchens, mit einer Länge von etwa zehn bis dreißig Millimetern, mit minimalem Schwingen. Still, schlicht, für jeden Tag. Eine ausführliche Betrachtung dieser Form findest du im Artikel über Tropfen-Ohrringe. Der Chandelier unterscheidet sich vom Tropfen durch seine Vielstöckigkeit und seine starke Bewegung: Wo der Tropfen eine einzige senkrechte Linie setzt, entfaltet der Chandelier einen ganzen Fächer.
Die Quaste steht für sich. Sie ist ein Büschel freier Fäden, Kettchen oder Seidenfasern, an einem Punkt gebündelt und als gleichmäßiger Schweif herabhängend. Auch die Quaste fließt und schwingt, aber ohne Etagen und ohne fächerförmige Verbreiterung: Es ist ein Strom gleichartiger Fäden aus einem einzigen Scheitelpunkt. Die Kaskade unterscheidet sich von der Quaste dadurch, dass ihre Elemente unterschiedlich lang und oft unterschiedlicher Art sind, sie fallen in Stufen hinab statt als gleichmäßiges Büschel zu hängen.
Wo die Grenze zu Durchzieh-Ohrringen und Jackets verläuft
Neben Chandelier und Kaskade liegen oft zwei verwandte Formen, die man leicht verwechselt. Der Durchzieh-Ohrring (auf Englisch threader) ist ein dünnes Kettchen, das durch den Stich hindurchgezogen wird, sodass ein Ende vorn herabhängt, das andere hinten; er hat keine Etagen und keinen Fächer, nur einen freien Faden. Das Jacket (das ist ein zweiteiliger Ohrring: ein Stecker vorn und ein abnehmbarer Anhänger, der hinten am Ohrläppchen auf den Stift aufgesetzt wird) ergibt ebenfalls ein Pendel, aber streng mit einem einzigen Teil unter dem Läppchen. Die Kaskade unterscheidet sich vom Durchzieh-Ohrring dadurch, dass in ihr mehrere Elemente unterschiedlicher Länge in Stufen hinabfallen statt eines einzigen durchgezogenen Fadens. Vom Jacket unterscheiden sich Kaskade und Chandelier durch ihre Vielteiligkeit und Bewegung: Das Jacket hängt ein einziges sauberes Pendel an, der Chandelier entfaltet ein ganzes Gitter.
Kurz gesagt: Der Stecker ist statisch, der Tropfen mäßig dynamisch, die Kaskade strömt, die Quaste schwingt als Büschel, der Durchzieh-Ohrring hängt an einem einzigen Faden, das Jacket hängt ein Pendel unter das Läppchen, und der Chandelier entfaltet sich in Etagen und schillert stärker als alle. Dieser Unterschied bestimmt, wohin man welchen Ohrring trägt.
Woher der Name stammt und wie der Chandelier durch die Jahrhunderte kam
Der Chandelier ist eine jener Schmuckformen, deren Name aus einem ganz anderen Bereich stammt. Der Ohrring wurde nach einer Lichtquelle benannt, und das geschah nicht zufällig: Beide Dinge entstanden aus derselben Idee, das Licht einzufangen und durch viele hängende Kristallanhänger zu vervielfachen.
Die Girandole: barocke Urahnin
Der unmittelbare Vorfahr des Chandeliers ist der Girandole-Ohrring, dessen Blütezeit ins 17. und 18. Jahrhundert fiel. Girandole (ein französisches Wort, das zugleich ein Feuerwerksrad und einen verzweigten Kandelaber bezeichnete) stand im Schmuckhandwerk für einen Ohrring nach strengem Schema: ein großes oberes Element, eine Schleife oder Rosette, darunter ein Verbindungsglied, und unten drei Anhänger, der mittlere länger, die beiden seitlichen kürzer. So entstand ein symmetrischer Fächer aus drei Tropfen, der die Umrisse eines Tischkandelabers mit drei Kerzen nachzeichnete.
Girandolen trug man an den Höfen Ludwigs XIV. und Ludwigs XV. Man fertigte sie aus Silber mit Diamanten im Rosenschliff, aus Topasen, aus Bergkristall, und im abendlichen Saal beim Kerzenschein loderten sie genau wie die echten Kandelaber auf den Tischen auf. Daher die Logik: Der Ohrring ahmte die Lichtquelle nach, die ihn beleuchtete, und verdoppelte ihren Glanz am Gesicht der Frau.
Der Orient: Indien und der Nahe Osten
Parallel zum europäischen Barock lebte eine überaus reiche Tradition etagenförmiger Ohrringe im Orient. In Indien waren mehrstöckige hängende Ohrringe Teil des Hochzeits- und Tempelschmucks, lange bevor Versailles die Girandole erfand. Man fertigte sie aus hochkarätigem Gold, fädelte Perlen, Rubine und Smaragde darauf, ergänzte sie mit kleinen Anhängern, die bei jeder Bewegung klangen. Einen Teil des Gewichts solcher Ohrringe verlagerte man auf ein dünnes Kettchen, das hinter dem Ohr in die Frisur geführt wurde, damit das Läppchen nicht litt, und an diesen Kniff erinnern wir uns im Abschnitt über das Gewicht noch.
Im Nahen Osten und in Nordafrika waren etagen- und kaskadenförmige Ohrringe aus Gold und Silber, mit kleinen Münzanhängern und Türkis, zugleich Schmuck und tragbare Mitgift, ein Kapital, das die Frau bei sich behielt. Das Klingen der Anhänger beim Gehen galt als Teil des Auftritts, nicht als Nebenwirkung.
Art déco: Geometrie und die lange Linie
In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte der Chandelier eine neue Blüte im Stil des Art déco. Die kurzen Frisuren und der freie Hals jener Epoche verlangten geradezu nach einer langen Senkrechten am Gesicht, und der Ohrring antwortete. Das Art déco gab dem Chandelier eine strenge Geometrie: gestufte Etagen, klare Linien, den Kontrast aus dem Funkeln des Diamanten und der tiefen Farbe von Smaragd, Saphir, Onyx und Koralle. Platin erlaubte ein durchbrochenes, fast spitzenartiges Gitter, das die Steine auf dünnen Stegen hielt. Das war der Chandelier als Wolkenkratzer, senkrecht, grafisch, funkelnd.
Bollywood und die Rückkehr des orientalischen Bildes
Im indischen Kino wurden etagen- und kaskadenförmige Ohrringe zur visuellen Signatur des festlichen, hochzeitlichen, tänzerischen Bildes. Schwere goldene Chandeliers mit Perlen und Farbsteinen, die im Bild bei jeder Tanzbewegung schimmerten, sicherten dieser Form den Status eines Schmuckstücks für Feier und Bühne. Die Bollywood-Leinwand brachte die Mode des großen orientalischen Chandeliers weit über Indien hinaus zurück und nährt bis heute eine ganze Richtung des festlichen Stils.
Die Rückkehr in die heutige Garderobe
Heute sind Chandelier und Kaskade gleich in zwei Gestalten zurück. Die erste ist die abendliche Klassik: der üppige funkelnde Ohrring für Feier, Hochzeit, Bühne, großen Auftritt. Die zweite ist die leichtere Alltagsversion: eine zarte Kaskade aus feinen Kettchen, kleinen Perlen oder buntem Glas, die man zu Jeans und hochgesteckten Haaren trägt, einfach um der Bewegung und des Glanzes willen. Eine Form, geboren aus dem Kandelaber des Barock, hat es gelassen bis in eine Epoche geschafft, in der in den Räumen Glühbirnen brennen und man den Chandelier im Ohr sowohl zur Hochzeit als auch zum Spaziergang trägt.
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Wem Chandelier-Ohrringe nach Gesichtsform und Halstyp stehen
Der Ohrring am Gesicht wirkt wie der Rahmen eines Bildes: Er lenkt die Blickrichtung und widerspricht den natürlichen Linien oder stimmt mit ihnen überein. Chandelier und Kaskade sind starke, auffällige Formen, deshalb spürt man die Regeln hier schärfer als beim stillen Stecker. Die allgemeine Mechanik der Schmuckwahl nach Gesichtszügen haben wir im Artikel über Schmuck nach Gesichtsform auseinandergenommen; unten geht es nur um den etagen- und kaskadenförmigen Ohrring.
Rundes Gesicht: der Chandelier streckt
Dem runden Gesicht stehen Chandelier und Kaskade beinahe am besten. Die senkrechte, nach unten verjüngende Form bricht die Rundung der Wangen und verleiht dem Gesicht Länge, führt den Blick nach unten und streckt das Oval optisch. Besser funktionieren längliche, schmale Chandeliers mit ausgeprägter Senkrechten statt breiter Fächer. Auch eine Kaskade aus gestuften Kettchen passt gut: Der Strom nach unten macht schlanker.
Eckiges Gesicht: die Kaskade mildert die Kanten
Dem eckigen und rechteckigen Gesicht mit ausgeprägtem Kiefer stehen Ohrringe mit runden, fließenden Elementen. Eine Kaskade mit weichen Schwüngen, ein Chandelier mit ovalen oder tropfenförmigen Anhängern mildert die scharfen Kanten des Kiefers und fügt Weichheit hinzu. Man sollte strenge Geometrie mit rechten Winkeln im Ohrring selbst meiden, sie betont die Kantigkeit des Gesichts, statt sie auszugleichen.
Herzförmiges Gesicht: Ausgleich nach unten
Beim herzförmigen Gesicht sind die Wangenknochen breit und das Kinn schmal. Hier ist ein Chandelier gut, der sich nach unten verbreitert: Die untere breite Etage fügt im Bereich des Kinns Volumen hinzu und gleicht die breite Oberseite aus. So entsteht ein optisches Gleichgewicht, das umgekehrte Dreieck des Gesichts trifft auf den nach unten breiter werdenden Fächer des Ohrrings.
Langes und ovales Gesicht: vorsichtig mit der Länge
Mit einem langen, gestreckten Gesicht dagegen muss man beim Chandelier vorsichtig umgehen. Ein sehr langer senkrechter Ohrring verlängert das ohnehin lange Oval, das Gesicht zieht sich noch stärker in die Länge. Ist das Gesicht lang, nimmt man besser einen kürzeren und breiteren Chandelier mit Betonung auf dem waagerechten Volumen der Etagen statt auf der Länge. Eine runde, fächerförmige Kaskade fügt Breite hinzu und gleicht die Senkrechte aus. Das ovale Gesicht hat das meiste Glück: Ihm steht fast jede Form, man kann nach Anlass und Stimmung wählen.
Halstyp: die Halslänge entscheidet vieles
Der Hals ist nicht weniger wichtig als die Gesichtsform. Ein langer, schlanker Hals gibt dem Chandelier Raum: Das Schmuckstück hängt schön, stößt nirgends an, die Länge liest sich elegant. Einem kurzen Hals ist ein sehr langer Chandelier abträglich: Er verkürzt optisch den ohnehin geringen Abstand vom Kinn zu den Schultern noch stärker und frisst den Hals auf. Einem kurzen Hals steht besser ein kompakter Chandelier, der oberhalb der Kieferlinie endet, oder eine saubere Kaskade mittlerer Länge. Die Grundregel ist einfach: Je kürzer der Hals, desto höher sollte der Ohrring enden.
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Länge und Gewicht: Komfort des Läppchens und Gesundheit des Ohrs
Der Chandelier ist die schwerste Kategorie unter den hängenden Ohrringen, deshalb ist das Gewicht hier kein kosmetisches Detail, sondern eine Frage der Ohrgesundheit. Ein schöner Ohrring, der das Läppchen nach zwei Stunden in einen glühenden Punkt verwandelt, funktioniert zu keinem Anlass.
Wie die Länge das Bild verändert
Die Länge des Chandeliers bestimmt die Lautstärke des Looks. Ein kurzer Chandelier, der an der Kieferlinie endet, wirkt festlich, aber zurückhaltend, ihn kann man auch tagsüber tragen. Ein mittlerer, bis zur Halsmitte, ist bereits ein ausgeprägter Abendakzent. Ein langer, bis zur Schulter, ist ein vollwertiges Schmuckspektakel für Bühne, Hochzeit, feierlichen Auftritt. Je länger der Ohrring, desto weniger sollte sonst im Look übrig bleiben, sonst überfrachtet sich das Bild.
Gewicht und überdehntes Läppchen
Das Hauptrisiko eines schweren Chandeliers ist die Überdehnung des Läppchens. Haut und Gewebe des Läppchens sind elastisch, aber nicht grenzenlos: Das ständige Tragen schwerer Ohrringe Jahr für Jahr verlängert den Stich, das Loch dehnt sich zu einem Schlitz, und im äußersten Fall kann der Stich einreißen. Besonders anfällig ist ein dünnes Läppchen und ein alter, ausgeleierter Stich.
Ein paar Regeln senken das Risiko fast auf null. Für den Alltag wähle leichte Chandeliers: durchbrochenes Metall, hohle Elemente, leichte Steine wie Kristall und Glas statt dichter Edelsteine. Den schweren kostbaren Chandelier hebe für einzelne Abende auf, statt ihn ganze Tage zu tragen. Ein gut, fest sitzender Brisur-Verschluss ist zuverlässiger als ein dünner Haken: Er lässt den Ohrring nicht mit seinem ganzen Gewicht frei am Stich nach unten ziehen.
Ein alter Kniff: das Gewicht hinter das Ohr verlagern
Orientalische Goldschmiede lösten das Gewichtsproblem vor Jahrhunderten. Bei schweren indischen Hochzeitsohrringen verlagert man einen Teil der Last auf ein dünnes Kettchen oder einen Haken, der hinter das Ohr geführt und in der Frisur oder am Haar befestigt wird. Dann trägt das Läppchen nur einen Bruchteil des Gewichts, den Rest hält die Stütze hinter dem Ohr. Dieser Kniff lebt bis heute: Viele große Chandeliers haben ein zusätzliches Stützkettchen. Wenn du planst, einen schweren Chandelier lange zu tragen, suche ein Modell mit einer solchen Stütze oder mit sehr leichter Konstruktion.
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Mit welchen Frisuren und Ausschnitten man sie trägt
Chandelier und Kaskade sind Ohrringe des Kontexts. Sie brauchen Raum und Hintergrund, sonst geht ihr ganzer fächerförmiger Glanz im Haar verloren oder gerät mit dem Kragen in Streit. Die Hälfte des Erfolgs liegt hier nicht im Ohrring selbst, sondern in dem, was ihn umgibt.
Hochgesteckte Haare und freier Hals
Der ideale Hintergrund für einen Chandelier sind nach oben oder nach hinten gesteckte Haare: ein hoher Dutt, ein glatter Pferdeschwanz, eine Banane, jede Frisur, die Ohr und Hals ganz freilegt. Dann ist der Ohrring vollständig sichtbar, vom obersten Punkt bis zur untersten Etage, schwingt frei und arbeitet voll. Offene Haare verbergen den Chandelier: lange Strähnen verdecken die Anhänger, verfangen sich darin, dämpfen die Bewegung. Sind die Haare offen, streiche sie zumindest auf einer Seite zurück oder wähle einen längeren Chandelier, damit die unterste Etage unter dem Haar hervorkommt.
Ausschnitte und die Schulterlinie
Ein freier Hals und freie Schultern sind die natürliche Bühne für den Chandelier. Ein U-Boot-Ausschnitt, ein Bandeau, freie Schultern, ein tiefes Dekolleté, all das gibt dem Ohrring einen sauberen Hintergrund. Ein hoher Kragen, ein Rollkragen, ein bis oben geschlossenes Hemd geraten mit dem Chandelier in Streit: Der Schmuck stößt an den Stoff, verliert die Luft um sich herum. Ist die Oberseite geschlossen, verzichte entweder zugunsten eines Steckers auf den Chandelier oder wähle eine saubere, grafische Kaskade ohne Üppigkeit, die sich als Linie liest und nicht als Volumen.
Kaskade und offene Haare
Die Kaskade hat zu offenen Haaren ein weicheres Verhältnis als der üppige Chandelier. Eine zarte strömende Kaskade aus Kettchen oder kleinen Perlen schaut schön unter den Strähnen hervor, fügt Bewegung hinzu und verlangt nicht zwingend eine hochgesteckte Frisur. Hier zählt die Wahl der Länge: Eine Kaskade, deren unterer Rand merklich unter die Haarlinie reicht, liest sich auch bei offenen Locken. Wenn du einen etagenförmigen Ohrring zu offenen Haaren tragen willst, nimm gerade eine leichte lange Kaskade, und den üppigen mehrstöckigen Chandelier lass für hochgesteckte Frisuren.
Wann der Chandelier solo spielt
Und die Hauptregel der Kombination: Der Chandelier ist fast immer Solistin. Wie man den übrigen Look mit ihm ausgleicht, dazu unten ausführlich, aber kurz so: Neben dem Chandelier bleibt der Hals frei oder fast frei, und Haare und Ausschnitt arbeiten darauf hin, dem Ohrring Raum zu geben, statt ihn zu nehmen.
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Für welche Anlässe Chandelier-Ohrringe geschaffen sind
Chandelier und Kaskade sind Schmuck des Augenblicks. Sie haben ihr eigenes Terrain, wo sie ideal klingen, und es gibt Situationen, in denen sie überflüssig sind. Das Verständnis dieser Grenze spart Nerven und Geld.
Abend und festlicher Auftritt
Der Abend ist das angestammte Element des Chandeliers. Das gedämpfte Licht eines Restaurants oder Saals, Kerzen, Lampen, all das fängt der Ohrring ein und vervielfacht es, ganz wie es sein Vorfahr, der Kandelaber, vorgesehen hat. Beim festlichen Dinner, bei einer Premiere, einem Jubiläum, einem Silvesterabend wirkt ein großer funkelnder Chandelier am Gesicht genau so, wie er soll: festlich und auffällig.
Hochzeit und das Bild der Braut
Die Hochzeit ist ein eigenes großes Thema, und unten ist ihr ein eigener Abschnitt gewidmet. Kurz gesagt: Chandelier und Kaskade sind eine klassische Wahl für die Braut, sie verleihen dem Gesicht im Bild Glanz und arbeiten mit der hochgesteckten Brautfrisur.
Orientalisches und tänzerisches Bild
Für ein orientalisches, indisches, folkloristisches, bühnenhaftes Bild ist ein großer etagenförmiger Chandelier beinahe Pflicht. Hier ist er Teil des Kostüms: Gold, Farbsteine, Perlen, das Klingen der Anhänger bei jeder Bewegung. Tanz, Bühne, ein thematisches Fest, all das ist Terrain, auf dem der Chandelier notwendig und nicht nur passend ist.
Bühne und Fotoshooting
Auf der Bühne und im Bild arbeitet der Chandelier wie kaum etwas anderes: Er liest sich aus der Ferne, fängt die Scheinwerfer ein, zittert und schillert bei jeder Kopfdrehung. Künstlerinnen, Moderatorinnen, Models legen den Chandelier gerade um dieses ferne, sich bewegende Funkeln willen an.
Wo der Chandelier überflüssig ist
Und die Kehrseite: Ins Büro, zum geschäftlichen Termin, zum Sport, in den Alltag ist ein großer Chandelier fast immer zu viel. Für den Alltag gibt es die leichtere Kaskade oder einen kurzen leichten Chandelier, aber der klassische üppige Abendohrring sieht im geschäftlichen Tageskontext fehl am Platz aus. Das ist normal, jede Form hat ihre eigene Bühne.
Materialien und Steine: woraus man einen Chandelier zusammenfügt
Der Chandelier ist eine großzügige Form, er hält viele Elemente, und von der Materialwahl hängen Gewicht, Klang und Anlass ab. Hier lohnt es sich, die Palette zu kennen, um zu verstehen, was genau man wählt.
Filigran: Spitze aus Metall
Filigran (eine Technik, bei der man das Muster aus dünnem gedrehtem Draht und winzigen Metallkügelchen legt und sie zu einem durchbrochenen Gitter verlötet) ist ideal für den Chandelier. Es ergibt ein reiches, spitzenartiges Aussehen bei sehr geringem Gewicht: Der Schmuck wirkt massiv, ist in Wahrheit aber fast schwerelos, weil im Inneren Luft steckt und nicht volles Metall. Filigran-Chandeliers aus Silber und Gold sind ein Klassiker des mediterranen, orientalischen und spanischen Schmuckstils, leicht und zugleich festlich.
Kristall und Glas: Licht für wenig Geld
Kristall und geschliffenes Glas sind der direkteste Weg, eben jenen Effekt des Deckenleuchters zu erzielen. Geschliffene Anhänger brechen das Licht in Funken, geben ein starkes Schimmern und wiegen dabei wenig und kosten wenig. Der Kristall-Chandelier ist ein leichter Einstieg in die Kategorie: maximaler Glanz, geringes Gewicht, das Läppchen leidet nicht. Wenn man gerade den funkelnden Fächer für jedes Fest will, ohne in Edelsteine zu investieren, ist Kristall eine ehrliche Wahl.
Perle: weiches Leuchten
Die Perle gibt dem Chandelier eine andere Stimmung, nicht funkelnd, sondern weich, perlmuttartig, warm. Eine Kaskade aus kleinen Perlen strömt mit ruhigem Licht nach unten, ohne scharfe Reflexe. Der Perlen-Chandelier wirkt edler und stiller als der funkelnde Kristall-Chandelier, deshalb wählen ihn oft Bräute und Liebhaberinnen zurückhaltender Klassik. Mehr zu den Arten und zur Auswahl der Perle findest du im vollständigen Ratgeber zur Perle. Die Perle ist dabei leichter als viele Edelsteine, was bei einem großen Ohrring ein Plus ist.
Farbsteine: Farbe und Tiefe
Farbsteine geben dem Chandelier Farbe und Charakter. Das Grün des Smaragds, das Blau des Saphirs, das Rot von Rubin und Granat, der rauchige und goldene Quarz, buntes Glas, all das verwandelt den Ohrring vom bloß Funkelnden ins Farbige, passend zur Garderobe und zur Stimmung. Das Art déco baute seine Chandeliers gerade auf dem Kontrast aus farblosem Glanz und satter Farbe. Dichte Edelsteine sind schwerer als Kristall, deshalb fertigt man einen großen farbigen Chandelier besser auf einer leichten durchbrochenen Basis.
Email: Farbe auf Metall
Email (eine glasartige Beschichtung, die man auf das Metall aufschmilzt und brennt, sodass eine beständige farbige Schicht entsteht) fügt dem Chandelier Malerei hinzu. Emailblüten, Pfauenfedern, orientalische Ornamente auf den Etagen des Ohrrings geben eine tiefe, gleichmäßige Farbe, die nicht verblasst. Email ist besonders gut im orientalischen und folkloristischen Bild, wo der Chandelier ohnehin bunt und festlich gedacht ist.
Die Basis: Silber, Gold und Vergoldung
Unter Steinen und Email hat der Chandelier immer eine metallene Basis, und von ihr hängen Gewicht, Langlebigkeit und Preis ab. Silber ist leicht, von edel kühlem Ton, hält Durchbruch und Filigran gut, läuft aber mit der Zeit an und braucht trockene Lagerung und Politur. Gold ist schwerer, deshalb fertigt man einen großen goldenen Chandelier vernünftigerweise auf einer durchbrochenen statt einer vollen Basis, sonst nimmt der Ohrring Gewicht auf und belastet das Läppchen. Vergoldetes Silber ist ein Kompromiss: das Aussehen von Gold bei Gewicht und Preis von Silber, man muss nur die Beschichtung vor Reibung und aggressiver Chemie schützen, damit die Goldschicht länger hält. Für den Alltag mit einem großen Chandelier ist eine leichte durchbrochene silberne oder vergoldete Basis fast immer bequemer als eine massive gegossene.
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Wie man den Look ausgleicht: der Chandelier spielt solo
Der Hauptfehler beim Chandelier ist die Überfrachtung. Der Ohrring ist schon laut, fächerförmig, in Bewegung, deshalb muss der Look um ihn herum zurücktreten und ihm die Bühne geben. Das eine Gesetz: Der Chandelier ist Solistin, alles andere ist Begleitung.
Minimum am Hals
Trägt man einen Chandelier im Ohr, bleibt der Hals frei oder fast frei. Kein großes Collier: Zwei funkelnde Objekte am Gesicht kämpfen um die Aufmerksamkeit, und beide verlieren. Im besten Fall eine dünne unscheinbare Kette am Hals oder gar nichts. Ein freier Hals gibt dem Chandelier obendrein eben jenen sauberen Hintergrund, von dem oben die Rede war. Wenn man unbedingt ein Collier will, wähle einen schlichteren Chandelier oder eine ruhigere Kaskade, und die Halskette mach dünn und still.
Ruhige Hände und zurückhaltendes Augen-Make-up
Da der Chandelier den Blick zum Gesicht und zu den Ohren zieht, dämpft man den Rest besser. Massive Armreifen und große Ringe an beiden Händen führen einen Teil der Aufmerksamkeit ab, deshalb hält man die Hände zurückhaltend: ein Ring, ein dünner Armreif, nicht mehr. Beim Make-up greift dieselbe Balance: Wenn die Ohrringe funkeln und schillern, ist ein Akzent auf den Lippen oder ein ebenmäßiger Teint passender als ein schweres glänzendes Augen-Make-up, sonst überfrachtet sich die obere Gesichtshälfte mit Glanz.
Ein Akzent im Look
Die universelle Stylistenregel greift auch hier: Im Look ein Hauptakzent. Hat man den Chandelier gewählt, ist er dieser Akzent. Ein Kleid von schlichtem Schnitt, eine glatte Frisur, ein Minimum an übrigem Schmuck, und der Ohrring klingt in voller Stärke. Ein reich besticktes Kleid plus ein großer Chandelier plus ein Collier plus Armreifen, das ist kein Look mehr, sondern eine Auslage.
Chandelier-Ohrringe für die Braut
Die Hochzeit ist beinahe der wichtigste Anlass für den Chandelier im ganzen Leben, deshalb gebührt ihr eine eigene Betrachtung. Hier trifft alles zusammen: die Feierlichkeit des Augenblicks, die hochgesteckte Frisur, das Fotoshooting in Großaufnahme und der Wunsch zu strahlen.
Warum der Chandelier der Braut steht
Die Brautfrisur ist fast immer hochgesteckt: Dutt, Locken nach oben, Schleier, freies Gesicht und freier Hals. Das ist der ideale Hintergrund für den Chandelier, der Ohrring ist ganz sichtbar und arbeitet voll. In der Großaufnahme verleiht ein funkelnder oder sanft leuchtender Perlen-Chandelier dem Gesicht Glanz, belebt das Foto, fängt das Licht des Blitzes und der Scheinwerfer ein. Nicht umsonst halten sich Chandelier und Kaskade seit Jahrhunderten in der Hochzeitsklassik.
Wie man sie nach Kleid und Frisur wählt
Ist das Kleid reich, bestickt, mit vielen Details am Dekolleté, nimm einen strengeren Chandelier: einen sauberen, nicht zu breiten, damit er nicht mit dem Kleid in Streit gerät. Ist das Kleid von schlichtem, knappem Schnitt, kann man sich einen üppigen Chandelier erlauben, er wird zum Hauptschmuck des Looks. Zu Schleier und hochgesteckten Haaren passt fast jede Länge, prüfe aber, dass die unterste Etage sich nicht im Schleier verfängt und verheddert.
Gewicht am langen Hochzeitstag
Der Hochzeitstag ist lang: Zeremonie, Shooting, Bankett, Tanz, Stunden auf den Beinen und im Schmuck. Deshalb ist das Gewicht des Chandeliers für die Braut doppelt entscheidend. Besser einen leichten Chandelier wählen (Filigran, Kristall, kleine Perle) oder ein Modell mit Stützkettchen hinter dem Ohr als einen schönen, aber schweren Ohrring, der die Läppchen zum Abend in zwei glühende Punkte verwandelt. Eine Schönheit, die man nicht bis zum Ende des Festes tragen kann, ist eine schlechte Wahl für den wichtigsten Tag.
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Fakten, die überraschen
Der Chandelier hat Jahrhunderte Geschichte hinter sich, und in ihm steckt mehr Seltsames und Wissenswertes, als auf den ersten Blick scheint.
Der Ohrring wurde nach einer Lichtquelle benannt und nicht umgekehrt. Zuerst entstanden die hängenden Kristallkandelaber und Deckenleuchter, die das Licht der Kerzen einfingen und vervielfachten, und erst dann fertigten die Goldschmiede den Ohrring nach ihrem Vorbild, damit er ebenso am Gesicht im erleuchteten Saal auflodert.
Das Wort Girandole, das der barocken Urahnin des Chandeliers den Namen gab, bedeutete zugleich drei verschiedene Dinge: einen verzweigten Kandelaber, ein Feuerwerksrad, das die Funken im Kreis verstreut, und den Ohrring selbst. Alle drei vereinte eine Idee, das Licht oder die Funken fächerförmig aus einem Punkt zu verstreuen.
Orientalische Goldschmiede lösten das Problem des schweren Ohrrings lange vor den europäischen. Einen Teil des Gewichts eines großen indischen Chandeliers verlagerte man auf ein Kettchen hinter dem Ohr, das in die Frisur geführt wurde, und das Läppchen trug nur einen Bruchteil der Last. Diesen Kniff erdachte man vor Jahrhunderten, und man nutzt ihn bis heute.
Der Kaskaden-Ohrring erhielt seinen Namen vom Wasserfall. Kaskade ist ein stufenweises Herabstürzen von Wasser, und der Ohrring heißt so, weil seine Elemente in einem Strom nach unten fließen, in Stufen unterschiedlicher Länge, und damit die Bewegung des Wassers über die Absätze nachzeichnen.
In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts schuf die Mode der kurzen Frisur regelrecht die Nachfrage nach dem Chandelier. Der freie Hals und das entblößte Ohr verlangten eine Senkrechte am Gesicht, und der lange funkelnde Art-déco-Chandelier antwortete auf diese Nachfrage genauer als jeder andere Schmuck.
Schwere Ohrringe waren zugleich Schmuck und Kapital. Im Nahen Osten und in Nordafrika dienten goldene und silberne etagenförmige Ohrringe mit Münzanhängern als tragbare Mitgift: Die Frau behielt ihr Vermögen bei sich, im Ohr und am Hals, und konnte selbst darüber verfügen.
Je länger dein Hals, desto länger darf der Chandelier sein, und umgekehrt. Das ist keine Geschmacksregel, sondern die Geometrie der Proportionen: Ein langer Ohrring an einem kurzen Hals frisst optisch den ohnehin geringen Abstand vom Kinn zu den Schultern auf, deshalb steht einem kurzen Hals ein kompakter Chandelier, der oberhalb der Kieferlinie endet.
Pflege und Aufbewahrung: damit der Chandelier sich nicht verheddert
Ein mehrstöckiger Ohrring mit einem Dutzend beweglicher Anhänger hat ein typisches Problem: Er verfängt sich und verheddert sich. In die gemeinsame Schmuckschatulle geworfen, empfängt der Chandelier dich am Morgen als Knäuel verhakter Kettchen und verbogener Etagen. Ein wenig Disziplin bei der Aufbewahrung löst alles.
Getrennt und hängend aufbewahren
Die Hauptregel: Bewahre jeden Chandelier getrennt von anderen Ohrringen auf und möglichst hängend oder ausgebreitet, damit Etagen und Anhänger sich nicht untereinander und mit benachbartem Schmuck verheddern. Geeignet ist ein Organizer mit Haken, einzelne Fächer in der Schatulle, einzelne weiche Beutel für jedes Paar. Wichtig ist, dass die beweglichen Elemente frei hängen und sich nicht verflechten.
Vor Rucken und Verfangen schützen
Beim Abnehmen und Anlegen des Chandeliers tu es behutsam: Die Anhänger verfangen sich leicht im Haar, im Stoff, im Schal. Ein heftiger Ruck verbiegt die dünnen Etagen und reißt kleine Glieder heraus. Nimm die Ohrringe zuerst ab, noch bevor du Kleid oder Pullover über den Kopf ziehst, dann verfängt sich nichts.
Reinigung nach Material
Den Chandelier reinigt man nach seinem empfindlichsten Material. Den Perlen- und Email-Ohrring darf man nicht einweichen und nicht mit etwas Hartem reiben: nur ein weiches trockenes oder leicht feuchtes Tuch, ohne aggressive Chemie. Metall mit geschliffenen Steinen wischt man mit einer weichen Bürste und einem Tuch ab und kommt dabei in die Vertiefungen des Durchbruchs, wo sich Staub sammelt. Den Silber-Chandelier rettet vor dem Anlaufen eine trockene Lagerung und gelegentliche Politur mit einem weichen Silbertuch.
Reise und Tasche vorab durchdenken
Auf Reisen legt man den Chandelier so, dass er nicht herumbaumelt: in ein hartes Etui oder einen festen Beutel, getrennt von anderem Schmuck. Jeden Ohrring an ein kleines Stück Stoff oder eine Pappe mit Löchern zu hängen ist ein alter und zuverlässiger Weg, den Chandelier ohne Knoten und Knicke ans Ziel zu bringen.
Häufige Fragen
Wodurch unterscheiden sich Chandelier-Ohrringe von Kaskaden? Der Chandelier ist in Etagen aufgebaut: waagerechte Stege einer unter dem anderen, von jedem hängt eine Reihe von Anhängern, die Silhouette verbreitert sich nach unten fächerförmig. Die Kaskade fließt in einem freien Strom nach unten ohne starre Etagen, die Elemente fallen in Stufen unterschiedlicher Länge hinab wie ein Wasserfall. Der Chandelier ist üppiger und geometrischer, die Kaskade weicher und beweglicher. Am Übergang ist ein Ohrring zugleich beides.
Wem stehen Chandelier-Ohrringe nach Gesichtsform? Am besten dem runden Gesicht: Die senkrechte, sich verjüngende Form streckt das Oval und bricht die Rundung der Wangen. Dem eckigen Gesicht stehen Chandeliers mit runden, fließenden Elementen, sie mildern die Kanten des Kiefers. Dem herzförmigen Gesicht ist ein sich nach unten verbreiternder Chandelier gut. Dem langen, gestreckten Gesicht sind sehr lange Chandeliers abträglich, ihm sind kurze und breite besser. Dem ovalen Gesicht passt fast jede Form.
Chandelier-Ohrringe sind schwer, dehnen sie nicht das Läppchen? Bei vernünftigem Tragen nein. Für den Alltag wähle leichte Chandeliers aus durchbrochenem Metall, Kristall oder kleiner Perle, und die schweren kostbaren hebe für einzelne Abende auf. Ein fester Brisur-Verschluss ist zuverlässiger als ein dünner Haken. Bei großen Modellen gibt es ein Stützkettchen hinter dem Ohr, das einen Teil des Gewichts vom Läppchen verlagert. Das ständige jahrelange Tragen sehr schwerer Ohrringe dehnt den Stich tatsächlich, deshalb ist es wichtig, das Gewicht zu berücksichtigen.
Mit welcher Frisur trägt man Chandelier-Ohrringe? Mit nach oben oder nach hinten gesteckten Haaren: hoher Dutt, glatter Pferdeschwanz, Banane, alles, was Ohr und Hals freilegt. Dann ist der Ohrring ganz sichtbar und schwingt frei. Offene Haare verbergen den Chandelier und verfangen sich in den Anhängern. Sind die Haare offen, streiche sie zumindest auf einer Seite zurück oder nimm einen längeren Chandelier, damit die unterste Etage unter den Strähnen hervorkommt.
Mit welchem Ausschnitt kombiniert man den Chandelier? Mit freiem Hals und freien Schultern: U-Boot-Ausschnitt, Bandeau, freie Schultern, Dekolleté. Das gibt dem Ohrring einen sauberen Hintergrund. Ein hoher Kragen, ein Rollkragen, ein bis oben geschlossenes Hemd geraten mit dem Chandelier in Streit, er stößt an den Stoff und verliert die Luft. Zu einer geschlossenen Oberseite nimmt man besser eine grafische Kaskade als Linie oder verzichtet zugunsten eines Steckers auf den Chandelier.
Kann man den Chandelier mit einem Collier tragen? Besser nicht. Der Chandelier ist schon ein lauter Akzent am Gesicht, ein großes Collier daneben nimmt ihm die Aufmerksamkeit, und beide Schmuckstücke verlieren. Unter den Chandelier lässt man den Hals frei oder mit einer dünnen unscheinbaren Kette. Ist ein Collier Pflicht, wähle einen schlichteren Chandelier oder eine ruhige Kaskade, und die Halskette mach dünn und still.
Passen Chandelier-Ohrringe zur Braut? Ja, das ist eine klassische Hochzeitswahl. Die hochgesteckte Brautfrisur legt das Ohr frei und gibt dem Chandelier den idealen Hintergrund, und in der Großaufnahme fügt der Ohrring dem Gesicht Glanz hinzu. Zu einem reichen Kleid nimmt man einen strengeren Chandelier, zu einem schlichten kann man einen üppigen. Wichtig ist, ein leichtes Modell oder eines mit Stütze hinter dem Ohr zu wählen, denn der Hochzeitstag ist lang und ein schwerer Ohrring ermüdet die Läppchen zum Abend.
Wie bewahrt man Chandelier-Ohrringe auf, damit sie sich nicht verheddern? Jedes Paar getrennt von anderem Schmuck und hängend oder ausgebreitet, damit Etagen und Anhänger sich nicht verhaken. Geeignet ist ein Organizer mit Haken, einzelne Fächer oder weiche Beutel für jeden Ohrring. Nimm den Chandelier ab, bevor du Kleidung über den Kopf ziehst, damit sich die Anhänger an nichts verfangen, und rucke nicht heftig, die dünnen Etagen verbiegen sich leicht.
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Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, schau dir die benachbarten Betrachtungen an: Ratgeber zu Ohrringtypen und Gesichtsform, Tropfen-Ohrringe und Creolen. Und wenn du Glanz direkt am Gesicht willst, warten Chandelier und Kaskade schon.
















