
Die Jungfrau vom Pfeiler: Schutzpatronin Spaniens, die Geschichte der Erscheinung und die Medaille
Der Überlieferung nach ist dies die einzige Erscheinung der Gottesmutter, die sich noch zu ihren Lebzeiten ereignete, vor ihrer Aufnahme in den Himmel. Ihr Fest am 12. Oktober wurde zum wichtigsten staatlichen Tag Spaniens, und den Namen Pilar tragen Millionen Spanierinnen, die an diesem Tag ihren Namenstag feiern.
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Wer die Jungfrau vom Pfeiler ist: die Erscheinung auf der Säule
Der spanische Name Virgen del Pilar bedeutet Jungfrau auf der Säule, und in dieser Übersetzung steckt die ganze Geschichte. Hinter dem Bild steht kein abstrakter Gedanke, sondern eine ganz konkrete Erzählung von der Begegnung eines Apostels mit der Gottesmutter am Ufer des Ebro in Saragossa. Diesen Teil der Überlieferung kennt in Spanien fast jeder, denn er erklärt zugleich den Namen der Basilika, die Form der Verehrung und den Grund, warum im ganzen Land so viele Frauen den Namen Pilar tragen. Gehen wir die Legende Schritt für Schritt durch und trennen ihren Kern von den späteren Ausschmückungen.
Der Apostel Jakobus am Ufer des Ebro
Der spanischen Überlieferung nach predigte der Apostel Jakobus der Ältere, auf Spanisch Santiago, das Christentum in den Ländern des künftigen Spanien und gelangte bis zur Stadt Caesaraugusta, dem heutigen Saragossa, am Fluss Ebro. Die Sache ging schwer voran, es gab nur wenige Bekehrte, und der Apostel geriet, so die Erzählung, in Mutlosigkeit. Gerade in diesem Augenblick, sagt die Legende, wurde ihm Beistand von oben gesandt. Die Gestalt des Santiago verbindet die Geschichte del Pilar mit einem anderen großen spanischen Thema, der Wallfahrt zu seinem Grab, über deren Zeichen es eine eigene Betrachtung über das Jakobskreuz und den Ritterorden gibt. Schon hier zeigt sich, dass das Bild del Pilar aus der Wurzel des spanischen Christentums selbst hervorwächst.
Die Erscheinung Mariens im Jahr 40
Die Überlieferung setzt die Erscheinung ins Jahr 40, als die Gottesmutter nach kirchlicher Lehre noch auf Erden in Jerusalem lebte. In der Nacht, so die Erzählung, betete der Apostel Jakobus mit seinen Schülern am Ebro, und ihm erschien die Gottesmutter, umgeben von Engeln. Gerade dieser Zug macht die Geschichte besonders: Es geht um eine Erscheinung zu Lebzeiten Mariens, während die meisten der berühmten Erscheinungen sehr viel später geschahen, schon nach ihrer Aufnahme in den Himmel. Theologen erklären das durch das Wunder der Zweipräsenz, bei dem Maria in Jerusalem bleibt und zugleich dem Apostel im fernen Spanien erscheint. So wird die Erzählung von Anfang an als außergewöhnlich in Zeit und Ort ausgewiesen.
Die Jaspissäule, der Pilar
Der Mittelpunkt der ganzen Geschichte ist die Säule. Der Überlieferung nach erschien Maria stehend auf einer Säule aus Jaspis, die Engel herbeitrugen, und diese Säule wurde zur wichtigsten Reliquie. Das Wort pilar bedeutet auf Spanisch Pfeiler, Stütze, Säule, daher rührt der ganze Name des Bildes. Das Material ist von Bedeutung: Jaspis ist ein harter, fast unvergänglicher Stein, und eine Säule aus ihm liest sich als Zeichen der Unerschütterlichkeit jenes Glaubens, den der Apostel in diese Länder brachte. Gläubige verehren seit Jahrhunderten den erhaltenen Teil der Säule in der Basilika von Saragossa. Die Säule bestimmt die ganze Ikonographie: Die kleine Gestalt Mariens steht stets gerade auf einer hohen, schmalen Säule und nicht auf der Weltkugel oder der Mondsichel wie in anderen Bildern.
Der Auftrag, eine Kapelle zu bauen
Der Sinn der Erscheinung erschöpfte sich nicht im Trost für den Apostel. Der Erzählung nach trug Maria dem Jakobus auf, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen, und verhieß, dass der Glaube hier bis zum Ende der Zeiten nicht erlöschen werde. Der Apostel begann, so die Überlieferung, sogleich, ein schlichtes Heiligtum um die zurückgelassene Säule zu errichten, und es gilt als eine der ersten der Gottesmutter geweihten christlichen Kirchen. Mit diesem Auftrag und dieser Verheißung beginnt, nach kirchlicher Rechnung, die ununterbrochene Linie der Verehrung an ein und derselben Stelle in Saragossa. Deshalb ist del Pilar zugleich ein Bild und die Geschichte eines konkreten Punktes auf der Landkarte, wo, der Überlieferung nach, vor fast zweitausend Jahren alles begann.
Die Überlieferung gibt den Ton an, doch die eigentliche Kraft des Bildes liegt darin, dass hinter ihm eine ununterbrochene, jahrhundertelange Geschichte der Verehrung steht, die sich an den Steinen von Saragossa ablesen lässt. Von der ersten schlichten Kapelle am Ebro bis zur gewaltigen barocken Basilika vergingen Jahrhunderte, und mit jedem Schritt gewann das Bild del Pilar an Gewicht.
Geschichte: von der Kapelle zur Basilika del Pilar
Das eine ist die Legende von der Erscheinung, das andere die überprüfbare Geschichte der Verehrung. Und hier hat del Pilar einen festen Halt: An der Stelle, wo der Überlieferung nach die erste Kapelle stand, lösten sich Gotteshäuser über Jahrhunderte ab, und der Kult der Maria auf der Säule wuchs vom Örtlichen ins Gesamtspanische. Verfolgen wir die zwei großen Epochen dieser Geschichte, denn gerade sie verwandelten die Legende in eine lebendige Tradition mit einer riesigen Basilika und einem Strom von Pilgern.
Der mittelalterliche Kult und die ersten Kirchen
An der Stelle der vermuteten ersten Kapelle in Saragossa löste ein Gotteshaus das andere ab. Es gab frühmittelalterliche Bauten, eine romanische Kirche und eine gotische Kirche, jede größer als die vorige, je stärker die Verehrung wuchs. Zum Mittelalter hin trat der Kult der Maria del Pilar über die Grenzen der Stadt hinaus und wurde zu einem wichtigen Punkt auf der Karte der spanischen Frömmigkeit, zum Teil nahe der Wallfahrt zum Santiago. Die Könige von Aragón förderten das Heiligtum, hinterließen Stiftungen und bestätigten seinen besonderen Rang. So bekam die schlichte Überlieferung über die Jahrhunderte eine reale Institution: Klerus, Reliquien, Feste und einen Strom von Pilgern, die kamen, um die Säule und die kleine Statue auf ihr zu verehren. Die hölzerne Figur selbst ordnen Forscher der Spätgotik zu, der Wende zum 15. Jahrhundert, während die Verehrung des Ortes nach kirchlicher Rechnung weit älter ist als die Statue. Das ist ein für große Heiligtümer gewöhnliches Auseinanderfallen: Die Reliquie der Säule und die Legende reichen tief in die Jahrhunderte, das sichtbare Bild aber, das die Pilger verehren, entstand später und wurde mehrfach erneuert.
Die barocke Basilika und die Statue mit dem Mantel
Die heutige Gestalt des Heiligtums entstand in der Epoche des Barock. Die gewaltige Basilika del Pilar mit einer Reihe von Kuppeln und hohen Türmen wuchs am Ufer des Ebro empor und wurde zu einer der bekanntesten Silhouetten Spaniens, spiegelbildlich im Fluss reflektiert. Im Inneren, in einer eigenen Kapelle, wird das Hauptheiligtum bewahrt: eine kleine hölzerne Statue der Gottesmutter, stehend auf eben jener Jaspissäule. Die Statue ist klein, etwa vierzig Zentimeter, doch ihre Verehrung ist gewaltig. Die Figur kleidet man in reiche, bestickte Mäntel, die Manto, welche die Säule und den glockenförmigen Sockel ringsum bedecken. Diese Mäntel wechselt man fast täglich, und dem Heiligtum haben sich davon Hunderte angesammelt, geschenkt über die Jahrhunderte von Königen, Orden, Städten und einfachen Gläubigen. Die Gewölbe der Basilika sind mit Malereien geschmückt, unter denen sich Arbeiten des jungen Francisco Goya befinden, eines Sohnes dieser Gegend, was die Hauptkirche Aragóns auch mit der großen spanischen Kunst verband. Saragossa bewahrt dabei zwei Kathedralen, La Seo und del Pilar, doch gerade die zweite wurde zum Sinnbild der Stadt und des ganzen Landes und spiegelt ihre Kuppeln in den Wassern des Ebro.
Aus einem örtlichen Heiligtum von Saragossa wurde del Pilar mit der Zeit zu einer Gestalt von nationalem und sogar weltweitem Rang. Ihr Fest trat weit über die Mauern der Basilika hinaus und verwuchs mit dem Gedanken der spanischen Nation und der spanischsprachigen Welt, und ohne dieses Kapitel ist das Bild nicht zu verstehen.
Die Jungfrau vom Pfeiler trägt man schlicht und in Silber, dicht am Hals. Eine lange Kette und Vergoldung machen aus dem heiligen Bild ein Souvenir.
Womit man die Medaille del Pilar trägt
Die Medaille del Pilar ist vor allem ein Zeichen des Glaubens, deshalb stelle ich den Look zurückhaltend und mit Respekt vor der Tradition zusammen. Ich habe hier zusammengetragen, was ich Kundinnen und Kunden rate, wenn die Medaille getragen und nicht im Kästchen verwahrt werden soll.
Womit trägt man die Medaille del Pilar jeden Tag? Für den Alltagslook empfehle ich ein kleines Silbermedaillon dicht am Hals, an einer kurzen Kette und über einem einfarbigen Oberteil. Ein buntes Muster streitet mit dem feinen Relief der Säule, deshalb wähle ich einen glatten Grund: Weiß, Grau, Dunkelblau. Die Medaille del Pilar trägt man streng, als stilles persönliches Zeichen und nicht als auffälligen Akzent, und ein solcher zurückhaltender Look steht ihr am besten.
Welches Metall soll man wählen? Das Metall rate ich nach dem Anlass zu wählen. Für das tägliche Tragen wähle ich Silber 925: kühler Glanz, klares Relief von Gestalt und Mantel, ehrliche Strenge. Gold empfehle ich für ein großes Ereignis aufzusparen, für die Taufe oder den Namenstag, als schmuckvollen Gegenstand und künftiges Erbstück. Eine lange vergoldete Kette unter offenem Kragen meide ich: Sie macht aus dem Heiligtum ein Souvenir, und das mag das Bild del Pilar nicht.
Welche Kettenlänge passt zum Ausschnitt? Die Länge wähle ich kurz, dicht am Hals. Unter einem flachen Ausschnitt oder einem geschlossenen Kragen empfehle ich eine Kette von etwa 45 cm, damit das Medaillon am Schlüsselbein liegt, wo es sich am besten liest. Die Medaille del Pilar lasse ich nicht tief auf die Brust sinken und hänge sie nicht an eine lange Kette: Dieses Bild hat einen stillen, gesammelten Klang, und eine kurze Kette hält es streng. Das Gewicht der Kette stimme ich mit der Medaille ab, ein schweres Goldmedaillon braucht eine kräftigere Kette.
Welche Medaillongröße soll man wählen? Die Größe wähle ich nach der Aufgabe. Für das tägliche Tragen und unter der Kleidung empfehle ich ein kleines Medaillon, auf dem sich die Silhouette von Säule und Gestalt dennoch liest. Eine mittlere Größe rate ich, wenn man die Medaille über dem Gewand trägt und ein auffälliges Relief möchte. Große Medaillons lasse ich für den häuslichen Hausaltar oder als Brustzeichen zu einem großen Anlass, für jeden Tag sind sie zu schwer.
Was zieht man zum Namenstag und zur Taufe an, und was im Alltag? Hier unterscheide ich nach dem Anlass. Im Alltag wähle ich ein strenges Silbermedaillon am Hals, unauffällig und persönlich. Zum Namenstag der Pilar am 12. Oktober oder zur Taufe empfehle ich eine schmuckvolle Medaille, Silber mit Email oder Gold mit der Gravur von Name und Datum auf der Rückseite, getragen über einem sorgfältigen Look zum Kirchgang. Die festliche Medaille klingt wärmer, bleibt aber ebenso zurückhaltend, ohne lange Ketten und überflüssigen Glanz.

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Schutzpatronin Spaniens und der Hispanidad
Es gibt viele verehrte Bilder der Gottesmutter, doch del Pilar nimmt unter ihnen einen besonderen Platz ein: Ihr Tag wurde zum staatlichen Feiertag ganz Spaniens, und sie selbst gilt als Schutzpatronin der spanischsprachigen Welt. Diese Verbindung des Religiösen und des Nationalen machte das Bild weit über Aragón hinaus bekannt. Betrachten wir die drei Stützen dieses Ranges, denn zusammen erklären sie, warum sich die Medaille del Pilar in Spanien zugleich als Zeichen des Glaubens und als Zeichen der Wurzeln liest.
Der zwölfte Oktober und die Fiesta Nacional
Das Fest der Jungfrau vom Pfeiler fällt auf den 12. Oktober, und in Spanien ist das zugleich die Fiesta Nacional, der Nationalfeiertag des Landes. Das Datum fällt mit dem Tag zusammen, an dem der Überlieferung nach die Schiffe unter kastilischer Flagge im Jahr 1492 die Küsten Amerikas erreichten, und diese Überlagerung eines religiösen Festes mit einem historischen Wendepunkt machte den 12. Oktober besonders. In Saragossa finden in diesen Tagen die Fiestas del Pilar statt, eines der größten Volksfeste Spaniens, mit Umzügen, Musik und der berühmten Blumenspende an das Bild. Besonders bekannt ist die Ofrenda de Flores, die Blumenspende, bei der Zehntausende Menschen in Volkstracht Sträuße tragen, aus denen ein riesiger Blumenmantel rings um die Gestalt Mariens gefügt wird. Es erklingt die aragonesische Jota, Lieder, die del Pilar gewidmet sind, und die Stadt verwandelt sich für einige Tage in ein einziges Fest. So wurde der Tag der Maria auf der Säule zu einem Punkt, in dem Glaube, Geschichte und Nationalfeiertag zusammenlaufen, und das ist für ein religiöses Bild eine seltene Stellung.
Schutzpatronin der Guardia Civil
Del Pilar hat auch eine ganz konkrete Schutzherrschaft: Sie gilt als Patronin der Guardia Civil, der spanischen Gendarmerie. Dieses Korps verehrt sie offiziell als seine Schutzpatronin, und der 12. Oktober wird in seinen Einheiten als Patronatsfest begangen. Diese Bindung des Bildes an einen staatlichen Dienst verknüpfte del Pilar noch fester mit dem Gedanken des Landes und seines Schutzes. Für viele spanische Familien, in denen jemand gedient hat, trägt die Medaille del Pilar auch diesen Beiklang: ein Zeichen der Zugehörigkeit, des Dienstes und des Schutzes. Das Bild tritt aus dem Rahmen der privaten Frömmigkeit heraus und wird Teil der öffentlichen Symbolik, was für die Gottesmutter auf der Säule durchaus stimmig ist.
Die Verbindung zur spanischsprachigen Welt
Über das Datum des 12. Oktober und die Geschichte der Seefahrt verband sich del Pilar mit der ganzen spanischsprachigen Welt, mit dem Gedanken der Hispanidad, der Gemeinschaft der spanischsprechenden Völker. Das Bild del Pilar verbreitete sich zusammen mit Sprache und Glauben in den Ländern Lateinamerikas, und in vielen von ihnen verehrt man es neben den örtlichen Marienbildern. Deshalb liest sich die Medaille del Pilar zugleich als aragonesischer oder spanischer Gegenstand und als Zeichen der Zugehörigkeit zu einem riesigen Kulturraum von den Pyrenäen bis zu den Anden. Für einen Menschen mit spanischen oder lateinamerikanischen Wurzeln ist das eine Weise, die Erinnerung an die Heimat nahe am Herzen zu tragen, wo sich der religiöse Sinn mit dem Gefühl von Zuhause verflicht.
Um zu verstehen, warum das Bild del Pilar so unverwechselbar ist und warum die Medaille gerade diese Komposition und keine andere wiederholt, lohnt es sich, ihre Ikonographie genau zu betrachten. Jede Einzelheit arbeitet hier auf den Gesamtsinn hin, und fast alles geht auf die Legende von der Erscheinung auf der Säule zurück.
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Ikonographie: die kleine Gestalt auf der Säule
Die Ikonographie del Pilar erkennt man auf den ersten Blick, und sie beruht auf einem einzigen starken Kunstgriff: Die Gestalt Mariens ist betont klein, die Säule unter ihr aber hoch und auffällig. Das ist eine gegenüber der gewohnten Logik umgekehrte Komposition, in der nicht der Mensch über der Stütze thront, sondern die Stütze den Menschen emporhebt. Betrachten wir ihre Schlüsselelemente, denn die Medaille del Pilar gibt gerade sie wieder, und das Verständnis des Bildes hilft, ein Schmuckstück bewusst zu wählen.
Die Gestalt Mariens auf der hohen Säule
Im Mittelpunkt des Bildes steht die Jungfrau Maria auf einer hohen, schmalen Säule, und diese Einzelheit ist wichtiger als alle übrigen. Anders als bei Bildern, wo die Gottesmutter auf einem Thron sitzt oder auf Wolken schwebt, ist die Gestalt hier auf eine Säule gehoben wie auf ein Podest. Die Säule ist optisch nach oben gestreckt, und der Blick geht unwillkürlich an ihr entlang von unten zur Gestalt. Eine solche Komposition verweist unmittelbar auf die Legende von der Jaspissäule, die Engel herbeitrugen. Auf der Medaille nimmt die Säule oft die untere Hälfte des Bildes ein, während die Gestalt selbst im oberen Teil sitzt, und an dieser Silhouette unterscheidet man del Pilar unfehlbar von anderen Marienbildern.
Reiche Manto und bestickte Gewänder
Die lebendige Statue in der Basilika kleidet man in prächtige, bestickte Mäntel, und das schlug sich in der Ikonographie nieder. Auf vielen Bildern und Medaillen erscheint Maria in einem weiten, glockenförmigen Gewand, das die Säule bis zum Sockel verdeckt und reich mit Mustern geschmückt ist. Der Manto ist zugleich Gewand und Form der Verehrung: Man schenkte und schenkt ihn als kostbare Stiftung, und in jedem liest sich der Respekt vor dem Bild. Auf einer Metallmedaille gibt man die reiche Textur des Mantels durch Relief und Gravur wieder, und je feiner die Ausarbeitung, desto schmuckvoller wirkt die Medaille. Die spanische Tradition der prunkvollen Bekleidung von Marienstatuen tritt hier besonders deutlich hervor.
Krone und das Jesuskind auf dem Arm
Das Haupt Mariens krönt auf dem Bild del Pilar gewöhnlich eine Krone, ein Zeichen ihrer Würde als Himmelskönigin, und auf dem Arm hält sie das Jesuskind, das ebenfalls oft gekrönt ist. Das verwandelt das Bild aus einem Porträt der Gottesmutter in eine Darstellung von Mutter und Sohn, um die sich die ganze Verehrung baut. Die Krone unterstreicht den königlichen Rang und stellt del Pilar in eine Reihe mit anderen gekrönten Marienbildern Spaniens. Das Kind auf dem Arm erinnert daran, dass durch Maria der Erlöser in die Welt kam, und verschiebt den Akzent von der persönlichen Fürsprache auf das ganze Geheimnis der Menschwerdung. Auf der Medaille gibt man diese Einzelheiten knapp, aber erkennbar wieder.
Warum gerade eine Säule
Es lohnt sich, eigens zu erklären, warum dem Bild eine Säule zugrunde liegt und nicht die gewohnte Weltkugel, Mondsichel oder Wolke. Die Säule ist eine Stütze, das, was hält und nicht fallen lässt, und im Zusammenhang der Legende liest sie sich unmittelbar: Der Glaube, den der Apostel brachte, steht fest und wird bis zum Ende der Zeiten nicht stürzen, wie es verheißen war. Die steinerne Säule aus hartem Jaspis verstärkt diesen Gedanken der Unerschütterlichkeit. Deshalb wurde del Pilar im Volksempfinden zum Bild der Standhaftigkeit und des Halts, an den man sich in schwerer Stunde lehnen kann. Die Säule ist kein dekorativer Sockel, sondern der bedeutungstragende Kern des ganzen Bildes, und die Medaille del Pilar trägt diesen Gedanken des Halts buchstäblich in ihrer Form.
Bedeutung: Halt, Wurzeln, Schutz
Ein Gespräch über das Bild wäre unvollständig ohne einen ehrlichen Blick darauf, was man in es hineinlegt. Del Pilar ist vor allem ein spanisches Bild mit einer starken nationalen und familiären Färbung, und seine Bedeutung setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. Gehen wir sie mit Respekt vor der Tradition durch, ohne die lebendige Verehrung in eine Aufzählung magischer Eigenschaften zu verwandeln.
Halt und Standhaftigkeit
Der wichtigste Sinn, den man unmittelbar aus der Form abliest, ist der Halt. Die Säule unter der Gestalt Mariens verwandelt das Bild in ein sichtbares Zeichen der Standhaftigkeit, dessen, was den Menschen trägt, wenn alles wankt. Für den Gläubigen ist del Pilar eine Erinnerung daran, dass es etwas gibt, worauf man sich in schwerer Stunde stützen kann, dass der Glaube fest steht wie eine steinerne Säule. Daher der Brauch, sich in schweren Zeiten an del Pilar zu wenden, in Krankheit, in Sorge, vor einer schwierigen Aufgabe. Die Medaille mit diesem Bild trägt man als stillen inneren Halt, und darin ist ihre Bedeutung dem unmittelbaren Sinn der Säule selbst am nächsten.
Wurzeln und Heimat
Die zweite Bedeutungsschicht sind die Wurzeln. Für einen Spanier oder einen Menschen mit spanischen Wurzeln ist del Pilar das Bild der Heimat, Aragóns, Saragossas, ganz Spaniens. Sie zu tragen bedeutet, die Erinnerung an das Zuhause und die Seinen bei sich zu behalten, wohin es einen auch verschlägt. Gerade deshalb schenkt man die Medaille del Pilar so oft Abreisenden, Auswanderern, denen, die das Land für lange Zeit verlassen. Die spanische Schmucktradition verbindet das Schmuckstück überhaupt eng mit Ort und Herkunft, und darüber gibt es eine ausführliche Betrachtung über die regionalen Schulen und Techniken der spanischen Schmucktradition. In diesem Sinn wirkt del Pilar zugleich als Zeichen des Glaubens und als Zeichen der Zugehörigkeit zur Familie und zur heimatlichen Erde.
Schutz und Fürsprache
Die dritte Schicht ist der Schutz. Als Schutzpatronin Spaniens und Fürsprecherin der Guardia Civil ist del Pilar im Volksempfinden mit dem Schutz von Haus, Familie und derer verbunden, die unterwegs oder im Dienst sind. Die Medaille mit diesem Bild schenkt man für die Reise, dem Soldaten, dem Menschen in einem riskanten Beruf als Zeichen betender Begleitung. Hier ist es wichtig, die kirchliche Grenze zu wahren: Das Bild wirkt nicht wie ein Amulett mit eigener Kraft, sondern dient als Zeichen des Vertrauens auf die Fürsprache Mariens und als Erinnerung an das Gebet. Die Hilfe, um die man bittet, wird von Gott aus Glauben gegeben und nicht aus dem Metall herausgezogen. Diese Nüchternheit trennt die gesunde Verehrung vom Aberglauben.
Vom Sinn des Bildes geht man natürlich zu der Frage über, wie es im Schmuckstück lebt. Die Medaille del Pilar ist die verbreitetste Form der persönlichen Verehrung des Bildes außerhalb der Kirche, und sie hat ihre eigenen gefestigten Regeln und Traditionen, die man kennen sollte, wenn man einen Gegenstand für sich oder als Geschenk wählt.
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Die Medaille del Pilar als Schmuckstück
Die Medaille del Pilar ist ein kleines Medaillon, häufiger oval oder rund, mit der Darstellung Mariens auf der Säule, das man an einer Kette am Herzen trägt. Für Millionen Spanier ist es das erste und wichtigste religiöse Medaillon, oft schon in der Kindheit erhalten. Betrachten wir, wie sie beschaffen ist und wie man sie trägt, denn davon hängen die Wahl des Metalls und der Anlass für ein Geschenk ab.
Das Medaillon del Pilar: Form und Relief
Das klassische Medaillon del Pilar ist ein ovales oder rundes Medaillon aus Silber oder Gold mit einer Reliefdarstellung Mariens auf der hohen Säule. Der Meister ist bestrebt, auf der kleinen Fläche die unverwechselbare Silhouette unterzubringen: die Säule im unteren Teil, die Gestalt mit dem Kind und der Krone im oberen, mitunter die reiche Textur des Mantels. Je feiner das Relief ausgearbeitet ist, desto klarer liest sich das Bild und desto wertiger wirkt der Gegenstand. Es gibt auch Fassungen mit blauem oder farbigem Email, bei denen der Grund um die Gestalt mit Farbe ausgefüllt ist, was die Medaille schmuckvoller macht als das strenge Metall. Die Form bleibt dabei kanonisch und erkennbar.
Gravur von Name und Datum
Eine häufige Praxis ist die Gravur auf der Rückseite des Medaillons. Aufgetragen werden der Name des Besitzers, besonders wenn er Pilar lautet, das Datum der Taufe, der Erstkommunion oder eines anderen Ereignisses, mitunter ein kurzer Wunsch. Die Gravur verwandelt ein serienmäßiges Medaillon in einen persönlichen Gegenstand mit Bindung an einen konkreten Menschen und Tag, und gerade deshalb schenkt man die Medaille so oft zu wichtigen Wegmarken. Auf der Rückseite ist gewöhnlich genug Platz, weil dort ein glattes Feld liegt, anders als das dichte Relief der Vorderseite. Eine namentliche Medaille wirkt gut als künftiges Familienerbstück: Nach Jahren lässt sich an der Inschrift genau sagen, wem und zu welchem Anlass sie überreicht wurde.
Zur Taufe und zum Namenstag der Pilar
Eine eigene Rolle des Medaillons del Pilar ist mit zwei Anlässen verbunden: der Taufe und dem Namenstag derer, die Pilar heißen. Ein Mädchen, das nach dem Bild benannt ist, begleitet nicht selten von Geburt an ein solches Medaillon, und ihr Namenstag fällt auf den 12. Oktober, das gemeinsame Fest der del Pilar. Zum Namenstag der Pilar ein Medaillon del Pilar zu schenken ist in Spanien eine nahezu selbstverständliche Geste der Aufmerksamkeit, feinfühlig und ohne Worte verständlich. Zur Taufe schenkt man del Pilar als erstes geistliches Zeichen, oft mit dem Gedanken, dass der Gegenstand erhalten bleibt und dem Kind als Erwachsenem zufällt. In beiden Fällen liest sich die Medaille als Zeichen der Herkunft, des Glaubens und der Zugehörigkeit zur spanischen Tradition.
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Materialien und Formate
Das Material des Medaillons beeinflusst sowohl das Aussehen als auch den Preis und die Frage, wie lange der Gegenstand hält. Die Bandbreite ist hier groß: von schlichten Silbermedaillons für jeden Tag bis zu goldenen Fassungen auf dem Niveau eines Familienerbstücks und schmuckvollen Emailvarianten. Betrachten wir die wichtigsten Varianten einzeln, denn das Material wählt man oft nach dem Anlass und nach dem Menschen.
Silber
Silber ist das klassische Material für religiöse Medaillen und ein sinnvoller Mittelweg zwischen Preis und Aussehen. Es gibt einen edlen, kühlen Glanz, hält das feine Relief gut, und das Relief ist für del Pilar wichtig: Auf dem kleinen Medaillon müssen die Säule, die Gestalt und der Mantel Platz finden. Silber 925 ist eine feste Legierung, tauglich für das tägliche Tragen. Mit der Zeit läuft es dunkel an, doch das lässt sich leicht beheben, und die Patina in den Vertiefungen betont das Bild der Säule und der Gewänder sogar. Ein Silbermedaillon ist sowohl als persönlicher Gegenstand für jeden Tag angemessen als auch als durchdachtes Geschenk mit Gewicht.
Gold und Vergoldung
Eine Goldmedaille ist das Niveau einer Reliquie, die man weitergeben möchte. Gold läuft nicht an und überdauert bei sorgsamem Umgang mehrere Generationen, was für einen Gegenstand wertvoll ist, den man zu einem großen Ereignis wie Taufe oder Namenstag schenkt. Gelbgold wird traditionell mit religiösen Medaillons verbunden und wirkt warm auf der Haut. Eine erschwinglichere Alternative ist eine gute Vergoldung über Silber: das Aussehen von Gold für weniger Geld, allerdings mit dem Vorbehalt, dass die Auflage Sorgfalt verlangt. Eine goldene Medaille del Pilar wählt man gewöhnlich gerade dann, wenn man mit Jahrzehnten rechnet und mit der Weitergabe des Gegenstands an die Kinder.
Die Säulenmedaille und andere Formate
Außer dem klassischen ovalen Medaillon gibt es bei del Pilar noch andere Formate. Man begegnet senkrechten Medaillen, in die Länge gezogen nach der Form der Säule, wo die Gestalt auf der Säule natürlicher sitzt als im Kreis. Es gibt Medaillons mit blauem und farbigem Email, es gibt Fassungen mit einem durchbrochenen Rahmen oder mit Strahlen um die Gestalt. Auch die Größen sind verschieden: ganz kleine für Säuglinge und für das unauffällige Tragen unter der Kleidung, mittlere für das alltägliche Tragen an der Brust, große als auffälliges Brustzeichen oder als Gegenstand für den häuslichen Hausaltar. Für das tägliche Tragen nimmt man gewöhnlich die mittlere Größe, auf der sich das Relief der Säule und der Gestalt gut liest.
Wem man die Medaille del Pilar schenkt
Die Medaille del Pilar ist eines der traditionellsten religiösen Geschenke der spanischen Kultur, und fast immer überreicht man sie zu einem konkreten Anlass. Vom Anlass hängen sowohl die Wahl des Materials als auch der Ton des Geschenks ab, deshalb betrachten wir die wichtigsten Situationen einzeln.
Zum Namenstag der Pilar
Der wichtigste Anlass ist der Namenstag derer, die Pilar heißen, und deren gibt es in Spanien sehr viele. Der Namenstag aller Pilar fällt auf den 12. Oktober, das gemeinsame Fest des Bildes, und an diesem Tag eine Medaille del Pilar zu schenken ist eine verständliche und feinfühlige Geste. Für eine erwachsene Pilar wählt man häufiger Silber oder Gold mit gutem Relief, für ein Mädchen ein kleineres Medaillon. Ein solches Geschenk sagt, dass der Schenkende sowohl an den Menschen als auch an seine himmlische Patronin denkt, und es wird fast immer warm aufgenommen, weil es Namen, Bild und Fest in einer Geste verbindet.
Pilgern und Abreisenden
Der zweite Anlass ist die Reise. Die Medaille del Pilar schenkt man oft Pilgern, besonders denen, die den Jakobsweg gehen, denn beide Themen sind in der spanischen Frömmigkeit eng verflochten. Über das Zeichen der Wallfahrt selbst gibt es eine eigene Betrachtung über die Jakobsmuschel des Camino de Santiago, und del Pilar trägt man nicht selten neben ihr. Man schenkt eine solche Medaille auch einfach denen, die für lange Zeit fortgehen: Auswanderern, Studenten, denen, die das Haus verlassen. In diesem Fall wirkt das Bild als Zeichen der Heimat und der betenden Begleitung auf dem Weg, ein Gegenstand, den man mit Worten des Geleits mitgibt.
Der spanischen Verwandtschaft und zu Familienanlässen
Der dritte Anlass ist die Familie. In spanischen Familien schenkt man die Medaille del Pilar zur Taufe, zur Erstkommunion, zur Firmung, zur Hochzeit und gibt sie von den Großmüttern an die Enkel als Erbstück weiter. Für einen Menschen mit spanischen oder lateinamerikanischen Wurzeln bestätigt ein solches Geschenk zugleich die Zugehörigkeit zum Glauben und die Bindung an Familie und Heimat. Der spanischen Verwandtschaft del Pilar zu schenken heißt, Respekt vor ihrer Tradition und ihrer Erinnerung zu zeigen. Gerade zu solchen Familienanlässen wählt man am häufigsten Gold mit der Gravur von Name und Datum, in der Rechnung, dass der Gegenstand den Anlass überdauert und zur Erinnerung an einen konkreten Tag wird.
Del Pilar und benachbarte Devotionen
Del Pilar lebt nicht allein, sondern in einer dichten Reihe spanischer und marianischer Bilder und Zeichen, mit denen man sie leicht verwechseln oder, umgekehrt, sinnvoll vergleichen kann. Das Verständnis dieser Nachbarn hilft, ein Schmuckstück genauer zu wählen und die Bedeutungen nicht zu vermischen. Unten steht ein kurzer Vergleich der nächstverwandten Bilder und Zeichen.
Wie sich del Pilar von der Jungfrau von Guadalupe unterscheidet
Die Jungfrau von Guadalupe ist das wichtigste Marienbild Mexikos und des ganzen spanischsprachigen Amerika, verbunden mit der Erscheinung vor dem Indio Juan Diego im 16. Jahrhundert. Del Pilar dagegen ist ein spanisches, aragonesisches Bild mit der Überlieferung von der Erscheinung vor dem Apostel im Jahr 40. Sie verbindet die gemeinsame spanischsprachige Welt und die Verehrung der Gottesmutter, doch Ikonographie und Geschichte sind bei ihnen völlig verschieden: Guadalupe steht auf der Mondsichel im Strahlenkranz, del Pilar auf der Jaspissäule. Für einen Menschen mit mexikanischen Wurzeln ist Guadalupe näher, für spanische oder aragonesische del Pilar, und diesen Unterschied sollte man bedenken, wenn man ein Medaillon als Geschenk wählt.
Del Pilar, Carmen und das Jakobskreuz
Innerhalb Spaniens selbst hat del Pilar ihre Nachbarn. Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel, die Jungfrau vom Carmen, ist die Schutzpatronin der Seeleute und Fischer, man verehrt sie an den Küsten, während del Pilar mit dem Festland, Aragón und dem nationalen Gedanken verbunden ist. Das Jakobskreuz und die Jakobsmuschel des Camino sind Zeichen der Wallfahrt zum Apostel, dessen Gestalt auch am Ursprung der Legende von del Pilar steht. Alle diese Bilder stehen oft in einer Familie und sogar an einer Kette nebeneinander, ohne miteinander zu streiten, weil sie sich an verschiedene Fürsprecher wenden und verschiedene Aufgaben erfüllen. Del Pilar hebt sich unter ihnen gerade durch ihren nationalen, gesamtspanischen Klang hervor.
Fakten, die überraschen
Um die Jungfrau vom Pfeiler hat sich viel Unerwartetes angesammelt, und diese Einzelheiten verdienen einen eigenen Abschnitt. Viele von ihnen verändern den Blick auf das vertraute Bild der Maria auf der Säule und erklären, warum es so fest in das spanische Leben eingegangen ist.
Erscheinung zu Lebzeiten Mariens
Der erstaunlichste Zug der Überlieferung ist ihre Zeit. Der Tradition nach geht del Pilar auf eine Erscheinung zurück, die sich im Jahr 40 ereignete, als die Jungfrau Maria noch auf Erden in Jerusalem lebte. Die meisten der berühmten Marienerscheinungen geschahen sehr viel später, schon nach ihrer Aufnahme in den Himmel, hier aber geht es um eine Begegnung zu Lebzeiten. Die Theologie erklärt das durch das Wunder der Zweipräsenz. Wie auch immer, del Pilar gilt als nahezu einzige Überlieferung dieser Art, und gerade diese Einzelheit macht das Bild unter allen Marienverehrungen außergewöhnlich.
Die Mäntel werden fast täglich gewechselt
Die lebendige Statue del Pilar in Saragossa kleidet man in bestickte Mäntel, und das geschieht nach einer eigenen Ordnung. Den Manto wechselt man fast täglich, wählt die Farbe nach dem kirchlichen Kalender und dem Anlass, und an manchen Tagen des Monats lässt man die Säule absichtlich frei, damit die Pilger die Jaspissäule selbst sehen. Über die Jahrhunderte haben sich dem Bild Hunderte von Mänteln angesammelt, geschenkt von Königen, Orden, Städten und einfachen Gläubigen. Diese lebendige Garderobe des Heiligtums verwandelt die Verehrung in eine ununterbrochene Sorge vieler Generationen und erklärt, warum man die Statue selten zweimal in derselben Kleidung sieht.
Millionen tragen den Namen Pilar
Del Pilar schenkte Spanien einen der verbreitetsten Frauennamen. Pilar sowie seine Formen wie Pili tragen Millionen Spanierinnen, und sie alle feiern ihren Namenstag an einem Tag, dem 12. Oktober. Kaum ein anderes Marienbild gab einem ganzen Land einen so massenhaften Namen. Das macht das Fest del Pilar doppelt volkstümlich: Es ist religiös, national und zugleich persönlich für eine riesige Zahl von Familien. Die Medaille del Pilar wird in einer solchen Lage zu einem fast selbstverständlichen Geschenk, das Namen, Bild und das für alle gemeinsame Fest verbindet.
Das Fest fiel mit dem Nationalfeiertag zusammen
Ein seltener Fall, in dem ein kirchliches Fest zum staatlichen wurde. Der Tag del Pilar, der 12. Oktober, fällt mit dem historischen Datum des Erreichens der Küsten Amerikas im Jahr 1492 zusammen und ist als Fiesta Nacional, als Nationalfeiertag Spaniens, verankert. So geriet ein Marienbild in das Zentrum des bürgerlichen Kalenders des Landes. Nur wenige religiöse Feste erhalten den Rang eines gesamtstaatlichen Tages, und del Pilar ist eines von ihnen. Diese Überlagerung des Religiösen und des Nationalen erklärt, warum sich das Bild in Spanien zugleich als Zeichen des Glaubens und als Zeichen des Landes selbst liest.
Die Jaspissäule als Reliquie
Der ganzen Verehrung liegt kein Bild und keine Statue zugrunde, sondern ein Stein. Der erhaltene Teil der Jaspissäule, auf der der Überlieferung nach Maria erschien, bleibt die wichtigste Reliquie der Basilika, und gerade sie verehren die Pilger. Der harte Jaspis wurde von der Legende nicht zufällig gewählt: Dieser fast unvergängliche Stein liest sich als Zeichen der Unerschütterlichkeit des Glaubens. Um die Reliquie herum ist die ganze Komposition des Bildes gebaut, in der die Säule wichtiger ist als die Größe der Gestalt selbst. Es gibt wenige Marienverehrungen, in denen der bedeutungstragende Mittelpunkt gerade ein Stein der Stütze ist und kein Bild.
Die Legende von den nicht explodierten Bomben
Unter den Geschichten um die Basilika gibt es eine besonders bekannte. Im 20. Jahrhundert, zur Zeit der Bürgerkriegswirren, fielen der Erzählung nach Bomben auf die Kirche del Pilar, die nicht explodierten. Die Gläubigen sahen darin die Fürsprache Mariens, und die Blindgänger zeigte man lange in der Basilika selbst als Zeugnis. Der Skeptiker erklärt das durch technische Gründe und einen Fehlzünder, der Gläubige durch das Wirken der Gnade. Beide Sichtweisen können nebeneinander bestehen: Die eine beschreibt die Mechanik, die andere den Sinn. Wie auch immer, diese Geschichte wurde Teil der Volksverehrung del Pilar und festigte das Bild als das einer Beschützerin.
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Häufige Fragen
Was bedeutet der Name Jungfrau vom Pfeiler?
Das spanische Virgen del Pilar übersetzt sich als Jungfrau auf der Säule. Das Wort pilar bedeutet Pfeiler, Stütze, Säule, und der ganze Name verweist auf die Legende von der Erscheinung Mariens vor dem Apostel Jakobus in Saragossa, wo sie der Überlieferung nach auf einer Säule aus Jaspis stand, die Engel herbeitrugen. Die Säule wurde seither zur wichtigsten Reliquie und zum bedeutungstragenden Mittelpunkt des Bildes, deshalb stellt man die kleine Gestalt Mariens auf der Medaille stets auf einer hohen, schmalen Säule dar.
Warum feiert man das Fest del Pilar am 12. Oktober?
Der 12. Oktober ist der Tag, der dem Bild del Pilar im kirchlichen Kalender zugeordnet ist, und zugleich die Fiesta Nacional, der Nationalfeiertag Spaniens. Das Datum fällt mit dem historischen Wendepunkt des Erreichens der Küsten Amerikas im Jahr 1492 zusammen, weshalb sich das religiöse Fest mit dem bürgerlichen überlagerte. In Saragossa finden in diesen Tagen die Fiestas del Pilar statt, ein großes Volksfest mit Umzügen und der Blumenspende an das Bild. Am selben Tag feiern alle ihren Namenstag, die Pilar heißen.
Wie unterscheidet sich del Pilar von der Jungfrau von Guadalupe?
Das sind verschiedene Bilder verschiedener Länder. Del Pilar ist ein spanisches, aragonesisches Bild mit der Überlieferung von der Erscheinung vor dem Apostel Jakobus im Jahr 40, die Gestalt steht auf der Jaspissäule. Guadalupe ist ein mexikanisches Bild, verbunden mit der Erscheinung vor dem Indio Juan Diego im 16. Jahrhundert, die Gestalt steht auf der Mondsichel im Strahlenkranz. Sie verbindet die gemeinsame spanischsprachige Welt und die Verehrung der Gottesmutter, doch Ikonographie und Geschichte sind bei ihnen völlig verschieden, und als Geschenk wählt man das Bild, das den Wurzeln des Menschen näher ist.
Wem schenkt man üblicherweise die Medaille del Pilar?
Vor allem denen, die Pilar heißen, zum Namenstag am 12. Oktober. Außerdem schenkt man die Medaille zur Taufe, zur Erstkommunion und zur Firmung als erstes geistliches Zeichen, Pilgern und für lange Zeit Abreisenden als Zeichen der Heimat und des Schutzes auf dem Weg, der spanischen Verwandtschaft als Bestätigung der Zugehörigkeit zur Familie. Das Material wählt man nach dem Anlass: Gold mit Gravur zu einem großen Ereignis, Silber für jeden Tag, ein kleineres Medaillon für ein Kind.
Darf man del Pilar zusammen mit einem Kreuz und der Jakobsmuschel tragen?
Ja, und in Spanien macht man das oft. Del Pilar, das Kreuz und die Zeichen der Wallfahrt zum Santiago streiten nicht miteinander, weil sie sich an verschiedene Fürsprecher und Themen wenden. Damit die Medaillons sich nicht verheddern und verhaken, gibt man ihnen eine unterschiedliche Länge oder zieht sie an einer Kette in durchdachter Reihenfolge auf, wobei man den Sinnschwerpunkt gewöhnlich beim Kreuz lässt. Eine solche Verbindung liest sich als Zeichen des Glaubens, der Wallfahrt und der spanischen Wurzeln zugleich.
Aus welchem Material soll man das Medaillon wählen?
Das hängt vom Anlass und Budget ab. Silber ist der vernünftige Mittelweg: edles Aussehen, klares Relief von Säule und Gestalt, Tauglichkeit für das tägliche Tragen. Gold nimmt man als Erbstück zu einem großen Ereignis und zur Weitergabe. Fassungen mit blauem oder farbigem Email eignen sich für den, der ein schmuckvolleres Aussehen und Farbe möchte. Der Wert des Medaillons hängt für den Gläubigen nicht vom Preis des Materials ab, deshalb bedeutet ein schlichtes Medaillon nicht weniger als ein teures.
Ist del Pilar ein Schutzzeichen?
In der Alltagssprache nennt man jeden Gegenstand, den man zum Schutz trägt, ein Schutzzeichen, und in diesem Sinn fällt das Medaillon darunter. Das kirchliche Verständnis ist ein anderes: Das Bild wirkt nicht wie ein Amulett mit eigener Kraft, es ist ein Zeichen des Vertrauens auf die Fürsprache Mariens und eine Erinnerung an das Gebet. Die Hilfe, um die man bittet, wird von Gott aus Glauben gegeben und nicht aus dem Metall herausgezogen. Deshalb nennt man das Medaillon richtiger ein Devotionale, ein Zeichen des Glaubens, und nicht ein Schutzzeichen im heidnischen Sinn.
Wo befindet sich das Hauptheiligtum del Pilar?
In Saragossa, am Fluss Ebro, in der gewaltigen barocken Basilika del Pilar. Dort, in einer eigenen Kapelle, wird eine kleine hölzerne Statue der Gottesmutter auf der Jaspissäule bewahrt, deren erhaltenen Teil die Pilger verehren. Die Basilika mit einer Reihe von Kuppeln und Türmen ist eine der bekanntesten Silhouetten Spaniens, gespiegelt im Fluss. Hierher strömen an den Festtagen des 12. Oktober Hunderttausende Menschen zu den Fiestas del Pilar.
Fazit
Die Jungfrau vom Pfeiler ist ein seltenes Beispiel dafür, wie eine örtliche Überlieferung von einer Erscheinung am Ufer des Ebro zum Bild eines ganzen Landes heranwuchs. Hinter der kleinen Gestalt auf der hohen Säule stehen zugleich die Legende vom Apostel Jakobus, die jahrhundertelange Geschichte der Verehrung in Saragossa, die barocke Basilika mit Hunderten von Mänteln und der Nationalfeiertag des 12. Oktober, der zum Tag ganz Spaniens und der spanischsprachigen Welt wurde. Daher rührt auch die besondere Stellung des Bildes unter den vielen Marienverehrungen.
Die Kraft del Pilar liegt in ihrer klaren Form: Die Säule ist eine Stütze, und eine Stütze ist das, was den Menschen in schwerer Stunde hält. Gerade deshalb trägt man die Medaille del Pilar als Zeichen der Standhaftigkeit, der Wurzeln und des Schutzes, schenkt sie zum Namenstag der Pilar, zur Taufe, für die Reise und der spanischen Verwandtschaft. Der eine sieht im Bild das Wirken der Gnade, der andere die Geschichte und Kultur seines Landes, und beide Sichtweisen können nebeneinander bestehen. Die Medaille bleibt, was sie gedacht war: ein stilles persönliches Zeichen, das man den Kindern weitergibt und von zu Hause mitnimmt.
Die Wahl läuft hier immer auf den Anlass und den Menschen hinaus: Dem einen liegt strenges Silber für jeden Tag näher, dem anderen eine goldene Erbstück-Medaille zum Namenstag oder zur Taufe, dem Dritten die schmuckvolle Emailfassung. Unten zeigt eine kurze Auswahl nach einigen einfachen Fragen zu Anlass, Geschmack und Trageweise, welches Format des Medaillons del Pilar sich gerade für Ihre Aufgabe eignet.
Die Medaille del Pilar in unserem Sortiment ist Silber 925 und Gold mit klarem Relief der Gestalt Mariens auf der Säule, mit Platz für eine Gravur auf der Rückseite. Ein gutes Geschenk zum Namenstag der Pilar, zur Taufe, zur Erstkommunion oder als Zeichen der Unterstützung für einen nahen Menschen auf der Reise.
Zum Verschenken? Jedes Stück kommt bereit zum Überreichen.
Eine Zevira-Schachtel und eine kleine Karte in jeder Bestellung.Über Zevira
Zevira sind Schmuckstücke mit Charakter und Sinn, keine glänzenden Gegenstände um des Glanzes willen. Wir gestalten Schutzzeichen, Symbole und Medaillen aus Silber 925, Stahl und Gold, mit Aufmerksamkeit für Relief, Geschichte und die Möglichkeit der Gravur. Jedes Stück ist darauf angelegt, jeden Tag getragen und weitergereicht zu werden. Wenn Sie ein Medaillon suchen, das einem bestimmten Menschen und Anlass etwas bedeutet, sei es die Wundertätige Medaille, das Jakobskreuz oder del Pilar, helfen wir, ein solches zu finden. Über die bekannteste Marienmedaille gibt es eine eigene Betrachtung über die Wundertätige Medaille Milagrosa.
































