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Wundertätige Medaille (Medalla Milagrosa): Bedeutung und Symbole

Die Wundertätige Medaille (Medalla Milagrosa): Bedeutung, Symbole und die Geschichte der Erscheinung

Innerhalb von zwei Jahren nach der ersten Prägung verbreiteten sich Hunderttausende gleicher ovaler Medaillen durch ganz Paris. Verteilt wurden sie während der Choleraepidemie von 1832, und bald sprach die ganze Stadt von Heilungen und Bekehrungen. Das Volk gab dem Gegenstand einen Namen, der so nie geplant war: die Wundertätige. Offiziell heißt sie Medaille der Unbefleckten Empfängnis.

Diese Geschichte handelt davon, wie eine junge Ordensfrau aus einem Pariser Heim die Gottesmutter sah, stehend auf der Weltkugel, mit Strahlen der Gnade aus ihren Händen, und den Auftrag erhielt, nach diesem Bild eine Medaille prägen zu lassen. Von den Buchstaben, Herzen und Sternen auf der Rückseite, deren jeder eine genaue Bedeutung trägt. Von der französischen Inschrift am Rand und davon, warum bis heute Millionen Menschen dieses Oval nahe am Herzen tragen.

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Was die Wundertätige Medaille ist und wie sie genannt wird

Die Wundertätige Medaille ist ein kleines ovales Medaillon, meist aus Silber, mit dem Bild der Gottesmutter auf der Vorderseite und einem Geflecht aus Buchstaben, Herzen und Sternen auf der Rückseite. Der spanische Name Medalla Milagrosa und der französische médaille miraculeuse bedeuten dasselbe: Wundertätige Medaille. Sie ist eine der bekanntesten katholischen Medaillen der Welt, und getragen wird sie weit über den Kreis tief kirchlich verwurzelter Menschen hinaus, doch dazu später mehr. Der Gegenstand hat einen strengen offiziellen Namen und einen volkstümlichen, und der Unterschied zwischen beiden ist der Schlüssel zur ganzen Geschichte.

Der offizielle Name: Medaille der Unbefleckten Empfängnis

Der ursprünglichen Absicht und den kirchlichen Dokumenten nach ist sie die Medaille der Unbefleckten Empfängnis. Dieser Name verweist unmittelbar auf das Glaubensdogma, dass die Gottesmutter ohne die Erbsünde empfangen wurde, und auf die Inschrift am Rand der Vorderseite, wo dieser Gedanke in Worte gefasst ist. Das Bild, das die Ordensfrau sah, ist ganz um die Idee der Reinheit und der Fürsprache Mariens herum aufgebaut. Der offizielle Name betont den theologischen Kern: Die Medaille ist kein Amulett mit abstrakter Kraft, sondern ein sichtbares Bekenntnis zu einer konkreten Glaubenslehre. Genau deshalb wird sie im Devotionalienhandel oft streng beschriftet, während das Volk sie anders nennt.

Warum sie die Wundertätige genannt wurde

Der volkstümliche Name entstand aus der Erfahrung der ersten Jahre. Als sich die Medaille nach der Prägung von 1832 rasch über Paris und dann über ganz Frankreich verbreitete, bildete sich um sie schnell ein Strom von Berichten über Heilungen, Trost und plötzliche Bekehrungen zum Glauben. Die Menschen brachten Wendungen in ihrem Leben mit dem Tragen dieses Medaillons in Verbindung und begannen, es die Wundertätige zu nennen. Die Kirche führte den Begriff nicht offiziell ein, widersprach ihm aber auch nicht: Der Name setzte sich von selbst durch, von unten, aus lebendiger Verehrung. So erhielt die strenge Medaille der Unbefleckten Empfängnis einen zweiten, warmen Namen, unter dem man sie weit häufiger kennt.

Wie sich die Medaille von einem Heiligenmedaillon und Skapulier unterscheidet

Die Medaille lässt sich leicht mit einem gewöhnlichen getragenen Heiligenbild oder einem Skapulier verwechseln, doch es gibt einen Unterschied. Ein am Körper getragenes Devotionale ist ein weiter Begriff für ein kleines Schutzbild oder Medaillon, das man nahe am Leib trägt, und über dieses Format selbst gibt es eine eigene Betrachtung im Beitrag über Heiligenmedaillen und getragene Devotionalien. Die Wundertätige Medaille ist strenger angelegt: Sie hat eine feste Bildsprache, vorgegeben durch die Erscheinung von 1830, und beide Seiten lesen sich als eine einzige Aussage. Es ist nicht irgendein Marienbild auf Metall, sondern eine konkrete Komposition mit Weltkugel, Strahlen, dem Buchstaben M, zwei Herzen und zwölf Sternen, die man nicht willkürlich verändern darf.

Was die Wundertätige Medaille kurz bedeutet

Fasst man die Bedeutung in einen Absatz, so ist die Wundertätige Medaille eine sichtbare Anrufung der Gottesmutter als Fürsprecherin und eine Erinnerung an das Gebet. Die Vorderseite zeigt Maria, die Gnade über die ganze Welt ausgießt, die Rückseite fügt in einem Zeichen ihre Verbindung zum Kreuz Christi und zum Geheimnis der Erlösung zusammen. Der volkstümliche Name spricht vom Glauben an Hilfe durch das Gebet, der offizielle Name Medaille der Unbefleckten Empfängnis hält den theologischen Kern fest. Für den Gläubigen ist sie kein Talisman mit automatischer Wirkung, sondern eine Weise, täglich ein Glaubensbekenntnis vor Augen zu haben. Die ganze Bedeutung der Medaille ruht auf dem Gedanken der Reinheit Mariens und ihrer Fürbitte für die Menschen, und alle übrigen Bilddetails dienen diesem Gedanken.

Wie sich Medalla Milagrosa übersetzt

Das spanische Medalla Milagrosa übersetzt sich wörtlich als Wundertätige Medaille: milagrosa heißt wundertätig, und medalla ist Medaille. Der französische Name médaille miraculeuse trägt genau denselben Sinn, miraculeuse bedeutet wundertätig. Auf Italienisch nennt man sie medaglia miracolosa, auf Englisch Miraculous Medal, und in allen Sprachen verweist der Wortstamm auf das Wunder und auf die Berichte über Heilungen der ersten Jahre. Man sollte das Adjektiv milagrosa nicht mit dem Wort milagros im Plural verwechseln: Ersteres beschreibt die Medaille selbst, Letzteres bezeichnet ganz andere Votivfiguren, von denen weiter unten die Rede ist. Die einheitliche Bedeutung des Namens in allen Sprachen unterstreicht, dass es um ein und dasselbe Pariser Medaillon von 1832 geht, nicht um verschiedene Gegenstände.

Im weiteren Text wird sich zeigen, dass fast jedes Element dieser Komposition auf Worte und Bilder zurückgeht, die eine einzige Augenzeugin beschrieb. Deshalb beginnt man die Geschichte der Medaille richtiger nicht beim Metall, sondern bei dem, was im Herbst 1830 in der Rue du Bac geschah.

Die Erscheinungen der Gottesmutter vor der heiligen Katharina Labouré

Die Medaille entstand nicht aus einer Buchidee und nicht aus der Arbeit eines Künstlers. Ihr Bild beschrieb eine konkrete Frau, die versicherte, die Gottesmutter gesehen zu haben, und die auf die Prägung drang. Dieser Teil der Geschichte ist durch Zeugenaussagen, eine kirchliche Untersuchung und die spätere Heiligsprechung dokumentiert, deshalb lohnt es sich, ihn Schritt für Schritt zu betrachten und die Tatsachen von späteren Ausschmückungen zu trennen.

Wer Katharina Labouré war

Catherine Labouré, auf Deutsch meist Katharina, war eine junge Novizin der Kongregation der Barmherzigen Schwestern, gegründet vom heiligen Vinzenz von Paul. Im Jahr 1830 lebte sie im Pariser Haus der Kongregation in der Rue du Bac und tat, was für die Schwestern üblich war: Sie pflegte Arme, Kranke und Alte. Sie stammte aus einer Bauernfamilie, verlor früh die Mutter, war wortkarg und suchte keine Aufmerksamkeit. Diese Unscheinbarkeit ist für die ganze Geschichte wichtig: Ihren Namen als Seherin hielt sie fast bis zu ihrem Tod geheim, und dass die Medaille gerade mit ihr verbunden ist, wurde erst später allgemein bekannt.

Die erste Erscheinung im Juli 1830

Ihrem eigenen Bericht nach weckte sie in der Nacht auf das Fest des heiligen Vinzenz im Juli 1830 ein Kind und führte sie in die Kapelle. Dort trat, nach Katharinas Zeugnis, die Gottesmutter zu ihr, setzte sich in einen Sessel beim Altar und sprach lange mit ihr über die schweren Zeiten, die Frankreich und die Kirche erwarteten, und über die Fürsprache, die denen zuteilwird, die darum bitten. Diese erste Erscheinung gab der ganzen Reihe einen vertrauten Ton: Die junge Novizin beschrieb keine donnernde Vision, sondern ein Gespräch, eine leise Zwiesprache, in der ihr ein künftiges Werk anvertraut wurde, das noch nicht ausdrücklich benannt war.

Die zweite Erscheinung im November 1830 und das Bild der Medaille

Die entscheidende Erscheinung geschah im November 1830. Katharina beschrieb, wie sie die Gottesmutter sah, stehend auf der Weltkugel, mit nach unten gesenkten Händen, aus denen nach allen Seiten Lichtstrahlen ausgingen. Um die Gestalt bildete sich ein ovaler Rahmen mit goldener Inschrift. Dann, so ihre Worte, drehte sich das Bild wie eine Medaille, und die Rückseite öffnete sich: der Buchstabe M mit einem Kreuz darüber und zwei Herzen darunter. Ihr wurde gesagt, sie solle nach diesem Bild eine Medaille prägen lassen, und es wurde verheißen, dass die, die sie mit Vertrauen tragen, reiche Gnade empfangen würden. Im Grunde beschrieb die Ordensfrau ein fertiges Werkstück, Vorder- und Rückseite, und es blieb nur noch, die Vision in Metall zu übertragen.

Die Rolle des Beichtvaters Pater Aladel

Katharina selbst konnte weder die Medaille in Auftrag geben noch damit an die kirchliche Obrigkeit herantreten: Die Ordensregel und ihre eigene Verschlossenheit ließen das nicht zu. Alles fiel ihrem Beichtvater zu, dem Priester Jean-Marie Aladel. Anfangs begegnete er den Berichten der Novizin zurückhaltend und wartete ab, prüfte, ob es nicht Selbsttäuschung sei. Erst nach einiger Zeit, nachdem er die Beständigkeit und den gesunden Verstand Katharinas und den Inhalt der Visionen abgewogen hatte, gab er die Sache an den Pariser Erzbischof weiter und erwirkte die Erlaubnis zur Prägung. Diese Vorsicht des Beichtvaters spielte der Medaille später in die Hände: Die Entscheidung fiel nicht überstürzt, sondern nach einer Prüfung, was für die kirchliche Anerkennung von Visionen grundlegend ist.

Die Rue du Bac: wo die Erscheinung geschah

Alles ereignete sich in Paris, im Haus der Kongregation der Barmherzigen Schwestern in der Rue du Bac 140, am linken Ufer der Seine. Gerade in der dortigen Kapelle geschahen, nach dem Zeugnis Katharina Labourés, die Erscheinungen von 1830. Heute ist das eine lebendige Kapelle der Erscheinung der Wundertätigen Medaille, einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte der Stadt: Hierher kommen Millionen Menschen im Jahr, um am Altar zu beten, wo nach der Überlieferung die Gottesmutter mit der jungen Novizin sprach. Der Sessel, in dem sie der Erzählung nach saß, und die bewahrten Reliquien wurden Teil der Verehrung. Die genaue Adresse und die lebendige Kapelle machen die Geschichte der Medaille nicht zu einer abstrakten Legende, sondern binden sie an eine konkrete Pariser Straße, die man auf der Karte finden kann.

Was die Gottesmutter auftrug und verhieß

Der Sinn der Erscheinungen erschöpfte sich nicht in einem schönen Bild. Nach Katharinas Erzählung wurde ihr ein klarer Auftrag gegeben: eine Medaille nach dem geschauten Bild prägen zu lassen und sie zu verbreiten. Mit diesem Auftrag ist die Verheißung verbunden, dass Menschen, die die Medaille mit Vertrauen und Gebet tragen, reiche Gnade empfangen. Besonders betont wurde, dass man mit Glauben bitten müsse, denn die dunklen, nicht strahlenden Steine an Marias Händen bedeuten die Gnaden, um die die Menschen zu bitten vergessen. So erweist sich die Medaille als Antwort auf eine konkrete, in die Vision gelegte Bitte, nicht als abstraktes Erinnerungszeichen. Das Verständnis dieses Auftrags ist wichtig, denn die ganze weitere Geschichte der Prägung und Verteilung wuchs gerade aus diesen Worten, nicht aus einer künstlerischen Absicht.

Eine Einzelheit lohnt es sich im Kopf zu behalten. Alles, was wir auf der heutigen Medaille sehen, ist die Übertragung der beschriebenen Vision: die Haltung der Gestalt, die Strahlen, der Rahmen mit der Inschrift, die Buchstaben und Herzen auf der Rückseite. Deshalb ist die Deutung der Symbolik im Grunde die Entschlüsselung dessen, was eine einzige Augenzeugin beschrieb, und keine freie Fantasie eines Goldschmieds.

Die Milagrosa will eine feine Kette und einen offenen Kragen. Eine dicke Panzerkette erstickt sie.
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Womit man die Wundertätige Medaille trägt

Über die Jahre meiner Arbeit ist die Medaille bei mir durch Dutzende von Looks gegangen, von streng alltäglichen bis zu festlichen. Ich habe hier zusammengetragen, was ihr wirklich hilft, richtig zu liegen, geordnet nach Anlässen. Hier zählt das Feingefühl: Es ist ein Medaillon mit Sinn, und die Kleidung darum sollte auf Ruhe hinarbeiten, nicht auf Lärm.

Womit trägt man die Medaille jeden Tag? Für den Alltagslook empfehle ich eine Silbermedaille an einer feinen Kette über einem schlichten Hemd, einem Rollkragenpullover oder einem Baumwollkleid. Die feine Kette ist hier fast Gesetz: Die Medaille ist oval und reliefiert, sie braucht eine leichte Linie, und ein dickes Panzerglied erdrückt sie und widerstreitet dem Bild. Ein heller Oberteil bringt das Silber zum Leuchten, ein dunkler macht das Medaillon zu einem stillen Akzent am Hals.

Silber, Gold oder blaues Email, was soll man wählen? Ich rate dazu, vom Hautunterton und vom Anlass auszugehen. Zum kühlen Unterton passt Silber, zum warmen Gelbgold, und beides liest sich edel und widerstreitet der Kleidung nicht. Blaues Email empfehle ich denen, die Farbe und Stimmung wollen: Der tiefblaue Grund um die Gestalt ist sanfter als das strenge Metall und belebt das Bild. Zu einem großen Ereignis wähle ich Gold, für jeden Tag Silber.

Welchen Ausschnitt verlangt die Medaille? Einen offenen. Unter einem V-Ausschnitt oder einem offenen Kragen liegt die Medaille genau in der Mitte, an den Schlüsselbeinen, und das Relief liest sich am besten. Unter einem geschlossenen, hohen Kragen rate ich zu einer kürzeren Kette, damit das Medaillon über dem Stoff liegt und nicht darunter versinkt. Ein ruhiger Hintergrund um die Medaille wirkt immer besser als ein bunter.

Welche Kettenlänge würden Sie empfehlen? Die Länge wähle ich nach dem Ausschnitt, nicht umgekehrt. Unter einem offenen Kragen empfehle ich etwa 45 bis 50 cm, damit die Medaille an den Schlüsselbeinen liegt. Unter einem tiefen Ausschnitt für einen festlichen Anlass kann es kürzer sein, 40 bis 45 cm, dann sitzt das Medaillon hoch und liest sich auf der freien Haut. Wenn Sie die Medaille verborgen unter der Kleidung tragen, rate ich zu einer etwas größeren Länge, damit sie ruhig unter das Hemd gleitet.

Wie stellt man die Medaille mit einem Kreuz zusammen? Das ist ein altes und schönes Paar. Ich empfehle, dem Kreuz und der Medaille eine unterschiedliche Länge zu geben, damit sie sich nicht verheddern und verhaken, oder sie an einer Kette in durchdachter Reihenfolge aufzuziehen. Den Sinnschwerpunkt lasse ich gewöhnlich beim Kreuz, und die Medaille liest sich als stille persönliche Ergänzung daneben. Ein Medaillon und ein Kreuz auf einer klaren Linie sind immer stärker als eine Handvoll durcheinander getragener Anhänger.

Und wenn es ein Geschenk zur Taufe ist? Dann rate ich zu Gold oder Silber mit Platz für die Gravur von Namen und Datum auf der Rückseite. Eine solche Medaille wählt man auf Zuwachs und zur Erinnerung, damit der Gegenstand erhalten bleibt und dem Kind als Erwachsenem zufällt. Für einen Säugling legt man die Medaille selbst gewöhnlich nicht an, sondern bewahrt sie bis zum passenden Alter, und umso wertvoller ist es, dass sich Silber über die Jahre leicht auffrischen lässt und Gold gar nicht anläuft. Es ist ein Geschenk, das länger lebt als der Anlass selbst.

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Was auf der Vorderseite der Medaille abgebildet ist

Die Vorderseite, der Avers, ist ein geschlossenes Bild der Fürsprache, in dem jede Einzelheit auf den Gesamtsinn hinarbeitet. Die Komposition ist streng und hat sich seit 1832 kaum verändert. Betrachten wir sie in ihren Teilen, denn über die meisten Elemente gleitet der Blick gewöhnlich hinweg, ohne die hineingelegte Bedeutung zu erfassen.

Die Gottesmutter auf der Weltkugel

Byzantinisches Emailreliquiar als Anhänger, die Fieschi-Morgan-Staurothek, mit Szenen aus dem Leben Christi
Christen trugen jahrhundertelang kleine heilige Bilder am Körper: Dieses byzantinische Reliquiar als Anhänger ist mit Zellenschmelz aus Szenen des Lebens Christi überzogen. Die Wundertätige Medaille setzt dieselbe alte Gewohnheit fort, das Heilige bei sich zu tragen.The Fieschi Morgan Staurotheke, early 9th century. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

In der Mitte der Vorderseite steht die Gottesmutter auf der Weltkugel und tritt mit dem Fuß auf eine Schlange. Die Weltkugel ist ein Bild der ganzen Welt, der ganzen Menschheit, über die sich die Fürsprache ausbreitet. Die Schlange unter ihrem Fuß ist das vertraute biblische Bild des Bösen und der Sünde, besiegt durch die Reinheit. Marias Haltung ist offen, die Hände sind gesenkt und mit den Handflächen zum Betrachter geöffnet, als sei sie bereit, jeden, der herantritt, aufzunehmen und zu beschenken. Anders als bei den strengen Thronbildern der Gottesmutter ist die Gestalt hier stehend und betont den Menschen zugewandt, und diese Zugänglichkeit liest sich sofort ab, noch ehe man die übrigen Einzelheiten bemerkt.

Was die Schlange unter Marias Fuß bedeutet

Unter dem Fuß der Gottesmutter windet sich auf der Vorderseite eine Schlange, und diese Einzelheit trägt eine eigene Bedeutung. Die Schlange ist ein altes biblisches Bild des Bösen, der Sünde und des Versuchers aus dem Buch Genesis. Maria, die sie mit dem Fuß niedertritt, verweist auf die Verheißung von der Frau, deren Nachkomme der Schlange den Kopf zertreten wird, welche die Tradition mit der Gottesmutter und Christus verbindet. Deshalb liest sich die Gestalt auf der Kugel nicht als dekorative Pose, sondern als Bild des Sieges der Reinheit über das Böse im Maßstab der ganzen Welt. Die Weltkugel unter den Füßen und die zertretene Schlange fügen sich zu einer einzigen Aussage: Die Fürsprache Mariens breitet sich über die ganze Erde aus, und die Macht der Sünde ist gebrochen. Diese Einzelheit bemerken nicht alle Besitzer, obwohl sie für das richtige Lesen der Vorderseite und des Bildes der Gottesmutter auf der Kugel entscheidend ist.

Die Strahlen der Gnade aus den Händen

Aus Marias Händen, genauer aus den Ringen und Steinen an ihren Fingern, gehen nach allen Seiten Strahlen aus. Nach der Erklärung, die Katharina selbst gab, sind die Strahlen die Gnade, die die Gottesmutter über die ausgießt, die darum bitten. Hier gibt es eine feine und oft vergessene Einzelheit: Nicht alle Steine auf dem Bild geben Strahlen ab. Nach den Worten der Seherin sind die dunklen, nicht strahlenden Steine jene Gnaden, um die zu bitten die Menschen nicht ahnen. Mit anderen Worten sagt das Bild, dass genau so viel Gnade gegeben wird, wie der Mensch aufzunehmen und zu erbitten bereit ist. Dieser Gedanke von den ungebetenen Gaben ist unmittelbar in das Metall gelegt, obwohl ihn längst nicht jeder Besitzer der Medaille bemerkt.

Die Gebetsinschrift am Rand

Am Rand der Vorderseite verläuft eine Inschrift auf Französisch: «O Marie conçue sans péché, priez pour nous qui avons recours à vous». Auf Deutsch heißt das: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen." Das ist ein kurzes Stoßgebet, und in ihm ist der ganze Gehalt der Medaille verdichtet: die Anrufung Mariens, die Aussage über ihre Empfängnis ohne Sünde und die Bitte um Fürsprache. Die Worte waren Teil der Vision selbst: Der Rahmen mit der Inschrift bildete sich um die Gestalt. Auf heutigen Medaillen findet sich der Text auch auf Latein und in der Sprache des jeweiligen Landes, doch der Sinn bleibt wörtlich erhalten. Gerade dieser Satz verbindet den volkstümlichen Namen der Medaille mit ihrem strengen offiziellen Namen.

Die zwölf Sterne und die himmlische Symbolik

In vielen Fassungen ist die Vorderseite von Sternen gerahmt, und auf der Rückseite sind es genau zwölf. Die zwölf Sterne sind ein unmittelbarer Verweis auf das Bild aus der Offenbarung, wo eine Frau beschrieben wird, mit der Sonne bekleidet, mit einem Kranz aus zwölf Sternen über dem Haupt. Die Tradition liest dieses Bild zugleich als Symbol der Kirche und der Gottesmutter. Die Zahl Zwölf ist in der christlichen Symbolik fest mit der Fülle verbunden: zwölf Apostel, zwölf Stämme, zwölf Tore der himmlischen Stadt. Deshalb stellt der Kranz aus zwölf Sternen die Gestalt Mariens in eine Reihe mit diesen Bildern der Fülle und Vollendung und gibt der Medaille ihren himmlischen Maßstab.

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Was auf der Rückseite der Medaille abgebildet ist

Die Rückseite, der Revers, ist kein Bild mehr, sondern ein Zeichen, fast ein Monogramm. Hier gibt es keine Gestalten, wohl aber einen dichten Knoten von Bedeutungen aus Buchstaben, Kreuzen und Herzen. Der Revers ist ebenso streng kanonisiert wie der Avers, und seine Elemente gehen auf dieselbe Vision vom November 1830 zurück.

Der Buchstabe M mit dem Kreuz darüber

Das Hauptelement der Rückseite ist der große Buchstabe M, über dem sich ein Querbalken mit einem Kreuz erhebt. M steht für Maria, das Kreuz für Christus und Golgota. Ihre Verbindung in einem Zeichen spricht von der unauflöslichen Bindung Mariens an das Kreuz des Sohnes, von ihrem Anteil an der Erlösung. Der Querbalken unter dem Kreuz stützt sich sichtbar auf den Buchstaben, und die ganze Konstruktion liest sich als Aussage: Maria am Fuß des Kreuzes, Maria, die den Erlöser in die Welt brachte. Dieses knappe Zeichen wurde fast zum Logo der gesamten marianischen Symbolik und findet sich weit über die Medaille selbst hinaus, auf Gewändern, Glasfenstern und Grabmalen.

Zwei Herzen: das Jesu und das Mariä

Unter dem Buchstaben M befinden sich zwei Herzen. Das linke ist das Heiligste Herz Jesu, gekrönt mit der Dornenkrone, dem Zeichen des Leidens und der Hingabe für die Menschen. Das rechte ist das Unbefleckte Herz Mariä, durchbohrt von einem Schwert. Das Schwert verweist auf die Weissagung des greisen Simeon, dass ein Schwert die Seele Mariens durchdringen werde, also auf ihren Anteil am Leiden des Sohnes. Zwei Herzen nebeneinander sind ein Bild der doppelten Liebe und des doppelten Opfers, des mütterlichen und des sohnlichen, in einem Punkt zusammengeführt. Das Motiv des durchbohrten Herzens gehört überhaupt zu den stärksten der christlichen Kunst, und auf der Medaille ist es äußerst verdichtet dargeboten, ohne überflüssige Einzelheiten.

Die zwölf Sterne ringsum

Den Revers rahmen im Kreis zwölf Sterne. Sie schließen die Komposition und verbinden beide Seiten der Medaille durch ein einheitliches Motiv. Wie auf der Vorderseite verweisen die Sterne auf die Frau aus der Offenbarung und auf den Kranz der Fülle. Um die Buchstaben und Herzen angeordnet, verwandeln sie die technische Rückseite der Medaille in ein vollendetes Bild des Himmels, der das Geheimnis der Erlösung umgibt. Nichts an ihrer Zahl ist zufällig: nicht zehn und nicht fünfzehn, sondern genau zwölf, und diese Zahl trägt die ganze Last der biblischen Bezüge, von denen oben die Rede war. So erweist sich der Revers, der keine Gestalten hat, als nicht weniger bedeutungsvoll als die Vorderseite.

Warum die Rückseite keine Inschrift trägt

Ein auffälliges Merkmal der Rückseite: Auf ihr steht kein einziges Wort. Der ganze Sinn wird allein durch Zeichen vermittelt, durch den Buchstaben M mit dem Kreuz, die zwei Herzen und den Kranz aus zwölf Sternen. Das ist kein Versäumnis, sondern Teil der Absicht der Vision, in der sich die Rückseite gerade so öffnete. Das Fehlen von Text macht den Revers universal: Er liest sich in jedem Land und in jeder Sprache gleich, weil er ohne Übersetzung verständlich ist. Das Gebet in Schriftform ist ganz der Vorderseite überlassen, während der Revers als verdichtetes Monogramm des Glaubens wirkt, als Zeichen und nicht als Satz. Diese Aufteilung der Rollen zwischen den Seiten, Bild und Worte auf der Vorderseite, reine Symbole auf der Rückseite, verleiht der Medaille Geschlossenheit und erklärt, warum man sie sogar dann erkennt, wenn man die französische Inschrift am Rand nicht lesen kann.

Wie die Medaille zur Wundertätigen wurde: die Prägung von 1832 und die Cholera

Zwischen der Vision von 1830 und dem weltweiten Ruhm der Medaille liegt eine kurze und dramatische Spanne von zwei bis drei Jahren. Gerade die Ereignisse zu Beginn der 1830er Jahre verwandelten den privaten Auftrag einer Ordensfrau in ein Massenphänomen und festigten den volkstümlichen Namen der Medaille.

Die erste Prägung von 1832

Nachdem der Beichtvater die Erlaubnis des Erzbischofs erwirkt hatte, wurde die erste Serie von Medaillen 1832 von einem Pariser Meister nach Zeichnungen geprägt, die die Vision wiedergaben. Die Serie war nach heutigen Maßstäben bescheiden, es ging um anderthalb- bis zweitausend Exemplare. Die Medaillen wurden über die Barmherzigen Schwestern verteilt und verkauft, und anfangs war das eine lokale Pariser Angelegenheit. Niemand plante Werbung oder eine massenhafte Verbreitung. Man ließ die Medaille einfach ins Leben der Stadt hinaus und überließ das Weitere den Umständen. Die Umstände ließen nicht auf sich warten.

Wer die erste Medaille prägte

Die ersten Medaillen fertigte ein Pariser Medailleur nach Entwürfen, die die von Katharina beschriebene Vision wiedergaben. Den Auftrag erteilte ihr Beichtvater, nachdem er die Erlaubnis des Erzbischofs von Paris erhalten hatte, und die Zeichnung wurde so abgestimmt, dass sie die Haltung der Gestalt, die Strahlen, die Inschrift und die Symbole der Rückseite genau wiedergab. Die Arbeit lief auf die für die Zeit übliche Weise der Prägung über einen gravierten Stempel, was ein schnelles Anwachsen der Auflage erlaubte. Die erste Serie war klein, etwa anderthalbtausend Stück, und war zur Verteilung über die Barmherzigen Schwestern bestimmt. Der Name des Meisters wurde nicht Teil der Legende, weil in den Augen der Gläubigen die Gottesmutter selbst als Urheberin des Bildes galt und der Präger die Vision nur in Metall übertrug. Dennoch war es gerade die technische Verfügbarkeit der Prägung, die das künftige explosive Wachstum der Auflage möglich machte.

Die Choleraepidemie in Paris

Altes silbernes Heiligenmedaillon, Museumsexemplar, Detail des Reliefs
Ein kleines silbernes Heiligenmedaillon aus einer Museumssammlung. In den 1830er Jahren gingen solche Dinge zu Tausenden um und wurden während städtischer Notzeiten von Hand zu Hand weitergegeben. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)Devotional medal, silver, The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

Im Jahr 1832 überzog eine schwere Choleraepidemie Paris und forderte in wenigen Monaten Tausende Menschenleben. Die Barmherzigen Schwestern, die mit den Kranken arbeiteten, verteilten die neuen Medaillen an Sterbende und Genesende, an Angehörige und einfach an verängstigte Stadtbewohner. Vor dem Hintergrund des massenhaften Sterbens und der Angst begannen sich um die Medaille Geschichten zu häufen: Ein Hoffnungsloser genas, ein Gleichgültiger fand zum Glauben, ein Verzweifelter fand Trost. Die Menschen brachten diese Wendungen mit dem Medaillon in ihrer Hand in Verbindung. Die Epidemie wirkte wie ein Beschleuniger: In kurzer Zeit gelangte die Medaille im schärfsten Moment ihres Lebens zu einer riesigen Zahl von Menschen, und jeder solche Fall wuchs sich zu einer Erzählung aus.

Die rasche Verbreitung und der volkstümliche Name

Danach wirkte der Effekt des Gerüchts. Die Nachfrage nach der Medaille wuchs lawinenartig, die Prägung wurde ausgeweitet, und in wenigen Jahren ging die Zählung in die Millionen von Exemplaren, die sich über Frankreich und darüber hinaus verbreiteten. Gerade in diesem Moment festigte sich für die Medaille der Unbefleckten Empfängnis ihr zweiter Name: die Wundertätige. Ihn gaben nicht die kirchlichen Obrigkeiten, sondern die Menschen selbst, die mit dem Tragen des Medaillons Wendungen ihres Schicksals verbanden. Die Geschwindigkeit, mit der das bescheidene Pariser Vorhaben zu einem Phänomen von weltweitem Ausmaß wurde, verblüffte die Zeitgenossen und bleibt ein seltenes Beispiel dafür, wie sich ein Gegenstand der Volksfrömmigkeit ohne jede organisierte Bewerbung verbreitet, allein durch die Kraft des Gerüchts.

Wie die Medaille über Frankreich hinausgelangte

Von Paris aus verbreitete sich die Medaille schnell über ganz Frankreich und trat dann über die Grenzen. Getragen wurde sie von den Barmherzigen Schwestern und von Pilgern, Missionare brachten die Medaillons auf andere Kontinente, und schon um die Jahrhundertmitte kannte man die Medaille in Italien, Spanien, den Ländern Lateinamerikas und in Übersee. Billige Fassungen aus unedlen Legierungen erlaubten es, sie zu Tausenden in Pfarreien und Krankenhäusern zu verteilen, und die Schlichtheit des Bildes machte es in jedem Land ohne Worte verständlich. So verwandelte sich das Pariser Vorhaben in wenigen Jahrzehnten in einen der verbreitetsten religiösen Gegenstände der Welt. Der spanische Name Medalla Milagrosa setzte sich gerade auf der Welle dieser Verbreitung in den spanischsprachigen Ländern durch, wo die Medaille Teil der Volksfrömmigkeit wurde, gleichrangig mit den örtlichen Heiligtümern.

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Woraus die Wundertätige Medaille gefertigt wird: Materialien

Das Material der Medaille beeinflusst sowohl das Aussehen als auch den Preis und die Frage, wie lange sie hält. Die Bandbreite ist hier sehr groß: von fast kostenlosen Aluminiummedaillons, die in Pfarreien verteilt werden, bis zu silbernen und goldenen Fassungen auf dem Niveau eines Familienerbstücks. Betrachten wir die wichtigsten Varianten einzeln.

Silber

Silber ist das klassische Material für religiöse Medaillen und ein sinnvoller Mittelweg zwischen Preis und Aussehen. Es gibt einen edlen, kühlen Glanz, hält das feine Relief gut, und das Relief ist für diese Medaille entscheidend: Auf dem kleinen Oval müssen die Gestalt, die Strahlen, die Buchstaben und die Herzen Platz finden. Silber 925 ist eine feste Legierung, tauglich für das tägliche Tragen. Mit der Zeit läuft es dunkel an, doch das lässt sich leicht beheben, und die Patina in den Vertiefungen betont das Bild sogar. Eine Silbermedaille ist einem Mann und einer Frau gemäß, als persönlicher Gegenstand ebenso wie als ein Geschenk mit Gewicht, das man mit Bedacht überreichen möchte.

Gold und Vergoldung

Eine Goldmedaille ist das Niveau eines Erbstücks, das man weitergeben möchte. Gold läuft nicht an und überdauert bei sorgsamem Umgang mehrere Generationen, was für einen Gegenstand wertvoll ist, den man zu einem großen Anlass wie Taufe oder Firmung schenkt. Gelbgold wird traditionell mit religiösen Medaillons verbunden und wirkt warm auf der Haut. Eine erschwinglichere Alternative ist eine gute Vergoldung über Silber: das Aussehen von Gold für weniger Geld, allerdings mit dem Vorbehalt, dass die Auflage Sorgfalt verlangt. Der Unterschied zwischen massivem Gold und einer Auflage zeigt sich vor allem in der Haltbarkeit, und eine Goldmedaille wählt man gewöhnlich gerade dann, wenn man mit Jahrzehnten rechnet.

Unedle Metalle und Aluminium

Ein riesiger Teil der Wundertätigen Medaillen weltweit sind billige Medaillons aus Aluminium, Messing oder anderen unedlen Legierungen. Gerade solche verteilt man in Wallfahrtszentren, legt sie in Karten, steckt sie Säuglingen an die Kleidung. Ihre Aufgabe liegt nicht in der Schönheit des Metalls, sondern in der Zugänglichkeit: dass jeder eine Medaille bekommen kann, unabhängig vom Vermögen. Solche Fassungen sind leicht, wiegen fast nichts und lassen sich im Fall eines Verlusts mühelos ersetzen. Für viele Gläubige hängt der Wert der Medaille überhaupt nicht mit dem Preis des Materials zusammen, und ein einfaches Aluminiummedaillon bedeutet seinem Besitzer nicht weniger als ein silbernes.

Blaues Email und farbige Fassungen

Eine eigene, gut erkennbare Spielart ist die Medaille mit blauem Email, bei der der Grund um die Gestalt Mariens in tiefem Blau ausgefüllt ist. Blau wird traditionell mit der Gottesmutter verbunden, und die Emailfassung wirkt schmuckvoller und sanfter als das strenge Metall. Email wird sowohl auf die Vorderseite als auch, seltener, auf Einzelheiten der Rückseite aufgetragen. Solche Medaillen sind im Tragen etwas empfindlicher, weil Email bei einem Stoß absplittern kann, dafür sind sie ausdrucksstärker und gefallen oft denen, die das Medaillon als farbigen Schmuck wählen und nicht als strenges, zurückhaltendes religiöses Zeichen. Die Form bleibt dabei kanonisch: dasselbe senkrechte Oval.

Welche Größen die Medaille hat

Die Wundertätige Medaille wird in einer großen Bandbreite von Größen gefertigt, und die Wahl hängt davon ab, wer sie wie tragen wird. Ganz kleine Medaillons, kürzer als ein Zentimeter an der langen Achse, wählt man für Säuglinge und für die, die die Medaille unauffällig unter der Kleidung tragen möchten. Die mittlere Größe, etwa anderthalb bis zwei Zentimeter, ist die gängigste: Auf ihr liest sich das Relief der Gestalt, der Strahlen und der Symbole gut, und sie liegt bequem auf der Brust. Große Medaillen, näher an drei Zentimetern und mehr, wählt man als auffälliges Brustzeichen oder als Gegenstand für den häuslichen Hausaltar, nicht für das tägliche Tragen. Von der Größe hängen auch das Gewicht und die Frage ab, wie klar die feinen Einzelheiten ausgearbeitet sind, deshalb wählt man für das tägliche Tragen gewöhnlich die mittlere Variante.

Die Medaille mit Gravur von Namen und Datum

Eine häufige Praxis ist die Gravur auf der Rückseite oder am Rand der Medaille. Aufgetragen werden der Name des Besitzers, das Datum der Taufe, der Firmung oder eines anderen Ereignisses, manchmal ein kurzer Wunsch. Die Gravur verwandelt ein serienmäßiges Medaillon in einen persönlichen Gegenstand mit Bindung an einen konkreten Menschen und Tag, und gerade deshalb schenkt man die Medaille so oft zu wichtigen Wegmarken des christlichen Lebens. Auf der Rückseite ist wegen der dichten Symbolik wenig Platz für Text, deshalb graviert man häufiger am Rand oder wählt eine Fassung mit glattem Feld. Eine solche namentliche Medaille wirkt gut als künftiges Familienerbstück: Nach Jahren lässt sich an der Inschrift genau sagen, wem und zu welchem Anlass sie überreicht wurde. Für ein Geschenk zur Taufe gilt die Gravur von Namen und Datum als nahezu unverzichtbare Einzelheit.

Die Wahl des Materials ist im Grunde die Wahl zwischen Haltbarkeit, Preis und Charakter des Gegenstands. Weiter unten, im Abschnitt darüber, wem man die Medaille schenkt, wird sich zeigen, dass man das Material oft nach dem Anlass wählt: teures Gold zur Taufe, praktisches Silber für jeden Tag, ein einfaches Medaillon für einen Säugling oder Pilger.

Bedeutung und Symbolik: woran man glaubt und wo die Grenze verläuft

Ein Gespräch über die Medaille wäre unvollständig ohne einen ehrlichen Blick darauf, was man ihr genau zuschreibt und wie man dazu steht. Hier ist es wichtig, das Gleichgewicht zwischen dem Respekt vor dem Glauben und der Nüchternheit zu halten, ohne das religiöse Zeichen in einen magischen Talisman zu verwandeln.

Die Unbefleckte Empfängnis als Kern der Bedeutung

Der theologische Kern der Medaille ist das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis der Gottesmutter, also davon, dass sie von der Empfängnis an vor der Erbsünde bewahrt wurde. Die Medaille erschien mehr als zwei Jahrzehnte vor der offiziellen Verkündigung dieses Dogmas, und ihre Verbreitung gilt als einer der Faktoren, die den Boden dafür bereiteten. Die Inschrift am Rand bekennt diesen Gedanken unmittelbar. Deshalb ist die Medaille für den Gläubigen kein Schutzzeichen im heidnischen Sinn, sondern ein sichtbares Glaubensbekenntnis und eine Weise, täglich eine konkrete theologische Wahrheit vor Augen zu haben und nicht ein abstraktes Glück.

Gnade und Fürsprache, nicht Magie

Das kirchliche Verständnis der Medaille ist weit von der Magie entfernt. Man geht davon aus, dass die Medaille für sich allein nicht automatisch wirkt und nicht wie ein Amulett mit Kraft ausgestattet ist. Sie versteht sich als Zeichen des Vertrauens auf die Fürsprache Mariens und als Erinnerung an das Gebet. Die Gnade, von der die Strahlen auf der Vorderseite sprechen, wird von Gott aus Glauben und Gebet gegeben, nicht aus dem Metall herausgezogen. Diese Grenze sprechen auch die kirchlichen Texte selbst aus: Die Medaille ist ein Sakramentale, ein Hilfszeichen, keine Quelle von Kraft. Der Unterschied ist fein, aber grundsätzlich, und gerade er trennt eine gesunde Verehrung vom Aberglauben.

Glaube und gesunde Skepsis

Ein nüchterner Blick hebt den Respekt nicht auf. Die Geschichten über Heilungen, die mit der Medaille verbunden werden, sind Zeugnisse des Glaubens und der Erfahrung von Menschen, keine klinischen Protokolle, und die Kirche selbst geht mit solchen Berichten vorsichtig um und prüft sie über Jahre. Der Skeptiker darf in der Verbreitung der Medaille die Soziologie von Angst und Hoffnung der Choleraepoche sehen, und das ist eine redliche Sichtweise. Der Gläubige sieht das Wirken der Gnade. Beide Positionen können ohne Feindschaft nebeneinander bestehen: Die eine beschreibt die Mechanik des Ereignisses, die andere seinen Sinn. Die Medaille bleibt ein starkes kulturelles und geistliches Symbol, unabhängig davon, von welcher Seite man sie betrachtet.

Ist die Medaille ein Schutzzeichen oder ein Glaubensbekenntnis

Das Wort Schutzzeichen wendet man auf die Wundertätige Medaille oft an, aber mit Vorbehalt. In der Alltagssprache nennt man jeden Gegenstand, den man zum Schutz trägt, ein Schutzzeichen, und in diesem Sinn fällt die Medaille darunter. Das kirchliche Verständnis ist ein anderes: Die Medaille wirkt nicht wie ein Amulett mit eigener Kraft, sie ist ein Zeichen des Vertrauens auf die Fürsprache Mariens und eine Erinnerung an das Gebet. Der Unterschied ist grundsätzlich. Ein Schutzzeichen im heidnischen Sinn wirkt aus sich selbst, die Medaille aber weist nur auf Gott und das Gebet hin, durch die die Hilfe gegeben wird. Deshalb nennt man sie richtiger nicht ein Schutzzeichen, sondern ein Devotionale oder Sakramentale, ein Hilfszeichen des Glaubens. Für den Gläubigen ist sie ein Bekenntnis, kein Talisman, und gerade diese Grenze trennt die gesunde Verehrung vom Aberglauben, von dem oben die Rede war.

Wie man die Wundertätige Medaille trägt

Die Medaille trägt man sehr unterschiedlich, vom streng religiösen Gebrauch bis zum alltäglichen Schmuck mit Sinn. Allgemeine, feste Regeln gibt es hier wenige, doch es haben sich Traditionen herausgebildet, die man kennen sollte, wenn man wählt, wie man sie selbst trägt oder verschenkt.

An einer Kette um den Hals

Die verbreitetste Weise ist die Medaille an einer Kette um den Hals, am Herzen, unter der Kleidung oder darüber. Die ovale Form und die senkrechte Ausrichtung des Bildes sind gerade auf ein solches Tragen berechnet: Die Gestalt Mariens steht richtig, wenn die Medaille mit der langen Achse nach unten hängt. Die Länge der Kette wählt man so, dass die Medaille auf der Brust liegt und sich das Relief lesen lässt. Für das tägliche Tragen nimmt man eine feste Kette mittlerer Dichte, damit ein zu feines Glied nicht durchscheuert. Viele tragen die Medaille ständig, jahrelang ohne sie abzulegen, und dann ist die Zweckmäßigkeit der Befestigung wichtiger als das Dekorative.

Zusammen mit dem Kreuz und anderen Medaillons

Die Wundertätige Medaille trägt man oft zusammen mit einem Kreuz, und das ist eine alte Tradition. Das Kreuz ist das allgemeine Zeichen des Glaubens, die Medaille eine konkrete marianische Anrufung, und zusammen widerstreiten sie einander nicht, sondern ergänzen sich. Manchmal fügt man ein Medaillon des Schutzheiligen oder ein Skapulier hinzu. Damit die Verbindung nicht zu einem verworrenen Knäuel wird, gibt man der Medaille und dem Kreuz besser eine unterschiedliche Länge oder trägt sie an einer Kette in durchdachter Reihenfolge. Der Sinnschwerpunkt bleibt dabei gewöhnlich beim Kreuz, und die Medaille liest sich als persönliche marianische Ergänzung dazu.

Alltäglich und unauffällig

Ein beträchtlicher Teil der Besitzer trägt die Medaille verborgen, unter dem Hemd oder dem Kleid, als stillen persönlichen Gegenstand und nicht als auffälliges Zeichen. Für ein solches Tragen wählt man glatte, sich nicht am Stoff verhakende Medaillons und eine bequeme Länge, damit die Medaille nicht nach außen rutscht und nicht stört. In diesem Modus wirkt die Medaille als innere Stütze: Niemand sieht sie, doch der Besitzer weiß, dass sie bei ihm ist. Diese Weise des Tragens kommt der ursprünglichen Absicht am nächsten, in der die Medaille ein Gegenstand persönlicher Frömmigkeit ist und keine öffentliche Aussage über sich selbst.

Darf man die Medaille tragen, ohne sie abzulegen

Viele tragen die Wundertätige Medaille ständig, jahrelang, ohne sie unter der Dusche oder im Schlaf abzulegen, und dagegen gibt es kein Verbot. Die Medaille verlangt keine besonderen Riten und verliert ihren Sinn nicht dadurch, dass der Besitzer sie nicht ablegt. In der Praxis sind die technischen Kleinigkeiten wichtiger: Für das tägliche Tragen nimmt man eine feste Kette, damit ein zu feines Glied nicht durchscheuert, und ein Material, das gegen Wasser und Schweiß beständig ist. Silber kann durch den ständigen Kontakt mit der Haut dunkel anlaufen, lässt sich aber leicht reinigen, während unedle Legierungen mitunter schneller oxidieren. Wer die Medaille buchstäblich ohne Ablegen tragen möchte, wählt vernünftigerweise Silber oder Gold und einen zuverlässigen Verschluss. Für den Gläubigen kommt das ständige Tragen gerade dem Sinn der Medaille als stiller persönlicher Stütze am nächsten.

Wie man die Medaille pflegt

Die Pflege hängt vom Material ab. Eine Silbermedaille läuft mit der Zeit dunkel an, und das ist normal: Die Patina nimmt man mit einem weichen Silbertuch oder einem milden Spezialmittel ab und achtet darauf, die Vertiefungen des Reliefs nicht zuzusetzen, wo der dunkle Ton das Bild sogar betont. Gold verlangt fast keine Pflege, es genügt, es mit einem weichen Tuch abzuwischen. Vergoldete und emaillierte Fassungen sind empfindlicher: Auflage und Email fürchten Stöße und grobe Pasten, deshalb wäscht man sie nur sanft. Jede Medaille legt man besser vor dem Kontakt mit Haushaltschemie, chloriertem Wasser und Kosmetik ab, die das Anlaufen beschleunigen. Eine einfache Regel: Je sorgsamer der Umgang, desto länger liest sich das Relief der Gestalt und der Symbole. Bei guter Pflege hält selbst ein preiswertes Medaillon lange und bewahrt sein Aussehen.

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Wem man die Wundertätige Medaille schenkt

Die Medaille ist eines der traditionellsten religiösen Geschenke der katholischen Kultur, und fast immer überreicht man sie zu einem konkreten Anlass, der mit den Wegmarken des christlichen Lebens verbunden ist. Betrachten wir die wichtigsten Situationen, denn vom Anlass hängen sowohl die Wahl des Materials als auch der Ton des Geschenks ab.

Zur Taufe

Die Taufe eines Kindes ist ein klassischer Anlass, eine Wundertätige Medaille zu schenken. Die Paten oder Angehörigen schenken eine silberne oder goldene Medaille als erstes geistliches Zeichen im Leben des Neugeborenen, oft mit dem Gedanken, dass der Gegenstand erhalten bleibt und dem Kind als Erwachsenem zufällt. Die Medaille ist in diesem Fall sowohl ein Zeichen des Segens und der Begleitung im christlichen Sinn als auch ein künftiges Familienerbstück. Auf die Rückseite graviert man nicht selten Namen und Datum der Taufe und verwandelt das Medaillon in einen Erinnerungsgegenstand mit Bindung an einen konkreten Tag. Für einen Säugling legt man die Medaille selbst gewöhnlich nicht an, sondern bewahrt sie bis zum passenden Alter.

Zur Firmung und Erstkommunion

Die Firmung, also die Salbung mit Chrisam, und die Erstkommunion sind wichtige Stufen des Erwachsenwerdens im Glauben, und die Medaille schenkt man dazu sehr oft. Hier ist das Geschenk schon an ein Kind oder einen Jugendlichen mit Bewusstsein gerichtet, deshalb wählt man die Medaille nicht selten so, dass man sie sofort tragen kann: eine silberne an einer festen Kette. Der Sinn des Geschenks liegt darin, einen selbstständigen Schritt im Glauben durch ein sichtbares Zeichen zu markieren, das beim Menschen bleibt. Es ist der Moment, in dem die Medaille zum ersten Mal zum persönlichen Gegenstand des Beschenkten wird und nicht ein im Kästchen bewahrter Gegenstand, und deshalb geht man mit ihrer Wahl besonders aufmerksam um.

Zum Namenstag und als Geschenk für einen Gläubigen

Die Medaille ist auch außerhalb der großen Riten gemäß: zum Namenstag, zum Tag des Schutzengels, einfach als Zeichen der Aufmerksamkeit für einen gläubigen Menschen. In diesem Fall sagt das Geschenk, dass der Schenkende den Glauben des Beschenkten kennt und achtet. Für einen Erwachsenen wählt man häufiger Silber oder Gold mit gutem Relief, für einen Menschen, der Farbe schätzt, die blaue Emailfassung. Ein solches Geschenk ist feinfühlig: Es drängt sich nicht auf, sondern erkennt an, was dem anderen wichtig ist. Wer verstehen möchte, wie sich die Medaille in eine breitere Reihe von Schutz- und Bedeutungsmedaillons einfügt, dem lohnt ein Blick auf die verwandten Betrachtungen über getragene Zeichen, von denen oben die Rede war.

Einem Kranken und einem, der sich auf den Weg macht

Ein eigener Anlass ist die Unterstützung eines Menschen in einer schweren Stunde: Krankheit, Operation, eine weite oder gefährliche Reise. Hier wirkt die Medaille als Zeichen der Fürsorge und der betenden Begleitung, ein Gegenstand, den man daneben legt oder mit Worten der Begleitung anlegt. Gerade aus einem solchen Gebrauch zur Zeit der Cholera wuchs der volkstümliche Name der Medaille. Für diesen Anlass eignet sich jedes Material, bis hin zu einem einfachen leichten Medaillon, denn der Wert liegt hier nicht im Metall, sondern in der Geste. Die Medaille in der Hand eines Kranken oder in der Tasche eines Abreisenden ist eine Weise, ohne Pathos zu sagen: Ich denke an dich und bete.

Darf man die Medaille einem Ungetauften schenken

Ein striktes Verbot, die Wundertätige Medaille einem ungetauften oder nicht kirchlich verwurzelten Menschen zu schenken, gibt es nicht, und solche Geschenke sind keine Seltenheit. Die Medaille überreicht man oft als Zeichen der Fürsorge, des kulturellen Respekts oder der Familienerinnerung, und der Beschenkte darf sie tragen, wie er möchte. Man sollte nur bedenken, dass sie für Gläubige ein konkretes Bekenntnis des Glaubens an Maria ist und kein universaler Talisman, deshalb begleitet man das Geschenk passenderweise mit einer Erläuterung, was es bedeutet. Es sind Geschichten bekannt, in denen gerade eine aus Freundschaft geschenkte Medaille zum Anfang eines Weges zum Glauben bei einem zuvor fernstehenden Menschen wurde. Den Sinn aufzudrängen ist nicht nötig: Die Medaille wirkt feinfühlig, als stilles Zeichen der Aufmerksamkeit für das innere Leben des anderen, und die Entscheidung, was sie für ihn wird, bleibt beim Beschenkten selbst.

Woraus die Wunderbare Medaille besteht: ein Materialvergleich
MaterialAussehen und PflegeFür wen geeignetHaltbarkeit
Gold 14-18KLäuft nicht an, sanfte Reinigung, teuer bei VerlustTaufe, Firmung, Erbstück zum Weitergeben
Silber 925Edler Glanz, klares Relief, läuft an und lässt sich reinigenFür jeden Tag, ein Geschenk mit Gewicht, Gravur
Blaue Emaille auf MetallFestlicher blauer Hintergrund, die Emaille kann absplitternFür alle, die Farbe und Ausdruck lieben
Aluminium und MessingLeicht, günstig, bei Verlust leicht zu ersetzenPilger, Säugling, Beistand für Kranke

Wie sich die Wundertätige Medaille von der Benediktusmedaille unterscheidet

Die Wundertätige Medaille stellt man oft neben eine andere berühmte katholische Medaille, die Benediktusmedaille, und verwechselt ihre Bestimmung. Zwischen ihnen besteht ein grundsätzlicher Unterschied sowohl in der Herkunft als auch im Sinn, und den sollte man verstehen, um das Medaillon bewusst zu wählen.

Verschiedene Herkunft und verschiedenes Alter

Die Benediktusmedaille wurzelt in der mittelalterlichen Mönchstradition und ist mit dem Orden der Benediktiner verbunden, ihr Bild und ihre Formeln bildeten sich über Jahrhunderte. Die Wundertätige Medaille dagegen hat ein genaues Geburtsdatum: die Visionen von 1830 und die Prägung von 1832. Die eine wuchs von unten, aus jahrhundertelangem Gebrauch, die andere erschien auf einmal, aus einem konkreten Ereignis mit einer bekannten Zeugin. Die vollständige Geschichte der Symbolik des benediktinischen Medaillons ist in einem eigenen Beitrag über die Benediktusmedaille behandelt, und schon an den Daten sieht man, wie verschieden diese Dinge ihrer Natur nach sind.

Verschiedene Symbole und verschiedene Bestimmung

Verschieden sind auch die Bilder selbst und der hineingelegte Sinn. Auf der Benediktusmedaille sind der Heilige selbst, ein Kreuz und lateinische Buchstaben angebracht, die sich zu kurzen Gebets- und Bannformeln gegen das Böse fügen. Man verbindet sie traditionell mit Schutz und geistlichem Kampf. Die Wundertätige Medaille ist ganz und gar marianisch: In der Mitte steht die Gottesmutter, das Thema der Unbefleckten Empfängnis und der Fürsprache. Die eine Medaille wendet sich über den heiligen Mönch an Christus und legt den Akzent auf den Schutz vor dem Bösen, die andere wendet sich an Maria und legt den Akzent auf Gnade und mütterliche Obhut. Tragen kann man sie auch zusammen, aber ihren Sinn sollte man nicht vermischen.

Darf man beide Medaillen zusammen tragen

Die Wundertätige Medaille und die Benediktusmedaille gleichzeitig zu tragen ist möglich, und viele tun das. Sie widerstreiten einander nicht, weil sie sich an verschiedene Fürsprecher wenden und verschiedene Aufgaben erfüllen: die eine an Maria mit Betonung von Gnade und mütterlicher Obhut, die andere über den heiligen Mönch an Christus mit Betonung des Schutzes vor dem Bösen. Zusammen fügen sie sich zu einer Verbindung, in der das Marianische und das Schützende einander ergänzen. Damit die Medaillons sich nicht verheddern und verhaken, gibt man ihnen eine unterschiedliche Länge oder zieht sie an einer Kette in durchdachter Reihenfolge auf, oft mit einem Kreuz als Sinnschwerpunkt. Ihre Bedeutung zu vermischen lohnt nicht: Jede Medaille bewahrt ihr Thema, und der Wert liegt gerade darin, dass sie verschieden und nicht austauschbar sind.

Wie sich die Medaille von den Votiven, den Milagros, unterscheidet

Eine weitere Verwechslung entsteht durch den spanischen Namen. Medalla Milagrosa, die Wundertätige Medaille, klingt nahe an dem Wort milagros, mit dem man in der spanischsprachigen Tradition Votivanhänger bezeichnet. Das sind völlig verschiedene Dinge, und sie lassen sich durch den Gleichklang leicht verwechseln.

Was Milagros sind

Milagros sind kleine Metallfiguren in Form einer Hand, eines Beins, eines Herzens, eines Auges, eines Tieres oder einer kleinen menschlichen Gestalt, die man im Volkskatholizismus Spaniens, Mexikos und Lateinamerikas als Votivgabe zu den Bildern der Heiligen bringt. Mit ihnen dankt man für eine Heilung oder bittet um sie, indem man die Figur, das Symbol des betreffenden Körperteils oder Lebensbereichs, an die Kleidung der Statue, an den Altar oder an eine besondere Tafel steckt. Das ist die Sprache des Gelübdes und des Dankes, aufgefächert in verständliche Zeichen. Ausführlich ist die Tradition der Votivanhänger in einem eigenen Beitrag über Milagros und Votivanhänger behandelt.

Worin der Unterschied zur Wundertätigen Medaille besteht

Der Unterschied ist tief, trotz des Gleichklangs. Die Wundertätige Medaille ist ein streng festgelegtes Bild mit fester Bildsprache, das man als persönliches Zeichen des Glaubens an sich trägt. Milagros sind eine Vielzahl verschiedener symbolischer Figuren, die man nicht ständig trägt, sondern beim Heiligtum darbringt und zurücklässt als materialisierte Bitte oder Dank. Das eine ist ein Devotionale zum Tragen am Herzen, das andere eine Votivgabe, Teil eines rituellen Zwiegesprächs mit dem Himmel. Verwandt sind sie nur durch den Wortstamm vom Wunder und die gemeinsame katholische Welt, doch Funktion, Form und Gebrauchsweise sind bei ihnen grundlegend verschieden.

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Fakten, die überraschen

Um die Wundertätige Medaille hat sich viel Unerwartetes angesammelt, und diese Einzelheiten verdienen einen eigenen Abschnitt. Viele von ihnen verändern den Blick auf das vertraute ovale Medaillon.

Die Medaille erschien vor dem Dogma

Eine der erstaunlichsten Einzelheiten in der Chronologie. Die Medaille mit der Inschrift über die ohne Sünde empfangene Maria begann sich über die Welt zu verbreiten, mehr als zwei Jahrzehnte bevor die Unbefleckte Empfängnis offiziell zum Dogma verkündet wurde. Es zeigt sich, dass die Volksverehrung und die Medaille der kirchlichen Bestimmung vorauseilten, und die Verbreitung des Medaillons gilt rückblickend als einer der Faktoren, die die Verkündigung vorbereiteten. Ein seltener Fall, in dem ein Gegenstand der Frömmigkeit der theologischen Formulierung voraus war und nicht ihr folgte.

Der Leib der Seherin wurde unverwest gefunden

Katharina Labouré starb 1876 und bewahrte das Geheimnis ihres Namens fast bis zum Ende. Als über ein halbes Jahrhundert später, bei der Vorbereitung ihrer Verherrlichung, ihre Gebeine erhoben wurden, beschrieben Zeugen den Leib als unverwest erhalten. Diese Tatsache wurde Teil ihrer Verehrung und eines der Argumente bei der Heiligsprechung. Die Unverwestheit gilt in der katholischen Tradition als ein mögliches, wenn auch nicht notwendiges Zeichen der Heiligkeit, und im Fall Labourés machte sie auf die Zeitgenossen einen starken Eindruck.

Die berühmte Bekehrung eines Ungläubigen

Eine der lautesten Geschichten um die Medaille ist die Bekehrung eines jungen Mannes aus einer nichtchristlichen Familie in den 1840er Jahren. Nach seinem eigenen Bericht willigte er ein, die Medaille eher aus Neugier und aus einer Wette zu tragen, als Skeptiker, und erlebte nach kurzer Zeit eine plötzliche Bekehrung zum Glauben, die sein ganzes Leben veränderte. Diese Geschichte wurde seinerzeit lebhaft besprochen und wurde zu einem der meistzitierten Zeugnisse im Zusammenhang mit der Medaille und festigte ihren Ruf unter den Zeitgenossen.

Die Seherin schwieg fast ihr ganzes Leben

Bemerkenswert ist die Bescheidenheit Katharinas selbst. Nachdem sie die Visionen empfangen und über den Beichtvater die Prägung der Medaille erwirkt hatte, die sich millionenfach verbreitete, nutzte sie das weder für Ruhm noch für Stellung. Fast vierzig Jahre lebte sie als gewöhnliche Barmherzige Schwester, pflegte Alte, und erst kurz vor dem Tod offenbarte sie, dass die Medaille gerade mit ihr verbunden ist. Ein solches jahrzehntelanges Schweigen bei weltweiter Bekanntheit des Gegenstands selbst macht ihre Gestalt vor dem Hintergrund vieler anderer Seher besonders ungewöhnlich.

Millionen Exemplare in wenigen Jahren

Die Geschwindigkeit der Verbreitung der Medaille in den 1830er Jahren verblüffte schon die Zeitgenossen. Von der bescheidenen ersten Serie von anderthalb- bis zweitausend Stück stieg die Zählung in wenigen Jahren in die Millionen, und das in einer Epoche ohne jede Massenwerbung und schnelle Kommunikationsmittel. Der Motor war das Gerücht und die Verteilung über die Barmherzigen Schwestern während der Epidemie. Für einen Gegenstand der Volksfrömmigkeit ist das ein seltenes und fast rekordhaftes Tempo, vergleichbar mit den bekanntesten religiösen Symbolen Europas.

Die blaue Farbe ist kein Zufall

Die bekannte Emailfassung mit blauem Grund stützt sich nicht auf eine Laune des Gestalters, sondern auf eine alte Tradition. Blau und Hellblau sind in der christlichen Kunst fest mit der Gottesmutter verbunden, mit ihrem Mantel und dem Himmel, und teure blaue Pigmente bewahrte man jahrhundertelang gerade für die Darstellungen Mariens. Deshalb ist die blaue Wundertätige Medaille die Fortsetzung eines jahrhundertealten Farbcodes, in dem Blau als marianisch gelesen wird, noch ehe man die Gestalt auf dem Medaillon erkennt.

Die Medaille hat ihr eigenes Fest

Die Wundertätige Medaille hat einen eigenen Tag im kirchlichen Kalender: der 27. November, das Datum der entscheidenden Erscheinung von 1830, wird als Fest der Erscheinung der Wundertätigen Medaille begangen. An diesem Tag hält man in vielen Kirchen, und besonders in der Kapelle in der Rue du Bac, feierliche Gottesdienste und segnet neue Medaillen. Ein eigenes Fest für ein Devotionale ist eine Seltenheit: Häufiger ist die Verehrung an einen Heiligen oder ein Ereignis gebunden und nicht an den Gegenstand selbst. Hier aber ist im Kalender gerade der Tag verankert, an dem der Überlieferung nach das Bild der künftigen Medaille erschien. Das zeigt einmal mehr, wie fest die Medaille in das kirchliche Leben eingegangen ist: nicht als private Frömmigkeit Einzelner, sondern als Phänomen mit eigenem Datum, eigenen Gottesdiensten und einer beständigen Tradition der Verehrung.

Die Wunderbare Medaille: Wahrheit und Mythen
Die Wunderbare Medaille und die Votiv-Milagros sind dasselbe
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Die Medaille entstand vor dem offiziellen Dogma der Unbefleckten Empfängnis
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Die Medaille wirkt wie ein Amulett und handelt von selbst
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Die zwölf Sterne auf der Medaille verweisen auf ein Bild aus der Offenbarung
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Die Medaille darf nur ein tief gläubiger Kirchgänger tragen
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Häufige Fragen

Sind die Wundertätige Medaille und die Milagrosa-Medaille dasselbe?

Ja. Medalla Milagrosa ist der spanische Name derselben Medaille, und médaille miraculeuse der französische. All das übersetzt sich als Wundertätige Medaille und bezeichnet ein und dasselbe ovale Medaillon der Unbefleckten Empfängnis mit der Gottesmutter auf der Vorderseite und dem Buchstaben M, zwei Herzen und Sternen auf der Rückseite. Die Verwechslung entsteht nur durch den Gleichklang mit dem Wort milagros, mit dem man ganz andere Votivfiguren bezeichnet.

Darf ein nicht kirchlich verwurzelter oder nicht gläubiger Mensch die Medaille tragen?

Aus Sicht des Respekts vor dem Symbol ist das eine persönliche Wahl. Viele tragen die Medaille als kulturelles und Familienzeichen, das von den Angehörigen stammt, oder als schönes Medaillon mit Sinn. Man sollte bedenken, dass sie für Gläubige ein konkretes Bekenntnis des Glaubens an Maria ist und kein abstraktes Schutzzeichen, deshalb ist es angemessen, ihr mit Respekt vor ihrem Gehalt zu begegnen. Formelle Verbote für das Tragen gibt es nicht, Riten verlangt die Medaille nicht.

Was bedeutet die Inschrift auf der Medaille?

Die französische Inschrift «O Marie conçue sans péché, priez pour nous qui avons recours à vous» übersetzt sich als „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen." Das ist ein kurzes Stoßgebet, das die Unbefleckte Empfängnis bekennt und um die Fürsprache Mariens bittet. Auf heutigen Medaillen findet sich derselbe Satz auf Latein oder in der Sprache des Landes, doch der Sinn bleibt stets wörtlich erhalten.

Warum sind es auf der Rückseite gerade zwölf Sterne?

Die zwölf Sterne verweisen auf das Bild aus der Offenbarung, wo eine Frau beschrieben wird, mit der Sonne bekleidet, mit einem Kranz aus zwölf Sternen. Die Zahl Zwölf ist in der christlichen Symbolik mit der Fülle verbunden: zwölf Apostel, zwölf Stämme. Deshalb gibt der Kranz aus zwölf Sternen um die Buchstaben und Herzen auf der Rückseite der Medaille einen himmlischen Maßstab und verbindet sie mit dem traditionellen Bild der Kirche und der Gottesmutter.

Wie unterscheidet sich die Wundertätige Medaille von der Benediktusmedaille?

Das sind ihrer Natur nach verschiedene Dinge. Die Benediktusmedaille wuchs aus der mittelalterlichen Mönchstradition, trägt das Bild des Heiligen und lateinische Formeln gegen das Böse, man verbindet sie mit Schutz. Die Wundertätige Medaille entstand aus den Visionen von 1830, ist ganz der Gottesmutter und dem Thema der Unbefleckten Empfängnis gewidmet, man verbindet sie mit Gnade und Fürsprache. Tragen kann man sie zusammen, doch ihr Sinn ist verschieden.

Welches Material soll man für die Medaille wählen?

Das hängt vom Anlass und Budget ab. Silber ist der vernünftige Mittelweg: edles Aussehen, klares Relief, Tauglichkeit für das tägliche Tragen. Gold nimmt man als Erbstück zu einem großen Ereignis und zur Weitergabe. Einfache Medaillons aus Aluminium oder Messing sind gut, wenn die Zugänglichkeit wichtig ist und nicht das Metall. Die blaue Emailfassung eignet sich für den, der Farbe und ein schmuckvolleres Aussehen möchte. Der Wert der Medaille hängt für den Gläubigen nicht vom Preis des Materials ab.

Schenkt man die Medaille zur Taufe und zur Firmung?

Ja, das sind einige der häufigsten Anlässe. Zur Taufe schenkt man häufiger eine silberne oder goldene Medaille, nicht selten mit Gravur von Namen und Datum, mit dem Blick auf ein künftiges Erbstück. Zur Firmung und Erstkommunion schenkt man eine Medaille, die der Jugendliche sofort tragen kann. In beiden Fällen ist der Sinn derselbe: eine wichtige Stufe des christlichen Lebens durch ein sichtbares und dauerhaftes Zeichen zu markieren.

Stimmt es, dass die Medaille heilt?

Die Kirche versteht die Medaille nicht als ein automatisch wirkendes Amulett, sondern als Zeichen des Glaubens und Erinnerung an das Gebet. Die Geschichten über Heilungen gelten als Zeugnisse der Erfahrung von Menschen, denen die Kirche selbst vorsichtig begegnet und die sie über Jahre prüft. Die Gnade, von der das Bild spricht, wird aus Glauben und Gebet gegeben, nicht aus dem Metall herausgezogen. Deshalb lautet die ehrliche Antwort so: Die Medaille ist eine Stütze des Glaubens und ein Zeichen der Fürsprache, kein magischer Gegenstand mit Garantie.

Wo geschah die Erscheinung der Wundertätigen Medaille?

In Paris, in der Kapelle des Hauses der Barmherzigen Schwestern in der Rue du Bac 140. Dort geschahen nach dem Zeugnis Katharina Labourés im Jahr 1830 die Erscheinungen der Gottesmutter, einschließlich der entscheidenden im November, wo das Bild der künftigen Medaille gezeigt wurde. Heute ist das eine lebendige Kapelle und einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte in Paris.

Was bedeutet der Buchstabe M auf der Rückseite der Medaille?

Der Buchstabe M steht für Maria, und das sich über ihm erhebende Kreuz für Christus und Golgota. Ihre Verbindung in einem Zeichen spricht von der unauflöslichen Bindung Mariens an das Kreuz des Sohnes und von ihrem Anteil an der Erlösung. Unter dem Buchstaben befinden sich zwei Herzen, das Jesu und das Mariä, und die ganze Komposition rahmen zwölf Sterne.

Segnet man die Wundertätige Medaille?

Es ist üblich, die Medaille zu segnen, obwohl es keine strenge Vorschrift gibt, nur eine gesegnete zu tragen. Die Segnung ist die Weihe des Gegenstands in der Kirche, nach der die Medaille als Sakramentale gilt, als Hilfszeichen des Glaubens. Viele bitten einen Priester, die Medaille zu segnen, ehe sie sie selbst anlegen oder verschenken, besonders wenn es ein Geschenk zur Taufe oder Firmung ist.

Fazit

Die Wundertätige Medaille ist ein seltenes Beispiel dafür, wie sich eine private Vision einer jungen Ordensfrau in eines der bekanntesten religiösen Symbole der Welt verwandelte. Hinter dem ovalen Medaillon steht eine genaue Geschichte: die Rue du Bac, der November 1830, der Auftrag, eine Medaille prägen zu lassen, der vorsichtige Beichtvater, die erste Serie von 1832 und die Choleraepidemie, die das Medaillon zusammen mit einem Strom von Berichten über Heilungen über Paris trug. Daher auch der volkstümliche Name, der so nie geplant war.

Die Kraft der Medaille liegt darin, dass jedes ihrer Elemente lesbar ist: die Gottesmutter auf der Weltkugel, die Strahlen der Gnade, die Gebetsinschrift, der Buchstabe M mit dem Kreuz, die zwei Herzen und die zwölf Sterne. Es ist ein verdichtetes Glaubensbekenntnis, das man am Herzen tragen kann. Der eine sieht in ihrer Verbreitung das Wirken der Gnade, der andere die Soziologie von Hoffnung und Angst, und beide Sichtweisen können nebeneinander bestehen. Die Medaille bleibt, was sie gedacht war: ein stilles persönliches Zeichen, das man den Kindern weitergibt, einem Kranken zur Seite legt und an der Schwelle eines neuen Lebens schenkt.

Die Wundertätige Medaille in unserem Sortiment ist Silber 925 und Gold mit klarem Relief der Gestalt Mariens, der Strahlen und der Symbole der Rückseite, mit Platz für eine Gravur auf der Rückseite. Ein gutes Geschenk zur Taufe, Firmung, zum Namenstag oder als Zeichen der Unterstützung für einen nahen Menschen.

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Die Wahl läuft hier immer auf den Anlass und den Menschen hinaus: Dem einen liegt strenges Silber für jeden Tag näher, dem anderen eine goldene Erbstück-Medaille zur Taufe, dem Dritten das schmuckvolle blaue Email. Damit Sie nicht raten müssen, ist unten eine kurze Auswahl nach einigen einfachen Fragen zu Anlass, Geschmack und Trageweise zusammengestellt. Sie zeigt, welches Material und welche Art von Medaille sich gerade für Ihre Aufgabe eignen.

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