
Ketten aus Natursteinperlen: ein mehrreihiges Collier bauen, ohne in den Reihen zu versinken
Wo eine Reihe beginnt
Der älteste Schmuck der Menschheitsgeschichte ist kein Ring und kein Armreif, sondern eine Perlenkette. Zwei durchbohrte Schneckenhäuser, gefunden an der Fundstelle Skhul im heutigen Israel, trug man vor rund 100.000 Jahren an einer Schnur. Die Perle ist älter als jedes Metall, jeder Schliff und fast jedes Wort unserer Sprache. Wer eine Kette aus Stein anlegt, wiederholt eine Geste, die mehr als tausend Jahrhunderte alt ist.
Eine einzige Reihe Achat wiegt wie eine Handvoll feiner Kiesel, und das spürt man als Erstes, wenn man Steinperlen statt Metall trägt. Stein wird nach einer Minute auf der Haut warm, jede Perle trägt ihre eigene Zeichnung, und eine Schnur aus einem Dutzend solcher Perlen verändert schon die Haltung. Ein mehrreihiges Collier aus Naturstein entsteht nicht aus Regeln, sondern aus Gewicht, Farbe und Länge, und an einem Abend ist es gebaut.
Dieser Text handelt davon, wie man Steine in mehreren Reihen mischt, welche Schmucksteine sich überhaupt für Perlen eignen, wie man Längen so wählt, dass sich die Reihen nicht verheddern, und wie eine feine Goldkette ihren Platz findet. Unterwegs gibt es etwas Geschichte: woher der Stein in den Perlen vor Jahrtausenden kam und warum gerade diese Gesteine bis zu unseren Schnüren überlebt haben. Die Eigenschaften jedes Steins für sich behandle ich in eigenen Ratgebern und verlinke darauf, hier geht es um die Komposition.
Welche Steine in Perlenketten kommen
Nicht jeder Schmuckstein taugt für eine lange Schnur. In Perlen wirkt der Stein nicht über die Facette, sondern über Masse und Farbe, deshalb kommen dichte, zähe Gesteine zum Einsatz, die beim Bohren nicht splittern und die Politur halten. Dieser Bestand an Gesteinen bildete sich schon in der Bronzezeit: auf ägyptischen und mesopotamischen Schnüren liegen genau dieselben Steine wie in heutigen Perlenketten, weil sich die Physik des Bohrens in fünftausend Jahren nicht geändert hat. Hier die Steine, die seit Jahrhunderten zu Reihen aufgefädelt werden.
Achat
Achat ist das Arbeitstier unter den Steinperlen. Ein geschichteter Chalcedon, dicht, splitterfest, in fast jeder Farbe zu haben: von grauweiß bis tief gefärbtem Blau. Er lässt sich gut zu runden und facettierten Perlen schneiden und hält sowohl matte als auch spiegelnde Politur. Gebänderter Achat gibt der Reihe eine lebendige Zeichnung, jede Perle weicht ein wenig ab.
Gerade wegen seiner Zähigkeit und Bohrfestigkeit landete Achat schon vor Jahrtausenden in Perlen. Chalcedone wie Achat und Karneol spalten nicht entlang einer Ebene wie Quarz oder Feldspat, deshalb lässt sich in ihnen ein langer dünner Kanal für die Schnur ziehen, ohne die Perle zu sprengen. Das ist eine technische Eigenschaft, keine Schönheit, und sie entschied, welcher Stein in Perlen bis heute durchhielt. Wer eine ruhige Kette für jeden Tag sucht, beginnt mit Achat. Eine ausführliche Übersicht über Gesteine und Töne steht im Ratgeber zum Achat.
Karneol
Karneol ist ein warmer orangerot leuchtender Chalcedon, im Aufbau mit Achat verwandt, aber mit eigenem Farbcharakter. In der Reihe leuchtet er in der Sonne von innen, die halbtransparenten Perlen lassen Licht durch. Karneol mag die Nachbarschaft von Gold und dunklen Steinen: neben schwarzem Onyx wirkt er noch kräftiger.
Karneol hat den weitesten Weg aller Steinperlen hinter sich. Im dritten Jahrtausend vor unserer Zeit schnitten Handwerker des Industals, auf dem Gebiet des heutigen Pakistan und Indien, lange facettierte Perlen daraus und brachten mit alkalischer Ätzung ein weißes Muster darauf an. Diese Perlen verbreiteten sich über die ganze alte Welt, und man findet sie tausende Kilometer vom Herstellungsort entfernt: in der Königsnekropole von Ur in Mesopotamien, in Gräbern Ägyptens. Wer eine Karneolreihe in der Hand hält, hält ein Format, das schon vor der Erfindung des Geldes Gegenstand des Fernhandels war. Über den Stein selbst und seine Töne liest man im Beitrag über Karneol.
Schwarzer Onyx
Onyx ist ein tiefschwarzer Stein mit ebenmäßig matter oder spiegelnder Oberfläche. In einem mehrreihigen Collier wirkt er als Anker: eine Reihe Onyx beruhigt eine bunte Komposition und fasst sie zusammen. Schwarze Perlen strecken den Hals optisch und geben jedem hellen Stein Kontrast.
Onyx ist ebenfalls ein Chalcedon, verwandt mit Achat und Karneol, und in Perlen kam er aus demselben Grund: Zähigkeit und ebenmäßige Politur ohne Absplittern. Der Name kommt aus dem griechischen Wort für Fingernagel, nach den dünnen halbtransparenten Schichten des Steins. Alte Steinschneider schätzten den geschichteten Onyx, weil sich darin eine Kamee schneiden lässt, bei der eine helle Schicht als Relief auf dunklem Grund vortritt. In Perlen führt man diese Schichten meist auf ein gleichmäßiges Schwarz zurück, dann wirkt der Stein als tiefer, ruhiger Grund. Was das für ein Stein ist und worin er sich vom Sardonyx unterscheidet, steht im Artikel über Onyx.
Lapislazuli
Lapislazuli ist ein satt blauer Stein mit goldenen Pyriteinsprengseln. In Perlen ist er optisch der kostbarste: eine einzige Reihe Lapislazuli liest sich wie der Schmuck einer hochgestellten Person, nicht umsonst trugen ihn ägyptische Könige. Das Blau ist tief und dicht, es streitet nicht mit Gold, sondern verstärkt es.
Lapislazuli hat eine Seltenheit, die fast kein anderer Stein besitzt: jahrtausendelang stammte das gesamte beste Blau der Welt von einem einzigen Punkt des Planeten. Die Gruben von Sar-e Sang im Kokcha-Tal im Norden Afghanistans, in den Bergen von Badachschan, arbeiten je nach Schätzung sechs- bis siebentausend Jahre und gelten als eine der ältesten noch aktiven Minen der Erde. Das blaue Gestein aus der Totenmaske des Tutanchamun und aus denselben Königsgräbern von Ur wurde genau hier gewonnen. Eine Lapisperle legte also den Weg aus den afghanischen Bergen bis an Nil und Euphrat schon in der Bronzezeit zurück, über Pfade, die später Teil der Karawanenstraßen wurden. Geschichte und Eigenschaften des Steins stehen im Ratgeber zum Lapislazuli.
Tigerauge
Tigerauge ist ein goldbrauner Quarz mit seidigem Schimmer, der beim Drehen über die Perle wandert. Diesen wandernden Glanz nennt man Katzenaugeneffekt, und in einer runden polierten Perle wirkt er am besten: jede Perle der Reihe erwacht im Licht der Reihe nach. Die Farbe ist warm, honig-bernsteinfarben, mit dunklen und hellen Streifen. Am einfachsten kombiniert man ihn mit schwarzem Onyx, goldfarbenen Beschlägen und honigfarbenem Achat. Der Stein ist dicht und beständig, ein hervorragender Kandidat für jeden Tag.
Amethyst
Amethyst ist ein violetter Quarz, von blass fliederfarben bis zu sattem Weinrot. In der Reihe wirkt er zugleich kühl und festlich: die Perle ist halbtransparent, lässt Licht durch und spielt leicht im Inneren. Facettierte Perlen geben mehr Glanz, glatte Kugeln lesen sich weicher. Die Farbe des Amethysts bleicht in greller Sonne aus, deshalb sollte man die Kette nicht lange im Licht halten. Er passt zu Silber besser als zu Gelbgold und mag die Nachbarschaft von Bergkristall und grauweißem Achat. Eine Reihe Amethyst eignet sich gut als einzelner Farbakzent in einer kühlen Komposition.
Türkis
Türkis ist ein himmelblauer oder blaugrüner Stein, oft mit einem dunklen Adernetz, das man Matrix nennt. In Perlen gibt er sofort einen erkennbar südlichen Ton und streitet hervorragend mit Karneol und korallenroten Perlen daneben. Türkis ist weich und porös, der empfindlichste der verbreiteten Schmucksteine an der Schnur, man muss ihn behutsamer tragen als die übrigen. Natürlicher Türkis ist oft mit Harz stabilisiert, um ihn fester zu machen, und das ist gängige Praxis, keine Fälschung. In der Reihe wirkt er als großer Farbfleck und braucht einen ruhigen Grund.
Jaspis
Jaspis ist ein dichter undurchsichtiger Stein in erdigen Tönen: ziegelrot, sandfarben, grün, mit Schlieren und landschaftsartigen Zeichnungen. In der Schnur ist er der stillste der Schmucksteine, matt und warm, ohne Glanz und Spiel. Genau dafür schätzt man ihn: eine Reihe Jaspis erdet eine bunte Komposition wie eine neutrale Basis, und jede Perle trägt dabei ihre eigene Zeichnung. Er lässt sich einfach mit allem Warmen kombinieren: mit Karneol, Tigerauge, Holz und Kupfer. Der Stein ist sehr fest und genügsam, er taugt für harten täglichen Gebrauch.
Howlith
Howlith ist ein weißer Stein mit grauen Adern, äußerlich dem Marmor ähnlich. In Perlen schätzt man ihn für sein reines mattes Weiß: eine Reihe Howlith gibt Leichtigkeit und Kontrast neben dunklen Steinen. Howlith lässt sich leicht färben, und gerade aus ihm macht man am häufigsten künstlichen Türkis und andere farbige Imitationen, deshalb ist verdächtig billiger, grell leuchtender Türkis fast immer gefärbter Howlith. Weißer Howlith für sich ist schön: er dämpft die Leuchtkraft benachbarter Steine und wirkt als helle Pause in der Reihe. Der Stein ist weich und porös, Farbe und Schmutz nimmt er schnell auf. Er passt zu schwarzem Onyx, Lapislazuli und Silber.
Bergkristall
Bergkristall ist ein farbloser durchsichtiger Quarz, reines Eis in der Perle. In der Reihe gibt er gläsernen Glanz und Luftigkeit: die durchsichtigen Perlen fangen Licht und erleichtern optisch eine schwere Steinschnur. Er ist der universelle Verdünner, man setzt ihn zwischen farbige Steine, damit sie atmen können und nicht zu einem geschlossenen Fleck verschmelzen. Er passt zu allem, besonders schön wirkt er neben Amethyst und Perlmutt. Der Stein ist durchsichtig, deshalb sieht man auf ihm die Schnur am deutlichsten, und das Knoten zwischen den Perlen ist hier besonders angebracht.
Aventurin
Aventurin ist meist ein grüner Quarz mit weichem Funkeln goldener Pünktchen im Inneren, die feine Glimmerblättchen erzeugen. Diesen Effekt nennt man Aventureszenz, und in einer polierten Perle gibt er keinen Oberflächenglanz, sondern ein stilles inneres Leuchten. Grüner Aventurin ist ruhig und gedämpft, es gibt auch eine pfirsichfarbene Spielart. In der Reihe wirkt er als sanfte Farbe ohne Schrei und liegt gut neben Bergkristall und Silber. Der Stein ist dicht und beständig und eignet sich für jeden Tag.
Barockperlen
Barockperlen sind Perlen unregelmäßiger Form, jede eine eigene. In der Reihe geben sie ein sanftes, ungleichmäßiges Schimmern, lebendig und warm, anders als ideal runde Perlen. Eine Barockreihe liegt hervorragend über Steinreihen: der organische Glanz gegen den matten Stein ist ein schöner Kontrast der Texturen. Über Arten, Formen und Längen von Perlen gibt es eigene Ratgeber: über die Perle selbst und über die Länge der Perlenkette.
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Wie man Steine in Reihen mischt
Ein mehrreihiges Collier aus Stein zu bauen ist eine Aufgabe über Gleichgewicht, nicht über Menge. Zu viele kräftige Töne nebeneinander geben Buntheit, eine einzige Farbe auf allen Reihen wirkt langweilig. Das funktionierende Schema ist einfacher, als es scheint.
Die Regel einer Leitfarbe
Wählen Sie einen Stein als Leitstein, die übrigen sollen ihn stützen. Etwa Lapislazuli als Leitstein, grauer Achat und schwarzer Onyx als Grund. Oder Karneol im Mittelpunkt, während cremefarbener Achat und Barockperlen seine Leuchtkraft dämpfen. Ein Held, zwei oder drei Statisten: dann liest sich die Komposition, statt zu zersplittern.
Texturkontrast ist wichtiger als Farbkontrast
Eine glatte spiegelnde Perle neben einer matten wirkt interessanter als zwei glänzende in verschiedenen Farben. Mischen Sie daher die Bearbeitung: polierter Onyx, matter Achat, unregelmäßige Barockperle. Das Auge bleibt am Wechsel der Oberfläche hängen, und die Reihen verschmelzen nicht mehr zu einer Masse.
Perlengröße von oben nach unten
Die klassische Logik eines mehrreihigen Colliers: kleine Perlen in der oberen kurzen Reihe, große in der unteren langen. So kippt die Komposition nicht nach vorn und streckt den Hals optisch. Bestehen alle Reihen aus gleich großen großen Perlen, drückt das Collier; sind alle klein, verliert es sich im Ausschnitt.
Wie viele Reihen man nimmt
Zwei Reihen sind eine ruhige Basis, die schwer zu verderben ist. Drei Reihen sind schon ein auffälliger Schmuck, der einen offenen Ausschnitt verlangt. Vier und mehr sind ein Abendauftritt und das Gebiet großer Looks. Beginnen Sie mit zwei Reihen unterschiedlicher Länge, dann fügen Sie hinzu.
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Längen und das Schichten der Reihen
Ein mehrreihiges Perlencollier ist ebenfalls keine Neuheit der letzten Saisons. Breite Brustcolliers aus mehreren Perlenreihen, die sogenannten Usech, fügte man im alten Ägypten aus Karneol, Türkis, Lapislazuli und Fayence und trug sie sowohl zu Lebzeiten als auch im Grab. Die Logik ist genau dieselbe wie heute: mehrere Stufen unterschiedlicher Länge, treppenförmig vom Hals zur Brust. Das Bild mit dem vierreihigen Collier oben zeigt dieses Prinzip in einem Alter von mehr als viertausend Jahren.
Der Hauptfehler eines mehrreihigen Colliers ist die gleiche Länge der Reihen: sie verheddern sich, legen sich übereinander und sehen aus wie eine einzige dicke Schnur. Die Reihen müssen treppenförmig verlaufen, und der Schritt zwischen ihnen muss sichtbar sein.
Ein funktionierender Abstand zwischen den Reihen sind 4 bis 5 cm. Dann liest sich jede Schnur für sich, und man sieht, dass es mehrere Reihen sind. Eine Basisanordnung am Hals: die obere Reihe von etwa 40 cm sitzt am Halsansatz, die mittlere bei etwa 45 cm, die untere bei etwa 50 cm reicht zu den Schlüsselbeinen. Diese drei Stufen ergeben eine saubere Treppe ohne Durcheinander.
Wer einen langen Look will, fügt eine sehr lange Reihe hinzu (60 cm und mehr), die auf die Brust reicht und als eigener Akzent wirkt. Sie lässt sich allein tragen oder über die kurzen Reihen. Die Logik der Längen behandelt ausführlich der Ratgeber zur Kettenlänge, und sie gilt für Steinschnüre vollständig.
Zu hohem Kragen nehmen Sie kurze Reihen, bis 45 cm, sonst versinkt die untere Schnur im Stoff. Zu offenem Ausschnitt sind umgekehrt lange Reihen gut, die den Blick nach unten führen. Über das Bauen mehrschichtiger Looks aus verschiedenem Schmuck gibt es einen eigenen Beitrag zum Kombinieren mehrerer Schmuckstücke.
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Steine und Farbe: passend zu Look und Hautton
Der Stein wirkt in Perlen als großer Farbfleck am Gesicht, deshalb richtet sich die Wahl nach der Farbpalette der Kleidung und nach dem Hautton, nicht nach der Stimmung.
Warmer Hautton
Zu Haut mit goldenem, pfirsichfarbenem Unterton passen warme Steine: Karneol, honigfarbener Achat, goldfarbene Barockperlen. Sie führen die Wärme der Haut fort und beleben das Gesicht. Kühler Lapislazuli wirkt auf warmer Haut ebenfalls, aber als Kontrastakzent, nicht als Basis.
Kühler Hautton
Zu Haut mit rosigem, bläulichem Unterton passen kühle und kontrastreiche Steine: schwarzer Onyx, blauer Lapislazuli, grauweißer Achat, weiße Barockperlen. Warmer Karneol auf kühler Haut gibt einen kräftigen Kontrast, und das ist ein gutes Mittel, wenn eine auffällige Reihe gebraucht wird.
Passend zur Kleiderfarbe
Eine einfache Regel: der Stein entweder im Ton der Kleidung oder im klaren Kontrast, ohne halbe Lösungen. Ein schwarzes Kleid verlangt entweder ebenmäßigen schwarzen Onyx im Ton oder kräftigen Karneol und Lapislazuli im Kontrast. Beigefarbenes Gestrick lebt mit einer dunklen oder kräftigen Reihe auf. Denim und Grau sind ein neutraler Grund, auf dem jeder Stein wirkt.
Stein und Goldkette
Der modernste Kniff bei Steinperlen ist, den Reihen eine feine Goldkette hinzuzufügen. Metall gegen Stein gibt gleich zwei Effekte: Glanz neben dem matten Gestein und Leichtigkeit neben der Masse. Das Collier hört auf, ethnisch zu sein, und wird zurückhaltend.
Am besten funktioniert eine Kette vom Typ Büroklammer (Paperclip), mit länglichen rechteckigen Gliedern. Ihre Geometrie streitet mit der Rundung der Perlen, und dieser Streit ist schön: die harte lineare Kette betont die weichen Steinkugeln. Nehmen Sie die Kette dünner als die Steinreihen und platzieren Sie sie entweder als oberste kurze Reihe oder als unterster langer Akzent.
Gold fasst verschiedenfarbige Steine zu einer Komposition zusammen: das warme Metall ist der gemeinsame Nenner für Karneol, Lapislazuli und Onyx zugleich. Wirken die Reihen wie Durcheinander, fügen Sie eine Goldkette hinzu, und sie ordnen sich. Silber wirkt ebenso mit kühlen Steinen, aber Gold ist universeller.
Mischen Sie in einem Collier nicht mehr als zwei Metalle und überladen Sie die Kette nicht mit Anhängern, wenn es bereits mehrere Reihen gibt: der Stein trägt ohnehin Gewicht. Eine glatte Kette auf drei Steinreihen ist schon ein fertiger Look.
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Wie man eine Steinschnur fädelt
Worauf eine Schnur gefädelt ist und welcher Verschluss darauf sitzt, entscheidet, ob der Schmuck ein Jahr oder Jahrzehnte überlebt. Es lohnt sich zu klären, was man für seine Perlen wählt.
Worauf man die Perlen fädelt
Die Basis einer Steinschnur hat drei praktikable Varianten.
Seidenfaden mit Knoten ist der Klassiker für Perlen und teuren Stein mittleren und großen Kalibers. Seide ist weich, die Perlen liegen plastisch darauf, dazwischen knotet man. Der Nachteil ist ernst: sie dehnt sich und dunkelt vom Hautfett nach, deshalb fädelt man die Schnur alle paar Jahre neu auf. Statt Naturseide nimmt man oft einen Nylonfaden derselben Art, er ist fester und altert nicht so schnell.
Schmuckdraht (Stahlseil) ist ein dünnes Stahlseil aus vielen Litzen in einer Nylonummantelung. Er dehnt sich kaum, hält das Gewicht schweren Steins und reißt nicht beim Ruck, deshalb fädelt man darauf dichte Schnüre ohne Knoten, bei denen die Perlen eng aneinanderliegen. Die Enden quetscht man in metallene Klemmperlen (Crimps). Der Schmuckdraht ist steifer als Seide, und Knoten lassen sich darauf nicht knüpfen, aber er ist die beste Wahl für schwere Gesteine wie Achat und Onyx in einer dichten Reihe.
Silikonband ist eine elastische Schnur, auf die man Perlen ohne Verschluss fädelt: ein Armband oder kurze Perlen zieht man einfach über den Kopf. Schließen muss man nichts, und so ein Stück baut sich am leichtesten. Aber das Band trocknet mit der Zeit aus und reißt, schwerer Stein dehnt es schneller, und für eine lange Schnur taugt es nicht. Silikon ist gut für leichte Armbänder, aber nicht für ein ernsthaftes Steincollier.
Wozu Knoten zwischen den Perlen
Ein Knoten zwischen jedem Perlenpaar löst gleich zwei Aufgaben. Die erste: die Perlen reiben nicht aneinander, und harter Stein auf Stein oder Perle auf Perle schleift Oberfläche und Bohrlöcher schnell ab. Der Knoten setzt eine weiche Zwischenlage dazwischen. Die zweite, wichtigere: reißt die Schnur, halten die Knoten die Perlen an Ort und Stelle, und man muss keine verstreute Reihe vom Boden auflesen, verloren geht höchstens eine oder zwei Perlen. Deshalb fädelt man teuren Stein und Perlen immer mit Knoten, auch wenn es länger dauert und teurer ist. Bei einer dichten Schnur aus günstigen Perlen lässt man die Knoten oft weg, der Geschwindigkeit und des engen Sitzes wegen.
Arten von Verschlüssen
Die Bequemlichkeit des Verschlusses entscheidet, ob Sie die Perlen anlegen oder sie im Kästchen bleiben.
Der Karabiner ist der gewohnteste Verschluss, ein gefederter Haken mit Zunge. Er ist zuverlässig und hält fest, aber einen kleinen Karabiner schließt man schwer mit einer Hand hinter dem Rücken. Für Steinperlen nimmt man einen größeren Karabiner, ihn ertastet man leichter.
Der Knebelverschluss (Toggle) besteht aus einem Ring und einem Stäbchen: das Stäbchen führt man durch den Ring, und es legt sich quer. Er schließt leicht, oft mit einer Hand, und sieht selbst wie ein dekoratives Detail aus, deshalb führt man ihn nicht selten nach vorn auf die Brust. An einer sehr leichten Schnur kann das Stäbchen herausrutschen, aber Steinperlen fehlt es nicht an Gewicht.
Der Magnetverschluss besteht aus zwei Magneten in metallenen Kappen, die sich von selbst anziehen. Er ist für alle am bequemsten, deren Finger nicht gehorchen, schließen kann man ihn blind in einer Sekunde. Aber der Magnet hält schwächer als ein Schloss und eine schwere Schnur aus großem Stein hält er bei einer ruckartigen Bewegung womöglich nicht. Gut für leichte und mittlere Perlen, für ein schweres Collier sind Karabiner oder Knebelverschluss zuverlässiger.
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Länge für den Hals: Choker, Princess, Matinee
Die Länge der Schnur verändert den Look stärker als der Stein selbst, deshalb lohnt es sich, sie bewusst zu wählen. Die Längen haben gefestigte Namen, und sie gelten für eine Steinschnur ebenso wie für eine Perlenkette.
Wie man seine Länge misst
Legen Sie ein Maßband oder einen Faden um den Hals dort, wo Sie die Perlen sehen wollen, und nehmen Sie das Maß am Halsansatz, es ist Ihr Nullpunkt. Danach addieren Sie hinzu, um zu verstehen, wo eine Schnur der gewünschten Länge liegt. Auch das Perlenkaliber wirkt mit: große Perlen fressen ein paar Zentimeter Sitz, je dicker die Reihe, desto kürzer sitzt sie.
Choker: 35 bis 40 cm
Der Choker sitzt eng am Halsansatz. An einer Steinschnur ist ein Choker aus kleinen oder mittleren Perlen gut: großer schwerer Stein drückt eng anliegend und wirkt grob. Ein Choker aus Achat oder Tigerauge legt den Hals frei und passt zu offenem Ausschnitt und feinem Schlüsselbein. An einem breiten oder kurzen Hals nimmt man den Choker an der oberen Längengrenze, damit er nicht zu straff sitzt.
Princess: 42 bis 48 cm
Das ist die universellste Länge, die Schnur liegt an den Schlüsselbeinen. Princess passt zu fast jedem Ausschnitt und jedem Steinkaliber, damit sollte man beginnen, wenn man zweifelt. Eine einzelne Reihe Lapislazuli oder Karneol in Princess-Länge ist ein fertiger Schmuck für jeden Tag. In einem mehrreihigen Collier ist die Princess-Länge meist die mittlere Reihe.
Matinee: 50 bis 60 cm
Matinee senkt sich auf die Brust, unter die Schlüsselbeine. Diese Länge mag großen Stein und auffällige Perle: die Schnur führt den Blick nach unten und wirkt gut über einfarbiger Kleidung und geschlossenem Oberteil. Matinee aus großem Achat oder Jaspis ist schon ein eigenständiger Akzent. In einem mehrreihigen Collier ist Matinee meist die untere lange Reihe.
Opera: 70 bis 90 cm
Opera ist eine lange Schnur, die sich auf die Brust oder tiefer legt. Man kann sie offen tragen, zum Knoten binden oder doppelt legen und so in eine doppelte kurze Reihe verwandeln. Opera aus leichtem Stein wie Bergkristall oder Aventurin gibt einen Abendlook ohne Schwere. Für großen dichten Stein ist diese Länge schon ein spürbares Gewicht am Hals, das sollte man bedenken.
Härte und Charakter des Steins
Die Steine an der Schnur unterscheiden sich stark in der Festigkeit, und davon hängt ab, wie man sie trägt und aufbewahrt. Juweliere messen die Härte nach der Mohs-Skala von 1 bis 10, wobei 10 der Diamant ist und 1 der weiche Talk.
Was die Mohs-Härte bedeutet
Die Skala zeigt, was was ritzt: ein Stein mit höherer Zahl ritzt einen Stein mit niedrigerer, nicht umgekehrt. Hausstaub und Sand sind im Wesentlichen Quarz mit einer Härte um 7, deshalb wird alles, was weicher als sieben ist, mit der Zeit allein durch Reibung an Staub und Kleidung stumpf. Die Hauptfolgerung ist einfach: Steine mit Härte 7 und höher halten die Politur über Jahre, alles darunter muss man vor Kratzern schützen.
Feste Steine: Achat, Onyx, Quarze
Chalcedone und Quarze halten das obere Ende der Skala. Achat, Karneol, Onyx, Tigerauge, Amethyst, Bergkristall, Aventurin und Jaspis liegen bei etwa 7 nach Mohs. Das sind feste, zähe Steine: sie sind schwer zu zerkratzen, splittern nicht und halten die spiegelnde Politur beim täglichen Tragen. Genau deshalb gehen Chalcedone seit Jahrtausenden in Perlen, die Physik ist auf ihrer Seite. Solche Schnüre kann man fast bedenkenlos tragen, höchstens vor Stößen gegen Hartes bewahren.
Empfindliche Steine: Türkis, Howlith, Lapislazuli, Perle
Hier geht die Skala nach unten, und diese Steine muss man behutsamer tragen. Türkis liegt bei etwa 5 bis 6 und ist porös, Howlith ist noch weicher, etwa 3 bis 4, Lapislazuli bei etwa 5 bis 6 und mag ebenfalls keine grobe Behandlung. Perle ist überhaupt Organik, ihre Härte liegt bei etwa 2 bis 3, bei manchen Spielarten ist sie weicher als ein Fingernagel. Weicher Stein zerkratzt sich an eben jenem Hausstaub, wird durch Reibung stumpf und scheut Stöße. Diese Schnüre nimmt man zuerst ab und bewahrt sie getrennt auf, damit der harte Achat den zarten Türkis nicht in einem Kästchen zerkratzt.
Wovor der Stein sich fürchtet: Wasser, Kosmetik, Ultraschall
Eine Steinschnur hat drei gemeinsame Feinde. Wasser und lange Feuchtigkeit schaden porösen Steinen und Organik: Türkis, Howlith, Lapislazuli und Perle nehmen Wasser auf und werden stumpf, und der Seidenfaden fault und reißt vom Wasser. Kosmetik, Parfum, Creme und Haushaltschemie setzen sich als Film auf dem Stein ab und fressen sich in die Poren, deshalb legt man den Schmuck zuletzt an, nach Parfum und Make-up. Die Ultraschallreinigung, mit der man Diamanten säubert, ist für Perlen fast vollständig untersagt: die Vibration schlägt den Füllstoff aus den Poren, zerbröselt stabilisierte Steine, zerschlägt Perlen und lockert die Knoten an der Schnur. Steinperlen reinigt man nur mit einem weichen trockenen Tuch.
Wem Steinperlen stehen
Ein mehrreihiges Collier aus Stein ist Schmuck für jene, die Textur und Gewicht lieben, nicht den Glanz der Facetten. Es passt zu offenen Ausschnitten, schlichtem Schnitt, einfarbiger Kleidung: der Stein ist für sich genommen laut genug, er braucht einen ruhigen Grund.
Steinperlen liegen gut auf einem mittleren und kräftigen Halsumriss und geben ihm Proportion. An einem dünnen langen Hals wirken kurze Reihen besser, um ihn nicht noch mehr zu strecken. Zu hochgesteckten Haaren und offenen Schultern passen große Reihen, zu offenen Haaren kleine.
Es ist ein dankbares Geschenk: Stein ist langlebig, die Schnur lässt sich neu auffädeln und verlängern, und die Form geht nicht aus der Mode. Eine gute Reihe Achat oder Lapislazuli überlebt ein Dutzend saisonaler Schmuckstücke. Die Perle ist überhaupt das langlebigste aller Schmuckstücke: Steinperlen überdauern das Metall der Fassung, die Schnur und den Besitzer, deshalb lesen Archäologen gerade an ihnen das Alter und die Verbindungen alter Kulturen ab. Das fränkische Collier auf dem Bild oben lag anderthalbtausend Jahre in der Erde, und die Glas- und Achatperlen darin überlebten bis zur Museumsvitrine.
Pflege der Schnur
Stein ist nahezu ewig, doch die Schnur, an der er hält, ist das schwache Glied jeder Perlenkette. Sie braucht Pflege.
Steinperlen fädelt man traditionell auf einen Seidenfaden mit einem Knoten zwischen den Perlen: die Knoten verhindern, dass die Perlen aneinander reiben, und sichern vor dem Auseinanderfallen, falls die Schnur reißt. Seide dehnt sich mit der Zeit und dunkelt vom Hautfett nach, deshalb sollte man die Schnur alle paar Jahre beim Fachmann neu auffädeln. Das ist nicht teuer und verlängert die Lebensdauer des Schmucks um Jahrzehnte.
Der Knoten zwischen den Perlen ist keine Erfindung der Juweliere der letzten Jahrhunderte. Aus Knoten auf einer Schnur entstanden überhaupt alle Gebetsschnüre. Mönche auf dem Berg Athos knüpften Knoten in eine Schnur, um Gebete zu zählen, und diese Schnur heißt auf Griechisch Komboskini, vom Wort für den Knotenknoten. Aus ihr ging später auch das griechische Komboloi hervor, die vertraute Gebetskette, die man heute nicht mehr zum Zählen von Gebeten durch die Finger gleiten lässt, sondern um Hände und Gedanken zu beruhigen. So ist das Knoten, das Ihre Steinperlen zusammenhält, ein direkter Nachkomme der Gebetsschnur.
Nehmen Sie Steinperlen vor Dusche, Sport und Schlaf ab: Wasser und Schweiß zersetzen die Seide am schnellsten, und ruckartige Bewegungen reißen die Schnur. Lapislazuli und Karneol mögen keine Haushaltschemie und kein langes Wasser, bei porösen Steinen wird davon die Politur stumpf.
Bewahren Sie die Perlen ausgestreckt auf, nicht zum Knäuel: eine zusammengerollte Schnur knickt und reibt sich an den Biegungen schneller durch. Am besten hängt man sie auf oder legt sie ausgestreckt in ein eigenes Fach, damit harte Steine die benachbarten Schmuckstücke nicht zerkratzen. Wischen Sie die Perlen nach dem Tragen mit einem weichen trockenen Tuch ab, ohne Wasser und Mittel.
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Perlenketten: Fakten, die überraschen
Eine Steinschnur sieht wie ein einfaches Ding aus, doch hinter jeder Perle zieht sich eine Geschichte von zehntausenden Jahren. Ein paar Fakten, die den Blick auf eine Handvoll runder Steine verändern.
Perlenketten sind älter als aller übrige Schmuck
Der älteste belegte Schmuck der Menschheit sind gerade Perlen, nicht Ringe oder Anhänger. Zwei Schneckenhäuser der Gattung Nassarius von der Fundstelle Skhul wurden durchbohrt und vor rund 100.000 Jahren an einer Schnur getragen, und jüngere Funde aus der Blombos-Höhle in Südafrika datiert man auf etwa 75.000 Jahre. An vielen Häusern sieht man charakteristischen Verschleiß vom Reiben an der Schnur. Der Wunsch, etwas Schönes auf eine Schnur zu fädeln, ist älter als die Sprache in ihrer heutigen Form.
Das Wort Perle hieß einst Gebet
Das englische Wort bead, Perle, geht auf das altenglische bede zurück, das Gebet bedeutete. Den Wandel der Bedeutung brachten die Gebetsketten: kleine Kügelchen aus Knochen, Holz oder Bernstein fädelte man auf eine Schnur, um gesprochene Gebete zu zählen, und diese Kügelchen selbst nannte man allmählich mit demselben Wort wie das Gebet. So wanderte die Bezeichnung einer geistigen Handlung auf einen Gegenstand. Das deutsche Wort Perle ist anderer Herkunft, doch die Verbindung von Schmuck und Gebetszählen in der Gebetskette ist dieselbe.
Karneol reiste tausende Kilometer vor der Erfindung der Münze
Im dritten Jahrtausend vor unserer Zeit verbreiteten sich lange facettierte Karneolperlen, gefertigt von Handwerkern des Industals, über die ganze alte Welt. Man findet sie in den Königsgräbern von Ur in Mesopotamien, tausende Kilometer von den Werkstätten entfernt. Eine Karneolperle war eine prestigeträchtige Importware in einer Zeit, in der Geld als solches noch nicht existierte.
Alles beste Blau kam jahrtausendelang aus einer Schlucht
Den tiefblauen Lapislazuli für die ganze alte Welt, von Ägypten bis Mesopotamien, gewann man an einem Ort: in den Gruben von Sar-e Sang im afghanischen Badachschan. Je nach Schätzung sind diese Gruben sechs- bis siebentausend Jahre alt, und man nennt sie eine der ältesten noch aktiven Minen des Planeten. Das Blau auf der Maske des Tutanchamun und im Schmuck aus Ur stammt aus dieser Schlucht.
Perlenketten dienten jahrhundertelang als Geld
Eine Perlenschnur war nicht nur Schmuck, sondern auch Zahlungsmittel. Kaurischnecken dienten auf einem riesigen Gebiet von Afrika bis China als Geld, mit Glasperlen zahlte man im Handel der Alten und der Neuen Welt, und in manchen Kulturen maß man lange den Reichtum in Perlenschnüren. Schmuck und Geldbeutel waren jahrhundertelang ein und derselbe Gegenstand, den man am Hals trug.
Die Gebetsketten, die man zur Beruhigung durch die Finger gleiten lässt, entstanden aus Knoten
Die griechischen Komboloi und ihre türkischen Verwandten lässt man heute nicht zum Zählen durch die Finger gleiten, sondern um Hände und Gedanken zu beruhigen, sie mit Rhythmus zu beschäftigen. Gewachsen sind sie aus der Gebetsschnur: Mönche knüpften Knoten in eine Schnur, um Gebete zu zählen, und von dieser Schnur mit Knoten zieht sich eine direkte Linie zu den heute vertrauten Gebetsketten. Derselbe Knoten hält auch Steinperlen zwischen den Perlen.
Stein bohren konnte man lange vor dem Metall
Der lange dünne Kanal in einer harten Karneolperle ist keine primitive Arbeit. Die Handwerker des Industals bohrten Chalcedon mit besonderen länglichen Bohrern aus noch härterem Stein, drehten sie mit einem Fiedelbogen-Antrieb und streuten Schleifmittel nach, und für eine lange Perle gingen Tage ununterbrochener Arbeit drauf. Es war ein eigener enger Beruf, vererbt von Generation zu Generation, Jahrtausende bevor das Metallwerkzeug auftauchte. An den Bohrspuren auf alten Perlen unterscheiden Archäologen Werkstatt von Werkstatt und Epoche von Epoche.
Türkis hat zwei Heimaten
Türkis liebte man unabhängig an verschiedenen Enden der Erde. Im alten Ägypten gewann man ihn auf dem Sinai schon im dritten Jahrtausend vor unserer Zeit, und die Sinai-Türkisgruben sind eine der ältesten bekannten Minen der Welt. Am anderen Ende der Welt schnitten die Völker des amerikanischen Südwestens Türkis zu Perlen und Mosaiken, lange bevor die Europäer kamen. Ein Stein, zwei unabhängige Kulturen, und in beiden wurde er zum Stein des Himmels und des Schutzes.
Archäologen teilen die Geschichte des Menschen nach Perlen ein
Perlen sind so fest und langlebig, dass sie fast alles übrige im Grab überdauern. Nach Material, Form und Bohrart der Perlen bestimmen Forscher das Alter einer Fundstelle, die Handelsverbindungen und das Niveau der Kunstfertigkeit einer ganzen Kultur. Eine Handvoll Steinkügelchen ist für den Archäologen der Pass einer Epoche.
Häufige Fragen
Darf man verschiedene Steine in einem Collier mischen?
Ja, und das ist die Grundlage mehrreihiger Steinperlen. Die Hauptregel: ein Stein führt in der Farbe, die übrigen stützen. Mischen Sie Texturen (matt und glänzend), nicht bloß Farben, dann liest sich die Komposition.
Welcher Stein ist der praktischste für Perlen zum täglichen Tragen?
Achat. Er ist dicht, splittert nicht, hält die Politur und ist in jeder Farbe zu haben. Eine Reihe grauer oder weißer Achat passt zu fast jeder Kleidung und jedem Hautton.
Wie viele Reihen sollte ein Anfänger nehmen?
Zwei Reihen unterschiedlicher Länge mit einem Abstand von 4 bis 5 cm. Das ist eine ruhige Basis, die schwer zu verderben ist. Wenn Sie sich an Gewicht und Längenlogik gewöhnt haben, fügen Sie eine dritte Reihe hinzu.
Warum reißt die Schnur und wie vermeidet man das?
Meist reißt nicht der Stein, sondern der Seidenfaden, gedehnt von Wasser, Schweiß und Rucken. Nehmen Sie die Perlen vor Dusche und Schlaf ab, bewahren Sie sie ausgestreckt auf, und fädeln Sie die Schnur alle paar Jahre beim Fachmann neu auf.
Passt eine Goldkette zu Steinperlen?
Ja, das ist der modernste Kniff. Eine feine Kette vom Typ Büroklammer gibt Glanz neben dem matten Stein und fasst verschiedenfarbige Reihen zu einer Komposition zusammen. Nehmen Sie die Kette dünner als die Steinreihen, nicht mehr als zwei Metalle.
Worin unterscheidet sich die Barockperle von der gewöhnlichen in Perlenketten?
Die Barockperle hat eine unregelmäßige Form, jede Perle eine eigene, die Reihe gibt ein lebendiges, ungleichmäßiges Schimmern. Sie kontrastiert schön mit dem matten Stein und liegt als obere oder untere Reihe über den Steinschnüren.
Wie wählt man den Stein zum Hautton?
Zu warmer Haut passen Karneol, honigfarbener Achat, goldfarbene Perle. Zu kühler passen Onyx, Lapislazuli, grauweißer Achat, weiße Perle. Ein Kontraststein (warm auf kühler Haut oder umgekehrt) wirkt als eine kräftige Akzentreihe.
Kann man Steinperlen zu hohem Kragen tragen?
Ja, aber nehmen Sie kurze Reihen bis 45 cm, sonst versinkt die untere Schnur im Stoff. Zu offenem Ausschnitt sind umgekehrt lange Reihen gut, die den Blick nach unten führen.
Worauf fädelt man Steinperlen am besten?
Für Perlen und teuren Stein mittleren Kalibers nehmen Sie einen Seiden- oder Nylonfaden mit Knoten zwischen den Perlen. Für schweren Stein in einer dichten Reihe ist Schmuckdraht besser, er hält das Gewicht und dehnt sich nicht. Silikonband taugt nur für leichte Armbänder und günstige Perlen, für ein ernsthaftes Collier ist es zu schwach.
Wie wählt man die Länge der Perlen für sich?
Legen Sie einen Faden um den Hals dort, wo Sie die Perlen sehen wollen, und nehmen Sie das Maß. Der Choker (35 bis 40 cm) sitzt am Halsansatz, Princess (42 bis 48 cm) an den Schlüsselbeinen und passt fast allen, Matinee (50 bis 60 cm) legt sich auf die Brust, Opera (70 bis 90 cm) trägt man lang oder doppelt gelegt. Eine große Perle frisst ein paar Zentimeter Sitz.
Welche Steine in Perlenketten sind am empfindlichsten?
Perle (Mohs-Härte etwa 2 bis 3), Howlith (3 bis 4), Türkis und Lapislazuli (5 bis 6). Sie sind weicher als Hausstaub, zerkratzen leicht und scheuen Wasser und Kosmetik. Die festen Achat, Onyx, Tigerauge und übrigen Quarze liegen bei etwa 7 nach Mohs und halten die Politur über Jahre. Empfindliche Steine nehmen Sie zuerst ab und bewahren sie getrennt von den harten auf.
Darf man Steinperlen mit Ultraschall reinigen?
Nein. Die Ultraschallreinigung zerbröselt verklebte und stabilisierte Steine, schlägt den Füllstoff aus den Poren des Türkis, zerschlägt Perlen und lockert die Knoten an der Schnur. Steinperlen wischt man nur mit einem weichen trockenen Tuch ab, ohne Wasser und Mittel.
Warum gehen gerade diese Steine in Perlen und nicht beliebige?
In Perlen wählt man seit Jahrhunderten dichte zähe Gesteine, die beim Bohren nicht splittern und die Politur halten: Chalcedone wie Achat, Karneol und Onyx, dazu dichter Lapislazuli. Steine, die entlang einer Ebene spalten, halten den langen dünnen Kanal für die Schnur nicht. Diese Auswahl bildete sich schon in der Bronzezeit, deshalb liegen auf ägyptischen und mesopotamischen Schnüren genau dieselben Gesteine wie in heutigen Perlenketten.
Fazit: eine Reihe, die an einem Abend entsteht
Ketten aus Natursteinperlen sind eine Geschichte über Gewicht, Farbe und Länge, nicht über komplizierte Regeln. Ein Leitstein, zwei oder drei stützende, Texturkontrast, Reihen treppenförmig mit einem Abstand von 4 bis 5 cm und eine feine Goldkette darüber: das genügt für einen fertigen Look.
Stein überlebt die Mode und den Besitzer, die Schnur lässt sich neu auffädeln, und die Form eines mehrreihigen Colliers fügte man schon in Ägypten aus denselben Karneol und Lapislazuli. Beginnen Sie mit zwei Reihen Achat, fügen Sie Karneol oder Lapislazuli für Farbe hinzu, werfen Sie Barockperlen darüber, und das Collier ist fertig. Sie bauen den Schmuck nach derselben Logik, nach der man es vor hunderttausend Jahren tat, nur an einem einzigen Abend.
Perlen und Colliers aus Naturstein: Achat, Karneol, Onyx, Lapislazuli und Barockperle in einer und mehreren Reihen, mit oder ohne Goldkette.
Trage das Symbol, lies nicht nur darüber. Jetzt verfügbar:
Über Zevira
Zevira ist eine spanische Schmuckmarke aus Albacete. Steinperlen sind eines der ältesten Schmuckformate: man fädelt sie auf einen Seidenfaden, mit Knoten zwischen den Perlen, mit der Möglichkeit, die Reihe neu aufzufädeln und zu verlängern.
Was sich bei uns unter den Steincolliers finden lässt:
- Einreihige Schnüre aus Achat, Karneol, Onyx und Lapislazuli für einen ruhigen Look
- Mehrreihige Colliers aus mehreren Reihen mit abgestimmtem Steinkontrast
- Kompositionen mit Barockperle über den Steinreihen
- Colliers mit feiner Goldkette vom Typ Büroklammer als Ergänzung zum Stein
- Stein, abgestimmt auf den Hautton und auf offenen oder geschlossenen Ausschnitt
Die Länge der Reihen lässt sich auf den Look abstimmen. Naturstein, Seidenfaden, 925er Silber und Gold an den Beschlägen.






























