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Omas Schmuckkästchen: Was tun mit geerbtem Schmuck?

Omas Schmuckkästchen: Was tun mit geerbtem Schmuck?

Einleitung: Die Schatulle, die man nicht zu öffnen wagt

Nach der Beerdigung bekommt man das Kästchen. Manchmal überreicht es ein Notar, manchmal legt es ein Familienmitglied wortlos auf den Tisch. Darin: ein schwerer Ehering, eine Granatbrosche mit Goldfassung, eine Kette, an der ein kleines Kreuz hängt, eine Uhr, ein Medaillon, vereinzelte Ohrringe. Ein Charmarmband mit Dutzenden kleiner Anhänger, jeder ein Datum, eine Reise, ein Geburtstag. Ein Kamee in vergoldeter Fassung. Ein filigraner Anhänger, so zart wie Spitze.

Das sind keine Dinge. Das sind Spuren einer Biografie. Sie erinnern an ihre Hände, an ihren Hals an Weihnachtsabenden, an die Festtage, an denen sie das gute Schmuckstück herausgeholt hat. Und jetzt liegen sie da und man weiß nicht, was man damit machen soll.

Dieser Leitfaden gibt keine schnelle Antwort. Er gibt eine Struktur, um in Ruhe zu entscheiden.

Schmuck von einer älteren Frau erben: wo dieser Weg beginnt

Erbschmuck kommt auf unterschiedlichen Wegen. Manchmal gibt es ein förmliches Verfahren: das Nachlassgericht, die Erbschaftsteuererklärung, die Aufteilung nach Erbrecht. Manchmal ist es einfach das Kästchen, das eine Schwester oder Cousine nach dem Begräbnis schweigend in die Hände drückt. Manchmal übergibt die Großmutter es selbst zu Lebzeiten, beim Umzug ins Pflegeheim oder weil sie entschieden hat, dass es Zeit ist.

In all diesen Fällen ist der Ausgangspunkt derselbe: eine Art Starre. Auch wenn man sie geliebt hat. Auch wenn man ihren Schmuck immer wahrgenommen hat. Auch wenn man sich manchmal vorgestellt hat, ihn eines Tages zu tragen. In dem Moment, in dem das Kästchen in den Händen liegt, kommt ein unerwartetes Blockieren. Die Stücke warten auf eine Entscheidung und man ist nicht bereit.

Das ist normal. Es ist eine fast universelle Erfahrung.

Ein paar praktische Punkte, die man von Anfang an verstehen sollte. Erstens: Erbschmuck, besonders Jugendstil, Historismus und Biedermeier, kann erheblich mehr wert sein, als er auf den ersten Blick vermuten lässt. Eine schlichte Granatbrosche in Goldfassung aus dem späten 19. Jahrhundert kann einen beachtlichen Sammlerwert haben. Zweitens: In Deutschland unterliegen wertvolle Schmuckstücke dem Erbrecht und sind bei der Erbschaftsteuer relevant. Wenn der Nachlass noch nicht abgewickelt ist, sollte man vor Entscheidungen über hochwertige Stücke prüfen, ob die steuerlichen Fragen geregelt sind. Drittens: Keine Entscheidung, die in den ersten Monaten getroffen wird, ist bindend. Man darf seine Meinung ändern.

Was tun mit Omas Schmuckkästchen?
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Wie stehst du zum Stil ihres Schmucks?

Langsam beginnen

Das Wichtigste zuerst: nicht unter Druck entscheiden.

In den Wochen nach einem Verlust wächst oft der Impuls, Dinge zu "regeln", zu verteilen, zu verkaufen, aus dem Blickfeld zu räumen. Dieser Impuls kommt meistens aus der Trauer, nicht aus dem Verstand. Was im ersten Monat entschieden wird, sieht nach einem Jahr oft anders aus. Viele berichten, dass der vorschnelle Verkauf das Einzige war, was sie dauerhaft bereut haben.

Die Grundregel: Nichts verkaufen, nichts wegwerfen in den ersten sechs bis zwölf Monaten. Das Kästchen darf ruhig liegen bleiben. Erst zum Jahrestag öffnen, und dann entscheiden.

Was in der frühen Phase möglich ist: eine einfache Inventur (siehe unten). Keine endgültigen Entscheidungen.

Ein Hinweis zum Erbrecht: In Deutschland unterliegen wertvolle Schmuckstücke dem Erbrecht und sind bei der Erbschaftsteuer relevant. Wenn die Erbschaft noch nicht abgewickelt ist, sollte man vor Entscheidungen über hochwertige Stücke prüfen, ob der Nachlass ordnungsgemäß erfasst und die Steuer geregelt ist. Ein Nachlassgericht oder ein Notar kann hier unkompliziert weiterhelfen.

Was sich gewöhnlich in einer Erbschafts-Schatulle findet

Bevor man Entscheidungen trifft, hilft es zu verstehen, was man eigentlich in der Hand hält. Verschiedene Stücktypen haben unterschiedliche materielle und emotionale Bedeutung.

Broschen (Jugendstil, Historismus, Biedermeier)

Die Brosche ist das häufigste Stück in Schmuckkästchen von Frauen, die vor den 1960er Jahren geboren wurden. Jugendstilbroschen (um 1900 bis 1910) wurden oft in Silber oder Gold mit Emailarbeit, Perlen und Halbedelsteinen gefertigt. Historismus-Stücke aus dem späten 19. Jahrhundert tendieren zu schwerem Gelbgold mit Granaten, Türkis oder Korallen. Broschen wirken oft "altmodisch", aber genau darin liegt ihr Wert: Es sind echte Antiquitäten. Eine Brosche lässt sich durch Ändern der Fassung in einen Anhänger umarbeiten, das ist eine der häufigsten und schonendsten Umarbeitungen.

Das Medaillon mit Fotografie

Ein aufklappbares Medaillon mit kleinem Porträtfoto ist eine Tradition des 19. Jahrhunderts. Drinnen: ein Ehemann, Kinder, Eltern. Manche Medaillons enthalten eine Haarsträhne, das entspricht dem Trauerbrauch der Biedermeierzeit und des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Solche Stücke sind keine Verkaufsware. Sie sind Familiendokumente. Selbst wenn das Foto nicht zu identifizieren ist: Das Medaillon gehört zur Familiengeschichte und ist die persönlichste Form, die 5000-jährige Geschichte des Schmucks im eigenen Maßstab weiterzutragen.

Das Charmarmband

Ein Bettelarmband mit Charms, an das über Jahrzehnte Anhänger hinzugefügt wurden, jeder zu einem besonderen Anlass, ist eine tragbare Autobiografie. Eine Zugfahrt nach Wien, die Geburt eines Enkels, ein Jubiläum. Dieses Armband lässt sich kaum teilen, ohne seinen Sinn zu verlieren. Es sollte ganz aufbewahrt oder ganz getragen werden. Eigene Anhänger hinzuzufügen ist eine schöne Möglichkeit, die Geschichte weiterzuschreiben.

Der Ehering

Der Ehering der Großmutter steht in einer eigenen Kategorie. Wie schlicht er auch sein mag, wie abgenutzt die Schiene, er ist das materielle Zeugnis ihrer Ehe. Ihn zu tragen, wenn Größe und Stil passen, ist eine schöne Geste. Ihn an einer Kette als Anhänger zu tragen ebenfalls. Ihn unberührt im Kästchen zu lassen ist ebenso richtig. Das Einschmelzen eines Eherings verdient besondere Bedachtheit.

Kamees

Eine Kamee ist ein erhaben gearbeitetes Porträt oder eine Szene, geschnitzt aus Muschel, Koralle oder Achat. Die Tradition geht auf die Antike zurück und erlebte ihr Hoch im 19. Jahrhundert. Eine gute Kamee in Goldfassung kann erheblich mehr wert sein als sie auf den ersten Blick vermuten lässt. Vor jeder Entscheidung zu einem Spezialisten.

Filigrane Anhänger

Schmuck aus feinster gedrehter Drahtarbeit zu offenen Spitzenmustern. Echter handgefertigter Filigran wird heute kaum noch hergestellt; Stücke aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert repräsentieren Handwerkskunst, die es so nicht mehr gibt. Ein silberner Anhänger, der wie gefrorene Spitze aussieht, ist fast sicher Handarbeit.

Historischer Trauerschmuck

Eine besondere Kategorie: schwarzer Emailschmuck, Jetstücke, Glasperlen in mattiert, Medaillons mit geflochtenen Haaren. In Deutschland und Österreich des 19. Jahrhunderts war der Trauerschmuck eine eigene Gattung. Diese Stücke gehören nicht nur zur Familiengeschichte, sondern haben auch Sammlerwert. Vor jeder Entscheidung einen Spezialisten befragen.

Die Herrenuhrenkette

Eine lange Gold- oder Silberkette mit Karabiner und Anhänger ist meist eine Taschenuhrenkette des Großvaters oder Urgroßvaters. Ein Goldschmied kann sie kürzen und mit einer Schließe zu einem Damenarmband oder zu mehreren kürzeren Ketten umarbeiten.

Schritt 1: Inventur

Aufschreiben, was vorhanden ist. Ohne Bewertung, ohne Entscheidungen.

Ein Notizheft oder eine einfache Tabelle. Für jedes Stück:

Warum das sinnvoll ist:

Keine Eile damit. Einen Abend nehmen oder mehrere. Manchmal wird die Inventur selbst zu einem stillen Abschiedsritual.

Fotografieren und Katalogisieren der Sammlung

Eine Inventur ist erheblich nützlicher, wenn jedes Stück von einem klaren Foto begleitet wird. Der Vorgang ist einfach und das Ergebnis hat jahrelangen Wert.

Benötigt wird: ein Smartphone mit einer guten Kamera, ein weißes Blatt Papier als Hintergrund, Tageslicht oder eine Schreibtischlampe. Jedes Stück auf das weiße Papier legen und von oben fotografieren. Bei Ringen und Anhängern beide Seiten fotografieren. Bei Broschen den Nadelmechanismus gesondert zeigen. Medaillons offen fotografieren.

Notizen neben jedes Foto schreiben:

Dieser Katalog hat doppelten Nutzen. Praktisch: wenn Stücke unter Familienmitgliedern aufgeteilt werden müssen, kann jeder von einem gemeinsamen Dokument ausgehen. Emotional: den Katalog zu erstellen bedeutet, Zeit mit den Stücken zu verbringen, sie anzufassen, sich an sie zu erinnern. Viele berichten, dass sie erst beim Fotografieren wirklich geweint haben.

Den Katalog in der Cloud speichern oder eine Kopie an ein vertrauenswürdiges Familienmitglied schicken.

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Die Geschichte jedes Stücks: aufschreiben, bevor sie verloren geht

Eine der dauerhaftesten Maßnahmen ist es, in den Wochen nach der Übergabe des Kästchens das vorhandene Wissen schriftlich festzuhalten, solange es noch zugänglich ist.

Mit der Mutter sprechen, einer Tante, einer älteren Cousine. Zu jedem erkannten Stück fragen. Die Fragen sind einfach: Woher kommt das? Wer hat es ihr geschenkt? Wann hat sie es getragen? Gibt es eine Geschichte?

Alles aufschreiben, auch die unsicheren Versionen. In einer weiteren Generation wird selbst die unsichere Version nicht mehr existieren. Diese Notizen in den Katalog einfügen. Für jedes Stück eine Karte schreiben und sie im Kästchen neben dem Schmuck aufbewahren. Was entsteht, ist ein Familienarchiv. Jahre später werden diejenigen, die das Kästchen öffnen, Kontext vorfinden, nicht nur Gegenstände.

Schritt 2: Punzen lesen

Bevor man zum Gutachter geht, lohnt ein Blick auf die Punzen: kleine eingeschlagene Stempel auf dem Metall, mit einer Lupe gut lesbar.

Deutsche Feingehaltsstempel

Deutsches Gold trägt eine dreistellige Zahl: 333 (8 Karat), 585 (14 Karat), 750 (18 Karat). Auf Silber: 800, 830, 925 (Sterlingsilber), 999 (Feinstsilber). Älterer Silberschmuck aus dem 19. Jahrhundert trägt häufig Halbmond und Krone nebeneinander, das ist das offizielle Reichssilberzeichen für 800er Silber, das 1884 eingeführt wurde.

Österreichische Punzen

Österreichisch-ungarische Stücke aus dem 19. Jahrhundert tragen ein Doppelkopfadler-System oder regionale Beschauzeichen. Nach 1866 vereinfacht, nach 1918 durch das österreichische System ersetzt. Eine Jahreszahl in einem Schild ist der Datierungspunkt.

Europäische Vergleichsstempel

Eine unbekannte Punze ist kein Problem. Ein Gutachter liest sie.

Schritt 3: Professionelle Bewertung

Nach einigen Wochen zum Goldschmied oder zu einem unabhängigen Gutachter gehen. Nicht zum Verkauf, nur um zu wissen, womit man es zu tun hat.

Wen aufsuchen: einen unabhängigen Gutachter, keinen Goldankäufer. Das Geschäftsmodell des Ankäufers ist dem eigenen Interesse entgegengesetzt. Ein unabhängiger Gutachter berechnet eine Pauschale für die Sitzung und hat kein Interesse daran, dass man verkauft. In Deutschland gibt es zertifizierte Schmuckgutachter, die Mitglied im Bundesverband der Deutschen Gold- und Silberschmiede sind oder eine vergleichbare Qualifikation nachweisen. Das Schmuckmuseum Pforzheim, das bedeutendste Schmuckmuseum Europas, kann auf Anfrage qualifizierte Gutachter für historischen Schmuck empfehlen.

Was eine Bewertung zeigt:

Besondere Kategorien:

Die Kosten für eine Gutachtersitzung liegen im Bereich eines Mittagessens im Restaurant.

Kundenstimmen

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Eine ehrliche Bewertung: nicht zu wenig bekommen

Wer sich letztlich zum Verkauf von Erbschmuck entschließt, erlebt häufig eine unangenehme Überraschung: der angebotene Preis liegt weit unter den Erwartungen. Zu verstehen, warum das so ist, verhindert Fehler.

Goldankäufer und Pfandleiher zahlen nach Metallgewicht zum aktuellen Tageskurs abzüglich ihrer Marge. Handwerksqualität, Alter, Seltenheit, Punzen: nichts davon fließt in ihre Berechnung ein. Eine Jugendstilbrosche in massivem Gold mit Champlevé-Email, beim Goldankäufer verkauft, bringt nur den Schmelzwert. Der Kunstwert, der das Drei- bis Fünffache betragen kann, geht verloren.

Für Stücke mit künstlerischem oder historischem Wert ist der richtige Weg ein Auktionshaus für Antikschmuck, ein Fachhändler mit Kenntnissen des Sammlermarkts, oder eine Verkaufsplattform für ernsthafte Sammler. Vor jedem Verkauf unabhängige Schätzungen von mindestens zwei Quellen einholen.

Für Stücke, die man behalten, aber umarbeiten möchte, sagt ein guter Goldschmied, was möglich ist und zu welchem Preis. Der Originalstein aus dem Ring der Großmutter kann in eine neue zeitgemäße Fassung gesetzt werden. Das Metall kann weiterverwendet werden. Das ist kein "Wegwerfen", das ist ein neues Leben, das man wirklich nutzen wird.

Schritt 4: Reparatur und Restaurierung

Nicht vorschnell wegwerfen oder umarbeiten lassen. Vieles lässt sich fachgerecht restaurieren.

Neuvergoldung: Ein vergoldetes Stück, dessen Oberfläche matt oder fleckig geworden ist, kann durch galvanische Neuvergoldung aufgefrischt werden. Das ist preisgünstig und bringt das Stück nah an den Ursprungszustand zurück. Vergoldeter Schmuck in schlechtem Zustand ist kein Wegwerfprodukt.

Kettensoldierung: Eine gerissene Kette, auch eine feine, lässt sich von jedem Goldschmied in wenigen Minuten löten. Geringe Kosten.

Steinersatz: Wenn ein Stein herausgefallen ist, prüfen ob das Original noch im Kästchen liegt. Wenn ja, kann es wieder gefasst werden. Wenn nicht, lässt sich ein passendes Pendant finden. Historische Glas- und Pastesteine können von Spezialisten angepasst werden.

Ringweitung oder -verkleinerung: Ein Ring kann in der Regel um ein bis drei Größen verändert werden. Ringe mit durchgehendem Muster um den gesamten Ringumfang (Memoireringe, gravierte Schienen) sind schwieriger zu ändern, ohne das Muster zu unterbrechen. Ein guter Goldschmied weiß die beste Vorgehensweise.

Schließenersatz: Alte Schließen sind oft nicht mehr zuverlässig. Eine neue, sicherere Schließe ist preiswert und macht geerbte Ketten und Armbänder wieder alltagstauglich.

Emailrestaurierung: Ein Chip oder Riss in Champlevé- oder Cloisonné-Email kann restauriert werden. Das ist Spezialarbeit und kostet entsprechend, aber für Stücke, die man tragen möchte, lohnt es sich.

Restaurieren oder bewahren: ein wichtiger Unterschied

Es gibt einen echten Unterschied zwischen einem Stück in funktionsfähigen Zustand zurückzuversetzen und es so zu bewahren, wie es ist.

Restaurieren bedeutet, es wieder in Gebrauchszustand zu bringen: Neuvergoldung einer abgenutzten Oberfläche, neuer Stein in einer leeren Fassung, neue Schließe an einer Kette. Das ist richtig für Stücke, die man tragen möchte.

Bewahren ist etwas anderes. Manchmal ist ein Stück gerade so wertvoll, wie es ist: mit seiner Patina, seiner Abnutzung, den Spuren des konkreten Lebens über Jahrzehnte. Das Anlaufen des Silbers, das einem Filigranmuster Tiefe verleiht. Der durch jahrzehntelangen Gebrauch dünn gewordene Ehering. Diese Spuren zu entfernen bedeutet, Geschichte zu entfernen.

Bevor man einen Goldschmied mit der Restaurierung beauftragt, sollte man sich fragen: Ist das Stück wertvoller als funktionales Objekt oder als Zeugnis eines bestimmten Lebens? Für das, was man tragen wird: restaurieren. Für das, was man als Reliquie aufbewahrt: stabilisieren, ohne das Erscheinungsbild zu verändern.

Schritt 5: Umarbeitung (wenn die Originalform nicht tragbar ist)

Manchmal trägt ein Stück echten materiellen oder sentimentalen Wert, lässt sich aber in der Originalform nicht tragen. Die Antwort ist Umarbeitung.

Brosche zu Anhänger

Die häufigste Umarbeitung. Ein Goldschmied fügt auf der Rückseite der Brosche eine Öse hinzu. Der Nadelmechanismus bleibt oder wird entfernt, je nach Wunsch. Die Brosche hängt an einer feinen Kette und wird zum zeitgemäßen Anhänger. Der Eingriff ist gering und vergleichsweise günstig.

Ring zu Anhänger

Ein Ring, der nicht passt oder dessen Stil zu weit vom eigenen entfernt ist, kann auf eine Kette gezogen und als Anhänger getragen werden. Der Ehering der Großmutter an einer feinen Kette, nah am Körper getragen, ist eine schöne und respektvolle Lösung.

Große Ohrclips zu Manschettenknöpfen oder zu einer bewussten Einzelserie

Große Ohrclips mit Steinen oder Emailarbeit können zu Herrenmanschettenknöpfen umgearbeitet werden. Oder man trägt einen einzigen als bewusst asymmetrische Variante, das ist ein sehr aktueller Ansatz und gibt einer einzelnen Ohrklemme, deren Gegenstück fehlt, neues Leben.

Herrenuhrenkette zu Armband

Eine lange Taschenuhrenkette wird gekürzt und mit einer Schließe versehen. Das Ergebnis ist ein Armband mit ungewöhnlichem Charakter und echter Familiengeschichte.

Mehrere kleine Stücke zu einem neuen zusammenführen

Mehrere kleine, beschädigte oder nicht tragbare Stücke können eingeschmolzen und neu gegossen werden. Das Verfahren ist nicht umkehrbar und verdient zweimaliges Nachdenken. Steine und Gravuren aus den Originalstücken können teilweise übernommen werden.

Ethisches Umarbeiten: was es bedeutet, etwas neu zu gestalten

Ein geerbtes Schmuckstück in ein neues umzuarbeiten ist kein Verrat. Es ist eine der Möglichkeiten, wie ein Gegenstand weiterexistiert statt in einer Schublade zu liegen.

Ein Goldschmied mit Erfahrung in der Arbeit mit Erbschmuck weiß, wie die wichtigen Elemente erhalten werden: der Originalstein in einer neuen Fassung, ein graviertes Datum auf dem neuen Stück, das auf dem alten war, dasselbe Metall zu einer Form umgeschmolzen, die wirklich getragen wird. Vor der Beauftragung eine Zeichnung des vorgeschlagenen Stücks verlangen. Ein Foto des Originals aufbewahren. Verstehen, dass die Änderung dauerhaft ist. Das sind die Bedingungen für eine gute Entscheidung.

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Kamera einschalten, Ohrringe, Anhänger oder Ring wählen, und das Stück in Echtzeit an sich sehen.

Modell mit einem Tippen wechseln.

Alles läuft im Browser: kein Foto und kein Video wird hochgeladen.

Schritt 6: Sechs Kategorien

Nach Inventur und Bewertung jedes Stück einer der sechs Kategorien zuordnen.

Kategorie 1: Tragen

Was gefällt, was passt, was positive Erinnerungen weckt. Direkt in die eigene Schmuckschatulle. Nicht aufheben, tragen.

Kategorie 2: Aufbewahren (ohne zu tragen)

Zu wertvoll oder zu empfindlich, aber mit unersetzlichem sentimentalen Gewicht. Separat und weich gelagert. Kindern zeigen, die Geschichte erzählen.

Kategorie 3: Umarbeiten lassen

Das Material ist gut, die Form nicht mehr passend. Goldschmied aufsuchen.

Kategorie 4: Weitergeben

Wenn ein Stück eindeutig einem Familienmitglied gehört: im offenen Gespräch geben, nicht einseitig entscheiden.

Kategorie 5: Verkaufen

Nur wenn es wirklich keine Alternative gibt und man die volle Wartezeit abgehalten hat. Antikschmuck über Fachhändler, nicht über Goldankäufer.

Kategorie 6: Entsorgen

Völlig defekt, kein Wert irgendeiner Art. Entsorgen ohne Schuldgefühl.

Goldgranatschmuck und Biedermeier: ein deutsches Erbe

In deutschen und österreichischen Erbschaften taucht eine Kategorie besonders häufig auf und wird dabei besonders häufig unterschätzt: Goldgranatschmuck aus Böhmen und Sachsen des 19. Jahrhunderts. Diese Broschen, Ohrringe, Halskolliers und Armbänder mit ihren charakteristischen dunkelroten Pyropen sind heute ernst genommene Sammlerstücke.

Echter böhmischer Goldgranatschmuck aus dem Biedermeier und dem späten 19. Jahrhundert trägt charakteristische Merkmale: kleine, rund geschliffene Pyrope dicht gesetzt in typischen Mustern, vergoldete Silberfassungen mit geprägten Ornamenten, präzise Handarbeit. Die Unterscheidung von späteren Massenanfertigungen oder tschechoslowakischen Produktionen der Nachkriegszeit ist für Laien schwierig. Ein Gutachter mit Kenntnissen des böhmischen Granathandwerks ist unerlässlich, bevor man eine solche Brosche für ein paar Euro verkauft.

Biedermeier-Haarschmuck ist eine weitere spezifisch deutschsprachige Kategorie. Haararbeiten aus der Zeit zwischen 1815 und 1848, sorgfältig geflochtene und in Medaillons, Broschen oder Armbänder gefasste Geflechte, oft in Kombination mit Edelsteinen, sind Objekte der Trauer- und Erinnerungskultur dieser Epoche. Für Sammler von Biedermeier-Objekten haben gut erhaltene Stücke mit klarer Zuordnung erheblichen Wert.

Deutsche Schmucktradition: was noch in Kästchen liegt

Neben den bekannten Kategorien gibt es einige spezifisch deutsche Schmucktraditionen, die in Erbschaften auftauchen und oft nicht als das erkannt werden, was sie sind.

Pforzheimer Industrieschmuck des frühen 20. Jahrhunderts: Pforzheim war das Zentrum der deutschen Schmuckindustrie, und feingearbeitete Stücke der Pforzheimer Tradition, auch wenn sie industriell gefertigt wurden, können Sammlerwert haben. Das Schmuckmuseum Pforzheim ist die beste Anlaufstelle für Fragen zur Einordnung.

Erzgebirgischer Silberschmuck mit Bergmanns- oder Wildtiermotiven aus dem 19. Jahrhundert ist ein spezifisches Kulturerbe und findet bei Liebhabern erzgebirgischen Handwerks Interesse.

Schwarzwälder Bernsteinschmuck, besonders der baltische Bernstein in Silber gefasst aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, gehört zu den Stücken, die oft in alten deutschen Haushalten liegen und unterschätzt werden.

Trachtenschmuck aus Bayern und Österreich, Dirndlbroschen, Charivaris, Trachtenarmbänder, hat seinen eigenen Sammlermarkt und sollte nicht als schlichter Modeschmuck behandelt werden.

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Wie man Stücke an Kinder und Enkeln weitergibt

Wenn Kinder oder Teenager im Haushalt leben, ist das Kästchen eine Gelegenheit zum Gespräch über Familiengeschichte. Kinder erleben Objekte anders als Erwachsene: Für sie ist ein Schmuckstück der Großmutter nicht ein Wertgegenstand, sondern ein Gegenstand der Verbindung.

Die Stücke zeigen. Erklären, was man weiß. Anfassen lassen (unter Aufsicht). Fragen, was die Kinder sehen und fühlen.

Manchmal greift ein Kind von selbst nach einem bestimmten Stück. Das ist es wert, festgehalten zu werden: vielleicht ist dieses Stück das, das ihm eines Tages gehören soll.

Manche Stücke lassen sich Kindern direkt jetzt geben: eine schlichte Kette, ein kleiner Anhänger. Mit dem Verständnis, dass Kinder die Bedeutung noch nicht ganz erfassen. Aber die körperliche Präsenz des Schmuckstücks im kindlichen Leben schafft eine Verbindung, die bleibt.

Über die Großmutter durch Schmuck sprechen. "Diese Ohrringe hat Oma getragen, als ich so klein war wie du. Sie hat sie zu Festen angezogen." Das ist eine Form der Erinnerungsarbeit, die besser funktioniert als Fotografien.

Jetzt tragen: wie man anfängt, die Stücke zu benutzen

Eine der häufigsten Fallen ist das Aufheben "für später". Die Brosche bleibt in ihrer Schachtel, der Ring liegt in einer Schublade. Jahre vergehen und das Stück wird nie Teil eines Lebens.

Sie hat diese Stücke getragen. Ihr Ring war an ihrem Finger, nicht in einer Schublade. Ihre Ohrringe waren Teil ihrer Morgenroutine, keine Reserveware für besondere Anlässe.

Jetzt anfangen, etwas zu tragen. Das Stück auswählen, das einem am nächsten erscheint, nicht das wertvollste, nicht das schönste, sondern das, bei dem etwas passiert, wenn man es ansieht. Eine Brosche an einem Wintermantel. Ein Ring in Kombination mit modernen Ringen. Eine Kette unter dem Pullover, die nur man selbst kennt.

Nach einer Woche beginnt das Stück sich wie das eigene anzufühlen statt wie geliehen. Dieser Übergang passiert durch Tragen, nicht durch Warten.

Was man auch ohne Tragen aufbewahren sollte

Der Ehering

Selbst wenn er nie getragen wird: aufbewahren. Er ist das materielle Zeugnis ihrer Ehe.

Uhren

Vintage-Uhren mit Schweizer Werk vor 1970 können erheblichen Wert haben. Ein Uhrmacher kann ein stehengebliebenes Werk wieder gangbar machen.

Religiöser Schmuck

Kreuze, Heiligenmedaillen, Rosenkranzanhänger. Wenn der Glaube Teil ihres Lebens war, sind diese Stücke Teil ihrer Identität.

Gravierte Stücke

Jedes Stück mit eingravierten Namen, Datum, Widmung ist ein Dokument. Nicht einschmelzen.

Stücke mit bekannter Provenienz

Wenn bekannt ist, dass eine Brosche ein Hochzeitstaggeschenk war: das festhalten und das Stück behalten.

Historischer Trauerschmuck

Schwarze Emailstücke, Medaillons mit Haaren oder Fotos, vor jeder Entscheidung einen Spezialisten befragen.

Schmuck, den sie täglich getragen hat

Es gibt eine Kategorie von Schmuck, die zwischen "wertvollen Antiquitäten" und "Modeschmuck" liegt: die Stücke, die sie tatsächlich jeden Tag getragen hat. Die schlichten Ohrstecker. Die feine Kette. Der Ring, den sie nie abnahm.

Diese Stücke tragen oft die dichteste persönliche Erinnerung. Sie waren im gewöhnlichen Alltag ihres Lebens präsent, nicht nur bei den besonderen Anlässen. Aufbewahren, unabhängig vom Materialwert. Es sind meist diese Stücke, die das besondere Gefühl auslösen, wenn man sie in der Hand hält: ihre Nähe.

Wann verkaufen und wie man nicht zu wenig bekommt

Manchmal ist Verkaufen die richtige Entscheidung: ein wertvolles Stück, das niemand in der Familie tragen will, Erlöse, die wirklich nützlich sind. Das ist eine legitime Position.

Der Fehler liegt in der Ausführung. Die meisten, die den Verkauf bereuen, bereuen nicht das Verkaufen selbst, sondern dass sie zu schnell, beim falschen Käufer, für weit weniger als den echten Wert verkauft haben.

Der richtige Ablauf: unabhängige Bewertung zuerst, von jemandem ohne Kaufinteresse. Dann Wahl des Verkaufskanals je nach Stücktyp. Jugendstilschmuck in Gold gehört in ein Spezialauktionshaus, nicht zu einem Goldankäufer. Filigranschmuck zu einem Fachhändler mit Kenntnissen des Sammlermarkts. Nicht unter Zeitdruck verkaufen: Wenn ein Käufer Dringlichkeit erzeugt, zurücktreten.

Spenden oder weiterschenken

Wenn kein Familienmitglied ein Stück haben möchte und Verkaufen sich falsch anfühlt, gibt es zwei weitere Wege: Spenden und Weiterschenken.

Das Schmuckmuseum Pforzheim oder regionale Museen nehmen teils Schmuck mit dokumentierter Geschichte in Schenkung. Direkt beim Sammlungsbereich anfragen mit Fotos und Hintergrundinformationen. Eine konkrete Anfrage hat mehr Aussicht auf eine aufmerksame Antwort als eine allgemeine.

Manche Organisationen nehmen Schmuckspenden für gemeinnützige Auktionen. Das wandelt einen echten Wert in praktische Hilfe um, ohne einen kommerziellen Verkauf zu erfordern.

An jemanden außerhalb des unmittelbaren Familienkreises weiterzugeben ist ebenfalls eine valide Option: eine Freundin, die ihren Stil besonders bewundert hat, eine junge Frau mit ähnlichem Geschmack, eine Patentochter, für die das Stück Bedeutung haben wird.

Aufbewahrung alter Schmuckstücke

Alten Schmuck lagert man nicht wie modernen.

Getrennt von modernem Schmuck. Moderner Schmuck kann Verbindungen enthalten, die antike Oberflächen angreifen.

Weiche Unterlage. Samt oder Baumwolle, kein Kunstfasermaterial.

Nicht zusammen mit Gummi oder Kunststoff. Gummi und PVC geben Schwefelverbindungen ab, die Silber schwärzen und Vergoldungen beschädigen.

Niedrige Luftfeuchtigkeit. Ein Silicagel-Beutelchen im Kästchen entzieht Feuchtigkeit.

Gold und Silber getrennt bei längerer Aufbewahrung, sie reagieren miteinander.

Ketten und steinebesetzte Stücke separat. Ketten verhaken sich und können Emailarbeiten oder Cabochonfassungen beschädigen.

Die Geschichte jedes Stücks aufschreiben, bevor sie verloren geht

Eine der dauerhaftesten Maßnahmen ist es, das vorhandene Wissen schriftlich festzuhalten, solange es noch zugänglich ist.

Mit der Mutter sprechen, einer Tante, einer älteren Cousine. Zu jedem erkannten Stück fragen. Die Fragen sind einfach: Woher kommt das? Wer hat es ihr geschenkt? Wann hat sie es getragen? Gibt es eine Geschichte?

Alles aufschreiben, auch die unsicheren Versionen. In einer weiteren Generation wird selbst die unsichere Version nicht mehr existieren. Diese Notizen in den Katalog einfügen, eine Karte für jedes Stück schreiben und sie im Kästchen aufbewahren.

Einige Stücke haben keine bekannte Geschichte. Das ist in Ordnung. Notieren, was man beobachtet: die ungefähre Datierung anhand des Stils, die Punze wenn vorhanden, das Material. Auch dieser minimale Eintrag ist besser als nichts.

Wenn die Aufteilung schwierig wird: praktische Techniken

Jenseits der formalen rundenweisen Auswahl gibt es Ansätze, die in schwierigen Familiensituationen wirklich Spannungen reduzieren.

Die Wunschliste: Vor dem Hauptgespräch schreibt jedes Familienmitglied privat auf, welche drei oder vier Stücke ihm am meisten bedeuten, und warum. Das verwandelt die Diskussion von einem Wettbewerb in einen Austausch von Geschichten. Wenn man erklärt, dass man die Brosche möchte, weil die Großmutter sie zu jedem Schulkonzert getragen hat, ist das ein anderes Gespräch als "sie gefällt mir einfach".

Geschichte vor Marktwert: Stücke mit bekannten persönlichen Geschichten werden zuerst von der Person beansprucht, zu der die Geschichte gehört. Stücke ohne bekannten persönlichen Bezug werden nach Wert verteilt.

Ein Herzstück: Jeder Teilnehmer benennt ein Stück, das einfach seines ist, ohne Diskussion. Alles andere folgt den normalen Regeln. Das ermöglicht, das Eine zu schützen, das am meisten bedeutet, ohne um jeden Gegenstand zu konkurrieren.

Wenn die Aufteilung voraussichtlich konfliktträchtig sein wird, kann es sinnvoll sein, ein vertrauenswürdiges Familienmitglied, das außerhalb der unmittelbaren Erbschaft steht, als Moderator einzuladen. Für komplexe Nachlässe mit erheblichem Wert ist ein professioneller Mediator eine praktische Option.

Aufteilung unter Geschwistern

Die häufigste Quelle von Familienkonflikten nach einem Todesfall.

Offener Tisch. Alle Berechtigten kommen zusammen, bevor irgendetwas entnommen wird.

Rundenweise Auswahl. Eine Person wählt ein Stück. Nächste Person wählt. Reihum. Startpunkt durch Los.

Sentimentaler Anspruch vor materiellem Wert. Wenn die Schwester eine Brosche möchte, weil die Großmutter sie ihr zu einem bestimmten Anlass gegeben hat, ist das ein stärkerer Anspruch als der Schätzwert.

Schriftliche Dokumentation. Nach dem Gespräch festhalten, wer was mitgenommen hat.

Wenn keine Einigung möglich ist. Ein unabhängiger Gutachter bewertet die Gesamtsammlung. Gleichwertverteilung nach Summe, auch wenn die emotionale Verteilung ungleich wirkt.

Die Psychologie des Loslassens

Schuldgefühl beim Gedanken an Verkauf oder Umarbeitung. "Ich gebe sie weg." Das sagt die Trauer, nicht die Vernunft. Gegenstände sind keine Personen. Die Großmutter ist nicht in einer Brosche.

Angst vor Verlust. "Was, wenn ich es verliere?" Ein Stück, das täglich getragen und gelegentlich verloren wird, ist lebendiger als ein Stück, das sechzig Jahre unberührt in einer Schublade liegt.

Unwürdigkeit. "Der Schmuck ist zu schön für mich." Das sagt ebenfalls die Trauer. Sie hätte gewollt, dass man ihn trägt.

Stilfrage. "Das ist nicht mein Stil." Aufbewahren. Umarbeiten lassen. Oder akzeptieren, dass das Stück in der nächsten Generation richtig sitzt.

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Häufige Fragen

Darf man Schmuck einer verstorbenen Person tragen?

Ja, unbedingt. Es gibt keine Tradition im deutschen Kulturkreis, die das verbietet. Tragen und erinnern ist besser als verwahren und vergessen.

Was macht man mit dem Ehering der Großmutter?

Selbst tragen, wenn Größe und Stil passen; als Anhänger an einer Kette tragen; im Kästchen für die nächste Generation aufbewahren. Keine dieser Optionen ist die einzig richtige. Geht es nicht um den Ring der Großmutter, sondern um den eigenen Ehering nach einer Scheidung, sind die Szenarien anders und werden im Beitrag zum Scheidungsring, Bedeutung, Trend und was mit dem Ehering tun durchgegangen.

Wie lange warten, bevor man etwas verkauft?

Mindestens ein Jahr. Viele, die kurz nach dem Verlust verkauft haben, bereuen es. Nach einem Jahr ist der emotionale Druck geringer.

Was, wenn ein Stück sehr wertvoll ist?

Wenn ein ausdrücklicher Wunsch der Verstorbenen bekannt ist, diesen erfüllen. Sonst Familiengespräch und danach Bankschließfach, bis eine gemeinsame Entscheidung vorliegt.

Kann man ein Armband unter Schwestern aufteilen?

Ja. Ein Goldschmied kann eine Gliederkette in Abschnitte teilen und jeden als Anhänger fertigstellen. Überschaubare Kosten, echte Verbindung zum Originalstück für jede Beteiligte.

Was, wenn im Kästchen ein Medaillon mit Haaren oder Fotos liegt?

Aufbewahren. Diese Stücke dokumentieren eine historische Trauertradition und sind durch nichts zu ersetzen.

Was, wenn das Kästchen nur Trauer auslöst?

Weglegen. Nach einem Jahr wieder öffnen. Wenn sich das Gefühl nicht verändert hat, an ein anderes Familienmitglied weitergeben.

Wie erkenne ich echtes Gold?

Auf die Punze achten: 333, 585, 750 auf dem Metall bedeuten echtes Gold. Stempel wie "GF", "GP" oder "vergoldet" bedeuten Goldauflage. Ein Goldschmied kann mit einem Säuretest bestätigen.

Was, wenn keine Dokumente vorhanden sind?

Das ist vollkommen normal. Das Material lässt sich über Punzen und Tests bestimmen. Die Provenienz kommt aus dem Familiengedächtnis, deshalb ist es jetzt wichtig, alles aufzuschreiben.

Kann man Erbschmuck mit modernem Schmuck kombinieren?

Ja, und das ist oft der beste Ansatz. Eine Jugendstilbrosche an einem zeitgenössischen Mantel ist ein Statement, kein Stilbruch. Ein Ring der Großmutter kombiniert mit feinen modernen Ringen ist vollkommen zeitgemäß. Schmuck aus verschiedenen Epochen verträgt sich gut, wenn er mit Absicht getragen wird.

Was, wenn es sehr viel Schmuck gibt?

Eine große Sammlung kann überwältigend sein. Mit einer Einteilung in drei Gruppen beginnen: Edelmetall, Modeschmuck und unklar. Innerhalb jeder Gruppe von klar zu komplex arbeiten. Nicht alle Entscheidungen in einer Sitzung treffen. In Phasen zur Sammlung zurückkehren: ein erster Durchgang, ein zweiter einen Monat später, ein dritter nach sechs Monaten. Der Blick verändert sich jedes Mal.

Wie Stücke an die nächste Generation weitergeben?

Bedeutungsvolle Anlässe eignen sich am besten: ein runder Geburtstag, eine Hochzeit, die Geburt eines Kindes. Jedes Stück mit seiner Geschichte schriftlich übergeben, ein paar Sätze darüber, wem es gehörte, was es bedeutete, wann es getragen wurde. Das verwandelt die Übergabe in ein Ritual statt in eine bloße Objektübergabe.

Was, wenn das Kästchen Biedermeier-Haarschmuck oder alte Trauermedaillons enthält?

Aufbewahren und einen Spezialisten für Biedermeier-Objekte konsultieren. Diese Stücke sind historische Dokumente einer spezifischen deutschen Trauer- und Erinnerungskultur und können erheblichen Sammlerwert haben. Das Schmuckmuseum Pforzheim oder regionale Heimatmuseen können bei der Einordnung helfen.

Kann man Erbschmuck mit modernem Schmuck kombinieren?

Ja, und das ist oft der beste Ansatz. Eine Jugendstilbrosche an einem zeitgenössischen Mantel ist ein Statement, kein Stilbruch. Ein Ring der Großmutter kombiniert mit feinen modernen Ringen ist vollkommen zeitgemäß. Schmuck aus verschiedenen Epochen verträgt sich gut, wenn er mit Absicht getragen wird.

Was, wenn es sehr viel Schmuck gibt?

Eine große Sammlung kann überwältigend sein. Mit einer Einteilung in drei Gruppen beginnen: Edelmetall, Modeschmuck und unklar. Innerhalb jeder Gruppe von klar zu komplex arbeiten. Nicht alle Entscheidungen in einer Sitzung treffen. In Phasen zur Sammlung zurückkehren: ein erster Durchgang, ein zweiter einen Monat später, ein dritter nach sechs Monaten. Der Blick verändert sich jedes Mal.

Wie Stücke an die nächste Generation weitergeben?

Bedeutungsvolle Anlässe eignen sich am besten: ein runder Geburtstag, eine Hochzeit, die Geburt eines Kindes. Jedes Stück mit seiner Geschichte schriftlich übergeben, ein paar Sätze darüber, wem es gehörte, was es bedeutete, wann es getragen wurde. Das verwandelt die Übergabe in ein Ritual statt in eine bloße Objektübergabe.

Ein Stück für jeden Enkelin oder Enkel: Möglichkeiten der Aufteilung

Wenn wenige Schmuckstücke auf viele Enkeln verteilt werden sollen, gibt es mehrere gleichwertige Lösungsansätze.

Erstens thematische Verteilung: Der Ehering geht an die Person, die heiraten wird oder bereits verheiratet ist. Der religiöse Schmuck geht an jemanden, der denselben Glauben teilt. Stücke mit Steinen einer bestimmten Farbe gehen an die Person, die einen besonders starken Bezug zu dieser Farbe in der Erscheinung der Großmutter hatte.

Zweitens rotierende Aufbewahrung: Die Stücke bleiben in der Familie und wechseln reihum, etwa jährlich. Der älteste Enkel hält ein Jahr, gibt dann an den nächsten weiter. Das funktioniert gut für besonders wertvolle oder symbolische Stücke, die man weder aufteilen noch dauerhaft bei einer Person behalten möchte.

Drittens Umarbeitung mit Materialerhalt: Wenn es Gold- oder Silberstücke gibt, die niemand in der Originalform tragen wird, kann ein Goldschmied daraus mehrere neue Stücke fertigen. Drei Paar Ohrringe aus dem Gold der Großmutter, jedes in etwas unterschiedlichem Design, eines für jede Enkelin. Das Metall ist dasselbe, die Form ist neu.

Viertens fotografisches Erbe: Für Stücke, die physisch bei einer Person bleiben müssen, bekommen alle anderen eine professionelle Fotografie mit der Geschichte auf der Rückseite. Das ist nicht dasselbe wie das Stück zu besitzen, aber es ist besser als nichts.

Ethik: Was man besser nicht tut

Vergoldeten Schmuck nicht wegwerfen, nur weil er angelaufen ist. Neuvergoldung ist günstig. Eine matte Brosche ist kein Müll.

Antikschmuck nicht zum Goldankäufer tragen. Goldankäufer bezahlen nach Metallgewicht und ignorieren den künstlerischen und historischen Wert. Eine Jugendstilbrosche für den Schmelzwert zu verkaufen ist ein bleibender Verlust.

Bei seltenen Stücken an eine Museumsschenkung denken. Das Schmuckmuseum Pforzheim oder regionale Museen nehmen teils Schmuck mit dokumentierter Geschichte in Schenkung. Eine würdige Alternative, wenn niemand aus der Familie das Stück möchte.

Wohltätigkeit: Einige Organisationen nehmen Schmuckspenden für gemeinnützige Zwecke an. Das ist ein sinnvoller Weg statt der Entsorgung.

Warum Aufbewahren Sinn hat: die Bedeutung von Weitergabe durch Generationen

Erbschmuck wird nicht nur als materieller Wert weitergegeben. Er wird als Zeuge eines Lebens weitergegeben, als Artefakt einer bestimmten Epoche, als Faden zwischen Generationen.

In Deutschland hat diese Bewusstheit tiefe Wurzeln. Goldgranatschmuck aus Böhmen ist ein Dokument der böhmisch-sächsischen Handwerkstradition des 19. Jahrhunderts. Ein Biedermeier-Medaillon mit Haareinlage ist ein Zeugnis der deutschen Gedenkkultur seiner Zeit. Jugendstilschmuck aus Pforzheimer Produktion ist ein Dokument der deutschen Schmuckindutrie an ihrem Höhepunkt.

In einer Welt, in der das meiste, was wir heute kaufen, in dreißig Jahren nicht mehr existieren wird, sind die Objekte in einem Kästchen der Großmutter genuins selten: Dinge, die ihren Moment überlebt haben und noch mehrere Generationen überleben können.

Bei Entscheidungen über Erbschmuck lohnt es sich, über sich selbst hinaus zu denken. Manche Stücke haben für einen selbst jetzt keine besondere Bedeutung, können aber für die Tochter, eine Nichte oder die nächste Person, die das Kästchen öffnet, sehr wichtig sein. Etwas mit Absicht aufzubewahren, auch ohne es zu tragen, ist eine Form der Hut.

Richtige Aufbewahrung während der Wartezeit

Während man das volle Jahr vor endgültigen Entscheidungen abwartet, müssen die Stücke richtig aufbewahrt werden. Ein Jahr falscher Lagerung kann Schäden verursachen, die teuer oder nicht reparierbar sind.

Gold und Silber sollten getrennt aufbewahrt werden. Im Laufe der Zeit reagieren sie miteinander. Silber ist besonders anfällig für Schwefelverbindungen, die von Gummi, bestimmten Kunststoffen und synthetischen Geweben abgegeben werden. Eine Baumwoll- oder Samteinlage im Kästchen ist richtig; eine Gummidichtung oder ein Plastikbeutel sind es nicht.

Für Stücke, die ein Gutachter als besonders wertvoll eingestuft hat, ist ein Bankschließfach den bescheidenen jährlichen Kosten wert. Die Hausratversicherung hat meist eine spezifische Option für Schmuck über einem bestimmten Wert; wenn das Kästchen ein Stück enthält, das erheblich mehr wert ist als übliche Haushaltsgegenstände, sollte man die Police aktualisieren.

Emailschmuck braucht besondere Pflege: den Email nicht selbst reinigen, nicht mit Wasser oder Reinigungsmitteln in Berührung bringen, nicht reiben. Wenn ein Emailstück gereinigt werden muss, zu einem Spezialisten bringen. Emailrestaurierung ist Facharbeit und teurer als Vorbeugung.

Schluss

Omas Schmuckkästchen ist kein Problem, das gelöst werden muss. Es ist ein materielles Archiv eines Lebens, das einem anvertraut wurde. Die Entscheidungen, die man damit trifft, sollten die eigenen sein, getroffen mit Zeit, mit Information, ohne den Druck unmittelbarer Trauer.

Ob man die Stücke trägt, aufbewahrt, umarbeiten lässt, aufteilt oder weitergibt: mit Absicht handeln. Das selbst ist eine Form des Respekts.

Zevira Katalog

Silber, Gold, Eheringe, symbolische Stücke, Partnersets.

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Über Zevira

Zevira ist eine Schmuckmanufaktur aus Albacete, Spanien. Alle Stücke werden von Hand gefertigt, in Silber 925 und Gold 14-18 Karat.

Wenn Sie geerbten Schmuck umarbeiten lassen möchten, eine Brosche als Anhänger neu fassen, mehrere kleine Stücke zu einem verbinden, Originalsteine in eine neue Fassung setzen, kann ein Goldschmied die Möglichkeiten aufzeigen. Zevira kauft keinen Antikschmuck an und führt keine Wertgutachten durch. Für Bewertungen wenden Sie sich an einen unabhängigen Gutachter oder einen Antikschmuckhändler in Ihrer Nähe.

Was mit geerbten Stücken gemacht werden kann:

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