
Peridot und Olivin: der grüne Stein aus Vulkanen und Meteoriten
Einleitung: ein grüner Stein aus dem Erdmantel und aus dem All
Halten Sie einen Peridot ans Fenster, und er tut etwas, das die meisten grünen Steine verweigern: Er leuchtet warm, wie ein Sonnenstrahl, der in einem Apfel gefangen ist. Kein kaltes Blau, kein Schatten. Dieses gelbgrüne Licht ist der Grund, warum ein Mineral, das fast jeder Geologe für gewöhnlich hält, in seltenen Fällen zu einem Edelstein wird, der eine Goldfassung verdient.
Olivin gehört zu den häufigsten Mineralen des Erdmantels und ist doch ein seltener Gast in der Werkstatt des Goldschmieds. Damit ein Kristall zum Peridot wird, muss er groß genug, klar genug und in einem sauberen Gelbgrün gefärbt sein. Dieser Zusammenfall tritt nicht oft ein, und deshalb behauptet ein guter Peridot seinen Platz unter den Farbedelsteinen, während er die Geldbörse schonender behandelt als der Smaragd.
Derselbe Olivin findet sich in den Pallasit-Meteoriten, wo grüne Körner in einer Matrix aus Eisen und Nickel eingeschlossen sind. Ein einziges Mineral verbindet die Erdkruste, die Vulkane und die Bruchstücke, die vom Himmel fielen. Das ist keine Science-Fiction, das ist Geologie. Und hinter dieser Geologie verläuft eine lange, gut belegte Geschichte: Peridot wurde im alten Ägypten abgebaut, in die Altäre mittelalterlicher Kirchen gefasst und in den Salons des Europa des 19. Jahrhunderts geschätzt.
Was Peridot ist: Definition, Chemie und Geologie
Peridot und Olivin: ein Mineral, zwei Namen
Peridot und Olivin sind dasselbe Mineral, nur unterschiedlich benannt, je nachdem, wer spricht. Olivin (Mg₂SiO₄) ist ein Magnesiumsilikat, einer der Hauptbausteine des Erdmantels. Wenn ein Olivinkristall groß, klar und in einem schönen Gelbgrün heranwächst, verdient er den Namen Peridot und einen Platz im Schmuck.
Ein Geologe sagt „Olivin". Der Edelsteinhandel sagt „Peridot". In alten Katalogen und Romanen begegnet Ihnen „Chrysolith", aus dem Griechischen für „goldener Stein".
Olivin ist nicht eine einzelne Varietät, sondern eine Familie von Silikaten mit derselben Kristallstruktur, aber wechselndem Verhältnis von Magnesium und Eisen. Das reine Magnesium-Endglied ist Forsterit (Mg₂SiO₄), das reine Eisen-Endglied Fayalit (Fe₂SiO₄). Der Schmuck-Peridot liegt nahe der Magnesiumseite dieser Reihe.
Farbe: gelbgrün, wie ein grüner Apfel
Das bestimmende Merkmal des Peridots ist, dass seine Farbe aus dem Eisen stammt, das im Kristallgitter selbst sitzt, und nicht aus Spurenbeimengungen wie bei den meisten Edelsteinen. Deshalb ist der Peridot gleichmäßig und immer in derselben Tonlage gefärbt: gelbgrün mit einem warmen, goldenen Schimmer. Beim Smaragd geben Chrom und Vanadium das Grün, und sein Ton ist kühl, manchmal mit einem Stich ins Blaue. Dem Peridot fehlt diese Kühle, daher die Vergleiche mit dem grünen Apfel und dem ersten Frühlingslaub.
Die Farbqualität bestimmt den Preis stark. Der teuerste Stein ist ein gesättigtes, sauberes Gelbgrün ohne jedes Braun, und er kommt selten vor. Ein leuchtendes Gelbgrün ist der Standard für guten Schmuck. Ein blasser, heller Ton wirkt zarter und kostet deutlich weniger. Ein brauner oder olivfarbener Stich verrät einen hohen Eisengehalt und wird niedriger bewertet. Auch die Herkunft spielt mit: Burmesischer Peridot ist meist kräftiger, ägyptisches und chinesisches Material heller.
Härte und Spaltbarkeit: die Schwachstelle
Auf der Mohsschen Skala liegt der Peridot bei 6,5 bis 7 (zum Vergleich: Diamant 10, Talk 1). Er ritzt Glas (5,5) und Edelstahl mühelos, ist aber selbst gefährdet durch härtere Steine: Korund (Saphir und Rubin, 9), Topas (8) und Diamant (10).
Die zweite Schwäche ist die Spaltbarkeit: Der Kristall besitzt Ebenen, entlang derer er am leichtesten bricht. Ein harter Schlag im richtigen Winkel kann den Stein ohne sichtbaren Grund sprengen. Daraus folgt die praktische Lehre: In einem Ring sollte der Peridot durch seine Fassung geschützt werden, am besten durch eine geschlossene Zargenfassung. In einem Anhänger oder Ohrringen bekommt er weit weniger Stöße ab, und die Spaltbarkeit stört kaum.
Dichte und Optik
Die Dichte des Peridots beträgt 3,3 bis 3,4 g/cm³, höher als die von Quarz (2,65) und nahe am Topas. Der Brechungsindex von 1,65 bis 1,69 verleiht dem Stein nach dem Schliff einen guten Glanz. Peridot ist stark doppelbrechend: Durch einen großen geschliffenen Stein sieht man bisweilen die hinteren Facetten „doppelt", und das ist eines der Merkmale, die ihn von Glas unterscheiden.
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Die Geschichte des Peridots: von den Pharaonen bis heute
Das alte Ägypten: der Stein der Insel Zabargad
Die wichtigste antike Quelle war eine Insel im Roten Meer, die die Araber später Zabargad nannten (auch als St.-Johannes-Insel bekannt). Vulkanischen Ursprungs, ist die Insel buchstäblich mit Olivin durchsetzt, und der Abbau ging dort über Jahrtausende. Die Griechen nannten den Stein Chrysolith, die Araber al-Zabarjad.
Die Ägypter verbanden den grünen Stein der Sonne mit dem Gott Ra. Man glaubte, er schütze auf der Reise und im Jenseits, deshalb legte man Schmuck mit ihm in die Gräber. Es kursierte der Glaube, der Stein „leuchte im Dunkeln": In Wahrheit war es das Spiel des Lichts auf den Facetten im Schein von Fackeln und Kerzen, doch in der Antike erschien dieser Eindruck wie ein Wunder.
Im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung beschrieb der römische Naturforscher Plinius der Ältere den Stein in seiner „Naturgeschichte" unter dem Namen „Topazos" und brachte ihn mit einer Insel im Roten Meer in Verbindung. Aus diesen antiken Texten gelangen die ersten ausführlichen Zeugnisse über den Edelstein zu uns.
Das Mittelalter: ein Stein der Gotteshäuser
In der christlichen Überlieferung schmückte der Peridot Altäre, Reliquiare und liturgisches Gerät, und sein Grün verband man mit Erneuerung und geistiger Klarheit. Mittelalterliche Goldschmiede schätzten ihn als erschwingliche, leuchtendere Alternative zum Smaragd: günstiger, wärmer im Ton und hart genug für Ringe und Anhänger. Beliebt war er vor allem im Mittelmeerraum und in Mitteleuropa.
Das 19. Jahrhundert: Mode in Europa
Im 19. Jahrhundert kehrt der Peridot in der europäischen Oberschicht in Mode zurück. Man fasst ihn in Colliers, Ohrringe, Ringe und Broschen, kombiniert ihn mit Perlen und Email. Der warme grüne Stein las sich als „grüner Luxus": auffälliger als Silber und günstiger als der Brillant. Gegen Ende des Jahrhunderts erlebt der Peridot mit der Welle des Jugendstils einen weiteren Höhepunkt, und nach dem Ersten Weltkrieg flaut die Mode mit der gesamten „alten" höfischen Ästhetik ab.
Das 20. und 21. Jahrhundert: neues Interesse
In den 1960er und 70er Jahren, mit der Begeisterung für das Natürliche und für Kristalle, bemerkt man den Peridot erneut. Heute hält das Interesse aus mehreren Gründen zugleich an. Ein großer Teil des guten Materials kommt aus Myanmar, und die politische Instabilität in den Abbaugebieten macht den Nachschub unberechenbar und nährt das Gefühl der Seltenheit. Zugleich wächst die Nachfrage nach Natursteinen als Gegengewicht zu den im Labor gezüchteten. Heraus kommt ein Edelstein, der in bester Qualität seltener vorkommt als gewöhnlicher Quarz oder Citrin und dabei erschwinglicher bleibt als Smaragd und Saphir.
Geologie und Lagerstätten
Wie Olivin entsteht
Olivin entsteht in der Tiefe, bei Temperaturen über 1000 °C, in einem Magma, das reich an Magnesium und Eisen ist. Vulkane tragen ihn an die Oberfläche: Schmuck-Peridot findet sich in Basalten und in Brocken von Mantelgestein, die die Lava emporhob. Seltener kommt der Olivin aus dem All, in Pallasit-Meteoriten.
Wo er abgebaut wird
Führend bei der Qualität ist heute Myanmar (Birma): Lagerstätten im Shan-Bergland liefern den hellsten, gesättigtsten Peridot, mitunter in großen Kristallen. Die Region ist politisch instabil, und das macht den Nachschub unberechenbar.
Die historische Quelle, die Insel Zabargad im Roten Meer, ist bis heute in Betrieb, liefert aber nach Jahrtausenden des Abbaus einen helleren Stein in kleinen Mengen. China liefert viel Peridot mittlerer Qualität für den Massenschmuck. Weitere bedeutende Quellen sind die USA (Arizona, wo Peridot auf dem Land indigener Gemeinschaften gesammelt wird, mitunter von ausgezeichneter Qualität), Pakistan mit dem Sapat-Tal (bekannt für große, klare Kristalle) sowie Brasilien und Australien.
Größe: großer Peridot ist selten
Peridot in Edelsteinqualität ist selten wirklich groß, und das ist einer der Schlüsselfaktoren seines Preises. Steine bis 1 bis 2 Karat sind verbreitet, 3 bis 5 Karat schon deutlich seltener, und klare, gesättigte Steine über 10 Karat sind eine Seltenheit für Sammler. Ein großer, guter Peridot kostet überproportional mehr als ein kleiner, gerade wegen dieses Mangels an großem Rohmaterial.
Meteoriten: Olivin aus dem All
In den Eisen-Stein-Meteoriten, den Pallasiten, sind Olivinkristalle in einer Matrix aus Eisen und Nickel eingebettet, wie grüne Glasfenster in einem Metallrahmen. Geschnitten und poliert wirkt das eindrucksvoll, und die Pallasite gelten als einige der schönsten Meteoriten überhaupt.
Diesen Olivin im Schmuck zu verwenden, ist nahezu unmöglich: Er steckt im Metall fest und ist meist trübe, vom Aufprall auf der Erde durchzogen von Rissen. Manchmal werden aus Pallasiten dennoch kleine Steine geschliffen, doch das ist ein enger Sammlermarkt. Wird Ihnen im Internet günstig ein „Ring mit Meteoriten-Peridot" angeboten, ist es fast sicher Betrug.
Olivin wurde auch jenseits der Erde gefunden: Spektralaufnahmen weisen ihn auf der Oberfläche des Mars und in vielen Asteroiden nach. Das unterstreicht einmal mehr, dass Olivin eines der häufigsten Minerale des Sonnensystems ist.
Peridot in Überlieferung und Volksglauben
Seien wir gleich ehrlich: Alles Folgende gehört zu den Vorstellungen verschiedener Kulturen, nicht zur Medizin oder zur Physik. Kristalle heilen nicht und ersetzen keinen Arzt. Doch die Überlieferungen rund um den Stein gehören zu seiner Geschichte, und es ist interessant, sie zu kennen.
In der Steinheilkunde wird der Peridot mit der Energie der Sonne und des goldenen Lichts verbunden. Nach seiner Farbe ordnet man ihn gleich zwei Chakren zu: dem gelben Solarplexus (Wille und persönliche Kraft) und dem grünen Herz. Daher die Vorstellung, der Stein helfe angeblich, den Willen mit dem Gefühl zu verbinden.
Historisch nannte man den Peridot Stein der Fülle und des Wohlstands und begründete dies mit seiner Mischung aus Gold und Grün: Gold als Sinnbild des Reichtums, Grün als Sinnbild des Wachstums. Im Feng-Shui legt man ihn in den Südostbereich des Raumes, der für Wohlstand steht. Zur selben „solaren" Gruppe gehört der Heliodor, der goldene Beryll, den man ebenfalls mit Wärme und schöpferischer Energie verbindet.
In der Überlieferung gilt der Peridot als Stein der Neuanfänge: Man rät, ihn zum Start eines Projekts, bei einem Umzug, einer neuen Stelle oder nach einer schweren Zeit zu schenken. Mit demselben Thema des Wachstums verbindet man den Hiddenit, den grünen Spodumen, weshalb man diese Steine oft zu ähnlichen Anlässen wählt. Hier wiegt die Psychologie schwerer als die Magie: Ein schönes Schmuckstück hebt Stimmung und Selbstvertrauen von selbst, und das ist ein durchaus realer Effekt.
Wie man einen guten Peridot auswählt
Farbe
Die Farbe ist das wichtigste Kriterium. Je sauberer und gesättigter das Gelbgrün, ohne Braun und Grau, desto höher die Klasse und der Preis. Ein heller Ton kostet weniger und wirkt zarter. Ein brauner Stich (viel Eisen) oder eine Graustichigkeit mindern den Wert. Nach Herkunft gilt die einfache Faustregel: Burmesischer Peridot ist meist leuchtender, ägyptisches und chinesisches Material heller.
Größe und Transparenz
In den meisten Schmuckstücken sitzen Steine von 0,5 bis 2 Karat, ein gemäßigtes Budgetsegment. Steine von 3 bis 5 Karat sind schon eine Seltenheit, und große, gesättigte Steine kosten mangels Rohmaterial deutlich mehr. Vollkommene Transparenz ist selten, und kleine Einschlüsse (Gasbläschen, winzige Kristalle anderer Minerale) sind die Regel. Stutzig machen sollten Trübung, sichtbare Risse und ein erkennbarer Schleier: Sie mindern Schönheit und Preis zugleich. Betrachten Sie den Stein im Gegenlicht am Fenster oder unter neutralem Licht.
Schliff
Peridot wird in den üblichen Formen geschliffen: rund (Brillantschliff für ein Höchstmaß an Feuer), oval und Kissen (bequem für Ringe, halten die Farbe gut), Tropfen (für Anhänger), Smaragdschliff (ein Rechteck mit abgeschnittenen Ecken, das einen reinen Stein verlangt) sowie Cabochon für Steine mit Einschlüssen. Ein guter Schliff betont Farbe und Glanz; bei schlechten Proportionen und Winkeln wirkt selbst ein schöner Stein matt. Der Schleifer berücksichtigt zudem die Richtung der Spaltbarkeit, um das Risiko eines Absplitterns zu senken.
Behandlung und Zertifikat
Peridot wird in der Regel nicht behandelt: Seine Farbe ist natürlich, und Erhitzen und Bestrahlen kommen kaum zum Einsatz. Das spricht für die Ehrlichkeit des Steins. Bei teuren und großen Steinen (etwa ab 3 Karat) ist ein Zertifikat eines angesehenen gemmologischen Labors sinnvoll: Es bestätigt Echtheit, Gewicht, Farbe, Reinheit und das Fehlen von Behandlungen.
Schmuck mit Peridot
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Die Logik der Schmuckwahl läuft auf die Spaltbarkeit und die mittlere Härte des Steins hinaus. Je mehr Stöße ein Stück abbekommt, desto zuverlässiger muss die Fassung sein.
Ringe. Die auffälligste, aber auch riskanteste Variante für den Peridot. Ein Solitär in der Mitte, ein Kranz aus kleinen Steinen, der Klassiker „drei Steine" oder ein Vintage-Art-déco-Stil: All das funktioniert, wenn die Fassung den Stein schützt. Wählen Sie eine geschlossene Zargenfassung oder einen am Rand geschützten Sitz und meiden Sie offene, hohe Krappen an einer aktiven Hand.
Ohrringe. Das ideale Format: Der Stein bekommt fast keine Stöße ab, lässt sich problemlos täglich tragen und spielt seine Farbe schön nahe am Gesicht. Stecker, Ohrhänger an einer Kette, Varianten mit Email, alles ist angebracht.
Anhänger. Ebenfalls eine sichere Wahl. Der Stein in einer geschützten Fassung an einer Kette aus Silber oder Gold, an einem Lederband im legeren Stil oder neben anderen hellen Steinen. Zum Gelbgrün passen sowohl Gelbgold als auch Silber.
Armband und Brosche. Ein Armband ist schön, bekommt aber viele Stöße ab, daher sind eine feste Befestigung und eine sichere Fassung wichtig. Eine Brosche ist eine seltene, fast antiquarische Wahl und trägt kaum Belastung.
Die Pflege des Peridots
Peridot ist empfindlich gegenüber Säuren, Laugen und plötzlichen Temperaturwechseln. Das Reinigen ist einfach: lauwarmes (nicht heißes) Wasser mit einem Tropfen milder Seife, eine weiche Bürste oder ein weiches Tuch, abspülen und mit einem Baumwolltuch trocknen.
Was man nicht tun darf: Ultraschall- und Dampfreinigung, Auskochen, Bleichmittel, Säuren und Laugen. Ein plötzlicher Temperaturwechsel ist wegen der Spaltbarkeit gefährlich, der Stein kann entlang einer Ebene zerbrechen.
Bewahren Sie den Peridot getrennt von härteren Steinen (Diamant, Saphir, Topas) auf, sonst zerkratzen sie ihn: ein weiches Säckchen oder ein eigenes Fach der Schmuckschatulle. Legen Sie das Stück beim Sport, bei Handarbeit und beim Putzen mit Chemikalien ab. Alle paar Jahre lohnt es sich, das Stück einem Goldschmied zu zeigen: die Befestigung prüfen und die Beschichtung der Fassung auffrischen.
Peridot im Vergleich zu anderen Steinen
Peridot und Smaragd
Beide sind grün, doch es sind unterschiedliche Minerale mit unterschiedlichem Charakter.
| Peridot | Smaragd | |
|---|---|---|
| Farbe | Gelbgrün, warm | Kühles Grün, manchmal bläulich |
| Mineral | Olivin (Magnesiumsilikat) | Beryll |
| Härte | 6,5-7 | 7,5-8 |
| Spaltbarkeit | Vorhanden, kann bei Schlag brechen | Vorhanden, der Stein ist spröde |
| Preis | Erschwinglicher | Deutlich teurer |
| Seltenheit | Selten in großen Maßen | Sehr selten in hoher Qualität |
Die Wahl ist eine Frage von Geschmack und Budget: Der Peridot ist wärmer und erschwinglicher, der Smaragd kühler und prestigeträchtiger. Wer die beiden Grüntöne vergleichen möchte, findet einen eigenen Ratgeber zum Smaragd und seinen Eigenschaften.
Peridot und Chrysolith
Es ist ein und dasselbe Mineral. „Chrysolith" (griechisch „goldener Stein") ist ein alter Name für den Peridot, dem man bei Antiquitäten, in alten Katalogen und in der Literatur begegnet. In der Zusammensetzung gibt es keinen Unterschied, nur in der Epoche, in der das Wort gebräuchlich war.
Peridot und Citrin
Citrin ist die gelbe Varietät des Quarzes. Er ist verbreitet, günstiger und stoßfester (Härte 7, Spaltbarkeit praktisch nicht vorhanden). Peridot ist seltener, teurer und grüner im Ton. Beide sind warm und sonnig, und die Wahl bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen.
Mythos gegen Wirklichkeit
Mythos: Peridot leuchtet nachts. In Wahrheit ist es das Spiel des Lichts auf den Facetten bei warmer Beleuchtung, dazu eine schwache Lumineszenz bei einem Teil der Steine. Im Dunkeln leuchtet der Peridot nicht.
Mythos: Peridot heilt Krankheiten. Es gibt keine medizinische Wirkung. Ein schönes Schmuckstück kann Stimmung und Selbstvertrauen heben, ersetzt aber keinen Arzt.
Mythos: günstiger heißt schlechter. Peridot ist erschwinglicher als Diamant und Smaragd, nicht wegen der Qualität, sondern wegen Markt und Nachfrage. Ein guter burmesischer Stein ist ein vollwertiger Edelstein.
Mythos: alle Peridote haben dieselbe Farbe. Sie reichen von blassem Gelbgrün bis zu einem satten Grasgrün, manchmal mit Braun. Der Ton hängt vom Eisengehalt und von der Lagerstätte ab.
Mythos: Peridot darf man nicht im Ring tragen. Man darf, aber in einer geschützten Fassung und mit der Gewohnheit, den Stein vor Stößen zu bewahren.
Wozu man Peridot trägt
Der warme gelbgrüne Peridot verhält sich erstaunlich umgänglich: Er streitet weder mit der Kleidung noch mit anderen Steinen, und doch fällt er stets auf. Die Hauptregel ist einfach: Geben Sie dem Stein einen klaren Hintergrund, und er erledigt den Rest von selbst.
Im Alltag entfaltet sich der Peridot am besten auf einem einfarbigen Oberteil. Weiß, Beige, Grau, Marineblau, Anthrazit, jede ruhige Farbe wirkt wie eine Leinwand, auf der der goldgrüne Funke sofort zu lesen ist. Ein leichtes Baumwollhemd mit geöffnetem obersten Knopf und ein feiner Anhänger an langer Kette, Peridot-Stecker zum grob gestrickten Pullover, das ist jene alltägliche Eleganz, die keiner Erklärung bedarf. Zu Jeansstoff und Naturleinen kommt der Stein besonders gut zur Geltung: ein natürliches Material und ein natürlicher Edelstein klingen in derselben Tonlage.
Im Büro gibt sich der Peridot zurückhaltend und passend. Kleine Stecker oder ein Anhänger an kurzer Kette unter dem V-Ausschnitt einer Bluse oder eines Blazers setzen einen lebendigen Akzent zum Business-Anzug, ohne die Aufmerksamkeit an sich zu reißen. Das Grün mildert die Strenge von Grau und Schwarz, und die goldene Note bringt Wärme ohne unnötigen Glanz.
Am Abend ändert sich die Logik: Dem Stein darf man Entfaltung gönnen. Ein offener Ausschnitt, ein glatter Stoff, Seide oder Satin, ein tiefer, dunkler Farbton des Kleides, und Peridot-Ohrhänger beginnen, bei jeder Bewegung zu spielen. Für einen besonderen Anlass stellen Sie ein Set zusammen: Anhänger und Ohrringe in einem Metall, Ring im Ton dazu. Hier ist ein großer Stein in geschlossener Zargenfassung am Platz, der das Ganze zusammenhält.
Beim Metall ist alles einfach. Gelbgold verstärkt den goldenen Anteil und macht die Erscheinung warm und reich, Silber 925 gibt einen kühlen Kontrast und betont das Grün. Der Peridot liebt das Schichten: feine Ketten unterschiedlicher Länge, leichte Ringe übereinander an einer Hand, die Kombination mit klaren oder weißen Steinen (Bergkristall, Mondstein, weiße Perle), die die Farbe nicht an sich ziehen. Er steht fast jedem, aber besonders jenen, denen warme Töne schmeicheln, und jenen, die an einem Schmuckstück die Bedeutung ebenso schätzen wie den schönen Glanz.
Ein praktischer Rat: Für den Tag einen kleineren Stein und ein einziges Detail, für den Abend größer und ein Set. Und denken Sie an die Fassung: An einer aktiven Hand wählen Sie Anhänger oder Ohrringe, und tragen Sie den Peridot-Ring in einem geschützten Sitz.
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Peridot in Zahlen und Fakten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Chemische Formel | Mg₂SiO₄ (Magnesiumsilikat) |
| Gruppe | Olivin (Forsterit-Fayalit-Reihe) |
| Härte | 6,5-7 nach Mohs |
| Dichte | 3,3-3,4 g/cm³ |
| Brechungsindex | 1,65-1,69 |
| Kristallsystem | Orthorhombisch |
| Farbe | Gelbgrün |
| Hauptentstehung | Vulkanisch, seltener Meteoriten |
| Wichtigste Lagerstätte heute | Myanmar (Birma) |
| Historische Lagerstätte | Insel Zabargad (Rotes Meer, Ägypten) |
| Durchschnittsgröße im Schmuck | 0,5-2 Karat |
| Synonyme | Olivin, Chrysolith (historisch) |
| Monatsstein | August |
| Zugeordnete Sternzeichen | Löwe, Waage (näherungsweise) |
Häufige Fragen
Sind Peridot und Olivin dasselbe? Ja. Olivin ist das Mineral, Peridot seine Edelsteinvarietät: groß, klar, schön gefärbt. Dieselbe Zusammensetzung, verschiedene Namen für verschiedene Zusammenhänge.
Ist der Peridot ein teurer Stein? Er gehört zum erschwinglichen Segment der Farbedelsteine: günstiger als Smaragd, Rubin und Saphir, aber teurer als Quarz, Amethyst und Citrin. Der Preis steigt mit Größe und Farbsättigung stark an. Steine von 0,5 bis 2 Karat passen für die meisten Schmuckstücke in ein gemäßigtes Budget, ein großer, gesättigter burmesischer Stein ist dagegen eine andere Geschichte.
Kann man Peridot jeden Tag tragen? Ohrringe und ein Anhänger sind für das tägliche Tragen ideal: Der Stein bekommt fast keine Stöße ab. Ein Ring braucht eine geschützte Fassung (geschlossene Zarge) und die Gewohnheit, ihn bei körperlicher Arbeit abzulegen. Wegen seiner Härte von 6,5 bis 7 und der Spaltbarkeit riskiert der Peridot in offener Fassung an einer aktiven Hand ein Absplittern.
Welches Metall passt am besten zum Peridot? Ein warmes Metall. Gelbgold verstärkt den goldenen Anteil des Steins, Silber 925 gibt einen sauberen, kühlen Kontrast und betont das Grün. Weißgold ist neutral und passt zu einem minimalistischen Stil.
Wie reinigt man Peridot zu Hause? Lauwarmes Wasser mit einem Tropfen milder Seife, eine weiche Bürste, abspülen und mit einem Baumwolltuch trocknen. Kein Ultraschall, kein Dampf, kein kochendes Wasser, kein Bleichmittel, keine Säuren: Ein plötzlicher Temperaturwechsel kann den Stein entlang seiner Spaltbarkeit sprengen.
Gibt es Peridot auch synthetisch? Die industrielle Synthese lohnt sich nicht, daher gibt es keinen Peridot aus Massensynthese. Sehr wohl begegnet man der Nachahmung durch Glas und durch billige grüne Steine. Beim Unterscheiden helfen die Dichte (der natürliche ist schwerer als Glas gleichen Volumens), der warme Glanz, die deutliche Doppelbrechung und eine Prüfung durch einen Gemmologen. Ein sehr niedriger Preis für einen großen „Peridot" ist ein Grund zur Vorsicht.
Verblasst der Peridot in der Sonne? Nein. Die Farbe stammt vom Eisen im Gitter selbst, und der Stein ist lichtecht. In der Sonne bleicht er nicht aus.
Passt der Peridot zu einem Mann? Ja. Das Gelbgrün ist neutral und macht in einem Siegelring, einem Anhänger an dickem Band, in Manschettenknöpfen oder einer dunklen Fassung aus oxidiertem Silber eine gute Figur. Der Stein gilt nicht als „weiblich": Historisch trugen ihn Priester und Herrscher.
Was schenkt man der Bedeutung nach zusammen mit einem Peridot? Der Überlieferung nach ist er ein Stein der Fülle und der Neuanfänge, deshalb schenkt man ihn zum Start eines Projekts, bei einem Umzug, einer neuen Stelle oder nach einer schweren Zeit. Man kann eine kurze Notiz über die Bedeutung des Steins beilegen oder eine persönliche Gravur auf der Fassung anbringen.
Schluss
Der Peridot ist ein seltenes Zusammentreffen von Geologie und Schönheit. Ein Mineral, das im Erdinneren gewöhnlich ist, wird erst dann zum Edelstein, wenn es groß, klar und vom Eisen gleichmäßig in ein warmes Gelbgrün gefärbt heranwächst. Hinter ihm verläuft eine lange, belegte Geschichte: eine Insel im Roten Meer, ägyptische Gräber, mittelalterliche Altäre, die Salons des Europa des 19. Jahrhunderts.
Er ist erschwinglicher als Smaragd, Rubin und Saphir, doch schöner und interessanter als gewöhnlicher Quarz. Er braucht keine Behandlung, und seine Farbe ist ehrlich, natürlich. Und in großer, klarer Gestalt ist er wahrhaft selten. Tragen Sie ihn im Glauben an die Sonnenenergie oder ohne ihn: Ein schönes Schmuckstück hält lange, erfreut das Auge und hebt die Stimmung, und das ist ein durchaus realer Effekt.
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Über Zevira
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- Warme Fassungen aus Gelbgold, die den goldenen Schimmer des Steins betonen
- Kombinationen des grünen Edelsteins mit anderen Steinen in einem Schmuckstück
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