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Perlen und Ketten neu auffädeln: wenn der Faden reißt oder sich dehnt

Perlen und Ketten neu auffädeln: wenn der Faden reißt oder sich dehnt

Die kleinen Knoten zwischen den Perlen sind keine Zierde und keine Hommage an die Tradition. Reißt der Faden, hält ein Knoten das Abrutschen an einer einzigen Perle auf, statt die ganze Kette über den Boden zu verstreuen. Derselbe Knoten hält die Perlen auf Abstand zueinander, damit das weiche Perlmutt nicht an der Nachbarperle scheuert und Kratzer bekommt. Ein Knoten ist Versicherung und Stoßdämpfer in einem, und er hält ein paar Jahre, nicht ewig.

Der Faden unter den Perlen ist ein Verschleißteil. Er altert schneller als die Perle oder der Stein selbst, weil er alles abbekommt: Schweiß, Parfum, Handcreme, das Gewicht der Perlen, das ständige Biegen am Hals. Perlmutt hält hundert Jahre, doch die Seide darunter gibt nach ein paar Saisons intensiven Tragens nach. Das Tückische daran: Der Faden stirbt unbemerkt. Von außen sieht er heil aus, innen ist er längst durchgescheuert, und man erfährt es erst im Moment des Risses. Deshalb behält man den Faden im Auge wie die Reifen am Auto, nach Frist und nach Anzeichen, nicht erst nach dem Unfall.

In diesem Ratgeber geht es darum, wie man erkennt, dass der Faden fällig ist, ob man zu Hause neu auffädeln kann, welchen Faden man unter Perlen und unter weiche Steine wählt, wann man die Arbeit besser einem Fachmann überlässt und wie man Perlen aufbewahrt, um bis zum nächsten Neufädeln so lange wie möglich durchzukommen.

Welchen Faden brauchen deine Perlen?
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Was möchtest du neu auffädeln?

Warum man Perlen überhaupt neu auffädeln muss

Jeder Perlenfaden lebt in einem Zustand ständiger Ermüdung. Jedes Mal, wenn Sie den Kopf neigen, sich setzen, einen Schal umlegen, biegt sich der Faden an Dutzenden Stellen, und an jeder reibt die Faser an der Kante des Perlenlochs. Das Loch in einem Stein oder einer Perle ist kein glattes Röhrchen, sondern eine Bohrung mit mikroskopisch scharfen Kanten, und sie wirkt wie ein stumpfes Messer. In ein bis zwei Jahren feilt diese Bohrung die Seide von innen durch, auch wenn der Faden von außen heil aussieht.

Der Faden dehnt sich und hängt durch

Seide und Nylon längen sich mit der Zeit unter dem Gewicht der Perlen. Ein frischer Faden hält die Perlen dicht beieinander, jede sitzt Knoten an Knoten zur Nachbarin. Nach ein, zwei Saisons treten Lücken zwischen ihnen auf, der Faden beginnt zu wandern, und die Kette sitzt tiefer und schlampiger am Hals. Ein gedehnter Faden ist das erste und ehrlichste Signal: Das Material ist ermüdet und hat seine Spannkraft verloren. Zurückspannen lässt es sich nicht, man kann es nur neu auffädeln.

Der Faden wird dunkel und schmutzig

Helle Seide unter Perlen verwandelt sich mit der Zeit von milchig zu grau. Schuld sind Hautfett, Puder, Cremereste und Parfum, die in die Faser einziehen und sich in den Knoten absetzen. Ein grauer Faden fällt besonders an weißen und cremefarbenen Perlen auf: Im Gegenlicht sieht man zwischen den Perlen einen schmutzigen Strang, und die ganze Kette wirkt unfrisch, obwohl die Perlen selbst tadellos sind. Waschen lässt sich der Faden nicht, nasse Seide verliert noch schneller an Festigkeit, deshalb ist ein schmutziger Faden ein Grund zum Neufädeln.

Schmutz sammelt sich in den Knoten

Ein Knoten zwischen den Perlen ist eine lockere Faserschlinge, und er wirkt wie eine Falle für Staub. Je länger die Kette getragen wird, desto dichter setzt sich in den Knoten ein grauer Belag fest, der sich weder auswaschen noch mit einer Bürste lösen lässt, ohne den Faden selbst zu zerreißen. Dieser Schmutz ist nicht nur unschön, er hält auch Feuchtigkeit nah an der Perlenoberfläche, und ständige Feuchtigkeit schadet dem Perlmutt. Saubere frische Knoten sind ein Teil der Pflege, keine Kosmetik.

Abnutzung des Fadens am Verschluss

Die am stärksten belastete Stelle jedes Fadens ist die Partie am Verschluss. Hier ist der Faden durch das Öse des Verschlusses gezogen und doppelt gelegt, hier trifft auch der Hauptruck, wenn man die Kette über den Kopf zieht oder beim Öffnen daran zerrt. Neun von zehn Brüchen passieren genau am Verschluss. Wer genau hinsieht, bemerkt am Verschluss oft schon, dass der Faden ausfranst, sich in einzelne Fasern auflöst oder stärker durchhängt als in der Mitte. Das ist die letzte Warnung vor dem Riss.

Parfum und Creme beschleunigen den Verschleiß

Der Faden altert durch Mechanik und durch Chemie. Alkohol aus Parfum, Säuren aus Handcreme, Schweiß und Puder ziehen in die Faser ein und zersetzen sie von innen, machen die Seide vorzeitig spröde. Dieselbe Chemie schadet auch den Perlen: Perlmutt trübt sich, Koralle bleicht aus. Ein Faden, der regelmäßig mit Parfum begossen wird, braucht deutlich häufiger ein Neufädeln als derselbe Faden, der über fertigem Make-up angelegt wird.

Wie oft man den Faden wechselt

Eine allgemeingültige Frist gibt es nicht, alles hängt von der Trageintensität und den Bedingungen ab. Perlen, die im Schmuckkästchen liegen und einmal im Jahr ausgeführt werden, halten ein Jahrzehnt auf einem Faden durch. Solche, die fast täglich getragen werden, brauchen viel häufiger Aufmerksamkeit. Die Faustregel ist einfach: Je öfter der Schmuck auf der Haut sitzt und je weicher die Perle ist, desto kürzer das Leben des Fadens.

Perlen, die oft getragen werden

Antiker Perlenstrang mit Golddetails und Anhänger, altgriechische Arbeit
Perlenkette mit Gold, ostgriechische Arbeit um 330 bis 300 v. Chr.: Naturperlen wurden schon in der Antike auf einen Faden gezogen. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)Pearl and gold necklace with pendant of Eros, ca. 330–300 BCE. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

Für Perlen, die regelmäßig getragen werden, empfehlen Fachleute ein Neufädeln alle ein bis zwei Jahre. Perlen sind besonders anspruchsvoll: Man trägt sie nah am Körper, das Perlmutt saugt alles auf, und das Gewicht der Perlen zieht den Faden spürbar nach unten. Wenn Sie eine Perlenkette mehrmals pro Woche zur Arbeit anlegen, betrachten Sie das Neufädeln als planmäßige Wartung, nicht als Notreparatur. Mehr über Perlenarten und ihre Pflege steht im eigenen Perlen-Ratgeber.

Perlen für seltene Anlässe

Ein Faden, der nur ein paar Mal im Jahr zu besonderen Gelegenheiten hervorgeholt wird, nutzt sich langsam ab, und man kann ihn alle paar Jahre oder nach tatsächlichem Verschleiß wechseln. Hier zählt nicht der Kalender, sondern die Sichtprüfung: Bevor Sie eine selten getragene Kette anlegen, ziehen Sie sie an den Enden auseinander und halten Sie sie gegen das Licht. Ist der Faden elastisch, sauber und hält die Perlen dicht, tragen Sie sie unbesorgt. Hängt er durch oder ist er vergraut, legen Sie sie bis zum Neufädeln beiseite.

Wie man den Moment vor dem Riss erwischt

Die beste Regel: den Faden bei den ersten Ermüdungszeichen wechseln, nicht warten, bis er auf der Straße reißt. Ein geplantes Neufädeln kostet Ihre Zeit und einen günstigen Faden. Ein Riss an belebtem Ort kostet verlorene Perlen, die über den Asphalt rollen oder in den Gully fallen, und Nerven. Wenden Sie alle halbe Jahre eine Minute auf die Sichtprüfung oft getragener Ketten, und zum Unfall kommt es so gut wie nie.

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Wozu Knoten zwischen den Perlen und wann sie überflüssig sind

Ein Knoten zwischen jedem Perlenpaar ist der Klassiker der Perlenkette, und er wurde nicht der Schönheit wegen erfunden. Er hat zwei technische Aufgaben, und beide sind gerade bei teuren und weichen Perlen wichtig.

Der Knoten rettet die ganze Kette beim Riss

Reißt ein Faden ohne Knoten, fallen alle Perlen auf einmal herunter, und sie vom Boden aufzusammeln gelingt nicht immer. Ein Faden mit Knoten verhält sich anders: Beim Riss rutschen höchstens ein, zwei Perlen ab, die übrigen halten ihre eigenen Knoten. Sie verlieren eine einzige Perle statt der ganzen Kette. Bei einer langen Kette aus teuren Perlen ist das der Unterschied zwischen einem kleinen Ärgernis und dem Verlust des gesamten Schmucks.

Der Knoten schützt die Perle vor Reibung

Mehrreihige Kette aus Perlen und Steinen auf mehreren Strängen, 18. Jahrhundert
Mehrreihige Kette (Satlari): Perlen und Steine in Reihen aufgezogen, und jede Perle hält ihr eigener Knoten fest. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)Seven-Stranded Necklace (Satlari), 18th century. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

Ohne Trenner stoßen und reiben die Perlen bei jeder Bewegung aneinander. Perlmutt ist weich, und durch die ständige Reibung entstehen Abnutzungen und Absplitterungen am Loch, besonders an großen Perlen, die schwerer sind und härter aufschlagen. Der Knoten setzt zwischen sie einen weichen Abstandhalter aus Seide, dämpft die Stöße und lässt Perlmutt nicht an Perlmutt scheuern. Für Perlen ist das keine Option, sondern Schutz.

Wann Knoten überflüssig sind

Knoten zwischen den Perlen sind nicht immer gerechtfertigt. Bei feinen Glasperlen, bei harten polierten Steinen wie Achat oder Onyx, bei günstigen Ketten für häufige Stilwechsel kosten Knoten nur Zeit und verlängern die Kette um unnötige Millimeter. Harter Stein fürchtet die Reibung an der Nachbarperle nicht, und eine günstige Glaskette neu aufzufädeln tut nicht weh, falls sie reißt. Knoten sind Pflicht bei Perlen, weichen und teuren Steinen, bei der übrigen Modeschmuck-Ware sind sie eine Frage des Geschmacks und Stils, nicht der Haltbarkeit.

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Woraus man auffädelt: Fadenmaterialien

Der Faden unter Perlen ist nicht irgendeine reißfeste Schnur. Jedes Material verhält sich anders: das eine dehnt sich, das andere wird von der Perlenkante zerschnitten, das dritte hält keinen Knoten. Die Wahl des Fadens für bestimmte Perlen ist der halbe Erfolg beim Neufädeln.

Naturseide

Seide ist das historische Material für Perlen und bleibt der Maßstab für den geknoteten Faden. Sie ist weich, fällt schön, hält einen sauberen festen Knoten und drapiert sich so, dass die Perlenkette über den Hals fließt. Seide hat einen einzigen, aber gewichtigen Nachteil: Sie ist nicht langlebig, dehnt sich mit der Zeit und fürchtet Wasser. Seide wählt man dann, wenn perfekter Sitz und ein klassischer geknoteter Faden wichtig sind, und nimmt von vornherein in Kauf, dass man sie häufiger als andere wechseln muss.

Nylonfaden

Nylon ist das Arbeitspferd des modernen Neufädelns. Es ist fester als Seide, dehnt sich weniger, fürchtet Feuchtigkeit nicht so sehr und gibt es in verschiedenen Stärken für jedes Lochmaß. Der Knoten hält darauf schlechter als auf Seide, und bei starker Hitze kann es schmelzen, doch für die meisten Ketten ist Nylon ein vernünftiger Kompromiss aus Preis, Festigkeit und Lebensdauer. Viele heutige Seidenfäden mit Nadel am Ende sind in Wahrheit aus Nylon.

Schmuckdraht mit Quetschperlen

Stahlseil in Nylonummantelung, oft Schmuckdraht oder Perldraht genannt, ist die festeste Variante. Es reißt fast nie, dehnt sich nicht und fürchtet scharfe Steinkanten nicht, deshalb fädelt man darauf schwere Steinketten und Stränge mit facettierten Perlen auf, die Seide binnen einer Saison durchfeilen. Knoten knüpft man auf dem Draht nicht, die Enden fixiert man mit metallenen Quetschperlen, die man mit der Zange flachdrückt. Nachteil: Der Draht ist steifer als Seide und drapiert sich nicht so weich, deshalb nimmt man ihn für feine Perlen seltener als für Stein.

Elastikfaden und warum er nicht langlebig ist

Elastikfaden, das berühmte Gummiband, auf das man Armbänder ohne Verschluss zieht, ist bequem und beliebt, aber das kurzlebigste Material von allen. Das Gummi dehnt sich bei jedem Anlegen, verliert mit der Zeit an Spannkraft, trocknet von Creme und Parfum aus und reißt eines Tages ohne Vorwarnung, sodass die Perlen davonkullern. Auf Elastikfaden sollte man nur günstige Armbänder ziehen, die man bedenkenlos oft neu auffädeln kann, und niemals Perlen oder teure Steine auf Gummi setzen. Betrachten Sie ihn als Übergangslösung, nicht als Faden für Jahre.

Fadenfarbe passend zur Perlenfarbe

Ein feiner Punkt, den man oft übersieht: Die Fadenfarbe ist zwischen den Perlen und in den Knoten sichtbar, besonders bei halbtransparenten Perlen und hellem Stein. Unter weiße und cremefarbene Perlen nimmt man weißen oder milchigen Faden, unter dunklen Stein dunklen, unter Bernstein und Karneol goldbeigen. Ein kontrastierender Faden verrät sich in den Knoten und verbilligt das Aussehen, ein farblich passender Faden verschmilzt mit der Perle und macht die Arbeit sauber. Beim Neufädeln durch einen Fachmann wird die Fadenfarbe gezielt ausgewählt, und das ist Teil der Qualität.

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Anzeichen, dass es Zeit zum Neufädeln ist

Ketten reißen selten plötzlich, meist senden sie vorher Signale. Sie zu lesen ist leicht, und es bewahrt vor dem Verlust von Perlen. Das sollten Sie prüfen.

Der Faden ist grau oder dunkel geworden

Wenn der helle Faden zwischen den Perlen grau, schmutzig oder verfärbt ist, ist die Zeit gekommen. Ein grauer Faden ist nicht nur unschön, er ist auch ein Zeichen dafür, dass sich in der Faser Fett und Feuchtigkeit angesammelt haben, die ihre Alterung beschleunigen. Saubere Perlen auf schmutzigem Faden wirken verwahrlost, und kein Reinigen der Perlen selbst behebt das.

Die Perlen sind auseinandergerutscht, es sind Lücken entstanden

Wenn zwischen Perlen oder Knoten merkliche Zwischenräume auftauchen, die früher nicht da waren, hat sich der Faden gelängt. Auf einem frischen Faden sitzen die Perlen dicht, Knoten an Perle. Lücken bedeuten Dehnung, und ein gedehnter Faden kehrt nicht mehr in Form zurück. Das ist ein Signal zum Neufädeln, auch wenn der Faden noch nicht gerissen ist.

Der Faden hängt merklich durch

Vergleichen Sie, wie die Kette jetzt am Hals liegt und wie sie neu lag. Ist sie länger geworden, hängt sie durch und sitzt tiefer als sie sollte, hat sich der Faden unter dem Gewicht der Perlen gedehnt. Das Durchhängen fällt bei Perlen besonders auf: Der Faden verliert seinen federnden Bogen und hängt als schlaffe Schlinge. Das ist derselbe Verschleiß wie die Lücken, nur sieht man ihn am gesamten Sitz.

Ein Knoten hat sich gelöst oder der Faden franst aus

Wenn auf dem geknoteten Faden ein Knoten locker ist, sich gelöst hat oder eine Perle daran zu wandern beginnt, ist der Faden am Ende. Dasselbe gilt für ausfransende, aufgelöste Fasern, besonders am Verschluss. Ein aufgegangener Knoten bedeutet, dass die benachbarten nur noch auf gut Glück halten. Tragen Sie solche Ketten nicht bis zum Neufädeln, ein Ruck und sie liegen am Boden.

Kann man zu Hause neu auffädeln und welche Werkzeuge braucht man

Einen einfachen Faden günstiger Ketten an einem Abend selbst neu aufzufädeln, ist durchaus machbar. Das ist ruhige Handarbeit, die Geduld und Sorgfalt verlangt, keine seltenen Fertigkeiten. Doch je teurer und weicher die Perlen und je komplexer die Knotentechnik, desto höher der Preis eines Fehlers, deshalb sollte man mit Einfachem beginnen.

Die Grundausstattung an Werkzeug

Für das Neufädeln zu Hause braucht man nicht viel. Eine dünne biegsame Perlennadel oder einen Faden mit bereits fixierter Nadel am Ende, um ihn durch enge Löcher zu führen. Den Faden selbst in passender Stärke: Seide oder Nylon unter Perlen, Schmuckdraht unter schweren Stein. Eine kleine scharfe Schere. Einen Tropfen speziellen Klebstoff zum Fixieren von Knoten und Fadenende. Für den geknoteten Faden ist eine feine Ahle oder ein spezielles Werkzeug nützlich, mit dem man den Knoten dicht an die Perle schiebt, damit keine Lücke bleibt.

Kalotten, Knotenkappen und Quetschperlen

Um die Fadenenden zu verbergen und den Verschluss anzuhängen, verwendet man feines Zubehör. Eine Kalotte, auch Knotenkappe oder Klemmkalotte genannt, ist ein winziges metallenes Schälchen, das den Knoten am Fadenende verdeckt und das Öse des Verschlusses hält. Für den Draht nimmt man statt Knoten und Kalotten Quetschperlen: Auf sie zieht man die Drahtschlaufe um das Öse des Verschlusses und drückt sie mit der Zange fest. Diese Kleinigkeit entscheidet darüber, wie sauber und fest die Befestigung des Verschlusses aussieht.

Die Fadenstärke passend zum Loch wählen

Der wichtigste technische Punkt: Der Faden muss dicht durch das Perlenloch passen, aber nicht darin schlackern. Ein zu dünner Faden gibt Spiel, die Perle wandert und reibt, und der Knoten kann ins Loch rutschen. Ein zu dicker passt nicht durch oder reißt beim Anziehen an der Kante. Ideal ist es, wenn der Faden mit leichtem Widerstand durchgeht. Sind die Löcher sehr eng, wie bei feinen Süßwasserperlen, nimmt man dafür den dünnsten Faden und die feinste Nadel.

Wie man den Faden neu auffädelt: der allgemeine Ablauf

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung sprengt den Rahmen dieses Ratgebers, aber den groben Arbeitsablauf zu kennen ist nützlich, um zu verstehen, was der Fachmann genau tut und wofür Sie bezahlen. Die Logik ist für Seide und Nylon gleich.

Die Perlen abnehmen und die Reihenfolge merken

Zuerst wird der alte Faden vorsichtig durchgeschnitten und die Perlen werden abgenommen, wobei man sie genau in der Reihenfolge auslegt, in der sie aufgereiht waren. Bei einer symmetrischen Kette mit Verlauf oder mit einer großen Mittelperle ist das entscheidend: Bringt man die Reihenfolge durcheinander, verliert die Kette ihr Aussehen. Die Perlen legt man am besten in die Rille eines speziellen Perlentabletts oder auf einen Stoffstreifen mit Rand, damit sie nicht davonrollen.

Ein Ende fixieren und mit Knoten auffädeln

An ein Fadenende befestigt man eine Kalotte und das Öse des Verschlusses, fixiert mit einem Knoten und einem Tropfen Klebstoff. Dann fädelt man eine Perle auf, knüpft einen Knoten dicht an sie, fädelt die nächste auf und knüpft erneut einen Knoten, den man mit der Ahle lückenlos an die Perle schiebt. So sammelt man Perle für Perle die ganze Kette. Das Aufwendigste sind hier gleichmäßige feste Knoten gleicher Größe, gerade für die Sauberkeit der Knoten schätzt man die Handarbeit.

Das zweite Ende fixieren und prüfen

Zum Schluss setzt man die zweite Kalotte, zieht das Öse der zweiten Verschlusshälfte ein, zieht den letzten Knoten fest, fixiert mit Klebstoff und schneidet den Überstand ab. Nach dem Trocknen des Klebstoffs prüft man den Faden auf Spannung: Er soll die Perlen dicht halten, sich aber weich drapieren. Den fertigen Faden lässt man besser einen Tag hängen, damit sich Knoten und Faden setzen, und trägt ihn erst dann.

Häufige Anfängerfehler

Der häufigste Fehler beim Neufädeln zu Hause ist ein schwacher oder im Gegenteil überzogener Knoten: Ein schwacher wandert und lässt eine Lücke, ein überzogener reißt den dünnen Faden schon beim Zusammenbau. Der zweite Fehler ist der Faden, der nicht zum Loch passt, wenn ein dünner schlackert und ein dicker mit Gewalt gezogen und an der Kante durchgescheuert wird. Der dritte ist Eile mit dem Klebstoff: Ein überschüssiger Tropfen verläuft über die Perle und hinterlässt einen matten Fleck auf dem Perlmutt. Und der vierte, ärgerlichste, ist die durcheinandergebrachte Reihenfolge der Perlen bei einer Kette mit Verlauf. Wer hastet und improvisiert, verdirbt das Stück eher, als dass er am Fachmann spart.

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Wann man zum Fachmann geht

Vieles lässt sich zu Hause erledigen, doch es gibt Fälle, in denen das Sparen am Fachmann mit verdorbenem Schmuck endet. Ist Ihnen eine Kette teuer, sei es durch den Preis oder die Erinnerung, bringen Sie sie lieber einmal mehr in die Werkstatt. Das professionelle Neufädeln günstiger Perlen kostet so viel wie ein Abendessen im Café, und die Sorge um den Schmuck ist unbezahlbar.

Teure Perlen und große Ketten

Den Faden teurer Perlen, besonders großer, See- oder farblich abgestimmter, übergibt man dem Fachmann. Hier braucht es gleichmäßige Knoten, perfekte Anpassung, die richtige Seidenstärke und sorgfältige Arbeit am Zubehör, und der Preis eines Fehlers ist eine zerkratzte oder verlorene Perle, die so viel wert ist wie ein ganzes Schmuckstück. Ein guter Fachmann begutachtet zudem jede Perle und weist darauf hin, ob eine gerissene zu ersetzen ist.

Antiquitäten und Erbstücke

Alte Ketten, von der Großmutter geerbt, verlangen besondere Behandlung. Antike Perlen und alter Stein haben mitunter spröde, geweitete oder beschädigte Löcher, durch die Zeit geschwächtes Material, einen ungewöhnlichen Verschluss. Einen solchen Faden darf man nicht zerren und nicht überhasten, und zerlegen sollte ihn, wer Ähnliches schon gesehen hat. Der Fachmann bewahrt den historischen Verschluss, wählt den Faden passend zum alten und beschädigt die wertvollen Perlen nicht. Die Restaurierung von Erbschmuck ist ein eigenes Handwerk.

Komplizierter Verschluss und mehrreihige Ketten

Mehrreihige Ketten, Stränge mit Verteilern, Ketten mit kompliziertem Verschluss über mehrere Reihen oder mit Zwischenelementen überlässt man besser dem Fachmann. Mehrere Reihen in einem Verschluss zusammenzuführen und dabei ihre Längen und Reihenfolge zu wahren, ist technisch nicht einfach, und Eigenregie verdirbt hier das Stück öfter, als sie es repariert. Hat die Kette mehr als eine Reihe oder einen ungewöhnlichen Verschluss, ist das ein Signal für die Werkstatt.

Verschlüsse und Zubehör beim Neufädeln

Das Neufädeln ist ein günstiger Moment, um Faden und Verschluss zugleich in Ordnung zu bringen. Der Verschluss nutzt sich zusammen mit dem Faden ab, und sie gemeinsam zu wechseln ist sinnvoll. Wie verschiedene Verschlussarten aufgebaut sind, steht im eigenen Ratgeber über das Halsband mit Schloss.

Den Verschluss prüfen und wechseln

Ein alter Verschluss kann ausleiern, nicht mehr zuverlässig einrasten oder einfach das Aussehen verlieren. Ein Karabiner mit erschlaffter Feder, ein aufgebogenes Öse, abgeriebene Vergoldung am Verschluss sind ein Grund, gleich beim Neufädeln einen neuen Verschluss zu setzen, solange der Faden ohnehin zerlegt ist. Ein zuverlässiger Verschluss ist nicht weniger wichtig als ein fester Faden: Ketten gehen verloren, wenn der Faden reißt, und wenn sich ein schlechter Verschluss leise öffnet.

Den Verschluss passend zu Gewicht und Stil wählen

Den Verschluss wählt man passend zu Gewicht und Charakter des Fadens. Schwere Steinketten brauchen einen kräftigen Verschluss mit zuverlässigem Riegel, leichten Perlen steht ein zierlicher Verschluss, der das Aussehen nicht überzieht. Für Perlen setzt man oft dekorative Kugelverschlüsse oder geformte Verschlüsse, die selbst Teil des Schmucks werden und mitunter vorne getragen werden. Der Stil des Verschlusses ist der letzte Schliff der neu aufgefädelten Kette.

Ösen und Übergangselemente

Zwischen Faden und Verschluss stehen Verbindungsösen und Kalotten, und auch sie sollte man beim Neufädeln erneuern. Ein aufgebogenes oder abgeriebenes Öse ist das schwache Glied, das früher als der Faden versagt. Frisches feines Zubehör aus demselben Metall wie der Verschluss hält fest und wirkt aus einem Guss. Eine Kleinigkeit, an der man nicht sparen darf, denn gerade sie hält die ganze Kette am Verschluss.

Das Metall des Zubehörs im Ton zum Schmuck

Verschluss, Ösen und Kalotten fallen mehr auf, als man denkt, deshalb wählt man sie im Ton zum Faden selbst und zum Gesamtbild. Zu silbrigen Perlen und kühlen Steinen passt Silber oder Rhodium, zu goldenen Perlen und warmem Stein passt Gold oder Vergoldung. Ein Durcheinander der Metalle am Verschluss sticht ins Auge, wenn man die Kette mit dem Verschluss nach vorne dreht, wie man Perlen oft trägt. Beim Neufädeln sammelt man am einfachsten gleich das gesamte Zubehör in einem Ton und Metall, damit die Befestigung durchdacht aussieht und nicht zufällig.

Worauf Perlen auffädeln: Fadenvergleich
FadenKnotenWofürFestigkeit und Haltbarkeit
SchmuckdrahtKeine, QuetschperlenSchwerer facettierter Stein
NylonfadenHält, schwächer als SeideAlltags- und günstige Perlen
NaturseideHält einen perfekten festen KnotenPerlen und weicher Stein
ElastikfadenHält keine KnotenGünstiges Armband ohne Verschluss

Besonderheiten verschiedener Perlen

Faden und Technik hängen davon ab, was genau Sie auffädeln. Weiche Perle, poröse Koralle und harter Achat verlangen einen unterschiedlichen Ansatz, und ein universelles Rezept gibt es nicht. Darauf sollten Sie bei den häufigsten Materialien achten.

Perle

Die Perle ist das anspruchsvollste Material. Weiches Perlmutt zerkratzt leicht, fürchtet Säuren, Parfum und Schweiß, und die Löcher der Perlen sind eng. Perlen fädelt man unbedingt mit Knoten zwischen den Perlen auf: zum Schutz vor Reibung und zur Versicherung beim Riss. Den Faden nimmt man weich, Seide oder dünnes Nylon, die Stärke passt man genau ans Loch an. Vor dem Neufädeln ist es nützlich, die Perlen zu reinigen, zur Schmuckreinigung zu Hause gibt es einen eigenen Ratgeber.

Koralle

Koralle ist porös und relativ weich, in der Sprödigkeit der Perle nahe. Sie fürchtet Säuren, Haushaltschemie und harte Stöße, bleicht leicht von Sonne und Schweiß aus. Korallenketten fädelt man ebenfalls sinnvollerweise mit Knoten auf, damit die Perlen nicht aneinanderschlagen und sich an den Rändern nicht stoßen. Den Faden unter Koralle wählt man weich und sauber, und die Koralle selbst schützt man vor Parfum und Sonne, damit die Farbe länger hält.

Türkis und weiche Steine

Türkis ist weich und porös, viele seiner Sorten sind zur Festigung getränkt, und er fürchtet Wasser, Öle und Säuren. Weiche Steine wie Türkis, Malachit, Amazonit zerkratzen und splittern vergleichsweise leicht, deshalb tun auch ihnen Knoten als Abstandhalter und ein schonender Faden gut. Die wichtigste Regel bei porösen Steinen: weniger Kontakt mit Kosmetik und Wasser, dann halten der Faden und die Perlen selbst länger.

Harte Steine

Achat, Onyx, Jaspis, Bergkristall und andere harte Steine verhalten sich anders. Sie fürchten die Reibung aneinander nicht und brauchen keine Knoten zum Schutz, dafür zersägen ihre scharfen Bohrungen den weichen Faden gnadenlos. Harte facettierte Ketten fädelt man besser auf Schmuckdraht, der von der Steinkante nicht zerschnitten wird. Knoten setzt man hier nach Belieben, des Stils und nicht der Haltbarkeit wegen. Wie man mehrreihige Steinketten zusammenstellt, steht im Ratgeber zu Ketten aus Natursteinperlen.

Bernstein und Organik

Bernstein, Gagat und sonstige Organik sind leicht, warm und dabei spröde: Bernstein zerbricht beim Stoß und fürchtet Alkohol, Gagat zerkratzt. Das geringe Gewicht ist hier ein Plus, der Faden unter Organik altert langsamer als unter schwerem Stein, doch die Perlen selbst verlangen einen schonenden Zusammenbau und einen weichen Faden ohne ruckartige Bewegungen. Knoten zwischen Organikperlen setzt man zum Schutz vor Absplitterungen, und Faden und Zubehör nimmt man ohne scharfe Teile, an denen die spröde Perle aufschlagen könnte.

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Aufbewahrung, damit der Faden länger hält

Die Hälfte des Fadenverschleißes ist nicht das Tragen, sondern die falsche Aufbewahrung und der Kontakt mit Kosmetik. Einfache Gewohnheiten verdoppeln die Zeit zwischen den Neufädelungen, und sie kosten eine Minute am Tag. Über die Fadenlänge und darüber, wie verschiedene Formate am Hals liegen, gibt es einen Ratgeber zur Länge der Perlenkette.

Zuletzt anlegen, zuerst abnehmen

Die alte Regel für Perlen und weiche Steine: Den Schmuck legt man zuletzt an, nach Parfum, Haarspray und Creme, und nimmt ihn zuerst ab, vor dem Waschen. Parfum, Alkohol und Kosmetik zerstören Perlmutt und Faden, indem sie sich in den Knoten absetzen. Wer sich diese Reihenfolge angewöhnt, hält den Faden viel länger sauber und elastisch, und der graue Belag in den Knoten lässt lange auf sich warten.

Waagerecht aufbewahren, nicht am Haken

Ketten und Perlenstränge bewahrt man flach ausgelegt auf, nicht am Haken hängend. Im Hängen dehnt sich der Faden ständig unter dem Eigengewicht und hängt schneller durch. Am besten legt man die Kette in ein weiches Säckchen oder ein mit Stoff ausgekleidetes Schmuckkästchen, der Länge nach ausgebreitet, ohne Knicke und Knoten. Jeder Kette ihr eigenes Säckchen, damit die Perlen nicht an anderem Schmuck scheuern.

Vor Wasser und Trockenheit schützen

Perlen und weiche Steine fürchten Wasser und Austrocknung zugleich. Im Schmuck schwimmt man nicht, spült kein Geschirr und schläft nicht, weil Wasser und Schweiß den Faden schwächen und Chlor und Salz dem Perlmutt schaden. Andererseits macht die ganz trockene Luft von Heizkörpern und Tresoren die Seide spröde. Der goldene Mittelweg ist die normale Raumfeuchte, ein weiches Säckchen und das Abwischen des Fadens mit einem trockenen Tuch nach dem Tragen. Was zu tun ist, wenn der Schmuck doch angelaufen ist, steht im Ratgeber zu angelaufenem Schmuck.

Den Faden nach jedem Tragen abwischen

Eine Minute Pflege nach jedem Tragen verlängert die Zeit zwischen den Neufädelungen am stärksten. Wenn Sie die Kette ablegen, fahren Sie mit einem weichen trockenen oder leicht feuchten Tuch über Faden und Perlen und entfernen Sie Schweiß, Hautfett und abgesetzte Kosmetik, bevor sie in Faser und Knoten einziehen. Perlen sind für diese Gewohnheit besonders dankbar: Sauberes Perlmutt und sauberer Faden bleiben länger frisch, und der graue Belag in den Knoten tritt viel später auf. Das ist eine Gewohnheit, die billiger ist als jedes Neufädeln.

Nicht zum Strang wickeln und nicht verknoten

Eine lange Kette darf man nicht zu einem festen Knoten oder Knäuel gewickelt aufbewahren: An den Knicken bricht der Faden, und die Perlen drücken im Haufen aufeinander. Lange Opera- und Sautoir-Ketten breitet man als lockere Schlinge oder in mehreren weiten Ringen ohne Zug aus. Dieselbe Logik unterwegs: Den Faden legt man in ein eigenes weiches Etui flach hinein und steckt ihn nicht in eine gemeinsame Kosmetiktasche, wo er sich verdreht und an anderen Sachen durchscheuert.

Perlen neu auffädeln: Wahrheit und Mythen
Die Knoten zwischen Perlen sind nur Zierde
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Elastikfaden hält ewig und muss nie gewechselt werden
Tippen zum Aufdecken
Sieht der Faden heil aus, ist es zu früh zum Wechseln
Tippen zum Aufdecken
Einen schmutzigen Faden kann man waschen statt neu auffädeln
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Alle Perlen müssen mit Knoten dazwischen aufgefädelt werden
Tippen zum Aufdecken

Fakten, die überraschen

Das Neufädeln wirkt wie eine langweilige Kleinigkeit, doch um den Perlenfaden hat sich allerlei Interessantes angesammelt. Ein paar Dinge, die den Blick auf den Knoten und den Faden selbst verändern.

Den Knoten erfand man, um Perlen zu sparen

Die Gewohnheit, Knoten zwischen den Perlen zu knüpfen, brachten nicht Designer hervor, sondern der gesunde Menschenverstand und der Wert der Perle. In einer Zeit, als Naturperlen gleichauf mit den besten Steinen geschätzt wurden, war der Verlust einer zerrissenen Kette ein Ruin. Der Knoten garantierte, dass beim Riss eine Perle zu Boden fiel und kein Vermögen. Der Schutzkniff entstand aus Sparsamkeit und wurde erst danach zum Zeichen sauberer Arbeit.

Perlen altern den Faden schneller als Stein

Ein Perlenfaden nutzt sich merklich schneller ab als ein Steinfaden, und das liegt nicht nur am Gewicht. Perlmutt lebt, es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie ab, und diese Feuchtigkeit geht zusammen mit dem Hautfett ständig in den Faden. Eine Steinperle ist träge, sie gibt der Faser nichts ab. Deshalb leben äußerlich gleiche Fäden aus Perle und aus Achat unterschiedlich lang: Perlen verlangen das Neufädeln häufiger, gerade wegen ihrer porösen Natur.

Die Bohrung der Perle ist ein verstecktes Messer

Von außen wirkt das Perlenloch glatt, doch unter Vergrößerung ist die Kante der Bohrung mit mikroskopischen Zacken übersät, besonders bei Stein. Gerade diese Kante, nicht das Alter an sich, scheuert den Faden von innen durch. Bei billigen Ketten mit abgesplitterten Lochrändern stirbt der Faden binnen einer Saison, bei einer sauber bearbeiteten Perle mit gebrochener Kante hält derselbe Faden Jahre. Der Wert einer Perle versteckt sich oft gerade in der Sauberkeit des Lochs.

Eine lange geknotete Perlenkette ist eine Arbeit von einem halben Tag

Eine lange Kette im Opera- oder Sautoir-Format aus feinen Perlen mit einem Knoten nach jeder Perle bedeutet Hunderte Knoten, und jeden knüpft und passt man von Hand an. Das Neufädeln einer solchen Kette beim Fachmann dauert nicht Minuten, sondern Stunden mühevoller Arbeit. Wenn Sie den Preis für das geknotete Neufädeln einer langen Kette von Hand sehen, denken Sie daran, dass Sie für Hunderte gleicher Knoten zahlen und nicht für einen Meter Seide.

Die Kalotte erfand man, um den Knoten zu verstecken

Das kleine metallene Schälchen an den Fadenenden entstand als Lösung einer rein ästhetischen Aufgabe: Ein nackter Knoten am Verschluss sah grob aus und ging auf. Die Kalotte verbarg den Knoten in einem glänzenden Tröpfchen und verband zugleich den Faden zuverlässig mit dem Verschluss. Ein winziges Detail, das fast niemand bemerkt, hält die ganze Kette und entscheidet, ob die Befestigung billig oder teuer wirkt.

Häufige Fragen

Wie oft muss man Perlen neu auffädeln?

Perlen, die regelmäßig getragen werden, fädelt man alle ein bis zwei Jahre neu auf. Perlen, die man ein paar Mal im Jahr zu Anlässen anlegt, halten mehrere Jahre auf einem Faden durch. Orientieren Sie sich am Kalender und an der Sichtprüfung: Ein grauer, gedehnter oder durchhängender Faden ist ein Signal zum Wechsel, unabhängig von der Frist.

Kann man Perlen zu Hause neu auffädeln?

Einen einfachen Faden günstiger Perlen kann man zu Hause neu auffädeln, wenn man sich mit einer dünnen Nadel, Seiden- oder Nylonfaden, einer Schere und Klebstoff ausstattet und sich Zeit lässt. Teure, große, See- oder antike Perlen überlässt man besser dem Fachmann: Dort braucht es gleichmäßige Knoten und eine genaue Anpassung, und der Preis eines Fehlers ist eine zerkratzte oder verlorene Perle.

Wozu knüpft man Knoten zwischen den Perlen?

Knoten lösen zwei Aufgaben. Beim Riss des Fadens rutschen von ihnen ein, zwei Perlen ab und nicht die ganze Kette, die übrigen halten ihre eigenen Knoten. Und sie lassen das weiche Perlmutt nicht an der Nachbarperle scheuern, schützen so vor Abnutzungen und Absplitterungen. Für Perlen sind Knoten Pflicht, für harten Stein und Glasperlen sind sie eine Frage des Stils.

Welcher Faden ist besser zum Neufädeln, Seide oder Nylon?

Seide ist weicher, drapiert sich schöner und hält den perfekten Knoten, dehnt sich aber und ist nicht langlebig. Nylon ist fester, dehnt sich weniger und fürchtet Feuchtigkeit weniger, hält den Knoten aber schlechter. Für die klassische geknotete Perlenkette nimmt man häufiger Seide, für Alltags- und günstige Ketten ist Nylon vernünftig. Schweren facettierten Stein fädelt man auf Stahl-Schmuckdraht auf.

Warum darf man Perlen nicht auf Gummi auffädeln?

Elastikfaden dehnt sich mit der Zeit, trocknet von Creme und Parfum aus und reißt eines Tages ohne Vorwarnung, sodass die Perlen davonkullern. Er hält keine Knoten und schützt das Perlmutt nicht vor Reibung. Auf Gummi fädelt man nur günstige Armbänder auf, die man bedenkenlos oft neu auffädeln kann. Perlen und teure Steine auf Elastikfaden sind ein Risiko, den Schmuck zu verlieren.

Wie erkennt man, dass der Faden fällig ist?

Die wichtigsten Anzeichen: Der Faden ist grau oder dunkel geworden, zwischen den Perlen sind Lücken entstanden, die Kette hängt durch und sitzt tiefer als neu, ein Knoten hat sich gelöst oder der Faden franst am Verschluss aus. Jedes dieser Signale genügt. Prüfen Sie oft getragene Ketten alle halbe Jahr, indem Sie sie an den Enden ziehen und gegen das Licht halten.

Was kostet das Neufädeln von Perlen beim Fachmann?

Eine konkrete Zahl zu nennen ergibt hier keinen Sinn, sie hängt von der Fadenlänge, der Zahl der Knoten und dem Material ab. Die Orientierung: Das Neufädeln einer kurzen Kette günstiger Perlen kostet etwa so viel wie ein Abendessen im Café, eine lange geknotete Kette aus feinen Perlen, bei der Hunderte Knoten von Hand geknüpft werden, kostet wegen der Arbeitsstunden deutlich mehr. Der Wechsel des Verschlusses zählt extra.

Muss man beim Neufädeln den Verschluss wechseln?

Nicht zwingend, aber es ist ein günstiger Moment. Wenn der Verschluss ausgeleiert ist, schlecht einrastet oder abgerieben ist, lohnt es sich, gerade beim Neufädeln einen neuen zu setzen, solange der Faden zerlegt ist. Zugleich wechselt man abgeriebene Verbindungsösen und Kalotten. Ein zuverlässiger Verschluss ist nicht weniger wichtig als ein fester Faden, denn Ketten gehen auch verloren, wenn sich ein schlechter Verschluss leise öffnet.

Perlen und Perlenketten bei Zevira werden auf einen festen Faden mit sauberen Knoten und einem zuverlässigen Verschluss aufgezogen, und jede Perle wird vor dem Zusammenbau begutachtet. Wenn Ihr Faden zum Neufädeln fällig ist oder Sie einen neuen auswählen, beginnen Sie mit dem Katalog.

Über Zevira

Zevira ist Schmuck, den man macht, um ihn zu tragen, und nicht, um ihn im Tresor zu verstecken. Perlen und Steinketten stellen wir von Hand zusammen: Wir wählen den Faden passend zu Gewicht und Charakter der Perlen, knüpfen Knoten dort, wo sie das Perlmutt schützen, und setzen einen Verschluss, der zuverlässig hält und wie ein Teil des Schmucks aussieht. Wir schreiben Ratgeber zu Pflege, Neufädeln und Aufbewahrung, weil wir wollen, dass ein Stück über Jahre dient und weitergegeben wird, statt nach dem ersten Fadenriss in der Schublade zu landen.

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