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Anubis: ägyptischer Gott des Jenseits, Bedeutung des Symbols und Schmuck

Anubis: ägyptischer Gott des Jenseits, Bedeutung des Symbols und Schmuck

Anubis nennt man gewöhnlich einen Gott des Todes, doch die Ägypter sahen in ihm etwas anderes: einen Wächter und Führer, den, der durch die Finsternis geleitet und beim Gericht die Waage hält. Schakale streiften an den Rändern der Nekropolen umher und wühlten im Sand, und das Volk sah in ihnen nicht Schänder, sondern Wächter, die aufgestellt waren, über die Toten zu wachen.

Aus dieser Beobachtung wuchs eines der einprägsamsten Bilder der alten Welt: ein schwarzer Hundekopf auf menschlichen Schultern, der ruhige Blick, der gerade Rücken. Anubis droht nicht und straft nicht. Er steht an der Schwelle zwischen dem Leben und dem, was danach kommt, und seine Arbeit ist still, genau, fast handwerklich. Er bereitet den Körper vor, führt die Seele durch die Gänge des Jenseits und wacht darüber, dass die Waage der Gerechtigkeit ehrlich ausschlägt.

Dieser Leitfaden nimmt sich Anubis ohne Eile und ohne Schauergeschichten vor. Wer er innerhalb des ägyptischen Pantheons ist, warum seine Farbe von Wiedergeburt spricht und nicht von Trauer, wie er die Rolle des obersten Totengottes verlor und neu formte, was beim Wiegen des Herzens geschieht und wie das alte Bild heute in einem Anhänger, einem Ring, einem Amulett fortlebt. Die Achtung vor dem alten Glauben eines anderen Volkes ist hier keine Pose: Hinter der Gestalt des Anubis steht ein ganzes, durchdachtes Bild des Todes als Übergang und nicht als Ende.

Legen wir gleich den Ton fest. Anubis ist keine Horrorfilmfigur und kein „Herr der Finsternis“ der Massenkultur. In seiner eigenen Religion war er ein Halt und ein Trost, ein Gott, dem man das Zerbrechlichste von allem anvertraute, den Übergang des Verstorbenen in die Ewigkeit. Von dieser Seite her ist er am interessantesten, und genau diese Seite werden wir eingehend betrachten.

Wer Anubis ist: der Schakal an der Waage

Anubis ist der altägyptische Gott der Bestattung, der Einbalsamierung und des jenseitigen Übergangs, dargestellt als Mann mit Schakalskopf oder als schwarzer liegender Schakal. Sein griechischer Name ist Anubis; der ägyptische, Inpu oder Anpu. Im gefestigten Pantheon galt er als Sohn des Osiris und der Nephthys, aufgezogen von Isis, und als rechte Hand des Herrn des Jenseits beim Gericht über die Verstorbenen. Seine Rolle ist klar und vollständig: Er hütet den Körper, führt die Seele und hält die Waage.

Wie Anubis aussieht: der Schakal an der Waage

Das kanonische Bild des Anubis setzt sich aus zwei Formen zusammen. Die erste ist ein schwarzer liegender Schakal mit gespitzten Ohren, oft auf einem Grab oder Heiligtum, wie ein Wächter auf seinem Posten. Die zweite ist ein Mann mit menschlichem Körper und Schakalskopf, stehend an der Waage oder gebeugt über einer Mumie. Der Kopf ist länglich, die Ohren spitz und aufrecht, die Schnauze schmal. In den Händen hält er oft das Was-Zepter und das Anch, Zeichen der Macht und des ewigen Lebens. Diese Haltung, gesammelt und aufmerksam, liest sich augenblicklich: Vor uns steht kein Krieger, sondern ein Diener, mit seiner Arbeit beschäftigt. Anubis hatte auch ein eigenes Emblem, den Imiut: ein kopfloses Tierfell, am Schwanz an einen Pfahl gebunden und in ein Gefäß gesenkt. Dieses seltsam wirkende Zeichen stand an den Orten der Einbalsamierung und wurde seit den ältesten Zeiten neben dem Gott gemalt, und auch es wies auf seine Verbindung mit dem Ritus der Körpervorbereitung.

Die schwarze Farbe: fruchtbare Erde und Wiedergeburt, nicht Trauer

Das Schwarz des Anubis lässt sich leicht für ein Zeichen der Trauer halten, doch in Ägypten bedeutete es genau das Gegenteil. Schwarz war der fruchtbare Schlamm, den der Nil nach der Flut auf den Feldern zurückließ, und von diesem Schlamm hing das ganze Leben des Landes ab. Schwarz wurde auch der Körper, der bei der Einbalsamierung mit Harzen und Natron behandelt wurde. Beide Schwarztöne sprachen nicht vom Tod, sondern von Wiedergeburt: Wie das Feld unter dem schwarzen Schlamm wieder auflebt, so wird der Verstorbene auf ein neues Leben vorbereitet. Darum malte man Anubis schwarz, in der Farbe der verheißenen Auferstehung und nicht des Erlöschens.

Der Name und die Beinamen: „der auf seinem Berge ist“

Hinter dem Namen des Anubis zieht sich eine Reihe von Titeln her, und jeder beschreibt eine Facette seiner Arbeit. Man nannte ihn „der auf seinem Berge ist“, sich den Schakal vorstellend, der die Nekropole von einem hohen Grat über dem Tal bewacht. Man nannte ihn „den Ersten der Westlichen“, Herrn der Toten, denn der Westen, wo die Sonne unterging, war für die Ägypter die Seite der Verstorbenen. Ein weiterer Titel, „der im Ort der Einbalsamierung ist“, wies unmittelbar auf seine Rolle in der Werkstatt, wo der Körper vorbereitet wurde. Diese Namen fügen sich zum Porträt eines Berufsgottes, mit seinem Posten, seiner Richtung und seinem Handwerk.

Die Schakale bei den Nekropolen: woher das Bild kommt

Das Bild des Anubis wuchs aus einer schlichten und etwas düsteren Beobachtung. Die Ägypter bestatteten ihre Toten am Rand der Wüste, und nachts kamen zu den frischen Gräbern Schakale und wilde Hunde, die begierig im Sand wühlten. Die Logik des alten Menschen kehrte die Bedrohung in Schutz: Wenn dieses Tier so sehr zu den Toten hingezogen ist, soll es sie auch bewachen. So wurde der wilde Aasfresser zum göttlichen Wächter, aufgestellt, die Körper zu hüten und die Seelen zu geleiten. In dieser Verwandlung zeigt sich die ganze ägyptische Denkweise, in der das Furchtbare begriffen und gezähmt statt verworfen wurde. Das Tier, das man an den Gräbern fürchtete, nahm den Platz des Hüters der Schwelle ein.

Aus dieser alten Beobachtung entstand ein Symbol, das fast unverändert bis zu uns gelangt ist. Ein Schakalskopf auf menschlichen Schultern liest sich heute so klar wie vor viertausend Jahren, und darin liegt die Beständigkeit der ägyptischen Ikonographie: Sie baute auf schlichten, anschaulichen Bildern, die ohne Bildunterschrift verständlich waren. Genau deshalb fügt sich Anubis so gut in ein Schmuckstück. Seine Silhouette ist auf einen Blick erkennbar, und sein Sinn, Schutz und Führung, klingt ernst, ohne Karnevalsgrusel.

Bevor wir das Gericht und den jenseitigen Weg betrachten, lohnt es zu sehen, wie lange und tief Anubis in das ägyptische Leben eingeschrieben war. Er war kein zweitrangiger Geist am Rand des Pantheons. In den ältesten Epochen gehörte ihm die Hauptrolle im Schicksal des Verstorbenen, und erst später teilten andere Götter sie mit ihm. Die Geschichte seines Kults ist die Geschichte einer allmählichen Umgestaltung, in der der Gott nicht verschwindet, sondern das Amt wechselt und unersetzlich bleibt.

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Die Geschichte des Kults

Anubis ist einer der ältesten Götter Ägyptens, und seine Verehrung erstreckt sich über die ganze dreitausendjährige Geschichte des Landes. Er erscheint bereits in den frühesten königlichen Texten, lange bevor sich die Mythen bildeten, die wir heute kennen. Seinen Weg zu verfolgen heißt, das ägyptische Bild des Todes selbst sich wandeln zu sehen.

Bronzefigur eines ägyptischen Schakals, einer Verkörperung des Anubis
Der Schakal streifte an den ägyptischen Nekropolen entlang, und so heftete sich sein Bild an Anubis, den Wächter der Verstorbenen.Jackal, 664-30 B.C. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

Das Alte Reich: oberster Totengott

In der Epoche des Alten Reiches, zur Zeit der Pyramidenbauer, war Anubis der oberste Totengott, und das ist seine erste, älteste Rolle. In den Pyramidentexten, in die Wände der Königsgräber eingemeißelt, spricht man ihn als obersten Ordner der Bestattung an, den, der den verstorbenen König empfängt und ihm die Ewigkeit sichert. Der entwickelte Osiris-Kult hatte sich noch nicht gebildet, und es war Anubis, der für den Übergang des Herrschers in die andere Welt verantwortlich war. Sein Name klingt in den ältesten Grabformeln häufiger als viele andere, und das sagt, welches Gewicht er zu Beginn der ägyptischen Geschichte besaß.

Wie Osiris den Anubis verdrängte

Mit der Zeit trat im Bereich des Jenseits Osiris in den Vordergrund, der getötete und auferstandene Gott, dessen Geschichte den Menschen Hoffnung auf ihre eigene Auferstehung gab. König der Toten wurde er, und Anubis trat ihm die oberste Rolle ab, doch verschwand nicht und geriet nicht in Vergessenheit. Das ägyptische Denken handelte elegant: Es schaffte den alten Gott nicht ab, sondern setzte ihn um. Anubis wurde zum Sohn und Helfer des Osiris, dem, der den Körper vorbereitet und die Seele zum Thron des neuen Herrn führt. So verwandelte sich der älteste Totengott in den Führer und Einbalsamierer im Dienst des neuen Königs des Jenseits und behielt sein ganzes Gewicht in der Praxis der Bestattung. Die Göttin Isis und das ganze ägyptische Pantheon schrieben Anubis in die Familiengeschichte des Osiris ein, und er nahm darin einen festen Platz ein.

Die Einbalsamierung und die Maske des Anubis

Anubis galt als Schutzherr der Einbalsamierer und als der allererste Einbalsamierer selbst, denn dem Mythos nach war er es, der den zerrissenen Körper des Osiris sammelte und behandelte und so die erste Mumie schuf. Aus dieser Legende erwuchs eine reale rituelle Praxis. Der Priester, der die Einbalsamierung leitete, setzte während der Riten eine Maske mit Schakalskopf auf und wurde in diesem Augenblick gleichsam zu Anubis, handelte mit seinen Händen. Solche Masken sind bis in unsere Tage gelangt, und an ihnen sieht man, wie wörtlich die Ägypter die Gegenwart des Gottes in der Werkstatt verstanden. Eine solche Keramikmaske mit Schakalskopf, durch die der Priester durch Schlitze am Hals blickte, hat sich ganz erhalten und wird in einem europäischen Museum aufbewahrt und zeigt anschaulich, wie der Ritus von innen aussah. Die Arbeit am Körper war eine heilige Handlung, kein Handwerk im gewöhnlichen Sinn, und geleitet wurde sie von einem Gott, verkörpert im Priester.

Der Ritus selbst dauerte etwa siebzig Tage und ruhte auf einer strengen Reihenfolge von Handlungen. Der Körper wurde geöffnet, die Eingeweide entnommen und in vier Gefäße gelegt, die man Kanopen nennt, unter den Schutz besonderer Wächtergötter. Das Gehirn wurde entfernt und nicht aufbewahrt, das Herz dagegen im Körper belassen, denn es war es, das sich auf die Waage legen sollte. Der Körper wurde mit Natron bedeckt, einer natürlichen Soda aus den Salzseen, und so gehalten, bis er alle Feuchtigkeit verlor. Dann salbte man ihn mit Harzen und Ölen, die die Haut dunkelten, und wickelte ihn in Schichten von Leinenbinden, wobei man Amulette zwischen die Windungen legte. Diese Arbeit ging in einer besonderen Werkstatt vor sich, die man „reiner Ort“ oder „Haus der Einbalsamierung“ nannte, und geleitet wurde sie von jenem maskierten Priester.

Das Hauptzentrum dieses Handwerks war Sakkara, die weite Nekropole bei der alten Hauptstadt Memphis. Dort arbeiteten die Einbalsamierer von Generation zu Generation, und dort erstreckten sich auch unter der Erde die dem Anubis geweihten Katakomben. Die Rolle des Priesters in der Schakalsmaske war kein Theater, sondern der Kern des Ritus selbst: In diesen Stunden handelte, dem ägyptischen Glauben nach, der Gott selbst durch die Hände des Menschen und wiederholte, was er einst am Körper des Osiris getan hatte. Darum begegnete man den Einbalsamierern mit einem doppelten Gefühl, mit Ehrfurcht vor ihrem heiligen Wissen und mit Scheu vor denen, die dem Tod so nahe kamen.

Die Duat: der Weg durch das Jenseits

Das Jenseits nannten die Ägypter Duat, und es war keine friedliche Wiese, sondern eine komplexe Region mit Toren, Wächtern, Feuerseen und gefährlichen Wesen. Der Verstorbene musste diesen Weg gehen und dabei die richtigen Worte und Namen kennen, und hier trat Anubis als Führer auf. Er führte die Seele durch die Gänge der Duat, half ihr, den Fallen auszuweichen, und brachte sie zum Saal des Gerichts. Die Rolle des Führers zwischen den Welten, dessen, der den Weg in der Finsternis kennt und nicht verlorengehen lässt, wurde zu einer der wichtigsten im Bild des Anubis. Genau sie macht ihn in moderner Lesart zu einem Gott des Übergangs und nicht zu einem Gott des Verderbens.

Neben Anubis stand in dieser Rolle noch ein weiterer schakalsköpfiger Gott, Upuaut, dessen Name mit „der die Wege öffnet“ übersetzt wird. Wenn Anubis die Seele führte und behütete, so ging Upuaut voran und erkundete den Weg, machte den Durchgang durch die gefährlichen Gegenden frei. Die beiden Schakalsgötter ergänzten einander: Der eine öffnete den Weg, der andere begleitete auf ihm. Mit der Zeit vermischten sich ihre Rollen oft, und beide Bilder verschmolzen zu einer einzigen Idee des Führers, der den Weg in der Finsternis kennt.

Durch die Duat zog auch jede Nacht die Barke der Sonne. Ra, der Sonnengott stieg bei Sonnenuntergang ins Jenseits hinab, fuhr durch dessen zwölf nächtliche Stunden und kämpfte gegen die Mächte des Chaos, um sich im Morgengrauen im Osten wieder zu erheben. Diese nächtliche Reise der Sonne führte durch dieselben Gänge wie der Weg des Verstorbenen, und darum war die Duat für die Ägypter ein Ort der täglichen Erneuerung, aus dem sowohl die Sonne als auch die Seele zu neuem Leben hervorgingen.

Die Verehrungszentren des Anubis

Anubis hatte seine Städte und Heiligtümer, wo man ihn besonders innig verehrte. Die Griechen nannten das wichtigste von ihnen Kynopolis, „Stadt der Hunde“, denn dort umgab man den Schakal des Gottes mit Fürsorge, und die Tötung eines heiligen Hundes galt als schweres Verbrechen. Man verehrte Anubis auch in Abydos, dem großen Zentrum des Totenkults, und in den Nekropolen von Theben, wo seine Figuren die Eingänge der Felsengräber bewachten. Die Priester des Anubis waren für die Riten der Einbalsamierung und Bestattung verantwortlich, und ihr Handwerk ruhte auf strengen, von Generation zu Generation weitergegebenen Regeln. Dieses verzweigte Netz von Heiligtümern zeigt, dass Anubis keine abstrakte Idee war, sondern ein lebendiger Gott der alltäglichen Religion, an den man sich jedes Mal wandte, wenn in einer Familie ein Tod eintrat und der Körper nach allen Regeln in die Ewigkeit geleitet werden musste.

Anubis trägt man in schwarzem Silber oder mit Onyx, auf bloßem Hals. Gold steht ihm nicht: Er ist ein Gott der Nacht, nicht der Parade.
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Wie trägt man man Anubis: womit kombinieren, Metall und Kettenlänge

Anubis liebt einen dunklen Grund und eine zurückhaltende Darbietung, darum baue ich das Ensemble von der Farbskala der Kleidung her auf und nicht von der Figur selbst. Ich fasse hier zusammen, was ich Kundinnen und Kunden rate, wenn sie dieses Symbol wählen.

Wozu trägt man Anubis jeden Tag? Für den Alltag empfehle ich einen Profilanhänger in geschwärztem Silber an einer mittellangen Kette über einfarbigem Stoff. Ein buntes Muster streitet mit dem Grafischen des Schakalskopfes, darum wähle ich einen glatten Grund: Schwarz, Grau, Graphit, Dunkelblau. Auf kühlem dunklem Stoff liest sich oxidiertes Silber gesammelt und tief, und die spitzen Ohren des Profils halten die Silhouette klar.

Welches Metall wählt man zur Farbe der Kleidung? Anubis steht die kühle dunkle Farbskala, darum rate ich standardmäßig zu geschwärztem Silber oder Silber mit Onyx. Gold empfehle ich dosiert, nur für ein festliches Ensemble und besser im Paar mit einem schwarzen Stein, wie eben jenes ägyptische Paar von Gold und Schwärze. Ein Metall über das ganze Ensemble hält das Bild streng, darum rate ich nicht, Silber und Gold in einem Satz zu mischen.

Wie wählt man die Länge der Kette? Die Länge stimme ich auf den Ausschnitt ab. Bei offenem Kragen rate ich zu einer kurzen Kette, damit das Profil in die Zone am Schlüsselbein fällt, wo es sich am besten liest. Bei geschlossenem Oberteil empfehle ich, den Anhänger tiefer zu legen, auf die obere Brust, so geht die Figur auf dichtem Stoff nicht verloren. Lange Varianten lasse ich für ein geschichtetes dunkles Ensemble, wo Anubis als Akzent in die untere Ebene der Ketten rückt. Das Gewicht der Kette stimme ich auf die Figur ab: Ein massiver Anhänger braucht eine dichtere Kette, einem leichten Amulett steht eine dünne.

Welche Größe der Figur wählt man? Die Größe stimme ich auf die Aufgabe ab. Ein kleines Profil oder ein Amulett empfehle ich denen, die das Symbol still tragen, näher an einem persönlichen Schutzamulett: Es steht nicht ab und ist unter einem Hemd am Platz. Eine große Figur des sitzenden Gottes oder ein breites Siegel wähle ich, wenn Anubis als auffälliger grafischer Akzent wirkt. Ich sehe auch auf Gesicht und Statur: Ein winziges Profil geht auf breiten Schultern verloren, und eine große Figur erdrückt einen zarten Wuchs.

Was passt in den Alltag und was für den Abend? Für den Alltag und ein zurückhaltendes Umfeld wähle ich einen Siegelring mit graviertem Profil oder einen kleinen Anhänger, wo sich das Symbol streng und leise liest. Für den Abend empfehle ich im Gegenteil einen großen dunklen Anhänger oder Gold mit Onyx an einer langen Kette unter glattem schwarzem Stoff. Oxidiertes Silber fügt dem Alltag eine grafische Kante hinzu, und die festliche goldene Version hebe ich mir für den Anlass auf.

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Das Wiegen des Herzens und die Feder der Maat

Der Höhepunkt des jenseitigen Weges war das Gericht, und seine zentrale Szene, das Wiegen des Herzens, wurde zum berühmtesten Bild der ägyptischen Religion. Man malte es im „Totenbuch“, den Rollen, die man als Wegweiser durch das Jenseits ins Grab legte. In dieser Szene nimmt Anubis einen Schlüsselplatz an der Waage ein.

Ägyptische Standarte mit der Figur eines liegenden Schakals
Der liegende Schakal auf einer Standarte markierte die Gegenwart des Bestattungsgottes im Tempel und in der Prozession.Jackal standard, 664-30 B.C. The Metropolitan Museum of Art, Open Access (CC0 1.0)

Das Gericht des Osiris und der Saal der zwei Wahrheiten

Das Gericht über den Verstorbenen ging in einem Saal vor sich, den man Saal der zwei Wahrheiten nannte. Dort saß auf dem Thron Osiris, König der Toten, und ringsum ordneten sich die Richtergötter. Der Verstorbene sprach das „negative Bekenntnis“ und zählte die Vergehen auf, die er nicht begangen hatte: Er stahl nicht, log nicht, kränkte die Schwachen nicht, entweihte das Heilige nicht. Doch Worte allein genügten nicht, es bedurfte eines Beweises, und den gab die Waage. Anubis führte den Verstorbenen in den Saal und geleitete ihn zur Waage, als Meister dieser strengen Zeremonie. Die Ruhe des Gottes ist hier wichtiger als jede Drohung: Das Gericht war keine Abrechnung, sondern eine genaue Prüfung des gelebten Lebens.

Das Herz gegen die Feder der Maat

Auf die eine Waagschale legte man das Herz des Verstorbenen, auf die andere die Feder der Göttin Maat, die Wahrheit, Ordnung und Gerechtigkeit verkörperte. Das Herz war für die Ägypter der Sitz des Verstandes, des Willens und des Gewissens, der Brennpunkt all dessen, was der Mensch im Leben getan hatte. Erwies sich das Herz als nicht schwerer als die leichte Feder, so war das Leben in Übereinstimmung mit der Wahrheit gelebt, und der Verstorbene wurde für gerechtfertigt erklärt. Ein von bösen Taten schweres Herz überwog die Feder und verurteilte seinen Besitzer. Anubis überwachte den Zeiger der Waage und wachte darüber, dass das Wiegen makellos vor sich ging, während der Gott Thot das Urteil aufzeichnete. Das Bild ist schlicht und tief: Dich richtet nicht ein fremdes Gesetz, sondern dein eigenes Herz, auf die Waage gegen die Wahrheit gelegt. Damit das Herz seinen Besitzer in diesem Augenblick nicht verriete, legten ihm die Ägypter ein besonderes Amulett auf die Brust, den Herzskarabäus. Auf ihn schnitt man einen Spruch, der das Herz bat, nicht gegen seinen Herrn auszusagen und die Schale nicht zu senken. Dieses Detail zeigt, wie ernst die Ägypter das Gericht nahmen: Sie bereiteten sich im Voraus darauf vor und legten in die Binden der Mumie einen Schutz genau für den Fall, dass es um die Ewigkeit ging.

Ammit: die Verschlingerin der Unwürdigen

Neben der Waage wartete ein Wesen namens Ammit, dessen Name mit „Verschlingerin der Toten“ übersetzt wird. Man stellte sie als Ungeheuer mit Krokodilskopf, Löwenleib und Nilpferdhinterteil dar und vereinte die drei für einen Ägypter gefährlichsten Tiere. Überwog das Herz die Feder und wurde der Verstorbene für unwürdig befunden, so verschlang Ammit sein Herz, und das bedeutete den endgültigen Untergang, einen zweiten und wahren Tod ohne Hoffnung auf Ewigkeit. Ammit war keine Bösewichtin in unserem Sinne, sie vollstreckte das Urteil und schnitt die Unwürdigen vom ewigen Leben ab. Ihre Gegenwart gab dem Gericht Gewicht: Der Einsatz war die Ewigkeit selbst.

Anubis als unparteiischer Wäger

Der Schlüsselzug des Anubis beim Gericht ist die Unparteilichkeit. Er ist weder Ankläger noch Verteidiger, er ist der, der über die Ehrlichkeit der Waage wacht. Darin liegt seine Größe: Der Gott des Übergangs spielt weder dem Verstorbenen noch den Richtern in die Hände, sondern gewährleistet, dass die Wahrheit genau gemessen wird. Diese Rolle erklärt, warum man Anubis ohne Furcht verehrte und ihm den verantwortungsvollsten Augenblick des Schicksals nach dem Tod anvertraute. Man glaubte an ihn eben deshalb, weil er nicht bestechlich war und sich nicht irren konnte. In moderner Lesart klingt eine solche Unparteilichkeit wie ein Symbol innerer Ehrlichkeit: das Herz leicht halten, so leben, dass die Waage nichts zu senken hat.

Anubis in Kunst und Archäologie

Von Anubis wissen wir sowohl aus Texten als auch aus Dingen, die unversehrt bis zu uns gelangt sind. Man malte ihn an die Wände der Gräber, schnitt ihn aus Holz und Stein, zeichnete ihn auf Rollen, und diese Denkmäler bewahren heute die größten Museen der Welt. An ihnen sieht man, wie die Ägypter sich ihren Gott des Übergangs vorstellten und wie sich sein Aussehen von Epoche zu Epoche wandelte.

Die Wächterstatue aus dem Grab des Tutanchamun

Das berühmteste Bild des Anubis wurde 1922 im Grab des Tutanchamun gefunden. Am Eingang zur Schatzkammer lag eine hölzerne Figur eines schwarzen Schakals mit gespitzten Ohren, mit dunklem Harz und Vergoldung überzogen, auf einem tragbaren Schrein unter einem Leinentuch. Der Gott bewachte buchstäblich den wertvollsten Raum des Grabes, wie ein Wächter auf seinem Posten, und seine Haltung wiederholte jene, die die Ägypter auf den Spitzen der Heiligtümer malten. Diese Figur, heute im Ägyptischen Museum in Kairo, ist für uns zum Musterbild des Anubis als Wächter geworden.

Der Papyrus des Ani und das „Totenbuch“

Die Szene des Herzenswiegens hat am besten der Papyrus des Ani bewahrt, die berühmteste Abschrift des „Totenbuchs“, entstanden vor etwa dreitausend Jahren und heute im British Museum aufbewahrt. Auf seinen Tafeln führt Anubis den verstorbenen Schreiber Ani zur Waage, beugt sich zur Schale und prüft den Zeiger, während der Gott Thot den Ausgang aufzeichnet, Osiris auf dem Thron sitzt und abseits Ammit wartet. Diese Rolle und Dutzende ähnliche machten das Bild des Schakals an der Waage für Jahrtausende einprägsam. Die Sprüche des „Totenbuchs“, vor allem der hundertfünfundzwanzigste, beschrieben ausführlich das Gericht und die Worte, die der Verstorbene vor den zweiundvierzig Richtergöttern des Saals der zwei Wahrheiten sprach.

Grabfresken und Grabbeigaben

Anubis wurde an die Wände der königlichen und privaten Gräber gemalt, am häufigsten in der Szene über der Mumie: Der Gott beugt sich zum Körper, der auf einer Bahre mit Löwenfüßen liegt, und vollendet die Einbalsamierung. Solche Malereien haben sich in den Nekropolen von Theben erhalten, im Tal der Könige und im Tal der Königinnen. Seine Figur geriet auch auf die Sarkophage, die Amulette, die Siegel und die Stelen, wo die Göttin Isis und ihre Schwester Nephthys den Verstorbenen neben dem schakalsköpfigen Führer beweinten. Die Fülle dieser Gegenstände sagt, dass Anubis den Ägypter sowohl im Mythos als auch in der realen Ausstattung des Grabes begleitete, von einer bemalten Wand bis zu einem winzigen Schutzamulett zwischen den Bindenschichten.

Amulette und Siegel mit dem Schakal

Eine eigene und die zahlreichste Fundgruppe sind die kleinen Amulette des Anubis, aus Fayence, Bronze und Stein in ganzen Serien gefertigt. Sie trugen die Lebenden als Schutzamulett, und man legte sie den Mumien als Schutz auf dem Übergang in die Binden. Eine Figur eines sitzenden oder liegenden Schakals von der Größe eines Fingerglieds geriet weit häufiger in die Hände eines gewöhnlichen Ägypters als eine große Tempelstatue, und durch sie war der Gott im Alltag nahe. Das Bild des Anubis schnitt man auch in Siegel, Skarabäen und Ringe und prägte sein Profil in Ton und Wachs. Genau diese Tradition des winzigen getragenen Zeichens ist dem am nächsten, wie Anubis heute in einem Schmuckstück fortlebt: eine kleine Figur beim Besitzer, aufgestellt, ihn jeden Tag zu behüten.

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Berühmte Funde und Ausgrabungen

Ägyptologen haben sowohl Bilder des Anubis als auch die Orte ausgegraben, wo man ihn leibhaftig verehrte, mit Tempeln, Friedhöfen heiliger Tiere und den Spuren eines ganzen Gewerbes rund um den Kult. Diese Funde zeigen, dass Anubis ein Gott der alltäglichen Religion war und keine abstrakte Idee der Grabtexte.

Sakkara und das „Anubieion“

Das Hauptzentrum der Anubis-Verehrung bei Memphis war ein Tempelbezirk, den die Griechen Anubieion nannten. Er stand über der weiten Nekropole von Sakkara, wo die Einbalsamierer von Generation zu Generation arbeiteten. Unter der Erde haben Archäologen dem Anubis geweihte Katakomben gefunden, lange Galerien, in die man jahrhundertelang Mumien von Hunden und Schakalen brachte. Diese Mumien zählen nach Millionen: Ein Pilger kaufte im Tempel ein einbalsamiertes Tier und ließ es dem Gott als Bitte zurück, und ganze Werkstätten lebten von der Zucht und Bestattung heiliger Hunde.

Mumien von Schakalen und Hunden

Tiere für Anubis wurden in ganz Ägypten mumifiziert, doch besonders viele findet man in Sakkara und in den benachbarten Nekropolen. Ein Teil sind erwachsene Hunde, ein Teil wenige Tage alte Welpen, am Tempel eigens für die Opfergaben aufgezogen. Diese Funde eröffneten den Historikern eine ganze Seite der antiken Wirtschaft, in der Frömmigkeit und Handwerk sich verflochten: Die Nachfrage nach einer Gabe an den Gott trug die Zuchtstätten, die Einbalsamierer und die Händler am Heiligtum. Hinter der stillen Andacht des Pilgers stand eine gut geölte Tempelmaschine.

Kynopolis, die „Stadt der Hunde“

In Mittelägypten stand eine Stadt, die die Griechen Kynopolis nannten, „Stadt der Hunde“, auf Ägyptisch Hardai. Dort verehrte man Anubis besonders innig, umgab lebende Hunde mit Fürsorge und hielt die Tötung eines heiligen Hundes für ein schweres Verbrechen. Antike Autoren erinnerten sogar an einen Streit von Kynopolis mit einer Nachbarstadt um die heiligen Tiere, als Fremde sich an einem verehrten Tier vergriffen. Nahebei, in anderen Gauen, errichtete man dem Anubis Heiligtümer bei den Nekropolen, und seine Standarte mit der Figur eines liegenden Schakals wurde in den Begräbnisprozessionen getragen.

Hymnen und Opferformeln

Der Name des Anubis steht in der verbreitetsten Grabinschrift Ägyptens, der Opferformel, die man auf Stelen, Sarkophage und Statuen meißelte. Sie begann mit Worten über die Gabe, die der König dem Gott darbringt, und nannte oft eben Anubis, „den auf seinem Berge ist“, „den Herrn des heiligen Landes“, und erbat für den Verstorbenen eine würdige Bestattung und Opfergaben. Diese Formel wurde die ganze ägyptische Geschichte hindurch tausende Male wiederholt, und an ihr sieht man, dass sich buchstäblich jeder an Anubis wandte, der für sich oder einen Nahestehenden den Übergang in die Ewigkeit vorbereitete. Es finden sich auch einzelne Hymnen an den Gott, in denen man ihn als Hüter der Geheimnisse der Einbalsamierung und Herrn des heiligen Landes preist, und diese Zeilen tragen die Stimme eines lebendigen Glaubens, nicht eines trockenen Ritus.

Bedeutung und Symbolik

Aus dem Mythos und dem Kult wächst eine Reihe von Bedeutungen, die Anubis als Symbol trägt. Alle ruhen auf seiner Arbeit als Hüter des Übergangs, und keine reduziert den Gott auf einen bloßen „Tod“.

Schutz im Übergang

Die erste und wichtigste Bedeutung des Anubis ist der Schutz im Augenblick des Übergangs. Er hütete den Körper vor der Zerstörung und die Seele vor den Gefahren des jenseitigen Weges, hielt Wache dort, wo der Mensch am wehrlosesten ist. Daher seine Rolle als Schutzamulett: Das Symbol des Anubis liest sich als Bitte um Schutz an einer schweren Schwelle, sei es im alten Sinn des Übergangs in die Ewigkeit oder im modernen, jeder großen Veränderung des Lebens. Der Gott, der aufgestellt war, das Zerbrechlichste zu hüten, wurde zum Zeichen zuverlässigen Schutzes.

Führer zwischen den Welten

Die zweite Bedeutung ist die Führung. Anubis führte die Seele durch die Finsternis der Duat, kannte den Weg und ließ sie nicht verlorengehen. Die Rolle des Führers, dessen, der im Ungewissen neben dir geht und dich zum Ziel bringt, macht Anubis zu einem Symbol der Begleitung im Wandel. Die Griechen rückten ihn später ihrem Hermes nahe, dem Seelenführer, und nannten diese Verbindung Hermanubis und erkannten im ägyptischen Gott dieselbe Funktion des Geleiters zwischen den Welten. Als Zeichen sagt Anubis: Du bist nicht allein auf dem schweren Weg, es gibt einen, der führt.

Treue und Dienst

Die hündische, schakalhafte Natur des Anubis fügt dem Bild das Thema der Treue hinzu. Der Hund am Grab, der sich nicht vom Toten entfernt, liest sich als Verkörperung der bis zum Ende getragenen Hingabe. Anubis ist seiner Arbeit und seinem Herrn Osiris treu, er ist ein Diener, kein Herrscher, und seine Würde liegt in der erfüllten Pflicht. Darum ist das Symbol des Anubis Menschen nahe, die Treue, Verlässlichkeit und Dienst an etwas Größerem als sie selbst schätzen. Es ist das Zeichen dessen, der sein Wort hält und den Posten nicht verlässt. In dieser Treue liegt eine ruhige Kraft: Sie ruht nicht auf lauten Schwüren, sondern auf dem täglichen Verrichten der eigenen Arbeit, und liest sich darum als das Zeichen eines Menschen, auf den man sich im schwersten Augenblick verlassen kann.

Einbalsamierer und Hüter der Geheimnisse

Anubis hütete die Geheimnisse der Einbalsamierung, das heilige Wissen darüber, wie der Körper für die Ewigkeit vorzubereiten ist. Damit verbindet sich eine Facette seines Bildes als Hüter des verborgenen Wissens, eingeweiht in Dinge, die dem gewöhnlichen Menschen unzugänglich sind. In der modernen Symbolik zieht dieser Zug jene an, die das alte Wissen, die Esoterik, die Geheimnisse Ägyptens locken. Anubis liest sich hier als Hüter der Schwelle, sowohl zwischen Leben und Tod als auch zwischen dem Alltäglichen und dem Verborgenen. Das Zeichen des Eingeweihten, der mehr weiß, als er sagt.

Anubis im Schmuck

Das alte Bild geht erstaunlich gut ins Metall über. Der Schakalskopf ist grafisch, die Silhouette einprägsam, und der Sinn ernst ohne Düsterkeit, darum lebt Anubis seit Langem in Anhängern, Ringen und Amuletten.

Anhänger mit Schakalskopf

Das verbreitetste Format ist ein Anhänger in Gestalt eines Schakalskopfes oder der Figur eines sitzenden Anubis. Das Profil des Gottes, mit der länglichen Schnauze und den spitzen Ohren, liest sich augenblicklich und wirkt als starker grafischer Akzent. Einen solchen Anhänger trägt man sowohl als Schutzamulett des Übergangs als auch als Zeichen des Interesses an der ägyptischen Kultur. Den Schakalskopf gibt man oft in Großaufnahme und betont die einprägsame Silhouette, während die volle Figur des sitzenden Gottes jene wählen, denen der klassische Bildkanon näher liegt.

Schwarzes Silber und Onyx

Die Symbolik der schwarzen Farbe des Anubis führt natürlich zu dunklen Materialien. Oxidiertes, geschwärztes Silber wiederholt eben jenes Schwarz, das für die Ägypter Wiedergeburt bedeutete, und verleiht dem Bild eine grafische Tiefe. Schwarzer Onyx oder Obsidian, als Einlage oder als ganze Figur, verstärken diesen Sinn und binden das Schmuckstück an die Farbe der fruchtbaren Erde und der verheißenen Auferstehung. Die dunkle Farbskala macht Anubis gesammelt und streng, ohne Karnevalsbuntheit, und gibt den Geist des Originals am genauesten wieder.

Siegelring und das Profil des Anubis

Das Profil des Anubis legt sich gut auf die Platte eines Siegelrings und erbt die alte Tradition der geschnittenen Gemmen und Siegel mit Götterfiguren. Ein Siegel mit Schakalskopf liest sich als Zeichen mit Charakter, zurückhaltend und gewichtig. Ein graviertes Profil auf dunklem Grund oder ein Relief auf Silber verwandeln den Ring in ein persönliches Emblem. Dieses Format ist jenen nahe, die das Symbol lieber an der Hand als am Hals tragen und die Verbindung zur alten Kultur der Siegelringe schätzen.

Paar- und Amulettformate

Anubis nimmt man oft im Paar mit anderen ägyptischen Zeichen: mit dem Anch als Zeichen des Lebens, mit dem Horusauge als Schutzamulett, mit dem Skarabäus als Symbol der Wiedergeburt. Im Amulettformat macht man den Gott zu einer kleinen plastischen Figur, die man als Schutzamulett an einer Kette oder einer Schnur trägt. Ein solcher kleiner Anubis wirkt als persönlicher Wächter, ein stiller Gefährte, aufgestellt, seinen Besitzer zu behüten. Ein Satz mehrerer ägyptischer Symbole fügt sich zu einem stimmigen Ganzen mit dem gemeinsamen Thema von Übergang, Schutz und ewigem Leben.

Die Wahl des Formats ist die Wahl, welche Facette des Anubis man tragen will. Ein Profilanhänger betont die Einprägsamkeit und das Grafische, dunkler Onyx verstärkt das Thema der Wiedergeburt, das Siegel fügt Strenge und eine Verbindung zur Tradition der Siegel hinzu, und ein kleines Amulett setzt den Akzent auf den Schutz. Keine Variante ist „richtiger“ als die anderen, alles entscheidet das, was einem nach Sinn und Bild näher ist. Danach lohnt es, auf die Materialien einzugehen, denn es sind das Metall und der Stein, die den Charakter eines Stücks mit einem so starken Symbol festlegen.

Materialien

Das Bild des Anubis verlangt Materialien, die seinen Ernst und seine dunkle Farbskala tragen. Nicht alle taugen, und jedes hat seine eigene Logik.

Geschwärztes Silber

Oxidiertes Silber ist das genaueste Material für Anubis. Die abgedunkelten Vertiefungen wiederholen seine schwarze Farbe und betonen das Relief des Schakalskopfes, was das Bild grafisch und tief macht. 925er Silber ist haltbar, jeden Tag tragbar und hält die feine Ausarbeitung von Schnauze und Ohren gut. Die Schwärzung sollte man schonen: Aggressive Reinigung nimmt die Patina aus den Vertiefungen und mit ihr den ganzen Sinn der dunklen Farbskala. Es ist sinnvoll, nur die erhabenen Kanten zu polieren und die Vertiefungen des Kontrasts wegen dunkel zu lassen.

Onyx und Obsidian

Schwarzer Onyx und vulkanischer Obsidian binden das Schmuckstück unmittelbar über die Farbe an die Symbolik der fruchtbaren Erde und der Wiedergeburt. Onyx gibt ein gleichmäßiges tiefes Schwarz mit weichem Glanz; Obsidian fügt eine gläserne Tiefe und einen leichten Widerschein hinzu. Aus diesen Steinen macht man Einlagen für Anhänger und Ringe, und mitunter ganze geschnitzte Figuren des Anubis. Ein dunkler Stein steht dem Bild des Gottes des Übergangs besser als leuchtende Edelsteine: Er ist ruhig, gewichtig und streitet nicht mit dem Ernst des Symbols. Bei der Wahl lohnt es, den Onyx auf Abplatzungen an den Rändern der Fassung und den Obsidian auf das Fehlen von Rissen zu prüfen.

Gold und Vergoldung

Gold gibt Anubis einen festlichen, statusträchtigen Ton und verweist auf die Schätze der ägyptischen Gräber, wo Gold das Fleisch der Götter und die Unvergänglichkeit bedeutete. Eine goldene Figur des Anubis oder ein goldenes Profil auf dunklem Grund lesen sich als Premium-, feierliche Version des Symbols. Vergoldetes Silber gibt einen warmen goldenen Ton zu vertretbaren Kosten, doch der Überzug reibt sich mit der Zeit an den erhabenen Kanten ab, und das sollte man beim täglichen Tragen bedenken. Die Verbindung von Gold mit schwarzem Onyx ist besonders glücklich: Sie wiederholt eben jenes ägyptische Paar, das Gold der Götter und das Schwarz der Wiedergeburt.

Pflege

Ein Stück mit Anubis, ein geschwärztes vor allem, liebt eine schonende Pflege. Ein weiches Tuch und trockene Aufbewahrung verlängern das Leben der Patina und des Überzugs. Geschwärztes Silber sollte man nicht mit Scheuermitteln oder Ultraschall reinigen, sonst weicht die dunkle Farbskala aus den Vertiefungen. Onyx und Obsidian fürchten Stöße und schroffe Temperaturwechsel, besser nimmt man sie vor harter Arbeit und Sport ab. Die Vergoldung schützt man vor Reibung und aggressiver Kosmetik. Hat das Stück einen Stein, prüfe von Zeit zu Zeit den festen Sitz der Fassung, damit die Figur sich nicht lockert und die Einlage nicht herausfällt.

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Psychologie: warum man Anubis wählt

Hinter der Wahl eines solchen Symbols steht fast immer ein innerer Grund, und er betrifft selten nur eine dunkle Ästhetik. Anubis zieht jene an, denen die Themen des Übergangs, der Erinnerung und des Schutzes nahe sind, und an dem, was ein Mensch in diesem Bild findet, sieht man, was ihm wichtig ist.

Der Zug zum Thema des Übergangs

Anubis ist ein Gott der Schwelle, und man wählt ihn oft in jenen Augenblicken, in denen man selbst an einer Schwelle steht. Ein Umzug, ein Wechsel des Weges, das Ende eines Abschnitts und der Beginn eines anderen finden Widerhall im Bild dessen, der durch das Ungewisse führt und nicht verlorengehen lässt. Das Symbol wirkt hier als Halt: Es erinnert daran, dass ein schwerer Weg einen Führer hat und dass ein Übergang kein Absturz ist, sondern eine Bewegung zum Neuen. Menschen, die eine große Veränderung durchleben, zieht es zu Anubis eben um dieses ruhigen Versprechens eines Weges willen.

Die Erinnerung an die Verstorbenen

Ein anderer häufiger Grund ist die Erinnerung. Anubis ist Hüter der Verstorbenen, und sein Zeichen nimmt man oft im Zusammenhang mit einem Verlust, als stillen Tribut an einen nahen Menschen. Darin liegt nichts Krankhaftes: Die ägyptische Logik sah im Tod kein Ende, sondern einen Übergang, und das Zeichen des Schakals trägt eben diese ruhige Haltung. Anubis zum Andenken an einen Verstorbenen zu tragen heißt, nicht die Trauer bei sich zu behalten, sondern ein Versprechen, dass der Weg weitergeht und dass es einen gibt, der ihn behutsam geleitet.

Das Bedürfnis nach Schutz

Der dritte Grund ist der Schutz. Anubis hütete das Zerbrechlichste, und ihn wählen als Schutzamulett jene, denen das Gefühl eines gedeckten Rückens, eines verlässlichen Wächters an der Seite wichtig ist. Ein solcher Mensch schätzt Treue und Verlässlichkeit sowohl an anderen als auch an sich und findet in der gesammelten Figur des Gottes ein Zeichen dieser Eigenschaften. Die dunkle, strenge Ästhetik ist hier nicht von Drohung, sondern von der ruhigen Kraft dessen, der seinen Posten hält und das ihm Anvertraute nicht verlässt. Anubis ist Menschen nahe, denen die Tiefe des Sinns wichtiger ist als der Glanz und die eine Sache um dessentwillen wählen, was sie bedeutet.

Wem er steht und wem man ihn schenkt

Anubis ist ein Symbol mit Charakter, und darin liegt seine Stärke. Er passt zu dem, der ein Zeichen mit Tiefe sucht, und wirkt gut als sinnvolles Geschenk mit klarer Botschaft.

Wem das Symbol des Anubis steht

Das Symbol des Anubis ist Menschen nahe, die das alte Ägypten, seine Mythologie und Ästhetik anziehen. Es steht dem, der die Themen des Schutzes, des Übergangs und der inneren Ehrlichkeit schätzt und ein ernstes Symbol nicht scheut. Das Zeichen legt sich gut auf einen Menschen, der eine große Veränderung durchlebt, denn Anubis ist der Gott der Schwelle und der Begleitung im Ungewissen. Nahe ist er auch jenen, die Treue und Dienst achten, und jenen, die verborgenes Wissen und Esoterik locken. Die dunkle, grafische Ästhetik des Anubis zieht Liebhaber strenger, gewichtiger Schmuckstücke ohne Buntheit an. Das Geschlecht spielt hier keine Rolle: Ein starkes, gesammeltes Bild steht Männern wie Frauen.

Anubis als Geschenk

Als Geschenk wählt man Anubis mit einem klaren Sinn. Man schenkt ihn als Schutzamulett des Übergangs jemandem, der an einer Schwelle der Veränderungen steht: vor einem Umzug, einem Wechsel des Weges, einem neuen großen Abschnitt. Man schenkt ihn als Zeichen des Schutzes und der verlässlichen Begleitung und legt den Wunsch hinein, auf einem schweren Weg nicht verlorenzugehen. Ein solches Geschenk passt auch für einen von Ägypten begeisterten Menschen, einen Sammler von Symbolen, einen Liebhaber der Geschichte. Dunkles Silber mit Anubis liest sich streng und ernst, und die Version mit Gold und Onyx macht das Geschenk zu einer festlichen Geste. Dem Schmuckstück lohnt es, ein paar Worte hinzuzufügen, dass Anubis ein Hüter und Führer ist und kein Gott des Verderbens, damit sich der Sinn richtig entfaltet.

Anubis und die benachbarten ägyptischen Symbole: Form, Bereich, Bedeutung
SymbolFormBereichBedeutung
AnubisMann mit Schakalskopf oder schwarzer SchakalBestattung, Übergang, Gericht über den VerstorbenenSchutz im Übergang, Führung, unparteiisches Gericht
AnchKreuz mit einer Schlaufe obenLeben und ewiges BestehenZeichen des Lebens, das nicht abbricht, Ziel des jenseitigen Weges
SkarabäusHeiliger Käfer, der eine Kugel rolltAufgehende Sonne, ErneuerungWiedergeburt und Morgenrot, neues Leben nach der Finsternis
Horusauge (Udjat)Stilisiertes Auge mit einer LockeSchutz und Gesundheit in der Welt der LebendenAmulett gegen das Böse, Unversehrtheit, Wiederherstellung des Verlorenen
BastetGöttin mit Katzenkopf oder KatzeHaus, Freude, Fruchtbarkeit, Schutz der WohnstattDie Wärme des Alltagslebens, der häusliche Herd unter Schutz
OsirisEin umwickelter König mit Krummstab und WedelDas Reich der Toten, AuferstehungHerr des Jenseits, Hoffnung auf ewiges Leben

Anubis und die benachbarten Symbole

Anubis lebt nicht in Einsamkeit, sondern in einer Familie ägyptischer Zeichen, und neben ihnen zeigt sich sein Sinn deutlicher. Der Vergleich hilft zu verstehen, worin genau das Bild des Schakals unter den anderen Symbolen Ägyptens stark ist.

Anubis und das Anch

Das Anch ist das ägyptische Kreuz mit einer Schlaufe oben, das Zeichen des Lebens und des ewigen Bestehens. Anubis stellt man oft mit einem Anch in der Hand dar, und diese Kombination ist zutiefst logisch: Der Gott des Übergangs hält das Symbol des Lebens, weil seine Arbeit nicht zu einem Ende, sondern zu einer ewigen Fortsetzung führt. Wenn Anubis für den Weg durch den Tod verantwortlich ist, so bezeichnet das Anch, das Kreuz des Lebens, das Ziel dieses Weges selbst, ein Leben, das nicht abbricht. Im Paar lesen sie sich als der Übergang und sein Lohn.

Anubis und der Skarabäus

Der Skarabäus, der heilige Käfer, der seine Kugel rollt, war für die Ägypter ein Zeichen der Wiedergeburt und der aufgehenden Sonne. Sein Sinn reimt sich mit Anubis über das Thema der Auferstehung: Beide sprechen von einem neuen Leben nach der Finsternis. Doch ihre Akzente sind verschieden. Der Skarabäus handelt von der Wiedergeburt selbst, von der Morgensonne, die aufs Neue aufsteigt, während Anubis vom Weg und vom Schutz auf ihm handelt. Zusammen fügen sie sich zu einem ganzen Gedanken: Der Führer geleitet durch die Finsternis, und der Skarabäus verheißt das Morgenrot am Ende.

Anubis und das Horusauge

Das Horusauge, das Udjat, war ein mächtiges Schutzamulett für Gesundheit, Unversehrtheit und Schutz. Es behütete vor dem Bösen und stellte das Verlorene wieder her. Neben Anubis zeigt sich die Verteilung der Rollen: Das Horusauge, das Udjat schützt vor Übel und Krankheit in diesem Leben, und Anubis schützt beim Übergang ins nächste. Beide Zeichen sind schützend, arbeiten aber auf verschiedenen Abschnitten, das eine in der Welt der Lebenden, das andere an der Schwelle. Darum trägt man sie oft zusammen als doppelte Wache, die des Tages und die der Schwelle.

Anubis und Bastet

Bastet, die Katzengöttin, ist ebenfalls mit einer Tiergestalt verbunden, doch ihre Sphäre ist die entgegengesetzte. Die Katze und die Göttin Bastet waren für das Haus, die Freude, die Fruchtbarkeit und den Schutz der Wohnstatt verantwortlich, für die Wärme des Alltagslebens. Anubis war für den Tod und den Übergang verantwortlich, für die strenge Seite des Daseins. Zusammen umreißen sie die Weite des ägyptischen Pantheons: vom häuslichen Herd unter der Pfote der Katze bis zur Schwelle der Ewigkeit unter der Wache des Schakals. Der Vergleich zeigt, dass die Ägypter die Götter nicht in gute und böse teilten, sondern die verschiedenen Bereiche von Leben und Tod unter ihnen verteilten.

Die Tabelle macht den Unterschied anschaulich: Jedes ägyptische Symbol hat seine Form, seinen Bereich und seinen Sinn, und Anubis ist unter ihnen für die verantwortungsvollste Zone zuständig, den Übergang und den Schutz auf ihm. Versteht man diese Verteilung der Rollen, fällt es leichter, einen sinnvollen Satz zusammenzustellen, in dem die Zeichen einander ergänzen, statt denselben Gedanken zu wiederholen. Anubis mit dem Anch ist Übergang und Leben, Anubis mit dem Skarabäus ist Weg und Morgenrot, Anubis mit dem Horusauge ist doppelter Schutz. Jedes Paar klingt auf seine Weise.

Anubis in der Kultur: von Hermanubis bis heute

Das Bild des Anubis blieb nicht in der Religion des alten Ägypten eingeschlossen. Es überlebte diese Religion selbst, ging zu den Griechen und Römern über und lebte dann bis in unsere Zeit als eines der einprägsamsten Zeichen Ägyptens.

Hermanubis bei Griechen und Römern

Als Ägypten in die griechische und dann römische Welt eintrat, begannen sich die Götter der beiden Kulturen einander anzunähern. Anubis, den Seelenführer, verband man mit dem griechischen Hermes, dem Geleiter der Toten, und die entstandene Gestalt nannte man Hermanubis. Man stellte ihn bald als Mann mit Schakalskopf in griechischer Kleidung dar, bald mit den Zügen beider Götter zugleich, mitunter mit einem Palmzweig oder dem Herolds-stab in der Hand. Hermanubis wurde im hellenistischen Ägypten verehrt und gelangte in die römischen Heiligtümer der Isis, wo man ihn als Wächter und Führer kannte. So gewann der ägyptische Schakal schon im antiken Pantheon ein zweites Leben, und sein Name klang weit über das Niltal hinaus.

Die Zauberpapyri

Der Name des Anubis erscheint oft in den griechisch-ägyptischen Zauberpapyri der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung, Sammlungen von Sprüchen und Riten. Man wandte sich an ihn als an einen Herold und Führer, einen Vermittler zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten, fähig, eine Bitte zu den anderen Mächten zu tragen. Diese Texte zeigen, dass man sich selbst in der Dämmerung der alten Religion an Anubis eben als den erinnerte, der den Weg in der Finsternis kennt, und nicht als einen furchtbaren Bestrafer. Die Rolle des Geleiters und Vermittlers überlebte die Tempel, in denen sie geboren wurde.

Wie sich das Bild heute liest

Bis zu uns ist Anubis vor allem als Emblem des alten Ägypten gelangt, gleich der Pyramide, dem Skarabäus und dem Anch, dem Kreuz des Lebens. Sein schwarzes Profil mit den spitzen Ohren erkennen selbst jene, die keinen einzigen anderen ägyptischen Gott nennen könnten. Im Schmuck, in der Grafik und im Design liest es sich als Zeichen des Geheimnisses, des Schutzes und der Verbindung zur Antike. Hinter dieser Einprägsamkeit steht dieselbe alte Logik: Vor uns ein Hüter der Schwelle, keine Vogelscheuche, und es ist eben die strenge, gesammelte Seite des Bildes, die es Jahrtausende später zu einem so starken Symbol macht.

Wahrheit und Mythen über Anubis
Anubis ist ein furchtbarer Gott des Todes und ein Bösewicht
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Die schwarze Farbe des Anubis bedeutet Trauer und Tod
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Anubis war immer der oberste Totengott
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Anubis war ganz sicher ein Gott mit Schakalskopf
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Das Symbol des Anubis zu tragen ist gefährlich oder unheilvoll
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Anubis wog das Herz nach eigener Laune
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Mythen und Irrtümer über Anubis

Um Anubis herum sind viele sichere, aber ungenaue Behauptungen gewachsen, meist aus der Massenkultur, wo man ihn in einen furchtbaren „Gott des Todes“ und einen Bösewicht verwandelt hat. Es lohnt, das historische Bild ruhig vom filmischen zu trennen. Ein Teil der Irrtümer vermischt verschiedene Epochen, ein Teil schreibt Anubis eine fremde Rolle zu, und ein Teil erschreckt einfach dort, wo die Alten Trost und Ordnung sahen. Unten sind die häufigsten geordnet, damit hinter der Gestalt des Schakals der wahre ägyptische Gott hervortritt und keine Karnevalsmaske.

Der Unterschied zwischen dem Bild aus den Filmen und dem historischen Anubis ist grundlegend. Die Ägypter fürchteten ihn nicht als Ungeheuer, sondern vertrauten ihm das Teuerste an, das Schicksal eines nahen Verstorbenen. Seine schwarze Farbe verhieß die Wiedergeburt, seine Waage bedeutete die Gerechtigkeit, seine Hände bereiteten den Körper für die Ewigkeit vor. Wenn ein moderner Mensch das Symbol des Anubis wählt, knüpft er eben an diese alte Logik von Schutz und Übergang an und nicht an die späten Schauergeschichten. Den Unterschied zu verstehen macht auch das Tragen des Symbols sinnvoll: Es ist das Zeichen eines Hüters, keine Vogelscheuche.

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Fakten, die überraschen

Anubis hat im Lauf der Jahrtausende so viele Geschichten angesammelt, dass manche selbst für jene unerwartet klingen, die meinen, diesen Gott zu kennen.

Erstens. Die schwarze Farbe des Anubis bedeutete nicht Trauer, sondern Leben. Die Ägypter verbanden Schwarz mit dem fruchtbaren Nilschlamm und mit der Verheißung der Wiedergeburt, darum malten sie den Gott des Übergangs eben in dieser Farbe der Hoffnung und nicht des Erlöschens.

Zweitens. Das Tier des Anubis ist vielleicht kein Schakal. Lange hielt man es für schakalhaft, doch moderne Forschungen rückten den „ägyptischen Schakal“ dem afrikanischen Goldwolf nahe. So kann der Gott mit dem Hundekopf sich eher als Wolf denn als Schakal erweisen, und der Streit darüber dauert an.

Drittens. Anubis war vor Osiris der oberste Totengott. In der uralten Epoche der Pyramiden gehörte ihm die oberste Rolle im Schicksal des Verstorbenen, und erst später nahm Osiris sie auf sich, während Anubis sein Helfer und Führer wurde.

Viertens. Die Einbalsamierungspriester arbeiteten in einer Anubis-Maske. Wer den Ritus leitete, setzte eine Maske mit Schakalskopf auf und wurde in diesem Augenblick gleichsam zum Gott selbst. Solche Masken sind bis in unsere Tage gelangt und bestätigen, wie wörtlich die Ägypter die Gegenwart des Anubis in der Werkstatt verstanden.

Fünftens. Das Gehirn des Verstorbenen warf man weg, das Herz aber ließ man. Die Ägypter hielten das Herz für den Sitz des Verstandes und des Gewissens, darum bewahrten sie es für das Gericht im Körper, während das Gehirn, in dem sie keinen Wert sahen, entfernt und nicht aufbewahrt wurde. Es war das Herz, das man danach vor Anubis auf die Waage legte.

Sechstens. Den Verlierer beim Gericht erwartete nicht Qual, sondern Verschwinden. Überwog das Herz die Feder der Wahrheit, so verschlang es das Ungeheuer Ammit, und das bedeutete den endgültigen Untergang, einen zweiten Tod ohne Ewigkeit. Die ägyptische Hölle war kein ewiges Feuer, sondern das völlige Nichtsein.

Siebtens. Die Griechen verbanden Anubis mit ihrem Hermes. In der Epoche, in der Ägypten und die griechische Welt sich vermischten, erschien Hermanubis, ein Gott als Seelenführer, in dem man die gemeinsame Rolle des Geleiters zwischen den Welten erkannte. So verschmolzen der Schakal und der geflügelte Herold zu einer einzigen Gestalt.

Achtens. Anubis weihte man Katakomben mit Millionen von Hunden. Unter Sakkara haben Archäologen unterirdische Galerien gefunden, in die man jahrhundertelang Mumien von Hunden und Schakalen als Gabe an den Gott brachte, und sie zählen nach Millionen. Pilger kauften solche Mumien im Tempel und ließen sie Anubis als Bitte zurück, und ein ganzes Gewerbe lebte von dieser Frömmigkeit.

Häufige Fragen

Wer ist Anubis mit einfachen Worten?

Anubis ist der altägyptische Gott der Bestattung, der Einbalsamierung und des jenseitigen Übergangs, dargestellt als Mann mit Schakalskopf oder als schwarzer Schakal. Man hielt ihn für den Schutzherrn der Einbalsamierer und den Führer der Seele ins Jenseits, und beim Gericht über den Verstorbenen hielt er die Waage. Im Grunde ist er ein Hüter und Geleiter an der Schwelle zwischen Leben und Ewigkeit, kein „Gott des Todes“ im düsteren Sinn.

Ist Anubis ein Gott des Todes oder nicht?

Genauer ist es, ihn einen Gott der Bestattung und des Übergangs zu nennen als einen des Todes. König der Toten war bei den Ägyptern Osiris, während Anubis für die praktische Seite verantwortlich war: die Vorbereitung des Körpers, die Begleitung der Seele durch das Jenseits und die Ehrlichkeit des Gerichts. Seine Rolle ist die des Hüters und Führers, darum ist das Bild des Anubis einem Hüter der Schwelle näher als einer Verkörperung des Verderbens.

Warum stellt man Anubis schwarz dar?

Die schwarze Farbe bedeutete in Ägypten nicht Trauer, sondern Wiedergeburt. So sah der fruchtbare Nilschlamm aus, der die Felder wieder auferstehen ließ, und der bei der Einbalsamierung mit Harzen behandelte Körper. Beide Bedeutungen sprachen von einem neuen Leben, darum malte man den Gott des Übergangs schwarz als Zeichen der Auferstehung. Im Schmuck geben diese Symbolik geschwärztes Silber, Onyx und Obsidian wieder.

Ist Anubis ein Schakal oder ein Wolf?

Traditionell hält man ihn für einen Gott mit Schakalskopf, und so nannte man ihn jahrhundertelang. Doch moderne Forschungen haben gezeigt, dass das Tier, das man „ägyptischen Schakal“ nannte, dem afrikanischen Goldwolf näher ist. Darum ist die Frage streng genommen offen, und Anubis lässt sich sowohl Schakals- als auch Wolfsgott nennen. Für die Symbolik ändert das nichts am Wesentlichen: Es zählt das Bild des wachsamen Wächters an den Gräbern.

Was bedeutet das Wiegen des Herzens?

Es ist die zentrale Szene des Gerichts über den Verstorbenen. Auf die eine Waagschale legte man das Herz des Menschen, auf die andere die Feder der Göttin der Wahrheit, Maat. War das Herz nicht schwerer als die Feder, galt das Leben als gerecht und der Verstorbene als gerechtfertigt. Ein von bösen Taten schweres Herz verurteilte seinen Besitzer, und das Ungeheuer Ammit verschlang es. Anubis wachte über die Ehrlichkeit der Waage und blieb unparteiisch.

Darf man das Symbol des Anubis tragen?

Ja, das Symbol des Anubis trägt man als Schutzamulett des Übergangs und des Schutzes, als Zeichen des Interesses am alten Ägypten oder als persönliches Emblem der Treue und inneren Ehrlichkeit. Es ist mit nichts Gefährlichem oder Schlechtem verbunden: In seiner Religion war Anubis ein Halt und ein Verteidiger des Verstorbenen. Man kann es mit jeder Haltung tragen, von einer tiefen Begeisterung für die ägyptische Kultur bis zu einer reinen Liebe zu einer starken grafischen Ästhetik.

Wem steht ein Schmuckstück mit Anubis?

Es steht dem, den Ägypten anzieht, die Themen des Schutzes und des Übergangs, die Ästhetik dunklen Silbers und Onyx. Es legt sich gut auf einen Menschen in einer Zeit der Veränderungen, denn Anubis ist der Gott der Schwelle. Nahe ist er auch jenen, die Treue, Verlässlichkeit und verborgenes Wissen schätzen. Das Geschlecht spielt hier keine Rolle: Ein gesammeltes, strenges Bild steht Männern wie Frauen, und das Format, vom Anhänger bis zum Siegel, wählt man nach Geschmack.

Worin unterscheidet sich Anubis von Osiris?

Osiris ist der König der Toten, Herr des Jenseits, der auferstandene Gott, der den Menschen Hoffnung auf ewiges Leben gab. Anubis ist sein Helfer und Führer, der, der den Körper vorbereitet, die Seele durch die Duat führt und beim Gericht die Waage hält. Früher war der oberste Totengott Anubis, doch mit dem Aufstieg des Osiris trat er ihm den Thron ab und wurde zum Ordner des Übergangs. Der eine herrscht, der andere begleitet.

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Fazit

Anubis ist einer jener alten Götter, die die Massenkultur zu einer erschreckenden Maske vereinfacht hat, obwohl hinter ihr eine weit feinere und menschlichere Gestalt steht. Die Ägypter vertrauten ihm das Zerbrechlichste an, den Übergang des Verstorbenen in die Ewigkeit, und sahen im schwarzen Schakal nicht den Tod, sondern einen verlässlichen Hüter und Führer. Seine Farbe verhieß die Wiedergeburt, seine Waage bedeutete die Gerechtigkeit, seine Hände bereiteten den Körper für ein neues Leben vor. Er war ein Halt in dem Augenblick, in dem der Mensch am wehrlosesten ist.

Im Schmuck wirkt Anubis auf all diesen Ebenen zugleich. Für die einen ist er ein Schutzamulett des Übergangs und des Schutzes an einer schweren Schwelle. Für andere ein Zeichen der Treue, des Dienstes und der inneren Ehrlichkeit, eben jener Leichtigkeit des Herzens, die man beim Gericht wog. Für wieder andere schlicht ein starkes grafisches Bild des alten Ägypten, auf einen Blick erkennbar. Dunkles Silber, Onyx und Gold geben seinen Geist am genauesten wieder und wiederholen das ägyptische Paar der Farbe der Wiedergeburt und des Fleisches der Götter.

Das ehrliche Fazit ist schlicht. Anubis ist keine Vogelscheuche und kein Herr der Finsternis, sondern ein Gott der Schwelle, der den Weg in der Finsternis kennt und nicht verlorengehen lässt. Was du in dieses Bild legst, Schutz, Treue oder Liebe zur Geschichte, das wird es bedeuten, während er bleibt, was er vor viertausend Jahren war: der stille und genaue Hüter des Übergangs.

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Über Zevira

Zevira arbeitet in Albacete, Spanien, einer Stadt mit langer handwerklicher Tradition in der Metallkunst. Die Symbole alter Kulturen sind Teil unserer Kollektion, in der ägyptische Zeichen, Amulette und mythologische Bilder in klaren Formen aus Silber und Gold leben. Wir lieben Dinge mit einer Geschichte von Jahrtausenden und tragen sie ohne überflüssiges Pathos ins moderne Design.

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Persönliche Gravur ist möglich. Wir arbeiten mit 925er Silber und Gold von 14 bis 18 Karat.

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