
Kristallglas und Strass im Schmuck: warum Glas funkelt, und was Blei damit zu tun hat
Der Glanz von Kristallglas ist keine Magie und kein Stein, sondern Blei. Genau das Bleioxid im Glas verlangsamt das Licht im Inneren und verstärkt das Spiel der Facetten, das gewöhnliches Glas einfach nicht besitzt. Und ein Strassstein funkelt zusätzlich, weil er unten einen Spiegel trägt: eine hauchdünne Folie unter dem geschliffenen Glas fängt das Licht ein und wirft es zum Auge zurück. Keine Mystik, reine Optik.
Kristallglas und Strass führen im Schmuck seit Langem ihr eigenes Leben, getrennt von den echten Edelsteinen. Sie geben nicht ernsthaft vor, Diamanten zu sein, und schämen sich nicht, Glas zu sein. Böhmische Meister schleifen dieses Glas seit über zwei Jahrhunderten so, dass man abends, bei Kerzen und Lampen, den Glanz eines Strasssteins kaum vom Glanz eines Diamanten unterscheiden kann. Genau darum ging es.
Klären wir es ehrlich: was Kristallglas ist und wie es sich von gewöhnlichem Glas unterscheidet, warum man es ständig mit Bergkristall verwechselt (und das ist überhaupt ein Stein), wie Strasssteine aufgebaut sind, wie man sie von Diamanten und Zirkonia unterscheidet, wie man das alles pflegt und warum Kristallglas manchmal nach der Spülmaschine trüb wird.
Was Kristallglas ist: Glas, dem man ein Schwermetall hinzugefügt hat
Kristallglas ist ein besonderes Glas, kein eigener Werkstoff
Kristallglas ist eine Art von Glas. Gewöhnliches Glas schmilzt man aus Sand (Siliciumdioxid), Soda und Kalk. Damit Kristallglas entsteht, gibt man dieser Mischung das Oxid eines Schwermetalls hinzu, klassisch Bleioxid. Blei macht das Glas dichter, schwerer und stärker lichtbrechend. Das Glas hört auf, nur durchsichtig zu sein, und beginnt zu spielen: an den Facetten blitzen regenbogenfarbene Funken auf, die Flaschen- oder Fensterglas nicht besitzt.
Ein wichtiges Detail: chemisch ist Kristallglas kein Kristall. Der Name täuscht. In seinem Inneren gibt es kein geordnetes Kristallgitter wie bei echten Mineralien. Es ist ein amorpher Stoff, eine erstarrte Flüssigkeit, wie jedes Glas. Das Wort Kristall blieb an ihm haften wegen seiner Schönheit und seines Glanzes, wegen der Ähnlichkeit zum Bergkristall, nicht wegen seiner Struktur.
Wie viel Blei macht Glas zu Kristallglas
Die Grenze ist nicht willkürlich. Historisch nannte man Glas Bleikristall, wenn das Bleioxid darin spürbar reichlich vertreten war. In der europäischen Tradition galt als Vollbleikristall (full lead crystal) ein Glas mit einem Bleioxidgehalt ab 24 Prozent aufwärts. Liegt der Bleianteil niedriger, etwa zwischen 10 und 24 Prozent, ist es bereits nur Kristallglas oder Bleiglas einer niedrigeren Stufe. Ganz bleiarmes oder bleifreies Glas mit Zusätzen anderer Metalle galt nach den alten Normen formal nicht als Kristall, auch wenn es fast genauso funkeln konnte.
Je mehr Blei, desto höher die Dichte, desto schwerer das Stück, desto leuchtender die Lichtbrechung und desto weicher das Glas selbst (es lässt sich leichter schneiden und schleifen). Genau deshalb sind teure Kristallleuchter und Gläser so schwer und blenden so im Licht.
Barium- und andere Arten von bleifreiem Kristallglas
Blei ist praktisch, aber giftig, und man geht allmählich davon ab. Modernes bleifreies Kristallglas gewinnt man, indem man Bleioxid durch Oxide anderer schwerer Elemente ersetzt: Barium, Zink, Kalium, manchmal Titan. Bariumkristall liefert hohe Dichte und guten Glanz ohne Blei, deshalb verwendet man ihn gern dort, wo Sicherheit zählt: in Geschirr, Kinderartikeln, preiswertem Modeschmuck.
Im Glanz steht hochwertiges bleifreies Kristallglas dem bleihaltigen kaum nach, besonders im Schmuck, wo die Facetten klein sind. Der Unterschied fällt eher beim schweren Tafelglas und bei den allerhöchsten Sorten der Optik auf. Für Ohrringe oder ein Collier funktioniert Bariumglas hervorragend.
Geschliffenes Glas, Kristall und Kristallglas: der Unterschied in den Worten
In Katalogen kann dieselbe Sache unterschiedlich benannt sein, und das verwirrt. Geschliffenes Glas beschreibt die Bearbeitung: Glas, dem man Facetten gegeben hat. Kristall im Modeschmuck ist ein Marketingname für glänzendes geschliffenes Glas, meist blei- oder bariumhaltig, und mit echten Mineralkristallen hat es nichts zu tun. Kristallglas ist eben dieses Kristall in deutscher Sprache, Glas mit einem Schwermetall. Alle drei Begriffe beschreiben im Schmuck im Grunde dasselbe: durchsichtiges Glas erhöhter Dichte, geschliffen um des Glanzes willen. Ein Stein ist es nur dort, wo ausdrücklich von einem Mineral die Rede ist.
Wie sich Kristallglas von gewöhnlichem Glas unterscheidet
Lichtbrechung: woher das Facettenspiel kommt
Der wichtigste Unterschied ist beim Anfassen unsichtbar, aber für das Auge sichtbar. Das Schwermetall erhöht den Brechungsindex des Glases, also die Kraft, mit der das Glas das durchgehende Licht ablenkt und verlangsamt. Bei gewöhnlichem Glas liegt dieser Wert bei etwa 1,5, bei gutem Bleikristall spürbar höher. Je stärker das Glas das Licht bremst, desto leuchtender spielt es an den Facetten und desto deutlicher zerfällt es in farbige Funken.
Deshalb blitzt Kristallglas, das mit vielen kleinen Flächen geschliffen ist, in der Sonne und unter Lampen auf, während gewöhnliches Glas derselben Größe matt und flach wirkt. Es geht nicht um die Reinheit des Materials, sondern eben um die Optik.
Gewicht und Dichte: Kristallglas ist spürbar schwerer
Blei und Barium sind schwer, und das Glas mit ihnen wird dichter. Eine Kristallperle ist spürbar gewichtiger als eine Glasperle gleicher Größe. Dieses Gewicht verrät das Material oft beim Anfassen: nehmen Sie einen Kristallanhänger und einen gewöhnlichen Glasanhänger ähnlichen Volumens in die Hand, und der Unterschied ist sofort zu spüren. Kristallglas hat eine angenehme, gewichtige Schwere, die unbewusst als Qualität gelesen wird.
Klang: warum Kristallglas singt
Schnipsen Sie mit dem Fingernagel gegen ein Kristallglas, und es antwortet mit einem langen reinen Klang, der sich eine Sekunde oder länger hinzieht. Gewöhnliches Glas klirrt kurz und dumpf. Der Grund liegt in der Gleichmäßigkeit und Dichte des Materials: dichtes, spannungsfreies Glas hält die Schwingungen lange. Dieser singende Klang war über Jahrhunderte ein alltäglicher Test auf Kristall. Im Schmuck nützt er nichts (die Perle ist zu klein), aber für Geschirr ist es bis heute eine ehrliche Probe.
Durchsichtigkeit und Reinheit
Hochwertiges Kristallglas ist meist klarer und durchsichtiger als Massenglas, ohne den grünlichen oder gräulichen Ton, den Eisenverunreinigungen im billigen Sand erzeugen. Gutes Kristallglas schmilzt man aus ausgewähltem Rohstoff, deshalb ist es farblos und glänzt stärker. Aber das ist keine absolute Regel: es gibt sehr reines gewöhnliches Glas und es gibt getöntes Kristallglas. Entscheidend sind letztlich Optik und Gewicht, nicht die Durchsichtigkeit allein.
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Kristallglas gegen Bergkristall (Quarz): nicht verwechseln
Das ist die häufigste Verwechslung in diesem Thema, und sie verdient eine eigene Betrachtung, denn es geht um zwei völlig verschiedene Dinge, die fast gleich heißen.
Kristallglas ist ein von Menschenhand gemachtes Glas
Das Kristall, um das es in diesem Artikel geht, ist Glas. Man schmilzt es im Ofen aus Sand mit einem Zusatz von Blei oder Barium, gießt, bläst oder presst es dann und schleift es. Es ist ein vom Menschen gemachter Werkstoff, amorph, ohne Kristallgitter. Sein Preis ist gläsern, die Wiederholbarkeit vollständig: man kann eine Million gleicher funkelnder Perlen herstellen.
Bergkristall ist das Mineral Quarz
Bergkristall ist ein natürlicher Stein, eine durchsichtige Abart des Quarzes (Siliciumdioxid in kristalliner Form). Er wächst Millionen von Jahren in der Erde, besitzt ein echtes geordnetes Kristallgitter, sechseckige Prismen, natürliche Einschlüsse. Es ist kein Glas. Er hat seine eigene Härte, seine eigene Struktur, seine eigene Energetik in der Esoterik. Rauchquarz, Amethyst und Citrin sind allesamt seine farbigen Verwandten in der Quarzfamilie.
Wie man Stein und Glas unterscheidet
Einige praktische Merkmale. Natürlicher Bergkristall fühlt sich häufiger kühler an und bleibt länger kühl, weil er die Wärme besser ableitet; Glas erwärmt sich schneller in der Hand. Im Stein sieht man nicht selten natürliche Einschlüsse, schleierartige Risschen, manchmal winzige Bläschen von regelmäßiger natürlicher Form; im gegossenen Glas sind die Bläschen rund und zufällig verteilt, und die Facetten können leicht verschmolzen sein. Quarz ist härter als Glas und lässt sich von Glas nicht zerkratzen, kann selbst aber einen Kratzer hinterlassen. Und das Wichtigste dem Sinn nach: Kristallglas macht man durch Schliff um des Glanzes willen, während Bergkristall ein eigenständiger Stein ist, den man wegen seiner Natur schätzt. Steht in der Beschreibung eines Schmuckstücks nur Kristall ohne Zusatz, ist fast immer Glas gemeint; den Stein schreibt man üblicherweise gesondert aus: natürlicher Bergkristall.
Was Strasssteine sind: geschliffenes Glas, das einen Diamanten vortäuscht
Strass ist eine Steinimitation, keine Glassorte
Ein Strass ist ein kleiner Imitationsstein, meist aus geschliffenem Glas (eben jenem Kristallglas), so gemacht, dass er wie ein Edelstein funkelt. Das Wort geht auf den Namen eines Juweliers aus dem achtzehnten Jahrhundert zurück, der die Rezeptur des glänzenden Bleiglases zur Nachahmung von Diamanten verbesserte. Seitdem ist Strass jedes funkelnde gläserne oder kristallene Steinchen für Schmuck und Verzierung.
Ein Strass ist fast immer mit vielen flachen Facetten geschliffen, wie ein echter Diamant. Der Schliff dient nicht der Schönheit der Form, sondern der Optik: jede Facette reflektiert und bricht das Licht, und je mehr es davon gibt und je genauer sie ausgerichtet sind, desto leuchtender spielt der Stein.
Die Folienunterlage: ein Spiegel unter dem Stein
Das wichtigste Geheimnis des Glanzes eines klassischen Strass verbirgt sich unten. Die Rückseite des Steins überzieht man mit einer hauchdünnen verspiegelten Schicht, einer Folie oder einer Metallbedampfung. Diese Rückseite arbeitet wie ein Spiegel: das Licht, das oben in den Stein eingetreten und bis zum Boden gelangt ist, wird zum Auge zurückgeworfen und geht nicht hindurch. Deshalb leuchtet ein Strass mit Folie von innen heller als eine schlichte Glasperle ohne Unterlage.
Dieser Kunstgriff hat eine Kehrseite. Die Folie fürchtet Wasser und Feuchtigkeit: dringt sie unter die Unterlage, wird das Spiegelchen trüb, dunkelt fleckig nach, und der Stein verliert für immer seinen Glanz. Genau deshalb darf man foliierte Strasssteine nicht einweichen und nicht achtlos waschen. Mehr dazu im Abschnitt über die Pflege.
Wie sich ein Strass von Perle und Cabochon unterscheidet
Eine Perle ist Glas mit einer Bohrung, meist glatt oder mit groben Facetten, die man auffädelt. Ein Cabochon ist Stein oder Glas ohne Facetten, mit glatter gewölbter Oberseite und flacher Unterseite, den man in eine Fassung setzt oder klebt. Ein Strass ist eben ein geschliffenes Steinchen mit scharfen Facetten und oft mit Unterlage, auf Glanz ausgelegt. Ein und dasselbe Kristallglas kann zur Perle, zum Cabochon und zum Strass werden; der Unterschied liegt in Form und Bearbeitung, nicht im Material.
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Geschichte: wie das böhmische Glas zur Hauptstadt des Glanzes wurde
Böhmen: ein Glas, geboren aus Wäldern und Quarz
Die historische Region Böhmen (das heutige Tschechien) wurde nicht zufällig zur Glashauptstadt Europas. Hier kam alles Nötige zusammen: reiner Quarzsand, weite Wälder als Brennstoff und Pottasche aus Holzasche. Schon im siebzehnten Jahrhundert lernten die böhmischen Meister, ein hartes, helles Kaliglas zu schmelzen, das man wie einen Stein schneiden und schleifen konnte. Dieses böhmische Glas wurde durch Gravur und Schnitt im dicken durchsichtigen Körper berühmt und wurde zum Konkurrenten des dünnen venezianischen Glases, das sich für den tiefen Schliff nicht eignete.
Das Aufkommen des Strass im 18. Jahrhundert
Das achtzehnte Jahrhundert schenkte Europa die Mode für Diamanten, die nicht für alle reichten. Die Nachfrage gebar eine Lösung: zu lernen, gläserne Imitationen herzustellen, die man bei Kerzenlicht nicht von echten Steinen unterscheiden konnte. Die Meister verbesserten das Rezept des Bleiglases, gaben ihm mehr Glanz und kamen darauf, es zu schleifen und Folie unterzulegen. So entstand der Strass als Phänomen, ein klassenübergreifend demokratischer Schmuck, der fast wie ein Diamant funkelte, aber unvergleichlich weniger kostete. Auf Bällen, bei Kerzenschein, war der Strass von einem Schmuckstück nicht zu unterscheiden, und das machte ihn unglaublich beliebt.
Gablonz (Jablonec) als Hauptstadt des Strass
Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert wurde die Stadt Gablonz an der Neiße, tschechisch Jablonec nad Nisou, im Norden Böhmens zum Zentrum der Strass- und Glasschmuckproduktion. Hier bildete sich eine ganze Industrie: Tausende Meister und Werkstätten schmolzen Glas, schliffen Steine, fertigten Perlen, Knöpfe, Broschen und Beschläge. Der Name Gablonzer Glas wurde zum Synonym für hochwertige gläserne Imitation. Jablonec versorgte die ganze Welt mit Strass und Glassteinen: man brachte sie auf alle Kontinente, bestickte damit Kleider, schmückte Hüte, fertigte preiswerten, aber strahlenden Schmuck für Millionen von Menschen.
Die Schlifftradition und die Blüte des Modeschmucks
Die Stärke der böhmischen Schule lag im Schliff. Den maschinellen und den Handschliff der Glassteine brachte man hier zur Vollendung: präzise Winkel, saubere Facetten, wiederholbare Qualität. Im zwanzigsten Jahrhundert fiel das mit der Blüte des Modeschmucks als eigenständigem Genre zusammen, Schmuck, der keinen Anspruch auf Kostbarkeit erhebt, aber kühn mit Farbe und Glanz spielt. Strasssteine hörten auf, nur eine billige Diamantfälschung zu sein, und wurden zu einem vollwertigen ausdrucksstarken Material: farbig, leuchtend, für jeden zugänglich. Diese Tradition lebt bis heute, und gutes böhmisches Glas wird nach wie vor für seine Reinheit und die Präzision der Facetten geschätzt.
Bleihaltiges gegen bleifreies Kristallglas: Sicherheit und Umwelt
Warum man vom Blei abgeht
Blei gab dem Kristallglas seinen Zauber, doch es ist ein schweres giftiges Metall. Die Gefahr liegt nicht darin, eine Kristallbrosche zu tragen (durch die Haut dringt Blei aus dem Glas praktisch nicht ein), sondern im langen Kontakt mit Speisen und Getränken. Aus Kristallgeschirr kann Blei nach und nach in saure Getränke wandern, die lange darin stehen. Deshalb verzichtet man bei Geschirr auf bleihaltiges Kristallglas, und in der Produktion sorgt man für die Gesundheit der Arbeiter, die beim Schleifen den Staub einatmen.
Modernes bleifreies Kristallglas
Heute ist der größte Teil des neuen Kristallglases bleifrei. Das Blei ersetzt man durch Barium, Zink, Titan, Kaliumoxid. Solches Glas ist im Alltag und in der Produktion sicherer und glänzt fast genauso. Für Schmuck ist das besonders praktisch: bleifreies Kristallglas liefert einen hervorragenden Glanz, berührt die Haut bedenkenlos und wirft keine Sicherheitsfragen auf. Wenn Ihnen Umweltverträglichkeit wichtig ist, suchen Sie nach dem Hinweis bleifrei oder Bariumkristall.
Ist Kristallglas im Schmuck gefährlich
Für Schmuck ist die Sorge fast gegenstandslos. Ohrringe, ein Anhänger oder eine Brosche kommen nicht mit Speisen in Kontakt und liegen nicht lange nass auf der Haut. Blei aus dichtem Glas wird beim gewöhnlichen Tragen nicht in gefährlichen Mengen freigesetzt. Die Hauptrisiken von Kristallglas im Schmuck sind praktischer und nicht giftiger Natur: es zerkratzt, ist schwer und fürchtet Stöße. Falls Sie sich mit bleifreiem Glas wohler fühlen, wählen Sie es, der moderne Modeschmuck bietet es ja an.
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Wie man Strasssteine herstellt und warum sie glänzen
Der Schliff: die Mathematik des Lichts
Der Glanz eines Strass beginnt mit der Geometrie. Den Glasrohling schleift man auf vielen flachen Facetten unter präzisen Winkeln. Der obere Teil (die Krone) mit der Tafel obenauf sammelt und bricht das Licht, der untere Teil (das Pavillon) läuft kegelförmig zusammen und arbeitet als System innerer Spiegel. Sind die Winkel richtig gesetzt, wird das oben eingetretene Licht im Inneren des Steins vielfach reflektiert und tritt wieder nach oben zum Auge aus, unterwegs in regenbogenfarbene Funken zerlegt. Je präziser der Schliff, desto lebendiger spielt der Strass.
Die verspiegelte Unterlage: der Glanzverstärker
Dort, wo die Geometrie des Schliffs nicht genügt (etwa bei flachen Steinen oder niedrigen Strasssteinen), kommt die Folienunterlage zu Hilfe. Die verspiegelte Schicht unten lässt das Licht nicht hindurch und treibt es zurück. Genau die Unterlage macht einen flachen Strass, der in Stoff eingenäht oder in eine Fassung geklebt ist, trotz bescheidener Form so leuchtend. Ohne das Spiegelchen sähe dasselbe Steinchen wie ein mattes Gläschen aus.
Beschichtungen und Bedampfungen
Über die Folie oder anstelle der Folie trägt man auf Strasssteine hauchdünne metallische und oxidische Beschichtungen auf. Sie erzeugen farbige und regenbogenartige Effekte, von denen weiter unten gesondert die Rede ist. Technisch ist das eine Nanobedampfung im Vakuum: auf die Glasoberfläche scheidet man eine dünne Schicht ab, die durch Lichtinterferenz mit Farbe spielt, wie eine Seifenblase oder ein Benzinfilm auf Wasser.
Wie sich Strasssteine von Diamanten und Zirkonia unterscheiden
Härte: der wichtigste Unterschied
Der Diamant ist das härteste natürliche Material, ihn zerkratzt fast nichts. Zirkonia (kubisches Zirkoniumdioxid) ist ebenfalls recht hart und kratzfest. Ein Strass ist Glas, und Glas ist weich: man zerkratzt es leicht, die Facetten werden mit der Zeit abgerieben und verlieren ihre Schärfe, der Glanz erlischt. Das ist der erste und zuverlässigste Unterschied. Glasstrass lebt hell, aber nicht lange im Sinne des Glanzes; Diamant und Zirkonia halten ihr Strahlen über Jahre.
Wärmeleitfähigkeit und das Anhauchen
Der Diamant leitet die Wärme hervorragend, deshalb verhält er sich in einem speziellen Tester anders als Imitationen und zerstreut die Wärme des Fingers schnell. Glas und Zirkonia leiten die Wärme schlechter. Die Alltagsvariante des Tests: hauchen Sie den Stein an. Glas und viele Imitationen beschlagen und bleiben ein paar Sekunden beschlagen, der Diamant klart fast augenblicklich auf, weil er die Wärme abführt. Der Test ist grob, gibt aber einen Hinweis.
Spiel und Glanz mit bloßem Auge
Der Diamant liefert eine charakteristische Mischung aus weißem Glanz und ruhigen farbigen Blitzen. Zirkonia spielt oft sogar leuchtender und regenbogenartiger als ein Diamant, manchmal übermäßig. Der Strass funkelt lebhaft, aber gläserner, oberflächlicher, ohne jene Tiefe, die der hohe Brechungsindex des Diamanten verleiht. Auf dem Tisch bei hellem Licht ist der Unterschied für ein geübtes Auge sichtbar; aus der Ferne und bei Kerzenschein strahlen alle drei ähnlich, worauf der Erfolg des Strass über Jahrhunderte beruhte.
Wie man im Alltag einen Strass von einem Diamanten unterscheidet
Einige einfache Merkmale. Gewicht: ein Diamant ist für seine Größe leichter als viele Imitationen, Zirkonia ist schwerer. Facetten: bei einem echten Stein sind die Kanten scharf und gleichmäßig, bei einem Glasstrass sind sie oft leicht verschmolzen und weniger klar, im Inneren können Bläschen sichtbar sein. Verschleiß: an einem alten Strass sieht man unter der Lupe Kratzer und abgeriebene Facetten, an einem Diamanten nicht. Und der schlichte gesunde Menschenverstand: wenn ein Diamant groß, leuchtend ist und so viel kostet wie ein Abendessen im Café, dann ist es ein Strass oder Zirkonia, und daran ist nichts Schlechtes, wenn Sie wissen, was Sie kaufen. Das Thema der Diamantimitationen behandelt ausführlich der Beitrag über Moissanit und im Labor gezüchtete Steine.
Der Zeitungstest und der Lupentest
Zwei Heimtests, die oft greifen. Legen Sie einen durchsichtigen losen Stein mit der Tafel nach unten auf gedruckten Text. Durch einen richtig geschliffenen Diamanten lassen sich die Buchstaben kaum lesen, das Licht streut sich; durch Glas und viele Imitationen ist der Text nicht selten lesbar oder es sind Linien erkennbar. Der zweite Test unter der Lupe: suchen Sie nach inneren Bläschen und verschmolzenen Facetten, einem sicheren Zeichen für gegossenes Glas. Ein natürlicher Stein kann Einschlüsse haben, aber keine runden Luftbläschen. Beide Tests funktionieren besser an großen losen Steinen und schlechter an kleinen in der Fassung, ergeben aber zusammen mit Gewicht und Klang ein recht klares Bild.
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Farbige Strasssteine und optische Effekte
Durchsichtige und farbige Strasssteine
Strasssteine gibt es farblos (als Diamantimitation) und farbig. Die Farbe geben Metallzusätze direkt im Glas: Kobalt ergibt Blau, Kupfer und Chrom Grün, Gold und Selen Rot und Rosa, Mangan Violett. Ein farbiger Strass imitiert nicht den Diamanten, sondern Saphir, Rubin, Smaragd, Amethyst. Da die Farbe im Glas selbst sitzt, bleicht sie nicht aus und reibt sich nicht ab, anders als oberflächliche Beschichtungen.
Aurora Borealis (AB): die Regenbogenbeschichtung
Der berühmteste Effekt ist die Beschichtung Aurora Borealis, in Katalogen schreibt man sie als AB. Es ist eine hauchdünne Metallbedampfung, die einen schillernden regenbogenartigen Schimmer erzeugt, wie ein Nordlicht, woher auch der Name stammt. Ein und derselbe Strass mit AB-Beschichtung spielt beim Drehen mal rosa, mal bläulich, mal grünlich. Die Beschichtung trägt man üblicherweise auf die Hälfte oder einen Teil des Steins auf, deshalb funkelt er vielfarbig. AB-Strasssteine liebt man sehr in der Stickerei, auf Kleidern und im festlichen Modeschmuck wegen dieses lebendigen Schimmers.
Chamäleon und andere komplexe Effekte
Außer AB gibt es auch seltenere Beschichtungen: Chamäleon (ändert den Grundton je nach Beleuchtung, vom Tageslicht zum warmen Lampenlicht), metallisierte und ölige Schimmer, matte Satinfinishes. Sie alle arbeiten über dünne Filme auf der Glasoberfläche. Sie haben einen Nachteil: die oberflächliche Beschichtung ist empfindlicher als das Glas selbst, sie lässt sich leichter durch Reibung, aggressive Chemie und Schleifmittel abreiben. Deshalb verlangen Strasssteine mit effektvoller Beschichtung eine besonders schonende Pflege.
Opaleffekt und mattes Glas
Eine eigene Familie von Effekten imitiert nicht den Glanz, sondern ein zartes milchiges Leuchten. Opal- oder Alabasterglas macht man halbdurchsichtig, mit einem leichten Dunst im Inneren, damit es sanft leuchtet, wie ein Mondstein oder Opal. Mattes (satiniertes) Glas dämpft umgekehrt den scharfen Glanz und gibt einen ruhigen seidigen Ton. Diese Effekte schätzen jene, denen der scharfe Diamantglanz zu schreiend erscheint: ein milchiger Strass wirkt teurer und stiller, dem Charakter nach näher an einem echten Halbedelstein.
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Pflege: warum Kristallglas trüb wird und wie man es bewahrt
Der Hauptfeind des Kristallglases ist die Spülmaschine und die Haushaltschemie
Kristallglas und Strass werden nicht vom Alter trüb, sondern vom falschen Waschen. Heißes Wasser, aggressive Reinigungsmittel und besonders die Spülmaschine zerfressen die Glasoberfläche langsam und hinterlassen einen matten Belag, der sich nicht mehr abreiben lässt. Für Strasssteine mit Folie ist es noch schlimmer: das Wasser dringt unter die verspiegelte Unterlage, und der Stein dunkelt für immer fleckig nach. Deshalb wäscht man Kristallschmuck und Strass niemals in der Spülmaschine, kocht ihn nicht ab und weicht ihn nicht ein.
Parfüm, Haarspray und Creme
Kosmetik ist Feind Nummer zwei. Parfüm, Haarspray, Cremes und Öle setzen sich als Film auf den Facetten ab, verstopfen das Relief des Schliffs, und der Glanz erlischt. Beschichtungen wie AB können durch alkoholisches Parfüm matt werden. Goldene Regel: Schmuck zieht man zuletzt an, nach Make-up, Frisur und Parfüm, und nimmt ihn zuerst ab. So bleiben die Facetten sauber und die Beschichtung heil.
Wie man Kristallglas und Strass richtig reinigt
Schonend und trocken. Wischen Sie die Steine mit einem weichen trockenen oder leicht feuchten Mikrofasertuch ab. Wenn es tiefer sein muss, nehmen Sie ein kaum feuchtes Tuch mit einem Tropfen milder Seife, gehen Sie vorsichtig mit einem Wattestäbchen über die Facetten und wischen Sie sofort trocken nach. Kein Einweichen, besonders bei geklebten und foliierten Strasssteinen: Wasser unter der Fassung löst den Kleber und verdirbt die Unterlage. Eine schonende trockene Reinigung nach jedem Tragen bewahrt den Glanz am längsten. Die allgemeinen Grundsätze der häuslichen Schmuckreinigung sind im Leitfaden zum Reinigen von Gold und Silber zu Hause gesammelt.
Sie fürchten Stöße und Kratzer
Glas ist zerbrechlich und weich. Ein Kristallanhänger zerspringt beim Stoß gegen Fliesen oder das Waschbecken, und die Facetten eines Strass werden durch Reibung an Tasche, Schlüsseln und anderem Schmuck abgerieben. Bewahren Sie Kristallglas und Strass getrennt auf, in einem weichen Beutel oder Fach, und werfen Sie sie nicht mit Metall und Steinen auf einen Haufen. Nehmen Sie Schmuck vor Sport, Hausarbeit und Schlaf ab. Eine schonende Aufbewahrung verlängert das Leben des Glanzes mehr als jede Reinigung.
Wie man Kristallglas und Strass von gewöhnlichem Kunststoff unterscheidet
Gewicht und Temperatur
Der schnellste Test beim Anfassen. Glas (Kristallglas) ist schwer und kühl, es erwärmt sich langsam in der Hand und kühlt angenehm. Kunststoff ist leicht und wird sofort warm, nichtssagend beim Anfassen. Halten Sie den Stein ein paar Sekunden in der Handfläche: bleibt er kühl und gewichtig, ist es Glas; erwärmt er sich augenblicklich und ist fast gewichtslos, ist es Kunststoff (Acryl, Harz).
Facetten, Klang und Kratzer
Bei einem Glasstrass sind die Facetten scharf und klar, die Kanten hart. Bei gegossenem Kunststoff sind die Facetten oft rundlich, weich, mit verwischten Ecken und manchmal mit einer deutlichen Naht von der Form. Schnipsen Sie das Steinchen gegen die Zähne oder mit dem Fingernagel: Glas antwortet mit einem harten, klaren Klang, Kunststoff mit einem dumpfen. Glas lässt sich nicht mit dem Fingernagel zerkratzen und riecht nicht; Kunststoff ist weicher und kann beim Erwärmen einen chemischen Geruch abgeben. Diese Merkmale zusammen geben fast immer die richtige Antwort.
Formate: wo Kristallglas und Strass leben
Collier, Ohrringe und Broschen
Kristallglas und Strass glänzen im festlichen Schmuck. Collier und Ohrringe aus geschliffenen Kristallsteinen geben Abendglanz ohne den Preis von Edelsteinen. Broschen mit Strass sind eine eigene Klassik: funkelnde Sterne, Blumen, Bukettbroschen sind zur Gänze aus kleinen geschliffenen Steinen auf Metall zusammengesetzt. Das ist der Fall, in dem Leuchtkraft und Glanz wichtiger sind als die Echtheit des Steins.
Glasperlen und Kristallketten
Geschliffene Kristallperlen (Bicones, Rondelle, facettierte Kügelchen) sind das Arbeitspferd des Modeschmucks. Aus ihnen setzt man Armbänder, Ketten, Ohrringe zusammen. Jede Perle ist so geschliffen, dass sie Licht einfängt, deshalb funkelt eine Kette aus Kristallperlen bei jeder Bewegung. Die künstlerische Verwandtschaft dieses Glases, das farbige Muranoglas, lohnt sich im Beitrag über venezianisches Glas anzusehen, das ist ein anderes Genre von Glas, keine Steinimitation, sondern eine eigenständige Schönheit der Farbe.
Aufnäh- und Klebestrasssteine
Eine eigene große Welt sind Strasssteine zur Verzierung. Aufnähstrasssteine haben Bohrungen oder eine Fassung mit Löchern, man näht sie auf Stoff, auf Kleider, Taschen, Schuhe. Klebestrasssteine (darunter die heißklebenden, Hotfix) setzt man auf Kleber oder bügelt sie über eine Schicht Heißkleber an der Rückseite an. Strasssteine in Krappenfassung setzt man in Metallfassungen, aus denen man Strassketten und große Elemente zusammensetzt. Dieser Dekor verwandelt eine gewöhnliche Sache in eine festliche und wird in Kleidung, Accessoires und im Handmade breit eingesetzt.
Wem und wie man Kristallglas und Strass trägt
Wann Kristallglas passt
Kristallglas und Strass sind eine Sache der Stimmung und des Anlasses, nicht des Status. Sie sind ideal für den Abend, das Fest, das Fotoshooting, den Auftritt in der Öffentlichkeit, wenn man Glanz und Lichtspiel möchte. Tagsüber, im Büro, können große funkelnde Strasssteine zu viel wirken, dafür funktionieren kleine Kristallperlen oder schlichte Ohrstecker mit Strass auch im Alltag. Farbige Strasssteine sind eine zugängliche Möglichkeit, dem Look den gewünschten Ton hinzuzufügen: Blau statt Saphir, Rot statt Rubin.
Wie man kombiniert
Glanz liebt das Maß. Trägt man ein funkelndes Collier aus Strass, sollte man die Ohrringe ruhiger wählen, und umgekehrt. Kristallglas verträgt sich gut mit glattem Metall ohne eigene Steine, das nicht um die Aufmerksamkeit streitet. Farbige Strasssteine kann man auf die Farbe der Kleidung oder der Augen abstimmen. Und denken Sie an die Optik: Kristallglas entfaltet sich im Licht, deshalb heben Sie sich die wirkungsvollsten Strasssteine für den Abend mit Lampen und Kerzen auf, wofür man sie über Jahrhunderte geschaffen hat.
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Nachteile, die man ehrlich kennen sollte
Es zerkratzt und wird matt
Glas ist weich. Die Facetten eines Strass reiben sich mit der Zeit ab, es entstehen Mikrokratzer, und der Glanz, um dessentwillen alles angefangen wurde, erlischt allmählich. Das ist kein Mangel, sondern die Natur des Materials. Schonendes Tragen und Aufbewahren verlangsamen den Prozess, heben ihn aber nicht auf. Kristallglas ist ein Schmuck, der hell strahlt, aber Pflege verlangt und nicht ewig hält.
Das Gewicht großer Stücke
Kristallglas ist dicht und schwer. Ein massives Collier oder große Ohrringe aus Kristallsteinen können spürbar ziehen. Für langes Tragen wählen Sie leichtere Stücke oder solche mit kleinen Steinen, besonders bei Ohrringen: schwere Steine ziehen am Ohrläppchen.
Die Unterlage fürchtet Wasser
Foliierte und geklebte Strasssteine sind gegenüber Feuchtigkeit verletzlich. Wasser unter der verspiegelten Unterlage bedeutet dunkle Flecken und Glanzverlust ohne Reparaturmöglichkeit. Deshalb darf man solchen Schmuck nicht durch Eintauchen waschen, einweichen und im Wasser tragen. Dieser Nachteil lässt sich durch Sorgfalt vollständig beheben, aber vergessen darf man ihn nicht.
Fakten, die überraschen
Kristallglas singt, und man kann es stimmen
Eben jenen reinen Klang eines Kristallglases hat man in ein Musikinstrument verwandelt. Die Glasharmonika, im achtzehnten Jahrhundert erfunden, und Sets singender Gläser spielen Melodien dadurch, dass dichtes Glas lange und rein resoniert. Indem die Musiker die Wassermenge im Glas oder die Größe der Schale verändern, stimmen sie die Tonhöhe. Es entsteht ein überirdisch zarter Klang, für den man ernsthaft Musik schrieb. Die Wurzel dieses Singens ist dieselbe wie die des Glanzes: gleichmäßiges dichtes Bleiglas.
Blei im Glas kannte man schon im Altertum
Die Idee, dem Glas um des Glanzes willen ein Schwermetall beizugeben, ist nicht neu. Bleiglas schmolz man schon im Altertum, in Mesopotamien und später in der römischen Welt, für Perlen, Einlagen und die Imitation von Edelsteinen. Die alten Meister verstanden mit bloßem Auge, dass Blei das Glas leuchtender und in der Verarbeitung leichter macht, lange bevor die Chemie erklärte, warum. Modernes Kristallglas ist nur eine zur Vollendung gebrachte sehr alte Idee.
Der böhmische Schliff machte den Glanz massentauglich
Vor den böhmischen Meistern war der Glanz eines geschliffenen Steins ein Privileg der Reichen: schleifen konnten nur wenige, und nur Edelsteine. Der maschinelle Schliff von Glas, in Böhmen und Jablonec eingespielt, machte zum ersten Mal in der Geschichte einen funkelnden geschliffenen Stein billig und für jeden zugänglich. Ein Kleid, mit Tausenden funkelnder Strasssteine bestickt, hörte auf, nur königlich zu sein. Im Grunde demokratisierte das böhmische Glas den Glanz, und darin liegt seine wahre Rolle in der Geschichte des Schmucks.
Häufige Fragen
Sind Kristallglas und Bergkristall dasselbe?
Nein. Kristallglas (im Schmuck) ist Glas mit einem Zusatz von Blei oder Barium, ein von Menschenhand gemachtes Material. Bergkristall ist ein natürliches Mineral, eine durchsichtige Abart des Quarzes, ein echter Stein mit Kristallgitter. Die Namen ähneln sich durch eine historische Verwechslung, aber es sind verschiedene Dinge: Glas und Stein.
Ist Strass immer eine Diamantfälschung?
Ursprünglich schuf man den Strass als Diamantimitation, und farblose Strasssteine arbeiten tatsächlich als Diamantersatz. Aber heute ist Strass ein eigenständiges dekoratives Material: farbige Strasssteine imitieren Saphire und Rubine oder imitieren überhaupt nichts, sondern geben einfach leuchtende Farbe und Glanz. Es ist ein ehrlicher Schmuck aus Glas, kein Betrug.
Warum sind meine Strasssteine matt und trüb geworden?
Meist durch Wasser, Spülmaschine, Parfüm oder Creme. Feuchtigkeit verdirbt die Folienunterlage, Chemie und heißes Wasser zerfressen die Glasoberfläche, Kosmetik verstopft die Facetten. Vom Waschen trüb gewordenes Kristallglas lässt sich nicht wiederherstellen, deshalb entscheidet alles die Vorbeugung: trockene Reinigung, kein Einweichen, Schmuck zuletzt anziehen.
Darf man Schmuck mit Strass nass machen?
Besser nicht, besonders wenn die Strasssteine geklebt oder mit Folie sind. Einen kurzen Wasserkontakt beim vorsichtigen Waschen überleben die meisten Vollglasperlen, aber Eintauchen, Einweichen und Baden im Schmuck mit Strass führen zu Trübung und dunklen Flecken unter der Unterlage. Nehmen Sie solchen Schmuck vor Dusche, Schwimmbad und Meer ab.
Wie unterscheidet man einen Kristallstrass von einem Kunststoffstrass?
Nach Gewicht und Temperatur: Glas ist schwer und kühl, Kunststoff leicht und wird schnell warm. Nach den Facetten: bei Glas sind die Kanten scharf und hart, bei Kunststoff rundlich, mit einer Naht von der Form. Nach dem Klang: Glas klingt hart, Kunststoff antwortet dumpf. Zusammen irren diese Merkmale fast nie.
Ist Bleikristall gefährlich, wenn man es auf der Haut trägt?
Im Schmuck praktisch nicht. Blei aus dichtem Glas dringt durch die Haut beim gewöhnlichen Tragen nicht in nennenswerten Mengen ein. Die Gefahr von Bleikristall hängt mit Geschirr und langem Kontakt mit Speisen zusammen, nicht mit Ohrringen oder einer Brosche. Wenn man völlige Sicherheit möchte, wählt man bleifreies Bariumkristall, davon gibt es heute viel.
Sind Strasssteine teurer oder billiger als Zirkonia?
Üblicherweise sind Strasssteine billiger als Zirkonia, weil es einfach geschliffenes Glas ist, während Zirkonia härter, kratzfester ist und den Glanz länger hält. Der Strass ist leuchtender hier und jetzt und zugänglicher, Zirkonia haltbarer. Die Wahl hängt von der Aufgabe ab: für einen festlichen Look auf eine Saison eignen sich Strasssteine bestens, für einen Alltagsschmuck, der nicht matt werden soll, ist Zirkonia besser.
Darf man Kristallschmuck statt echtem Schmuck verschenken?
Natürlich, wenn man ihn wegen seines Glanzes und seiner Schönheit schätzt und ihn nicht für Diamanten ausgibt. Kristallglas und Strass waren über Jahrhunderte ein eigenständiger Schmuck mit eigener Ästhetik, Farbe und Lichtspiel. Sie müssen nicht vorgeben, Steine zu sein. Viele lieben gerade sie wegen der Kühnheit der Farbe und einer Zugänglichkeit, die Edelsteine nicht haben.
Fazit
Kristallglas und Strass sind ein ehrliches Spiel mit dem Licht. Hinter ihrem Glanz steht weder Magie noch kostbares Gestein, nur Physik: ein Schwermetall im Glas, ein präziser Schliff und ein Spiegelchen unter dem Stein. Aus dieser einfachen Idee machten die böhmischen Meister eine ganze Kultur, die seit über zwei Jahrhunderten den Menschen Strahlen ohne den Preis von Diamanten schenkt. Wer weiß, wie das aufgebaut ist und wie man es pflegt, bekommt genau das, weshalb er gekommen ist: Abendglanz, Farbe und Charakter, die nicht ruinieren und nicht vorgeben, etwas zu sein, das sie nicht sind.
In den Kollektionen von Zevira gibt es Schmuck, bei dem Glas und Kristall ehrlich und schön auf das Lichtspiel hinarbeiten. Wählen Sie das, was zu Ihrer Stimmung und Ihrem Anlass strahlt.
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Zevira fertigt Schmuck, der nicht vorgibt, etwas zu sein, das er nicht ist. Wir sagen ehrlich, woraus jedes Stück gemacht ist: wo ein Edelstein sitzt, wo ein Kristall, wo geschliffenes Glas, und wofür genau Sie zahlen. Uns ist ein Glanz lieber, den man versteht, als ein Glanz, der in die Irre führt. Wer tiefer in die Materialien einsteigen möchte, sehe sich unsere Leitfäden zur Emaille und ihrer Pflege und zu anderen Themen im Artikelbereich an.













