
Roter Zirkon: der Stein, den man mit dem Rubin verwechselt, und das zu Unrecht
Ein Feuer, mit dem man nicht rechnet
Legt man einen roten Zirkon neben einen Rubin, unterscheiden viele beide auf den ersten Blick nicht. Die Farbe ähnelt sich, der Glanz ähnelt sich. Dann dreht sich der Zirkon zum Licht, und an seinen Kanten laufen regenbogenfarbene Blitze entlang, wie sie ein Rubin nie hervorbringen kann. Das ist seine Signatur: Zirkon bricht das Licht fast so wie ein Diamant, deshalb wirkt das Rot in ihm lebendig, von innen entzündet.
Zirkon kannte man lange, bevor er einen wissenschaftlichen Namen bekam. Er wanderte über die Seidenstraße, wurde für Kirchengerät geschliffen und jahrhundertelang mit Granat und Hyazinth verwechselt. Das Wort selbst geht auf das persische "zargun", "goldfarben", zurück. Für den Geologen ist das Mineral alltäglich, an der Ladentheke des Juweliers aber selten: schöne rote Stücke werden in geringer Menge gewonnen, und fast alle stammen aus einer Handvoll Orte auf der Karte.
Von hier an das Praktische: woraus Zirkon besteht, wo man ihn findet, wie man ihn von ähnlichen Steinen und von Fälschungen unterscheidet, wie man ihn pflegt und wozu man ihn trägt. Ohne Esoterik und ohne große Versprechen.
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Was Zirkon ist: Chemie und Physik
Zirkon ist ein Zirkoniumsilikat, Formel ZrSiO₄. Im Kristallgitter ist ein Zirkoniumatom von Sauerstoff umgeben und an Silizium gebunden, und diese Bindung verleiht dem Stein zugleich Härte und Sprödigkeit. Das Mineral ist in der Erdkruste verbreitet, doch durchsichtige Kristalle in Edelsteinqualität treten weit seltener auf.
Härte. Auf der Mohs-Skala liegt Zirkon bei 6,5 bis 7,5. Das ist über Quarz (7), aber deutlich unter Korund, also Rubin und Saphir (9), und erst recht unter Diamant (10). Für ein Alltagsschmuckstück reicht diese Härte, doch vor Stößen und Schmirgel muss man den Stein schützen.
Kristallsystem. Zirkon kristallisiert im tetragonalen System, kurze quadratische Prismen mit pyramidalen Spitzen. Das Mineral hat Spaltrichtungen, entlang derer es leichter bricht, deshalb gibt es bei einem heftigen Schlag eher einen Abplatzer als einen Kratzer.
Dichte. 4,6 bis 4,7 g/cm³, einer der höchsten Werte unter den durchsichtigen Steinen. Beim Granat liegt sie bei etwa 3,5 bis 3,8, beim Rubin bei 4,0. In der Praxis heißt das: Zirkon wiegt spürbar mehr als ein gleich großer Stein, ein kleiner Stein liegt überraschend schwer in der Hand.
Optik. Ein Brechungsindex von 1,93 bis 1,98, nahe dem Diamant (2,42) und höher als bei den meisten Farbsteinen. Daher der starke Glanz und die merkliche Dispersion, jenes "Feuerspiel", die Zerlegung des weißen Lichts ins Spektrum. Zirkon ist überdies doppelbrechend und pleochroitisch: dreht man ihn, kann eine Facette vom reinen Rot in einen bräunlichen oder orangen Unterton wechseln. Ein guter Schleifer richtet den Stein so aus, dass er von oben möglichst rot wirkt.
Woher das Rot kommt
Die Farbe gibt dem Zirkon Verunreinigungen, Eisen und Seltene Erden im Gitter sowie innere Strukturdefekte. Ein Teil davon sammelt sich über Jahrmillionen an: neben dem Zirkon liegen oft Uran und Thorium, und schwache natürliche Strahlung verändert nach und nach Gitter und Ton. Geht die Veränderung zu weit, verliert der Kristall teils seine geordnete Struktur und trübt ein; Gemmologen nennen solche Steine "niedrige" Zirkone, sie sind weniger durchsichtig und spröder. "Hohe" Zirkone haben ihr Gitter bewahrt und geben den besten Glanz.
Deshalb unterscheiden sich rote Zirkone verschiedener Herkunft in Ton wie in Festigkeit. Das ist kein Fehler eines bestimmten Steins, sondern eine Eigenschaft des Minerals.
Ist Zirkon radioaktiv
Die Frage taucht oft auf, weil der Stein Uran und Thorium enthalten kann. Ihre Menge in Schmuckzirkonen ist verschwindend gering, und die Strahlung eines geschliffenen Steins im Schmuckstück bewegt sich auf dem üblichen natürlichen Untergrund, deutlich schwächer als etwa die Dosis bei einem Flug. Beim Tragen besteht keine Gefahr.
Die Gemmologie ist etwas anderes. Es ist gerade der Zerfall dieser Spuren von Uran und Thorium über Jahrmillionen, der das Gitter zerstört und den Stein "niedrig" (metamikt) macht: er trübt ein, verliert den Glanz und wird spröde. Ein stark metamikter Zirkon lässt sich leichter spalten und schwerer polieren, deshalb zählt bei der Wahl weniger das Vorhandensein von Beimengungen als die Durchsichtigkeit und der Glanz des Steins, an denen man sieht, wie heil das Gitter ist.
Roter Zirkon will ein schwarzes Kleid und einen freien Hals. Ersticken Sie ihn unter Ketten, dann haben Sie das tote Feuer, das Sie verdienen.
Wozu man roten Zirkon trägt
Roten Zirkon setze ich immer als Solisten: ein Stein mit derart lebendigem Feuer duldet keine Rivalen am Hals. Hier steht, was ich an Sets und bei Anproben erprobt habe, nach Anlass sortiert.
Womit trage ich roten Zirkon ins Büro? Für den Alltag empfehle ich Ohrstecker oder einen feinen Anhänger in Silber oder Weißgold: das kühle Metall dämpft die Wärme des Steins, und das Rot liest sich als Detail, nicht als Ansage. Ich rate zu einem einfarbigen Oberteil in Creme, Grau, Anthrazit oder Marineblau und einem flachen Bootausschnitt, damit der Anhänger sauber fällt und sich nicht mit dem Kragen streitet.
Wie baue ich einen Abend-Look? Für den Abend wähle ich ein schwarzes Kleid: vor dem dunklen Grund zeigt sich das Feuer im Stein am hellsten. Ich rate zu langen Tropfenohrringen oder einem Anhänger an einer etwas kräftigeren Kette als am Tag, und der Zirkon wird zum Mittelpunkt des Looks. Für ein Date oder das Theater lassen Sie ein auffälliges Stück und halten Hände und Hals leicht.
Welches Metall wähle ich für roten Zirkon? Weißgold und Platin empfehle ich fast jedem: sie geben einen kühlen, neutralen Kontrast. Roségold mildert den Stein, meine Wahl für eine warme Palette. Gelbgold ist schön, dämpft das Rot aber etwas, darunter rate ich also zu einem kräftigeren Stein.
Steht roter Zirkon meinem Hautton? Zu olivfarbener oder dunklerer Haut, dunklem Haar und einem warmen Unterton empfehle ich ein tiefes, feuriges Rot: es nimmt die Hautfarbe auf und liest sich satt. Zu heller Haut und kühlem Unterton rate ich zu einem rosa-roten Ton, sanfter und nie ins Signalhafte kippend.
Kann ich Zirkon in Lagen tragen? Können Sie, nach einer Regel: der Zirkon solo, die benachbarten Ketten dünn und ohne Steine, damit sie ihm nicht die Aufmerksamkeit nehmen. Lassen Sie den Anhänger auf Brusthöhe oder etwas tiefer fallen, dort fällt mehr Licht durch den Stein und das Feuer zeigt sich besser. Und halten Sie rosa Steine fern, die Töne beginnen sich zu streiten und beide verlieren.

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Geologie und Lagerstätten
Zirkon wächst in magmatischen und metamorphen Gesteinen, gewonnen wird er aber überwiegend aus Seifen, Flussablagerungen, in die die schweren Körner beim Zerfall des Muttergesteins gespült werden. Die hohe Dichte hilft hier: Zirkon setzt sich zusammen mit Saphir und Rubin ab, und oft findet man sie an denselben Waschstellen.
Kambodscha. Der Nordwesten des Landes (das Gebiet von Ratanakiri und Umgebung) ist eine bekannte Quelle für gesättigtes rotes und orangerotes Zirkon. Die örtlichen Seifen geben die "heißeste" Farbe, auch wenn die Qualität von Partie zu Partie schwankt.
Thailand. Historisches Zentrum von Schliff und Handel mit Farbsteinen. Thailändischer Zirkon ist häufiger heller, mit bräunlichem oder orangem Unterton, dafür meist klarer und farblich stabiler.
Sri Lanka. Eine Insel mit jahrhundertealtem Ruf als "Schatztruhe der Edelsteine", das Gebiet von Ratnapura. Zirkone von hier sind oft heller, rosa-rot, und gelten als zuverlässiger im Tragen. Rote Steine der Insel kannte man schon im antiken Handel.
Roter Zirkon findet sich auch in Australien, Brasilien und den Ländern Ostafrikas, doch handelsübliche Mengen an gutem Rot liefern eben Südostasien und Sri Lanka. Große reine Kristalle sind selten: Steine über 5 bis 10 Karat in ordentlicher Qualität sind bereits eine deutliche Rarität.
Die Geschichte des Steins
Zirkon begleitet den Menschen seit Langem, er versteckte sich nur jahrhundertelang unter fremden Namen. Im mittelalterlichen Europa nannte man goldrote und braunrote Steine Hyazinth, und unter diesem Namen kam Zirkon in Ringe, Broschen und Kirchengerät. Das Rot verband man mit Blut und Martyrium, deshalb setzte man den Stein gern in religiöse Stücke.
In der indischen Tradition gehört Zirkon zu den "Navaratna", den neun mit den Himmelskörpern verknüpften Steinen. Über persische und arabische Händler verbreiteten sich Stein und Name entlang der Seidenstraße; das persische "zargun" ("goldfarben") ergab das europäische "Zirkon". Im viktorianischen Zeitalter, als die Mode für Farbsteine aufblühte, wurde der Hyazinth-Zirkon im Schmuck wieder beliebt.
Eine reizvolle Einzelheit: Wissenschaftlich beschrieben wurde Zirkon erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als Mineralogen erkannten, dass Hyazinth, Jargon und eine Reihe weiterer "verschiedener" Steine ein und derselbe Stoff sind, ein Zirkoniumsilikat. Und im 20. Jahrhundert drängten synthetische Steine und der lautere Name des Rubins den Zirkon kurz beiseite, sodass rote Stücke eine Zeit lang in den Schatten traten.
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Arten und Schattierungen des roten Zirkons
Unter "rotem Zirkon" verbirgt sich ein ganzer Fächer an Tönen, und vom Farbton hängen sowohl der Charakter des Steins als auch sein Verhalten im Tragen ab.
Leuchtend rot. Der spektakulärste und gefragteste, mit fast "feurigem" Kern, meist aus Kambodscha. Er hat eine Kehrseite: die satte Farbe geht oft mit größerer Sprödigkeit und einer Neigung zum Ausbleichen unter starkem Licht einher.
Rosa-rot. Rot mit einem Hang ins Kühle, ins Himbeer- oder Purpurfarbene. Wirkt sanfter, ist in der Regel farblich stabiler und nimmt den täglichen Gebrauch gelassener. Häufiger Gast unter thailändischen und sri-lankischen Steinen.
Rotbraun (Hyazinth). Ein warmer, "erdiger" Ton, der historische Hyazinth schlechthin. Oft sind das unbehandelte Steine. Der heutige Schmuck schätzt ihn bescheidener, doch Sammler natürlicher Stücke lieben gerade diesen.
Karmesin, kirschrot. Ein tiefes Rot mit violettem Schimmer, einer der seltensten Töne, der nur in einzelnen Steinen vorkommt.
Die Qualität innerhalb jedes Tons beurteilt man an zwei Dingen: an der Sättigung (von blassrosa bis dichtem Rot) und an der Reinheit (von sichtbaren Einschlüssen bis zum Stein ohne erkennbare Mängel). Die glückliche Kombination ist ein sattes, aber nicht "schreiendes" Rot bei guter Durchsichtigkeit: ein solcher Stein leuchtet von innen und hält seine Farbe länger.
Rot ist nur einer der Töne dieses Minerals. Wer die ganze Palette sehen möchte, vom Blau bis zum Honigton, findet eine eigene Übersicht über alle Farben des Zirkons.
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Behandlung: das Erhitzen und warum das normal ist
Die meisten Farbzirkone werden erhitzt, eine alte und im Handel anerkannte Praxis. Bei kontrolliertem Erhitzen (etwa 800 bis 900 °C, mit langsamem Anstieg und Abkühlen, damit der Stein nicht reißt) wird ein bräunlicher Zirkon reiner und röter, ein trüber durchsichtiger. Mit demselben Verfahren gewinnt man aus unscheinbarem Rohmaterial auch andere Töne: bei anderer Temperatur entsteht etwa der blaue Zirkon, eine der bekanntesten Schattierungen des Minerals.
Das Erhitzen macht den Stein nicht "unecht": die Zusammensetzung bleibt dieselbe, nur die Optik des Gitters ändert sich. Meist ist ein behandelter Zirkon sogar farblich stabiler als das Rohmaterial. Ein ehrlicher Verkäufer verschweigt die Behandlung nicht, und auf den Preis eines guten Steins wirkt sie sich in der Regel nicht aus.
Wie man Zirkon von ähnlichen Steinen und Fälschungen unterscheidet
Roten Zirkon verwechselt man mit Rubin, Granat und rotem Turmalin, und zudem ersetzt man ihn durch Glas und Zirkonia (kubisches Zirkoniumdioxid, nicht mit dem Zirkon selbst zu verwechseln). Einige Anhaltspunkte helfen, sich nicht zu irren.
Vom Rubin unterscheiden den Zirkon die Optik und das Gewicht. Der Rubin hat Härte 9 und einen ruhigen Glanz, der Zirkon ein starkes "Feuerspiel" und eine merklich höhere Dichte. Unter der Lupe zeigt sich beim Zirkon durch die Doppelbrechung eine leichte Verdopplung der hinteren Facetten, "doppelte" Kanten, die der Rubin nicht hat.
Vom Granat unterscheiden den Zirkon dieselbe Dispersion und die Dichte. Granat (Brechung 1,73 bis 1,89, Dichte 3,5 bis 3,8) brennt schwächer und ist leichter als Zirkon, seine Farbe ist wärmer und "erdiger". Wer einen roten Stein sucht, der schlichter und alltagsfester ist, sollte sich den Granat ansehen: weicher im Glanz, dafür widerstandsfähiger und vertrauter.
Vom roten Turmalin (Rubellit) unterscheidet den Zirkon wieder der Glanz: er ist heller und schwerer, während Rubellit meist teurer ist und in größeren Steinen vorkommt.
Von Glas und Zirkonia. Im Glas zeigt die Lupe oft Luftblasen und wellige Spuren an den Kanten, die der natürliche Zirkon nicht hat. Zirkonia ist schwerer und härter, ohne Doppelbrechung, und wirkt meist "zu perfekt". Ein verdächtig niedriger Preis ist fast immer ein Zeichen für eine Vertauschung.
Der wichtigste praktische Rat: Lassen Sie sich für einen wertvollen Stein ein Gutachten eines unabhängigen gemmologischen Labors geben. Doppelbrechung, Dichte und Brechungsindex misst ein Fachmann in Minuten, und damit sind fast alle Fragen geklärt.
Vorsicht bei den Namen in Katalogen
Die Hauptverwechslung ist nicht gemmologisch, sondern sprachlich. In Beschreibungen billigen Modeschmucks bedeutet "Zirkon" durchweg Zirkonia, kubisches Zirkoniumdioxid. Das ist kein Naturstein, sondern ein synthetisches Material, und mit unserem Mineral hat es außer dem ähnlich klingenden Namen nichts zu tun. Das englische "cubic zirconia" und das Wort "Zirkon" verwechselt man absichtlich: so klingt das Synthetische teurer.
Was das in der Praxis heißt: Steht in einem Artikel ein roter "Zirkon" verdächtig billig und wird "lose, als Partie identischer Steine ohne Einschlüsse" verkauft, ist es fast sicher Zirkonia oder Glas. Natürlicher Zirkon kommt selten in vollkommen reinen Partien; fast immer zeigt er unter der Lupe jene "doppelte" Facette und ein ordentliches Gewicht. Worauf man in der Beschreibung achten sollte: ob das Wort "natürlich" (natural) genannt ist, ob die Behandlung benannt ist (erhitzt, heated), ob ein Gewicht in Karat und irgendeine Herkunft angegeben sind. Schweigen bei allen Punkten zugleich ist ein Grund, dem Verkäufer direkte Fragen zu stellen.
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Der Schliff
Zirkon wird so geschliffen, dass seine starke Seite zur Geltung kommt, Glanz und Dispersion. Wegen der Spaltbarkeit und Sprödigkeit arbeitet der Schleifer behutsamer als bei Korund: zu viel Druck beim Polieren bringt Abplatzer. Klassische Formen für roten Zirkon sind der Rundschliff (maximale Funken), Oval und Tropfen für Anhänger, Kissen und der Treppen-Smaragdschliff für Steine mit tiefer Farbe. Einen schlechten Schliff sieht man mit bloßem Auge: der Stein wirkt flach und "tot", selbst bei guter Farbe und Reinheit.
Karat und tatsächliche Größe: warum Zirkon kleiner wirkt, als sein Gewicht vermuten lässt
Hier eine für den Kauf wichtige Feinheit. Wegen der hohen Dichte (4,6 bis 4,7 gegenüber 3,5 bis 3,8 beim Granat und 4,0 beim Rubin) bedeckt ein Zirkon von einem Karat von oben weniger Fläche als ein leichterer Stein desselben Gewichts. Schlicht gesagt: nimmt man einen Zirkon und einen Granat zu je 1 Karat, wirkt der Zirkon in der Fassung etwas kleiner.
Das praktische Fazit: Steine vergleicht man besser nach dem Durchmesser in Millimetern als nach Karat. Wenn man eine bestimmte "Schauseite" des Steins im Ring oder Ohrring will, richtet man sich nach Millimetern und sieht aufs Gewicht erst danach, sonst wirkt der Zirkon auf dem Papier größer, als er in Wirklichkeit aussieht. Dafür gibt diese Dichte ein angenehmes Gewicht: ein kleiner Stein liegt schwerer in der Hand, als man erwartet.
Pflege und Tragbarkeit
Eine Härte von 6,5 bis 7,5 ist ein gebrauchstaugliches, kein "unzerstörbares" Niveau, und Zirkon ist überdies spröde und empfindlich gegen Stöße. Daher die ganze Pflege.
Reinigung. Warmes (nicht heißes) Wasser, ein Tropfen milde Seife, eine weiche Bürste, das genügt. Vorsichtig reinigen, abspülen, mit einem weichen Tuch trocknen. Was man nicht tun sollte: Ultraschall und Dampfreinigung sind bei Zirkonen tabu, sie arbeiten an den Rissen und können den Stein spalten; Scheuerpasten braucht es ebenfalls nicht.
Aufbewahrung. Getrennt von anderem Schmuck, in einem weichen Beutel oder einem eigenen Fach: härtere Steine zerkratzen den Zirkon leicht, und der Zirkon selbst platzt an Metall ab. Lange Lagerung in direkter Sonne ist unerwünscht, leuchtend rote Stücke können über die Jahre etwas verblassen.
Was wo tragen. Ohrringe und Anhänger sind die sichersten Positionen: der Stein liegt frei und bekommt kaum Stöße ab. Ringe und Armbänder haben es schwerer, nehmen Sie dafür also farblich ruhigere Steine (oft die festeren sri-lankischen) und legen Sie das Stück vor Sport, Putzen und Handarbeit ab. Einmal im Jahr lohnt es, einen Ring dem Juwelier zu zeigen: die feinen Krappen der Fassung lockern sich mit der Zeit, und der Stein beginnt, sich in der Fassung etwas zu bewegen.
Wenn er matt geworden ist oder einen Abplatzer hat. Den Oberflächenschleier nimmt oft eine einfache Reinigung. Das eigentliche Nachpolieren und jede Arbeit an Rissen überlassen Sie dem Fachmann, zu Hause gelingt das nicht und der Stein ist leicht verdorben.
Symbolik, kurz und ohne Versprechen
Das Rot hat man in verschiedenen Kulturen herkömmlich mit Leben, Energie und Leidenschaft verbunden, und der Zirkon bildet keine Ausnahme: man schrieb ihm Frische zu, Schutz auf Reisen, einen Schutz vor Krankheit. In der indischen Tradition ordnete man rote Steine dem Mars zu; im mittelalterlichen Europa galt der Hyazinth als Stein der Reisenden.
Man sollte es offen sagen: All das ist kultureller Glaube, keine Eigenschaft des Minerals. Eine nachgewiesene Wirkung des Steins auf Gesundheit, Schlaf oder Stimmung gibt es nicht, und man nimmt es besser als schönen Teil der Geschichte denn als Kaufgrund. Gefällt die Symbolik, sei sie ein angenehmer Hintergrund; Zirkon zu kaufen, ist hingegen wegen Farbe, Glanz und Seltenheit vernünftig.
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Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich Zirkon von Zirkonia?
Das sind verschiedene Dinge, auch wenn die Namen ähnlich klingen. Zirkon (ZrSiO₄) ist ein natürliches Mineral, ein Zirkoniumsilikat, Härte 6,5 bis 7,5. Zirkonia, das kubische Zirkoniumdioxid, ist ein synthetischer Stein, härter (8 bis 8,5), aber ohne die Doppelbrechung und die starke Dispersion des Zirkons, und er kostet weit weniger.
Kann man Zirkon im Ring jeden Tag tragen?
Man kann, aber mit Vorsicht. Besser wählt man eine Fassung, die den Stein schützt (Zargen- oder Randfassung), und einen festeren Stein, und nimmt den Ring vor Putzen, Sport und Handarbeit ab. Ohrringe und Anhänger sind in dieser Hinsicht einfacher.
Verliert Zirkon mit der Zeit die Farbe?
Ein satter roter Zirkon kann über die Jahre unter starkem Licht im Ton etwas weicher werden. Das ist ein natürlicher Vorgang, die Farbe verschwindet nicht ganz. Zum Verlangsamen halten Sie den Stein nicht lange in die Sonne.
Wie unterscheidet man einen echten Zirkon von einer Fälschung?
Unter der Lupe zeigt Zirkon Doppelbrechung (Verdopplung der hinteren Facetten), er ist merklich dichter als Glas und Granat und "spielt stark mit dem Feuer". Glas verrät sich durch Blasen und wellige Kanten. Für einen wertvollen Stein holen Sie ein Gutachten eines gemmologischen Labors ein.
Wird roter Zirkon behandelt? Ist das schlecht?
Die meisten Farbzirkone werden für Reinheit und Farbe erhitzt, das ist normale Praxis, und die Zusammensetzung des Steins ändert sich nicht. Ein behandelter Zirkon ist oft sogar farblich stabiler. Wichtig ist, dass der Verkäufer die Behandlung angibt.
Welcher Farbton ist der seltenste?
Ein tiefes karmesin-kirschrotes Rot mit violettem Schimmer; davon gibt es in der Natur nur einzelne Stücke.
Warum verwechselt man Zirkon mit Rubin?
Farbe und Glanz liegen nah beieinander, und vor dem 19. Jahrhundert unterschied man diese und viele andere rote Steine ohnehin schlecht. Den Zirkon kennzeichnen die starke Dispersion, die hohe Dichte und die Doppelbrechung, die der Rubin nicht hat.
Ist Zirkon aus Kambodscha besser als thailändischer?
Nicht besser, anders. Der kambodschanische ist meist heller und "heißer" in der Farbe, aber bisweilen spröder; der thailändische und der sri-lankische sind oft durchsichtiger und stabiler. Für Ohrringe und Anhänger nehmen Sie eine kräftigere Farbe, für einen Ring einen festeren Stein.
Welche Größe ist für ein Schmuckstück optimal?
Oft eignen sich Steine von 2 bis 5 Karat gut: schöne Farbe, sichtbares Lichtspiel und vernünftige Festigkeit. Große reine Zirkone sind selten und verlangen noch mehr Sorgfalt.
Lässt sich einem matt gewordenen Zirkon der Glanz zurückgeben?
Den Oberflächenschleier nimmt die Reinigung. Geht es um Mikrokratzer, übernimmt das Nachpolieren ein Fachmann; zu Hause sollte man sich daran nicht versuchen.
Über Zevira
Zevira ist ein Schmuckhaus, das mit seltenen, charakterstarken Steinen arbeitet, und roter Zirkon ist genau einer von ihnen: unterschätzt, mit starkem Glanz und eigener Geschichte. Wir wählen die Stücke nach Farbe, Reinheit und Festigkeit, damit der Stein schön aussieht und ruhig in einem Schmuckstück lebt.
Für uns ist Zirkon kein "billiger Ersatz für den Rubin", sondern ein eigenständiger Stein mit eigenem Charakter. Wenn Sie zwischen Tönen schwanken oder nicht wissen, was den täglichen Gebrauch aushält, beraten wir Sie und helfen bei der Wahl.
Zum Verschenken? Jedes Stück kommt bereit zum Überreichen.
Eine Zevira-Schachtel und eine kleine Karte in jeder Bestellung.Wählen Sie Ihren roten Zirkon
Jeder Stein hat seinen eigenen Ton und seinen eigenen Funken. Sehen Sie sich den Katalog an oder schreiben Sie uns, wir helfen Ihnen, Farbton und Fassung darauf abzustimmen, wie Sie ihn tragen werden.


























