
Zirkon: alle Farben des ältesten Minerals der Erde
Das älteste je gefundene Stückchen fester Erdkruste ist ein winziger Zirkonkristall aus Australien, rund 4,4 Milliarden Jahre alt. Er ist kaum jünger als der Planet selbst. Dasselbe Mineral, das diese Aufzeichnung der Tiefenzeit bewahrt, sitzt in Ringen und Ohrringen: klar, schwer, mit einem Feuer, das es mit weit teureren Steinen aufnimmt. Jahrhundertelang verwechselte man Zirkon mit anderen Edelsteinen, und eine Zeit lang stufte man ihn ungerecht als billige Imitation ein. In Wahrheit ist er ein eigenständiger Edelstein, mit eigener Chemie, Geologie und eigenem Charakter.
Was Zirkon ist: Chemie und Physik
Zirkon ist ein Zirkoniumsilikat mit der Formel ZrSiO4. Er kristallisiert tetragonal, weshalb die typischen Kristalle wie kurze vierseitige Prismen aussehen, gekrönt von kleinen Pyramiden. Uran, Thorium und Hafnium schleichen sich oft ins Gitter ein, und genau diese Elemente machen den Stein leicht radioaktiv. In Material von Schmuckqualität ist die Konzentration verschwindend gering und völlig ungefährlich.
Auf der Mohs-Skala liegt Zirkon bei etwa 7,5. Das ist härter als Quarz (7), aber spürbar weicher als Saphir (9) und Diamant (10). Er hat zudem eine Schwachstelle: Er ist spröde und neigt dazu, an den Facettenkanten abzuplatzen, vor allem an den scharfen. Der Stein verträgt also das tägliche Tragen gut, scheut aber harte Stöße.
Die Dichte ist hoch, 4,6 bis 4,7 g/cm³, manchmal mehr. Ein Zirkon wiegt deutlich mehr als ein Quarz oder Topas gleicher Größe, und für einen Gemmologen ist dieses Gewicht bereits ein Hinweis.
Die Optik ist seine große Stärke. Der Brechungsindex ist hoch (etwa 1,93 bis 1,99), daher der helle, fast diamantähnliche Glanz. Die Dispersion, jenes Aufspalten des Lichts in regenbogenfarbene Funken, das man Feuer nennt, ist ebenfalls ausgeprägt, rund 0,039, höher als bei vielen verbreiteten Edelsteinen. Das auffälligste Merkmal aber ist eine sehr hohe Doppelbrechung: Der eintretende Strahl spaltet sich in zwei, und die durch den Stein gesehenen Rückfacetten verdoppeln sich sichtbar. Bei einem geschliffenen Zirkon erkennt man das mit bloßem Auge, und es dient als verlässliches Erkennungszeichen.
Metamikter Zirkon
Wegen der radioaktiven Beimengungen verlieren manche Kristalle mit der Zeit ihre geordnete Struktur: Uran und Thorium zerstören das Gitter langsam von innen. Einen solchen Stein nennt man metamikten oder niedrigen Zirkon. Er ist weicher, weniger dicht und in der Optik gedämpft, oft grünlich und etwas trüb. Kristalle, die ihre Struktur unversehrt bewahren, heißen hoher Zirkon, und bei ihnen sind Glanz und Doppelbrechung am stärksten ausgeprägt. Zwischen diesen Extremen liegen die mittleren Zirkone.
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Wie Zirkon entsteht: Geologie und Vorkommen
Zirkon kristallisiert in magmatischen Gesteinen, vor allem in Graniten, daneben in Syeniten und Pegmatiten. Er gehört zu den frühesten Mineralen, die aus einer abkühlenden Schmelze ausfallen, weshalb seine winzigen Körner durch fast jeden Granit des Planeten verstreut sind. Auch in metamorphen Gesteinen, in Gneisen und Schiefern, kommt Zirkon vor.
Das Mineral selbst ist außerordentlich widerstandsfähig: Es übersteht den Zerfall seines Muttergesteins, wird von Flüssen fortgetragen und neu abgelagert, ohne sich aufzulösen und fast ohne sich abzunutzen. Deshalb gewinnt man Edelstein-Zirkon vor allem aus Seifen, den Fluss- und Küstenkiesen, in denen sich schwere Körner zusammen mit anderen Edelsteinen sammeln.
Die historische Hauptstadt des Edelstein-Zirkons ist Sri Lanka, der Distrikt Ratnapura, wo man den Stein seit Jahrhunderten aus alluvialen Kiesen gewinnt. Weitere große Seifenvorkommen sind Kambodscha (die berühmten blauen und rötlichen Steine aus der Region Ratanakiri), Thailand, Vietnam, Myanmar, Tansania, Madagaskar, Nigeria, Australien und Brasilien. Viele braune und rötliche Zirkone aus Südostasien werden nach dem Erhitzen blau oder farblos, dazu weiter unten mehr.
Physikalisch-chemische Eigenschaften von Zirkon
Kurz gefasst, das sollten Sie über den Stein wissen:
- Zusammensetzung: Zirkoniumsilikat, ZrSiO4, mit Spuren von Hafnium, Uran, Thorium, Eisen und Seltenen Erden.
- Kristallsystem: tetragonal; Kristalle als kurze Prismen mit pyramidalen Spitzen.
- Mohshärte: etwa 7,5, doch der Stein ist spröde und neigt zum Abplatzen.
- Dichte: 4,6 bis 4,7 g/cm³ und mehr, deutlich schwer.
- Brechung: etwa 1,93 bis 1,99, daher der starke Glanz.
- Doppelbrechung: sehr hoch; die Rückfacetten verdoppeln sich.
- Dispersion: ausgeprägt (etwa 0,039), deutliches Feuer.
Farben und Varietäten von Zirkon
Die Farbe eines Zirkons bestimmen Spurenelemente und der Zustand seines Gitters. In der Natur sind braune, rotbraune und gelbliche Steine am häufigsten; die blauen sind größtenteils das Ergebnis einer Erhitzung. Hier die wichtigsten Töne.
Blauer Zirkon
Die heute gefragteste Farbe. Reiner blauer Zirkon ist in der Natur selten: Die überwiegende Mehrheit der blauen Steine gewinnt man, indem man braune Zirkone (vor allem aus Kambodscha und Thailand) bei etwa 800 bis 1000 Grad in reduzierender Atmosphäre erhitzt. Die Farbe kann von einem zarten Himmelblau bis zu einem satten, fast türkis-stählernen Ton reichen. Die Doppelbrechung beim blauen Zirkon ist gut ausgeprägt: Schauen Sie durch den Stein auf eine Facette oder einen gedruckten Text, und die Linien verdoppeln sich. Wer den Charakter dieses Tons tiefer ergründen will, liest unsere gesonderte Betrachtung zum blauen Zirkon.
Gelber und goldener Zirkon
Eine warme Spanne von blassem Zitronengelb bis zu honiggoldenem Ton. Ein Teil dieser Steine ist natürlich, ein Teil entsteht durch Erhitzen. Gelber Zirkon ist meist klar und leuchtend, mit einem lebendigen Lichtspiel.
Roter und oranger Zirkon
Rotbraune und orangebraune Zirkone nannte man historisch Hyazinthe. Ein reines, sattes Rot ist selten und wird über den anderen Tönen geschätzt. Orange entsteht oft durch ein sanftes Erhitzen brauner Rohsteine. Die Quellen der rötlichen Steine sind vor allem Südostasien. Über die Herkunft dieser Farbe haben wir ausführlicher in unserem Beitrag zum roten Zirkon berichtet.
Grüner Zirkon
Einer der seltensten Töne. Die grüne Farbe hängt meist mit dem metamikten Zustand zusammen, also mit der angesammelten inneren Strahlenschädigung des Gitters. Solche Steine sind eher gedämpft, oliv, weniger durchsichtig, und Sammler schätzen sie gerade wegen ihrer Ungewöhnlichkeit.
Farbloser Zirkon
Nach dem Erhitzen werden viele braune Zirkone vollständig farblos. Dank seines starken Glanzes, seines Feuers und seiner hohen Brechung ähnelt ein solcher Stein tatsächlich einem Diamanten, und gerade der farblose Zirkon brachte dem Mineral einst den Ruf einer Imitation ein, obwohl es ein eigenständiger Edelstein ist. Es gibt einen gesonderten Artikel zum farblosen Zirkon.
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Der Schliff von Zirkon: warum er anders erfolgt
Die starke Doppelbrechung, die den Zirkon dem Gemmologen verrät, schafft dem Schleifer ein Problem. Liegt die Tafel des Steins in einem ungünstigen Winkel zur optischen Achse, wird die Verdopplung der Rückfacetten zu deutlich, und die Tafel wirkt trüb und unscharf. Man nennt das den schläfrigen Effekt: Der Stein scheint wie von Dunst verhangen. Daher richtet ein guter Schleifer den Rohstein so aus, dass die Verdopplung in der Blickrichtung von oben möglichst gering bleibt, und bezieht das schon vor dem Sägen des Rohstoffs ein.
Für runde Zirkone ersannen Schleifer historisch eine eigene Variante mit einer zusätzlichen Facettenreihe am unteren Teil des Steins, dem Pavillon. Man nennt sie tatsächlich Zirkonschliff: Dieser zusätzliche Facettengürtel wirft das Licht zum Auge zurück und kaschiert die Verdopplung, während er zugleich den Glanz verstärkt. Erwähnt die Beschreibung eines runden Steins diesen Schliff, ist das ein Zeichen, dass der Meister gezielt auf die Eigenheiten des Zirkons hin gearbeitet und ihn nicht wie gewöhnlichen Quarz geschliffen hat.
Eine praktische Folgerung: Vergleichen Sie Zirkone in der Vitrine, indem Sie genau von oben darauf schauen. Ein Stein, dessen Tafel klar und hell wirkt, ist gut geschliffen. Sieht man durch die Oberseite einen merklichen Dunst und verdoppeln sich die Facetten schon mit bloßem Auge nicht von der Seite, sondern frontal, dann wurde der Schliff ohne Rücksicht auf die Optik gewählt, und der Glanz wird darunter leiden.
Wie man einen Zirkon auswählt: worauf zu achten ist
Zirkon beurteilt man nach denselben vier Merkmalen wie jeden klaren Stein: Farbe, Reinheit, Schliff und Größe. Doch er hat Feinheiten, die andere nicht kennen.
Betrachten Sie die Farbe bei verschiedenem Licht. Ein blauer Zirkon sollte rein sein, ohne grauen oder grünlichen Einschlag; der geschätzteste Ton ist satt, ohne in ein stumpfes Stahlblau zu kippen. Gelbe und orange Steine schätzt man wegen Wärme und Durchsichtigkeit, rote wegen der Tontiefe. Grauschleier und Trübung mindern einen Stein stets.
Prüfen Sie die Reinheit gegen das Licht. Ein hochwertiger Zirkon ist meist durchsichtig, und sichtbare Einschlüsse und Risse sind seltener als bei vielen Farbsteinen, sodass ein trübes oder deutlich rissiges Exemplar ein Grund ist, den Preis zu senken oder weiterzugehen. Betrachten Sie die Facettenkanten gesondert mit der Lupe oder zumindest bei hellem Licht: Wegen seiner Sprödigkeit splittert Zirkon mit der Zeit an den scharfen Kanten etwas ab, es entstehen Mikroabsplitterungen, die Gemmologen Papierverschleiß nennen, weil der Rand am Ende wie ausgefranstes Papier aussieht. Bei einem neuen Stein sollten sie nicht vorhanden sein; bei einem getragenen sind sie eine normale Tragespur, sagen aber, dass der Stein sorgsame Behandlung verlangt.
Den Schliff beurteilen Sie nach der Reinheit der Tafel von oben (siehe oben zum schläfrigen Effekt) und nach der Symmetrie. Die Größe ist beim Zirkon tückisch: Wegen der hohen Dichte wiegt ein Stein gleichen Durchmessers wie ein Aquamarin oder Topas deutlich mehr. Richten Sie sich daher nach der sichtbaren Größe, den Millimetern über die Oberseite, nicht nach Karat. Dasselbe Gewicht ergibt beim Zirkon eine kleinere Tafel als bei einem leichteren Edelstein.
Die Behandlung und ihre ehrlichen Grenzen
Die überwiegende Mehrheit der blauen und farblosen Zirkone auf dem Markt wurde erhitzt. Das ist eine alte, anerkannte und stabile Behandlung: Brauner Rohstoff, vor allem aus Kambodscha und Thailand, wird gebrannt, und je nach Atmosphäre und Temperatur wird er blau, golden oder farblos. In dieser Behandlung liegt kein Betrug, solange der Verkäufer sie nennt, und nach der Behandlung eines blauen Zirkons zu fragen, ist völlig normal.
Das Erhitzen hat zwei ehrliche Einschränkungen. Erstens: Die Farbe mancher Steine ist nicht ganz stabil. Schlecht oder nur halb durcherhitzte Zirkone, die man bisweilen unterbacken nennt, können mit der Zeit oder bei hellem Licht teils zu ihrem ursprünglichen bräunlichen Ton zurückkehren. Ein fachgerecht behandelter Stein hält seine Farbe über Jahre, doch das ist ein Argument, bei jemandem zu kaufen, der für die Qualität der Erhitzung einsteht. Zweitens: Nach dem Erhitzen wird der Stein an den Kanten manchmal etwas spröder, was ein weiteres Argument für eine schützende Fassung liefert.
Grüner Zirkon steht für sich: Seine stumpfe olivgrüne Farbe hängt meist nicht mit Erhitzung zusammen, sondern mit dem metamikten Zustand, der angesammelten inneren Schädigung des Gitters durch die eigene Radioaktivität. Ein solcher Stein ist weicher und weniger durchsichtig, man nimmt ihn nicht wegen des Leuchtens, sondern wegen der Ungewöhnlichkeit, und das sollte man vorher wissen.
Die Geschichte des Zirkons
Der Name geht der verbreiteten Deutung nach auf ein persisches Wort zurück, das mit der goldenen Farbe verbunden ist. Rötliche und gelbliche Zirkone kannte man in Indien und auf Ceylon lange, bevor es die Mineralogie im modernen Sinne gab, und man fasste sie in Schmuck.
In der Antike und im Mittelalter trug man rotbraune Zirkone unter dem Namen Hyazinth, während man die gelblichen mitunter Jargon nannte. Man verwendete sie gern in Siegelringen und im kirchlichen Gerät; der Stein wird mehr als einmal in den mittelalterlichen Lapidarien erwähnt, den Abhandlungen über die Eigenschaften der Edelsteine. Lange jedoch trennte man Zirkon nicht klar von ähnlichen roten und gelben Steinen, vor allem nicht von Granaten.
Als Mineral mit eigener Zusammensetzung erkannte man Zirkon Ende des 18. Jahrhunderts: 1789 isolierte der deutsche Chemiker Martin Heinrich Klaproth beim Studium eines Ceylon-Steins ein neues Element, das Zirkonium. Von da an hatte das Mineral einen wissenschaftlichen Namen und einen Platz im System.
Im 20. Jahrhundert erlebte der Zirkon auch die umgekehrte Geschichte. Erhitzte farblose Steine fasste man massenhaft in günstigen Schmuck als Diamantersatz, und das Mineral erhielt den Ruf einer Imitation. Einen ungerechten: Zirkon ist ein natürlicher Edelstein mit eigener Optik und Geschichte. Heute schätzt man ihn wieder als eigenständigen Stein, besonders die blauen und roten Varietäten.
Zirkon als Uhr des Planeten
Ein eigenes, durchaus wissenschaftliches Kapitel ist die Rolle des Zirkons in der Geologie. Da sich Uran ins Gitter einbaut, Blei aber nicht, bestimmen Geologen über das Verhältnis von Uran zu seinen Zerfallsprodukten (die Uran-Blei-Datierung) das Alter von Gesteinen mit hoher Genauigkeit. Die ältesten bekannten Mineralkörner der Erde sind eben jene Zirkone aus der Region Jack Hills in Westaustralien, rund 4,4 Milliarden Jahre alt. Aus solchen Kristallen rekonstruiert man die Bedingungen der frühen Erde. Für den Schmuckzirkon ist das nur eine schöne Tatsache, aber eine echte.
Wie man Zirkon von ähnlichen Steinen und Fälschungen unterscheidet
Die größte Verwechslung besteht zwischen natürlichem Zirkon und kubischem Zirkonia. Die Namen klingen ähnlich, doch es sind völlig verschiedene Materialien: Kubisches Zirkonia ist synthetisches Zirkoniumoxid (ZrO2), im Labor gezüchtet, während Zirkon ein natürliches Silikat (ZrSiO4) ist. Einige Merkmale helfen, sie zu unterscheiden und Zirkon von anderen Edelsteinen abzugrenzen.
Doppelbrechung
Der verlässlichste Alltagstest. Schauen Sie durch den Stein (besser durch die Tafel schräg) auf die fernen Facetten oder eine dünne Linie. Beim Zirkon verdoppeln sie sich deutlich, und das ist sein Markenzeichen. Diamant, kubisches Zirkonia, Saphir und Topas zeigen keine derart ausgeprägte Verdopplung.
Gewicht und Glanz
Zirkon ist wegen seiner hohen Dichte schwer. Er hat einen starken Glanz und ein merkliches Feuer, doch die Facetten stumpfen mit der Zeit an den scharfen Kanten etwas ab, denn der Stein ist spröde. Kubisches Zirkonia behält seine Facetten meist schärfer, und eine Facettenverdopplung gibt es nicht.
Vergleich mit verbreiteten Steinen
- Saphir (Al2O3): härter (9), zäher, ohne starke Facettenverdopplung, kühlerer Glanz.
- Aquamarin (Beryll): weicher und leichter als Zirkon, ruhiger in Glanz und Feuer.
- Blauer Topas (Aluminiumfluorosilikat): härter (8), aber weniger leuchtend, ohne ausgeprägte Facettenverdopplung; die blaue Farbe des Topas ist fast immer durch Bestrahlung erzeugt.
- Diamant (Kohlenstoff): am härtesten von allen (10), die Facetten verdoppeln sich nicht; beim Zirkon ist die Verdopplung gut zu sehen.
- Kubisches Zirkonia (synthetisches ZrO2): keine Facettenverdopplung, andere Dichte, die Facetten bleiben schärfer.
Grobe Fälschungen sind gefärbtes Glas oder zusammengesetzte Dubletten. Glas verrät sich durch das Fehlen der Doppelbrechung, durch Gasblasen im Inneren und einen warmen Griff. Bei Zweifeln an einem teuren Stein wendet man sich an ein gemmologisches Labor.
Die Pflege von Zirkon
Zirkon ist hart genug, um ihn ständig zu tragen, aber spröde, weshalb sein Hauptfeind Stöße und das Reiben an härteren Steinen sind.
Reinigung
Warmes Wasser, ein Tropfen milde Seife und eine weiche Bürste, das genügt. Nach dem Abspülen wischen Sie den Stein mit einem weichen Tuch trocken. Meiden Sie scheuernde Pasten und Pulver: Sie hinterlassen Kratzer. Auch starke Temperaturschwankungen meidet man besser.
Ultraschall- und Dampfreiniger sind für Zirkon riskant: Vibration und Hitze können ein Abplatzen auslösen oder einen unsichtbaren Mikroriss in Gang setzen. Die Reinigung von Hand ist sicherer.
Aufbewahrung
Bewahren Sie Zirkon getrennt von härteren Steinen auf (Saphire, Rubine, Topase, Diamanten): Sie zerkratzen ihn leicht. Ein weiches Säckchen oder ein eigenes Fach im Kästchen genügt. Schützen Sie ihn vor langer direkter Sonne, da manche erhitzten blauen Zirkone unter jahrelangem intensivem Licht etwas an Sättigung verlieren können.
Tragbarkeit
Eine Härte von 7,5 macht Zirkon angenehm für Ohrringe und Anhänger, wo die Belastung geringer ist. Auch in einem Ring ist er passend, doch wegen der Sprödigkeit schützt man ihn klüger mit einer Zargenfassung oder Seitenelementen und nimmt ihn bei grober Arbeit und Sport ab.
Die Symbolik des Zirkons
Verschiedene Traditionen schrieben dem Zirkon Klarheit des Denkens, ruhigen Schlaf und Schutz auf Reisen zu, doch das gehört zur Folklore rund um die Edelsteine, mehr nicht. Der Stein hat keine nachgewiesene physische oder heilende Wirkung, und solche Bedeutungen behandelt man besser als schöne Kulturgeschichte denn als Eigenschaft des Minerals. Gefällt der Ton und hebt die Stimmung, ist das schon Grund genug, ihn zu tragen.
Wozu man Zirkon trägt
Zirkon möchte ins Licht gehalten werden, daher baut man das Ensemble um ihn herum so, dass der Stein der Hauptdarsteller bleibt. Für alle Tage lebt ein blauer Zirkon in Silber wunderbar neben einer weißen Bluse, einem Leinentop oder einem schlichten Strick in ruhigen Tönen. Ein U-Boot- oder V-Ausschnitt schafft Raum für den Anhänger, und der Stein wirkt sogar im Lauf zwischen Erledigungen. Ins Büro passt derselbe blaue oder ein kühler grüner Zirkon als Ohrstecker: Sie wirken als stiller Punkt, der mit einer Bluse oder einem Blazer nicht streitet. Warmer gelber und oranger Zirkon hingegen belebt eine Herbstpalette: ein senffarbener Pullover, ein beiger Mantel, sandfarbene Seide.
Für den Abend entfaltet sich Zirkon voll. Ein blauer Stein vor dunklem Grund (ein graphit- oder marineblaues Kleid) gibt ein fast elektrisches Aufblitzen, während ein roter Zirkon neben tiefem Bordeaux oder Schwarz zugleich kühn und warm wirkt. Für einen besonderen Anlass baut man den Akzent um einen einzigen großen Stein in einem Anhänger an feiner Kette und überlädt die Hände nicht.
Bei den Kombinationen verträgt sich Zirkon leicht mit anderem Schmuck, wenn man eine Metalllinie hält: Silber und Weißgold für die kühlen Blau- und Grüntöne, Gelbgold für die warmen Gelb- und Orangetöne. Lagen aus zwei oder drei dünnen Ketten unterschiedlicher Länge wirken modern, wenn der Stein einzeln bleibt und die übrigen Glieder glatt sind. An der Hand wirkt ein Stapel aus einem schmalen Zirkonring und ein paar schlichten Reifen ohne Stein gut.
Zirkon steht fast allen, besonders aber jenen, die gern mit Licht spielen und keine Angst vor Farbe haben. Kühlen Hauttönen schmeicheln Blau und Grün, warmen Gelb und Orange. Zwei Ratschläge zum Schluss: Ein Anhänger mittlerer Länge (etwa auf Schlüsselbeinhöhe) passt zu den meisten Ausschnitten und geht nie verloren, und für alle Tage genügt ein einziger Zirkonakzent, damit das Ensemble stimmig und nicht bunt wirkt.
Häufige Fragen
Sind Zirkon und kubisches Zirkonia dasselbe?
Nein, das sind verschiedene Materialien mit ähnlich klingenden Namen. Zirkon ist ein natürliches Zirkoniumsilikat; kubisches Zirkonia ist ein künstlich gezüchtetes Zirkoniumoxid. Die Unterscheidung ist einfach: Durch einen natürlichen Zirkon sieht man die Verdopplung der Rückfacetten gut, beim kubischen Zirkonia gibt es sie nicht.
Wie pflegt man Zirkon, und darf man ihn mit Wasser waschen?
Warmes Wasser, ein Tropfen milde Seife und eine weiche Bürste, danach mit einem Tuch trocknen. Wasser scheut Zirkon nicht, doch scheuernde Pasten, Ultraschall und Dampf sind tabu: Vibration und Hitze können ein Abplatzen auslösen. Bewahren Sie den Stein getrennt von härteren Edelsteinen auf, damit er nicht zerkratzt.
Darf man Zirkon unter der Dusche, im Schwimmbad und beim Training tragen?
Unter der Dusche und bei Wasserkontakt passiert nichts Schlimmes, doch beim Sport und bei grober Arbeit nimmt man den Ring besser ab. Zirkon ist spröde und scheut harte Stöße, und im Schwimmbad und in der Sauna wirken Chlor und starke Temperaturschwankungen auf ihn ein. Ohrringe und Anhänger sind in dieser Hinsicht sicherer als ein Ring.
Ist das Blau des Zirkons eine natürliche Farbe oder gewinnt man es durch Erhitzen?
Meist gewinnt man das Blau durch Brennen von braunem natürlichem Rohstoff. Das ist eine alte und anerkannte Behandlung, die Farbe hält über Jahre, und den Verkäufer nach der Erhitzung zu fragen, ist völlig normal. Natürlich reiner blauer Zirkon ist selten.
Wie unterscheidet man einen echten Zirkon von Glas und Fälschungen?
Das Hauptmerkmal ist die Doppelbrechung: Schauen Sie durch die Tafel auf die fernen Facetten oder eine dünne Linie, beim Zirkon verdoppeln sie sich merklich. Der Stein ist zudem wegen seiner hohen Dichte spürbar schwer. Glas verrät sich durch das Fehlen der Verdopplung, durch Blasen im Inneren und einen warmen Griff.
Welchen Zirkon wählt ein Einsteiger, und wem steht er?
Am einfachsten beginnt man mit Blau: Es ist ausdrucksstark, beliebt und erschwinglich. Achten Sie auf Durchsichtigkeit, eine reine Farbe ohne grauen Einschlag und auf die Schliffqualität. Der Stein steht fast allen: Kühlen Hauttönen schmeicheln Blau und Grün, warmen Gelb und Orange.
Über Zevira und unsere Zirkon-Kollektion
Zevira behandelt Zirkon als eigenständigen Stein, nicht als Ersatz für etwas Teureres. Wir wählen durchsichtige, farbreine Exemplare und fassen sie in 925er Silber und Gold.
In der Arbeit mit Zirkon ist uns mehreres wichtig:
- Eine reine, gleichmäßige Farbe ohne graue und trübe Beimengungen.
- Ein hochwertiger Schliff, der Glanz und Feuer des Steins zur Geltung bringt.
- Eine Fassung, die die spröden Kanten im Alltag schützt.
- Eine klare Beschreibung des Steins: Sie wissen, dass Sie wirklich Zirkon kaufen.
Die Kollektion umfasst Ringe, Ohrringe und Anhänger mit blauem, gelbem, rotem und farblosem Zirkon, von ruhigen Alltagsstücken bis zu ausdrucksstarken Abendstücken. Öffnen Sie den Katalog und wählen Sie Ihre Farbe.
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