
Wichteln im Büro und Geschenk für die Kollegin: welcher Schmuck passt
Wenn ein Team Namen aus einem Hut zieht, erwischt in fast zwei von drei Runden mindestens eine Person sich selbst. Diese Wahrscheinlichkeit von rund 63 Prozent hat der französische Mathematiker Pierre Rémond de Montmort Anfang des 18. Jahrhunderts berechnet, und von der Größe der Abteilung hängt sie kaum ab. Geschenke im Büro stecken voller solcher unsichtbaren Fallen.
Dieser Ratgeber trennt drei Fälle, die gern in einen Topf geworfen werden: das Geschenk von Ihnen an eine einzelne Kollegin oder einen Kollegen, das Geschenk vom ganzen Team und das Wichteln, bei dem das Los bestimmt, wen Sie beschenken, und Sie die Person womöglich nur vom Grüßen im Aufzug kennen. Jeder Fall hat seine eigene Logik beim Betrag, einen eigenen Spielraum für Fehler und eine eigene Liste passender Stücke. Den allgemeinen Überblick nach Anlässen finden Sie im Schmuck-Geschenk-Guide, Fristen und Geschenke für die Familie im Dezember im Artikel über Weihnachtsgeschenke mit Schmuck. Hier geht es nur um die Arbeit: Kolleginnen, Kollegen, das Los, die Sammelkasse und die Etikette, die das alles zusammenhält.
Kurz gesagt: welcher Schmuck zum Wichteln und für Kollegen taugt
Kolleginnen und Kollegen schenkt man ein Stück, für das man nichts über den Körper des Menschen wissen muss: keine Ringgröße, keine Ohrlöcher, keine Lieblingslänge der Kette. Das sind eine Halskette, bei der die Kette mitgeliefert wird, ein Armband an Kordel oder Kette, Ohrclips und für jemanden aus dem Team, den Sie gut kennen, eine Anstecknadel fürs Revers. Die Bedeutung bleibt neutral: Natur, Sonne, Himmel, Reisen. Eine Miniatur aus dem Messerhandwerk mit Klinge schenken Sie nur jemandem, den Sie kennen. Der Preis liegt genau im vereinbarten Rahmen, nicht darüber und nicht deutlich darunter. Schenkt das ganze Team und kennt niemand den Geschmack, arbeitet die Person im Homeoffice oder verabschiedet sie sich in einen neuen Job, ist ein Gutschein die ehrlichere Wahl. Beim Wichteln mit kleinem Betrag bleiben Armband und Ohrclips, warum, steht weiter unten.
Drei Regeln für Geschenke im Büro
Die erste Regel betrifft die Bedeutung. Ein Geschenk an Kollegen darf auf nichts anspielen: nicht auf Gefühle, nicht auf den Glauben, nicht auf das Aussehen und nicht auf Gewohnheiten. Herz, Schloss mit Gravur, Partnerstück, Kreuz, Amulett gegen den bösen Blick: Das alles wird als Botschaft gelesen, auch wenn Sie nichts dergleichen gemeint haben. Botanik, Sonne, Stern oder Weltkarte sagen nur eines: Ich habe an Sie gedacht.
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Die zweite Regel betrifft den Wert. Im Büro darf ein Geschenk niemanden in die Lage eines Schuldners bringen. Ein Stück, das deutlich über dem im Team Üblichen liegt, macht den Empfänger verlegen und ärgert alle, die sich an die Absprache gehalten haben. Die Obergrenze wird deshalb strenger eingehalten als die Untergrenze.
Die dritte Regel betrifft den Körper. Kolleginnen fragt man nicht nach der Ringgröße und prüft nicht, ob die Ohren gestochen sind. Alles, was solches Wissen verlangt, fällt von selbst weg: Ring, Ohrstecker auf gut Glück, Armband nach Handgelenkumfang. Übrig bleiben Stücke, die jedem passen, der überhaupt Schmuck trägt.
Was Sie über die Kollegin wissen sollten, ohne zu fragen
Drei Beobachtungen grenzen die Wahl ein, und alle drei lassen sich machen, ohne ein Wort zu sagen. Erstens die Ohrringe: Sehen Sie die Kollegin jeden Tag mit Ohrringen, passen Ohrringe als Geschenk. Sehen Sie keine oder sind Sie unsicher, bleiben Clips, Armband und Halskette. Zweitens der Metallton: Schauen Sie auf Uhr, Brillengestell, Gürtelschnalle und Taschenverschluss. Überwiegt ein Ton, silbern oder golden, fügt sich ein Geschenk im selben Ton zu den übrigen Sachen.
Drittens der Umgang mit Aberglauben. Klopft der Kollege auf Holz und nimmt Vorzeichen ernst, legen Sie Miniaturmesser und Schwerter besser beiseite, auch wenn der Aberglaube über scharfe Geschenke auf Schmuck kaum übertragen wird. Wissen Sie es nicht, wählen Sie ein Stück ohne Klinge: Beim Wichteln beschenken Sie womöglich eine fast fremde Person, und es ist ruhiger, sie gar nicht erst an den Aberglauben denken zu lassen.
Fehlen alle drei Antworten, bleiben drei Dinge, die fast nichts über den Menschen voraussetzen: ein Anhänger an einer Kette neutraler Länge, wobei die Kette unbedingt dabei sein muss, Ohrclips und ein Armband. Am wenigsten verlangt der Anhänger, sofern der Betrag reicht. Bei Clips bleibt die Frage, ob jemand überhaupt Ohrschmuck trägt, beim Armband die Länge. Länge und Verschluss prüfen Sie auf der Produktseite, aber ein Fehlgriff ist hier sanft: Ein Armband lässt sich weiterschenken oder an der Tasche tragen.
Wichteln, Teamgeschenk oder Einzelgeschenk: drei verschiedene Fälle
Hinter den Worten „Geschenk für Kollegen“ stecken drei Situationen, und ein Rat für die eine taugt in der anderen oft nicht. Der Unterschied liegt darin, wer schenkt, wie gut der Schenkende die beschenkte Person kennt und wer den Betrag festlegt.
Ein Geschenk für die Kollegin von Ihnen allein
Das ist der riskanteste der drei Fälle, weil keine Gruppe Sie deckt. Ein Geschenk von einer Person an eine andere sieht im Büro jeder, und alles, was persönlicher als üblich ist, wirft Fragen auf: Warum ihr, warum so etwas, warum von Ihnen. Ein persönliches Geschenk ist deshalb bei einem klaren Anlass angebracht: der Geburtstag einer Kollegin, mit der Sie seit Jahren im Tandem arbeiten, der Dank für Hilfe in einem schwierigen Projekt, der Abschied vor dem Wechsel in eine andere Firma.
Die Arbeitsregel ist einfach: Das Geschenk muss so aussehen, dass Sie es vor allen überreichen könnten. Ist es Ihnen unangenehm, das Stück vor den Leuten im Großraumbüro auszupacken, ist es zu persönlich. Eine Anstecknadel mit Miniatur-Navaja für den Kollegen, der begeistert von seiner Spanienreise und dem dortigen Messerhandwerk erzählt hat und über Aberglauben lacht, besteht diesen Test. Ein Herzanhänger besteht ihn nicht, ganz gleich mit welcher Absicht.
Das zweite Risiko: Ein Geschenk an eine Person wird zum Maßstab für alle anderen. Beschenken Sie eine Kollegin zum Geburtstag und eine andere nicht, fällt das auf. Der Ausweg ist eine gleiche Linie: entweder allen etwas schenken, mit denen Sie eng arbeiten, oder sich am Geschenk des Teams beteiligen.
Das Geschenk vom ganzen Team
Hier ist alles umgekehrt: Der Betrag ist größer, die Verantwortung verteilt, und das Stück darf gewichtiger sein. Die Anlässe sind meist größer als das Wichteln: runder Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes, Elternzeit, Jobwechsel, Ruhestand. Für den letzten Fall gibt es einen eigenen Artikel über Schmuck zum Ruhestand, der auch das Geschenk vom Kollegium behandelt.
Ein Sammelgeschenk entscheidet sich nicht danach, was allen Schenkenden gefällt, sondern danach, was die beschenkte Person tragen wird. In der Praxis wählt einer aus, der den Geschmack am besten kennt, und die anderen vertrauen ihm. Gibt es so jemanden im Team nicht, wird aus dem Sammelgeschenk besser ein Gutschein: Die Kollegin wählt selbst, und auf dem Blatt stehen die Namen aller. Wie man Geld einsammelt, wer die Karte unterschreibt und was man bei der Übergabe sagt, steht ausführlich im Artikel über das Geschenk für den Chef: Die Mechanik der Sammelkasse ist dieselbe, wem auch immer sie gilt. Legt die Firma selbst etwas aus ihrem Budget dazu, gelten für Geschenke des Arbeitgebers eigene steuerliche Regeln; die kennt die Lohnbuchhaltung.
Das Abschiedsgeschenk für eine Kollegin
Beim Abschied zählt der Geschmack, den das Team kennt, am wenigsten. Die Kollegin geht in ein neues Büro, vielleicht in eine neue Stadt, mit einem neuen Kleidungsstil, den noch niemand gesehen hat. Ein Stück „ungefähr in ihrem Stil“ trifft deshalb seltener als bei einem Geburtstag.
Zwei Wege funktionieren. Der erste ist ein Stück mit einem Motiv, das zum Wechsel passt: die Weltkarte auf dem Medaillon eines Armbands für eine Kollegin, die ins Ausland geht, ein Himmelsmotiv für jemanden, der einen neuen Abschnitt beginnt. Das Motiv erzählt vom Anlass, nicht von der Person, und bleibt deshalb neutral. Der zweite Weg ist der Gutschein mit den Namen aller, den die Kollegin in ihrem neuen Leben einlöst, wenn sie weiß, was sie dort trägt.
Was nicht funktioniert, ist das Teure um des Teuren willen. Überreicht das Team das Geschenk mit Karte und ein paar Worten, wiegen die Worte mehr als der Preis. Ein Satz darüber, warum gerade dieses Motiv, macht aus einem Armband eine Erinnerung an die Abteilung.
Wichteln im Büro: wenn das Los entscheidet
Das Los verändert alles. Sie beschenken nicht, wen Sie ausgewählt haben, sondern wen Sie gezogen haben, und das kann jemand aus der Nachbarabteilung sein, den Sie kaum kennen. Der Betrag steht vorher fest und gilt für alle. Von wem das Geschenk kommt, erfährt die beschenkte Person nicht, zumindest bis zum Ende der Weihnachtsfeier.
Daraus folgt die wichtigste Anforderung an ein Wichtelgeschenk: Es muss für eine fremde Person funktionieren. Sie wissen nicht, ob sie Ohrringe trägt, Gold oder Silber mag, ob sie Schmuck überhaupt trägt. Fehlt jede Information, bleiben Stücke, die Unwissen verzeihen: Armband oder Clips und, wenn der Betrag bis zur mittleren Preisklasse reicht, eine Halskette mit Kette im Lieferumfang. Eine Anstecknadel mit Klinge ist hier riskant, wegen des Aberglaubens, um den es weiter unten geht. Für Geschenke an Menschen, deren Geschmack Sie gar nicht kennen, gibt es einen eigenen Artikel: Schmuck als Geschenk, wenn man die Vorlieben nicht kennt.
Kundenstimmen
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Kollegen schenke ich ein Armband oder eine Halskette mit Kette, nie einen nackten Anhänger. Ein Anhänger ohne Kette ist unter dem Bürobaum eine Hausaufgabe, kein Geschenk.
Wozu das geschenkte Stück im Büro tragen
Ein Geschenk aus dem Büro trägt man zum ersten Mal zur Arbeit, damit der Schenkende sieht, dass es in Gebrauch ist. Hier die Antworten auf Fragen, die genau in diesem Moment auftauchen.
Wohin mit der Anstecknadel, wenn es kein Sakko gibt? An den Taschenriemen, ans Mantelrevers oder ans Band mit dem Firmenausweis. Ich rate davon ab, die Nadel an feinen Strick zu stecken: Die Nadel zieht die Maschen, und im Pullover bleibt eine Spur. Soll sie an die Kleidung, wähle ich festen Stoff: Jeansjacke, Tweedblazer, Cord.
Ohrringe und Headset bei langen Videokonferenzen: stört das nicht? Die Hörmuschel drückt alles, was am Ohrläppchen sitzt, ob Clip, Stecker oder Ring. An einem Tag voller Konferenzen empfehle ich deshalb, das Geschenk nicht an die Ohren zu hängen, sondern an Hals oder Handgelenk: die Halskette über dem Rollkragen, das Armband unter der Manschette. Ohrringe wähle ich an so einem Tag mit dem flachsten Teil am Ohrläppchen und der Form nach unten, wie das Monstera-Blatt am kleinen Stecker.
Kordelarmband zum strengen Anzug? Nein, nicht bei Verhandlungen. Kordel und Emaille am Handgelenk passen zum Freitag und ins Büro ohne Dresscode. Zum Anzug empfehle ich das silberfarbene Kettenarmband: Es verschwindet unter der Manschette und blitzt nur hervor, wenn sich die Hand bewegt.
Goldfarben geschenkt bekommen, aber sonst immer Silber? In Zonen trennen. Eine goldfarbene Halskette am Hals und silberne Ohrringe vertragen sich, solange das Gesicht dazwischen liegt. Schwieriger ist es an einer Hand: Dort stelle ich alles aus einem Metall zusammen und empfehle, das zweite Armband ans andere Handgelenk zu wechseln.
Halskette über dem Rollkragen oder unter dem Hemdkragen? Über dem Rollkragen, wenn der Anhänger größer als ein Fingernagel ist: Auf glattem Strick wird er zum Hauptakzent. Unter dem Hemdkragen mit einem offenen Knopf wähle ich die kurze Länge, damit der Anhänger am Schlüsselbein liegt und nicht hinter der Knopfleiste verschwindet.

Kamera einschalten, Ohrringe, Anhänger oder Ring wählen, und das Stück in Echtzeit an sich sehen.
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Wichteln organisieren: Regeln, die im Büro funktionieren
Ein Wichteln gelingt oder scheitert, bevor das erste Geschenk gekauft ist. Die folgenden Regeln stammen nicht aus einem Handbuch, sondern aus der Logik des Spiels selbst: Jede verhindert eine bestimmte Peinlichkeit.
Freiwillig mitmachen und rechtzeitig absagen
Wichteln im Büro ist ein Angebot, keine Pflicht. Wer nicht mitmachen möchte, sagt das vor der Auslosung und ohne Begründung, schon gar nicht mit dem Hinweis aufs Geld. Nach der Auslosung abzuspringen ist schlechter: Eine Person bleibt dann ohne Geschenk, und die Verlosung muss wiederholt werden.
Für die Organisatorin bedeutet das: Die Teilnehmerliste steht, bevor gelost wird, und niemand wird gedrängt. Wer absagt, gehört trotzdem zum Team und zur Weihnachtsfeier. Umgekehrt lohnt es sich für den Absagenden, sich aus den Gesprächen über die Geschenke herauszuhalten, damit keine Verlegenheit entsteht.
Eine freiwillige Runde hat noch einen Vorteil, der selten ausgesprochen wird. Wer dabei ist, hat Lust darauf, und das merkt man den Geschenken an. Eine Pflichtrunde erzeugt Pflichtgeschenke: die Tasse aus dem Supermarkt, gekauft auf dem Weg ins Büro, und am Ende enttäuschte Gesichter bei denen, die sich Mühe gegeben haben.
Der Wunschzettel, der das halbe Risiko nimmt
Ein gut organisiertes Wichteln beginnt mit einem Wunschzettel. Jede Person schreibt zwei Zeilen über sich: was sie mag und was bitte nicht. Gibt es in Ihrer Abteilung keine Zettel, schlagen Sie sie der Organisatorin vor. Eine einzige Zeile wie „trage Silber, keine Ohrlöcher“ nimmt beim Schmuck die Hälfte des Risikos.
Für Schmuck sind drei Angaben Gold wert: der bevorzugte Metallton, ob Ohrlöcher vorhanden sind und ob die Person überhaupt Schmuck trägt. Für Essbares kommen Allergien und Ernährungsweise dazu. Mehr braucht der Zettel nicht: Ein langer Fragebogen verrät zu viel und nimmt dem Spiel die Überraschung.
Manche digitale Auslosung im Netz fragt solche Wünsche gleich mit ab und behält die Paarungen für sich, sodass nicht einmal die Organisatorin weiß, wer wen gezogen hat. Für Teams, in denen die Organisatorin selbst mitspielt, ist das ein sauberer Weg.
Das Los im Hut und die Rechnung von Montmort
Die Wahrscheinlichkeit aus dem ersten Absatz ist kein Scherz. 1708 veröffentlichte Pierre Rémond de Montmort in Paris seinen „Essay d'analyse sur les jeux de hazard“ und untersuchte darin das Kartenspiel Treize, „Dreizehn“: Der Spieler deckt die Karten nacheinander auf und zählt dabei, und es kommt darauf an, ob die Zahl der Karte je mit der Zahl des Zugs übereinstimmt. Die allgemeine Lösung legte er in der zweiten Ausgabe von 1713 vor, fast gleichzeitig mit Nikolaus Bernoulli. Es ist dieselbe Aufgabe wie der Hut mit den Namen: Stimmen Karte und Zug überein, hat jemand sich selbst gezogen.
Die Antwort überraschte. Die Wahrscheinlichkeit, dass niemand sich selbst zieht, nähert sich schnell der Zahl 1/e, rund 0,368, und bleibt dann fast gleich. Bei drei Personen gibt es mit 67 Prozent mindestens einen Treffer, bei vier mit 62,5 Prozent, ab sechs Personen stabil mit rund 63 Prozent. Im Team mit acht Leuten ist die Chance auf eine Wiederholung also dieselbe wie in der Firma mit achtzig.
Für die Organisation heißt das: Hoffen hilft nicht. Es gibt zwei saubere Lösungen. Die erste: Zieht jemand sich selbst, geben alle ihre Zettel zurück und es wird neu gelost, denn ein Tausch zweier Zettel verrät, wer wen beschenkt. Die zweite ist zuverlässiger: Die Organisatorin mischt die Teilnehmerliste, und jede Person beschenkt die nächste auf der Liste, die letzte die erste. Diese Kette lässt per Konstruktion niemanden sich selbst ziehen und lässt sich in jeder Tabelle bauen.
Mottowichteln: ein Thema für alle Geschenke
Eine Spielart des Wichtelns gibt allen Geschenken ein gemeinsames Thema vor: nur Pflanzen oder nur Dinge mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben. Die deutsche Wikipedia führt sie unter dem Namen Mottowichteln. Das Motto erleichtert die Suche, weil es die Auswahl begrenzt, und macht die Bescherung auf der Weihnachtsfeier unterhaltsamer, weil man die Einfälle vergleichen kann.
Für Schmuck ist ein Motto überraschend nützlich. Lautet es „Reise“, passt ein Armband mit Weltkarte genau. Lautet es „Himmel“ oder „Licht“, trägt eine Halskette mit Sonne und Mond das Thema, ohne irgendetwas über den Menschen zu verraten. Ein Motto ersetzt ein Stück weit den Wunschzettel: Es gibt der Wahl eine Richtung, die niemand als Anspielung missverstehen kann.
Wer das Motto vorschlägt, wählt es am besten so weit, dass auch Essbares, Bücher und Dinge für den Schreibtisch hineinpassen. Ein Motto, das nur auf Schmuck zugeschnitten ist, benachteiligt alle, die keinen tragen, und verwandelt das Spiel in eine Einkaufsliste.
Woher das Wichteln kommt und warum es so gebaut ist
Das Wichteln im Büro hat kein Geburtsdatum und keinen Erfinder. Dafür hat jedes seiner Bauteile, vom Los bis zur Anonymität, eine eigene Geschichte und einen eigenen Grund, und manche davon sind älter als das Wort selbst.
Die Wichtelmänner der Brüder Grimm
Das Verb wichteln bedeutet laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, innerhalb einer Gruppe auszulosen, wer wem ein meist kleines Weihnachtsgeschenk macht. Es kommt von Wichtel, dem kleinen Hausgeist der Volksmärchen. Eine bekannte Geschichte über solche Wesen steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm: In der ersten Ausgabe von 1812 trägt sie als Nummer 39 den Titel „Von den Wichtelmännern“, in späteren Auflagen heißt sie „Die Wichtelmänner“.
In der Fassung der späteren Auflagen legt ein armer, rechtschaffener Schuster abends sein letztes zugeschnittenes Leder auf den Tisch und findet am Morgen ein makelloses Paar Schuhe. So geht es Nacht für Nacht, bis er zu Wohlstand kommt. Eines Abends bleiben er und seine Frau wach und sehen zwei kleine nackte Männlein bei der Arbeit. Das Paar fertigt ihnen Kleider und Schuhe und legt sie als Geschenk hin. Die Männlein ziehen sie an, singen, dass sie nun keine Schuster mehr sein müssen, tanzen davon und kommen nie wieder.
Das Märchen erzählt nebenbei, wie ein Geschenk eine Beziehung verändert. Solange die Helfer unsichtbar blieben, arbeiteten sie. Als der Dank sie erreichte, war die Rechnung beglichen, und sie gingen. Beim Büro-Wichteln bleibt der Geber genau deshalb verborgen: Das Geschenk soll freuen, ohne jemanden zu etwas zu verpflichten.
Das Geschenk von oben: wie die Arbeit zum Ort der Gaben wurde
Lange Zeit lief das Geschenk am Arbeitsplatz von oben nach unten, von dem, der bezahlt, zu dem, der dient. Im spätrömischen Reich trugen Beamte und Soldaten im Dienst des Kaisers eine besondere Mantelschließe, eine Fibel mit drei Knöpfen, die man ihrer Form wegen Zwiebelknopffibel oder Armbrustfibel nennt. Solche Fibeln entstanden in kaiserlichen Werkstätten und wurden hohen Rängen aus dem Umfeld des Kaisers geschenkt, Metall und Größe zeigten den Rang. Es war Geschenk des Arbeitgebers und Amtszeichen in einem.
Englische Quellen des 17. Jahrhunderts zeigen dieselbe Richtung im Alltag. Samuel Pepys notierte am 19. Dezember 1663 in seinem Tagebuch, dass er beim Schuhmacher bezahlte und etwas in die Weihnachtsbüchse der Jungen legte, also in die Sparbüchse der Lehrlinge der Werkstatt. Die Weihnachtsbüchse für Lehrlinge und Dienstboten war ein Brauch, bei dem der gab, der höher stand.
Charles Dickens zeigte 1843 im „Weihnachtslied“ beide Seiten. Der alte Meister Fezziwig beendet am Heiligabend die Arbeit, räumt das Lager und gibt für seine Lehrlinge einen Ball, unter ihnen der junge Scrooge. Der erwachsene Scrooge gibt seinem Schreiber Bob Cratchit widerwillig den Weihnachtstag frei. Das Schenken unter Gleichen, Kollegin an Kollege, kam viel später, und gerade deshalb brauchte es eigene Regeln.
Warum Anonymität die Schuld auflöst
1925 veröffentlichte der französische Ethnologe Marcel Mauss seinen „Essai sur le don“, den „Versuch über die Gabe“, und beschrieb drei Pflichten, auf denen der Gabentausch in den archaischen Gesellschaften ruht, die er untersuchte: geben, annehmen, erwidern. In dieser Logik ist ein Geschenk nie umsonst. Es erzeugt eine Schuld, und die beschenkte Person spürt sie, auch wenn der Schenkende nichts erwartet.
Wie stark diese Schuld wirkt, zeigte 1971 der Psychologe Dennis Regan. Eine Versuchsperson saß neben einem eingeweihten Mitspieler, der ihr in einer Pause ungefragt eine Cola mitbrachte und sie später bat, Lose zu kaufen. Wer die Cola bekommen hatte, kaufte fast doppelt so viele Lose wie jemand, dem nichts mitgebracht worden war. Und der Gefallen wirkte auch dann, wenn sich der Mitspieler unsympathisch benahm: Die Sympathie zählte nicht mehr, die Schuld blieb.
Das Wichteln umgeht diese Falle durch seine Bauweise. Sie beschenken eine Person und werden von einer anderen beschenkt, und niemand weiß, wem er etwas schuldet. Die Schuld geht an den Kreis als Ganzes und drückt deshalb niemanden. Aus demselben Grund ist beim Wichteln der gleiche Betrag so wichtig: Ein teures Geschenk zerstört die Konstruktion, weil es eine persönliche Schuld dort schafft, wo keine sein soll.
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Wichteln, Julklapp, Engerl: wie das Spiel heißt
Im deutschsprachigen Raum hat das Spiel mehrere Namen, und in den Nachbarländern noch mehr. Jeder Name verrät etwas darüber, wie man den Tausch vor Ort versteht. Einen belegten Anfang hat der Brauch nicht, die Namen dagegen sind in jedem Land eigene, manchmal von den Nachbarn geborgt.
Julklapp: das zweite Wort im Norden
Im Nordosten und Nordwesten Deutschlands hört man neben Wichteln ein zweites Wort für dasselbe Spiel: Julklapp. Laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache wird es dort regional verwendet und wurde etwa im 18. Jahrhundert aus dem Schwedischen übernommen, wo julklapp schlicht das Weihnachtsgeschenk bezeichnet.
Für ein Büro in Hamburg, Rostock oder Kiel bedeutet das: Wenn eine Kollegin zum Julklapp einlädt und ein Kollege vom Wichteln spricht, meinen beide dieselbe Auslosung. Die Regeln unterscheiden sich nicht, nur das Wort. Die schwedische Vorgeschichte des Wortes, mit Klopfen an der Tür und hineingeworfenem Päckchen, erzählt der Artikel über Weihnachtsgeschenke mit Schmuck; hier genügt das Praktische.
Praktisch ist auch, dass beide Namen dieselbe Erwartung wecken: ein kleines Geschenk, kein großes. Wer beim Julklapp ein Schmuckstück verpackt, sollte deshalb dieselbe Grenze einhalten wie beim Wichteln, und das Stück so wählen, dass es neben Tee, Kerzen und Büchern nicht wie ein Fremdkörper wirkt.
Engerl und Bengerl: der österreichische Engel im Advent
Die österreichische Spielart dehnt den Tausch auf Wochen. Das Engerl ist der heimliche Schenker, das Bengerl sein Schützling, also der Empfänger. Gelost wird im Advent, in der Schule, im Büro oder im Verein, und dann legt das Engerl seinem Bengerl einige Tage oder Wochen lang kleine Aufmerksamkeiten hin: einen Zettel, etwas Süßes, eine Kleinigkeit auf den Schreibtisch. Das Bengerl weiß lange nicht, von wem die Zeichen kommen.
Für Schmuck ist das ein nützliches Vorbild. Ein kleines Stück, heimlich mitten in einem solchen Tausch überreicht, wirkt wie ein Fund und nicht wie ein Pflichtteil der Feier. Ein Armband, das mit einem Zettel auf der Tastatur liegt, bleibt stärker in Erinnerung als dasselbe Armband im Stapel unter dem Bürotannenbaum.
Wer in einem deutschen Team die Idee übernehmen will, braucht keine neue Organisation: Es genügt, dass die Übergabe nicht auf der Weihnachtsfeier stattfindet, sondern an einem gewöhnlichen Morgen in der Adventszeit, bevor die Kollegin ins Büro kommt.
Mikołajki: das polnische Los am Nikolaustag
In Polen ist der übliche Termin für diesen Tausch nicht Weihnachten, sondern der 6. Dezember, der Nikolaustag. Die Mikołajki finden in Schulklassen und am Arbeitsplatz statt: Vorher gibt es ein losowanie, eine Auslosung, und jede Person bereitet ein kleines Geschenk für die gezogene vor, meist innerhalb eines vereinbarten Betrags.
Für deutsche Leserinnen und Leser ist das Datum vertraut, denn auch hier kommt der Nikolaus am 6. Dezember. Der Unterschied liegt darin, wer beschenkt wird: Hierzulande steht der Stiefel vor der Kinderzimmertür, in Polen wird der Tag auch unter Erwachsenen im Büro gefeiert. Nikolaus von Myra gilt in der europäischen Überlieferung als heimlicher Schenker, und sein Tag ist ein natürlicher Termin für ein Spiel, bei dem man schenkt, ohne sich zu nennen. Wie die Legende von den drei nachts hineingeworfenen Goldsäckchen entstand und warum hierzulande ein Stiefel vor der Tür steht, erzählt der Artikel über Weihnachtsgeschenke mit Schmuck.
Hier bleibt nur eine Ergänzung zum Schmuck: Szenen aus seiner Lebensgeschichte wurden auch in Stein geschnitten. Die Kamee oben zeigt nicht die Goldsäckchen, sondern eine frühere Episode. Der Legende nach nahm der Säugling Nikolaus mittwochs und freitags nur einmal am Tag die Brust, und im Mittelalter diente die Szene als Beispiel der Enthaltsamkeit. Für das Wichteln ist die Lehre milder als die des Heiligen: Ein guter heimlicher Schenker hält Maß.
Schrottwichteln: das Spiel mit dem Ungeliebten
Eine deutsche Spielart dreht die Idee um. Beim Schrottwichteln verschenkt man, so das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, ein absichtlich ungeliebtes, geschmackloses oder nutzloses, aber funktionstüchtiges Stück aus dem eigenen Haushalt. Oft gehört ein Würfel dazu, und nach den Würfen wandern die Geschenke von einer Hand in die andere.
Der Reiz liegt im Lachen, nicht im Geschenk. Die Figur, die niemand aufstellen will, die Tasse mit dem Firmenlogo einer längst verschwundenen Firma, der Kerzenständer aus einem Fehlkauf: Sie alle bekommen einen zweiten Auftritt, und am Ende nimmt jemand das seltsamste Stück des Abends mit nach Hause.
Für Schmuck folgt daraus eine klare Grenze. Ein echtes Schmuckstück gehört nicht ins Schrottwichteln, auch nicht als Scherz: Es wird weitergewürfelt, anprobiert und belacht und verliert dabei alles, was ein Geschenk ausmacht. Umgekehrt ist ein altes Schmuckstück, das Sie selbst nie tragen, kein guter Schrottbeitrag, wenn es noch Wert hat, denn dann wird aus dem Spaß eine Wertfrage. Schmuck bleibt beim klassischen Wichteln; ins Schrottwichteln kommt, was garantiert niemandem wehtut.
Amigo invisible und Père Noël secret: die Namen der Nachbarn
In Spanien heißt das Spiel amigo invisible, unsichtbarer Freund. Im spanischsprachigen Lateinamerika sagt man eher amigo secreto, geheimer Freund. In Brasilien hängt der Name von der Stadt ab: In São Paulo heißt es amigo secreto, in Rio de Janeiro und Belo Horizonte amigo oculto, verborgener Freund.
Keiner dieser Namen nennt einen Weihnachtsmann oder das Fest: In ihnen steckt ein Freund, keine Festfigur. Italien und Frankreich haben dagegen den weihnachtlichen Schenker im Namen behalten: Die Italiener sagen Babbo Natale segreto, die Franzosen Père Noël secret, und in den Büros beider Länder ist auch das englische Secret Santa geläufig.
Für internationale Teams ist das mehr als eine Kuriosität. Wer mit Kolleginnen aus Madrid, Mailand und Lyon in einer Abteilung sitzt, kann das Spiel in der Einladung ruhig bei allen Namen nennen. Dann weiß jede Person sofort, worum es geht, und das deutsche Wichteln wirkt nicht wie eine Hausregel, die man erst erklären muss.
Der weiße Elefant: ein Tausch, bei dem man stehlen darf
In den USA gibt es neben dem Secret Santa ein zweites Bürospiel: white elephant, anderswo Yankee swap oder Dirty Santa genannt. Die Geschenke kommen auf einen Haufen, und die Teilnehmenden packen reihum entweder ein neues aus oder nehmen dem Nachbarn ein schon geöffnetes weg. Der Spaß liegt im Handeln und darin, mit dem seltsamsten Stück des Abends nach Hause zu gehen. Mit seinem Würfel und den wandernden Päckchen ist das Schrottwichteln sein naher Verwandter.
Der Name kommt vom englischen Ausdruck „weißer Elefant“ für ein kostspieliges und nutzloses Ding, das man weder gebrauchen noch loswerden kann; im Englischen ist er seit 1721 belegt. Die beliebte Erklärung lautet, siamesische Könige hätten unliebsamen Höflingen weiße Elefanten geschenkt, um sie durch den Unterhalt zu ruinieren. Das ist eine Legende ohne historische Belege. Der weiße Elefant war in Siam ein heiliges Tier des Königshofs und ein Zeichen der Macht, keine Strafe: Wenn Könige solche Elefanten hergaben, dann im Verkehr mit anderen Herrschern, nicht an in Ungnade gefallene Höflinge.
Für Schmuck ist ein Spiel mit Wegnehmen ungünstig. Ein Stück, das von Hand zu Hand geht und vor allen anprobiert wird, verliert seine Vertrautheit, und für eine fremde Person lässt es sich kaum auswählen. Spielt Ihr Büro weißer Elefant, heben Sie den Schmuck für das klassische Wichteln auf und legen auf den Haufen etwas, das jedem zufallen darf.
Budget beim Wichteln: wie viel und was hineinpasst
Der Betrag beim Wichteln ist keine Empfehlung, sondern eine Spielregel. Er wird seltener gebrochen als andere Regeln, aber ein Bruch fällt am stärksten auf.
Wer den Betrag festlegt und warum er nicht überschritten wird
Den Betrag legt die Organisatorin fest oder die Runde stimmt darüber ab, und er gilt für alle gleich. Man richtet ihn danach, was sich jede Person im Team ohne Anstrengung leisten kann, die Praktikantin eingeschlossen. Das ist entscheidend: Ein Wichteln, bei dem ein Teil der Leute mehr ausgibt, als er möchte, ist kein Fest mehr.
Den Betrag zu überschreiten reizt aus den besten Absichten, doch das Ergebnis ist schlecht. Wer ein Geschenk bekommt, das sichtbar teurer ist als die übrigen, spürt genau die Schuld aus Mauss' Beschreibung, nur jetzt persönlich: Er kann nicht erwidern, weil er nicht weiß, wem, oder er weiß es und ahnt, dass er so etwas nicht zurückschenken wird. Und alle, die im Rahmen geblieben sind, wirken neben Ihrer Schachtel knauserig.
Weniger als der Betrag ist auch nicht gut, aber es lässt sich ausgleichen: Ein bescheideneres Stück kann man mit einer handgeschriebenen Karte oder einer schönen Verpackung ergänzen. Ein teures Stück lässt sich nicht billiger machen.
Kleiner Rahmen: reicht er für Schmuck?
Die ehrliche Antwort hängt davon ab, worauf man sich geeinigt hat. Liegt der Betrag auf dem Niveau einer Schachtel Pralinen oder einer bedruckten Tasse, passt ein Schmuckstück aus Metall meist nur mit großen Abstrichen beim Material hinein. Ein Stück, das nur gekauft wurde, um im Rahmen zu bleiben, kann schnell unansehnlich werden, und dann wirkt das Geschenk schlechter als ein guter Tee.
Liegt der Betrag auf dem Niveau eines Mittagessens im guten Café, wird Schmuck realistisch. Im Katalog von Zevira ist das die untere Preisklasse: Ohrringe und Clips aus vergoldetem Edelstahl, Armbänder an geflochtener Kordel mit Emaillemedaillon, silberfarbene Kettenarmbänder, Anstecknadeln aus der Kollektion Forja Española. Für ein Wichteln ist dieser Rahmen ideal: Das Stück wirkt durchdacht und fällt trotzdem nicht aus dem allgemeinen Niveau. Allerdings tragen alle Anstecknadeln dieser Reihe eine Klinge, Navaja oder Schwert, und einer zufällig gezogenen Person schenken Sie aus dieser Klasse deshalb besser Clips oder ein Armband, Ohrringe nur, wenn der Wunschzettel gestochene Ohren verrät.
Woran man in der günstigen Klasse ein Stück erkennt, das hält, und wie man Blender meidet, erklärt der Artikel darüber, wie man keinen Fälschungsschmuck kauft.
Großzügiger Rahmen: wann etwas Wertigeres passt
Es gibt Teams, in denen der Betrag auf dem Niveau eines Abendessens im Restaurant liegt, meist kleine Gruppen, die lange zusammenarbeiten. Hier öffnet sich die mittlere Preisklasse: Halsketten mit Emailleanhänger an der Kette und die Messeranhänger der Kollektion Forja Española, Miniatur-Navajas und Macheten aus Stahl. Für eine zufällig gezogene Person eignen sich daraus nur die Halsketten. Der Messeranhänger wird als Anhänger ohne Kette verkauft und trägt eine Klinge, er ist also ein Geschenk für einen bekannten Kollegen, der seine eigene Kette am Hals trägt und Aberglauben gelassen sieht.
Selbst bei so einem Rahmen gehören Silber 925 und Stücke mit Edelmetall eher ins Geschenk des ganzen Teams. Der Grund: Ein gewichtiges Stück landet beim Wichteln bei jemandem, den Sie vielleicht kaum kennen, und ein gewichtiges Geschenk setzt immer Wissen über die beschenkte Person voraus. Wie man ein wirklich besonderes Stück aussucht, steht im Artikel über das Geschenk für jemanden, der alles hat.
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Schmuck für Kollegin und Kollegen: was passt
Die folgenden Stücke bestehen alle drei Regeln für Geschenke im Büro. Zu jedem steht dabei, was Sie vor dem Kauf prüfen sollten.
Anstecknadel für Revers, Rucksack oder Schal
Die Anstecknadel gehört von Natur aus zur Arbeitswelt und hat eine lange Dienstgeschichte. Die Mantelschließe im alten Rom, das Abzeichen am Revers im 20. Jahrhundert, der Ausweis am Band im Büro von heute: Das alles trägt man über der Kleidung, und nichts davon berührt den Körper. Deshalb ist eine Anstecknadel nie zu persönlich.
In der Kollektion Forja Española gibt es drei Pins. Der Navaja Miniatur Pin zeigt eine Navaja mit Griff in Olivenholzmaserung. Der zweite ist eine Navaja mit blau-silberner Emaille, auf dunklem Stoff fällt sie stärker auf. Der dritte ist das Kriegerschwert mit ausgearbeiteter Parierstange und Knauf im Ton von gealtertem Silber. Alle drei halten am Sakkorevers, am Taschenriemen, am Rucksack oder am Schal.
Der Hauptvorzug: Eine Anstecknadel passt zu Männern und Frauen und zu Menschen, die gar keinen Schmuck tragen. Man muss sie nicht am Körper tragen, sie kann an der Tasche oder am Band mit dem Firmenausweis hängen und ist trotzdem in Gebrauch. Der Vorbehalt betrifft die Form: Alle drei Pins sind Miniaturwaffen, Navaja oder Schwert, und mit einer Klinge ist der bekannte Aberglaube über geschenkte Messer verbunden. Auf Schmuck überträgt er sich kaum, eine Miniaturnavaja am Revers liest sich als Zeichen des Handwerks und nicht als Waffe. Doch beim Wichteln wissen Sie nicht, wie abergläubisch der Empfänger ist. Die Nadel ist also etwas für den Kollegen, den Sie kennen und der sich für Handwerk oder Geschichte interessiert.
Ohrringe nur, wenn Sie die Ohrlöcher sicher kennen
Ohrringe schenkt man Kolleginnen nur unter einer Bedingung: Sie wissen sicher, dass die Ohren gestochen sind und die Kollegin Ohrringe trägt. Fragen müssen Sie dafür nicht: Es genügt, sie jeden Tag zu sehen.
Aus dem Katalog passen dafür Ohrringe aus vergoldetem Edelstahl mit klaren Motiven, etwa die Ohrringe Sonnenspirale mit Spirale und Sonnenscheibe an einem kleinen Ring, das goldene Labyrinth oder das Monstera-Blatt. Sie lesen sich als Schmuck mit Charakter und nicht als Wertanlage, bleiben also im Rahmen, den das Büro verträgt.
Es sind Ohrringe mit deutlicher Form, also für eine Kollegin, die nicht nur winzige Stecker trägt. Achten Sie darauf, was sie jetzt trägt, und bleiben Sie bei derselben Größe. Wer jeden Tag feine Kreolen trägt, freut sich über eine Spirale an einem kleinen Ring. Wer nur Perlenstecker kennt, empfindet ein Blatt, das unter das Ohrläppchen fällt, womöglich als zu viel.
Ohrclips, wenn Sie es nicht wissen
Fehlt die Gewissheit über die Ohrlöcher, sind Clips der Ausweg. Die Clip-Ohrringe Winterjuwel mit blauem Stein, umrahmt von Zirkonia, halten mit einer Klemme am Ohrläppchen und brauchen kein Loch. Trotzdem sehen sie wie gewöhnliche Ohrringe aus, und wer gestochene Ohren hat, trägt sie genauso.
Der Stein ist kein Edelstein, sondern ein farbiger Einsatz in vergoldetem Edelstahl, und er liest sich als Farbe, nicht als Wert. Das ist beim Wichteln ein Vorteil: Das Stück wirkt festlich, ohne teuer auszusehen, und niemand am Tisch fragt sich, ob hier jemand den Rahmen gesprengt hat. Der Artikel über Weihnachtsgeschenke mit Schmuck rät für Kollegen zu Stücken ohne Stein; die Clips sind die Ausnahme für den Fall, dass Sie nicht wissen, ob die Ohren gestochen sind.
Beim Wichteln, wo Sie über die gezogene Person nur wissen, dass sie in der Nachbarabteilung arbeitet und Ohrringe möglich wären, sind Clips ehrlicher als Stecker auf gut Glück. Wissen Sie dagegen sicher, dass sie Ohrringe trägt, gilt der vorige Abschnitt.
Armband an Kordel oder Kette
Ein Armband an geflochtener Kordel mit Emaillemedaillon ist ein Geschenk mit Charakter, bei dem man kaum danebenliegt. Im Katalog gibt es mehrere, für Kollegen eignet sich eines am besten: das Armband Weltkarte mit Weltkarte in Emaille auf dem runden Medaillon. Die Produktseite nennt es einen Talisman für Abenteuer, doch es geht dabei um Reisen und Offenheit für neue Kulturen, ein Schutz wird nicht versprochen. Maßstab ist das Schutzversprechen, nicht das Wort Talisman. Bei den benachbarten Kordelarmbändern ist das der Fall: Das Monstera-Blatt in rosa Emaille steht laut Beschreibung für Wachstum und Schutz, die Walflosse für die Freiheit des Meeres und Schutz, und Schutzbedeutungen verlangen im Büro dasselbe Wissen über den Menschen wie jedes Amulett.
Die Kordel wirkt locker, das Armband passt also ins Büro ohne strengen Dresscode und zu allen, die gern reisen. Besonders schön ist es für den Kollegen, der viel unterwegs ist oder gerade aus einem Urlaub zurückkam, von dem die ganze Abteilung gehört hat.
Für ein strenges Büro passt eher ein silberfarbenes Kettenarmband, etwa die Astralkette im Schlangenmuster. Der Maßstab der Neutralität ist derselbe wie bei den Kordeln: Verspricht die Produktseite dem Stück selbst Schutz? Der historische Hinweis, dass Kettenarmbänder einst als Schutzschmuck getragen wurden, steht bei der Astralkette, doch er erzählt von der Gattung und verspricht nichts, und in eine glatte Kette lässt sich keine Anspielung hineinlesen. Länge und Verschluss sehen Sie vor dem Kauf auf der Produktseite nach, denn den Handgelenkumfang kennen Sie nicht.
Halskette, bei der die Kette schon dabei ist
Ein typischer Fehler bei Schmuck für Kollegen ist der Anhänger ohne Kette. Bei einem nahen Menschen ist das in Ordnung, Sie wissen, welche Kette er trägt. Für eine Kollegin ist es eine Hausaufgabe: Sie muss eine Kette in passender Länge und passendem Metall suchen, und das Geschenk bleibt womöglich in der Schachtel.
Schauen Sie deshalb auf der Produktseite, wie das Stück heißt und was unter „Größe“ oder „Maße“ steht. Bei den Halsketten im Katalog ist die Kette dort ausdrücklich genannt, als Kette mit Verlängerung, etwa bei der Halskette Mystischer Tanz, beim Wächterstern und beim allsehenden Auge; die genaue Länge lesen Sie auf der jeweiligen Seite nach. Bei den einzelnen Anhängern fehlt die Kette in den Angaben, es ist dann ein Anhänger ohne Kette. Die Fotos helfen zusätzlich: Sie zeigen, ob Kette, Verschluss und Verlängerung zum Stück gehören. Für Kollegen wählen Sie ein Stück, bei dem alles schon zusammengesetzt ist.
Einen Vorbehalt gibt es. Ein Teil dieser Halsketten ist im Katalog ausdrücklich als Amulett geführt: Wächterstern, das allsehende Auge, Nazaré mit dem Nazar-Auge. Das sind Zeichen mit Schutzversprechen, dazu weiter unten mehr. Für eine Kollegin, deren Verhältnis zu Amuletten Sie nicht kennen, ist ein Himmelsmotiv ohne Schutzversprechen die ruhigere Wahl: Sonne und Mond des Mystischen Tanzes, die die Produktseite als Gleichgewicht von Tag und Nacht beschreibt.
Geschenk für einen Kollegen
Für Kollegen ist die Wahl schmaler, aber sicherer. Erstens die Anstecknadel: fürs Sakko, die Laptoptasche, die Jacke. Zweitens das Kordelarmband, wenn im Büro kein strenger Dresscode gilt. Drittens, für Männer, die schon etwas am Hals tragen: die Messeranhänger der Kollektion Forja Española, Miniatur-Navajas und Macheten aus Stahl. Das ist etwas für den, der sich für das Messerhandwerk interessiert und weiß, worin sich eine Navaja von einem gewöhnlichen Klappmesser unterscheidet.
Den Messeranhänger schenken Sie nur, wenn Sie wissen, dass der Kollege überhaupt etwas am Hals trägt. Wissen Sie es nicht, transportiert die Anstecknadel dasselbe Interesse am Handwerk ohne die Frage nach der Kette. Eine Klinge hat auch der Pin, beide Geschenke sind also für einen Kollegen, dessen Gelassenheit gegenüber Aberglauben Sie kennen. Mehr darüber, was man Männern schenkt und wie man ihren Stil trifft, steht im Artikel über Schmuck als Geschenk für Männer.
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Was man Kollegen nicht schenkt
Die Liste der Tabus ist kürzer, als man denkt, doch jeder Punkt verdient eine Erklärung, weil man sie aus den besten Absichten bricht.
Ring und alles, was eine Größe braucht
Einen Ring schenkt man Kollegen weder beim Wichteln noch persönlich, aus zwei Gründen. Der erste ist praktisch: Die Größe kennen Sie nicht, und erraten lässt sie sich kaum. Ein Ring, der nicht über den Finger geht oder rutscht, wandert in die Schatulle. Der zweite ist inhaltlich: Der Ring ist ein stark aufgeladener Schmucktyp. Man schenkt ihn zur Verlobung, zur Hochzeit, zum Jahrestag, und wer im Büro einen Ring bekommt, fragt sich fast zwangsläufig, was Sie gemeint haben.
Eine Ausnahme bestätigt die Regel: das Geschenk des ganzen Kollegiums zum Ruhestand. Dort liest sich ein Siegelring mit dem Namen der Organisation und den Jahreszahlen als Zeichen der Dienstzeit, nicht als Anspielung, und die Größe lässt sich über Angehörige erfahren. Dieses Szenario behandelt der Artikel über Schmuck zum Ruhestand. Beim Wichteln und zum gewöhnlichen Geburtstag bleibt der Ring tabu, wie jedes Stück, das man messen muss, ohne es anpassen zu können.
Herz, Schloss und Partnerstücke
Herz, Schloss mit Gravur, Hälften eines Partneranhängers, Initialen: Das alles ist die Sprache romantischer Beziehungen. Im Büro erzeugt sie Zweideutigkeit, auch wo die Absicht ganz schlicht ist. Die beschenkte Person denkt dann nicht an das Geschenk, sondern daran, was Sie sagen wollten, und die Kollegen am Nebentisch ebenso.
Die Regel gilt auch unter Kollegen gleichen Geschlechts und in langer Freundschaft: Ein Geschenk aus dem Büro wird vor allen ausgepackt, und vor allen liest sich ein Herz als Botschaft.
Religiöse Zeichen und Schutzamulette
Hier lohnt es sich, zwei Gruppen zu trennen. Die erste sind Zeichen des Glaubens: Kreuz, Heiligenmedaille, Benediktusmedaille. Sie sprechen von einer Konfession und passen im Büro nur zu jemandem, der sie selbst trägt. Die zweite sind Schutzamulette: Hamsa, Nazar-Auge, Cornicello. Ihre Bedeutung ist freundlich, ein Wunsch nach Glück und Schutz, und der Artikel über Aberglauben rund um Geschenke hält zu Recht fest, dass ein Amulett, das man als Glückswunsch überreicht, auch Skeptiker gelassen annehmen. Doch das ist ein Rat für ein Geschenk an einen bekannten Menschen, dem Sie das Stück persönlich übergeben und dazu ein paar Worte sagen können.
Beim Wichteln fallen diese Worte weg: Das Geschenk ist anonym, und niemand kann erklären, dass das Nazar-Auge hier ein Glückswunsch ist und keine Anspielung auf fremden Neid. Für eine zufällig gezogene Person fallen Amulette deshalb weg, für eine bekannte Kollegin passen sie, wenn Sie wissen, dass ihr das Zeichen nahe ist. Im Zweifel wählen Sie Botanik, Himmelsmotive oder Reisen: Sie haben weder Konfession noch zweite Lesart.
Der Witz, den nur Sie verstehen
Schmuck mit Humor, Büroklammern, Scheren, Bürodinge, kann ein wunderbares Geschenk für Kollegen sein, aber nur, wenn der Humor geteilt wird. Ein Witz über jemandes Unpünktlichkeit oder Kaffeesucht, den Sie beide verstehen, liest sich beim gemeinsamen Auspacken wie Spott, und die Person lacht gezwungen mit.
Die Regel für ein Scherzgeschenk: Es ist für alle lustig, die es sehen, und trifft niemanden. Wie Büromotive in den Schmuck kamen und wie man sie trägt, erzählt der Artikel über Büroschmuck mit trockenem Humor.
Messer, Schwert und der Aberglaube ums Scharfe
Das Messer hat als Geschenk einen schlechten Ruf: Nach altem Aberglauben „zerschneidet“ Scharfes die Beziehung. Auf Schmuck in Messerform wendet man ihn, wie der Artikel über Aberglauben zeigt, kaum an: Ein solcher Anhänger oder Pin liest sich als Amulett und Zeichen des Handwerks, nicht als Waffe. Doch im Büro wissen Sie nicht, wer es mit dem Aberglauben ernst meint. Navaja-Pin, Schwert-Pin oder Messeranhänger passen also, wenn Sie den Empfänger und sein Interesse am Handwerk kennen; beim Wichteln mit zufälligem Empfänger ist ein Stück ohne Klinge die ruhigere Wahl.
Schenken Sie trotzdem eine scharfe Form, gibt es einen alten Ausweg: Die beschenkte Person gibt dem Schenkenden eine Münze, und das Stück gilt als gekauft, nicht als geschenkt. Beim Wichteln, wo der Schenkende unbekannt ist, funktioniert dieser Kniff nicht, und das ist ein weiterer Grund, die Klinge für das Geschenk an einen bekannten Kollegen aufzuheben.
Geschenkgutschein: wann er besser ist als ein Schmuckstück
Ein Gutschein für Kollegen gilt vielen als Verlegenheitslösung, und beim persönlichen Geschenk an einen nahen Menschen stimmt das manchmal. Unter gleichrangigen Kollegen liegt die Sache anders: Dort trifft ein Gutschein oft genauer als ein Gegenstand. Die eine Ausnahme ist der Chef. Ein Gutschein von Mitarbeitenden an die Vorgesetzte liest sich leicht wie eine Abfindung, deshalb schenkt das Team ihr einen Gegenstand; warum, erklärt der Artikel über das Geschenk für den Chef.
Wann ein Gutschein für Kollegen passender ist
Der Ökonom Joel Waldfogel befragte 1993 Studierende der Universität Yale zu ihren Festtagsgeschenken und errechnete, dass zwischen einem Zehntel und einem Drittel des Geschenkwerts verloren geht: Die Beschenkten schätzen die Dinge niedriger ein, als sie gekostet haben. Am genauesten schenkten Freunde und Partner, deutlich schlechter Großeltern. Kollegen stehen meist näher an der zweiten Gruppe: Sie kennen die Arbeitsgewohnheiten, nicht die Schmuckschatulle.
Daraus ergeben sich die Fälle, in denen der Gutschein besser ist. Erstens das Geschenk vom ganzen Team, in dem niemand den Geschmack kennt. Zweitens der Kollege im Homeoffice, den Sie nur aus Videokonferenzen kennen. Drittens der Abschied in die Elternzeit oder in einen neuen Job, wenn die Kollegin das Stück für ein neues Leben aussucht, das Sie noch nicht kennen. Viertens ein bekannter, aber komplizierter Geschmack, bei dem alles „ungefähr in ihrem Stil“ schlechter wäre als das, was sie selbst wählt.
So funktioniert der Zevira-Gutschein
Der Geschenkgutschein von Zevira ist elektronisch, auf eine Lieferung müssen Sie nicht warten. Der Name der beschenkten Person, der Name des Schenkenden oder der Abteilung und ein Wunsch werden direkt auf den Gutschein gedruckt; die Felder dafür füllen Sie vor dem Bezahlen auf der Produktseite aus. Das fertige PDF kommt sofort nach der Zahlung per E-Mail zu Ihnen, sodass Sie den Gutschein noch am selben Tag verschenken können, auch wenn die Weihnachtsfeier schon am Abend ist.
Mit dem Gutschein lässt sich jedes Stück aus dem Katalog des Onlineshops bezahlen. Er gilt 24 Monate ab Ausstellung, und bleibt ein Einkauf unter dem Nennwert, bleibt der Rest auf dem Code und lässt sich innerhalb dieser Frist später einlösen. Für ein Teamgeschenk ist das praktisch: Die Kollegin muss sich nicht sofort entscheiden und verliert nichts, wenn sie ein bescheideneres Stück wählt.
Der Gutschein hat einen einzigen Nennwert, und davon hängt ab, wofür er taugt. Er ist für ein Geschenk mit Gewicht gedacht, nicht für ein Wichteln mit kleinem Betrag. Genau diese Grenze entscheidet, ob er im Büro Freude macht oder die Spielregeln der Runde verletzt, und deshalb verdient sie einen eigenen Abschnitt.
Warum der Gutschein nicht ins kleine Wichteln gehört
Der Nennwert des Gutscheins liegt deutlich über dem üblichen Wichtelbetrag. Hat Ihre Runde sich auf das Niveau eines Mittagessens im Café geeinigt, bricht der Gutschein die wichtigste Spielregel: Er ist teurer als alle anderen Geschenke, und die beschenkte Person gerät in genau die Lage des Schuldners. Beim Wichteln passt der Gutschein deshalb nur, wenn der Betrag der Runde ungefähr seinem Nennwert entspricht.
Für ein gewöhnliches Wichteln bleibt ein Stück aus der unteren Klasse des Katalogs: Armband oder Clips, Ohrringe, wenn der Wunschzettel gestochene Ohren verraten hat. Der Gutschein bleibt dort, wo er am besten wirkt: beim Teamgeschenk, für das alle zusammenlegen, und beim Geschenk an eine Kollegin, mit der Sie mehr verbindet als ein Los.
Den Gutschein überreichen, ohne dass er nach Pflicht aussieht
Einen elektronischen Gutschein macht man leicht greifbar. Drucken Sie das PDF auf festes Papier, legen Sie es in einen Umschlag und beschriften Sie den Umschlag von Hand. Auf der Weihnachtsfeier überreicht man diesen Umschlag wie eine Schachtel, und er geht zwischen den Päckchen nicht unter.
Einer Kollegin im Homeoffice schicken Sie das PDF während der gemeinsamen Videokonferenz, wenn alle da sind, und sagen ein paar Worte im Namen der Abteilung. So bekommt das Geschenk seinen Auftritt und landet nicht stumm im Posteingang.
Ein Detail vergessen Schenkende gern. Die Konsumforscherinnen Mary Steffel, Elanor Williams und Robyn LeBoeuf fanden heraus, dass Schenkende unterschätzen, wie lange Beschenkte eine Geschenkkarte liegen lassen: In einem ihrer Versuche hatten 18 Prozent der Beschenkten die Karte noch nicht eingelöst, während die Schenkenden das nur bei 3 Prozent erwartet hatten. Und je enger der Kreis der Dinge, für die eine Karte gilt, desto länger bleibt sie liegen. Sagen Sie der Kollegin deshalb, dass der Gutschein zwei Jahre gilt und ein Rest innerhalb dieser Zeit auf dem Code bleibt, und fragen Sie nach ein paar Monaten beiläufig, ob sie schon etwas gefunden hat. Das ist keine Aufdringlichkeit, sondern die Fortsetzung des Geschenks.
Übergabe auf der Weihnachtsfeier
Die Übergabe im Büro unterscheidet sich von der in der Familie: Es gibt Zuschauer, es gibt Spielregeln, und oft gibt es keine Gelegenheit, das Geschenk persönlich zu erklären.
Verpackung und Anhänger beim Wichteln
Beim Wichteln steht auf dem Päckchen der Name der beschenkten Person, nicht der eigene. Die Verpackung ist neutral und verrät den Schenkenden nicht: Weiß die Abteilung, dass Sie Packpapier mit Pflanzenmuster lieben, nehmen Sie ein anderes. Das Schmuckstück kommt am besten in ein eigenes Etui oder Säckchen, damit es im Geschenkpapier nicht verloren geht.
Legen Sie bei Schmuck ein Kärtchen mit kurzen Angaben zum Stück bei: woraus es ist und wie man es pflegt. Die beschenkte Person kann Sie nicht fragen, aus welchem Metall die Nadel ist oder ob das Kordelarmband nass werden darf, denn sie weiß nicht, wer Sie sind. Zwei Zeilen auf dem Kärtchen beantworten die Frage und zeigen, dass das Stück bewusst gewählt wurde.
Auflösen oder geheim bleiben
Das entscheiden die Spielregeln, nicht jede Person für sich. In manchen Abteilungen bleibt das Geheimnis für immer, in anderen lösen alle am Ende der Feier auf, in dritten bleibt der heimliche Schenker wochenlang unsichtbar wie bei den österreichischen Engerln. Wichtig ist, dass eine Regel für alle gilt und vorher vereinbart ist.
Gibt es keine Regel, bleiben Sie im Zweifel verborgen. Das Geheimnis schützt beide Seiten vor Verlegenheit: Gefällt das Geschenk nicht, muss die beschenkte Person Ihnen nichts vorspielen. Gefällt es, erzählt sie es womöglich der ganzen Abteilung, und Sie hören es als Unbeteiligter.
Wichteln mit Kollegen im Homeoffice
Eine Kollegin im Homeoffice ist beim Wichteln eine eigene Aufgabe. Das Geschenk muss per Post oder Kurier verschickt werden, dafür braucht es eine Adresse, und wer direkt danach fragt, gibt sich zu erkennen. Besser sammelt die Organisatorin die Adressen mit Einverständnis der Teilnehmenden und gibt sie an die Schenkenden weiter; manche digitale Auslosung erlaubt auch, die Adresse gleich mit zu hinterlegen.
Der Versand braucht Zeit, bestellen Sie für eine Kollegin im Homeoffice deshalb früher als für die im Büro. Ist es knapp geworden, löst der elektronische Gutschein das Problem, aber nur, wenn der Wichtelbetrag ihm entspricht. In allen anderen Fällen ist es ehrlicher, sich mit der Organisatorin abzusprechen und das Geschenk verspätet zu schicken, mit einer Zeile Erklärung im Päckchen. Das Auspacken selbst kann trotzdem gemeinsam stattfinden: vor der Kamera, während alle zusehen.
Wenn das Geschenk nicht gefällt oder günstiger war
Haben Sie ein Geschenk bekommen, das Ihnen nicht gefällt, ist die Etikette einfach: bedanken und nicht darüber reden. Sie wissen nicht, von wem es stammt, und jede Bemerkung kann den Schenkenden erreichen. Ein Stück, das Sie nicht tragen werden, schenken Sie außerhalb der Arbeit weiter, wo es niemand wiedererkennt.
War Ihr Geschenk deutlich teurer als das, was Sie bekommen haben, liegt das bei Ihnen und nicht beim Schenkenden: Sie haben den Betrag überschritten, er ist im Rahmen geblieben. War es günstiger, hat jemand anderes überschritten. In beiden Fällen ist das Beste, laut nichts zu vergleichen.
Vergleich: Schmuck, Gutschein oder etwas Essbares
Schmuck ist nicht der einzige Weg, Kollegen etwas Gutes zu tun, und ein ehrlicher Vergleich zeigt, wann er wirklich die beste Wahl ist.
Schmuck oder Kaffee, Tee und Schokolade
Süßes, guter Tee und Kaffeebohnen sind ein sicheres Geschenk im Büro. Bei der Größe kann man nicht danebenliegen, eine Botschaft tragen sie nicht, und man kann sie mit der Abteilung teilen. Doch die Sicherheit hat ihren Preis: So ein Geschenk ist schnell aufgegessen und bald vergessen.
Schmuck bleibt länger in Erinnerung. Eine Nadel an der Tasche oder ein Armband am Handgelenk erinnert jedes Mal an das Geschenk, wenn man es anlegt. Schmuck gewinnt deshalb dort, wo das Geschenk bleiben soll: bei der Kollegin, mit der Sie seit Jahren arbeiten, beim Abschied, beim Jubiläum. Süßes gewinnt dort, wo das Geschenk leicht sein soll: beim Wichteln in einer großen Abteilung, wenn Sie die gezogene Person gar nicht kennen.
Ist die Wahl wirklich schwer, lässt sich beides verbinden: eine kleine Tafel guter Schokolade und ein Kordelarmband in einer Schachtel. Das Stück bleibt, und das Süße macht die Übergabe festlich.
Gleiche Geschenke für alle oder verschiedene
Eine Teamleiterin oder ein großzügiger Kollege möchte manchmal allen etwas schenken, mit denen er arbeitet. Die wichtigste Entscheidung dabei: gleiche Stücke oder verschiedene.
Gleiche Geschenke verhindern den Vergleich: Niemand fragt sich, warum sie Ohrringe bekommt und ich eine Nadel. Doch sie sind unpersönlich, und das sieht man. Verschiedene Geschenke zeigen Aufmerksamkeit für jede Person, bergen aber das Risiko, dass jemand sein Geschenk für schlechter hält.
Am besten funktioniert der Mittelweg: Stücke aus einer Linie, auf einem Niveau und zum selben Preis, aber mit verschiedenen Motiven. Etwa Armbänder zum gleichen Preis: die Weltkarte an der Kordel für die, die viel reisen, die silberfarbene Schlangenkette für die, die sich strenger kleiden. Sind alle Kollegen gelassen gegenüber Aberglauben und mögen Geschichte, leisten dasselbe die Anstecknadeln einer Kollektion: Navaja, Schwert, Navaja in Emaille. Jede Person bekommt ihr Eigenes, und niemand spürt einen Unterschied in der Wertschätzung.
Wichteln oder Sammelgeschenk vom Team
Manchmal entscheidet die Abteilung selbst, wie sie feiert: wichteln oder zusammenlegen. Für den Tausch im Dezember in einer großen Gruppe ist das Wichteln bequemer: Jede Person besorgt ein Geschenk statt eines für jeden, und die Beträge sind gleich.
Für den persönlichen Anlass einer einzelnen Kollegin, Geburtstag, Abschied, Jubiläum, taugt das Wichteln nicht: Das Geschenk bekommt eine Person, und alle schenken. Hier braucht es ein Sammelgeschenk, und genau hier zeigt der Gutschein seine Stärke: Die Beiträge aller bezahlen den Gutschein, und die Namen aller auf dem Blatt machen das Geschenk zu einem gemeinsamen.
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Fakten, die überraschen
Der Boxing Day ist laut Wörterbuch der Tag des Arbeitsgeschenks. Den Ausdruck Christmas box verzeichnet schon das französisch-englische Wörterbuch von Randle Cotgrave von 1611, und den Boxing Day findet das Oxford English Dictionary zuerst 1743, in den Protokollen des Londoner Gerichts Old Bailey. Es definiert ihn ausdrücklich als den Tag, an dem Händler und Angestellte Geschenke oder Trinkgelder von Kunden und Arbeitgebern erhielten.
Großeltern liegen beim Schenken weit daneben. In Waldfogels Befragung schätzten die Beschenkten die Geschenke von Großeltern auf etwa 63 Prozent des gezahlten Preises. Und mehr als zwei Fünftel ihrer Geschenke machten Großeltern in Geld.
Die Karte für alles wirkt auf Beschenkte aufmerksamer, als Schenkende glauben. Steffel, Williams und LeBoeuf fragten in derselben Arbeit, welche Karte man wählen soll: die für das Lieblingsgeschäft des Empfängers oder eine universelle. Schenkende wählten in 65 Prozent der Fälle die Geschäftskarte, Beschenkte hätten sie nur in 26 Prozent gewollt. Die universelle Karte nannten 45 Prozent der Beschenkten das aufmerksamere Geschenk, aber nur 18 Prozent der Schenkenden.
Geschenkkarten werden unter Nennwert weiterverkauft. Die Ökonomin Jennifer Offenberg verglich 2007 die Nennwerte von Geschenkkarten mit den Preisen, zu denen sie auf Online-Auktionen weiterverkauft wurden, und kam auf einen Abschlag von rund 15 Prozent.
Um weiße Elefanten wurde Krieg geführt. 1563 verlangte der birmanische König Bayinnaung vom König von Siam zwei weiße Elefanten, erhielt eine Absage und nutzte sie als Anlass für eine Invasion. Der Krieg heißt bis heute Krieg um die weißen Elefanten.
Kris Kringle ist ein verkleidetes Christkind. In Australien und Kanada heißt das Wichteln Kris Kringle, in Irland Kris Kindle. Beide Namen stammen vom deutschen Christkindl, über das pennsylvaniadeutsche Christ-kinkle. Ein deutscher Gabenbringer wurde so im Englischen zum Namen eines Bürospiels.
In Philadelphia heißt das Spiel nach einer Romanheldin. In Pennsylvania und rund um Philadelphia bis ins südliche New Jersey nennt man den Tausch per Los Pollyanna, nach Eleanor Porters Roman von 1913 über ein Mädchen, das in allem einen Grund zur Freude findet. Warum das Spiel gerade ihren Namen bekam, ist nicht geklärt.
In Japan gibt es Schokolade aus Pflicht. Giri-Choco schenken Frauen am Valentinstag männlichen Kollegen und Vorgesetzten, und niemand hält sie für eine Liebeserklärung, denn giri bedeutet Pflicht. Und im Dezember kennt Japan das Oseibo: Geschenke an Vorgesetzte, Kunden und alle, denen man im Jahr etwas verdankt.
Zum Verschenken? Jedes Stück kommt bereit zum Überreichen.
Eine Zevira-Schachtel und eine kleine Karte in jeder Bestellung.Häufige Fragen
Wie viel gibt man beim Wichteln im Büro aus? So viel, wie jede Person ohne Mühe ausgeben kann, auch die jüngste im Team. Den Betrag legt die Organisatorin fest oder die Runde stimmt vorher ab, und er gilt für alle gleich. Liegt er auf dem Niveau einer Schachtel Pralinen, passt Schmuck aus Metall meist nicht hinein. Auf dem Niveau eines Mittagessens im Café passt die untere Klasse des Katalogs: Ohrringe und Clips, Armbänder, für einen bekannten Kollegen auch eine Anstecknadel. Halsketten mit Kette im Lieferumfang liegen eine Stufe höher.
Darf man einer Kollegin Schmuck schenken? Ja, wenn das Stück kein Wissen über den Körper verlangt und keine persönliche Botschaft trägt. Armband, Clips und eine Halskette mit mitgelieferter Kette passen in jede Abteilung, eine Anstecknadel mit Miniaturklinge zu einer Kollegin, deren Verhältnis zum Aberglauben Sie kennen. Ring, Herz und Partnerstücke schenkt man Kollegen nie; die einzige Ausnahme ist ein Siegelring vom ganzen Kollegium zum Ruhestand. Religiöse Zeichen nur jemandem, der sie selbst schon trägt.
Ist ein Gutschein als Geschenk für Kollegen in Ordnung? Ja, als Geschenk vom ganzen Team, für Kollegen im Homeoffice, zum Abschied und für Menschen mit kompliziertem Geschmack. Beim Wichteln mit kleinem Betrag nicht: Der Nennwert liegt darüber und bricht die Regel gleicher Geschenke.
Was schenkt man einem Kollegen beim Wichteln? Ein silberfarbenes Kettenarmband für unter die Manschette oder ein Kordelarmband, wenn im Büro kein strenger Dresscode gilt. Navaja-Pin, Schwert-Pin und Messeranhänger der Kollektion Forja Española passen zu einem Mann, der sich für Handwerk interessiert und nicht an den Aberglauben ums Scharfe glaubt, aber nicht beim Wichteln, wo der gezogene Kollege abergläubisch sein könnte.
Was tun, wenn man sich beim Wichteln selbst zieht? Der Organisatorin Bescheid geben, alle Zettel zurück, neu losen. Mit dem Nachbarn tauschen geht nicht: Dann wissen Sie beide, wen der andere beschenkt. Zuverlässiger ist es, gleich als Kette zu losen oder eine digitale Auslosung zu nutzen, bei der ein solcher Treffer ausgeschlossen ist.
Muss man beim Wichteln mitmachen? Nein, die Teilnahme sollte freiwillig sein. Sagen Sie vor der Auslosung ab, ruhig und ohne Erklärung über Geld. Wer nicht mitmacht, hält sich am besten auch aus den Gesprächen über die Geschenke heraus.
Verrät man sich beim Wichteln am Ende? Das legen die Spielregeln fest, für alle gleich. Ist nichts vereinbart, bleiben Sie besser unerkannt: Das Geheimnis erspart der beschenkten Person, Begeisterung zu spielen, wenn das Geschenk nicht gefällt.
Was ist der Unterschied zwischen Wichteln und Schrottwichteln? Beim Wichteln kauft man ein kleines Geschenk für die gezogene Person. Beim Schrottwichteln bringt man ein ungeliebtes, aber funktionierendes Stück von zu Hause mit, und die Päckchen wandern oft per Würfel weiter. Schmuck gehört ins klassische Wichteln, nicht ins Schrottwichteln.
Geschenk für Kollegen ohne Fehlgriff
Anstecknadeln, Kordelarmbänder, Halsketten mit Kette im Lieferumfang und ein Geschenkgutschein für den ganzen Katalog.
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Fazit
Ein Geschenk im Büro ruht auf drei Regeln: neutrale Bedeutung, Preis im vereinbarten Rahmen, ein Stück, für das man nichts über den Körper wissen muss. Alles andere, von der Wahl zwischen Nadel und Armband bis zur Frage, ob man sich zu erkennen gibt, folgt daraus. Das Wichteln fügt seine eigenen Regeln hinzu: gleicher Betrag, Anonymität und eine saubere Auslosung, die Mathematiker seit 1713 berechnen können.
Schmuck schlägt Süßes dort, wo das Geschenk bleiben soll, und der Gutschein schlägt den Schmuck dort, wo das ganze Team schenkt und niemand den Geschmack kennt, wo die Kollegin im Homeoffice arbeitet oder geht, also dort, wo niemand das Stück aussuchen kann. Gibt es im Team jemanden, der den Geschmack kennt, darf das Sammelgeschenk auch ein Gegenstand sein. Beim Wichteln mit kleinem Betrag übernehmen Armband und Clips. Für ein Geschenk, das man unter vier Augen einem Menschen mit schwer lesbarem Geschmack überreicht, gibt es den Artikel über das Geschenk für jemanden, der alles hat.
Über Zevira
Zevira stellt Schmuck um Formen und Zeichen mit Geschichte zusammen: Miniaturen aus dem spanischen Messerhandwerk, Motive aus Botanik und Himmel, Designerschmuck aus Silber 925. Für ein Geschenk, bei dem der Geschmack unbekannt ist, gibt es einen elektronischen Gutschein mit Namen für den ganzen Katalog: Die Wahl bleibt bei der beschenkten Person.























































