
Darf man ein Amulett verschenken? Glücksbringer, Taufpfennig und Schutzengel: wem, welches und wie
Am 4. April 1589 wurde in Bayreuth der kleine Johannes Drosendorf getauft. Zur Taufe bekam er einen vergoldeten Silberpfennig, den man an einer Kette als Amulett tragen oder in die Kleidung einnähen konnte. Das Stück liegt heute im Deutschen Historischen Museum. Gekauft hat es sich der Junge nicht: Es kam aus fremder Hand.
Die Frage „Darf man ein Amulett verschenken?“ taucht meist auf, wenn das Päckchen schon gepackt ist. Bringt es Unglück? Muss der Beschenkte einen Cent zurückgeben? Wirkt ein Glücksbringer nur, wenn man ihn geschenkt bekommt? Kränkt eine Hand der Fatima eine gläubige Freundin? Hier stehen die Antworten der Reihe nach: was der deutsche Brauch sagt, wann ein anderes Zeichen besser passt, welches Amulett zu welchem Menschen und Anlass gehört, wie man es überreicht und was andere Kulturen mit derselben Geste machen.
Die kurze Antwort: Ja, und in Deutschland ist Schenken der Normalfall
Man darf. Keiner der Bräuche, die hier vorkommen, bestraft die Geste, jemandem Schutz oder Glück zu schenken, und mehrere ziehen das Geschenk dem Kauf sogar vor. Der Glücksbringer zu Silvester, der Taufpfennig des Paten, der Schutzengel zur Taufe, die Christophorus-Plakette im Auto: In Deutschland wandern solche Dinge seit Jahrhunderten von einer Hand in die andere. Die Vorbehalte, die es gibt, sind vier, und sie betreffen etwas anderes als die Geste selbst. Es geht um das Zeichen, das nicht zum Glauben des Beschenkten passt, um den geweihten Gegenstand für jemanden, der damit nichts anfangen kann, um das getragene Stück, dessen Geschichte man verschweigt, und um die spitze Form für einen abergläubischen Menschen.
Was hinter der Frage nach dem Unglück steckt
Die Sorge färbt von anderen Geschenken ab. Im deutschen Volksglauben gibt es eine ganze Liste von Geschenken mit schlechtem Ruf: das Messer, das die Freundschaft zerschneidet, das Taschentuch, das Tränen verspricht, die Perlen, die leere Geldbörse, die Uhr. Wer diese Liste kennt, beäugt jeden Gegenstand mit Bedeutung misstrauisch, und ein Amulett hat mehr Bedeutung als jeder andere. In diesem Verzeichnis steht das Amulett aber auf der anderen Seite, bei den Gaben, die man ohne Bedenken überreicht, weil der gute Wunsch schon im Gegenstand steckt. Die vollständige Übersicht mit allen Auswegen steht im Ratgeber Was man nicht schenken sollte.
Trage das Symbol, lies nicht nur darüber. Jetzt verfügbar:
Es gibt eine zweite, feinere Sorge: dass ein Nazar-Auge oder eine Feigenhand dem anderen sagt „Ich sehe dich in Gefahr“ oder „Jemand ist neidisch auf dich“. Diese Gefahr ist echt und hat mit Magie nichts zu tun. Sie hängt an den Worten, mit denen man das Stück übergibt, und deshalb bekommen die Worte weiter unten einen eigenen Abschnitt. Ein Amulett, das mit „Damit es dir in Hamburg gut geht“ überreicht wird, kommt an wie eine Umarmung. Dasselbe Amulett mit dem Satz „Bei den Leuten um dich herum kannst du das brauchen“ kommt an wie eine Diagnose.
Geschenkt, gefunden oder gekauft: was die Bräuche sagen
Der Satz „Ein Glücksbringer muss geschenkt sein“ ist oft zu hören und stimmt nur zur Hälfte. Es kommt auf das Zeichen an. Das türkische Auge und die Hand der Fatima kauft man sich ohne Weiteres selbst: Die Ratgeber zum Nazar und zur Hamsa erklären das ausführlich, und in beiden gilt das geschenkte Stück als etwas stärker, ohne dass das gekaufte dadurch etwas verliert. Beim neapolitanischen Horn steigt die Vorliebe um eine Stufe: Die Tradition des Cornicello zählt das Geschenk zu seinen Bedingungen, auch wenn viele Italiener ihr Horn selbst kaufen. In Brasilien gibt es eine Redensart über die Feigenhand, die das Ganze zusammenfasst: Die beste Figa ist die geschenkte, nicht die gekaufte. Und vom roten Faden heißt es, er halte besser, wenn ein anderer Mensch ihn knotet.
Der deutsche Volksglaube fügt einen dritten Weg hinzu: das Finden. Ein vierblättriges Kleeblatt soll zufällig gefunden sein und nicht gezüchtet, sonst bringt es der Überlieferung nach eher Pech. Drei Wege also, und keiner schließt die anderen aus: gefunden, geschenkt, gekauft. In keinem dieser Fälle „verdirbt“ der eigene Kauf etwas. Was das Geschenk verändert, ist etwas anderes: Das Stück kommt mit dem Namen eines Menschen daran.
Glücksbringer als Geschenk: die deutsche Tradition
Bevor man nach Neapel oder Istanbul schaut, lohnt ein Blick in Großmutters Schublade. Dort findet sich vielleicht ein Glückscent aus einem Silvesterpäckchen, ein Patenbrief mit altmodischer Schrift, ein silberner Kinderbecher mit eingraviertem Namen, eine kleine Christophorus-Plakette aus dem ersten Auto. Kaum eines dieser Dinge hat sich jemand selbst gekauft. Sie kamen vom Paten, von der Nachbarin zum Jahreswechsel, von jemandem, der zum bestandenen Führerschein gratulierte. Das deutsche Amulett ist weniger ein Machtgegenstand als ein Familiengegenstand, und seine Geschichte erzählt sich besser über die Frage, wer es gab, als über die Frage, was es angeblich bewirkt. Die folgenden Beispiele haben jeweils ihren eigenen Weg von Hand zu Hand: Eines wird zum Jahreswechsel verteilt, eines im Gras gefunden, eines vom Paten bestellt, eines am Armaturenbrett befestigt. Um sie zu verstehen, muss man an nichts glauben. Es genügt, darauf zu achten, wer gibt, wer bekommt und an welchem Tag es geschieht.
Silvester: das Glück, das man verschenkt
Kein Datum im deutschen Kalender ist so dicht mit Glücksbringern besetzt wie der Jahreswechsel. Marzipanschweine, Schornsteinfeger aus Schokolade, Kleeblätter im Topf, Hufeisen und Glückscents liegen dann in den Supermärkten, und gedacht sind sie zum Verschenken. Das Volkskundemuseum Wien beschreibt den Brauch nüchtern: Zu Neujahr werden in Mitteleuropa Glücksbringer verschenkt, manchmal aus echtem Glauben an ihren Nutzen, immer aber der Schenktradition verpflichtet und dem Wunsch nach guten Beziehungen zu anderen Menschen. Dasselbe Museum verfolgt die Sitte, sich zum Jahreswechsel kleine Gaben zu überreichen, bis in die römische Zeit zurück, als Süßigkeiten, Öllampen und Münzen die Hand wechselten.
Die einzelnen Figuren haben ihre eigenen Erklärungen. Der Schornsteinfeger brachte das Glück ganz praktisch ins Haus: Mit verstopftem Kamin konnte man weder kochen noch heizen, und er verhinderte, dass sich der Ruß entzündete. Bis heute gilt es als Glück, ihn zu berühren oder seinen goldenen Knopf anzufassen. Früher zogen die Kaminkehrer zum Jahreswechsel von Tür zu Tür und wünschten ein gutes neues Jahr, wofür es eine Münze gab. Beim Glücksschwein ist die Sache weniger klar. Dass das Tier für Wohlstand steht, ist unstrittig, und „Schwein haben“ heißt Glück haben, aber wie genau es zum Glücksbringer wurde, lässt sich nach Auskunft des Wiener Museums bis heute nicht vollständig klären. Wer ein Marzipanschwein verschenkt, setzt also einen Brauch fort, dessen Anfang niemand kennt. Mehr zu Hufeisen und Klee steht im Ratgeber Hufeisen und Kleeblatt im Schmuck.
Das Kleeblatt, das man finden muss
Beim vierblättrigen Kleeblatt spricht der Brauch ausdrücklich gegen den Kauf. Es soll zufällig gefunden werden. Ein gezüchtetes Kleeblatt, wie es zu Silvester im Blumentopf verkauft wird, zieht der Überlieferung nach eher Pech an. Auf Reisen mitgenommen soll ein gefundenes Kleeblatt vor Unglück schützen, in die Kleidung eingenäht vor dem Bösen. Eine Legende erzählt, Eva habe ein Kleeblatt als Andenken aus dem Paradies mitgenommen.
Für den Schenkenden ist das eine hübsche Aufgabe. Ein selbst gefundenes Kleeblatt, getrocknet und in eine Karte gelegt, ist nach den Regeln des Volksglaubens das stärkste Exemplar, das man verschenken kann, und es kostet nichts als einen Nachmittag auf der Wiese. Wer keines findet, schenkt das Zeichen als Schmuckstück und erzählt die Regel dazu. Das Kleeblatt aus Silber oder Emaille ist dann kein Ersatz für das echte, sondern das Bild davon, und genau so lässt es sich auch übergeben: „Gefunden habe ich keins, aber gesucht.“ Der Satz macht aus dem gekauften Stück eine kleine Geschichte, und um die geht es bei jedem Glücksbringer.
Glückspfennig und Glückscent
Der kleinste Glücksbringer ist eine Münze. Wer einen Glückspfennig verschenkt, wünscht dem Empfänger, dass ihm das Geld nie ausgeht. Seit es keine Pfennige mehr gibt, hat das Ein-Cent-Stück seine Rolle übernommen, und es liegt in Silvesterpäckchen, in Geldbörsen, die man verschenkt, und in Glückwunschkarten. Die Münze hat eine ältere Verwandtschaft: Man sieht in ihr oft eine kleine Ausgabe des Tauftalers oder des Weihgroschens, die man früher gegen Hexen an die Stalltür nagelte oder bei sich trug.
Dieselbe Münze hat im Schenken noch eine zweite Aufgabe. Für Messer, Scheren und andere spitze Geschenke gibt der Beschenkte nach deutschem Brauch einen Glückscent zurück, und aus der Gabe wird ein Kauf. Darauf kommt der Abschnitt über spitze Amulette weiter unten zurück. Hier zählt etwas anderes: Der Cent ist das deutlichste Beispiel dafür, dass ein Glücksbringer keinen Wert haben muss, um etwas zu bedeuten. Er ist das billigste Stück Metall im Portemonnaie, und trotzdem hebt man den geschenkten Cent auf, statt ihn auszugeben.
Taufpfennig, Tauftaler und Patenbrief
Der Pfennig aus dem Bayreuther Taufjahr 1589 gehört zu einer ganzen Gattung. Er ist aus vergoldetem Silber, ziseliert, gut vier Zentimeter groß und knapp sechzehn Gramm schwer, vermutlich von einem Goldschmied am Ort angefertigt. Solche Stücke konnte man an einer Kette als Amulett tragen oder in die Kleidung einnähen. Nach Angaben des Deutschen Historischen Museums waren sie im 16. und frühen 17. Jahrhundert sehr beliebt. Später traten Geldgeschenke an ihre Stelle, oft in Form der begehrten Tauftaler aus den Münzstätten des Harzes.
Der Brauch lebte in anderer Form weiter. Aus Merseburg ist ein Patenbrief von 1903 erhalten: ein verzierter Umschlag, innen ein gedrucktes Blatt mit einem christlichen Spruch und guten Wünschen, das die Patin nur noch unterschreiben musste. Solche Briefe wurden oft in kleinen Schachteln aufbewahrt, manchmal mit einem Pfennig als Glücksbringer darin. Damals konnte das Kind den Taufpfennig am Körper tragen. Heute gehört ein solches Stück in die Hände der Eltern und in eine Schatulle, bis das Kind alt genug ist, Schmuck selbst zu tragen. Was Paten heute zur Taufe schenken und was man eingraviert, erklärt der Ratgeber Schmuck zur Taufe.
Silberbecher, Kinderlöffel und Rassel: Patengaben aus Silber
Neben dem Patenbrief nennt das Deutsche Historische Museum die Geschenke, die wohlhabendere Familien um 1900 dazulegten: einen silbernen Becher, Kinderbesteck oder ein Sparbuch mit einer ersten Einlage. Pate zu sein galt als Ehre, besonders beim ersten oder zweiten Kind, und die Pflichten, manchmal auch die finanziellen, reichten bis zur Konfirmation. Der Silberbecher ist ein Amulett ohne Amulettform: Er schützt nichts, aber er bleibt, und er trägt einen Namen, den der Beschenkte sein Leben lang wiederfindet.
Wie nah Spielzeug und Schutzzeichen beieinanderliegen konnten, zeigt ein Gegenstand aus derselben Familie. In England und seinen amerikanischen Kolonien schenkte man im 18. Jahrhundert zur Taufe eine silberne Rassel mit Pfeife, Glöckchen und einem Korallenstab am Ende. Sie war Spielzeug, Beißring und Amulett in einem, und später wurde sie in der Familie als Erbstück weitergegeben. Die Koralle galt seit der Antike als Schutz für Kinder. Heute steht so eine Rassel in der Vitrine, und dort gehört sie auch hin: Kleine Glöckchen und Teile, die sich lösen, haben in Babyhänden nichts verloren.
Der Schutzengel zur Taufe
Neben dem Kreuz ist der Schutzengel-Anhänger in vielen deutschen Familien das typische Taufgeschenk: ein kleiner Engel aus Silber oder Gold, oft mit Flügeln und gefalteten Händen, manchmal mit dem Taufdatum auf der Rückseite. Auch katholische Pfarrblätter in Österreich beschreiben Engelanhänger als sehr beliebte Gabe zur Taufe. Die Kirche feiert die heiligen Schutzengel am 2. Oktober, und wer ein Datum für das Geschenk sucht, das nicht an einem Sakrament hängt, findet hier eines.
Der Engel ist ein Zeichen, das auch Menschen verstehen, die mit Kirche wenig zu tun haben. Ein Schutzengel sagt „Ich wünsche dir, dass dir nichts passiert“, und das ohne Bekenntnis und ohne Fachwissen über Symbole. Darum taugt er als Geschenk für ein Kind aus einer Familie, deren Glauben man nicht genau kennt. Früher steckte man ihn an die Kleidung oder hängte ihn an den Kinderwagen. Heute gilt eine andere Regel, und sie steht weiter unten im Abschnitt über Geschenke zur Geburt: Der Engel geht an die Eltern und wartet, bis das Kind größer ist.
Kundenstimmen
Zevira ist ein echter Schmuckshop. Echte Zahlungen, Lieferungen und Dankesnachrichten von Kunden.
Ein großes Auge für jemanden, der im Rollkragen lebt? Das sehen Sie genau einmal am Hals, bei der Übergabe. Das Amulett wählt man nach dem Ausschnitt des Beschenkten, nicht nach der Vitrine des Käufers.
Der Rat des Stylisten: ein Amulett, das getragen wird und nicht in der Schublade liegt
Ein geschenktes Amulett scheitert nicht am Zeichen. Es scheitert an der Form: zu groß, aus dem Metall, das dieser Mensch nicht trägt, an einer Kette, die zu keinem seiner Ausschnitte passt. So ein Stück wird einmal vor dem Schenkenden angelegt und verschwindet dann.
Womit fangen Sie an, wenn Sie ein Amulett zum Verschenken auswählen?
Mit dem, was der Mensch schon trägt. Ich schaue auf Hals und Handgelenke: welcher Metallton, welche Kettenlänge, gibt es etwas, das er nie ablegt. Wer eine goldfarbene Kette trägt, dem empfehle ich einen Anhänger in warmem Ton, der an diese Kette passt. Wer nur Silber trägt, bei dem bleibt ein goldfarbenes Amulett in der Schachtel liegen, egal was es bedeutet. Das Stück, das sich in das Vorhandene fügt, hält Jahre. Das Stück, das ein ganz neues Zusammenspiel verlangt, hält einen Nachmittag.
Welche Größe empfehlen Sie?
Die Größe wähle ich nach dem Kragen, nie danach, wie das Stück im Etui wirkt. In der Vitrine sieht das Große großzügiger aus. Getragen entscheidet der Ausschnitt. Für jemanden, der im Hemd mit Knopfleiste und im Rollkragenpullover lebt, rate ich zu einem kleinen Anhänger in der Größenordnung der Hand aus dem Katalog mit 20 mal 14 Millimetern, der unter dem Kragen bleibt und in einer Besprechung keine Erklärung verlangt. Für jemanden mit offenem Ausschnitt empfehle ich ein größeres Stück mit eigener Kette, weil ein Minianhänger auf der Haut untergeht. Der Fehler, den ich am häufigsten sehe: das große Auge für jemanden, der von Oktober bis Mai keinen Hals zeigt.
Und wenn Sie den Geschmack nicht kennen?
Dann rate ich zu einem Anhänger ohne Kette und einer Karte mit dem Satz „Häng ihn an deine“, vorausgesetzt, Sie wissen, dass er eine in diesem Ton besitzt. Der Mensch entscheidet selbst, wohin das Stück kommt, an die Kette, an ein Armband oder an den Schlüsselbund, und das Geschenk gehört ihm von der ersten Minute an. Was ich nicht empfehle, ist das Set aus Ohrringen, Anhänger und Armband mit demselben Zeichen: Es zwingt ein Ensemble auf, und ein Amulett muss sich in den Stil des anderen fügen. Mehr dazu im Ratgeber Schmuck schenken, wenn man den Geschmack nicht kennt.

Kamera einschalten, Ohrringe, Anhänger oder Ring wählen, und das Stück in Echtzeit an sich sehen.
Modell mit einem Tippen wechseln.
Alles läuft im Browser: kein Foto und kein Video wird hochgeladen.
Wann man besser ein anderes Amulett schenkt
Die Vorbehalte gibt es, und man sollte sie ernst nehmen, auch wenn man selbst an nichts glaubt, denn das Geschenk bekommt ein anderer, und es zählt, was er denkt. Es sind vier Fälle, und keiner verbietet die Geste: Jeder verlangt ein anderes Zeichen, ein anderes Stück oder eine andere Art der Übergabe.
Wer einen anderen Glauben hat oder keinen
Ein Amulett trägt immer ein Zeichen, und viele Zeichen haben eine religiöse Richtung. Das Kreuz, die Marienmedaille, die Hand der Fatima, der Davidstern oder die Benediktusmedaille sind für jemanden, der damit aufgewachsen ist, selbstverständlich und können jemanden aus einer anderen Tradition befremden. Der Hamsa-Ratgeber weist darauf hin, dass manche Strömungen im Islam und im Judentum Amulette ablehnen, sodass selbst das „eigene“ Zeichen bei einem sehr frommen Menschen nicht sicher ist. Die Regel lautet: vorher fragen, beiläufig und ohne das Geschenk anzukündigen.
Wenn man nicht fragen kann, bleiben die Zeichen, die keiner Konfession gehören: die Sonne, die Windrose, das Kleeblatt, das Hufeisen. Das Glücksschwein ist ebenfalls weltlich, aber bei jüdischen oder muslimischen Beschenkten unpassend, weil das Tier dort als unrein gilt. Das türkische Auge steht dazwischen. Menschen verschiedener Religionen tragen es rund ums Mittelmeer, aber es spricht von Neid und bösem Blick, und einem sehr rationalen Menschen kommt es leicht wie Aberglaube vor. Für ihn eignet sich ein Zeichen für Richtung oder Licht besser als eines der Abwehr.
Geweihte Medaillen und Andachtsgegenstände
Ein Teil der Amulette geht durch einen Ritus, bevor er seinen Besitzer erreicht. Das Skapulier zum Beispiel wird in einer kirchlichen Feier aufgelegt, und die Medaille, die es ersetzen darf, setzt diesen Schritt voraus. Die Geschichte steht im Ratgeber zum Skapulier vom Karmel. Solche Gegenstände tragen neben dem Zeichen auch die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, und es ist sinnvoll, sie jemandem zu schenken, der sich dieser Gemeinschaft zugehörig fühlt.
Einen nicht gläubigen Menschen stellt eine geweihte Medaille vor ein Problem, das er vorher nicht hatte: Er will sie nicht tragen und traut sich auch nicht, sie irgendwo in die Schublade zu legen. Der umgekehrte Fehler kommt ebenfalls vor. Ein gläubiger Mensch bekommt ein Amulett, das seine eigene Tradition mit Skepsis betrachtet, und steckt zwischen Höflichkeit und Gewissen fest. In beiden Fällen ist der Ausweg derselbe: das Stück nach dem Glauben des Beschenkten auswählen und nicht nach dem des Käufers. Bleibt ein Zweifel, sagt ein weltliches Zeichen dasselbe, ohne jemanden in Verlegenheit zu bringen.
Das getragene, geerbte oder antike Amulett
Über Schmuck, der schon einen Besitzer hatte, liegt ein bekannter Glaube: Er bewahre etwas von dem Menschen, der ihn trug. Der oben verlinkte Ratgeber über Geschenkaberglauben erklärt, wie man damit umgeht. Bei einem Amulett ist die Frage einfacher, als sie aussieht, und sie läuft darauf hinaus, ob sich die Geschichte des Stücks erzählen lässt.
Die Medaille der Urgroßmutter lässt sich erzählen: wer sie trug, zu welcher Taufe sie kam, warum sie jetzt an diese Enkelin geht. So ein Stück gewinnt mit jeder Weitergabe. Ein Amulett vom Flohmarkt lässt sich nicht erzählen, und einem ängstlichen Menschen verdirbt die Frage „Wem hat das gehört?“ das ganze Geschenk. Bleibt das eigene Amulett, das Sie selbst tragen. Es spricht nichts dagegen, es mit Erklärung an ein Kind oder ein Patenkind weiterzugeben. Beim neapolitanischen Horn empfiehlt die Tradition sogar, ein Stück, das man nicht mehr will, an jemand anderen weiterzugeben, statt es wegzuwerfen. Für alles andere vermeidet ein neues Stück die Frage.
Spitze Formen und der Glückscent
Unter den Geschenkregeln ist die von der Klinge die bekannteste: Messer, Scheren und Nadeln „zerschneiden“ die Beziehung, und der Brauch entschärft sie mit einem Glückscent, den der Beschenkte dem Schenkenden gibt. Erst mit dieser Rückgabe ist das kleine Ritual vollzogen. Den Mechanismus, und warum ein geschenktes Messer ein Zeichen von Vertrauen sein kann, erklärt der Ratgeber Messer verschenken.
Manche Amulette haben eine Spitze: das Horn, der Pfeil, das Klingenmotiv. Sie sind Zeichen und keine Werkzeuge, aber die Form ist da, und entscheidend ist der Glaube des Beschenkten. Klopft er auf Holz, legen Sie eine Karte mit dem Satz „Den Cent bekomme ich zurück“ in die Schachtel. Wenn nicht, ist das überflüssig. Die Geste hat außerdem einen Vorteil: Sie macht aus der Übergabe ein kleines Spiel zwischen zwei Menschen, und wer nicht an Vorzeichen glaubt, lacht und gibt den Cent trotzdem.
Lad ein Foto von deinem Haustier, einem Menschen oder einem Gegenstand hoch. Wir bauen daraus ein 3D-Modell und gießen es von Hand in Zinn.
Wem man welches Amulett schenkt
Die Wahl beginnt beim Menschen und nicht beim Zeichen: wie alt er ist, woran er glaubt, was er jeden Tag trägt. Dasselbe blaue Auge, das eine schwangere Freundin rührt, wirkt auf dem Schreibtisch eines Vorgesetzten seltsam.
Zur Geburt: ein Geschenk für die Eltern
Das ist der klassische Anlass und der, der am meisten Sorgfalt verlangt. Die Tradition hängte dem Kind den Taufpfennig um oder steckte den Engel an die Kleidung. Die Kinderheilkunde verlangt heute etwas anderes. Die American Academy of Pediatrics rät, Säuglingen überhaupt keinen Schmuck anzulegen, und im Dezember 2018 warnte die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA offiziell vor Zahnungsketten und Armbändern, nachdem Fälle von Ersticken gemeldet worden waren und ein achtzehn Monate altes Kind im Schlaf von seiner Bernsteinkette stranguliert wurde. In Deutschland warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ebenfalls vor Bernsteinketten für Babys.
Die Lösung respektiert beides. Das Amulett für ein Baby wird nicht umgehängt, nicht an Kleidung oder Decke gesteckt und nicht an Bettchen oder Kinderwagen gebunden. Es geht an die Eltern und kommt in die Erinnerungskiste, bis das Kind alt genug ist, es selbst zu tragen. Am Hals ist es ein Stück für die Zeit, in der das Kind seinen Schmuck selbst versteht, und bis dahin wird es aufbewahrt. Die zweite Möglichkeit ist, das Amulett gleich der Mutter oder dem Vater zu schenken. Ein Anhänger, den sie trägt, solange das Kind klein ist, und den sie weitergibt, wenn es groß genug ist, erfüllt den Auftrag, ohne einem Säugling etwas anzulegen.
Zur Erstkommunion, Konfirmation oder Jugendweihe
Kommunion und Konfirmation sind in Deutschland die zweite große Gelegenheit für Kreuz und Medaille, und für Familien ohne Kirche gibt es die Jugendweihe als weltliches Gegenstück. Hier hat der Beschenkte schon eine eigene Meinung. In diesem Alter weiß ein Kind genau, ob ihm die Kette gefällt, und es trägt sie oder nicht, je nachdem, wie sie sitzt und was auf dem Schulhof gesagt wird. Deshalb passt ein kleines, robustes Stück, das unter dem T-Shirt verschwindet und die Pause übersteht.
Feines Email und Glas splittern bei Stößen, und ein zerbrochenes Geschenk tut in diesem Alter mehr weh als einem Erwachsenen. Besser ist glattes Metall mit einer Gravur auf der Rückseite. Ist die Familie nicht religiös und die Feier weltlich, übernimmt ein Zeichen mit erzählbarer Geschichte dieselbe Aufgabe: eine Sonne, eine Windrose, ein Horusauge. Ein Vierzehnjähriger sagt lieber „Das ist ägyptisch“ als „Das ist, damit mir nichts passiert“.
Für die Freundin, die Schwester, die Partnerin
Bei einer erwachsenen Frau entscheidet, wie sie Schmuck trägt. Hat sie eine Kette, die sie nie ablegt, schenken Sie ihr einen Anhänger für genau diese Kette. Das ist taktvoller, als ihr eine neue Länge und ein neues Metall aufzudrängen. Im Katalog misst der Hamsa-Anhänger mit rotem Herz 20 mal 14 Millimeter, mit einer weiß emaillierten Handfläche, goldfarbenem Rand und einem roten Herz in der Mitte. Er hängt mit den Fingern nach unten. Er wird ohne Kette verkauft und passt also, wenn sie schon eine goldfarbene trägt.
Trägt sie nichts am Hals und mag sie farbigen Schmuck, ist ein vollständiges Stück besser. Die Nazaré-Halskette kommt mit eigener Kette, goldfarben und grobgliedrig, und einem rechteckigen Anhänger mit goldenen Strahlen oben, einer unteren Hälfte in pinkem Email, bunten Strasssteinen und einem weißen Auge mit türkisfarbener Pupille. Das ist ein Stück, das auffällt: Es passt zu einer Frau, die sichtbaren Schmuck schon trägt und Pink wirklich mag. Für eine Freundin mit zurückhaltendem Geschmack bleibt der kleine Anhänger die sichere Wahl. Unter Partnern verträgt ein Amulett ein eingraviertes Datum oder eine handgeschriebene Karte, und damit hört es auf, ein allgemeines Zeichen zu sein.
Einem Mann
Einem Mann, der schon etwas am Hals trägt, ein Lederband oder eine Kette, kann man einen Anhänger mit Präsenz schenken. Der ethnische Hornanhänger ist knapp viereinhalb Zentimeter lang und von oben bis unten goldfarben, mit gehämmerter, gewellter Oberfläche und einem kleinen braunen Stein am Ösenansatz. Er ist kein rotes neapolitanisches Hörnchen und will keines sein, sondern ein Schmuckstück, das glänzt. Er wird ohne Band und ohne Kette verkauft und passt deshalb genau zu dem Mann, der schon etwas hat, woran er ihn hängt.
Wer keinen Schmuck trägt und sich nicht für abergläubisch hält, dem muss ein Amulett zuerst wie ein Gegenstand vorkommen und erst dann wie ein Talisman, und es sollte nicht am Körper sitzen. Es kann im Auto wohnen, am Schlüsselbund oder in der Schreibtischschublade. Die Christophorus-Plakette am Armaturenbrett ist das bekannteste Beispiel. Weitere Ideen nach Art des Stücks stehen im Ratgeber für Schmuckgeschenke an Männer.
Den Eltern oder Großeltern
Einem älteren Menschen schenkt man ein Amulett mit Blick auf zwei Dinge: seinen Glauben und seine Hände. Ist er gläubig, liegt das Naheliegende schon auf dem Nachttisch: seine Heilige, sein Schutzpatron, das Kreuz aus der Heimatgemeinde. Ist er es nicht, funktionieren Familienzeichen, etwa ein Lebensbaum oder eine glatte Medaille mit den Namen der Enkel auf der Rückseite.
Das Zweite wiegt schwerer als das Erste. Steife Finger öffnen keinen winzigen Federring mehr, und das Stück landet in der Schmuckschatulle. Ein langes Band, das über den Kopf geht, oder ein großer Karabiner lösen das Problem. Auch das Gewicht zählt: Eine zu dünne Medaille verbiegt sich, eine zu schwere zieht im Nacken. Für einen runden Geburtstag der Mutter gibt es weitere Ideen im Ratgeber Schmuck zum 50. Geburtstag.
Kolleginnen und Kollegen
Im Büro ist das Amulett gegen Neid ein rutschiges Feld: Wer einem Kollegen ein Auge schenkt, deutet an, dass ihm jemand im Team Böses will, und diese Lesart lässt sich nicht steuern. Die Regel für Geschenke im Beruf lautet, dass das Stück nichts über Glauben aussagt. Es passen Zeichen für Richtung und Glück: eine Windrose zum Wechsel in eine andere Stadt, eine Sonne zum Start eines Projekts, ein Kleeblatt zur bestandenen Probezeit.
Das Glücksschwein zu Silvester ist im Büro ein unverfänglicher Glücksbringer, solange es aus Marzipan ist und auf dem Schreibtisch landet. Bei Schmuck wird es persönlicher, und dann gilt die Regel vom neutralen Zeichen umso mehr. Den ganzen Fall, mit dem Wichteln, beschreibt der Ratgeber Wichteln im Büro.
Skeptikern
Wer nicht an Amulette glaubt, nimmt eines ohne Widerstand an, wenn man es als Geschichte überreicht und nicht als Heilmittel. Den Skeptiker interessiert, woher die Form kommt und wer sie getragen hat. Der Bayreuther Taufpfennig oder die römische Kapsel, von der weiter unten die Rede ist, machen aus dem Stück einen Gegenstand mit Lebenslauf. Ersetzen Sie auf der Karte „Amulett“ durch „Zeichen“, dann klingt das Geschenk nicht mehr nach Bekehrungsversuch.
Ein zweiter Weg führt über den Humor. Der Schornsteinfeger aus Schokolade ist das beste Beispiel dafür, dass in Deutschland niemand an die Wirkung glauben muss, um sich über das Geschenk zu freuen. Wer einem Skeptiker einen Glücksbringer schenkt und sagt „Schaden kann es nicht“, hat den Ton getroffen, den dieser Mensch selbst anschlagen würde.
Welches Amulett zu welchem Anlass
Der Anlass schärft die Wahl mehr als der Empfänger. Derselbe Mensch braucht etwas anderes, wenn er umzieht, wenn er eine Prüfung hat und wenn er ein schlechtes Jahr hinter sich lässt.
Zum Einzug
Das Haus schützt man getrennt von der Person, und das Amulett zum Umzug hängt eher, als dass man es trägt. Das Hufeisen über der Tür ist der Klassiker. In Deutschland hängt man es mit der Öffnung nach oben, damit sich das Glück darin sammelt; im Mittelmeerraum dreht man es mancherorts um. Seine Geschichte steht im oben verlinkten Ratgeber über Hufeisen und Kleeblatt. Zum Einzug bringt man in Deutschland traditionell Brot und Salz mit, und neben diesem Paar wirkt ein kleines Glückszeichen für die Wand wie eine natürliche Ergänzung.
Wer lieber etwas zum Tragen schenkt: Die offene Hand ist das Zeichen, das der Brauch mit dem neuen Zuhause verbindet. Und ein praktischer Rat: Warten Sie, bis es eine Wand gibt, an die man es hängen kann. Ein Amulett, das am Umzugstag zwischen den Kartons überreicht wird, hat gute Chancen, verloren zu gehen, bevor es zum ersten Mal hängt.
Für Reise und Auswanderung: Christophorus und Windrose
Der Weg hat einen Schutzpatron, und seine Medaille ist ein Geschenk mit klarem Empfänger. Christophorus gehört zu den vierzehn Nothelfern und ist vor allem als Patron der Reisenden und Autofahrer bekannt. Lange glaubte man, wer sein Bild an einem Tag sehe, sei an diesem Tag vor einem plötzlichen Tod geschützt, und deshalb malte man ihn groß an Kirchenwände und Stadttore; Erasmus und Luther spotteten über diesen Brauch. Heute fährt seine Plakette im Auto mit oder hängt an einer Kette. Der deutsche Regionalkalender feiert ihn am 24. Juli, an manchen Orten werden dann Fahrzeuge gesegnet. Aus dem allgemeinen römischen Kalender wurde er 1969 gestrichen, mit Wirkung ab 1970, weil zu wenig Historisches über ihn bekannt ist, und doch blieb er in vielen Ortskalendern. Mehr dazu im Ratgeber Heiliger Christophorus.
Für jemanden, der ins Ausland zieht und nicht gläubig ist, sagt die goldfarbene Windrose „Finde deinen Kurs“ ohne religiösen Unterbau. Sie ist eine runde, goldfarbene Medaille von 34 mal 38 Millimetern mit einem Stern im Relief und den Kürzeln der Himmelsrichtungen ringsum. Sie wird ohne Kette verkauft und passt also, wenn er schon eine im selben Ton hat. Überreichen Sie sie ein paar Tage vor der Abreise und nicht am Flughafen: So bleibt Zeit, sie anzulegen und sich an sie zu gewöhnen.
Für Prüfung, Führerschein oder neue Stelle
Hier schenkt man das Amulett als Zeichen für Glück und nicht für Abwehr. Wichtig ist, dass es im Prüfungsraum oder beim Vorstellungsgespräch nicht stört: etwas, das ins Mäppchen oder in die Jackentasche passt, oder etwas, das zu Hause auf dem Schreibtisch bleibt. Das deutsche „Toi, toi, toi“ vor der Prüfung ist ein Wunsch, der nichts kostet, und ein kleiner Glücksbringer ist dasselbe in Metall.
Wer sich monatelang auf das Abitur, das Staatsexamen oder die Meisterprüfung vorbereitet, hat mehr von einem Gegenstand, den er beim Lernen ansehen kann, als von einem, den er nur am Prüfungstag trägt. Der Sonnenanhänger aus dem Katalog ist eine goldfarbene Scheibe mit strahlenförmigen Rillen in konzentrischen Kreisen und einem kleinen roten Kristall in der Mitte. Er hat die Form einer Medaille und nicht eines Minianhängers, und die Beschreibung nennt keine Maße: Rechnen Sie damit, dass er gesehen wird. Er wird ohne Kette verkauft. Schreiben Sie auf die Karte etwas Konkretes: „Damit das die letzte schwere Prüfung war“ bleibt länger im Gedächtnis als „Viel Glück“.
Zur Hochzeit
Amulette zur Hochzeit haben zwei mögliche Empfänger: die Braut oder das Paar. Die Hand hat eine lange Geschichte als Geschenk an die Braut in der sephardischen Tradition, und das Horn als Geschenk an Frischvermählte in Süditalien; die Ratgeber der einzelnen Zeichen, oben verlinkt, erzählen beide Fälle. In Deutschland gibt es kein Hochzeitsamulett mit vergleichbarer Verwurzelung, und das schafft Freiheit: Es passt das Zeichen, das für dieses Paar einen Sinn hat.
Wer etwas zum Tragen schenken will, nimmt zwei gleiche Stücke, eines für jeden, statt eines einzigen. So bleibt keiner von beiden ohne. Und ist einer der beiden abergläubisch und hat das Zeichen eine Spitze, erledigt der Glückscent die Frage, bevor sie jemand stellt.
Nach einer Krankheit oder einem schweren Jahr
Das ist einer der Anlässe, bei denen ein Amulett am besten ankommt, weil der Mensch gerade nach Halt sucht. Es passen Zeichen für Licht und Anfang, etwa die Sonne, und weniger das Auge, das von einer Bedrohung von außen spricht, während der Beschenkte eher ein Zeichen eigener Kraft braucht.
Vermeiden Sie alles, was an die schlechte Zeit erinnert. Keine Anspielungen auf die Gesundheit, kein „damit dir das nicht noch einmal passiert“. Das Geschenk soll nach vorn schauen: ein Zeichen für den Weg, wenn eine Reise zur Feier geplant ist, eines für das Zuhause, wenn er endlich wieder in seine Wohnung zurückkehrt.
CAPAORA Mini-Messeranhänger
Die spanische Navaja des 18. Jahrhunderts in Miniatur: 40 mm Edelstahl, ein echter Klappmechanismus und die Palanquilla-Verriegelung mit klarem Klick. Ein erschwingliches Geschenk, das in Erinnerung bleibt.
Original · Versand aus Spanien · 14 Tage Rückgabe
So überreicht man ein Amulett
Bei einem Amulett wiegt die Übergabe schwerer als bei anderen Geschenken, weil der Gegenstand allein nichts erklärt: Der Beschenkte weiß nicht, ob er ein Schmuckstück oder einen Wunsch in der Hand hält, bis Sie es ihm sagen.
Was man dabei sagt
Ein kurzer, konkreter Satz: „Damit der Weg leicht wird“, „Damit dich etwas begleitet, wohin ich nicht mitkomme“, „Für die Prüfung“. Die lange Rede über Neid und schlechte Energie erschreckt jemanden, der bis dahin an keine Bedrohung gedacht hat, und rückt das Geschenk auf die Seite der Angst.
Es hilft, das Zeichen und seine Herkunft zu nennen. „Das ist eine Windrose, so etwas stand auf den alten Seekarten“ ist spannender als „Das ist gegen den bösen Blick“, und es gibt dem anderen etwas zu erzählen, wenn ihn jemand nach dem Anhänger fragt. Wer eine Hand der Fatima geschenkt bekommt, will meist wissen, was das bedeutet, und die Antwort haben Sie: das, was Sie ihm damit wünschen.
Die Karte dazu
Wenn Sie das Geschenk nicht persönlich überreichen können, spricht die Karte für Sie. Und wenn Sie es können, wird sie zur Erinnerung: In einem Jahr weiß niemand mehr den genauen Satz, aber die Karte liegt noch in der Schachtel. Drei Dinge genügen: welches Zeichen es ist, woher es kommt und was Sie damit wünschen.
Schreiben Sie sie mit der Hand. Ist das Stück graviert, erklären Sie auf der Karte, warum dieses Datum oder diese Initialen. Und hat das Amulett eine Spitze und glaubt der Beschenkte an solche Dinge, bitten Sie auf der Karte um den Cent, damit das kleine Ritual vollzogen ist, sobald er ihn Ihnen gibt. In Deutschland gehört die Karte ohnehin zu fast jedem Geschenk, und hier hat sie endlich eine Aufgabe.
Der richtige Zeitpunkt
Das Reiseamulett gibt man vor der Abreise, das Prüfungsamulett am Vorabend, das Hochzeitsamulett auf der Hochzeit. Die Logik ist einfach: Begleitung braucht man, solange die Probe dauert, nicht wenn sie vorbei ist. Nur der Silvesterglücksbringer passt fast jederzeit, solange das neue Jahr noch frisch ist. Bei einer Geburt ist der natürliche Moment der erste Besuch bei den Eltern oder die Taufe.
Für einen Geburtstag oder Namenstag gibt es keine besondere Regel: Der Tag selbst ist der beste. Und wer zu spät kommt, verliert nichts. Ein Amulett, das eine Woche zu spät überreicht wird, büßt nichts ein, während eines, das hastig und ohne ein Wort übergeben wird, fast alles einbüßt.
Die Verpackung
Einem Amulett steht eine schlichte Verpackung gut: ein Stoffbeutel, eine kleine Schachtel, ein Umschlag. Das prunkvolle Etui macht aus dem Zeichen ein teures Geschenk, und dann dreht sich das Gespräch darum, was es gekostet hat, und nicht darum, was es bedeutet.
Die Schachtel sollte zur Größe passen. Ein loser Anhänger in einer großen Schachtel kommt zerkratzt an. Reist das Geschenk mit der Post, melden Sie sich mit einer Nachricht oder einem Anruf, in dem Sie sagen, was Sie persönlich gesagt hätten, und bitten Sie darum, das Päckchen mit Ihrer Karte zuerst zu öffnen.
Geben Sie Ihre E-Mail an, wir senden Ihnen Ihren Rabattcode zu. Kein Spam, Abmeldung mit einem Klick.
Der Code kommt per E-Mail, gültig für Ihre erste Bestellung.
Jenseits der Grenzen: wo das Amulett aus fremder Hand kommt
Schutz zu verschenken ist keine deutsche Eigenheit. Was hierzulande Familiensitte ist, ist anderswo eine Regel mit Namen und Datum. Die folgenden Traditionen haben nichts miteinander zu tun: Eine ist römisch und mehr als zweitausend Jahre alt, eine ist chinesisch und lebt bis heute, eine wird jedes Jahr am 1. März auf dem Balkan gefeiert, und eine stammt aus Schottland. Sie ähneln sich in einem Punkt, und der interessiert jeden, der etwas schenken will: Überall bringt jemand anderes das schützende Stück als der, der es tragen wird, und in zwei Fällen gilt der Selbstkauf als die schlechtere Wahl. Das zu wissen, hat einen praktischen Nutzen. Hat der Beschenkte Wurzeln in einer dieser Kulturen, hat das Geschenk schon seinen Tag, seine Form und seinen Spruch, und man muss nichts erfinden. Hat er keine, liefert jede von ihnen eine Geschichte für die Übergabe, und die ist die Hälfte des Geschenks. Keine verspricht etwas Nachprüfbares. Alle zeigen, wer sich um wen kümmerte.
Rom: die Bulla, die der Vater am neunten Tag umhängte
Das römische Kind bekam sein erstes Amulett an dem Tag, an dem es seinen Namen bekam. Dieser Tag hieß dies lustricus und fiel bei Jungen auf den neunten Lebenstag, bei Mädchen auf den achten. Der Vater hängte dem Sohn die Bulla um, eine runde Kapsel, in der schützende Dinge lagen. Die erhaltenen Stücke sind meist aus Bronze, Gold und Silber blieben wenigen vorbehalten, und manche Autoren beschreiben einen Lederstreifen als einfachen Ersatz. Römische Schriftsteller schrieben die Bulla den Etruskern zu.
Getragen wurde sie, bis der Junge die Toga des Erwachsenen anlegte. An diesem Tag nahm er sie ab und weihte sie den Laren, den Göttern des Hauses. Aussuchen oder kaufen konnte das Kind sie nicht, und darin lag ihr ganzer Sinn: Sie war die Stimme der Familie am Hals des Sohnes. Mädchen trugen ein anderes Zeichen, die Lunula, und legten sie bei der Hochzeit zusammen mit ihrem Spielzeug ab. Die erhaltene etruskische Goldbulla im Metropolitan Museum misst 8,1 mal 6,9 Zentimeter. Wer sie sich neben einem einfachen Lederstreifen vorstellt, sieht, wie verschieden dieses erste Geschenk je nach Familie ausfallen konnte.
Der Fascinus und die Feigenhand: Neid nach römischer Art
Plinius der Ältere schreibt in seiner Naturgeschichte über den Gott Fascinus, er sei Hüter der Säuglinge und der Feldherren, und nennt ihn einen „Arzt gegen den Neid“. Sein Bild hängte man unter den Wagen des Feldherrn, der einen Triumph feierte, und seinen Kult besorgten die Vestalinnen. Der Gott wachte also über zwei, die gerade im Mittelpunkt standen: das neugeborene Kind und den siegreichen Feldherrn.
Die Römerzeit kannte auch schon die geballte Faust mit dem Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger als tragbares Amulett, die Geste, die man auf Deutsch Feige nennt. Ein winziges Beispiel ist ein Amulett aus Ägypten in römischer Zeit, aus Fayence, also aus einer glasierten Quarzmasse. Die Geste hat danach Jahrhunderte und Regionen durchwandert und ist in Gold, Koralle und Gagat gelandet. Ihre Geschichte erzählt der eigene Ratgeber zur Feigenhand. Hier zählt nur ein Detail: Schon in römischer Zeit war die Geste gegen den Neid zu einem Gegenstand geworden, den man am Körper trug und also auch einem anderen geben konnte.
China: das Rot im eigenen Tierkreisjahr schenken die Nächsten
Alle zwölf Jahre kommt für jeden Menschen das benmingnian, das Jahr seines eigenen chinesischen Tierkreiszeichens. Die Tradition hält es nicht für ein Glücksjahr, sondern für ein Jahr der Gefahr, und das Gegenmittel ist Rot direkt am Körper: Unterwäsche, Gürtel, Socken. Die Bedingung ist, dass diese roten Sachen von Verwandten oder Freunden geschenkt werden. Was man sich selbst kauft, gilt dem Glauben nach als schwächer.
Daraus entsteht eine Sitte, die man auch hierzulande sofort versteht: Wenn für jemanden in der Familie das eigene Jahr beginnt, kaufen Eltern oder Freunde ihm das Rot. Die Botschaft braucht keine Übersetzung. Es ist dieselbe wie bei jeder Mutter, die dem Kind ein Heiligenbildchen in den Koffer legt, wenn es auszieht. Wer das Rot bekommt, trägt es das ganze Jahr.
Balkan: die Märzschnur, die sich niemand selbst kauft
In Bulgarien, Rumänien, Moldau und Nordmazedonien beginnt der 1. März mit einem Geschenk. Man schenkt sich rot-weiß gedrehte Schnüre, die man ums Handgelenk bindet oder an die Kleidung steckt: in Bulgarien die Martenitsa, in Rumänien und Moldau den Mărțișor, in Nordmazedonien die Martinka. Man trägt sie, bis man den ersten blühenden Baum, eine Schwalbe oder einen Storch sieht, und nimmt sie dann ab. Im Dezember 2017 nahm die UNESCO den Brauch auf gemeinsamen Antrag der vier Länder in ihre Liste des immateriellen Kulturerbes auf.
Die Regel, die hier interessiert, ist eindeutig: Der Tradition nach bekommt man die Martenitsa immer geschenkt und kauft sie nicht für sich selbst. Man schenkt sie in der Familie, unter Freunden und Kollegen und auch Kindern. Haben Sie eine bulgarische oder rumänische Kollegin, sagt sie es Ihnen am 1. März selbst, mit einer Schnur in der Hand.
Schottland: das gekrönte Herz, das von der Braut zum Kind wanderte
In Schottland war das Amulett eine Brosche. Ein Herz unter einer Krone oder zwei verschlungene Herzen, meist aus Silber, verschenkt als Zeichen der Liebe und der Verlobung. Eingraviert waren Initialen, Daten, kurze Wahlsprüche. In Schottland taucht die Brosche nicht vor dem 17. Jahrhundert auf, und die erhaltenen Stücke stammen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert.
Das Merkwürdige kam nach der Hochzeit. Dieselbe Brosche steckte man damals an die Kleidung des Säuglings, um Unheil fernzuhalten, und manchmal trug die Mutter sie in der Stillzeit, als Schutz für die Milch. Daher ihr zweiter Volksname, Hexenbrosche. Ein Geschenk mit zwei Leben: erst Zeichen zwischen zwei Menschen, dann Schild für ihr Kind. Heute bleibt eine solche Brosche bei der Mutter, und das Kind bekommt sie, wenn es groß ist.
Warum man das Geschenkte länger trägt
Zieht man die Schicht des Glaubens ab, bleibt eine sehr alltägliche Erklärung, und sie ist eine Deutung, kein Gesetz. Ein Amulett, das man sich kauft, ist die eigene Entscheidung, und die lässt sich ändern: An dem Tag, an dem man nicht mehr daran glaubt, legt man es weg. Ein Amulett, das man geschenkt bekam, hat einen Zeugen. Es abzulegen heißt ein wenig, den Menschen abzulegen, der es einem gab, und vielleicht bleibt es deshalb länger am Hals als der Glaube an seine Wirkung. Die Großmutter, die vor dem Hinausgehen nach ihrer Medaille tastete, betete nicht bei jeder Bewegung. Sie prüfte, ob noch da war, was ihre Mutter ihr gegeben hatte.
Dazu kommt der Zeitpunkt. Geschenkte Amulette kommen an Tagen, die man nicht vergisst: eine Geburt, eine Hochzeit, der Abend vor einer Reise, der Beginn eines schwierigen Jahres. Das Stück bleibt an diesen Tag gebunden. Von allen Regeln über geschenkt und gekauft hält deshalb die bescheidenste der Skepsis am besten stand: Das geschenkte Amulett erinnert daran, dass jemand im richtigen Moment an einen gedacht hat.
Wenn Sie ein Amulett geschenkt bekommen haben
Auch wer beschenkt wird, hat Fragen: was tun, wenn es nicht gefällt, wenn es zerbricht, wenn man es nicht immer tragen will. Die Bräuche sind hier großzügiger, als man denkt.
Wenn es nicht Ihr Stil ist
Ein geschenktes Amulett verpflichtet nicht dazu, es am Hals zu tragen. Das Glasauge hängt an der Wohnungstür, die Christophorus-Plakette fährt im Auto mit, der kleine Anhänger kommt an den Schlüsselbund. Viele Amulette wurden für einen Ort gemacht und nicht für einen Körper.
Finden Sie wirklich keinen Platz dafür, legen Sie es an einen ruhigen Ort in der Wohnung. Und ist es ein Horn, erlaubt der neapolitanische Brauch, es an jemanden weiterzugeben, dem es nützt. Dem Schenkenden bleibt die umgekehrte Lehre: Wer am Geschmack zweifelt, wählt ein Stück, das man auch an eine Wand oder an einen Schlüsselbund hängen kann.
Wenn es zerbricht oder verloren geht
Ein zerbrochenes Amulett erschreckt mehr als jedes andere Missgeschick mit einem Geschenk, und die Überlieferung liest es genau andersherum. Beim Glasauge und beim roten Faden ist die Deutung dieselbe: Das Stück, das bricht, hat seine Arbeit getan, und es wird ersetzt. Was mit den Scherben geschieht, regelt jedes Zeichen anders, und die Ratgeber der einzelnen Symbole geben die Einzelheiten. Für den Beschenkten zählt etwas anderes: Keiner dieser Bräuche gibt dem Schenkenden die Schuld oder sieht im Bruch einen bösen Wunsch.
Für das verlorene Amulett geben die hier besprochenen Traditionen keine Regel. Sie können sich ein neues kaufen oder es dem Menschen sagen, der es Ihnen geschenkt hat, und der will es sehr wahrscheinlich ersetzen. Ein rechtzeitig gebeichteter Verlust ist die Gelegenheit für ein zweites Geschenk, und ihn aus Scham monatelang zu verschweigen ist weit schlimmer als jedes Vorzeichen.
Darf man es ablegen?
Das hängt vom Stück ab. Das Skapulier will man ohne Unterbrechung tragen, das chinesische Rot das ganze Jahr, und den roten Faden lässt man, bis er sich von selbst abträgt, wie der Ratgeber zum roten Faden erklärt. Für ein Auge, eine Hand oder eine Sonne verlangt niemand so viel.
Bei diesen Stücken gilt die Regel jedes Schmuckstücks: ab zum Schlafen, zum Sport, zum Schwimmen und zur Arbeit mit den Händen. Silber läuft mit der Zeit dunkel an und lässt sich ohne Mühe reinigen. Legen Sie das Amulett beim Ablegen jedes Mal an denselben Platz. So geht es nicht verloren, und so wird aus dem Zeichen kein vergessener Kram in der Tiefe einer Handtasche.
Wie man sich von einem alten Amulett verabschiedet
Jedes Amulett hat ein Ende, und die Traditionen sehen dafür einiges an Zeremonie vor. Der römische Junge weihte seine Bulla den Hausgöttern. Das japanische Stoffamulett Omamori gilt nach etwa einem Jahr als erfüllt und wird zum Schrein zurückgebracht, wo man es in einem Ritual verbrennt; die Formen dieser Talismane beschreibt der Ratgeber zu japanischen Talismanen. In Indien wird der heilige Faden, wenn er abgetragen ist, einem Fluss übergeben oder vergraben.
Für ein ganzes, aber nicht mehr getragenes Amulett gibt es im Alltag drei Wege. Es als Andenken behalten, wenn es von einem wichtigen Menschen kam. In der Pfarrei fragen, was mit einer geweihten Medaille oder einem Kreuz geschehen soll, das man nicht behalten will. Oder es weitergeben, wie der neapolitanische Brauch es beim Horn vorsieht. Ein zerbrochenes Stück ist ein anderer Fall, für ihn gelten die Regeln des jeweiligen Zeichens.
Amulette zum Verschenken
Auge, Hand, Horn, Sonne, Windrose: Die Beschreibungen im Katalog erzählen das Zeichen jedes Stücks. Wählen Sie das Zeichen nach dem Menschen und dem Anlass, und die Karte schreiben Sie selbst.
Erstaunliche Fakten
- Die schottische Herzbrosche heißt Luckenbooth nach den verschließbaren Läden an der Royal Mile in Edinburgh, in denen Schmuck und Kleinkram verkauft wurde. Die Läden wurden 1817 abgerissen, ihr Name lebt in der Brosche seit zwei Jahrhunderten weiter.
- In Thailand sagt man über ein buddhistisches Amulett nicht „gekauft“, sondern „gemietet“, und das Geld, das an den Tempel geht, heißt Mietpreis. Ein solches Amulett zu verschenken gilt als höfliche Art, sich für eine Freundschaft zu bedanken.
- Die rumänische Märzschnur trug man je nach Gegend sehr unterschiedlich lange: zwei oder drei Tage um Iași, bis zu zwei oder drei Monate in der Gegend von Vâlcea. Danach hängte man sie als Geschenk für die Vögel an einen Zweig, legte sie unter einen Stein oder warf sie ins Wasser.
- Unter den Korallenrasseln des Metropolitan Museum gibt es auch eine aus Gold, datiert zwischen 1755 und 1768, ein Werk des New Yorker Silberschmieds Nicholas Roosevelt.
- Jüdische Geburtsamulette trugen die Namen dreier Engel: Senoi, Sansenoi und Semangelof. Der Legende nach holten sie Lilit ein, und sie schwor, keinem Kind zu schaden, wo sie diese Namen sähe.
- Das mexikanische ojo de venado, ein traditionelles Geschenk zur Geburt gegen den bösen Blick, ist weder ein Auge noch stammt es vom Hirsch: Es ist der Samen einer tropischen Kletterpflanze, der Mucuna.
- Die slowenische Ein-Cent-Münze zeigt einen Storch, und deshalb wird sie im deutschsprachigen Raum oft als Glückscent zur Schwangerschaft oder Geburt verschenkt.
- Beim indischen Fest Raksha Bandhan, am Vollmond des Monats Shravana, bindet die Schwester dem Bruder einen Schutzfaden ums rechte Handgelenk. Er antwortet mit einem Geschenk und dem Versprechen, sie zu beschützen, und der Name des Festes bedeutet „Band des Schutzes“.
Senden Sie einem Freund einen Rabattcode, er spart bei der ersten Bestellung.
Häufige Fragen
Bringt es Unglück, ein Amulett zu verschenken? Keine Tradition sagt das. In der deutschen Liste der Unglücksgeschenke stehen Messer, Uhr, Taschentuch und leere Geldbörse, keine Amulette. Es gibt vier Fälle, in denen man ein anderes Zeichen oder eine andere Übergabe wählt: ein anderer Glaube, ein geweihter Gegenstand, ein getragenes Stück und eine spitze Form für einen abergläubischen Menschen. Dazu kommt eine Frage des Taktes: Begleiten Sie das Geschenk nicht mit Sätzen über Neid.
Muss man einen Glücksbringer geschenkt bekommen, oder darf man ihn selbst kaufen? Sie dürfen ihn kaufen. Beim Nazar-Auge und bei der Hamsa gilt das geschenkte Stück als etwas stärker, mehr nicht. Ausnahmen mit fester Regel sind die Martenitsa auf dem Balkan und das rote Kleidungsstück im eigenen chinesischen Tierkreisjahr. Beim vierblättrigen Kleeblatt zählt nach dem Volksglauben das Finden.
Was bedeutet es, eine Hand der Fatima geschenkt zu bekommen? Dass der Schenkende Sie schätzt und Ihnen Schutz und Glück wünscht: So wird die Geste gewöhnlich gelesen. Sie verpflichtet Sie weder zu einem Glauben noch dazu, die Hand täglich zu tragen. Stört Sie das Zeichen wegen Ihres eigenen Glaubens, sagen Sie es offen. Wer eine Hand verschenkt, will Sie schützen und nicht in Verlegenheit bringen.
Darf man ein Amulett weiterverschenken, das man selbst getragen hat? Ja, wenn Sie seine Geschichte erzählen: wer es Ihnen gab, wie lange Sie es trugen und warum es jetzt an diesen Menschen geht. Reinigen Sie es und tauschen Sie ein abgenutztes Band aus. Vermeiden sollten Sie nur, es stillschweigend wie ein neues Stück an jemanden zu geben, der glaubt, Gegenstände bewahrten Erinnerungen.
Welchen Glücksbringer schenkt man zur Geburt? Einen, der an die Eltern geht. Bewährt sind der Schutzengel und der Taufpfennig in moderner Form, also eine Medaille mit Namen und Datum. Das Stück kommt in die Erinnerungskiste und wird dem Kind gegeben, wenn es alt genug ist, Schmuck selbst zu tragen.
Muss man für ein Amulett einen Cent zurückgeben? Nein. Der Cent gehört zu spitzen und schneidenden Geschenken, und ein Amulett gilt als guter Wunsch, der ihn nicht braucht. Hat das Stück eine Spitze und ist der Beschenkte sehr abergläubisch, gibt er dem Schenkenden einen Cent, und das darf auch Wochen später geschehen.
Was tun, wenn das geschenkte Amulett zerbricht? Ersetzen, ohne Drama. Versuchen Sie nicht, es zu kleben, um es weiterzutragen: Ein gesprungenes Glas- oder Gagatstück kann beim Tragen ganz zerbrechen. Dem Schenkenden können Sie es ohne Verlegenheit sagen, denn die Überlieferung deutet es als erledigte Arbeit, und wahrscheinlich möchte er derjenige sein, der das nächste schenkt.
Darf man einem Baby ein Amulett umhängen? Nein, weder um den Hals noch ums Handgelenk, und auch nicht an Kleidung, Decke, Bettchen oder Kinderwagen. Kinderärzte sprechen von einer doppelten Gefahr: Strangulation und Ersticken, wenn das Stück zerbricht und das Kind die losen Teile in den Mund nimmt, und die Gefahr wächst, wenn es schläft oder niemand hinsieht. Das Amulett eines Babys bewahren die Eltern auf.
Fazit
Ein Amulett zu verschenken bricht keine Regel. In Deutschland ist es sogar der Weg, auf dem solche Dinge seit Jahrhunderten unterwegs sind: der Taufpfennig des Paten, der Glücksbringer zu Silvester, der Engel zur Taufe, die Christophorus-Plakette im Auto. Die Vorbehalte sind vier und gehören zum gesunden Menschenverstand: auf den Glauben des Beschenkten achten, Andachtsgegenstände den Gläubigen überlassen, die Geschichte eines getragenen Stücks erzählen und einen Cent einplanen, wenn das Zeichen spitz ist und der Mensch an so etwas glaubt.
Der Rest ergibt sich aus Aufmerksamkeit. Das Zeichen wählt man nach dem, woran der andere glaubt, die Größe nach dem, was er trägt, und den Anlass nach dem, was ihm gerade passiert; bei einem Neugeborenen geht das Geschenk an die Eltern und wird aufbewahrt. Wer danach wissen will, was die einzelnen Zeichen bedeuten, findet sie im Ratgeber zu Schutzamuletten und Talismanen der Reihe nach erklärt. Das beste geschenkte Amulett ist das, das der andere am nächsten Morgen anlegt, ohne dass ihn jemand darum bittet.
Zum Verschenken? Jedes Stück kommt bereit zum Überreichen.
Eine Zevira-Schachtel und eine kleine Karte in jeder Bestellung.Über Zevira
Zevira stellt Schmuck um Zeichen und ihre Geschichten zusammen: schützende Zeichen aus dem Mittelmeerraum, Glückszeichen, Medaillen und Amulette mit Herkunft. Die Beschreibungen im Katalog erzählen das Zeichen jedes Stücks, damit sich ein Geschenk mit Blick auf einen bestimmten Menschen auswählen und die Karte mit dem Wissen schreiben lässt, was man da eigentlich überreicht.







































