
Aphrodite (Venus) im Schmuck: Göttin der Liebe, Schönheit und Anziehung
Die Göttin, die aus dem Meerschaum geboren wurde
Die Griechen erzählten, dass Aphrodite keine Mutter hatte, sondern aus dem Schaum des Meeres vor der Küste Zyperns entstand, und eine Welle trug sie in einer geöffneten Muschel an Land. Seitdem gelten die Muschel und die Perle in ihrem Inneren als Zeichen der Liebe. Kein Herzchen von einer Postkarte, sondern etwas Uraltes: die Geburt der Schönheit aus dem Wasser.
Aphrodite bei den Griechen, Venus bei den Römern. Dieselbe Göttin unter zwei Namen, und beide leben bis heute im Schmuck weiter. Ihre Attribute haben sich so breit über Anhänger und Ringe verteilt, dass wir sie tragen, oft ohne den Namen zu kennen: Muschel, Perle, Taube, Rose, Spiegel mit dem Kreuz darunter. Hinter jedem davon steht eine Geschichte von dreitausend Jahren.
Im Folgenden der Reihe nach: wer Aphrodite war und woher sie kam, wie sich ihr Bild von der Marmorstatue bis zum Gemälde Botticellis wandelte, was jedes ihrer Symbole bedeutet, worin sich die griechische Fassung von der römischen unterscheidet, aus welchen Materialien solcher Schmuck gefertigt wird und wie man ihn trägt. Und gesondert, um nichts zu verwechseln: Die Muschel bei Aphrodite ist ein Attribut der Geburt der Göttin, kein Material für Bastelarbeiten. Über die Jakobsmuschel als Pilgerzeichen gibt es ein eigenes Gespräch im Beitrag Muschel und Jakobsmuschel auf dem Jakobsweg.
Wer Aphrodite und Venus sind
Name und Herkunft
Aphrodite (griechisch Ἀφροδίτη) ist die olympische Göttin der Liebe, Schönheit, Begierde und Fruchtbarkeit. Den Namen selbst verbanden die Alten mit dem Wort „aphros", also Schaum, und erklärten ihn so: Die Göttin stieg aus dem Meerschaum empor. Moderne Sprachwissenschaftler streiten, ob der Name nicht aus dem Osten kam, von der phönizischen und der sumerischen Liebesgöttin, doch die Griechen hielten an ihrer eigenen Fassung von Schaum und Zypern fest.
Bei den Römern entspricht ihr Venus. Das ist keine Übersetzung und keine Kopie, sondern eine eigene italische Göttin, die die Römer mit der Griechin gleichsetzten. Venus bedeutete für Rom mehr als die Liebe: Über ihren Sohn Aeneas führte das Geschlecht der Julier seine Abstammung auf sie zurück, und Caesar wie Augustus sahen sie als Stammmutter. So wurde die Liebesgöttin zugleich zur Schutzherrin des Staates.
Wofür sie zuständig war
Im griechischen Denken stand Aphrodite für die Anziehung zwischen Menschen, für die Ehe und die körperliche Schönheit, für die Fruchtbarkeit von Land und Meer. Man nannte sie Urania (die Himmlische, zuständig für die erhabene Liebe) und Pandemos (die Allgemeine, zuständig für das irdische Verlangen). Zwei Gesichter einer Kraft: Liebe als geistige Erhebung und Liebe als Leidenschaft.
Ihr Platz unter den Göttern des Olymp
Aphrodite gehört zu den zwölf Hauptgöttern des griechischen Pantheons. Ihr Gatte ist der hinkende Schmied Hephaistos, ihr Geliebter der kriegerische Ares, ihr Sohn der geflügelte Eros (bei den Römern Cupido, auch Amor genannt). Wer wer auf dem Olymp ist und wie die Götter miteinander verbunden sind, lässt sich bequem im Überblick Olympische Götter und das griechische Pantheon nachlesen. Aphrodite ist dort eine der bekanntesten Gestalten, und gerade ihre Attribute sind häufiger als andere in die Schmuckkunst übergegangen.
Zwei Geburtslegenden
Die Griechen erzählten über das Erscheinen der Göttin gleich zwei Fassungen, und beide leben im Schmuck fort. Nach der ersten, beim Dichter Hesiod, wurde Aphrodite aus dem Meerschaum geboren, der um das abgetrennte Körperteil des Titanen Uranos aufschäumte, das vor Zypern ins Wasser fiel. Der Name bedeutet bei dieser Lesart wörtlich „die Schaumgeborene". Nach der zweiten Fassung, bei Homer, ist sie die Tochter des Zeus und der Okeanide Dione, auf gewöhnliche Weise geboren. Die erste Legende ist farbiger, deshalb gab gerade sie das Bild von Muschel und Schaum, das wir auf Anhängern sehen. Die zweite erklärt, warum die Göttin als vollberechtigte Tochter des Zeus unter den Olympiern sitzt.
Gefährten und Gefolge
Die Göttin wurde selten allein dargestellt. Sie begleiten die Chariten, drei Göttinnen der Schönheit und Anmut, die Aphrodite kleideten und schmückten. Daneben der geflügelte Eros mit dem Bogen, manchmal ein ganzer Schwarm kleiner Eroten. Zum Gefolge gehörten Himeros (das leidenschaftliche Verlangen) und Peitho (die Göttin der Überredung). Dieses Gefolge gibt einen Hinweis darauf, wie Schmuck mit der Göttin zu lesen ist: Er handelt von Liebe, aber auch von Charme, der Gabe zu gefallen, der Kraft der Überzeugung. Kameen zeigen oft gerade Venus mit kleinen Amoretten, und das ist kein zufälliger Zierat, sondern ein Verweis auf ihr antikes Gefolge.
Geburt aus dem Meerschaum: Hesiod gegen Homer
Es lohnt sich, beim Streit über die Geburt der Göttin zu verweilen, denn aus ihm sind zwei verschiedene Schmuckstücke gewachsen. Bei Hesiod, in der „Theogonie", beginnt alles mit Gewalt am Himmel: Der Titan Kronos trennt ein Körperteil seines Vaters Uranos ab und wirft es ins Meer vor der Küste Zyperns. Darum schäumt weißer Schaum auf, und aus dem Schaum erhebt sich bereits erwachsen die Göttin von nie gesehener Schönheit. Auf Griechisch heißt Schaum „aphros", und Hesiod leitet den Namen Aphrodites unmittelbar aus diesem Wort ab. Die Fassung ist düster in ihren Anfängen, doch gerade sie gab der Welt das hellste Bild: Schönheit entsteht aus dem Wasser, fertig und vollkommen, ohne Kindheit und Heranwachsen.
Homer erzählt in der „Ilias" anders und weit nüchterner. Bei ihm ist Aphrodite die rechtmäßige Tochter des Zeus und der Okeanide Dione, auf gewöhnliche Weise geboren wie die übrigen Olympier. Kein Schaum, kein Zypern, einfach eine weitere Tochter des Götterkönigs. Diese Fassung erklärt, warum die Göttin als vollwertiges Mitglied der Familie auf dem Olymp sitzt und warum Zeus sie Tochter nennt.
Für den Schmuck zählt gerade der Unterschied. Die „Schaumgeborene" Hesiods gab Muschel, Meereswelle und Perle als erstarrten Schaumtropfen, das ganze Meeresensemble, das wir bis heute tragen. Die Tochter des Zeus bei Homer gab etwas anderes: die Göttin unter Göttern, die Gestalt in der Kamee neben den übrigen Olympiern. Wenn Sie einen Muschelanhänger wählen, stimmen Sie für Hesiod. Wenn Sie eine Kamee mit Profil inmitten des Pantheons nehmen, liegt Homer näher. Beide Fassungen hatten die Griechen gleichzeitig im Kopf und hielten es nicht für nötig, sich zu entscheiden.
Zwei Gesichter: Urania und Pandemos
Die Griechen bemerkten früh, dass Liebe sehr verschieden sein kann, und teilten dies auf zwei Namen einer Göttin auf. Aphrodite Urania, also die Himmlische, war zuständig für die erhabene, geistige Liebe, für das Streben nach dem Schönen und Ewigen. Platon verband sie im „Gastmahl" mit der Liebe der Seele, mit dem Aufstieg von der Schönheit des Körpers zur Schönheit der Idee. Aphrodite Pandemos, also die Allgemeine, walte über die irdische Liebe, das körperliche Verlangen, die Leidenschaft zwischen gewöhnlichen Menschen. Der Name Pandemos bedeutet wörtlich „dem ganzen Volk zugehörig".
Die Alten hielten im Alltag kein Gesicht für höher als das andere, auch wenn Philosophen darüber stritten. Beide Seiten waren nötig: Ohne Urania bliebe die Liebe nacktes Verlangen, ohne Pandemos verwandelte sie sich in eine kalte Abstraktion. Die Göttin hielt beide Pole zugleich, und darin liegt ihre Stärke.
Für den Schmuck gibt dieses Paar einen praktischen Schlüssel zur Auswahl. Wer zur erhabenen Lesart neigt, zur Liebe als geistigem Aufschwung, wählt strenge, helle Stücke: Perlen, weißes Perlmutt, ein feines Planetenzeichen. Wer der irdischen, sinnlichen Seite näher steht, nimmt warmes Gold, rosa Stein, satte Koralle. Dasselbe Symbol der Göttin klingt unterschiedlich, je nachdem, welches ihrer Gesichter Ihnen näher ist, und das muss man nicht laut aussprechen, es reicht, es selbst zu fühlen.
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Geschichte des Bildes
Der Alte Orient: die Vorgängerinnen
Vor der griechischen Aphrodite verehrte man im Nahen Osten jahrtausendelang Göttinnen der Liebe und des Krieges. Die sumerische Inanna, die babylonische Ischtar, die phönizische Astarte. Sie alle vereinten in sich Schönheit, Leidenschaft und Macht. Zypern, wo Aphrodite dem Mythos nach aus dem Schaum stieg, war ein Knotenpunkt der Handelswege, und der Kult der örtlichen Göttin sog östliche Züge in sich auf. Deshalb ist Aphrodite auf frühen Darstellungen oft bewaffnet oder streng, näher an der Kriegerin Ischtar als an der zarten Schönen späterer Jahrhunderte.
Diese östlichen Göttinnen hinterließen auch im Schmuck Spuren. Ischtar verband man mit dem achtzackigen Stern, den man in Siegel schnitt und als Zeichen ihres Schutzes trug. Über Vermittler wie diesen Stern und die Taube, den gemeinsamen heiligen Vogel vieler nahöstlicher Göttinnen, floss die Symbolik sanft von einer Kultur in die nächste. Als die Griechen Aphrodite aufnahmen, erbten sie auch einen Teil dieses alten Zeichenvorrats, darunter die Taube, die bis in unsere Tage überlebt hat.
Archaik und Klassik: die Geburt des Kanons
Im archaischen Griechenland stellte man die Göttin bekleidet dar, mit einem Apfel oder einer Blume in der Hand. Der Umbruch geschah im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Der Bildhauer Praxiteles schuf die Aphrodite von Knidos, die erste große nackte Frauenstatue der griechischen Kunst. Die Göttin wird beim Bade überrascht, mit einer Hand bedeckt sie sich, daneben ein Gefäß mit der Kleidung. Für ihre Zeit war das eine Revolution. Die Bewohner von Knidos weigerten sich, die Statue selbst gegen den Erlass aller städtischen Schulden zu verkaufen, und Pilger fuhren aus dem ganzen Mittelmeerraum heran, um sie zu sehen.
Hellenismus: die Venus von Milo
Die berühmteste Statue der Göttin entstand um 130 bis 100 vor unserer Zeitrechnung auf der Insel Milos. Die armlose Marmorgestalt mit nacktem Oberkörper und herabgleitender Draperie wurde über zwei Jahrtausende zum Sinnbild klassischer Schönheit schlechthin. Die Arme sind verloren, und bis heute streitet man, was sie hielt: einen Apfel, einen Spiegel, den Rand des Gewandes. Diese Unbestimmtheit machte sie nur anziehender. Das Bild des strengen Profils und der fließenden Körperlinien ging in Kameen, Medaillons und geschnitzte Anhänger über.
Das Alte Rom: Venus als Stammmutter
Rom nahm die Göttin als die eigene auf. Julius Caesar errichtete der Venus Genetrix, der Stammmutter, einen Tempel auf dem neuen Forum und trug einen Ring mit ihrem Bild. Pompejanische Fresken zeigen Venus auf einer Muschel über das Meer fahrend. Römische Damen trugen Schmuck mit ihrem Bild im Glauben, die Göttin schenke Charme und Glück in der Liebe. Eben aus der römischen Überlieferung kam zu uns das Wort „venerisch" in der Bedeutung „auf Schönheit und Liebe bezogen".
Renaissance: „Die Geburt der Venus" von Botticelli
Um 1485 malte der Florentiner Sandro Botticelli „Die Geburt der Venus". Die nackte Göttin steht auf einer riesigen Muschelschale, Winde treiben sie ans Ufer, eine Nymphe eilt herbei, um ihr einen Mantel überzuwerfen. Das Gemälde verband den antiken Stoff mit dem christlichen Florenz und wurde zum meistvervielfältigten Bild der Göttin der gesamten Geschichte. Eben von hier wuchs die Jakobsmuschel im Massenbewusstsein untrennbar mit Venus zusammen. Wenn Sie heute einen Anhänger in Form einer geöffneten Muschelschale sehen, steht dahinter eben Botticelli, nicht die wirkliche Biologie der Molluske.
Klassizismus und das 19. Jahrhundert
Im 18. und 19. Jahrhundert verliebte sich Europa erneut in die Antike. Bildhauer schlugen Venusgestalten aus weißem Marmor, Juweliere schnitten Kameen mit ihrem Profil aus Achat und Muschel, Medaillons mit der Göttin schenkte man zur Verlobung. Die Mode der Romantik auf die „Sprache der Blumen und Symbole" verankerte Rose, Taube und Myrte als Zeichen zarter Gefühle, und alle drei führen zu Aphrodite. Damals wurde die Kamee mit Frauenprofil zu einem fast unverzichtbaren Detail der Damengarderobe, und viele dieser Profile sind eben die Göttin der Liebe.
Pompeji und der römische Alltag
Ein eigenes Kapitel in der Geschichte des Bildes sind die unter der Asche des Vesuv begrabenen römischen Städte. An den Wänden pompejanischer Häuser blieben Fresken mit Venus erhalten, die auf einer Muschelschale über das Meer fährt, und diese Malereien gaben den Archäologen die seltene Gelegenheit zu sehen, wie man die Göttin im gewöhnlichen, nicht im Tempelalltag darstellte. In denselben Ruinen fand man Frauenschmuck mit ihren Motiven: Ringe mit Intaglios, Ohrringe, Anhänger. Pompeji zeigte, dass Venus sowohl hohe Kunst als auch Teil des täglichen Lebens war, auch des Schmucklebens.
Das 20. Jahrhundert: die Rückkehr des Motivs
Nach langer Stille kehrte das Bild der Göttin in Wellen in den Schmuck zurück. Das Art déco liebte die strenge Geometrie und griff nicht die Gestalt selbst auf, sondern ihre Attribute: Perle, Meereswelle, stilisierte Muschel. Später wandten sich Juweliere wieder unmittelbar dem Mythos zu und schufen Muschelanhänger und Medaillons mit dem Profil der Venus. Heute lebt das Motiv in zwei Strömungen zugleich: in der klassischen, mit Kameen und Perlen, und in der modernen, mit dem schlichten Zeichen des Planeten Venus an einer feinen Kette.
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Symbole der Aphrodite
Die Muschel
Die Muschel ist das Zeichen der Geburt der Göttin aus dem Meer. Im Mythos trug die Welle Aphrodite in einer geöffneten Schale ans Ufer, und seitdem liest sich die Muschel als Schoß der Schönheit, als Gefäß, aus dem die Liebe hervorgeht. Wichtig ist, die Bedeutungen nicht zu verwechseln: Bei Aphrodite ist die Muschel ein Attribut der Göttin, ein Symbol der Geburt und der Weiblichkeit, nicht das Material Perlmutt an sich. Wenn Sie hingegen die Jakobsmuschel als Pilgerzeichen auf dem Weg nach Santiago interessiert, ist das ein ganz anderer Stoff, ihm ist eine eigene Betrachtung gewidmet.
Die Perle
Die Perle entsteht im Inneren der Muschel, im Wasser, langsam und im Verborgenen. Für die Alten war sie ein erstarrter Tropfen Meerschaum, also buchstäblich ein Teilchen jenes Elements, aus dem Aphrodite hervorging. Deshalb gilt die Perle seit der Antike als Stein der Liebesgöttin: ein Zeichen der Reinheit, der Weiblichkeit und der zarten Schönheit. Ausführlich über Arten, Auswahl und Pflege gibt es den vollständigen Perlen-Ratgeber, hier genügt der Hinweis, dass ein Perlenanhänger oder Perlenohrringe der direkteste Weg sind, die Symbolik der Venus ohne eine einzige Aufschrift zu tragen.
Die Taube
Die Taube ist der heilige Vogel der Aphrodite. Die Griechen spannten Tauben vor ihren Wagen, hielten sie an den Tempeln, ließen sie an Festtagen frei. Ein Paar gurrender Tauben wurde schon in der Antike zum Zeichen der Verliebten und überdauerte bis in unsere Tage: Die Täubchen auf Hochzeitskarten sind direkte Nachfahren der Vögel der Göttin. Im Schmuck lesen sich zwei einander zugewandte Tauben als Symbol eines treuen Paares.
Die Rose
Nach einer Legende wuchs die Rose aus dem Blut des Geliebten der Aphrodite, nach einer anderen wurden weiße Rosen rot, als die Göttin sich beim Eilen zu ihm den Fuß an den Dornen stach. So wurde die Rose zur Blume der Liebe und Leidenschaft und blieb es bis heute. Eine rote Rose im Schmuck ist ein knapper Weg, von einem Gefühl zu sprechen. Breiter über die florale Symbolik in der Schmuckkunst gibt es den Beitrag Blüten im Schmuck.
Die Myrte
Die Myrte ist ein immergrüner Strauch mit weißen Blüten und würzigem Duft, der Aphrodite geweiht ist. Mit Myrtenkränzen schmückte man Bräute, Myrtenzweige trug man bei Hochzeiten, Myrten pflanzte man bei den Tempeln der Göttin. Anders als die üppige Rose ist die Myrte ein stilles, häusliches Symbol der ehelichen Liebe und der langen Eintracht. Im modernen Schmuck begegnet sie seltener, doch ein Myrtenkranz in Gravur oder Email verweist eben auf Venus.
Der Spiegel (Zeichen ♀)
Der Spiegel ist ein Attribut der Schönheit: Die Göttin blickt hinein, bewundert sich selbst und prüft ihren Reiz. Aus diesem Spiegel wuchs nach verbreiteter Lesart das astronomisch-alchemistische Zeichen der Venus, ein Kreis mit dem Kreuz darunter. Heute liest sich dasselbe Zeichen auch als Symbol des weiblichen Geschlechts. Beim Zeichen haben sich viele Bedeutungen auf einmal angesammelt, vom Planeten bis zur Politik, und ihm ist eine eigene Betrachtung gewidmet: Das weibliche Symbol und das Venuszeichen im Schmuck. Im Zusammenhang mit der Göttin ist der Spiegel vor allem ein Zeichen der Schönheit und der Selbstbewunderung im guten Sinne des Wortes.
Der Gürtel Kestos
Aphrodite besaß einen Zaubergürtel, auf Griechisch „kestos", der die Trägerin unwiderstehlich machte. In den Mythen lieh ihn sich sogar Hera, um die Aufmerksamkeit des Zeus zurückzugewinnen. Der Gürtel ist ein seltenes, fast vergessenes Attribut, doch eben er steht für die Idee des „Magnetismus", der Anziehung, die sich nicht allein durch das Äußere erklären lässt. Im Schmuck ist sein Echo in den feinen Kettengürteln und im Motiv des verschlungenen Bandes zu finden.
Der Apfel
Den goldenen Apfel mit der Aufschrift „der Schönsten" warf die Göttin der Zwietracht, und drei Göttinnen stritten, wem er zufallen solle. Paris gab ihn Aphrodite, und so begann der Weg zum Trojanischen Krieg. Seitdem ist der Apfel ein Zeichen des Sieges im Streit um die Schönheit, der Belohnung für die Schönste. Gelehrte rätseln bis heute, ob die Venus von Milo nicht einen Apfel in der Hand hielt. Im Schmuck begegnet der Apfel selten, doch als feiner Verweis auf den Mythos von Paris lesen ihn Wissende sofort.
Delphin und Meeresmotive
Da die Göttin aus dem Meer kam, ist das ganze Meeresthema das ihre. Der Delphin, der Aphrodite über die Wellen begleitete, der Wellenkamm, der Seestern, all das sind ihr verwandte Bilder. In der antiken Bildhauerei stützt ein kleiner Delphin oft das Bein der Göttin, hilft den schweren Marmor zu halten und erinnert zugleich an ihre Geburt aus dem Wasser. Im modernen Schmuck verstärken Meeresmotive neben Perle oder Perlmutt die Verbindung zur Venus, auch ohne ihre Gestalt.
Bedeutung der Aphrodite im Schmuck
Liebe
Der offensichtlichste Sinn. Schmuck mit den Symbolen der Göttin ist Schmuck über das Gefühl: romantisch, zärtlich, leidenschaftlich. Man schenkt ihn als Zeichen der Liebe und trägt ihn als Erinnerung an sie. Anders als das abstrakte Herzchen fügt das Bild der Venus Tiefe hinzu: Dahinter steht eine ganze Mythologie, nicht nur ein bloßes Zeichen.
Schönheit
Aphrodite ist der Maßstab der Schönheit in der europäischen Kultur. Ihr Symbol zu tragen heißt, den Wert der Schönheit als solcher anzuerkennen, der Selbstfürsorge, der Ästhetik. Das ist keine Eitelkeit, sondern Achtung vor der Harmonie, die die Göttin verkörperte.
Weiblichkeit
Muschel, Perle, Rose sind weiche, runde, weibliche Formen. Schmuck mit der Symbolik der Göttin betont das Weibliche ohne Herausforderung und ohne Aufschriften. Viele wählen ihn gerade dafür: ein stilles, sicheres Bekenntnis zur Weiblichkeit.
Anziehung
Der Zaubergürtel der Aphrodite stand für den Magnetismus. Deshalb trägt man ihren Schmuck oft als Talisman der Anziehung: kein Liebeszauber, sondern ein Einstimmen auf die eigene Anziehungskraft, auf das Selbstvertrauen, das einen Menschen anziehend macht. Psychologisch funktioniert das ganz einfach. Wenn ein Stück Sie daran erinnert, dass Sie der Liebe würdig sind, halten Sie sich anders.
Selbstwert
Die moderne Lesart der Göttin verschob sich von „anderen gefallen" zu „sich selbst schätzen". Der Spiegel der Venus ist der Blick nach außen und der Blick nach innen. Schmuck mit ihrer Symbolik kauft man sich immer öfter selbst, als Zeichen der Selbstachtung und der Selbstliebe, nicht allein als Geschenk von jemandem.
Fruchtbarkeit und Fülle
In der Antike war Aphrodite zuständig für die Gefühle der Menschen und für die Fruchtbarkeit von Land und Meer, für Fülle und Fortpflanzung. Diese Bedeutungsschicht ist im Schmuck fast vergessen, doch sie erklärt, warum man die Göttin so oft mit Frühling, Blüte und Ernte verband. Ein Anhänger mit der Symbolik der Venus las sich geschichtlich auch als Wunsch nach Fruchtbarkeit, Wohlergehen, einem vollen Leben, nicht allein nach romantischer Liebe.
Harmonie und Ästhetik
Venus im weiten Sinne steht für Harmonie: Ebenmaß, die Schönheit der Proportionen, die Freude am Schönen. Nicht zufällig trägt jener Planet ihren Namen, der in der Astrologie für Geschmack und den Hang zur Kunst zuständig ist. Schmuck mit ihrem Motiv passt zu denen, für die nicht die Lautstärke wichtig ist, sondern das Ebenmaß und das Maßgefühl. Es ist ein stilles Bekenntnis zur Liebe zur Schönheit als Wert, ohne zur Schau gestellten Glanz.
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Aphrodite und Venus: das Griechische und das Römische
Eine Göttin, zwei Namen
Aphrodite und Venus sind nicht zwei verschiedene Göttinnen, sondern eine Gestalt in zwei Kulturen. Die Griechen nannten sie Aphrodite, die Römer Venus, und als Rom die griechischen Mythen übernahm, verschmolzen beide Bilder. Im Schmuck werden beide Namen als Synonyme verwendet, und die Wahl hängt eher vom Geschmack ab: „Venus" klingt für das europäische Ohr vertrauter, „Aphrodite" verweist unmittelbar auf die griechische Urquelle.
Worin sich die römische Venus unterschied
Die griechische Aphrodite war vor allem die Göttin der Liebe und Schönheit. Die römische Venus fügte dem eine staatliche Bedeutung hinzu: Stammmutter des Geschlechts der Julier, Schutzherrin Roms, Sinnbild des Kriegsglücks (Venus Victrix, die Siegerin). Deshalb trug römischer Schmuck mit der Göttin manchmal einen politischen Beiklang, den es bei den Griechen nicht gab.
Eros, Cupido und Amor
Der Sohn der Göttin heißt bei den Griechen Eros, bei den Römern Cupido oder Amor. Der geflügelte Knabe mit Bogen und Pfeilen, der die Herzen verwundet, ist ihr ständiger Begleiter in der Kunst. Im Schmuck erscheinen Mutter und Sohn oft zusammen: Venus und der kleine Cupido sind ein klassischer Stoff von Kameen und Medaillons der Renaissance und des Klassizismus.
Warum Venus ernster war als Aphrodite
Sieht man genauer hin, geriet die römische Venus schwerer und bedeutender als ihre griechische Urquelle. Den Griechen war Aphrodite teuer als Göttin des Gefühls und der Schönheit, doch in die hohe Politik ließ man sie für gewöhnlich nicht. Die Römer machten es umgekehrt. Sie machten Venus zur Urmutter ihres Volkes: Über ihren Sohn Aeneas, der aus dem brennenden Troja floh, führten die ersten Familien Roms ihre Abstammung zurück. Der Diktator, der das Reich faktisch begründete, und seine Erben nannten die Göttin offen ihre Stammmutter und prägten sie auf Münzen.
Daher bekam Venus Beinamen, die die zarte Griechin nicht hatte. Venus die Siegerin stand für das Glück im Krieg, Venus die Stammmutter für die Fortpflanzung des Geschlechts und des Staates, Venus die Reinigerin für die sittliche Ordnung. Die Göttin der Liebe wuchs zur Schutzherrin ganz Roms heran. Die Liebe war bei den Römern nicht abgeschafft, doch ihr fügte sich das Gewicht des Reiches, der Familie, des Schicksals des Volkes hinzu.
Dieser Unterschied ist auch im Schmuck fein zu hören. Die griechische Aphrodite ist leichter, sie handelt vom reinen Gefühl und von der Meeresschönheit. Die römische Venus ist gediegener, in ihr liegt ein Beiklang von Würde, Geschlecht, ernster Absicht. Deshalb liest sich eine massive Kamee mit Profil ein wenig „römisch", ein luftiger Muschelanhänger ein wenig „griechisch". Das ist keine strenge Regel, sondern ein Tonfall, doch er besteht, und ein Kenner fühlt ihn. Die Verbindung der Venus mit dem Pantheon und mit der Gestalt des Donnerers lässt sich bequem über den Überblick Olympische Götter und das griechische Pantheon und das Porträt des Zeus als König der Götter ergänzen, dessen Tochter Homer sie nannte.
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Materialien für Schmuck mit Aphrodite
Perle
Das „venerischste" Material von allen. Die Perle entsteht in der Muschel, so wie die Göttin selbst aus der Schale hervorging, deshalb ist die Verbindung unmittelbar und alt. Weiße Perlen lesen sich als reine Zartheit, cremefarbene als warme Weiblichkeit, schwarze Tahiti-Perlen als Rätsel und Leidenschaft. Perlen sind heikel in der Pflege, sie fürchten Säuren und Parfüm, geben dafür aber einen weichen, lebendigen Schimmer, den geschliffene Steine nicht haben. Über die verschiedenen Sorten lässt sich bequem im Perlen-Ratgeber lesen.
Muschel und Perlmutt
Perlmutt ist die innere Schicht der Muschel, eben jene, in der die Perle entsteht. Daraus schneidet man Kameen, fertigt Einlagen und Anhänger in Muschelform. Perlmutt ist erschwinglicher als die Perle und trägt dabei dieselbe Meeressymbolik der Göttin. Die Farbe schillert von milchigem Weiß bis zu Graurosa und passt hervorragend zu Silber und Gold.
Morganit und Rosenquarz
Rosa Steine korrespondieren unmittelbar mit dem Thema von Liebe und Zartheit. Morganit ist ein seltener rosa Beryll, durchsichtig, mit ruhigem pfirsichrosa Leuchten, ein Stein des Premiumsegments. Einzelheiten gibt es im Beitrag Morganit, der rosa Beryll. Rosenquarz ist weicher und erschwinglicher, man nennt ihn seit jeher den „Stein der Liebe" und verbindet ihn mit Zärtlichkeit zu sich und zu anderen, über ihn gibt es gesondert eine Betrachtung des Rosenquarzes. Beide Steine fügen sich gut in Schmuck mit dem Venusthema.
Gold und Silber
Gold ist das Metall der Sonne, der Wärme und des Luxus, es betont die Feierlichkeit des Bildes der Göttin und harmoniert schön mit Perlen cremefarbener Töne. Silber ist kühler und stiller, es liegt näher am Meer und am Mond, an weißer Perle und Perlmutt. Wer die Symbolik täglich tragen möchte, für den ist Silber praktischer: Wie man echtes erkennt, dazu gibt es den Beitrag Silber 925, was bedeutet das. Viele kombinieren beide Metalle, und darin liegt kein Fehler.
Koralle
Mit der Venus hat die Koralle eine alte Verbindung. Antike Autoren hielten die rote Koralle für erstarrtes Blut oder eine versteinerte Pflanze des Meeres, geboren in demselben Element wie die Göttin. Rosa und rote Koralle verarbeitete man zu Ketten, Kameen und Anhängern und war lange neben der Perle Begleiterin des maritimen Venusthemas. Heute wird natürliche Koralle wegen des Schutzes der Riffe immer seltener gewonnen, deshalb begegnen häufiger schonende Alternativen und Vintagestücke, doch das Motiv selbst bleibt erkennbar „maritim" und warm.
Türkis und Aquamarin
Blaue und blaugrüne Steine fügen dem Venusthema die Farbe des Meeres selbst hinzu. Aquamarin, dessen Name wörtlich „Meerwasser" bedeutet, ist durchsichtig und kühl, er korrespondiert mit der Welle, aus der die Göttin hervorging. Türkis ist wärmer und dichter, er galt seit jeher als Schutzstein und trägt dabei dieselbe Meeresnote. Beide Varianten sind gut, wenn man von der gewohnten weißen Perle und den rosa Tönen weg will, hin zum Bild des Meeres als Element der Geburt Aphrodites.
Die Kamee als Trägermaterial
Die Kamee ist kein Stein, sondern eine Art des Schneidens, doch im Thema der Venus ist sie fast ein eigenes Material. Der Meister nimmt geschichteten Achat, Sardonyx oder Muschel, wo eine helle Schicht auf einer dunklen liegt, und schneidet das weiße Profil der Göttin auf kontrastreichem Grund. Die Muschelkamee ist leichter und günstiger als die Steinkamee, deshalb machte eben sie das Bild der Venus im 19. Jahrhundert zur Massenware. Die Kamee ist wertvoll, weil sie das Gesicht der Göttin buchstäblich trägt, nicht nur als Andeutung, und dabei ein zierliches Detail bleibt, keine sperrige Gestalt.
Wie und womit man es trägt
Frauenlooks für jeden Tag
Ein feiner Muschelanhänger oder eine einzelne Perle an der Kette fügt sich in jede Alltagsgarderobe. Die Meeressymbolik braucht keinen besonderen Anlass, sie liest sich einfach als schönes Schmuckstück, und die zweite Sinnschicht kennen nur Sie. Silber oder Weißgold zu kühlen Kleidungstönen, Gelbgold zu warmen.
Ein Geschenk über die Liebe
Schmuck mit der Symbolik der Venus ist ein sprechendes Geschenk. Perlen zum Jahrestag, ein Rosen- oder Taubenanhänger zum Geständnis, eine Kamee mit dem Profil der Göttin zu einem ernsten Anlass. Anders als das namenlose Herzchen trägt ein solches Geschenk eine Geschichte, und es ist schön, es mit ein paar Worten über den Mythos zu begleiten. Das verwandelt das Stück in eine kleine Erzählung, nicht in namenloses Metall mit einem Stein.
Für sich selbst, als Zeichen des Selbstwerts
Immer öfter kauft man solchen Schmuck sich selbst. Der Spiegel der Venus handelt von der Selbstliebe, vom Recht, sich schön zu fühlen ohne fremde Anerkennung. Hier funktionieren rosa Steine gut, Morganit oder Rosenquarz, und das Motiv von Spiegel oder Muschel. Das ist keine Laune, sondern die gesunde Gewohnheit, die eigenen Siege mit einem Stück zu feiern, das einen erfreut.
Kombinationen und Schichten
Die Perle liebt die Gesellschaft ebenso weicher Texturen: Perlmutt, mattes Gold, Samt und Seide in der Kleidung. Rosa Steine harmonieren mit warmem Gold. Schroffe gotische oder industrielle Stücke wirken neben dem Venusthema fragwürdig, der Kontrast ist zu stark. Wenn Sie eine vielschichtige Kette zusammenstellen wollen, halten Sie eine Länge für den Akzent mit der Göttin, und die übrigen feiner und schlichter, damit sie nicht um die Aufmerksamkeit streiten.
Was man zum Anlass wählt
Zur Hochzeit oder Verlobung ist die Perle oder die Kamee folgerichtig, die über Jahrhunderte bewährte Klassik. Zum Jahrestag passt die Taube oder die Rose, Zeichen der Liebe als Zustand. Zu einem ernsten Anlass gehört die Kamee mit dem Profil der Göttin, ein Stück mit Gewicht und Geschichte. Für sich selbst zum Alltag nimmt man einfacher einen Muschelanhänger oder das Zeichen des Planeten Venus: Sie brauchen keinen Anlass und funktionieren als stiller persönlicher Talisman. Die Hauptregel ist einfach: Je feierlicher der Anlass, desto angemessener das figürliche Bild der Göttin, und je alltäglicher, desto knapper das Symbol.
Wie man Geschmack vom Zufall unterscheidet
Das Venusthema gleitet leicht ins Süßliche ab, wenn man alles auf einmal anhäuft: Perle und Rosen und Amoretten. Stärker wirkt ein klarer Akzent. Wählen Sie das Hauptsymbol, die Muschel, die Perle oder das Planetenzeichen, und bauen Sie den Look darum herum. Die Kamee verlangt eine schlichte Kette und einen ruhigen Ausschnitt der Kleidung, damit das Profil lesbar ist. Das Venuszeichen liebt im Gegenteil den Minimalismus und wirkt gut im Paar mit ebenso grafischen Stücken. Das Maßgefühl ist hier der beste Tribut an die Göttin der Harmonie.
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Venus in der Kunst
Skulptur: von Knidos bis zum Klassizismus
Das Bild der Göttin im Stein ist eine eigene Geschichte von zwei Jahrtausenden Länge. Die Aphrodite von Knidos des Praxiteles setzte den Kanon der nackten Schönheit, die Venus von Milo führte ihn zur Vollendung, und die Bildhauer der Renaissance und des Klassizismus kopierten und schufen dieses Bild immer wieder neu. Viele Posen aus den Schmuckkameen und Medaillons sind verkleinerte Zitate berühmter Statuen.
Malerei: Botticelli und die Venezianer
Nach „Der Geburt der Venus" Botticellis wurde die Göttin zur Lieblingsgestalt der Maler. Venezianische Meister malten sie liegend, nordische Künstler kleideten sie in den Schmuck ihrer Zeit. Aus diesen Gemälden wanderten Einzelheiten in den Schmuck: ein Kranz aus Rosen, eine Perlenschnur am Hals, eine Muschel unter den Füßen. Wenn Sie eine alte Kamee betrachten, haben Sie oft das Fragment eines berühmten Gemäldes vor sich.
Kameen und Glyptik
Die Schnitzerei in Stein und Muschel ist ein Handwerk, in dem das Bild der Venus besonders lange lebte. Die Kamee mit Frauenprofil war das ganze 19. Jahrhundert hindurch ein unverzichtbares Detail der Damengarderobe, und sehr oft ist es eben die Göttin der Liebe. Geschichteter Achat, Sardonyx und Muschelkamee gaben dem Meister ein Material mit fertigen farbigen Schichten, aus denen man das weiße Profil auf dunklem Grund schnitt.
Venus in Dichtung und Literatur
Das Bild der Göttin lebte sowohl in Stein und Farbe als auch im Wort. Der römische Dichter Lukrez eröffnete sein Lehrgedicht „Über die Natur der Dinge" mit einer Hymne an Venus als die Kraft, die alles Lebendige bewegt und den Frühling hervorbringt. Dichter der Renaissance besangen ihre Schönheit und mit ihr Muschel, Perle und Rose. Diese Zeilen nährten auch die Juweliere: Ein Auftraggeber, der über die „Schaumgeborene" gelesen hatte, wollte einen Nachhall des Gelesenen tragen. Die literarische Venus und die juwelierhafte Venus wuchsen nebeneinander und nährten einander über Jahrhunderte.
Warum dieses Bild nicht veraltet
Das Herz als Zeichen des Gefühls erschien verhältnismäßig spät, während sich das Bild der Venus dreitausend Jahre hält, und der Grund liegt in seiner Vielschichtigkeit. Dasselbe Symbol spricht von Liebe, Schönheit, Weiblichkeit, Fruchtbarkeit, Harmonie und sogar von einem Planeten am Himmel. Jede Epoche nahm daraus das Ihre, ohne das Frühere abzuschaffen. Deshalb ist Schmuck mit der Göttin nicht an die Mode eines bestimmten Jahrzehnts gebunden: Er stützt sich auf einen Sinn, der über Dutzende Generationen angesammelt wurde, und altert dadurch nicht.
Drei Bilder, die den Kanon setzten
Führt man die ganze Geschichte des Bildes auf wenige Dinge zurück, kommen drei berühmte Darstellungen zusammen, auf denen die gesamte folgende Ikonografie der Göttin ruht. Das erste ist die Aphrodite von Knidos des Bildhauers Praxiteles, geschaffen um die Mitte des 4. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung. Das ist die erste große Statue einer nackten Göttin in der griechischen Kunst. Vor ihr formte man nur Männer nackt, Frauen kleidete man. Praxiteles überraschte die Göttin vor dem Bade: Sie hatte das Gewand auf ein danebenstehendes Gefäß gelegt und bedeckt sich mit einer Hand. Diese zugleich schamhafte und ruhige Pose erhielt den Namen „die schamhafte Venus" und verbreitete sich über Tausende von Kopien, Kameen und Medaillons. Das Original ist verloren, doch wir kennen es aus den römischen Wiederholungen.
Das zweite ist die Venus von Milo, eine Marmorgestalt der hellenistischen Epoche, gefunden auf der Insel Milos zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Armlos, mit nacktem Oberkörper und zu den Hüften gleitender Draperie, wurde sie über zweihundert Jahre zum Synonym für klassische Schönheit überhaupt. Der Verlust der Arme schlug zum Vorteil aus: Die Unbestimmtheit weckt die Vorstellung, und jeder vervollständigt das Bild auf seine Weise. Aus dieser Statue gingen in den Schmuck das strenge Profil, die ruhige Neigung des Kopfes und die fließende Linie der Schulter über, die in Kameen leicht zu erkennen sind.
Das dritte Bild ist bereits Malerei, „Die Geburt der Venus" des Florentiners Botticelli, gemalt am Ende des 15. Jahrhunderts. Die Göttin steht auf einer riesigen Schale einer Jakobsmuschel, Winde treiben sie ans Ufer, eine Nymphe eilt herbei, um sie mit einem Mantel zu bedecken. Das Gemälde verband den antiken Stoff mit dem christlichen Florenz und wurde zum meistvervielfältigten Bild der Göttin der gesamten Geschichte. Eben von ihm wuchs die Jakobsmuschel im Massenbewusstsein untrennbar mit Venus zusammen. Wenn Sie einen Anhänger in Form einer geöffneten Muschelschale sehen, steht dahinter Botticelli, nicht die wirkliche Molluske. Diese drei Dinge, zwei Skulpturen und ein Gemälde, sind eben jene gemeinsame Sprache, in der aller Schmuck mit der Göttin spricht.
Die Psychologie der Wahl eines Liebessymbols
Bemerkenswert ist die Auswahl der Liebessymbole selbst und die feinere Frage: Warum wählt ein Mensch gerade die Göttin und nicht das Herz, nicht den Knoten, nicht das Wort. Hinter der Wahl steht meist der Wunsch nach Tiefe. Das Herz liest sich augenblicklich und fühlt sich deshalb zu allgemein an, wie ein Emoji. Das Bild der Venus verlangt Wissen, und dieses Wissen wird zum Teil des Vergnügens: Der Besitzer trägt ein Stück, dessen Sinn sich nicht sofort erschließt, und das verleiht ihm den Wert des Geheimnisses.
Es gibt auch einen zweiten, persönlicheren Beweggrund. Psychologen bemerkten längst, dass ein Erinnerungsgegenstand das Verhalten verändert. Wenn ein Schmuckstück einen Menschen sanft daran erinnert, dass er der Liebe würdig und schön ist, hält er sich sicherer, und dieses Selbstvertrauen macht ihn in den Augen anderer anziehender. Keine Magie steckt darin, es wirkt eine ganz gewöhnliche Selbsteinstimmung. Das Venussymbol eignet sich für diese Rolle gerade deshalb, weil es zugleich von Liebe und von Selbstwert spricht, vom Blick nach außen und vom Blick nach innen.
Der dritte Beweggrund ist die Verschiebung von „gefallen" zu „sich selbst schätzen". Noch vor einem Jahrhundert kaufte man Schmuck mit der Göttin als Geschenk, um zu gefallen oder einen anderen zu erfreuen. Heute wählt man ihn immer öfter selbst und für sich, als stilles Zeichen der Selbstachtung. Der Spiegel der Venus verwandelte sich vom Symbol der Eitelkeit in ein Symbol der Selbstfürsorge. Diese Verschiebung erklärt vieles daran, warum sich das alte Bild beim heutigen Käufer so gut eingelebt hat: Es vermag von der Liebe zu einem anderen und von der Liebe zu sich selbst zu sprechen, ohne das eine gegen das andere zu stellen.
Venus jenseits der Kunst
Das Bild der Göttin trat längst aus dem Rahmen der Museen und Galerien heraus und ergoss sich in die Alltagssprache. Von ihrem Namen stammt das Wort „Aphrodisiakum", ein Mittel, das die Begierde entfacht. Das lateinische „venerisch" gab der Schönheit ihren Namen und einer ganzen Reihe von Pflanzen: Frauenhaar ist der Name eines zierlichen Farns, der Frauenschuh eine Orchidee mit einer Blüte in Schuhform. Die Göttin schenkte sogar einem Wochentag ihren Namen: Die romanischen Sprachen nennen den Freitag zu ihren Ehren, weil die Römer diesen Tag der Venus weihten.
Am Himmel trägt ihren Namen der hellste Planet nach Mond und Sonne, sichtbar bei Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Die Alten hielten, ohne zu wissen, dass es ein und dasselbe Gestirn ist, die Morgen- und die Abendvenus lange für zwei verschiedene Sterne und gaben ihnen verschiedene Namen. Die Krater auf dem Planeten selbst benennen die Astronomen der Überlieferung nach mit Frauennamen, und das ist ein stiller Tribut an die Göttin. So lebt das Bild der Aphrodite in drei Schichten zugleich: im Schmuck als Symbol der Liebe, in der Sprache als Wurzel zahlreicher Wörter und am Himmel als Lichtpunkt, den die Menschen seit Tausenden von Jahren beobachten. Diese Allgegenwart erklärt auch, warum das Venusmotiv in einem Anhänger nicht als etwas Enges empfunden wird: Dahinter steht ein ganzes Netz von Bedeutungen, das sich über die Kultur verzweigt hat.
Venus in der Astrologie
Der Planet der Liebe und Schönheit
In der Astrologie ist Venus der Planet, der für Liebe, Beziehungen, Ästhetik, Geld und Vergnügen zuständig ist. Sie „beherrscht" die Zeichen Stier und Waage. Menschen, bei denen Venus im Geburtsbild stark steht, gelten als charmant und der Schönheit zugeneigt. Daher die Beliebtheit von Schmuck mit der Venussymbolik bei denen, die sich für Astrologie begeistern: Es ist das Zeichen des eigenen Planeten am Körper.
Venus im Zeichen der Waage
Die Waage ist das zweite Zeichen, das Venus beherrscht, und hier entfaltet sie sich anders als beim sinnlichen Stier. Die Waage handelt von Gleichgewicht, Partnerschaft, Diplomatie und Liebe zur Harmonie in den Beziehungen. Für die unter der Waage Geborenen liest sich die Venussymbolik als Zeichen des Strebens nach Balance und nach der Schönheit der Verbindung. Während der Stier von Venus die Sinnlichkeit nimmt, nehmen die Waage die Anmut und den Hang zur Eintracht, und Schmuck mit der Göttin betont eben diese Seite.
Das Zeichen ♀ und seine Bedeutungen
Eben jener Kreis mit dem Kreuz, der aus dem Spiegel der Göttin wuchs, bezeichnet in der Astronomie den Planeten Venus und liest sich heute auch als Symbol des weiblichen Geschlechts und als alchemistisches Zeichen für Kupfer. So viele Bedeutungen haben sich angesammelt, dass ihnen ein eigener Beitrag gewidmet ist: Das weibliche Symbol und das Venuszeichen. Im Schmuck lässt sich dieses Zeichen beliebig darbieten: als Planet, als Weiblichkeit oder einfach als strenge Grafik.
Venus im Zeichen des Stiers
Der Stier ist das Heimatzeichen der Venus, und nicht zufällig verbindet man ihn mit der Liebe zu schönen Dingen, Behaglichkeit und sinnlichen Vergnügen. Über das Zusammenspiel von Stier, Venus und diesem Zeichen gibt es einen eigenen Beitrag Schmuck für den Stier. Für die unter dem Stier Geborenen ist Schmuck mit dem Venusthema fast ein Selbstporträt in Metall.
Aphrodite gegen andere Symbole der Liebe
Venus und das Herz
Das Herz ist ein universelles, augenblicklich lesbares Zeichen des Gefühls, doch eben in dieser Einfachheit liegt sein Nachteil: Es ist namenlos und begegnet auf Schritt und Tritt. Das Bild der Venus ist tiefer, dahinter steht ein Mythos, eine Geschichte, ein ganzer Satz von Attributen. Wer Sinn will und nicht nur ein Zeichen, für den gewinnt die Göttin. Über das Herzzeichen selbst und seine Geschichte gibt es das anatomische Herz im Schmuck, und ein Überblick aller Gefühlszeichen ist im Beitrag Liebessymbole im Schmuck gesammelt.
Venus und Cupido
Cupido, auch Amor, ist der Sohn der Venus, der geflügelte Schütze, der die Herzen verwundet. Sein Pfeil handelt von der plötzlichen Verliebtheit, vom Schlag des Gefühls. Venus hingegen handelt von der Liebe als Zustand, als Schönheit und Anziehung im Ganzen. Oft trägt man sie zusammen: Mutter und Sohn ergänzen einander, Leidenschaft und Zärtlichkeit in einem Stoff.
Venus und der Liebesknoten
Der Knoten ist ein Symbol der Verbindung, die sich nicht zerreißen lässt, ein Zeichen der Treue und des Bundes. Er handelt von der Festigkeit der Beziehung, während Venus von ihrer Schönheit und Anziehung handelt. Ein gutes Paar für ein gemeinsames Geschenk: Der Knoten sagt „für immer", Venus sagt „mit Liebe". Über die verschiedenen Knoten gibt es Beiträge zum keltischen Knoten und zum Matrosenknoten.
Venus und Talisman-Worte
Manchmal will man die Liebe mit einem direkten Wort ausdrücken: Glaube, Hoffnung, Liebe, in Metall graviert. Das ist die buchstäblichste Sprache des Gefühls, ohne Mythologie und Entschlüsselung. Venus hingegen spricht durch ein Bild, nicht durch Text, und darin liegt ihre Stärke: Das Symbol wirkt auf mehreren Ebenen zugleich und klingt nicht aufdringlich. Über Talisman-Aufschriften gibt es eine eigene Betrachtung, Schmuck mit den Worten Liebe, Glaube, Hoffnung. Es ist gelungen, wenn Wort und Bild einander ergänzen und nicht doppeln.
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Fakten, die überraschen
Die Aphrodite von Knidos des Praxiteles schätzte man so sehr, dass der Überlieferung nach König Nikomedes der Stadt Knidos anbot, die gesamte Staatsschuld zu erlassen, im Tausch gegen die Statue. Die Einwohner lehnten ab.
Die Römer hatten ein besonderes Fest, die Veneralia am 1. April, an dem die Frauen den Schmuck von der Statue der Göttin nahmen, sie wuschen und wieder schmückten und um Glück in der Liebe baten.
Perlen hielten die Alten für erstarrte Tropfen Meerschaum oder Tau, der in eine geöffnete Muschel gefallen war. Da Aphrodite selbst aus dem Schaum geboren wurde, empfand man die Perle als buchstäbliches Teilchen der Göttin.
Bei der berühmten Venus von Milo hat man bis heute die Arme nicht gefunden, und seit fast zweihundert Jahren streiten Gelehrte, ob sie einen Apfel, einen Spiegel oder den Schild des Ares hielt, in dem sie ihr Spiegelbild bewunderte.
Die Taube wurde erst viel später zur „Friedenstaube", ursprünglich war sie ein Vogel der Leidenschaft und der Fruchtbarkeit, eben der Aphrodite geweiht, und ein Taubenpaar bedeutete Verliebte, nicht Frieden.
Das Wort „Aphrodisiakum", also ein Mittel, das die Begierde entfacht, stammt unmittelbar vom Namen der Aphrodite.
Botticelli stellte Venus auf der Schale einer Jakobsmuschel stehend dar, obwohl im antiken Mythos selbst die Art der Muschel nicht näher bestimmt wird. Eben das Gemälde verankerte im Massenbewusstsein die Verbindung „Venus plus Jakobsmuschel".
Der Planet Venus ist das hellste Objekt am Nachthimmel nach dem Mond, und die Alten hielten ihn, da sie ihn bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sahen, lange für zwei verschiedene Gestirne, den Morgen- und den Abendstern.
Der Freitag ist in den romanischen Sprachen nach Venus benannt: auf Französisch vendredi, auf Italienisch venerdì, auf Spanisch viernes. Die Römer weihten diesen Tag der Göttin, und der Name überdauerte bis in unsere Tage, auch wenn kaum jemand sich erinnert, warum.
Die Aphrodite von Knidos des Praxiteles stellte man in einem nach allen Seiten offenen Tempel auf, damit man die Statue ringsum bewundern konnte. Antike Autoren schrieben, dass der Marmor von hinten nicht weniger Verehrer hatte als von vorn, und Pilger umrundeten die Göttin im Kreis.
Die Krater auf dem Planeten Venus benennen die Astronomen nach internationaler Übereinkunft nur mit Frauennamen, wirklichen und mythischen. Es ist der einzige Planet, dem eine durchweg „weibliche" Karte zuteilwurde, und ein stiller Tribut an den Namen der Göttin.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich Aphrodite von Venus?
Es ist ein und dieselbe Göttin unter verschiedenen Namen. Aphrodite ist der griechische Name, Venus der römische. Als Rom die griechische Mythologie übernahm, verschmolzen die Bilder. Im Schmuck verwendet man beide Namen als Synonyme, der Unterschied liegt nur im Klang und in einem leichten Beiklang: Venus war bei den Römern auch Schutzherrin des Staates.
Warum gilt die Muschel als Symbol der Aphrodite?
Dem Mythos nach wurde die Göttin aus dem Meerschaum geboren und stieg in einer geöffneten Muschel ans Ufer. Das Gemälde Botticellis „Die Geburt der Venus" verankerte dieses Bild. Deshalb ist die Muschel bei Aphrodite ein Zeichen der Geburt der Schönheit und der Weiblichkeit, kein maritimes Material an sich. Die Jakobsmuschel als Pilgerzeichen ist ein eigener Stoff, ihm ist die Betrachtung der Muschel auf dem Jakobsweg gewidmet.
Kann ein Mann Schmuck mit Venus tragen?
Ja. Die Symbolik von Liebe und Schönheit ist nicht streng an das Geschlecht gebunden, und das Venuszeichen selbst nutzten Alchemisten und Astronomen ohne jede Verbindung zur Weiblichkeit. Einem Mann stehen knappe Varianten: eine Perle in strenger Fassung oder das Planetenzeichen ohne rosa Steine. Perlen tragen heute ohnehin Männer, dazu gibt es einen eigenen Beitrag.
Welcher Stein passt am besten zum Thema der Aphrodite?
Die Perle, weil sie in der Muschel entsteht und unmittelbar mit dem Mythos der Göttin verbunden ist. Von den farbigen Steinen sind die rosa am nächsten: Morganit für ein Premiumbild und Rosenquarz als erschwinglicher „Stein der Liebe". Perlmutt eignet sich für Kameen und Muschelanhänger.
Schenkt man Schmuck mit Venus zur Hochzeit?
Ja, und das ist eine alte Tradition. Die Myrte, der Aphrodite geweiht, flocht man seit jeher in die Kränze der Bräute, und die Perle galt als Hochzeitsstein der Reinheit und Weiblichkeit. Ein Anhänger oder Ohrringe mit der Venussymbolik sind ein passendes Hochzeitsgeschenk mit tiefem Sinn.
Hängt das mit der Astrologie zusammen?
Ja, es gibt eine unmittelbare Verbindung. Venus ist der Planet der Liebe und Schönheit, sie beherrscht Stier und Waage. Wer sich für Astrologie begeistert, trägt die Venussymbolik als Zeichen des eigenen Planeten. Näher zum Zeichen selbst gibt es den Beitrag Das weibliche Symbol und das Venuszeichen.
Warum ist das Bild der Venus besser als ein gewöhnliches Herzchen?
Das Herz liest sich augenblicklich, doch es ist namenlos und begegnet überall. Hinter dem Bild der Venus stehen ein Mythos, eine Geschichte und ein ganzer Satz von Attributen: Muschel, Perle, Taube, Rose. Das gibt Tiefe und macht den Schmuck zu einem Gespräch, nicht zu einem namenlosen Zeichen. Ein Überblick der Gefühlszeichen ist im Beitrag Liebessymbole gesammelt.
Wie pflegt man Perlen in einem solchen Schmuckstück?
Perlen fürchten Säuren, Parfüm, Haarspray und Scheuermittel. Legen Sie sie zuletzt an, nach Make-up und Parfüm, wischen Sie sie nach dem Tragen mit einem weichen Tuch ab und bewahren Sie sie getrennt von harten Steinen auf, damit sie nicht zerkratzen. Ausführliche Regeln gibt es im Perlen-Ratgeber.
Fazit
Aphrodite und Venus sind der schönste Weg, von der Liebe ohne Worte zu sprechen. Hinter der Muschel steht der Mythos von der Geburt aus dem Schaum, hinter der Perle ein erstarrter Meerestropfen, hinter Rose und Taube eine jahrtausendealte Tradition der Verliebten. Solchen Schmuck zu tragen heißt, einen Sinn mit Geschichte statt eines namenlosen Zeichens zu wählen, den Wert der Schönheit und Zartheit anzuerkennen und nicht selten auch einfach sich selbst ein wenig mehr zu lieben. Ob griechischer Name oder römischer, ob Perle oder rosa Stein, ob Geschenk oder Kauf für sich selbst, das Ergebnis ist eines: Es ist Schmuck über ein Gefühl, das seit dreitausend Jahren nicht aus der Mode kommt.
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