
Lakshmi im Schmuck: Goettin des Reichtums, der Fuelle, des Gluecks und der Schoenheit
Die Goettin, die nur in ein reines Haus kommt
In der Nacht von Diwali lassen die Menschen in ganz Indien ihre Tueren offen und entzuenden Reihen von Oellampen, damit Lakshmi ins Haus tritt und nicht vorbeigeht. Sie ist die Goettin des Reichtums, doch sie kommt nicht dorthin, wo Gold glaenzt, sondern dorthin, wo es sauber und hell ist und die Menschen einander willkommen heissen. Wohlstand als Lohn fuer Ordnung, nicht fuer Gier.
Lakshmi ist die hinduistische Goettin der Fuelle, des Gluecks, der Schoenheit und des geistigen Gedeihens, die Gemahlin Vishnus. Man erkennt sie an ihren vier Armen, am Lotos, am Strom goldener Muenzen aus ihrer Handflaeche und an zwei Elefanten, die sie mit Wasser uebergiessen. Diese Bilder sind laengst in den Schmuck eingewandert: Lotos-Anhaenger, Muenzen, kleine Figuren der Goettin an einem roten Faden.
Im Folgenden der Reihe nach: wer Lakshmi ist und woher sie stammt, wie ihr Kult von den Veden bis zum Diwali-Fest lebt, was jedes ihrer Symbole bedeutet, warum ihr Reichtum zugleich Geld und Reinheit des Geistes meint, aus welchen Materialien solcher Schmuck gefertigt wird und wie man ihn respektvoll traegt. Lakshmi ist kein Tier-Amulett wie der Elefant oder die Eule, sondern eine lebendige Goettin, die hier und heute verehrt wird, und das gilt es im Sinn zu behalten.
Wer Lakshmi ist
Der Name und seine Bedeutung
Lakshmi (auf Sanskrit लक्ष्मी) ist die Goettin des Reichtums, der Fuelle, des Gluecks, der Schoenheit und der Fruchtbarkeit im Hinduismus. Der Name selbst wird mit der Wurzel "laksh" verbunden, die "Ziel", "Zeichen", "Wahrnehmung" bedeutet. Lakshmi ist das, wonach man strebt, das gute Ziel, das glueckverheissende Zeichen. In den aeltesten Texten meinte das Wort schlicht "Glueck" oder "guenstiges Vorzeichen", und erst spaeter trat eine lebendige Goettin dahinter.
Sie traegt einen zweiten, sehr wichtigen Namen: Shri (श्री). Shri bedeutet Glanz, Strahlen, Wohlstand, Wuerde. Dieses Wort stellt man bis heute vor Namen als Zeichen der Achtung, etwa so wie "Herr" oder "heilig". Wenn ein Hindu "Shri Lakshmi" sagt, verdoppelt er die Bedeutung: Gnade der Gnade. Oft nennt man die Goettin gleich gemeinsam, Shri-Lakshmi, und beide Namen werden wie einer gelesen.
Wie sie aussieht
Das kanonische Bild erkennt man auf den ersten Blick. Eine schoene Frau in einem roten oder goldenen Sari sitzt oder steht auf einem geoeffneten Lotos. Meist hat sie vier Arme. In den oberen haelt sie zwei Lotosblueten, die untere rechte ist zur Segensgeste gefaltet, aus der unteren linken stroemt ein Schwall goldener Muenzen. An den Seiten heben zwei Elefanten ihre Ruessel und giessen Wasser aus Gefaessen ueber sie. Ihre Haut ist golden, der Schmuck reich, das Gesicht ruhig und guetig.
Jede Einzelheit dieses Bildes traegt einen Sinn, und gerade deshalb ist es so leicht in die Goldschmiedekunst uebergegangen. Man kann die ganze Figur nehmen oder ein einzelnes Attribut: den Lotos, die Muenze, das Elefantenpaar. Wer Bescheid weiss, liest den Bezug zur Goettin heraus, auch wenn der Anhaenger kein Gesicht zeigt.
Wofuer sie zustaendig ist
Lakshmi steht fuer Reichtum in all seinen Gestalten, den materiellen wie den geistigen. Geld, Ernte, Erfolg im Geschaeft sind ihr Bereich, doch dazu zaehlen auch Schoenheit, Gesundheit, guter Ruf, Weisheit und Seelenfrieden. Im Hinduismus laesst sich Reichtum nicht auf Muenzen verkuerzen. Lakshmi schenkt die "Fuelle des Lebens": ein Haus, in dem Wohlstand, Eintracht und Freude herrschen. Darum wenden sich an sie der Haendler vor dem Abschluss, die Braut vor der Hochzeit und jeder, der innere Harmonie sucht.
Ihr Platz im hinduistischen Pantheon
Lakshmi gehoert zu den wichtigsten Goettinnen des Hinduismus und bildet zusammen mit Sarasvati (Weisheit und Kunst) und Parvati oder Durga (Kraft) eine der heiligen weiblichen Dreiheiten, die Tridevi. Sie ist die Gemahlin Vishnus, des Bewahrers der Welt, und begleitet ihn in all seinen irdischen Verkoerperungen. Wo Vishnu ist, da ist auch Lakshmi: ein unzertrennliches Paar, ein Vorbild der Eintracht zwischen Kraft und Gnade.
Tridevi: Reichtum, Weisheit, Kraft
Die drei grossen Goettinnen teilen unter sich die Grundlage eines gluecklichen Lebens. Lakshmi steht fuer Reichtum und Fuelle, Sarasvati fuer Wissen, Sprache und Kunst, Durga oder Parvati fuer Kraft und Schutz. Oft verehrt man sie gemeinsam, besonders an den Diwali-Tagen, denn das eine ohne das andere bleibt unvollstaendig: Wohlstand ohne Weisheit verschleudert sich, Weisheit ohne Kraft ist schutzlos, Kraft ohne Wohlstand bleibt fruchtlos. Im Schmuck vereint man die drei Goettinnen mitunter in einem Set, doch Lakshmi ist von ihnen die "haeuslichste", den alltaeglichen Hoffnungen des Menschen am naechsten.
Worin sich Lakshmi von den maennlichen Wohlstandsgottheiten unterscheidet
Im Hinduismus walten auch andere Gestalten ueber Reichtum und Glueck, etwa Kubera, der Schatzmeister, der Hueter der Schaetze des Nordens. Doch Kubera ist eher Besitzer und Zaehler der Horte, waehrend Lakshmi die Gnade selbst ist, der lebendige Strom des Wohlstands. An Kubera wendet man sich zum Bewahren und Mehren, an Lakshmi dafuer, dass Reichtum ueberhaupt kommt und rein bleibt. Darum traegt man gerade ihr Bild und nicht das des strengen Schatzmeisters als Schmuck: Sie ist warm, grosszuegig und schoen.
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Geschichte und Kult
Die Veden: Geburt aus einer Hymne
Die frueheste Erwaehnung findet sich im "Shri Sukta", einer Hymne, die dem "Rigveda" beigefuegt ist. Dort wird Shri-Lakshmi als strahlend, golden, mit Girlanden geschmueckt beschrieben, eine, die Reichtum, Vieh, Gold und Nachkommen bringt. Eine feste Lebensgeschichte hatte sie damals noch nicht, sie war eher die Verkoerperung von Glueck und Gedeihen. Doch schon in dieser Hymne steckt alles, was wir heute von ihr kennen: Gold, Lotos, Fuelle, Gnade.
Das Quirlen des Milchozeans
Die beruehmte Geschichte von der Geburt der Goettin erzaehlen die Puranas. Goetter und Asuras quirlten gemeinsam den Milchozean, um den Trank der Unsterblichkeit zu gewinnen. Aus den aufgewuehlten Wassern stiegen eins nach dem anderen Wunder empor, und unter ihnen erhob sich Lakshmi, auf einem aufgebluehten Lotos sitzend, blendend schoen. Alle, Goetter wie Daemonen, erstarrten und wollten sie fuer sich gewinnen. Die Goettin waehlte selbst Vishnu und trat an seine Seite. So verband sich das Glueck mit dem Bewahrer der Welt, und dieses Paar wurde zum Vorbild des harmonischen Bundes.
Gemahlin Vishnus und seiner Avatare
Lakshmi haelt Vishnu nicht nur im Himmel die Treue. Wenn er als Avatar zur Erde herabsteigt, kommt sie als seine irdische Gefaehrtin mit. Vishnu erscheint als Rama, sie wird zu Sita. Vishnu erscheint als Krishna, sie wird zu Radha oder Rukmini. Vishnu erscheint als Venkateshvara, sie wird zu Padmavati. Die Goettin wechselt Namen und Gestalt, bleibt aber dieselbe Gnade beim selben Bewahrer. Diese Vorstellung ewiger Gefaehrtenschaft machte Lakshmi zur Schutzherrin der Ehe und der Treue.
Ashtami: die acht Formen der Lakshmi
Mit den Jahrhunderten entstand die Lehre von den "Ashta-Lakshmi", den acht Erscheinungen der Goettin, von denen jede fuer eine eigene Art des Reichtums zustaendig ist. Adi-Lakshmi ist die urspruengliche Goettin. Dhana-Lakshmi schenkt Geld und Gold. Dhanya-Lakshmi steht fuer Ernte und Nahrung. Gaja-Lakshmi ist mit Elefanten, koeniglicher Macht und Wohlstand verbunden. Santana-Lakshmi segnet mit Nachkommen. Dhairya- oder Vira-Lakshmi schenkt Mut. Vijaya-Lakshmi bringt den Sieg. Vidya-Lakshmi verleiht Wissen. Die acht Formen zeigen, wie weit der Hinduismus Reichtum versteht: Es sind Brot und Mut, Kinder und Weisheit, nicht allein Muenzen.
Diwali: die Nacht, in der man sie erwartet
Das Hauptfest der Lakshmi ist Diwali, das Lichterfest, das man im Herbst begeht. In der dunkelsten Nacht des Monats Kartik putzt man die Haeuser blitzblank, schmueckt die Schwelle mit Rangoli-Mustern, entzuendet Reihen von Oellampen, den Diyas, und laesst Tueren und Fenster offen. Man glaubt, dass Lakshmi in dieser Nacht die Haeuser abschreitet und dort eintritt, wo es sauber und hell ist und Eintracht herrscht. An den Traegen und Geizigen geht sie vorueber. Die Menschen ziehen neue Kleidung an, verschenken Suessigkeiten, und Haendler eroeffnen neue Rechnungsbuecher und bitten die Goettin um ein gutes Jahr.
Lakshmi-Puja und alltaegliche Verehrung
Die Verehrung der Goettin beschraenkt sich nicht auf ein einziges Fest. Viele hinduistische Familien halten ihr Bild im Hausaltar und vollziehen die Puja, den Verehrungsritus, an Freitagen, dem mit Lakshmi verbundenen Tag. Man bringt ihr Lotosblueten und rote Blumen dar, Reis, Suessigkeiten, entzuendet eine Lampe und rezitiert ihre Namen. Besonders eifrig wenden sich Haendler und Unternehmer an sie: Fuer sie ist Lakshmi die Schutzherrin des Geschaefts, und ihr Bild steht oft am Eingang des Ladens oder an der Kasse.
Dhanteras und der Kauf von Metall
Den Festkreis von Diwali eroeffnet der Tag Dhanteras, dessen Name selbst sich aus "Dhan" (Reichtum) und "Teras" (dreizehnter Tag) zusammensetzt. An diesem Tag kauft man in Indien etwas aus Metall, meist Gold oder Silber: Muenzen, Geschirr, Schmuck. Der Kauf gilt als Einladung des Reichtums ins Haus und als guter Auftakt des Geldjahres. Genau hierher reicht die unmittelbare Verbindung Lakshmis zur Goldschmiedekunst: Schmuck ist an diesem Tag kein Luxus, sondern fast ein Ritus.
Regionale Bilder der Goettin
Das Erscheinungsbild der Lakshmi wandelt sich von Landstrich zu Landstrich. Im Sueden Indiens verehrt man besonders Gaja-Lakshmi mit den Elefanten und die Form Dhana-Lakshmi, die Gold schenkt. In Bengalen feiert man die Lakshmi-Puja gesondert, einige Tage nach dem grossen Durga-Fest, und das Bild der Goettin ist dort eng mit der Reisernte verbunden. Im Bild der Gottheit Venkateshvara im Sueden nennt man die Gemahlin Vishnus Padmavati, "die Lotosgleiche". Diese ortsgebundenen Unterschiede erklaeren, warum Darstellungen der Lakshmi so verschieden ausfallen: Der Kanon ist einer, lebendige Varianten gibt es zu Dutzenden.
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Symbole der Lakshmi
Der Lotos
Der Lotos ist das Hauptzeichen der Lakshmi. Die Goettin sitzt auf ihm, haelt ihn in den Haenden, und nicht selten nennt man sie selbst Padma oder Kamala, was eben "Lotos" bedeutet. Der Sinn reicht tiefer als die blosse Blume: Der Lotos waechst aus truebem Schlamm, erhebt sich ueber das Wasser und oeffnet sich rein und makellos, unbefleckt. So soll auch der Wohlstand nach Lakshmi sich ueber den Schmutz erheben, rein bleiben. Der Lotos ist ein Zeichen der Reinheit inmitten der Welt, der geistigen Entfaltung und der Schoenheit, die aus schwerem Anfang geboren wird. Ueber die Blume selbst und ihre Bedeutungen in verschiedenen Kulturen gibt es eine ausfuehrliche Betrachtung des Lotos im Schmuck.
Goldene Muenzen, der Strom aus der Handflaeche
Aus der unteren linken Hand der Goettin stroemt ein Schwall goldener Muenzen. Das ist das unmittelbarste Zeichen ihrer Grosszuegigkeit: Der Reichtum fliesst, ohne zu versiegen, fuer die, die seiner wuerdig sind. Lakshmis Muenzen sind kein aufgehaeufter Hort, sondern ein fliessender Strom, und darin liegt der ganze Gedanke. Wohlstand kommt und geht, man kann ihn nicht in der Faust halten, man muss ihn teilen, damit er wiederkehrt. Im Schmuck liest man Muenzanhaenger neben dem Lotos oder der Goettinfigur als den Wunsch nach nie versiegendem Wohlstand. Breiter ueber die Muenze als Schmucksymbol gibt es einen Beitrag zum Muenz-Anhaenger und seiner Bedeutung.
Elefanten, Gaja
Die zwei Elefanten, die die Goettin mit Wasser aus Gefaessen uebergiessen, heissen "Gaja", und die Form der Lakshmi mit ihnen traegt den Namen Gaja-Lakshmi. Elefanten sind in Indien ein Zeichen koeniglicher Macht, des Regens, der Fruchtbarkeit und der Groesse. Das Wasser, das sie giessen, ist Segen und Reinigung und zugleich eine Erinnerung an den Regen, von dem die Ernte abhing. Gaja-Lakshmi ist Reichtum im vollen, koeniglichen Sinn: Wohlstand, Macht, Fuelle der Erde. Der Elefant ist auch fuer sich ein starkes Glueckssymbol, dazu gibt es einen eigenen Beitrag ueber den Elefanten im Schmuck, doch neben Lakshmi liest man ihn eben als ihr Attribut und nicht fuer sich allein.
Vier Arme
Die vier Arme der Goettin sind keine Zierde, sondern ein bedeutungstragender Code. In der hinduistischen Ikonografie zeigt die Zahl der Arme Macht und Weite der Gaben. Die vier Arme der Lakshmi verbindet man mit den vier Zielen des menschlichen Lebens nach hinduistischer Lehre: Dharma (Pflicht und Rechtschaffenheit), Artha (Reichtum und Wohlergehen), Kama (Wuensche und Genuss) und Moksha (Befreiung, geistige Freiheit). Die Goettin haelt alle vier in den Haenden und zeigt damit, dass wahres Gedeihen ein Gleichgewicht zwischen ihnen ist und nicht das blosse Jagen nach Geld.
Die Eule, Vahana
Jede hinduistische Gottheit hat eine Vahana, ein Reittier und Begleittier. Bei Lakshmi ist es die Eule (auf Sanskrit "Uluka"). Die Wahl wirkt seltsam: Die Eule ist naechtlich und in anderen Kulturen mit der Dunkelheit verbunden. Man deutet sie verschieden. Einem Gedanken nach kann die Eule im Dunkeln sehen, das heisst, sie lehrt, im Ueberfluss wie in der Not den Verstand nicht zu verlieren. Einem anderen nach ist die Eule neben der Goettin der Fuelle eine Warnung: Reichtum kann wie die Eule am hellen Tag blind sein, und an ihm kann man leicht erblinden. Das Bild der Eule im Schmuck ist auch fuer sich vielschichtig, dazu gibt es einen Beitrag ueber die Eule, doch als Vahana der Lakshmi liest sie sich besonders.
Kalasha, das heilige Gefaess
Oft stellt man neben Lakshmi einen Kalasha dar, einen kupfernen oder tonernen Topf mit Wasser, gekroent von Mangoblaettern und einer Kokosnuss. Der Kalasha ist ein Zeichen der Fuelle, des Ueberflusses, des bis zum Rand gefuellten Lebens selbst. Waehrend der Lakshmi-Puja stellt man ein solches Gefaess in die Mitte des Altars als Behaeltnis der Gnade der Goettin. Im Schmuck begegnet das gefuellte Gefaess seltener als die Figur oder der Lotos, doch als feiner Bezug zum Ritus der Fuelle ist es erkennbar.
Die Farben Rot und Gold
Lakshmi traegt fast immer einen roten Sari mit goldener Borte. Rot ist in Indien die Farbe des Wohlstands, der Ehe, der Lebenskraft und des Festes, und Gold ist sowohl das Metall des Reichtums als auch die Farbe der Goettin selbst, deren Haut man als golden beschreibt. Die Verbindung von Rot und Gold ist ihre Palette, und darum fertigt man Schmuck mit der Goettin oft an einem roten Faden oder mit roten Einsaetzen: Granat, Rubin, Koralle, Email.
Girlande und Nektar der Unsterblichkeit
In den Haenden oder am Hals der Lakshmi sieht man nicht selten eine Girlande aus Lotos und Blumen, mitunter auch ein Gefaess mit Amrita, dem Nektar der Unsterblichkeit, den man beim Quirlen des Ozeans gewann. Die Girlande ist ein Zeichen der Ehre und der Wahl: Die Goettin reicht sie dem, den sie erwaehlt. Amrita verbindet Lakshmi sowohl mit dem irdischen Wohlstand als auch mit dem Leben selbst, mit dem, was nicht versiegt. Diese Einzelheiten gehen seltener in Massenschmuck ueber, doch in Tempel- und geschnitzten Stuecken begegnen sie als feines Zeichen fuer Kenner.
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Die Bedeutung der Lakshmi im Schmuck
Materieller Reichtum
Der unmittelbarste Sinn. Schmuck mit Lakshmi traegt man als Wunsch nach und Anziehung von Wohlstand: Geld, Erfolg im Geschaeft, finanzielle Stabilitaet. Das ist kein Aberglaube vom "Magneten fuer Geldscheine", sondern eine Erinnerung an Vorsatz und Arbeit. Die Goettin steht im Hinduismus fuer die Fruechte der Muehe, und ihr Bild haelt den Blick auf das Ziel gerichtet und hilft, die Haende nicht sinken zu lassen.
Fuelle und Ganzheit des Lebens
Reichtum nach Lakshmi reicht weiter als Geld. Es ist ein volles Haus, eine gesunde Familie, gutes Essen auf dem Tisch, Eintracht zwischen den Menschen. Der bis zum Rand gefuellte Kalasha ist eben dieses Bild der Fuelle. Schmuck mit der Goettin liest man als Wunsch nicht nach blossem Gewinn, sondern nach einem ganzen, erfuellten Leben, in dem alles Wichtige ausreichend vorhanden ist.
Glueck und guenstiger Ausgang
Der Name Shri bedeutet gutes Zeichen, und Lakshmi verkoerperte seit alters das Glueck. Ihr Bild traegt man als Talisman fuer einen guten Ausgang: vor einem wichtigen Vorhaben, einem Geschaeft, einer Pruefung, dem Beginn eines neuen Wegs. Darin steht sie vielen Glueckssymbolen verschiedener Kulturen nahe, und ueber Schmuck-Amulette im Ganzen gibt es einen grossen Ratgeber zu Amuletten und Talismanen.
Reinheit, geistiges Gedeihen
Der Lotos, auf dem die Goettin sitzt, erinnert daran: Wahrer Wohlstand soll rein bleiben. Lakshmi schuetzt nicht die Gier und den unredlichen Gewinn, in den Mythen geht sie von dem fort, der stolz und geizig ist. Darum steht ihr Bild auch fuer geistigen Reichtum: Klarheit des Geistes, Ruhe, ein gutes Gewissen. Wohlstand, der ehrlich verdient ist und den Menschen nicht verdorben hat, das ist es, was die Goettin segnet.
Schoenheit und Wuerde
Lakshmi ist auch eine Goettin der Schoenheit. Ihr Name Shri selbst ist mit Glanz und Anmut verbunden. Darin beruehrt sie sich mit den Schoenheitsgoettinnen anderer Kulturen, etwa mit Aphrodite bei den Griechen. Das Symbol der Lakshmi zu tragen heisst, Schoenheit und Wuerde als Teil eines gluecklichen Lebens anzuerkennen, gleichrangig mit Wohlstand und Seelenfrieden.
Schutz des Wohlstands
Lakshmi hat auch eine bewahrende Seite. Man bittet sie sowohl darum, Reichtum anzuziehen, als auch darum, das bereits Vorhandene zu bewahren: vor Verlust, vor unguenstigen Ausgaben, vor fremdem Neid. Darum haelt man ihr Bild oft am Eingang des Hauses oder Ladens als Waechter des Wohlergehens. In dieser Eigenschaft steht Schmuck mit der Goettin den klassischen Amuletten im Geist nahe, und man traegt ihn mit demselben Gedanken, mit dem man Schutzzeichen traegt: Moege das Gute, das vorhanden ist, bleiben und sich mehren und nicht versickern.
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Lakshmi und das Geld: wie man es richtig versteht
Nicht Gier, sondern Wohlstand
Das groesste Missverstaendnis des westlichen Blicks: als waere Lakshmi eine "Goettin des Geldes" im Sinne des Gewinnens. So ist es nicht. Im Hinduismus ist Reichtum (Artha) eines der legitimen Lebensziele, aber nur an der Seite des Dharma, der Pflicht und Rechtschaffenheit. Lakshmi segnet den Wohlstand, der ehrlich und mit gutem Gewissen erworben ist. Geld ohne Dharma ist in diesem Weltbild kein Reichtum, sondern seine Faelschung, und die Goettin wendet sich von solchem ab.
Strom, kein Hort
Lakshmis Muenzen fliessen eben aus der Handflaeche und liegen nicht in einem Haufen. Das ist ein Bild der Bewegung: Reichtum kommt und soll weitergehen, ins Geschaeft, in die Familie, in die Hilfe fuer andere. Wer hortet und festhaelt, sperrt nach hinduistischem Gedanken den Strom, und Lakshmi geht fort. Wohlstand lebt, solange er in Bewegung ist. Darum ist Grosszuegigkeit in dieser Tradition nicht der Gegensatz zum Reichtum, sondern seine Bedingung.
Eine launische Gaesti
In den Mythen nennt man Lakshmi "Chanchala", die Unbestaendige, die Bewegliche. Sie bindet sich nicht fuer immer, sie kann kommen und gehen. Das ist eine ehrliche Haltung gegenueber Glueck und Geld: Sie sind nicht ein fuer alle Mal gegeben, man muss sie bewahren, verdienen, durch Ordnung und Arbeit stuetzen. Das Bild der Goettin mahnt, sich im Wohlstand nicht gehen zu lassen und in der Not nicht zu verzweifeln, denn beides ist vergaenglich.
Wohlstand und Grosszuegigkeit zusammen
Die Verbindung von Reichtum und Grosszuegigkeit ist der Kern des Lakshmi-Kults. Diwali ist das Fest, an dem man Geschenke macht, Gaeste bewirtet, Schulden vergibt und die Tueren oeffnet. Reichtum wird gefeiert, indem man ihn teilt. In diesem Sinne geht es bei Schmuck mit Lakshmi nicht um "ich will mehr Geld", sondern um eine gesunde Haltung zum Wohlstand: ehrlich verdienen, klug bewahren, grosszuegig teilen.
Reines Haus und Ordnung
Eine eigene Facette des Kults ist die Verbindung von Reichtum und Ordnung. Lakshmi tritt dort ein, wo aufgeraeumt und hell ist und kein Streit herrscht. Vor Diwali putzt man die Haeuser blitzblank, nicht aus Aberglaube, sondern als anschauliche Metapher: Wohlstand haelt sich dort, wo Ordnung herrscht, in den Geschaeften wie in den Beziehungen. Schmuck mit der Goettin kann man als leise Erinnerung daran tragen: Wohlergehen beginnt nicht mit der Jagd nach Geld, sondern damit, den eigenen Raum, die Gewohnheiten und die Rechnungen in Ordnung zu bringen. Schmutz, Schulden und Zwist sperren den Strom ebenso wie eine geschlossene Tuer.
Materialien fuer Schmuck mit Lakshmi
Gold, die Tempeltradition
Gold ist das Metall der Lakshmi schon ihrer Natur nach: Die Goettin ist goldhaeutig, von Gold umgeben, schenkt goldene Muenzen. In Indien gibt es eine ganze Tradition des "Tempelschmucks", einst den Gottheiten geweiht, mit reichem Reliefdekor und Goetterfiguren. Ein goldener Anhaenger mit Lakshmi ist die kanonischste Variante, und an Diwali kauft man in Indien Gold eben als Form, die Goettin herbeizurufen. Der warme Glanz des Metalls verweist unmittelbar auf ihr Bild.
Silber
Silber ist kuehler als Gold, doch ebenfalls tief mit Lakshmi verbunden. An Dhanteras, dem ersten Tag der Diwali-Feiern, kauft man in Indien Silber: Muenzen, Geschirr, Schmuck, als gute Anlage und als Zeichen wachsenden Wohlstands. Ein silberner Anhaenger mit der Goettin oder mit dem Lotos ist praktischer als Gold fuer den taeglichen Gebrauch. Wer ein verlaessliches und tragbares Metall sucht, sollte echtes Silber waehlen, ueber Feingehalt und Echtheitsmerkmale gibt es einen Beitrag Silber 925, was bedeutet das.
Muenzen als Material
Ein eigenes Genre ist Schmuck aus Muenzen mit dem Praegebild der Lakshmi. Solche Muenzen, goldene und silberne, praegt man in Indien zu Diwali, verschenkt sie, bewahrt sie im Geldbeutel und im Tresor, traegt sie an einer Kette. Eine Muenze mit der Goettin vereint gleich zwei ihrer Zeichen: das Metall des Reichtums und das Bild der Geberin. Ein Muenz-Anhaenger ist schlicht und leicht lesbar, er passt fuer alle, die keine grosse Figur brauchen.
Rubin, Granat, Koralle, rote Steine
Rot ist die Farbe der Lakshmi, und rote Steine fuegen sich organisch in ihr Thema. Der Rubin ist in der indischen Tradition der koenigliche Stein, man verbindet ihn mit der Sonne, der Macht und dem Gedeihen. Der Granat ist erschwinglicher und traegt dieselbe warme rote Note. Die Koralle, im Meer geboren, fuegt einen lebendigen roten Schimmer hinzu. Jeder dieser Steine neben Gold verstaerkt die Verbindung zur Goettin und ihrer festlichen rot-goldenen Palette.
Perle und Lotosmotive
Die Perle wird im Wasser geboren, wie der Lotos aus dem Wasser waechst, und diese wasserhafte, reine Note steht Lakshmi nahe. Ein Perleinsatz in einem Lotos-Anhaenger liest sich wie ein Tropfen Reinheit im Herzen der Bluete. Perlmutt und weisse Steine passen ebenfalls zum Thema des geoeffneten Lotos. Solche Materialien mildern das Bild und fuehren es vom blossen Luxus hin zur Idee der Reinheit und der geistigen Entfaltung.
Email und mehrfarbige Techniken
Um das leuchtende rot-goldene Bild der Goettin in einem erschwinglichen Schmuckstueck wiederzugeben, greift man oft zu Email. Farbiges Email erlaubt es, Sari, Lotos und Figur in Farben zu malen, ohne viele Steine zu verwenden. Die indische Tradition des "Meenakari", des farbigen Emails auf Metall, schmueckte ueber Jahrhunderte eben solche religioesen und festlichen Stuecke. Ein Email-Anhaenger mit Lakshmi gibt die Stimmung des Festes lebendiger wieder als strenges Metall.
Der rote Faden als Grundlage
Viele tragen eine Figur oder Muenze der Lakshmi nicht an einer Kette, sondern an einem roten Faden. Rot ist die Farbe der Goettin, und der Faden ist in der indischen Tradition mit Schutz und Segen verbunden: Man bindet ihn in Tempeln und an Festen ums Handgelenk. Ein Anhaenger an einem roten Faden wirkt bescheiden und traegt dabei einen doppelten Sinn, Wohlstand und Schutz. Das ist eine erschwingliche Variante fuer alle, denen das Symbol wichtiger ist als ein teures Metall, und sie erneuert sich leicht, wenn der Faden verschleisst.
Welches Metall zu welchem Vorsatz
Die Wahl des Metalls laesst sich mit dem Sinn verbinden. Gold ist die Natur der Goettin selbst, man nimmt es, wenn man ein festliches, feierliches Bild und einen leuchtenden Wunsch nach Wohlstand will. Silber ist kuehler und stiller, es steht der Idee der Reinheit naeher, der mondhaften, ruhigen Seite der Goettin, und ist alltagstauglicher. Die Verbindung von Gold mit einem roten Stein verstaerkt die festliche, koenigliche Note der Gaja-Lakshmi, waehrend strenges Silber mit dem Lotos die geistige, reinigende Seite betont. Einen Fehler gibt es hier nicht, alles haengt davon ab, welche Facette der Goettin Sie naeher am Koerper tragen moechten.
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Wie und womit man ihn traegt, respektvoll
Womit man ihn kombiniert
Das Bild der Lakshmi ist warm und festlich, darum vertraegt es sich mit Gold, roten und warmen Steinen, mit ethnischen und folkloristischen Motiven. Ein Anhaenger mit der Goettin oder dem Lotos wirkt gut an einer einzelnen Kette, damit die Figur zur Geltung kommt. Wer Schichten aufbauen will, sollte Lakshmi zum Hauptakzent machen und den Rest schlichter und feiner halten, damit er nicht mit ihr streitet. Ein minimalistischer Lotos oder eine kleine Muenze fuegen sich umgekehrt leicht in die Alltagsgarderobe ein, ganz ohne ethnischen Rahmen.
Alltaeglich oder zum Anlass
Eine grosse Figur der Goettin mit vier Armen ist eher ein Stueck fuer den Anlass: ein Fest, ein wichtiger Tag, der Beginn eines Vorhabens. Fuer jeden Tag ist ein feines Zeichen praktischer: ein Lotos, eine Muenze, eine kleine Silhouette. Viele tragen solchen Schmuck als persoenlichen Glueckstalisman, ohne den religioesen Sinn zur Schau zu stellen. An Diwali ist umgekehrt auch das Leuchtende, Festliche, Goldene am Platz.
Achtung vor einer lebendigen Religion
Lakshmi ist kein modisches Ornament, sondern eine Goettin, die hunderte Millionen Menschen hier und heute verehren. Ihr Bild sollte man mit Verstaendnis fuer den Sinn tragen und nicht als exotisches Dekor. Eine gute Regel: das Bild einer Gottheit nicht dort anbringen, wo es in der hinduistischen Kultur als respektlos gilt, etwa auf Schuhen oder Unterwaesche. Ein Anhaenger am Hals, ein Ring, Ohrringe, das ist angemessen und ehrerbietig. Wenn ein Stueck Ihnen als Symbol des Wohlstands und der Reinheit lieb ist, tragen Sie es in Ruhe: Achtung beginnt mit dem Wissen, was genau Sie tragen.
Fuer wen er geeignet ist
Das Bild der Lakshmi steht denen nahe, die ein Vorhaben beginnen, finanzielle Stabilitaet suchen, die Idee des ehrlichen Wohlstands und der Grosszuegigkeit schaetzen. Man verschenkt es zum Einzug, zur Geschaeftseroeffnung, zum Beginn eines neuen Abschnitts. Es passt auch zu denen, denen nicht der Luxus selbst wichtig ist, sondern seine geistige Seite: Reinheit der Absichten, Fuelle des Lebens, Dankbarkeit fuer das Vorhandene. Das Geschlecht spielt hier keine Rolle, die Goettin der Fuelle verehren Maenner wie Frauen.
Lotos, Muenze oder Figur: was waehlen
Die Wahl des Symbols haengt davon ab, was Ihnen naeher liegt und wie deutlich Sie den Sinn tragen wollen. Ein feiner Lotos ist die leiseste und tragbarste Variante, er liest sich schlicht als schoene Blume, und die zweite Schicht kennen Sie. Die Muenze spricht unmittelbarer von Wohlstand und passt gut zum Beginn eines Vorhabens oder zum neuen Jahr. Die volle Figur der Goettin mit vier Armen ist die ausdrucksstaerkste und festlichste, man nimmt sie fuer den Anlass und traegt sie mit Verstaendnis. Die Gaja-Elefanten passen zu denen, denen die Idee des Familienwohls und des bis zum Rand gefuellten Hauses naheliegt.
Wie man ihn ohne Ethno in die Garderobe einfuegt
Das Bild der Lakshmi verlangt kein indisches Gewand. Ein schlichter Lotos oder eine Muenze an einer feinen Kette fuegen sich so leicht in die gewoehnliche staedtische Garderobe ein wie jeder geometrische Anhaenger. Fuer den Alltag nehmen Sie die minimale Form und ein ruhiges Metall, Silber oder Gelbgold ohne Steinbesatz. Die leuchtende rot-goldene Figur heben Sie sich fuer den Anlass auf, wenn Sie es festlich wollen, und bauen das Bild um sie herum auf, ohne andere grosse Akzente daneben zu haeufen.
Lakshmi und Diwali
Der beste Anlass, Schmuck mit Lakshmi zu verschenken oder anzulegen, ist Diwali, ihr Fest. In Indien kauft man in diesen Tagen Gold und Silber eben als Ruf der Goettin ins Haus. Ein Geschenk mit ihrem Bild zu Diwali traegt einen doppelten Sinn: ein schoenes Stueck und der Wunsch nach einem gedeihenden Jahr. Auch ausserhalb des indischen Kontexts wiederholt ein Anhaenger mit Lakshmi, geschenkt zum Einzug oder zum Beginn eines Vorhabens, diese alte Logik: Moege am neuen Ort und im neuen Vorhaben Wohlstand und Eintracht sein.
Parallele zu den Goettinnen der Fuelle
Lakshmi ist nicht die einzige Schutzherrin des Reichtums auf der Welt, und der Vergleich hilft, ihre Besonderheit zu verstehen. Bei den Roemern verkoerperte Fortuna mit dem Fuellhorn den Ueberfluss, bei den Griechen war Tyche die Goettin des Gluecks. Doch Lakshmi unterscheidet sich darin, dass ihr Reichtum stets mit Reinheit und Dharma, mit Rechtschaffenheit verbunden ist. Sie ist kein blindes Glueck, sondern ein Lohn fuer Ordnung und Gewissen. Mit den Schoenheitsgoettinnen verbindet sie der Glanz des Shri, wie bei Aphrodite, doch Lakshmi vereint Schoenheit und Gedeihen in einem Bild, was es bei Griechen und Roemern nicht gab.
Lakshmi in Kunst und Geschichte
Von alten Toren bis zu Tempelreliefs
Das Bild der Lakshmi ist eines der aeltesten in der indischen Kunst. Gaja-Lakshmi, die Goettin mit den Elefanten, schnitt man vor mehr als zweitausend Jahren in die steinernen Tore der buddhistischen Stupa von Sanchi, noch bevor sich der heutige hinduistische Kanon gefestigt hatte. Das heisst, dass sie Buddhisten wie Hindus liebten, lange bevor sich ihre Wege trennten. Spaeter ueberzogen Tempel in ganz Indien sich mit Reliefs der Goettin auf dem Lotos, und jede ortsgebundene Schule fuegte ihre eigenen Zuege hinzu.
Meenakari und Kundan, die indische Goldschmiedeschule
Indien hat der Welt besondere Techniken geschenkt, in denen das Bild der Goettin ueber Jahrhunderte lebte. Meenakari ist farbiges Email auf Gold, mit dem man die Rueckseite von Schmuck und Goetterfiguren bemalte. Kundan ist das Einsetzen von Steinen in Goldfolie ohne Krappenfassung. Beide Techniken bluehten an den Hoefen von Rajasthan und der Grossmogulen und passten ideal zu festlichen, religioesen Stuecken. Ein mit Meenakari bemalter Anhaenger mit Lakshmi gibt ihr rot-goldenes Bild in lebendigen Farben wieder und nicht in blossem Relief.
Lakshmi und Ganesha zusammen
In der Volkskunst und auf festlichen Postkarten steht Lakshmi am haeufigsten neben Ganesha, dem Gott mit dem Elefantenkopf. Man stellt sie nebeneinander dar, mitunter mit einer dritten Figur, Sarasvati. Die Logik ist schlicht und schoen: Ganesha raeumt Hindernisse aus dem Weg und schenkt Weisheit, Lakshmi bringt Wohlstand, Sarasvati verleiht Wissen. Diese Dreiheit umfasst alles, was man fuer einen guten Anfang braucht, und im Schmuck sind Paaranhaenger von Lakshmi und Ganesha eben darum beliebt.
Warum das Bild nicht veraltet
Lakshmi haelt sich seit mehr als zweitausend Jahren in der Kunst, weil ihr Sinn vielschichtig ist. Ein Bild spricht zugleich von Geld, Ernte, Schoenheit, Reinheit, Weisheit und Seelenfrieden. Jede Epoche nahm sich das Ihre, ohne das Fruehere aufzuheben, und jede Region fuegte eine ortsgebundene Note hinzu. Schmuck mit der Goettin ist nicht an die Mode eines Jahrzehnts gebunden: Hinter ihm steht ein Sinn, den Dutzende Generationen angesammelt haben, und darum veraltet er nicht.
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Fakten, die ueberraschen
Lakshmi und Sarasvati, die Goettin der Weisheit, vertragen sich dem Volksglauben nach nicht miteinander, denn selten wird einem zugleich grosser Reichtum und grosse Gelehrsamkeit zuteil. Darum haelt man ihre Bilder in manchen Haeusern getrennt.
Der Name der Lakshmi, genauer die Form Shri, lebt bis heute in der gewoehnlichen Rede: Den ehrerbietigen Zusatz "Shri" stellen Millionen vor Namen von Menschen und vor Bezeichnungen, oft ohne zu bedenken, dass es der Name einer Goettin ist.
In den Mythen verliess Lakshmi einst die Goetter wegen ihres Hochmuts, und die Welt verarmte und verblasste, bis man sie durch das Quirlen des Ozeans zurueckholte. Das ist ein Gleichnis darueber, dass das Wohlergehen mit der Achtung und der Demut zugleich fortgeht.
Das Reittier der Goettin der Fuelle ist die Eule, ein Geschoepf, das man in der indischen Folklore nicht fuer das kluegste haelt. Die Deuter sehen darin eine Lehre: Reichtum ohne Verstand macht den Menschen "blind am hellen Tag".
An Dhanteras, am Vorabend von Diwali, schnellen die Verkaeufe von Gold und Silber in Indien so in die Hoehe, dass dieser Tag zu einem der groessten Schmuck-Handelstage der Welt geworden ist. Die Menschen kaufen Metall buchstaeblich als eine Form der Verehrung.
Gaja-Lakshmi, die Form mit den Elefanten, schnitt man schon vor mehr als zweitausend Jahren in die alten buddhistischen Tore von Sanchi. Das Bild der Goettin mit den Elefanten ist aelter als viele heutige hinduistische Kanons.
Lakshmi hat acht Hauptformen, und eine von ihnen, Dhairya-Lakshmi, schenkt nicht Geld, sondern Mut und Standhaftigkeit. Im Hinduismus gilt Tapferkeit als ebensolcher Reichtum wie Gold.
Der Lotos, auf dem die Goettin sitzt, besitzt die Faehigkeit, sich selbst zu reinigen: Das Wasser rollt von seinen Blaettern ab, ohne Schmutz zu hinterlassen. Die Alten bemerkten dies frueher als die Wissenschaftler und machten die Blume zum Symbol der Reinheit, von der Welt unbefleckt.
Haeufige Fragen
Wer ist Lakshmi mit einfachen Worten?
Sie ist die hinduistische Goettin des Reichtums, der Fuelle, des Gluecks, der Schoenheit und des Gedeihens, die Gemahlin des Gottes Vishnu. Man stellt sie sich als schoene Frau auf dem Lotos vor, mit vier Armen, einem Strom goldener Muenzen und zwei Elefanten. Sie schenkt Wohlstand, doch nur den ehrlichen und reinen, und an den Gierigen und Stolzen geht sie vorbei.
Was bedeutet der Lotos der Lakshmi im Schmuck?
Der Lotos ist ihr Hauptzeichen. Die Blume waechst aus dem Schlamm, erhebt sich aber rein und unbefleckt ueber das Wasser. So soll auch der Reichtum nach Lakshmi rein bleiben. Ein Lotos-Anhaenger liest sich als Wunsch nach einem Wohlstand, der den Menschen nicht verdirbt, und nach geistiger Entfaltung. Mehr ueber die Blume gibt es in einem Beitrag ueber den Lotos im Schmuck.
Warum rieseln Lakshmi Muenzen aus der Hand?
Das ist ein Zeichen ihrer Grosszuegigkeit und ihres nie versiegenden Reichtums. Wichtig ist, dass die Muenzen eben fliessen und nicht in einem Haufen liegen: Wohlstand soll sich bewegen, ins Geschaeft und zu den Menschen gehen und sich nicht als toter Hort anhaeufen. Das Bild erinnert daran, dass Grosszuegigkeit die Bedingung des Reichtums ist und nicht sein Gegenteil.
Darf man Schmuck mit Lakshmi tragen, wenn man kein Hindu ist?
Ja, wenn man ihn mit Achtung und Verstaendnis fuer den Sinn traegt und nicht als exotisches Dekor. Lakshmi ist eine lebendige Goettin fuer hunderte Millionen Menschen. Es ist angemessen, ihr Bild als Anhaenger, Ring oder Ohrringe zu tragen. Respektlos ist es, das Bild einer Gottheit auf Schuhen oder Unterwaesche anzubringen. Das Wissen, was Sie tragen, ist die wichtigste Bedingung der Ehrerbietung.
Worin liegt der Unterschied zwischen Lakshmi und Ganesha fuer den Wohlstand?
Man verehrt sie oft gemeinsam, besonders an Diwali. Lakshmi schenkt den Reichtum und die Fuelle selbst, waehrend Ganesha, der Gott mit dem Elefantenkopf, die Hindernisse auf dem Weg dorthin ausraeumt und Weisheit schenkt, um mit dem Wohlstand umzugehen. Ihr Paar liest sich so: Ganesha oeffnet den Weg, Lakshmi bringt die Fruechte.
Welches Metall ist fuer Schmuck mit Lakshmi besser?
Gold ist am kanonischsten, denn die Goettin ist goldhaeutig und schenkt Gold, und an Diwali kauft man Gold als Ruf der Lakshmi. Silber ist praktischer fuer den taeglichen Gebrauch und ebenfalls mit der Goettin verbunden, ueber die Tradition des Kaufs an Dhanteras. Rote Steine, Rubin, Granat, Koralle, verstaerken ihre rot-goldene Palette.
Wann verschenkt oder traegt man Schmuck mit Lakshmi am besten?
Der Hauptanlass ist Diwali, das Fest der Goettin im Herbst, wenn man in Indien eigens Gold und Silber kauft. Gut sind auch Anlaesse des Anfangs: ein Einzug, eine Geschaeftseroeffnung, ein neuer Lebensabschnitt. Ein Geschenk mit ihrem Bild traegt den Wunsch nach einem gedeihenden Jahr und nach Wohlstand am neuen Ort.
Bringt Lakshmi nur Geld?
Nein. Ihr Reichtum reicht weiter: Gesundheit, eine gute Familie, Ernte, Schoenheit, Seelenfrieden, Weisheit, Mut. Sie hat acht Formen, und eine schenkt nicht Gold, sondern Standhaftigkeit. Reichtum bedeutet in ihrem Kult die Fuelle des Lebens und nicht blosse Muenzen, und stets gemeinsam mit Ehrlichkeit und Grosszuegigkeit.
Schluss
Lakshmi ist die hellste Art, ueber Reichtum zu sprechen, weil ihr Wohlstand von der Reinheit untrennbar ist. Der Lotos, aus dem Schlamm gewachsen und unbefleckt geblieben. Die Muenzen, die fliessen und nicht in einem Haufen liegen. Die Elefanten, die Segen giessen, wie Regen. Die vier Arme, die zugleich Geld und Pflicht, Freude und Freiheit halten. Ihr Symbol zu tragen heisst, eine gesunde Haltung zum Wohlstand zu waehlen: ehrlich verdienen, klug bewahren, grosszuegig teilen. Die Goettin kommt in ein reines Haus und zu einem klaren Gewissen, ob Gold oder Silber, ob grosse Figur oder leiser Lotos, das Ergebnis ist eines: Dieser Schmuck handelt von einer Fuelle, die Wuerde besitzt.
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